MM_Wiener
Zu den Kommentaren
25. April 2007, 22:22 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Informationelle Fremdbestimmung

Merken wir was? Irgendetwas verändert sich in Deutschland. Und es gibt genug Anzeichen dafür, dass wir aufmerksam werden sollten. Die Handy-Verbindungsdaten werden bald “auf Vorrat” gespeichert. Der Bundesinnenminister überrascht inzwischen fast täglich mit neuen Vorschlägen zur Terrorbekämpfung, von denen jeder einzelne den Bürgern einen weiteren Teil ihrer informationellen Selbstbestimmung nimmt – darunter der umfassende Zugriff auf Passfotos, die Speicherung digitaler Fingerabdrücke und die Online-Durchsuchung privater Computer.

Hatten wir das bemerkt? Dass zum Beispiel in Deutschland bei der Volkszählung 1987 ein umfassender Widerstand gegen die grenzenlose Erfassung von Daten laut wurde. In den Studenten-WGs haben wir die Türen verbarrikadiert und den Volkszählern gar nicht erst aufgemacht. Heute marschieren die unter anderen Vorzeichen gleich ungehindert über unsere Festplatte.

Erinnern wir uns? Zum Beispiel daran, dass es einmal eine liberale Partei gab, die das Recht der Bürger auf informationelle Selbstbestimmung für politisch verteidigenswert hielt. Und das sogar eine Bundesjustizministerin zurücktrat, weil sie sich mit dem Lauschangriff nicht abfinden wollte?

Derzeit interessiert es offenbar nicht mal mehr, dass der Bundesdatenschutzbeauftragte festellt: Der Datenschutz kann mit den technologischen Möglichkeiten nicht mehr mithalten und die Bundesregierung tut nichts, um ihn wirklich zu sichern.

Mensch, wir sollten uns erinnern, sonst tun es andere für uns. Unsere Festplatte ist ganz schnell gelöscht.

176 Reaktionen

  1. 14. Mai 2007, 9:45 Uhr, von Walter
    0101

    Oh Cate

    Antworten
  2. 14. Mai 2007, 11:39 Uhr, von Cate
    0102

    Das klingt aber mitleidig, Walter…

    Antworten
  3. 14. Mai 2007, 11:41 Uhr, von Cate
    0103

    Kleines Rätsel:
    In welchem Film erscheint dem Hauptprotagonisten im Traum Erasmus von Rotterdam? ;o)

    Antworten
  4. 14. Mai 2007, 13:17 Uhr, von Walter
    0104

    Nicht mitleidig, eher unfassbar kontingent. Träume halt. Zur Auflösung des Rätsels kann ich wenig beitragen. Ich schaue Filme nicht systematisch und erinnere Szenen und Figuren nur soweit sie mich beeindrucken.
    Der Mensch Erasmus hätte uns wohl beeindruckt und er hätte sich wahrscheinlich auch zu unserem Thema geäußert, wie zu vielen Themen. In ‘Die Klage des Friedens’ als Vorwort zu einem Friedenskongress in Italien, der nie stattfand, vergleicht er Worte mit Taten, konkret die Lehre Christi mit den Taten seiner Anhänger… Der Ansatz lässt sich auch auf uns übertragen: An ihren Taten (Früchten) sollt ihr sie (uns) erkennen.

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  5. 14. Mai 2007, 15:59 Uhr, von Janna
    0105

    war das in dem Luther-Film oder erinnere ich mich da falsch?

    Antworten
  6. 15. Mai 2007, 10:02 Uhr, von Cate
    0106

    Nein, nein, das war ein reiner Unterhaltungsfilm… ;o)

    Antworten
  7. 15. Mai 2007, 16:34 Uhr, von theresa
    0107

    bzgl rätsel :
    (ich brauch einen tipp :)
    ist das ein film, den man mit utopia / dystopia in verbindung bringt?

