MM_Darwin
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30. November 2005, 21:33 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Brandt sein Mädchen ihre Regierungserklärung

Es gibt wenig Politikerreden, die einen auf Anhieb begeistern können – allerdings einige, die doch eine Mehrdeutigkeit haben, die den Menschen beim ersten Zuhören gar nicht klar wird. Inbesondere Regierungserklärungen lösen selten Begeisterung aus, nicht zuletzt weil in der Ressortabstimmung soviel rein und wieder raus geschrieben wird, dass manch eine Regierungserklärung zum politischen Flickenteppich gerät.

Auch Angela Merkel hatte in ihrer ersten Regierungserklärung keine besondere´n inhaltlichen Akzente auf Lager. Sie hatte offenbar das Motto „Klartext – nicht Schönsprache“ ausgegeben, und sie hat sich daran gehalten.

Selten ist die Politikersprache schön, aber deshalb muss das Schöne ja nicht auch noch explizit ausgeklammert werden. Viele häufig verwendeten Begriffe, Metaphern und Wendungen werden im politischen Sprechalltag kaum mehr überdacht. Das liegt zum einen daran, dass politische Reden allzu häufig an den Schreibtischen von Verwaltungsbeamten entstehen, die sich nie in ihrem Leben mit der Kunst der politischen Rhetorik beschäftigt haben und in der Regel auch nie selbst die Verantwortung für die von ihnen verfassten Reden übernehmen oder sie gar halten müssen. Zum anderen zeugt schon die Menge der Reden, die beispielsweise ein Ministerpräsident eines Bundeslandes oder der Bundeskanzler im Laufe einer Woche hält, davon, dass es nahezu unmöglich ist, bei jeder Rede ein hohes sprachliches (und inhaltliches) Qualitätsniveau anzusteuern und womöglich sogar zu erreichen. Die Wortströme, die sich im politischen Alltag in den öffentlichen Raum ergießen, schleifen die individuellen Sprachgebräuche der Politiker ab wie Gebirgsbäche im Laufe der Zeit die Kieselsteine. Irgendwann ebnen sie die notwendigen Nuancen im politischen Sprachgebrauch ein.

In der gängigen politischen Rhetorik findet der aufmerksame Zuhörer daher eine nahezu endlose Reihe von Belegen für diesen Abnutzungsprozess. Permanent öffnen sich in der Politik Zeitfenster für Maßnahmen, die mit zunehmender Dringlichkeit implementiert werden müssen, um doch noch zu verhindern, dass diese ernste Herausforderung zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem wird. Damit es dabei nicht zu weiteren unvorhersehbaren unschönen Zwischenfällen kommt und die Sache sich zuspitzt, muss dringend ein runder Tisch eingesetzt werden, der nachhaltige Lösungsoptionen aufzeigen soll.

Ein solcher Sprachgebrauch entsteht nach Ansicht des britischen Literaten George Orwell dadurch, dass Politiker immer häufiger Konfektionswörter („ready-made-phrases“) verwenden. Wer diese Konfektionswörter in politischen Reden, in der Beschreibung des eigenen politischen Tuns verwendet, muss nicht nach den jeweils passenden Worten suchen, die das, was er ausdrücken möchte, vielleicht viel genauer ausdrücken könnten. Der Sprecher muss sich auch keine Sorgen um den Rhythmus der eigenen Sätze machen, denn die Konfektionswörter garantieren, dass die Sätze immer einigermaßen klangvoll arrangiert sind.

Bei der Lektüre des Orwell-Textes musste ich manchmal an Angela Merkel denken, die im Verlaufe des Wahlkampfs häufig durch ein Labyrinth von Textbausteinen gängiger Politiksprache mäanderte, um dann bei einem dieser Text-Weg-Marken zu verweilen und sich an ihnen eine kleine Wegstrecke durch das laufende Gespräch zu hangeln.

In den Wirren der Wortfindung hat Angela Merkel während der Plenardebatte zur Vertrauensfrage des Bundeskanzlers am 1. Juli der rot-grünen Bundesregierung zunächst „Handlungsfähigkeit“ statt „Handlungsunfähigkeit“ bescheinigt, um dann festzustellen, dass „CDU/CSU gemeinsam mit der SPD“ eine stabile Regierung bilden sollten. Das war natürlich ein Freud’scher Versprecher, weil „FDP“ offenbar auch Frau Merkel manchmal schwer über die Lippen geht. Aber manch ein Versprecher hat eben fast prophetische Qualität.

