MM_Brecht
Zu den Kommentaren
6. Dezember 2006, 0:31 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

the one and only media tag

Heute machen wir mal einen kleinen Test: Ich möchte gerne von Euch wissen, auf welches Medium Ihr in keinem Fall verzichten könnt und wollt. Dabei ist es völlig egal, ob es eine Zeitung, Zeitschrift, ein Fernsehprogramm, Radiosender, das Vodcast von Angela Merkel oder eine bestimmte Website ist. Der Punkt ist: Ihr seid Robinson Crusoe und es gibt keinen Freitag (und zum Glück auch keine Kannibalen). Also könnt Ihr nichts anderes tun, als Euch mit dem einen kleinen Medium abzulenken, das Ihr ausgewählt habt.

Das mag in diesen Zeiten des Social Networking, der Communities und der Folksonomy ganz besonders schwer sein. Aber jetzt seid Ihr auf Euch gestellt: Jeder kann sein one and only media tag vergeben. Vielleicht ergibt sich daraus ja eine neue Form des Social Bookmarking (im wahren Sinne des Wortes).

Welches Medium ich auf die einsame Insel mitnehme? Das verrate ich. Aber nicht heute.

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191 Reaktionen

  1. 20. Dezember 2006, 23:43 Uhr, von Cate
    0151

    Wenn man innerhalb eines Systems konsequent handelt, dann ist es auch nur innerhalb dieses Systems nicht unmoralisch. Wenn aber dieses System sich innerhalb eines größeren Systems befindet, dann kann es in diesem sehr wohl unmoralisch sein. So, wie du es beschreibst, wäre es logisch betrachtet sehr sehr einfach, dieses zu veranschaulichen. Wenn die Wirkungsweise der Medien unsere Realitätswahrnehmung beeinflusst und wir offensichtlich aus evolutionären Gründen nichts dagegen tun können, dann ist es mehr als unmoralisch darauf aufbauend ein System zu modalisieren, das in erster Linie zu eigenen Gunsten (Geld, Annerkennung) eingestellt ist. Es ist eben nur scheinbar auch zu Gunsten des Publikums gestaltet, da ja deren Realitätswahrnehmung beeinflusst wurde/wird. Und solange diese Realität als Scheinrealität in unseren Köpfen existiert, auch, wenn wir eigentlich wissen, was dahinter steckt, werden wir immer auch diesen Anspruch haben. Dieser Anspruch überträgt sich aber eben auch auf unser Privatleben. Dieses Privatleben kennen wir, diese Perspektive ist uns bekannt. Das Privatleben der Glamourgestalten kennen wir nicht, diese Perpektive ist uns nicht bekannt. Wir müssen Äpfel mit Birnen vergleichen. Und das Vergleichen passiert automatisch. Vielleicht auch evolutionär begründet. Dieser Zusammehang ist eben unfair. und es stellt sich auch die Frage, ob sich das System der Medien damit selbst langfristig einen Gefallen tut. Zumindest die Einzelakteure müssten eigentlich genauso unter dieser Scheinrealität leiden, in die sie sich selbst hineinzwängen. Sie müssen ihr immer gerecht werden, sobald sie sich in die Öffentlichkeit begeben. Und wann und wie oft sie das tun, können sie nicht immer selbst entscheiden…

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  2. 20. Dezember 2006, 23:58 Uhr, von Walter
    0152

    Schein und Sein stimmen eben selten- nie?- überein.

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  3. 21. Dezember 2006, 9:28 Uhr, von Fabian
    0153

    Klingt jetzt etwas trivial, aber ist unser derzeitiges Gesellschaftssystem, bzw. Wirtschaftssystem, nicht genau darauf ausgerichtet, nämlich Schein und Inszenierung? Statussymbole, Geld, berufliche Stellung etc., regieren doch auch schon im Kleinen, warum sollte es im Großen anders sein? Vielleicht bedienen Medien und Politik ja mit ihrer Inszenierung einfach nur das Bedürfnis der Bürger. Vielleicht wollen es die Menschen im Prinzip nicht anders. Bisschen aufregen, bisschen meckern, aber wenn die Zahlen stimmen, passt schon!

    Damit sind wir letztlich natürlich wieder beim medialen Henne-Ei-Problem. Wer beeinflusst wen? Medien die Menschen oder die Menschen die Medien?

