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12. Oktober 2007, 10:46 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Netzlese: Droge Information

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7 Reaktionen

  1. 12. Oktober 2007, 14:28 Uhr, von Anna-Kristina
    01

    Irgendwie fällt mir beim Anhören der Netzlesen immer wieder Seneca mit seinem Essay über die Kürze des Lebens ein, in dem er vortrefflich beschreibt, wie verschwenderisch und unbedacht die Menschen mit ihrer Zeit, ihrem Leben umgehen. Die Menschen leben vielbeschäftigt, sich für andere verschleißend und vor allem sich selbst vernachlässigend im Hier und Jetzt, ihren Blick immer auf eine ferne, bessere Zukunft gerichtet – und eines Tages ist dann die kostbare Zeit, ist das Leben abgelaufen, ohne wirklich gelebt zu haben, doch es ist zu spät.
    „Wenn einer graue Haare hat oder Runzeln, brauchst du deswegen nicht zu glauben, er habe lange gelebt: Er hat nicht lange gelebt, er ist einfach nur lange da gewesen. Oder meinst du, einer habe eine weite Seereise gemacht, wenn ihn schon beim Auslaufen aus dem Hafen ein wütender Sturm packte, ihn hierhin und dorthin verschlug und ihn im Wirbel der gegeneinander wütenden Winde immer auf der gleichen Bahn im Kreis herumtrieb? Der hat keine weite Seereise unternommen, er ist nur viel hin und her geworfen worden.“

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  2. 12. Oktober 2007, 15:38 Uhr, von Ute
    02

    Oh, den Text kannte ich noch gar nicht. Finde ihn aber schön und sehr passend! Trifft im übrigen gerade voll meinen Nerv und hat mich deshalb jetzt gerade beim Lesen wirklich sehr bewegt. Danke dafür!

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  3. 12. Oktober 2007, 20:39 Uhr, von Tiffy
    03

    Dito! Sehr schön und sehr passend!

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  4. 13. Oktober 2007, 12:23 Uhr, von Anja
    04

    Meiner Meinung nach ist das Ausschalten technischer Geräte wie Handy und BlackBerry schon mal ein guter Ansatz aus Abhängigkeiten herauszukommen, letztendlich ist es aber auch nur eine zeitliche Problemverlagerung. Dann muss ich vielleicht keine 25 Mails lesen, sondern 75 Mails, wenn ich den BlackBerry nach 3 Stunden wieder einschalte. Oder muss minutenlang die Mailbox abhören und dann reagieren. Vielleicht ist die Laune dann auch mit einem Schlag 3 mal so schlecht?! –
    Fakt ist, schafft man es nicht im beruflichen und privaten Umfeld Kommunikationsregeln aufzustellen, bleibt man auch auf „Droge“! Um beim „CrackBerry “ zu bleiben, auch wenig Crack zu rauchen, bedeutet abhängig zu sein. Man kann sich nur länger einreden, man hat alles im Griff und ist selbstbestimmend.

    Ausserdem glaube ich, dass die heutige Arbeitsmarktsituation, die gezielte Forcierung von Ängsten (Arbeitslosigkeit, Hartz…) dazu führt, dass sich kaum jemand traut, trauen kann, sich kommunikativ abzugrenzen. Grenze ich mich ab, formuliere ich der Firma, dem Chef gegenüber klar meine Grenzen, bin ich mir sicher, wird es jemanden anderen geben, der uneingeschränkt zur Verfügung steht. Und was dann mit mir passiert,…?
    Ich denke, es ist eher ein soziales und gesellschaftliches Problem, als eine persönliche Einstellung zu den Ein- und Ausschaltknöpfen meiner Kommunikationsgeräte.
    Daher wird es der Einzelne auch nicht alleine lösen können!

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  5. 13. Oktober 2007, 14:13 Uhr, von Anja
    05

    In den Diskussionen rund um das Buch kommt oftmals die Frage auf, ob es sich bei den Themen nicht eher um Probleme der Elite handelt.
    Ich würde eher sagen, es sind Probleme, die nahezu alle betreffen, aber die Elite hat die Chance der Kommunikationsfalle zu entfliehen, während der Otto-Normal-Angestellte weiterhin mit den verschiedenen Handys jonglieren muss. Man sollte übrigens mal ausrechnen, wieviel Geld auf diese Weise jeder Arbeitnehmer seinem Unternehmen schenkt. Denn die permanente Erreichbarkeit, die Anrufe zwischendurch im eigentlichen Feierabend oder an Sonntagen wird in der Regel nicht bezahlt, wird auch selten eingefordert. Es sind ja meistens nur ein paar Minuten, aber ich glaube man wäre sehr erstaunt, wenn man sich die Mühe machte diese ganzen paar Minuten mal zusammenzurechnen. Letztendlich zahlt also der Arbeitnehmer auch noch für seine ständige Erreichbarkeit. Das ist schon sehr kurios;-)

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  6. 15. Oktober 2007, 20:15 Uhr, von Andrea
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    So und nach der Netzlese gibt es Wilhelm Busch aus dem Wald, einverstanden?

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  7. 15. Oktober 2007, 23:19 Uhr, von Walter
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    Netzlese- das Seh- und Hörbuch aus dem Wald (@Andrea)

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