MM_Wiener
Zu den Kommentaren
28. Januar 2007, 19:38 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Bitte nicht unterbrechen!

Es gibt Menschen, die schalten das Autoradio aus, bevor sie einparken. Es gibt auch Menschen, die telefonieren bei der Arbeit lieber auf dem Klo, in der Teeküche oder Abstellkammer als im Großraumbüro. Und es gibt schließlich Menschen, die reißen zwischen Papierfluten, Erinnerungsnotizen und Emailbenachrichtigungstönen den Hörer von der Gabel und brüllen „JETZT NICHT!“ in die Muschel.

Wir können diese Verhaltensweisen als typische Schutz- und Abwehrreaktionen gegen die ständig steigende Anforderung des Multitasking betrachten. Das wollen wir irgendwie alle können. Und vor allem wollen andere von uns, dass wir es können. Können wir aber leider nicht.

Der Mensch ist für das parallele Multitasking nicht gemacht. Das belegt zum Beispiel ein Experiment am MIT: Eine Forschergruppe überprüfte an zwei Studentengruppen, welche Gehirnregionen beim Multitasking involviert sind. Beide Gruppen mussten Formen erkennen und Buchstaben (erste Gruppe) oder Farben (zweite Gruppe). Die Probanden sollten zwischen zwei Aufgaben hin und her wechseln, und zwar einmal jeweils innerhalb von eineinhalb Sekunden und einmal jeweils innerhalb einer Zehntelsekunde. Ergebnis: Wenn die Studenten schneller wechselten, benötigten sie etwa doppelt so lang für die Bewältigung der Aufgaben.

Es gibt keine komplizierten, bislang unentdeckten Mechanismen in unserem Gehirn, die uns das parallele Multitasking ermöglichen. Wir machen serielles Multitasking. Anders gesagt: Unser Hirn zappt durch die Aufgaben wie wir durch das Fernsehprogramm. Beim Fernsehen ist das egal, bei der Arbeit kostet das Zeit und verursacht Stress. 

Die Computerwissenschaftlerin Gloria Mark hat sich auf die Erforschung von Arbeitszusammenhängen und Unterbrechungen spezialisiert. Sie hat mit ihrem Forscherteam herausgefunden, dass unsere Arbeitsprozesse inzwischen extrem fragmentiert sind. Wir verwenden im Durchschnitt zweieinhalb Minuten auf jede Aufgabe, Interaktion oder Kommunikation. Dann folgt eine Unterbrechung – extern bedingt oder durch uns selbst hervorgerufen. Und dann dauert es mindestens 25 Minuten, bis wir zu unserer eigentlichen Aufgabe zurückkehren (wenn überhaupt).

Pragmatisch-ökonomisch wie die US-Amerikaner so sind, haben sie mal hochgerechnet, welche volkswirtschaftlichen Konsequenzen das hat: 28 Prozent der täglichen Arbeit eines ‚Informationworker‘ entfallen auf ungeplante und ungewollte Unterbrechungen. Das macht 28 Milliarden verlorene Arbeitsstunden. Die wiederum kosten die US-Volkswirtschaft pro Jahr 588 Mrd. US$.

Mit diesem Geld könnte man ja einiges machen: zum Beispiel mehr Menschen einstellen, die die Arbeit erledigen, ohne fünf Dinge parallel zu machen. Oder die Forschung finanzieren, um endlich den intelligenten Computer zu entwickeln, der von sich aus weiß, wann er stören darf und wann nicht. Oder man rüstet einfach einige Milliarden Bürotüren mit einer Leuchtwarnung aus: „Bitte nicht unterbrechen – ich denke!“

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247 Reaktionen

  1. 15. Februar 2007, 13:14 Uhr, von Cate
    0201

    Tja, Karneval in Berlin… Schwieriges Thema. …
    Ach wat, Neukölle Allaaf!! :o)

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  2. 15. Februar 2007, 13:40 Uhr, von Walter
    0202

    Cate, Klasse!
    Die kleine Anarchie und die private Verweigerung Können in Neuköln doch auch funktionieren. Vielleicht sogar besser als in Köln, wo ja alle feiern ‚müssen‘ (?).
    Neukölle Alaaf! auf Türkisch? Karneval multikulti- das geht?- gleichzeitig!