    @ Walter: Moralische Komponente, ich weiß nicht, wenn man für Geld alles tut, z.B. Werbung und PR für Zigaretten, Werbung und PR für die Glücksspielbranche, Lobbying für die Rüstungsbranche, Werbung und PR für Luxusgüter, etc. … Man ist Teil dieser doch recht oberflächlichen „Hochglanz“-Maschinerie und evoziert damit auch gesellschaftliche Bilder.

    Eine traurige Auswirkung eines eines solchen neuen gesellschaftlichen „Bewusstseins“ konnte man letztens beispielsweise im Magazin der Süddeutschen Zeitung nachlesen: Jetzt.de: „Kann es sein, dass es immer weniger behinderte Menschen gibt? Ja!“

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  4. 21. Dezember 2006, 9:36 Uhr, von Fabian
    0154

    Oh, habe gerade was Interessantes entdeckt – passt aber nicht zu Thema: Alltag Überwachung auf onlinejournalismus.de

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  5. 21. Dezember 2006, 10:53 Uhr, von Walter
    0155

    Moral als Argument erzeugt häufig eine Ungleichheit und Polarisierung, hat nicht selten etwas mit Selbstgerechtigkeit zu tun- darauf reagieren wir dann wieder ‚allergisch‘ wegen unseres eingebauten Gerechtigkeitsorgans.
    Mir gefallen überhaupt und auch in den Medien die Menschen am besten, die sich selbst und damit auch ihre Mitmenschen achten, die menschliche Würde erkennen und anerkennen. – Als Beispiel Harald Schmidt und Reinhold Beckmann- haben wir schon letzten Winter mal ‚behandelt‘. Ersterer erkennt und arbeitet mit Respekt und Würde, sozusagen als Gegenpol für seine Zynismusattacken, letzterer nimmt Würde (und Sympathie) öfter nicht wahr und tritt dann gehörig ins Fettnäpfchen.
    Diese Themen ziehen sich als roter Faden durch die Medien und unser reales Alltagsleben hindurch.- Diese Botschaft fasst die goldene Regel ganz gut zusammen. Mal in einer anderen Version- wegen Weihnachten:
    „Alles, was ihr für euch von den Menschen erwartet, das tut ihnen auch.“ (Matthäus 7, 12; Lukas 6, 31)
    Und noch eine kleine Botschaft mit dem herzlichen Wunsch, dass uns bei aller Eile und dem ganzen Vorweihnachtsstress hin und wieder etwas auffällt:
    Ein Engel hat immer für dich Zeit
    das ist der Engel der Langsamkeit.
    Der Hüter der Hühner, Beschützer der Schnecken,
    hilft beim Verstehen und beim Entdecken,
    schenkt die Geduld, die Achtsamkeit,
    das Warten können, das Lang und Breit.
    Er sitzt in den Ästen von uralten Bäumen,
    lehrt uns den Wolken nachzuträumen,
    erzählt vom Anbeginn der Zeit,
    von Sommer, von Winter, von Ewigkeit.
    Und sind wir müde und atemlos,
    nimmt er unsern Kopf in seinen Schoß.
    Er wiegt uns, er redet von Muscheln und Sand,
    von Meeren, von Möwen und vom Land.
    Ein Engel hat immer für dich Zeit
    das ist der Engel der Langsamkeit.
    Der Hüter der Hühner, Beschützer der Schnecken,
    hilft beim Verstehen und beim Entdecken,
    schenkt die Geduld, die Achtsamkeit,
    das Warten können, das Lang und Breit.

    Jutta Richter
    Der andere Adventskalender 16.12., Verlag andere zeiten e.V., Hamburg 2006
    Hat ein lieber Kollege bei SWR 3 entdeckt- es gibt eben auch liebe Kollegen. In diesem Sinne…

    Antworten
  6. 21. Dezember 2006, 11:26 Uhr, von Fabian
    0156

    Ich gebe zu, dass mich mein eigener moralischer und selbstgerechter Sülz hier jetzt schon wieder annervt, aber man kommt sich dabei so schrecklich Gutmenschlich vor ;-) Selber handeln, wie man es von anderen verlangt, stimmt Walter! Deshalb will ich nicht länger rumschwadronieren, sondern es besser machen!

    In diesem Sinne wünsche auch ich allen frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2007.