    (wobei das ja nicht unbedingt unterhaltend ist…)

    Antworten
  8. 15. Mai 2007, 16:47 Uhr, von Cate
    0108

    Nein, nein, nein… Leute, es ist viel viel einfacher! ;o) Ein kleiner Tipp: Er nennt ihn “Eras”…

    Antworten
  9. 15. Mai 2007, 17:29 Uhr, von Walter
    0109

    Das ist bestimmt einfach, wenn man den Film kennt. Wenn aber nicht? Ich finde solche Ratespiele witzig, auch wenn ich so gar keine Ahnung habe.
    In der politischen Parallelwelt verpassen wir zur Zeit wohl nichts…

    Antworten
  10. 15. Mai 2007, 18:24 Uhr, von Cate
    0110

    Walter, ich behaupte, du kennst den Film auch. Vielleicht hast du ihn nicht gesehen, aber er ist ziemlich bekannt… ;o)

    Antworten
  11. 15. Mai 2007, 18:31 Uhr, von Walter
    0111

    Unterhaltungsfilme sind doch alle?
    Noch einen Tipp, Cate?
    Ziemlich bekannt sind viele Filme. Aber Eras im Traum- Die Historien- bis Mittelalterfilme und die Fantasyfilme sowie alle außereuropäischen Filme scheiden wohl aus- dann bleiben aber noch ziemlich viele übrig…

    Antworten
  12. 15. Mai 2007, 18:32 Uhr, von Cate
    0112

    Noch eon Tipp: Die Geschichte des Films dauert ein Jahr… ;o)

    Antworten
  13. 15. Mai 2007, 19:19 Uhr, von moses
    0113

    Herzlichen Glückwunsch, Cate.
    Endlich mal menschliche Züge bei walter; er weiß was nicht!

    Antworten
  14. 15. Mai 2007, 19:26 Uhr, von Walter
    0114

    Das kommt schon öfter vor, ziemlich oft…

    Antworten
  15. 15. Mai 2007, 21:31 Uhr, von Anja
    0115

    Cate, noch ein Tipp? Ich grübel schon ein Weilchen und komme nicht drauf. Vermutlich kann ich jetzt auch nicht schlafen…und ich muß doch so früh raus…;-)
    Von wann ist denn der Film?

    Antworten
  16. 15. Mai 2007, 21:36 Uhr, von Cate
    0116

    Ok, für schlaflose Nächte möchte ich nicht verantwortlich sein (zumindest nicht in diesem Zusammenhang ;o).
    Noch ein Tipp: Der Film spielt in einer europäischen Großstadt, die keine Hauptstadt ist. Na?

    Antworten
  17. 15. Mai 2007, 23:13 Uhr, von Anja
    0117

    Nö! … und ich dachte, ich hätte es quasi auf der Zunge… gute Nacht!

    Antworten
  18. 15. Mai 2007, 23:54 Uhr, von Cate
    0118

    @Anja: Gute Nacht! Und noch was: 2002. :o)

    Antworten
  19. 16. Mai 2007, 4:57 Uhr, von Fabian
    0119

    L’auberge espagnole? Schöner Film! ;-)

    Antworten
  20. 16. Mai 2007, 7:44 Uhr, von Walter
    0120

    Offenes Europa…
    Aus dem Interview mit Cédric Klapisch:
    ‘Im Film LE PÉRIL JEUNE befassten Sie sich mit den „Gymnasialjahren“. Die „Unijahre“ in der L’AUBERGE ESPANGNOLE wirken wie eine Fortsetzung. Basiert diese Geschichte auf Tatsachen?
    Eine Fortsetzung war von mir keineswegs beabsichtigt. Dagegen ist dieser Film tatsächlich inspiriert von realen Ereignissen oder Beobachtungen. Ich habe eine sieben Jahre jüngere Schwester, die in Paris ein Architekturstudium begonnen hat, um dann in den ersten Jahren des Erasmus-Programms nach Barcelona zu wechseln. Ich besuchte sie dort, und was ich während einer Woche erlebte, hat mich sehr belustigt. Sie lebte mit fünf, sechs Leuten verschiedener Nationalität zusammen. Ich nannte es die spanische Herberge! Es war irgendwie ziemlich neu, die erste europäische Generation, die zusammenlebte. Zur damaligen Zeit war es eine echte Entdeckung, dass das überhaupt funktionierte. Es war gleichzeitig konfus und harmonisch. Der Film erzählt viel über diesen Gegensatz zwischen Konfusion und Harmonie.
    Was hat es mit dem „offenen Leben“ auf sich?
    Ein offenes Leben ist ein Leben, das gleichzeitig in verschiedenen Richtungen verläuft. Xaviers Leben im Film ist offen, weil er sich während einer unbeständigen Zeit unbeständig fühlt. Sein Weg ist noch nicht geplant, es gibt ihn noch nicht, er ist unterwegs, es gibt keine vorgezeichnete Bahn für ihn. Es ist wirklich der Film eines Werdegangs, vergleichbar einem Bildungs- oder Initiationsroman. Xavier ist gleichzeitig jung und alt, so wie Europa jung und alt ist. Auch Europa kann als „offen“ betrachtet werden. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Xaviers Situation des Übergangs vom Jugendlichen zum Erwachsenen und Europa. Davon versuche ich seit langem zu sprechen, von dieser nicht kontinuierlichen Seite der Dinge. Das Leben ist mehr und mehr unzusammenhängend, das heißt, es gibt immer weniger Logik im Verlauf eines Tages, eines Lebens. Das steckt hinter der Idee des Offenen: Die Dinge sind immer mehr so, auch die Umwelt, und die Ereignisse verlieren mit ihrer Dauer den Zusammenhang, werden surrealistisch und diskontinuierlich.’