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  3. 15. Februar 2007, 14:10 Uhr, von Janna
    0203

    es folgt passend zum Thema eine kleine Auflistung NUR der von ARD und ZDF gezeigten Karnevalssendungen:

    -Mainzer Gipfeltreffen
    -Fasnacht an Neckar, Rhein und
    Bodensee
    -Typisch Kölsch
    -Düsseldorf Helau
    -Karneval aus Cottbus (?)
    und es kommt noch:
    -Mer losse d’r Dom in Kölle
    -Mainz bleibt Mainz….
    -Karneval in Köln

    ES REICHT, ICH WILL HIER RAUS

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  4. 15. Februar 2007, 15:31 Uhr, von Walter
    0204

    Puschel Synonyme: Bommel, Bummel, Klunker, Troddel, Quaste, Püschel- wieder was neues gelernt.
    Gut aufpassen, auf die Puschel, Fabian,-)

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  5. 15. Februar 2007, 15:49 Uhr, von Cate
    0205

    Die Kaaaravaaane zieht weeiiiter, der Sullltan hält dursch… (Die türkischen Nachbarn singen schon mit, glaube ich… Vielleicht brüllen sie aber auch nur: „Susun!“ – „Ruhe!“)

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  6. 15. Februar 2007, 16:12 Uhr, von Walter
    0206

    Wasserstände
    Köln: „Bisher läuft das Ganze sehr friedlich ab“, sagte Polizeisprecherin Cathrine Maus. Allerdings könnte im Laufe des Tages die Deutzer Brücke gesperrt werde. „Bei so vielen Jecken wird es auf der Brücke schon mal eng.“ Das gilt auch für die Altstadt – doch die wird wohl kaum gesperrt werden können.“(ksta.de)

    Düsseldorf: „Dem Stadtoberhaupt ging’s dennoch an den Kragen: Schnipp, schnapp, war der erste Schlips schon ab. Machte nichts. Erwin hatte sich mit gleich 22 Krawatten eingedeckt. Und während sich die Lokalprominenz im Rathaus warm schunkelte, tanzte das närrische Fußvolk durch die Straßen der Altstadt, konnte sich auch auf der Bolkerstraße wieder mit Bölkstoff versorgen. In den letzten drei Jahren waren dort nämlich die Bierwagen aus Sicherheitsgründen verboten.“(wdr.de)
    – eng und schnapp, ab.

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  7. 15. Februar 2007, 16:34 Uhr, von Walter
    0207

    Motto für den Rosenmontagszug: ‚Bitte nicht unterbrechen!‘
    Motivwagen: ‚JETZT NICHT!‘

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  8. 16. Februar 2007, 7:08 Uhr, von Fabian
    0208

    @ Janna: Du hast ja recht, das ist wirklich zum Heulen! Wir haben unser Fernsehgerät deswegen ausgestöpselt – das ist pures unwitziges Gruselprogramm!

    Bericht von der Puschelfront: Meinen Puschel verlor ich bereits nach zehn Minuten – eine kleine Piratin hat ihn sich gemopst – danach fielen mir die Arme ab, die Füße riß mir Paulchen Panther von den Beinen und meine Ohren flutschten mir beim Gespräch mit Pan Tau vom Kopfe ab.

    Asonsten ganz amüsant – das war es aber auch mit Karneval bei mir. Zum Glück wird man hier in der Region nicht zum Feiern genötigt. Allen, den es anders ergeht: Mein herzliches Beileid!

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  9. 16. Februar 2007, 9:00 Uhr, von Fabian
    0209
    Antworten
  10. 16. Februar 2007, 9:01 Uhr, von Fabian
    0210

    Nochmal, sorry fehlerhafter Link: „Alltagsdroge Computerspiel“ auf BR-Online

    Antworten
  11. 16. Februar 2007, 10:55 Uhr, von Walter
    0211

    Zur Computer- Spielsucht:
    ‚Sie fühlen sich nur gut, wenn sie vor dem PC sitzen – und spielen. Computerspiel-Süchtige verlieren die Selbstkontrolle, verbringen immer mehr Zeit vor dem Bildschirm. Streikt der Rechner, sind sie auf Entzug.‘ (br-online.de)
    Eine Feststellung, welche die These unterstützt, dass sich unsere Aufmerksamkeit eben nicht teilen lässt.- Denn im Falle einer funktionierenden Gleichzeitigkeit wäre ja die Vereinbarkeit von Spielen- virtuell, sl- und Leben- real, mit allen Problemen einschließlich Lösungsversuchen- möglich. Dem ist offensichtlich nicht so. Wenn wir mit aller Aufmerksamkeit bei einer Sache sind, sind wir auch physisch gebunden- Leib und Seele, Aufmerksamkeit, Psyche- gehören eben zusammen und lassen sich auch durch virtuelles Multitasking, das für uns reale Wesen auch immer reales Multitasking ist, nicht trennen.