    Antworten
  7. 21. Dezember 2006, 12:26 Uhr, von Cate
    0157

    Und damit hier Religions- bzw. Kulturgleichgewicht herrscht ;o) hier ein Zitat von Laotse:
    „Wenn Güte als gut gelten will wird sie zu Ungutem. So nah sind Sein und Nichtsein.“

    Antworten
  8. 21. Dezember 2006, 12:32 Uhr, von Walter
    0158

    Fabian, Gutmenschentum und Selbstkritik schließen einander nicht aus.- Problematisch wird es nur wenn sie getrennt auftreten. Außerdem sollten wir mit uns selbst nicht allzu streng umgehen, dann verschonen wir im Sinne der goldenen Regel auch unsere Mitmenschen. Auch hier gilt nicht so (zu) hohe Erwartungen, sondern etwas mehr Geduld mit uns und anderen zu haben- und Aufmerksamkeit.
    Wir Deutsche sind gelegentlich sehr gründlich.

    Antworten
  9. 21. Dezember 2006, 13:02 Uhr, von Walter
    0159

    Wir kreieren gerade unseren eigenen- weihnachtlichen- media tag, ziemlich philosophisch und am Mainstream eher vorbei. ;-)

    Antworten
  10. 21. Dezember 2006, 13:47 Uhr, von Walter
    0160

    ‚Wer beeinflusst wen? Medien die Menschen oder die Menschen die Medien?‘ (@Fabian) Medien und Menschen sind eins. Vor in und hinter den Medien sind Menschen. Wahrnehmungen relativieren sich, die Medienmacher sind gleichzeitig Medienkonsumenten, Zuschauer identifizieren sich mit ihren Stars. Medien sind damit Teil unserer Gesellschaft und als Öffentlichkeit auch -ersatzweise- Marktplatz und Ort der Kommunikation. Diese unauflösbare Verwobenheit macht das ganze ja auch so spannend.
    Der Artikel der SZ macht sehr nachdenklich.- Ist es leichter einen Feten abzutreiben und zu töten, als mit anzusehen wie das Neugeborene an seinen Fehlbildungen stirbt? Ich kann das nicht entscheiden, ist auch extrem. Aber, wir haben offensichtlich ein Problem mit Leid und Schmerz (anderer)- die gehören aber zum Leben doch dazu?

    Antworten
  11. 21. Dezember 2006, 14:22 Uhr, von Janna
    0161

    Natürlich gehören Leid und Schmerz zum Leben dazu, das ist aber gerade ein Bereich, mit dem vielen Menschen heutzutage Probleme haben. Die Zeiten, in denen Tod, Krankheit und Leiden als Buße bzw. Schuldeingeständnis akzeptiert wurden, sind schließlich lange vorbei (Stichwort Erbsünde). Heutzutage wird man darauf getrimmt, erfolgreich zu sein. Das es aber immer noch Bereiche gibt, in denen der Mensch an seine Grenzen stößt, wird dabei oft verschwiegen.
    Meines Erachtens fehlt uns (Menschen) einfach ein gesunder Umgang mit diesen Dingen, quasi so eine Art Mittelweg. Wir sollten einerseits akzeptieren, das es auch im 21. Jh. immer noch Grenzen gibt.
    Auf der anderen Seite sehe ich oft Menschen (mich glegentlich eingeschlossen), die sich schlicht und ergreifend unter Wert verkaufen, weil sie sich oft überfordert fühlen in der Welt der (scheinbar überall vorhandenen) Superhelden. Da bleibt nur festzustellen:
    Alle Menschen machen nun mal Fehler, und zwar ausnahmslos. Und es wird immer Situationen geben, in denen wird uns plötzlich klein hilf- und ratlos vorkommen. Es gibt einfach Dinge, auf die uns niemand vorbereiten kann.