    So kommt mir die europäische Politik zur Zeit auch vor- diskontinuierlich und surreal. Auch Vladimir Putin scheint das erkannt zu haben. Im Unterschied zu den jungen Leuten im Film fehlt es den um mindestens eine bis eineinhalb Generationen älteren Politikern offensichtlich an der emotionalen Frische und Leidenschaft, von denen ein schwacher Abglanz höchstens in giftigen Blicken, knappen Worten und kurzen festen Händedrücken schwach durchschimmert. Nun gut, politisch verantwortliche Menschen sollten schon ‘abgeklärt’ sein, sind sie aber meist nicht, leidenschaftlich auch nicht (mehr) und überhaupt scheint das, was sie tun, vielen keinen besonderen Spaß mehr zu machen. Von der Begeisterung Europa der Jugend ist leider nicht mehr viel übrig in der Konfrontation mit dem Russland Putins. Vielleicht wäre es ja gut, die Russen mit ins europäische Boot zu nehmen- ohne dass es zuviel Schlagseite bekommt. Ein wenig russische Seele und Leidenschaft würden nicht fehlen. Und die russische Maffia haben wir ja sowieso schon…
    Sorry für diesen Abweg, aber es war irgendwie nahe liegend die aktuellen Entwicklungen mit den Idealen von Europa, die ich früher mal hatte zu verbinden. So ein Film macht einem das wieder klar.

    Antworten
  21. 16. Mai 2007, 9:20 Uhr, von Cate
    0121

    Rischtisch! Fabian gewinnt eine Audienz bei Sokrates (natürlich nur im Traum)…

    Ich bin ein großer Fan der sibirischen Mentalität, die sich vor allem in Literatur und Musik niederschlägt: schnörkellos, aber mitteilsam, undurchlässig, aber von unendlicher Weite, hoffnungslos der schlichten Sachlichkeit verfallen, dem kühlen Kopf (the cold makes your mind crisp), aber in Wahrheit aus Gewohnheit naiv und wehmütig, ständig abgelenkt und in Ausschweifungen versunken…

    Der politische Stil der Russen lässt sich sogar diesen Eigenschaften zuordnen. Denken wir nur mal an Boris Jelzin…
    Nur Putin erscheint wie ein außerirdischer Roboter, der sich offenbar allem entziehen kann, auch der russichen Seele. Ich bin zugleich angewidert und angsterfüllt, als auch still beeindruckt von dem, was Putin seit seiner ersten Kandidatur vollbracht hat. Ein verdammtes Schlitzohr ist der. Hat nicht nur das russische Volk ausgetrickst (Wenn das bevorzugte Wahlkampfthema gerade kein öffentliches Thema ist, dann wird dafür gesorgt, dass es eines wird…), sondern auch die Jelzins (Vor der Wahl als ferngesteuerter Alibi-Präsident geplant, nach der Wahl alle Leute vom Vorgänger gefeuert und in seliger Ruhe das Ruder in die eigene Hand genommen – Mal sehen, ob das Putins Nachfolger gelingt…) und schließlich alle westeuropäischen Regierungen (Ein alter Taschendieb-Trick: Nach der Uhrzeit fragen – viele viele Staatsbesuche – , die Hand geben – wirtschaftliche Beziehungen schaffen/ausbauen – , dem Opfer etwas zeigen – Außenpolitik – , und dann in die Tasche greifen und alles Wertvolle entwenden – z.B. die Fähigkeit eine Diktatur von einer demokratischen Staatsform zu unterscheiden, ob durch “Gedächtnisverlust” aus Blendungen (Schröder) oder aus Mangel an Druckmitteln (Merkel), was spielt das für eine Rolle?