Heute hat Angela Merkel gesagt: „Lasst uns mehr Freiheit wagen“ und sich dabei an den SPD-Kanzler Willy Brandt angelehnt („mehr Demokratie wagen“). Das war ein rhetorisch und politisch geschickter Schachzug für die erste Regierungserklärung als Kanzlerin einer großen Koalition. Vielleicht war Angela Merkel aber doch tatsächlich immer schon die (potentielle) Kanzlerin einer SPD-Regierung? Das würde erklären, warum der Spiegel sie heute schon als „Brandts Mädchen“ bezeichnet.

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22 Reaktionen

  1. 1. Dezember 2005, 0:58 Uhr, von Walter
    01

    Zwei Gedanken zu später Stunde: Angela Merkel spielt- mit Textbausteinen, Phrasen, Symbolen, die abgenutzt ihre Bedeutung verloren haben (nicht ganz). Ihr Zugang ist vielleicht der einer Physikerin, Mathematikerin- abstrakt, aus der Distanz zu der Ramschkiste der politischen Floskeln.
    Angela Merkel ist vorsichtig, will erstmal nichts kaputt machen, vermeidet gegen ungeschriebene Gesetze zu verstoßen, die ihr immer noch fremd sind- nicht weil sie sie nicht versteht, sondern weil sie sie nicht verstehen will und sie ablehnt. Das wäre dann weniger Hochmut als vielmehr geistige Hygiene und Konsequenz.
    Und ‘Brandts Mädchen’- da schließt sich der Kreis, schließlich ist Frau Kasner, die Mutter der Kanzlerin, nach der Wende in die SPD eingetreten. So fremd kann dann auch Angela Merkel der Sozialismus in seiner demokratischen Form nicht sein.
    Was Frau Merkel nach außen zeigt ist Vorsicht, manchmal Distanz und ein Schutz (norddeutsch?) vor allzu viel Gefühl. Dass sie das hat (Emotion und Begeisterung) kommt immer wieder mal so zwischendrin heraus. Von Begeisterung spricht redet sie schon mal öfter , wenn sie Menschen überzeugen will, sozu sagen anstecken mit ihrer eigenen Begeisterung.
    Den Wert der Freiheit hat sie vielleicht in der DDR gelernt (durch Entzug derselben) und es kann ja auch ihre eigene Emanzipation von ihrem bisherigen Denken und ihrer Anpassung an Muster und Regeln sein, wenn sie mehr Freiheit wagen will. Wahrscheinlich muss sie das auch tun, denn die Herausforderungen sind in der (geäußerten) Wahrnehmung der Regierungspolitiker zu groß, als dass sie mit der alten Denke weiterkommen könnten. Franz Müntefering- mal wieder er- hat seine frühere Meinung von Angela Merkel durch eigene Anschauung wohl gründlich geändert. Er traut ihr zu, Probleme früh zu erkennen und effektiv durch sparsame Aktionen (Hebelgesetze!) im kleinen Kreis und rechtzeitig zu lösen. In mir wächst der Eindruck, dass Angela Merkel mehr Wertschätzung und Anerkennung in der SPD findet als in der CDU. Vielleicht hat sie auch das -fast prophetisch – erkannt.

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  2. 1. Dezember 2005, 14:18 Uhr, von Aron
    02

    Dass Angela Merkel sich gerne mal bei anderen “bedient”, wissen wir spätestens seit ihrem Schlussplädoyer des TV-Duells, als sie so frei war ein paar Sätze von Ronald Reagan ins Deutsche zu übersetzen….(oder vielmehr ihre Redenschreiber). Sie hat diesmal zumindest dazugelernt und ihre Quellen angegeben. Ganz ehrlich: das waren meine ersten Gedanken, als ich gestern die Nachrichten sah. Ich dachte: “Uaaaa, kann die eigentlich nicht mal was eigenes erzählen?”.
    Die “versöhnende” Wirkung nun ausgerechnet ein Brandt-Zitat abzuwandeln, kam mir erst später. So gesehen finde ich das, je länger ich drüber nachdenke, eigentlich einen ganz guten Schachzug. Allerdings bleibt ihr auch nicht viel anderes übrig, denn die Koalition ist nunmal ein Zweckbündnis. Eine gemeinsame Linie gibt es nicht wirklich, man einigt sich eben und geht Kompromisse ein. Insofern war Merkels Rede vermutlich das beste, was sie machen konnte in dieser Situation, auch wenn z.B. die TAZ dazu eine etwas andere Meinung hat. Denn so hat sie zumindest eins geschafft: die aktuelle Regierung als EINE Regierung dastehen lassen und nicht als ein Bündnis zweier getrennter Lager. Vielleicht auch deswegen, weil sie ahnt, dass sie die Freunde in der SPD irgendwann vielleicht nochmal dringend brauchen wird….