    Antworten
  12. 21. Dezember 2006, 14:36 Uhr, von Cate
    0162

    Es verkaufen sich äußerlich betrachtet immer die unter Wert, die ehrlich mit sich selbst sind, auch vor anderen. Dem ist aber nur scheinbar so. Schließlich ist der kritische Umgang mit den eigenen Fähigkeiten auch wertvoll. Trotzdem ist der, der sich so verhält, immer etwas im Nachteil. Und das sagt natürlich auch was über die Funktionsweise des „Marktes“ aus, wobei wir wieder bei der wahrgenommenen Scheinrealität und ihrer Macht wären. Nur zwangsläufig sehe ich gar keine Lösung, die eine Veränderung mit dich bringen könnte. Die, die naturgemäß selbstkritischer sind, werden es immer bleiben, können eben nicht über ihren eigenen Schatten springen. Und die, die durch Prahlerei und Fassade Erfolg haben, würden am eigenen ehrlichen Umgang mit sich selbst schlichtweg zerbrechen. So gesehen hat wirklich alles und jeder in diesem „System“ seinen Platz. Es gibt die, die es tragen und die, die es kritisieren. Nur die, die es kritisieren, tragen es auch, weil sie damit den Unterschied deklarieren, der einen großen Teil darin ausmacht. Das Gefälle ist ist die Bewegung und das Energiepotenzial. Das ist nicht nur in der Mechanik und der Elektrizität so, sondern eben auch in der Sozialwissenschaft. ;o)

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  13. 21. Dezember 2006, 15:58 Uhr, von Fabian
    0163

    @ Walter: Ich würde mir niemals anmaßen selber über Leben und Tod eines Menschen zu entscheiden. Für mich ist das (menschliche) Leben immer noch das höchste Gut, das wir haben. Bin sogesehen immer für das Leben und ein echter Hardliner, was das anbelangt! Und ja, ich würde springen, sofort!

    Wer will bemessen, wie sich ein geistig oder körperlich Behinderter fühlt? Und vor allem mit wessen Maßstäben? Den der Medien? Ich habe sehr viele, sehr glückliche behinderte Menschen kennengelernt, die oftmals viel lebensfroher sind, als gesunde Menschen. Selbst Robbie Williams scheint ja mitunter unter schweren Depressionen zu leiden.

    Für mich heisst das im Umkehrschluss: Leid, Krankheit, Alter, Schmerz, Trauer, psychische Probleme gehören zum Leben dazu, Depression ist mittlerweile eine der Volkskrankheiten Nummer eins. Für diese Themen heisst es empfänglich, sensibel und aufmerksam zu sein. Persönlich finde ich diese Themen und den Umgang mit ihnen unendlich wertvoll.

    Mir bleibt gerade in den elektronischen Medien das Mitmenschliche etwas zu sehr auf der Strecke. In den Printmedien wird es meines Erachtens noch gut aufgegriffen.

    Mit Grauen und Ekel beobachte ich, was sich derzeit in den virtuellen Welten tut. Hat jemand letztens den Second-Life-Artikel (eine Art Selbsterfahrungsbericht) in der Netzzeitung gelesen? Tut es nicht! Schauderhaft!

    Zum Thema Moral: Wenn man selber wissentlich nicht ohne Fehl‘ und Tadel ist, kommt man sich manchmal unmoralisch vor, moralisch zu sein und über andere zu urteilen.

    Antworten
  14. 21. Dezember 2006, 16:05 Uhr, von Fabian
    0164

    Jetzt habe ich Euch aber neugierig gemacht, was? Hier der Link zum Netzeitungs-Artikel.

    Springen: Natürlich ins Wasser :-)

    Antworten
  15. 21. Dezember 2006, 16:06 Uhr, von Walter
    0165

    Das Haften an der Oberfläche, der schöne Schein, die Perfektion der Bilder, all das ist auch eine Suche nach dem Ideal. Gefährlich wird es dann, wenn wir nur noch die Oberfläche wahrnehmen und der Blick für jegliche- menschliche- Tiefe verloren geht. Spätestens dort beginnt die Verantwortung der Medien.

    Antworten
  16. 21. Dezember 2006, 16:15 Uhr, von Walter
    0166

    Zurück zum Thema, noch ein media tag: Demokratie lebt von Beteiligung.

    Antworten
  17. 21. Dezember 2006, 16:34 Uhr, von Walter
    0167

    Zur Welt der Avatare: diese virtuelle Welt, in der Menschen ihre vermeintlichen Rollen spielen ist von der des Fernsehens oder Kinos nicht grundsätzlich verschieden, sie geht nur zwei Schritte weiter: eigenes Handeln und Schreiben. Ob allerdings die “Spieler“ in ihren Rollen glücklich werden, wage ich zu bezweifeln. Ich kann mir vorstellen, viele sind schockiert, frustriert und ihres zweiten Lebens über kurz oder lang überdrüssig. Es ist eben nichts echt.