    Antworten
  12. 16. Februar 2007, 13:35 Uhr, von Fabian
    0212

    Ich bin der Überzeugung, dass sehr gute Arbeit und Produkte immer extrem viel Leidenschaft, ein Höchstmaß an Konzentration und geistiger Hingabe erfordert. Unter Ablenkung und Schnelligkeit leidet oftmals die Qualität.

    Auf der anderen Seite ist es ja eh‘ nicht änderbar, oder?

    Der Fortschritt, bzw. die Technik, schreitet voran, ermöglicht es uns – bei allen negativen Folgen, wie der Ablenkung – ingesamt (so meinen wir zumindest) effektiver und leistungsorientierter zu arbeiten, mehrere Dinge gleichzeitig zu schaffen (der Traum aller Unternehmen), so dass wir im modernen Berufsleben mittlerweile völlig abhängig von der Technik sind.

    Vermutlich kein Mensch in einer höheren Position kann sich heute noch E-Mail oder dem Blackberry verwehren, oder sich mal zurückziehen, um in Ruhe nachzudenken. Er kann sich um ein eingermaßen gutes Zeitmanagement, um Ruhe- und Pausenphasen bemühen, wird aber auch da vielfach auf Unverständnis stoßen. Technik rules!

    Auf der anderen Seite sind Blogs für mich ein gutes Beispiel, wie Schnelligkeit und Quote zu Lasten von Qualität geht: Ein gutes, stark frequentiertes Blog, braucht mindestens drei bis fünf Einträge pro Tag. Robert Basic, ein sogenannter A-Blogger, mit ca. 20 Potings am Tag, meinte jüngst, er sei 24 Stunden für seine Blogger da – doll, der Junge muss ein irre spannendes Privatleben haben! Ganz davon abgesehen: Das Blog Basicthinking ist na ja, nicht wirklich bedeutsam, oder gesellschaftlich relevant. Viele Blogger verlieren sich im Klein-Klein ihrer täglichen (zynischen) Watch-Dog Berichterstattung.

    Will sagen: Die starke Technikgetriebenheit (und die sehe ich als engagierter Ex-Blogbetreiber bei Blogs durchaus) z.B. von Blogs produziert nicht wirklich Substanzielles. Jemand, der sich dagegen in sein stilles Kämmerchen zurückzieht und wirklich mal gründlich recherchiert, überlegt, schreibt, korrigiert, nachrecherchiert etc. bringt einfach besseres Zustande (nicht immer, aber immer öfter) – meine Meinung.

    Nun, gut, abschließend: Ob die moderne Kommunikatiosntechnik wirklich was bringt, ich weiß es nicht! Sind wir wirklich effektiver und effizienter? Sind wir wirklich schneller? Arbeiten wir durch Schnelligkeit besser? Schaffen wir wirklich große Dinge, die die Welt bewegen? Klassiker? Können Kriege oder Konflikte durch moderne Kommunikationstechnik vermieden werden? Führt es zu einer größeren Demokratisierung? Ändert sich durch unser Bloggen etwas? Na ja, ich will es hoffen – bin ja schließlich kein Fatalist, wenngleich hin und wieder ein wenig kulturpessimistisch, ja :-)

    So, die Sonne scheint und ich werde mich jetzt mit ganzer Hingabe dem Frühjahrsputz widmen, ihr werdet es sehen.

    Antworten
  13. 16. Februar 2007, 14:49 Uhr, von Walter
    0213

    Blog- Ranking durch Netzwerkanalyse- muss nicht sein. Nach meinem Eindruck läuft die Vernetzung hier im Hintergrund mit. Und dieses Ranking sagt nichts über Inhalte oder ‚Qualität oder so…

    Antworten
  14. 16. Februar 2007, 15:13 Uhr, von Fabian
    0214

    Hier nehmen sich ja auch einige Leute Zeit – scheint mir zumindest :-)

    Antworten
  15. 16. Februar 2007, 15:31 Uhr, von Walter
    0215

    PS: Im Ranking by crashes dürften wir in den letzten Monaten eher hinten liegen, war ja schon mal anders. Kölle Alaaf, barracuda.
    Wasserstände in der fünften Jahreszeit- Leib und Seele noch beieinander?