    Antworten
  22. 16. Mai 2007, 10:12 Uhr, von Walter
    0122

    Da könnte auch unser nicht ganz ernstes Blog- Motto weiterhelfen: ‘Einigkeit in Vielfalt’.
    Russland gehört zu Europa mindestens ebenso wie die Türkei. Die russische Kultur gehört zur europäischen, die Geschichte sowieso. Auch Putin gehört dazu. Nachdem ich vom Schicksal seiner Familie in Leningrad während und nach dem Krieg erfahren habe, tut er mir sogar irgendwie leid- nicht herablassend oder hämisch. Das ist unsere gemeinsame Geschichte, die wir lediglich unterschiedlich interpretieren.
    Die Motive unseres menschlichen Handelns liegen wohl überwiegend in unserer Biografie und unserer sich darin vollziehenden menschlichen Entwicklung. Wenn auch meine Hoffnung auf eine ‘Umkehr’ von Vladimir Putin nicht so groß ist, möchte ich idealistischerweise eine solche Entwicklung, auch in seinem Umfeld, nicht ausschließen. Außerdem lebt er ja mit einer Frau zusammen- die wird ihm auch ihre Meinung dazu sagen. Das Problem sind eher die Rollenspiele und Rituale der Politik, die es vielen der darin agierenden nach ihrem vom Selbstverständnis bestimmten Rollenverhalten sehr schwer machen, sich auf einer menschlichen, einigermaßen vorbehaltslosen Ebene zu begegnen. Ich nehme es Gerd Schröder ab, dass so etwas auch bei Putin möglich ist. Unser Außenminister war da ja nah dran- er wird sich wohl noch erinnern. Und für Angela Merkel ist das eine Herausforderung, da sie einerseits als Frau wahrgenommen und behandelt wird, andererseits gerade darin auch eine Möglichkeit und Chance liegt, die traditionellen Wort – und Muskelspiele zu unterlaufen, zu entlarven.
    Interessieren würde mich schon, was da ‘hinter den Kulissen’ abgeht und ob zum Beispiel Angela Merkel und Condoleezza Rice eine Art gemeinsamer Strategie entwickeln- clever genug sind die beiden.
    Es ist in der Phantasie schon spannend, wir bekommen durch die zahlreichen zwischengeschalteten Filter und Interpretationsroutinen aber leider wohl wenig von dem mit, was eigentlich passiert.
    Das wäre mal ein Projekt, Politiker menschlich zu zeigen, mit ihrer Geschichte.

    Antworten
  23. 16. Mai 2007, 17:15 Uhr, von Walter
    0123

    Freiheitliche demokratische Grundordnung, auch als ‘freiheitlich- demokratische Grundordnung’- in der Diktion unseres Bundesinnenministers- bezeichnet. Die Zusammenstellung der Begriffe relativiert jeden einzelnen. Am Ende dominiert die Ordnung, von dort führt die Gedankenspur zum Gesetz: Gesetz und Ordnung als Ziel von Freiheit und Demokratie? Ich möchte auf diesem Weg lieber schon am Anfang stehen bleiben…
    PS: Den Film kannte ich noch nicht Cate, wirklich. Habe ihn bestellt…

    Antworten
  24. 16. Mai 2007, 22:47 Uhr, von Cate
    0124

    Na dann, viel Spaß. :o) Der Film ist super und die Fortsetzung ist auch nicht schlecht…

    Antworten
  25. 17. Mai 2007, 8:18 Uhr, von birgit
    0125

    Neues zum Thema Big Brother: ab 1. Juli bekommt jeder Bürger Deutschlands eine Steueridentifikationsnummer (TIN) zugeteilt- die “Tax identification number” begleitet jeden ein Leben lang und wird erst 20 Jahre nach dem Tod gelöscht. Lückenlose Überwachung….für Rentenversicherer, Krankenversicherung, Steuerbehörden natürlich, unbegrenzte Einsicht in Konto- und Kreditkartenbewegungen dank digitaler Bearbeitungsmöglichkeiten.

    Antworten
  26. 17. Mai 2007, 11:03 Uhr, von theresa
    0126

    „Mit der Menschenwürde wäre es nicht zu vereinbaren, wenn der Staat das Recht für sich in Anspruch nehmen könnte, den Menschen zwangsweise in seiner ganzen Persönlichkeit zu registrieren und zu katalogisieren, sei es auch in der Anonymität der statistischen Erhebung, und ihn damit wie eine Sache zu behandeln, die einer Bestandsaufnahme in jeder Beziehung zugänglich ist.“

    (aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 16.07.1969)

    ich habe gerade das erste mal von der einführung der ‘TIN’ gehört; gut es kann am schlechten gedächtnis liegen oder gab es tatsächlich keine kontroverse darüber, kein funken protest?
    ist das gesetz einfach so abgenickt worden? parlamentarische praxis?!