    Antworten
  18. 21. Dezember 2006, 20:33 Uhr, von Fabian
    0168

    Bin mir da nicht so sicher Walter. Folgendes Szenario lässt mich an Deiner Meinung zweifeln:

    Bist du einsam, entsprichst in der realen Welt nicht unbedingt dem gängigen Schönheitsideal und bist auch nicht so wohlhabend, um dir die Statussymbole leisten zu können, kannst du dir in Second Life ein anderes, aus deiner Sicht möglicherweise besseres und aufregenderes Leben konstruieren.

    Ich bin mir sicher, dass das für sehr viele Menschen sehr problematisch werden wird. Es ist eine ideale Fluchtwelt! Kino, Fernsehen, Theater, in diesen Fluchtwelten war der Besucher bislang nur Konsument der Erzählungen und (Traum-) Welten, nun erzählt der Einzelne mit einem gewählten eigenen Wunschcharakter selber aktiv eine virtuelle, spannende Geschichte mit, die immer weiter und weiter geht, das ist für viele wie eine Droge, da bin ich mir sicher.

    Antworten
  19. 21. Dezember 2006, 21:32 Uhr, von Walter
    0169

    Ja, es kann schon sein- die Leben2- Spieler finden keinen Absprung, suchen weiter nach einem Ideal, das sie in ihrem echten Leben nicht verwirklichen können, machen immer weiter, verfallen der Droge ’second life‘. Aber gerade dann kann ich mir nicht vorstellen, dass sie dabei glücklich werden, sondern vielmehr schockiert, frustriert und irgendwie überdrüssig- wir können solange wir leben unserer realen Welt nicht völlig entkommen.
    Durch das Rollenspiel wird der Verfremdungs- Entfremdungseffekt verstärkt und verstetigt. Die ewige Illusion, der fortgesetzte (Selbst-) Betrug. Der Versuch, der Täuschung zu entkommen verstößt gegen die Spielregeln, wird irgendwann erkannt und geahndet. Mir fällt dazu ein Film von Stanley Kubrick ein: Eyes Wide Shut, basierend auf der ‚Traumnovelle‘ von Arthur Schnitzler. Alles ein Traum…

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  20. 22. Dezember 2006, 0:17 Uhr, von Cate
    0170

    Ach, das ist ja nicht nur so im Second Life – Spiel, das macht doch die ganze virtuelle Welt aus. Wenn ich mir so manches Myspace-Profil von meinen Freunden anschaue, dann denke ich oft: Ach, so hab ich den/die auch noch nie gesehen… ;o) Myspace wird übrigens im aktuellen PRINZ als „Einwohnermeldeamt“ bezeichnet. Sehr passend! :o)

    Antworten
  21. 22. Dezember 2006, 6:41 Uhr, von Fabian
    0171

    @ Walter: Einer meiner Lieblingsfilme! Allerdings erst beim zweiten Mal sehen, sehr tolle, sehr dichte Atmosphäre. Kubrick ja ohnehin vielleicht so etwas wie eine Art (medialer) Philosoph, der seine Filme wie surrealistische Kunstwerke oder Parabeln auf die Gesellschaft, die Medien und die Politik anlegte, wie in „A Clockwork Orange“, oder auch auch in „Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb“, oder „Barry Lyndon“ (filmisch und erzählerisch im übrigen ein äußerst interessantes Machwerk!). Nur was nützen solche Filme, wenn sie keiner mehr sieht bzw. lesen und interpretieren kann? Ach, ich höre auf zu Jammern, ein paar Liebhaber gibt es ja immer noch.

    Für jene noch rasch ein paar Lieblingstags: Filme, und Noch mehr Filme , Geniale Filme, Filmmusik

    Antworten
  22. 22. Dezember 2006, 17:21 Uhr, von Walter
    0172

    We’ll meet again
    Don’t know where
    Don’t know when
    But I know we’ll meet again some sunny day
    Keep smilin‘ through
    Just like you always do
    Till the blue skies drive the dark clouds far away…
    Die Worte lassen schon auf den Frühling hoffen- dabei hat gerade erst der Winter angefangen.
    Johnny Cash hat diesen Song auf einem seiner letzten Alben mit Klarinettenbegleitung (!) gesungen. Das swingt…

    Antworten
  23. 22. Dezember 2006, 17:48 Uhr, von Meike
    0173

    Ich würde die Bild-Zeitung mitnehmen, denn dann hätte ich nicht allzu sehr das Gefühl, etwas in der (vermeintlich) zivilisierten Welt zu verpassen!