    Antworten
  16. 19. Februar 2007, 10:15 Uhr, von Janna
    0216

    kleiner Nachtrag zum Thema Multitasking:
    eine mir bisher völlig unbekannte Drogen-Beauftragte der SPD, Sabine Bätzing, forderte am Wochenende die Prüfung eines eventuellen Rauchverbotes im Privatauto. Begründung: 1. Gesundheitschädigung und 2. Ablenkung beim Fahren (quasi durch fehlendes Multitasking)

    Zu 1. kann ich nur sagen: das ist zwar richtig, aber ich wäre dennoch dankbar, wenn ICH in MEINEM Auto auch selbst entscheiden dürfte, ob ich mich diesen Gefahren aussetzen will. Immerhin zahle ICH die KFZ-Steuer an den Staat, und nicht umgekehrt.

    Und zu 2. fällt mir nur ein, das es beim Rauchen am Steuer in der Tat zu Ablenkungen kommen kann. Genau wie beim Essen, Trinken, CD-wechseln, Sonnenbrille aufsetzen, Stadtplan lesen… ein Rauchverbot wäre in diesem Fall also nicht besonders konsequent.
    Ganz zu schweigen von brüllenden Kindern- aber diese im Auto mitzunehmen ist meines Erachtens bisher auch noch erlaubt….
    Bleibt also festzuhalten, das Multitasking nicht überall funktioniert bzw. erwünscht ist. Und es bleibt zu hoffen, das nicht für jedes kleine Problem ein eigener Gesetzesentwurf folgen wird. Auch wenn der Verkehrminister schon abgewiegelt hat- mal sehen, welche Vorschläge als nächstes auf uns zu kommen.

    Antworten
  17. 19. Februar 2007, 12:28 Uhr, von Cate
    0217

    Ich fand, ehrlich gesagt, schon das Handyverbot am Steuer unlogisch. Ob ich nun ein Handy, eine Zigarette oder eine Käsestulle in der Hand habe, was macht denn das für einen Unterschied? Gut, mit Zgarette und Stulle rede ich nicht, aber dafür mit der Freisprecheinrichtung, die aber erlaubt ist… Wo ist denn hier noch die Logik?
    Allerdings ein kleiner Einwand: Den Gefahren setzt du dich ja nicht nur selbst aus, sondern könntest auch andere gefährden. Das können die dann aber nicht mehr mitentscheiden…

    Antworten
  18. 19. Februar 2007, 12:38 Uhr, von Walter
    0218

    Zum Rauchverbot: Hier könnte/ sollte zwischen öffentlichem und privaten Raum unterschieden werden. Die von mir geschätzte goldene Regel verlangt daneben Rücksicht, Empathie mit der Umwelt. Ich kann in meinem Auto rauchen, wenn ich dort alleine bin, aber eigentlich nicht, wenn ich Nichtraucher mitnehme oder annehmen muss, dass meine Mitfahrer meinen Rauch nicht inhalieren möchten.

    Antworten
  19. 19. Februar 2007, 13:55 Uhr, von Janna
    0219

    Naja das sollte sich ja von selbst verstehen, ich rauche auch nur im Auto wenn ich alleine bin oder Leute mitnehme, die ebenfalls Raucher sind.
    Und eine potentielle Gefährdung liegt doch beim Autofahren meistens vor, man sollte immer damit rechnen, in eine Gefahrensituation gebracht zu werden. Da reicht die Palette von Unachtsamkeit (durch was auch immer verursacht, Kippe, Getränk etc.) über Einschlafen am Steuer bis zu Reifenplatzern usw. Letztendlich können wir doch nicht alles kontollieren.
    Was mich einfach nur befremdet ist diese aktuelle Neigung, für alle möglichen Situationen schnell ein Gesetz aus dem Ärmel zu zaubern.
    Beispielsweise auch die neue Umweltplakette, die mich als im Großraum Stutgart wohnend durchaus betrifft. Die Grundidee ist gut, aber die Aufklärung mangelhaft. Zwar kann ich überall ausrechnen lassen welche Farbe für mein Fahrzeug zutrifft (gelb), ich weiß aber bis jetzt immer noch nicht, was in der Praxis genau auf mich zukommt bzw. wann genau ich z. Bsp. in welchen Stadtbereichen nicht mehr fahren darf.