    …da stellt sich mir eine andere frage: nimmt der bürger denn überhaupt sein demo-recht stark genug war? es ist schließlich viel bequemer, per internet oder im freundeskreis große reden zu schwingen …

    Antworten
  27. 17. Mai 2007, 11:19 Uhr, von Cate
    0127

    Bitte, hätte ich kein Problem mit, wenn auch Nummernkonten in Liechtenstein und Andorra genauso akribisch überrüft werden… ;o)

    Antworten
  28. 18. Mai 2007, 13:23 Uhr, von Cate
    0128

    Frau Professoa Dokta? Kommt bald ein neues Posting? Ich erzähl sonst wieder´n Schlag aus meinem Leben, ich schwöre! ;o)

    Antworten
  29. 20. Mai 2007, 21:11 Uhr, von Janna
    0129

    Tja Cate, dann leg mal los…

    Antworten
  30. 20. Mai 2007, 22:04 Uhr, von Cate
    0130

    Nein, nicht heute. Morgen vielleicht… ;o)

    Ich denke momentan eher darüber nach, wie sehr sich Kevin Kuranyi gerade in den Allerwertesten beißt…

    Antworten
  31. 20. Mai 2007, 22:13 Uhr, von Cate
    0131

    Und der FC St. Pauli ist, wenn ich mich nicht verrechnet habe SISCHER in der 2. Bundesliga!!! Das isch dat noch erleben darf!!!

    Antworten
  32. 21. Mai 2007, 7:51 Uhr, von theresa
    0132

    diese offen zur schau gestellte st pauli affinität hat frau meckel bestimmt vollends vertrieben :P

    Antworten
  33. 21. Mai 2007, 8:23 Uhr, von Cate
    0133

    Tja, Fortuna Düsseldorf hat sich zum Ende hin einfach nicht mehr genug angestrengt… ;o) Tut mir ja leid.

    Antworten
  34. 21. Mai 2007, 8:51 Uhr, von Janna
    0134

    @theresa: das wird es sein ! Meine Theorie: sie bereitet sich mental auf das Ende Juno stattfindende St. Gallen Open-Air vor. Mein Neid ist bei dieser Playlist grenzenlos, hätte ich da Zeit, ich wäre auch da.

    Antworten
  35. 21. Mai 2007, 10:29 Uhr, von Walter
    0135

    Wir könnten ja Zelten: ‘Ab Freitag, 10 Uhr (Ausnahme: Nachtschwärmer) bis Sonntag, 22 Uhr, ist Zelten auf dem Festivalgelände kostenlos und in den dafür vorgesehenen markierten Bereichen möglich (solange Platz vorhanden). Es besteht kein Platzanspruch.’
    - Rein definitionell sind wir ja auch ‘Nachtschwärmer’.
    Spätestens ab dann bräuchten wir uns über informationelle Fremdbestimmung wahrscheinlich keine Gedanken mehr zu machen…

    Antworten
  36. 21. Mai 2007, 11:12 Uhr, von Walter
    0136

    Aber bestimmt ist das Festivalgelände in St. Gallen nicht mit dem in Heiligendamm zu vergleichen.

    Antworten
  37. 21. Mai 2007, 16:17 Uhr, von Walter
    0137

    Nachtrag: der folgende Kommentar vom 11. Mai ist immer noch nicht freigegeben (barracuda?)
    *Achtung: Der Kommentar muß erst noch freigegeben werden.*

    Okay, Cate. Wand, stimmt ja…
    Aber es ist keine Spezialbeobachtung hier, dass bei freien Themen jeder etwas zur allgemeinen Konfabulation beiträgt und sich aus dem gewünschten ‘Gespräch’ schon mal eine Ansammlung von Monologen entwickelt.. Bei unserem Thema vermischen sich der Umgang des Staates mit unseren Persönlichkeitsrechten und die aktuellen Ereignisse um den G8- Gipfel, die ja auch mit der Person Schäuble und seinen Vorstellungen von einem vorbeugenden Rechtsstaat und der Priorität des Staates über das Individuum zusammenhängen.
    Zu Deinem Move Against G8- Link: Ich halte die geplanten Proteste für sinnvoll und für einen elementaren Meinungsausdruck unserer Zivilgesellschaft im Sinne einer ersehnten globalen Gerechtigkeit.
    Ich habe mich entschlossen, nicht an die Ostsee zu fahren, da bei uns zur Zeit sehr viel los und anderes dringlicher ist. Unser Engagement beschränkt sich also notgedrungen auf die Unterstützung der Aktion ‘Deine Stimme gegen Armut’ im Rahmen von VENRO . Die Entwicklung von ATTAC verfolgen wir mit Interesse. Ich habe für mich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Europa seine Stimme für Menschenrechte und Gerechtigkeit in das G8- Konzert einbringen wird und vertraue mal wieder auf…- Kein running gag ;-)
    Also nichts für ungut, sorry.