    Antworten
  24. 22. Dezember 2006, 17:57 Uhr, von Cate
    0174

    Festliches Fröhl und rutschen Gut!
    @Walter: Wo ist zuhause, Mama? ;o)

    Antworten
  25. 22. Dezember 2006, 18:58 Uhr, von Walter
    0175

    ‚Wo ist Zuhause, Mama
    Bei den hellen Sternen
    Wo ist Zuhause, Papa
    Vielleicht dort bei diesem Stern
    Dieser Weg dorthin, der ist sicher weit
    Fast eine ganze Ewigkeit
    Vielleicht find ich dich, find ich mein Zuhaus
    Bei den hellen Sternen
    Oben bei den hellen Sternen‘

    – Da wären wir ja schon wieder bei Weihnachten.- Bei Mama- Frohe Weihnachten Cate!

    Zur einsamen Weihnachtsinsel gehört nicht unbedingt das Internet- aber wer weiß?
    In der media- tag- Weihnachtshitliste führt wohl das Fernsehen mit weitem Abstand- vielleicht ja manchmal auch um der Ruhe und Stille, wenn es sie denn noch geben sollte, zu entkommen?
    ‚Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht (K. Marti)‘.

    Antworten
  26. 22. Dezember 2006, 19:21 Uhr, von Cate
    0176

    Ich hab mich gerade in das nächste Blog-Thema eigelesen, sofern Frau Professorin ihre Tradition hält… ;o) Herr Luthmann kommt auch drin vor, Walter! ;o) Jetzt ist aber vorerst Schluß! Über die Weihnachtstage tauche ich (virtuell zumindest) unter. Bis denne! :o)

    Antworten
  27. 22. Dezember 2006, 19:39 Uhr, von Gabi
    0177

    Hallo,

    aufgrund meines Umzuges konnte ich erst heute wieder in diesem Blog lesen bzw. „hänge ich jetzt erst wieder am Netz“. Da sieht man es mal. Kaum ist man ein paar Tag ohne Internet, da fühlt man sich gleich abgehängt. Ich konnte zeitlich bedingt natürlich jetzt nicht die vorherigen 175 ! Kommentare lesen, aber – wie schon gesagt – ohne das Medium Internet hat mir etwas gefehlt. Auch bis die liebe Telekom – trotz rechtzeitiger Ummeldung/Antragstellung mir meinen Telefonanschluss gelegt hatte, oh je…. Wie gesagt, man fühlt sich abgeschnitten und abgehängt. Zum Glück gibts ja das Handy. Ansonsten kann man sich selbst in einer Kleinstadt gleich schon wie auf einer einsamen Insel fühlen. Na wenigstens gab es noch Zeitung und Radio/TV ; )

    Wünsche auch allen ruhige und besinnliche Feiertage und bin auf die Antwort von Frau Meckel gespannt (die steht – glaub ich zumindest – noch aus). Oder ist Frau Meckel schon in Weihnachtsferien auf der einsamen Insel? Was sie wohl mitgenommen hat? Ein gutes Buch ??

    Antworten
  28. 22. Dezember 2006, 23:27 Uhr, von Walter
    0178

    Cate, kannst Du hellsehen?
    PS: Pass‘ bitte mit den Gräten auf- beim Karpfen.
    Ein gutes Buch, ja gut- aber Weihnachten auf einer einsamen Insel? Wohl eher virtuell.
    Frohe Weihnachten, Gabi.

    Antworten
  29. 23. Dezember 2006, 6:50 Uhr, von Cate
    0179

    Doch nochmal wat von mir…
    That´s life:
    Total müde, aber Gin Tonic. Alle betrunken, ich friere. Unser Dach ist einfach zu verlockend.. Unsere Kätzchen sind verschwunden. Ich kann sie verstehen. Im CD-Player läuft „Chicago“ von Sufjan Stevens. Soll ich jetzt heulen, oder was? Nein, ich lache. Das hört sich alles an, wie aus einem Buch von Benjamin von Stuckrad-Barre. Vielleicht ist es das ja auch… Schöne Scheinwelt. Virtuell rules, wie der Standard-Neuköllner sagen würde…. Jenau! Virtuell 44! Vera macht Mittag und Oliver geißelt´s…
    Leute, micht nervt meine Jugend! Ich will 65 sein!
    (Nein, nicht wirklich…)