    Antworten
  20. 19. Februar 2007, 15:42 Uhr, von Cate
    0220

    Im Gegensatz zur industriellen Umweltverschmutzung werden beim Auto emissionsbedingte Sanktionen, wie Fahrverbote oder Steuerzuschläge immernoch zu stark auf den Verbraucher abgewälzt. Der Hersteller sollte für emissionsstarke Fahrzeuge Mehrkosten abdrücken und für besonders umweltschonende Lösungen subventioniert werden, z.B. durch ein System des Emissionshandels. Das würde schließlich dazu führen, dass die Preise der emissionsschwachen Fahrzeuge auf dem Markt für den Verbraucher attraktiver wären, weil günstiger.
    Oder?

    Antworten
  21. 19. Februar 2007, 17:01 Uhr, von Walter
    0221

    Gestern war bei Christiansen zum Thema Auto und Klimaeffekt wieder hochfrequentes serielles Multitasking gefragt. Die Argumentationslinien liefen durcheinander und die Diskutanten diskutierten teilweise fröhlich aneinander vorbei. Die beiden Berufspolitiker im Feld, Renate Künast und Wolfgang Tiefensee verstanden einander wohl noch am besten…
    Die Idee einer neuen KFZ- Steuer wurde auch vorgestellt. CO2 kostet jetzt Geld, was die noblen deutschen Autofirmen nicht so sehr, die Eisbären aber umso mehr freuen dürfte- wenn es nicht schon zu spät ist.
    – Aber was sind schon dreißig tausend Eisbären bei Milliardenumsätzen in der Auto- und Petroleumindustrie.

    Antworten
  22. 19. Februar 2007, 22:56 Uhr, von Walter
    0222

    Multitasking in first und second life: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das gleichzeitige Leben in Parallelwelten. Ursula von der Leyen lernt einige ihrer Parteikollegen mal von deren fundamentalen Seite kennen.- Der harte Kern von CDU und CSU.

    Antworten
  23. 21. Februar 2007, 12:31 Uhr, von Walter
    0223

    Die Zahl 222 (Kommentare) löste bei mir gewisse Hemmungen aus, aber eine Zahl ist ja keine heilige Kuh. ;-)

    Aus dem Zeit- Newsletter zum Thema Gleichzeitigkeit von Denken und Wollen- und weil es uns alle interessiert:
    ‚Anne Will: Die Politik ist selbstverliebt
    Die ARD-Fernsehmoderatorin Anne Will hat sich in einem Beitrag
    fuer die Wochenzeitung ZEIT kritisch mit dem Konzept von Talkshows als Ersatzparlament auseinander gesetzt. Die Journalistin, die im Herbst die Sendung von Sabine Christiansen uebernimmt, zeigte sich skeptisch gegenueber dem, „was die
    Politik an eigeninszenatorischen Selbstverliebtheiten entwickelt hat.“ In Form eines offenen Briefes formuliert Will in der ZEIT erste Vorstellungen fuer die Gestaltung der politischen Talkshow am Sonntagabend. Sie teile die Kritik an einem „formalisierten, synthetischen Politikverstaendnis“ und „langweile“ sich dabei zuweilen auch. Gleichzeitig warnte die derzeitige Moderatorin der ARD-Tagesthemen vor einer Ueberforderung des Mediums Fernsehen.
    „Dieses Medium kann Substanz aufspueren, dort, wo es sie gibt. Es
    kann die Wirklichkeit beobachten, zum Thema machen und dazu
    beitragen, dass die Gesellschaft darueber spricht. Dass sie sich
    darueber verstaendigt, was relevant ist und wohin sie will“, so die 40-Jaehrige. „Aber was das Medium nicht kann, ist, alles erst zu erfinden, was es zum Thema machen soll. Alles erst zu vermitteln, was die Politik laengst vermittelt haben muesste.“
    Will weiter: „Wie kann die Politik zurueck ins Fernsehen finden?
    Indem wir uns wieder mehr darauf besinnen, dass Politik nicht nur Hartz IV ist, CO2-Kompromiss und Gesundheitsreform.“ Politik im Fernsehen sei das oeffentliche Gespraech ueber den „Kampf um die
    rechte Ordnung“, wie es der Politikwissenschaftler Otto Suhr
    genannt habe. Will reagierte mit ihrem Beitrag auf einen offenen Brief des ZEIT-Redakteurs Patrik Schwarz, der von ihrer kuenftigen Sendung mehr politisches Profil verlangt hatte.‘

    PS: ‚Eigeninszenatorische Selbstverliebtheiten‘- zur Interpretation freigegeben- solche Wörter gibt es wohl nur bei uns.