    Geschrieben von Walter am 11. Mai 2007 um 11:16 Uhr
    - Soviel zum Thema Aktualität ;-)

    Antworten
  38. 21. Mai 2007, 17:05 Uhr, von Cate
    0138

    Wieso muss man sich denn “mental” auf ein Festival vorbereiten? Boa, was könnte ich jetzt für gemeine Sachen über das Alter sagen… ;o))

    Walter, danke für den Nachtrag! Der passte jetzt sogar noch viel besser… (also, wegen Heiligendamm und so) ;o)

    Meine “Stimme gegen Armut” steht schon irgendwo, aber eigentlich müsste sie ja “Stimme gegen Reichtum und Dekadenz” heißen…, finde ich. Ach, und natürlich auch gegen “wirtschaftliche Ausgrenzung und pseudokorrekte Unternehmensauslegungen à la American Apparel”.
    Ach, da läster ich jetzt mal, hab grad Zeit und Lust, wo uns ja offensichtlich ein thematischer Freischein ausgestellt wurde… ;o):
    American Apparel schreibt sich auf die Fahnen, ihre Produktion ganz bewusst nicht (wie fast alle anderen Textilhersteller) in die Zweite- und Dritteweltländer abzuwälzen. Is ja auch gemein, wegen der Billiglöhne und der Kinderarbeit und so, klar… Und da man ja selbstverständlich nur amerikanischen Mitarbeitern amerikanische Löhne zahlen kann (vielleicht, weil die bessere Menschen sind??), muss man eben im eigenen Land produzieren, leuchtet jedem ein. Schade nur, dass der Erfolg von AA eigentlich aufdeckt, dass die Menschen doch bereit sind, mehr für ein T-Shirt zu zahlen, als bei H&M. Nicht unbedingt schade für das Unternehmen und auch nicht für die Kunden, aber schade für die Zweite- und Dritteweltländer. Es ist besser, sie ganz aus der Produktion, also dem Wirtschaftzweig, auszuschließen, als ihnen bessere Konditionen, die ja offensichtlich ökonomisch möglich sind, zu bieten. Schade auch, dass sich dann das Ausgangsproblem mit den Billiglöhnen und der Kinderarbeit ganz von selbst hätte lösen können und vielleicht am jeweiligen Standort endlich mal ein Arbeitgebermarkt entstanden wäre… Tja, so´n Pech aber auch. Aber wen kümmert´s? Mit einem T-Shirt von American Apparel kann der Kunde besser schlafen und das Unternehmen läuft. Na, wenn das Schule macht…

    Antworten
  39. 21. Mai 2007, 19:17 Uhr, von Janna
    0139

    Danke Cate, damit lassen sich die seit wenigen Tagen erworbenen 30 Jahre Lebensalter deutlich besser verkraften:) Da ich in einer Stadt wohne in der nie ein Festival stattfinden wird, muß ich mich immer auf sowas vorbereiten. Konkret heißt das einfach nur, wochenlang den Schlafsack zu suchen und ne Luftmatratze, die nicht undicht ist. Und mich mental auf Menschenmengen einstellen. Ich hasse Menschenmengen, aber bisher war noch keine Band bereit, für mich ganz alleine zu spielen

    Antworten
  40. 21. Mai 2007, 19:50 Uhr, von theresa
    0140

    @janna: das beflügelt doch mal meine phantasie…
    bei dem line-up ist frau meckel bestimmt auf der suche nach nieten-gürtel und chucks :)

    @cate: aber gerade das ist doch die crux; für uns zählt i.d.R. schneller, weiter, billiger; man kann das auch bei lebensmitteln beobachten – mag ja sein, dass bio ”trend” ist; aber
    TransFair Produkte fristen ein Schattendasein – Marktanteile von unter 1%.
    Und auf die fair feels good Kampagne ist auch keiner so recht aufgesprungen…
    aber immerhin sind die Markanteile in der Schweiz und GB höher – man darf auf die Vernunft (resp. das Gewissen?) der Menschen ”da draußen” hoffen…