    Antworten
  30. 23. Dezember 2006, 9:08 Uhr, von Andrea
    0180

    @walter
    MM ist eben berechenbar ;-)

    @cate
    Jetzt übertreib´ aber mal nicht, denn soo jung bist auch du nicht mehr :-D

    Auch ich wünsche allen geruhsame Festtage.
    Heiligabend wird es wohl noch einen Tag geben und mal sehen, wer dann mit glänzenden Augen unter dem virtuellen Baum steht ;-)

    Antworten
  31. 23. Dezember 2006, 9:21 Uhr, von Walter
    0181

    Cate, darf ich Dir zum Geburtstag gratulieren? Trotzdem?
    – Ziemlich müde- ohne Gin Tonic- mit dem vagen Ziel heute irgendwo näher bei mir anzukommen. Die letzten Tage waren ziemlich fremdbestimmt, die nächsten sind es wohl etwas weniger. Versuchen wir’s mal…

    Antworten
  32. 23. Dezember 2006, 9:26 Uhr, von Andrea
    0182

    @walter
    MM ist eben berechenbar ;-)

    @cate
    Jetzt übertreib´ aber mal nicht, denn soo jung bist auch du nicht mehr :-D

    Auch ich wünsche allen geruhsame Festtage.
    Heiligabend wird es wohl noch einen Tag geben und mal sehen, wer dann mit glänzenden Augen unter dem virtuellen Baum steht ;-)

    Antworten
  33. 23. Dezember 2006, 14:16 Uhr, von Cate
    0183

    Witzig, ich hab garnicht Geburtstag. ;o) Erst nächstes Jahr, aber schon in 18 Tagen. :o)
    Jetzt is aber hier mal Schluß! Meine Eltern haben heute Hochzeitstag (Wer heiratet denn einen Tag vor Heilig Abend?!) und ich muss jetzt mal langsam die Doors ausmachen, sonst verliere ich den Verstand… „This is the End, War is over, unknown Soldier…“ Genau, War is nicht over, aber trotzdem: The End so far. Bis nächste Woche zumindest… ;o)

    Antworten
  34. 24. Dezember 2006, 9:01 Uhr, von Fabian
    0184

    Habe gestern Nacht meinen Mediatag gefunden: My one and only media tag! Frohe Weihnachten würde ich da jetzt reinschreiben, den Zettel raustrennen, zusammenfalten, in eine Flasche stopfen und ins Meer werfen.

    Antworten
  35. 24. Dezember 2006, 9:35 Uhr, von Flaschenzettel
    0185

    Frohe Weihnachten!

    Antworten
  36. 24. Dezember 2006, 10:45 Uhr, von Walter
    0186

    Habe auch noch ein altes- sehr persönlich. Ein Gedanke: Aneignung, Inbesitznahme – geht das mit einem elektronischen Notebook überhaupt? Gehört das nicht, auch wenn ich es gekauft habe, teilweise weiterhin den Herstellern, Internetprovidern, Microsoft und anderen-, die sich ja darauf/ darin verewigt haben ?
    Wo ist der Platz für die eigene- persönliche- Handschrift?

    Antworten
  37. 26. Dezember 2006, 11:57 Uhr, von Walter
    0187

    Frohe Weihnachten, Flaschenzettel!
    Hab’s eben erst entdeckt…

    Antworten
  38. 31. Dezember 2006, 21:04 Uhr, von Kirsten
    0188

    Die Frage ist für das anvisierte „Social Bookmarking“ kaum tauglich, da es nur um ein „ablenkendes“ Medium gehen soll. Normalerweise interessiert sich der Mensch für Medien, um über für ihn relevante Dinge, d.h. vor allem Dinge, die ihn in irgendeiner Form tangieren, informiert zu werden und um zu partizipieren. Auf der Insel wird mich weder die Gesundheitsreform betreffen noch werde ich auf irgendetwas reagieren können. Also bleibt Neugier um der Neugier willen, verknüpft mit der Gefahr, sich ausgeschlossen zu fühlen. Daher bieten sich Medien, deren Zweck es ist up-to-date zu bleiben, nicht an. Was bleibt? Etwas von privatem Interesse, was schon immer intensiv studiert werden wollte, aber eben auch aus diesem Grund für die Allgemeinheit von geringer Bedeutung ist.