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  3. 1. Dezember 2005, 17:56 Uhr, von Siegmund Natschke
    03

    Das Zitat “mehr Freiheit wagen” ist mir auch aufgefallen. Meiner Ansicht nach ist es dadurch aber nicht gelungen, eine Gemeinsamkeit CDU/SPD herzustellen.
    Denn wir erinnern uns: In den 70ern war der Slogan der CDU :”Freiheit statt Sozialismus.” Wenn man nun sagt, dass man mehr Freiheit wgen wolle, dann wäre das strenggenommen eine Abgrenzung von Brandts Zitat. Richtig stark wäre es gewesen, wenn sie Brandts Original-Zitat einfach übernommen und sich dazu bekannt hätte. Sie hätte Geminsamkeiten früherer Bundeskanzler der CDU und SPD herausstellen könnte. Oder was sich angeboten hätte: Ein Verweis auf die erfolgreiche Zusammenarbeit von Karl Schiller und Franz-Josef Strauß.
    Mir persönlich war das alles viel zu allgemein. Ich kann z.B. solche Sätze wie “Wir müssen soviel besser sein wie wir teurer sind.” nicht mehr hören.

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  4. 2. Dezember 2005, 11:45 Uhr, von chris
    04

    ich hatte die möglichkeit mir vormittags die rede von angela merkel anzuhören. in ihren kernaussagen finde ich sie schon klar und unmißverständlich. dennoch sind natürlich auch endlose “labersprüche” in dieser rede gewesen, die mehr den charme eines fülsels haben und die der gemeine bürger schon unzählige male von unterschiedlichen politikern gehört hat. 2003 habe ich frau merkel im ständehaus in düsseldorf im “rededuell” mit einem reporter des wdr erlebt. dort war sie äußerst schlagfertig und witzig. ihre argumente treffend. ihr trockener humor erheiterte uns alle. leider hat sie davon etwas verloren. ich hoffe sie paßt sich nicht zu sehr den allgemeinen gepflogenheiten der politiker an, viel zu reden und nichts zu sagen.

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  5. 2. Dezember 2005, 20:49 Uhr, von Sarah
    05

    In diesem Zusammenhang gibt es ein sehr schönes Buch von Erhard Eppler über die Krise der Politik im Spiegel der Sprache, wo aus den Versatzstücken einiger Polit-Kollegen folgender Mustersatz hervorkommt: “Ich gehe davon aus, dass die Entwicklung der Lage die Lösung der Probleme erleichtert, aber auch eine Herausforderung darstellt, denn die unverzichtbare Voraussetzung für die Akzeptanz unserer Politik ist es, dass wir den Bürgern nicht in die Tasche greifen, sondern uns durch geziehlte Maßnahmen als Partei des Aufschwungs profilieren.” Niklas Luhman nennt dies auch formschön “Lingua blablativa”.

    Der Ausspruch “Lasst uns mehr Freiheit wagen” hat mich eher irritiert, da sich tatsächlich nur über die äußere Form und deren Ähnlichkeit zu Brandts Zitat eine Brücke zur SPD schlagen lässt. Inhaltlich hätte wohl eher die FDP in diesem Moment Tränen der Rührung zeigen müssen, ist doch die Freiheit des Einzelnen und ein zurückgenommenerer Staat die oberste Maxime der Liberalen.