    Antworten
  41. 21. Mai 2007, 20:57 Uhr, von Janna
    0141

    @theresa
    das mag aber auch daran liegen, das die Menschheit Trans-fair Produkte immer noch mit höheren Preisen und eigenartigen Reformhaus-Läden in Verbindung bringt, während Bio nicht nur im Trend liegt, sondern inzwischen auch fast billig und überall erhältlich geworden ist. Was meiner Meinung nach zwar löblich ist, aber auch in Zukunft immer schwieriger werden wird.
    Vergleicht man die tatsächlich biologisch genutzten Anbauflächen mit der enormen Nachfrage, ist bereits heute eine gewaltige Diskrepanz vorhanden. Mit anderen Worten: Bio ist ja schön und gut, aber wenn der Lebensmittelladen um die Ecke im fernen Ausland zukaufen muß um den Bedarf zu stillen, ist das weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Von daher doch lieber weg vom Trend und hin zur Vernunft.
    Und so sehr ich mich auch gelegentlich gegen diese ganzen Marketingkampagnen sträube, gerade bei Trans-Fair Produkten ist da trotzdem noch ein gewisser Nachhol,- und Aufklärungsbedarf.
    P.S. Du hast ne durchaus kreative Phantasie… :)

    Antworten
  42. 21. Mai 2007, 22:19 Uhr, von Walter
    0142

    Mal dazwischen gefunkt- auch ohne Nietengürtel. Morgen um 14 Uhr ein Tagesschau- Chat mit Udo Vetter, Anwalt und Law-Blogger: “Der Argwohn gegen Blogger wächst”. Wie weit darf man im eigenen Blog gehen? Wie kann ich Abmahnungen vermeiden? Brauchen unsere Politiker Nachhilfe in Sachen Internet? Wie sieht’s der Anwalt? Fragen Sie Udo Vetter im tagesschau-Chat.’
    Politik und Meinungsfreiheit, Toleranz und Selbstbestimmung in Bezug auf die Blogosphäre- nah am Thema.
    PS: Ich kenne nicht alle Bands, die in St. Gallen auftreten, aber einige. Über die anderen habe ich einen jüngeren Kollegen befragt- vielleicht überlege ich es mir doch noch zu kommen- mit unserem Nachwuchs- wenn die Sonne scheint. Den Weg kennen wir ja schon. Und Nietengürtel?

    Antworten
  43. 21. Mai 2007, 23:13 Uhr, von Cate
    0143

    Fair Trade halte ich für sinnlos. Es hat keinen Zweck, künstlich unökologische Bedingungen zu schaffen, die eine Teilnahme unterentwickelter Länder am Weltmarkt ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist der Begriff “Entwicklungsland” sogar noch zynischer, wenn man bedenkt, dass hier die Abhängigkeit zum Umstand der vermeintlichen Lösung wird. In Wirklichkeit wäre auch ein Handel mit diesen Ländern zu ökologischen Bedingungen möglich. Die Tatsache, dass sogar offizielle Behörden von einer “geringen Wertschöpfung” in den Zweite- und Dritteweltländern (und diese Begriffe sind nur deswegen umstritten, weil sie auf krasse Weise die wahre Rangordnung in dieser Welt offenbaren) sprechen, enttarnt die bewusste Verniedlichung dieser Staaten und ihres wirtschaftlichen Potenzials. Eine “geringe Wertschöpfung” ist in dieser Welt nicht von einem Faktor abhängig. Wer einen Rohstoff verkaufen und sich damit einen Platz in der Weltwirtschaft sichern will, muss eine Gegenleistung anbieten, einen Markt, ein Absatzpotenzial. Da liegt doch der Hund begraben. Die Industriestaaten wissen genau, dass eine Öffnung in diese Richtung nur einer Seite etwas bringt. Unter Umständen verlieren sie dadurch an wirtschaftlichen Boden. Aber das kommt nur daher, dass der globale Markt massenorientiert ausgelegt ist. Und das Budget der Masse wächst nicht oder nur geringfügig. Jeder weitere Anbieter am Markt verringert die Anteile aller Beteiligten. Wenn also nur das Angebot, aber nicht die Nachfrage steigt, dann bedeutet das einen Nachteil für den gesamten Markt. Und verfolgt man mal einen Handelsstrang, nicht nur bis zum Abnehmer, sondern sogar darüber hinaus, bis zu seinem Arbeitsplatz, bis zu seinem Arbeitgeber, bis zu dessen Marktanbindung und dessen Abnehmern, deren Arbeitsplätzen usw., parallel dazu den Wert aus der gesamten Produktion, seine wirtschaftliche Bedeutung und das daran gekoppelte System, welches die Grundlage für uns essentiell erscheinende Lebensbedingungen darstellt, dann stellt man schnell fest: Eine Öffnung des Weltmarktes zu Gunsten unterentwickelter Länder würde eine Wirtschaftsform, wie sie die Industriestaaten derzeit führen, unmöglich machen. Aber wäre das so schlecht?