    Antworten
  39. 3. Januar 2007, 15:44 Uhr, von Walter
    0189

    @Kirsten:Gute Wünsche im neuen Jahr.
    Deine Überlegungen haben wir zu Anfang diskutiert. Nach meiner Interpretation geht es MM weniger um ein ablenkendes Medienangebot, sondern um die Frage der Identität in den Medien. Auch die Stellungnahmen/ Kommentare gehen teilweise darauf ein.
    Mit dem Phänomen der Identität in der Netzwerkgesellschaft beschäftigt sich neben anderen Manuel Castells: „Unsere Welt und unser Leben werden durch die einander widerstreitenden Tendenzen der Globalisierung und der Identität geprägt. Die informationstechnologische Revolution und die Neustrukturierung des Kapitalismushaben die Entstehung einer neuen Gesellschaftsform bewirkt, der Netzwerkgesellschaft.Sie ist durch die Globalisierung der strategisch entscheidenden Wirtschaftsaktivitäten gekennzeichnet. Durch die Netzwerkform der Organisation. Durch Flexibilität und Instabilität der Arbeitsverhältnisse. Durch eine Kultur der realen Virtualität, die durch ein allgegenwärtiges, miteinander verkoppeltes und diversifiziertes Mediensystem geschaffen wird.Und durch die Transformation der materiellen Grundlagen des Lebens, des Raumes und der Zeit als Ausdrucksformen der herrschenden Tätigkeiten und der Führungseliten. Diese neue Form der gesellschaftlichen Organisation verbreitet sich in ihrer durchdringenden Globalität über die ganze Welt, wie es der industrielle Kapitalismus und sein verfeindetes Gegenstück, der industrielle Etatismus im 20. Jahrhundert getan haben, erschüttert die Institutionen, transformiert die Kulturen, schafft Reichtum und bewirkt Armut, stachelt Gier, Innovation und Hoffnung an und verursacht zugleich leid und bringt Verzweiflung. Es ist, ob schön oder nicht, wirklich eine neue Welt.“ (M. Castells, Die Macht der Identität, Das Informationszeitalter II)
    Dieser Blog ist Ausdruck und Bühne der Netzwerkgesellschaft, neben sehr, sehr vielen anderen. Das gelegentlich distanzierte, auch gebrochene Verhältnis dieser Form einer sozialen Verortung kommt in vielen Kommentaren und auch nebenan im Weihnachtsgedicht zum Ausdruck:

    „Das Leben in den Doppelwelten
    Wird uns noch die Erkenntnis bringen,
    Dass alles unter Himmelszelten
    Anders ist und nicht zu zwingen.
    Das mag uns gelten.

    Licht ist Licht und Stern ist Stern?
    Das hätten wir dann also gern.
    Vielmehr ist Leben, Fühlen, Sterben, manchmal vergebens.
    Das ist die Kontingenz des Netzweltlebens.“

    So ist die Frage nach dem ‚one and only media tag‘ vor diesem Hintergrund berechtigt und sinnvoll. Denn diese Frage hilft auch uns bei unserer ‚medialen Selbstdefinition‘ als eine ’neue Form des Social Bookmarking (im wahren Sinne des Wortes)‘. Wobei ich allerdings finde, dass es unmöglich ist, sich als Mensch ausschließlich über Medien und seien sie noch so vielfältig, facettenreich, zu definieren. – Siehe auch den Diskussionsfaden zu ’second life‘-
    Damit stellt unsere Wahl eher ein Bekenntnis zu unserer, in der Einsamen-Insel- Situation extrem reduzierten sozialen Wahrnehmung dar, sozusagen ein Medium als Ersatz für Gesellschaft.
    Wie gesagt, MM ist neugierig.

    Antworten
  40. 24. Januar 2007, 10:10 Uhr, von Steffi
    0190

    Bin diese Seite gerade neu entdeckt, habe etwas herumgestöbert und bin neugierig geworden. Was ist denn nun Ihr one and only media tag, Frau MM? Nach den ganzen Kommentaren, die ich hier lesen konnte, weiß ich es für mich ´nu gar nicht mehr. Hätte mich früher einschalten sollen ;-)

    Antworten
  41. 15. September 2008, 19:01 Uhr, von jette
    0191
    Antworten


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