    Antworten
  24. 21. Februar 2007, 13:35 Uhr, von Walter
    0224

    Stoiber lässt es krachen, gleichzeitig für und gegen die Demokratie. Als Politiker kurz vor dem Ablaufdatum kann jetzt er wohl frei vom Leder ziehen, als Bayerischer Ministerpräsident ‚auf ewig‘ hat er sich das wohl immer verkniffen.
    Und Gabriele Pauli wurde ausgepfiffen, dabei war/ ist sie nur mutig und in meinen Augen keine Verräterin, wird aber wohl von der ‚Basis‘ so wahrgenommen- sie lieben den Verrat und hassen den Verräter…

    Antworten
  25. 21. Februar 2007, 22:25 Uhr, von Cate
    0225

    Der offene Brief ist beeindruckend. Dann freue ich mich jetzt dann doch mal langsam auf die neue Sendung im Herbst mit Anne Will… :o)
    Was mich die Woche aber noch mehr bewegt: Das Titelthema der aktuellen Wirtschaftswoche/a> und die Tatsache, dass ich dadurch überhaupt die Wirtschaftswoche als sehr interessante Lektüre für mich entdeckt habe und somit quasi in etwa dem entspreche, worum es im Titelthema geht… :o)

    Antworten
  26. 21. Februar 2007, 22:31 Uhr, von Cate
    0226

    Naja, technisch ist der Link ja einwandfrei… ;o)

    Antworten
  27. 22. Februar 2007, 0:13 Uhr, von Bette
    0227

    @Cate: Aber eben nur „quasi“… Und das ist leider nicht mal halb so cool, schick, kreativ und in……

    Antworten
  28. 22. Februar 2007, 13:27 Uhr, von Cate
    0228

    @Bette: Ich kann dir jetzt grad nicht ganz folgen…

    Antworten
  29. 22. Februar 2007, 14:04 Uhr, von Bette
    0229

    @Cate: Macht nix, ich konnte dir dann wohl gestern auch nicht so ganz folgen… Ich hatte das eigentlich auf „quasi schwul“ bezogen. (Man sollte Blogger-Promille-Grenzen einführen, sorry!) Aber nachdem hier grad eh nur geplänkelt wird, hoffe ich auf mildes Darüberhinwegsehen…..

    Antworten
  30. 22. Februar 2007, 14:45 Uhr, von Cate
    0230

    Aber Bette, du hast doch recht: Ich bin eben nur quasi schwul und damit auch nur quasi im Vorteil. Diese Feststellung wäre einen EMMA-Artikel wert, falls du verstehst, was ich meine… ;o)

    Antworten
  31. 22. Februar 2007, 15:16 Uhr, von Bette
    0231

    @Cate: Das hab ich gestern -quasi- gemeint… Jetzt verstehen wir uns wieder. :-)
    EMMA sucht wieder eifrig Redakteurinnen – wär das nix für dich? ;-)

    Antworten
  32. 22. Februar 2007, 15:41 Uhr, von Cate
    0232

    Ohne Referenzen? Ohne Ausbildung? Aber vor allem: OHNE Abitur?! ;o)

    Antworten
  33. 22. Februar 2007, 15:54 Uhr, von Bette
    0233

    @Cate: Hm, ja insofern ist Deutschland leider echt nicht flexibel genug… Ein Freund von mir war hier in Deutschland Metzger, in Schweden ist er nun IT-Berater… ohne Abitur, ohne Ausbildung, ohne Referenzen…

    Antworten
  34. 22. Februar 2007, 16:40 Uhr, von Cate
    0234

    Du wirst ja lachen: Ich liebäugel schon seit meiner Schulzeit mit Schweden… ;o) Ich glaube, Stockholm ist eine Stadt, die zu mir passt.

    Antworten
  35. 23. Februar 2007, 13:05 Uhr, von Cate
    0235

    In due time, we´ll finally see
    there´s barely time for us to breath.
    (The Postal Service – In due Time)

    Dieses Zitat hat jetzt zweierlei Bezüge:
    Zum einen noch ein Nachschub zum Thema Multitasking und zum anderen mein persönlicher Beitrag zum bedrohlichen Klimawandel.