    Antworten
  44. 21. Mai 2007, 23:16 Uhr, von Cate
    0144

    Ach, ihr mit euren Nietengürteln. Darüber kann die “jüngere” Generation ja nur lachen… ;o))
    @Janna: Allet jute nachträglich! Es gibt Schlimmeres… ;o)

    Antworten
  45. 21. Mai 2007, 23:33 Uhr, von Cate
    0145

    Ok, mein Statement zum eben ergoogelten St. Gallen – LineUp:
    Die Headliner sind Standard. Das ist schonmal ziemlich langweilig… Goose und CSS sind was besonderes, aber nicht genug. Dann gibt´s leider auch viel Müll, finde ich… Also, mein Festival wäre es nicht. :o(

    Antworten
  46. 22. Mai 2007, 8:47 Uhr, von Cate
    0146

    Oh man, ich hab mal wieder ökoNOMISCH mit ökoLOGISCH vertauscht. :o( Ich hoffe, alle wissen, was gemeint war…

    Antworten
  47. 22. Mai 2007, 9:20 Uhr, von Janna
    0147

    @Cate: Danke!
    Und mag sein, das es sich dabei auch um viele momentan gehypte Bands handelt aber wenigstens sind es welche, die ordentliche Live-Auftritte hinlegen.
    Zum Zynismus in der Rangpolitik der Welten: unser lokaler Dritte-Weltladen hat sich seit ein paar Jahren in “Eine-Weltladen” umbenannt. Mag korrekt sein, klingt aber meines Erachtens noch eigenartiger.

    Antworten
  48. 23. Mai 2007, 8:45 Uhr, von theresa
    0148

    [sorry...]

    von mir natürlich auch alles gute nachträglich!!!

    die umbenennung der weltläden scheint die antwort auf so eine art ”freudscher bennenungsfehler” gewesen zu sein…
    aber ich sehe das ganz ähnlich: wir werden ja nicht ”eine welt”, in dem wir namen ändern.

    ich teile deine position bzgl der öffnung des weltmarktes, cate.
    man müsste subventionen zB im agrarsektor kürzen (geschachere in der EU…), und der IMF sollte langsam mal sein structural adjustment package überdenken – denn das begünstigt nur die disparität und hinterlässt bei der bevölkerung fragwürdige, künstliche werte.

    …bleibt: also was tun?!

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  49. 23. Mai 2007, 14:59 Uhr, von Fabian
    0149
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  50. 24. Mai 2007, 8:09 Uhr, von Walter
    0150

    Informationelle Fremdbestimmung von Politikern: ‘Lammert betonte: “Ich persönlich bin auch der Meinung, die Politik macht sich in zu vielen Zusammenhängen zu billig, das gilt besonders für das Fernsehen.” Er selber gehe grundsätzlich nur in Sendungen, in denen er die Möglichkeit habe, allein oder jedenfalls über einen hinreichenden Zeitraum über Themen tatsächlich reden zu können.’
    Herr Lammert kommt vielleicht nicht so gut rüber, im allgemeinen Durcheinander bei Christiansen, Illner und Co. Aber ist das schon ein Grund in guter deutscher Manier das Kind mit dem ganzen Schwimmbad und wenn es geht auch noch der Ostsee auszuschütten? Ähnlich wie uns Wolfgang Schäuble das eigenständige Denken und die Freiheit abnehmen möchte, versucht es der Bundestagspräsident aus selbsternannter moralischer Verpflichtung bei seinen Tat- und Leidensgenossen. Er wollte damit wohl eine öffentliche Debatte anstoßen und hat es genau in der Manier derer getan, die er kritisiert- über das Ziel hinaus und mit viel Radau. Ich würde mir diese Bevormundung nicht gefallen lassen, im Interesse meiner Freiheit.

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© Miriam Meckel 2002 bis 2012