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  6. 3. Dezember 2005, 0:09 Uhr, von Walter
    06

    Sie sagte aber “Lasst uns (!) mehr Freiheit wagen”. Ist das nicht ein Appell an die Gemeinschaft als Gemeinschaft? Hat sie nicht in der gleichen Rede von den Schwachen gesprochen:
    ‘Meine Damen und Herren, noch etwas spüren wir in diesen Stunden, etwas, das unser Land auszeichnet: Vor dem Leid anderer verschließen wir weder unsere Augen noch unsere Herzen. Wir wissen, was Solidarität vermag. Wir haben erfahren, welche Kraft aus der Gemeinschaft und aus der Nächstenliebe erwachsen kann. Wir sind uns bewusst, dass ein Volk mehr ist als eine lose Ansammlung von Individuen, und wir wissen, dass ein Volk auch immer eine Schicksalsgemeinschaft ist. Wenn wir diese Erkenntnis beherzigen, können wir daraus Kraft und Zuversicht schöpfen, mit denen wir auch diese großen Herausforderungen meistern können.’
    -Das ist nicht FDP oder neoliberal- da spricht die Pfarrerstochter, mit Begeisterung und ohne Maske. Ich nehme ihr das ab. Wenn sie es durchhält- und die anderen um sie herum- …
    OK, das mit der Schicksalsgemeinschaft klingt nach Wagner- aber sie liebt ja Parzival und Lohengrin und Tannhäuser und so weiter…

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  7. 5. Dezember 2005, 23:18 Uhr, von Miriam Meckel
    07

    Das Buch von Eppler ist wirklich schön und lesenswert! Worte, die sich im politischen Sprachgebrauch aufstellen wie “Kavalleriepferde beim Hornsignal” … Ist was zum Verschenken für Weihnachten :-)

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  8. 6. Dezember 2005, 12:11 Uhr, von anudi langis
    08

    für weihnachten?
    och nö!
    is wohl ein nettes buch, aber wie unpersönlich!!!! :-)
    es sei denn man schenkt es einem politiker!
    ach ja, hier noch “sowas”!

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  9. 7. Dezember 2005, 15:21 Uhr, von Siegmund Natschke
    09

    Interessant war die Pressekonferenz von Angela Merkel und Condolezza Rice und was die BILD-Zeitung daraus gemacht hat.
    Wir sehen auf Seite 2 ein Bild, auf dem sich Rice und Merkel freundlich anlächeln. Bild spekuiert wie gut die zwei sich verstehen.
    Der Fotograf war schnell, denn die Szene dauerte höchstens eine Sekunde. Sie kam zustande als Rice versehentlich schon gehen wollte, der Dolmetscher aber noch übersetzen wollte, was sie soeben gesagt hat. Also mehr ein Verlegenheitslächeln.
    Im Videotext stand es nachher richtig. Rice war äußerst verärgert über Merkel. Denn die sprach von einem Fehler der USA. Dies musste Rice als Anmassung ansehen.
    Vertrat hier Merkel selbstbewußt deutsche Interessen oder war es ein diplomatisches Missgeschick?
    Ich tendiere zum letzteren, bin aber auch nicht sicher.

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  10. 7. Dezember 2005, 16:37 Uhr, von lilly
    010

    im interview bei den tagesthemen sprach sie aber wohlwollend über merkel.
    das wurde doch nach dem besagten treffen aufgezeichnet?!

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  11. 7. Dezember 2005, 17:26 Uhr, von C. Joel
    011

    [Blogredaktion: Auf Wunsch des Kommentators haben wir diesen Beitrag gelöscht.]

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  12. 7. Dezember 2005, 18:46 Uhr, von Jens
    012

    Ehm……………………

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  13. 8. Dezember 2005, 18:59 Uhr, von chris mit einem s
    013

    ich habe mir das besagte interview von anne will und “condi” angeschaut. für mich ist frau rice der inbegriff der selbstdisziplin, des ehrgeizes und der diplomatie. in der faz stand ein netter artikel über die kriterien ihre kleiderwahl bei staatsbesuchen, insbesondere den überlegungen diesbezüglich bei besuchen in europa. diese frau überläßt gar nichts dem zufall und kalkuliert ganz genau ihre wirkung und aussagen. ob sie frau merkel mag oder nicht, weiß keiner. den üblichen nettigkeitsfloskeln sollte man keine bedeutung schenken. vielleicht kommt ja frau merkel auf den trichter, dass georg bush doch nichts so ein toller typ ist und vielleicht artikuliert sie es auch noch. dann bin mir ziemlich sicher wird “condi” sie aber nicht mögen.