    Antworten
  36. 24. Februar 2007, 20:21 Uhr, von Walter
    0236

    In Weimar gibt es bis zum 25. März die Ausstellung ‚Friedrich Ebert 1871-1925‘ zu sehen, passenderweise zusammengestellt von der Friedrich Ebert Stiftung. Nach der Volksschule absolvierte Friedrich Ebert eine Sattlerlehre, hatte also auch kein Abitur. Das konnte ihn nicht daran hindern, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, Arbeitersekretär, Mitglied des Reichstages, SPD- Parteivorsitzender, Reichskanzler und schließlich Reichspräsident zu werden. Alles auch ohne Abitur. Cate, du kannst ja mal bei Emma nachfragen, schreiben und denken kannst Du jedenfalls- das sehen wir ja hier.
    Franz Müntefering zeigt uns auch jeden Tag, dass man auch heute gleichzeitig abiturlos und ministrabel sein kann. Und Kurt Beck ist auch gleichzeitig derzeitiger SPD- Vorsitzender und ohne Abitur. Also…

    Antworten
  37. 26. Februar 2007, 10:28 Uhr, von Walter
    0237

    Machen wir gerade eine kreative Pause oder warten wir ab, was als nächstes geschieht? Oder beides gleichzeitig? Irgendwie spannend, nur es passiert halt nichts.
    Eines steht fest, es ist kein Winterschlaf.

    Antworten
  38. 26. Februar 2007, 10:41 Uhr, von Andrea
    0238

    Psst…“Bitte nicht unterbrechen“

    Antworten
  39. 26. Februar 2007, 11:57 Uhr, von Walter
    0239

    …wobei…?

    Antworten
  40. 26. Februar 2007, 12:13 Uhr, von Andrea
    0240

    Beim Denken…

    Antworten
  41. 26. Februar 2007, 13:15 Uhr, von Walter
    0241

    Denken nach oder denken vor? Nach und vor gleichzeitig- und worüber? Trotzdem ein wenig spannend… Hintergrundaktivität? Urlaub? Ich weiß es nicht, der Rest ist Spekulation. Die hilft uns jetzt auch nicht wirklich weiter.
    Nächste Woche?

    Antworten
  42. 26. Februar 2007, 21:42 Uhr, von Andrea
    0242

    Walter, Du konfabulierst.

    Antworten
  43. 27. Februar 2007, 8:08 Uhr, von Walter
    0243

    Aus Wikipedia:
    ‚Konfabulation oder konfabulieren ist die Produktion von objektiv falschen Aussagen oder „Geschichten“ (fabula: Geschichte). Verschiedene Formen sind bekannt. Einzelne beruhen auf falschen Wahrnehmungen, andere auf Fehlfunktionen des Gedächtnisses, z. B. wenn jemand mehr Informationen aus seinem Gedächtnis abzurufen versucht, als tatsächlich gespeichert sind (sog. provozierte Konfabulationen). Eine spezielle Variation beruht auf dem Versagen eines vorbewussten Filters, das die kortikale Repräsentation eines aufkommenden Gedankens je nach seinem Bezug zur aktuellen Gegenwart anpasst. Ein Versagen dieses Mechanismus‘ führt zu spontanen Konfabulationen und Desorientiertheit mit einem Verkennen der aktuellen Gegenwart. Nur diese Form hat eine klare anatomische Bedeutung: Sie beruht auf einer Schädigung des sogenannten orbitofrontalen Kortex, einer Region unten am Gehirn, oberhalb der Augen. Besondere Aufmerksamkeit hat sie bei organisch bedingten Prozessen bekommen, z. B. beim amnestischen Korsakow- Syndrom.
    Während ein Symptomträger der Pseudologia phantastica nur im „Augenblick“ der Erzählung von der Wahrheit und Richtigkeit überzeugt ist, bleibt der Konfabulierende oft bei seiner Geschichte. Provozierte Konfabulationen kommen auch bei Gesunden vor.‘
    Objektiv falsch sind meine Spekulationen eher nicht, nur nicht überprüft und belegt. Desorientiert und Gegenwarts- verkennend sind sie auch nicht- im Gegenteil(?). Und als provozierte Konfabulationen kommen so etwas auch bei Gesunden vor.- Na also…
    Bleibt der Begriff der ‚Pseudologia phantastica‘- aber da bin ich ja hier nicht allein, ganze Berufsbilder leben davon- ich meine jetzt eher die Politiker.

    Antworten
  44. 27. Februar 2007, 10:41 Uhr, von Cate
    0244

    Gut, dass wir das auch noch klären konnten…

    Antworten
  45. 27. Februar 2007, 20:08 Uhr, von Walter
    0245

    Als Konsequenz aus unseren zusammengetragenen Überlegungen bleibt die Absage an die nicht realisierbare Gleichzeitigkeit.
    Auf die Blogrealität übertragen ergibt sich unter Mithilfe der Logik, bloggen und nichtbloggen gleichzeitig geht nicht. Also entweder- oder, im Sinne des sequenziellen Multitasking auch nacheinander.
    Nach vier Wochen Blog haben/ machen wir jetzt den Nichtblog, sozusagen als die andere Seite. Mal wieder eine neue Erfahrung. Wie ich uns so kenne, werden wir das nicht lange durchhalten. Irgendetwas ist uns in unserer gemeinsamen Bloggeschichte bisher immer eingefallen… Nur auf Spekulationen möchte ich verzichten, um mich nicht des Verdachts der Konfabulation (@Andrea) auszusetzen. Wobei Cate’s …- Kommentar schon wieder Blogfamiliengefühle aufkommen lässt.
    – Wie es scheint, mache nicht nur ich mir so Gedanken…

    Antworten
  46. 2. März 2007, 11:24 Uhr, von Walter
    0246

    Zur Konstruktion des Begriffes der Gleichzeitigkeit gehört die Konstruktion von Raum und Zeit mit Hilfe unserer Wahrnehmung in unserem Bewusstsein. Dieser Begriffskonstitution über das ‚Außereinander‘ und die Abstraktion in Raum und Zeit hat sich Edmund Husserl in seinen ‚Späte(n) Texten über Zeitkonstitution (1929-1934)‘ angenommen:
    ‚Die Form des Außereinander. Ich sage noch nicht Raum, weil zunächst nur abgehoben wird die zum Moment des zeitkonstituierenden Strömens gehörige starre Form des Außereinander, die erst im zeitkonstituierenden Strömen (als nicht bloß Zeit, sondern zeitlich seiendes Konstituierendem) Raum und in weiterer Folge inhaltlich räumliche Realitäten, Raumwelt konstituiert. Im Strömen zeigt sich die Welt, konstituiert sich als erste, als Urform, die identische sukzessive Zeitlichkeit — als erste, nicht etwa in dem Sinn eines selbst in irgendeinem Sinn zeitlichen Vorangehens, sondern in dem Sinn, dass, wie immer im Strömen Verharrendes sich konstituiert, notwendig eine identische Sukzession konstituiert wird, oder dass jedenfalls das kontinuierlich Verharrende die Form Zeit hat, wie immer es mit dem Was des Verharrenden sonst stehen mag. Doch ist zu sagen, dass Verharrendes im Strömen nicht eintönig ist, sondern, wie ohne weiteres zu sehen, sehr mannigfaltig. Aber da hebt sich sofort ab dieser eintönige, starre Strahl, Zeitform und Inhalt, der da ist und zeitlich ist, seine Zeitstelle identisch erhaltend.‘
    Diese selbstreflexive theoretische Betrachtung- Betrachtungen sind theoretisch?- empfinde ich auch persönlich als wohltuend und bestätigend.- Sie führt die scheinbar objektiven Begriffe von Zeit und Raum, der Dimensionen unserer Existenz, auf unsere individuelle subjektive Wahrnehmung und damit auf jeden einzelnen von uns zurück. Vielleicht sollten wir uns dieses kausalen Zusammenhangs öfter bewusst sein, wenn wir über Zeitdruck, Entfremdung und Persönlichkeitsdeformierung reden- und darunter leiden.
    Also- bitte etwas mehr mehr Vertrauen in unsere eigene Wahrnehmung. Denn mit ihr und durch sie konstituieren wir unsere- = die- Welt. Jeder von uns tut das kontinuierlich, auf ganz ähnliche Art und Weise. Die Unterschiede liegen (nur) in der Interpretation…

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  47. 2. März 2007, 13:55 Uhr, von Bette
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    @Walter: Psssssst….. ;-)

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