    Antworten
  14. 8. Dezember 2005, 22:13 Uhr, von Cate
    014

    @Camilla:
    The experience to be intentionally “kept in the dark? by a certain institution happens to me everytime I have to fill in a proposal form for authorities… hahaha
    But maybe it´s too, let´s say, violent to generalize it and I think it wouldn´t work this way anymore as the political knowledge of the people, -or better: their will to acquire it- has grown since the last decades.
    In fact, that´s the problem all social sciences have to deal with: the people´s process of learning. 50 years ago you could have pushed the economy by easily lowering the taxes or interests. Nowadays it would probably not have the same effect than then, because people learnt that there might come a higher inflation afterwards or other so they don´t spend their money that enthusiasticly…
    I found the statement (or is it a declaration?) of government quite interesting and informative in the way that it made clear that at least their serious will is really existing, but they might not know yet how to realize it all… ;o)
    Anyway, I´m not wanting to make any more grammar mistakes… :o(
    Besides: I want Miriam Meckel, or her blog programmer, to put the first quotation

    Antworten
  15. 8. Dezember 2005, 22:15 Uhr, von Cate
    015

    Ich war doch noch garnicht fertig… :o(
    …also, nochmal: …to put the first qutotation to the other ones shown by multiple choice on top of the homepage.

    Jetzt bin ich fertig. :o)

    Antworten
  16. 9. Dezember 2005, 18:40 Uhr, von Camilla Joel
    016

    [Blogredaktion: Auf Wunsch des Kommentators haben wir diesen Beitrag gelöscht.]

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  17. 9. Dezember 2005, 19:38 Uhr, von Marie
    017

    Was die Sprache von Politikern betrifft – wir wissen ja alle, dass Sprache nicht nur die Funktion hat, Inhalte zu übermitteln. Man kann mit Sprache Menschen begeistern und beeindrucken, einschüchtern, verführen, verletzen und so weiter. Die meisten Sätze, die gesagt oder geschrieben werden, haben nicht nur eine inhaltliche Botschaft. Man muss bloß an wissenschaftliche Texte denken, bei denen gewinnt man schließlich oft genug den Eindruck, dass sie nicht nur informieren, sondern vor allem die Leser von der Intelligenz des Verfassers überzeugen wollen.
    Politiker haben es ja auch nicht leicht. Sie werden ständig Dinge gefragt, die sie nicht sagen können oder wollen, sie dürfen nicht den falschen Leuten auf die Füße treten und sich nicht die Gunst der Wähler verscherzen. Sie müssen im Gegenteil die Leute beeindrucken, damit sie nicht nach der nächsten Wahl arbeitslos werden. Aus diesen Gründen kann ich das politische Gefasel und die ganzen inhaltsleeren Phrasen bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Nervig ist es natürlich trotzdem, ganz besonders in Wahlkampfzeiten. Aber ich bin da ziemlich desillusioniert und erwarte von Politikern keine klaren Worte und schon gar keine schönen Sätze. Ich bin gespannt auf die Taten!

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  18. 9. Dezember 2005, 21:24 Uhr, von Cate Gefällt einem Leser
    018

    Words in search for meaning?
    Meaning in search for words?

    THERE you go! :o)

    Antworten
  19. 9. Dezember 2005, 21:26 Uhr, von Cate
    019

    Click “Pictures of Walls”.

    Antworten
  20. 10. Dezember 2005, 18:28 Uhr, von C. Joel
    020

    [Blogredaktion: Auf Wunsch des Kommentators haben wir diesen Beitrag gelöscht.]

    Antworten
  21. 10. Dezember 2005, 19:55 Uhr, von Walter
    021

    I hope she’s not alone

    Antworten
  22. 11. Dezember 2005, 16:58 Uhr, von Cate
    022

    Gerade bei DATELINE LONDON auf BBC:

    Moderator Gavin Esler wirft den Begriff des “politischen I-Pod” auf, bei dem man nur “auf den Knopf drücken” müsse und das richtige Statement sei zu hören…
    Ist das der Anspruch der Zunkunft? Und wenn ja, worin bestünde dann noch der Reiz, Politikern Fragen zu stellen?
    Perfektionismus ist destruktiv!

    @Camilla: Take care, too!

    Antworten


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