MM_Dickinson
Zu den Kommentaren
15. Oktober 2007, 20:50 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Netzlese: Ich maile also bin ich

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38 Reaktionen

  1. 15. Oktober 2007, 21:38 Uhr, von Janna Gefällt einem Leser
    01

    ah, heute mal mit Passantin und Hund im Hintergrund…
    Ich will ja keinem zu nahe treten, aber benutzt nicht einen Großteil von uns die technischen Mittel, weil er oder sie irgendetwas konkretes mitzuteilen bzw. eine Aufgabe zu bewältigen hat ?
    Es wäre mir zumindest neu, das soviele Menschen das nur der Aufmerksamkeit wegen tun, auch wenn ich nicht bezweifele, daß diese Suche nach Anerkennung verbreitet ist.

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  2. 15. Oktober 2007, 21:57 Uhr, von Cate
    02

    Also, der Gedanke ist wirklich interessant:
    Man ist, wenn man wahrgenommen wird. Aber die virtuelle Kommunikation unterbricht die Übertragung von Informationen durch ihre Zeitverzögerung und verschleiert ihre Bedeutungen durch das Wegfallen analoger Kommunikationsebenen. Dadurch empfinden wir beim Versenden einer Email nicht gleich die erlösende Befriedigung eine Information an den Mann oder an die Frau gebracht zu haben, somit also wahrgenommen worden zu sein. Wir verlieren einen realistischen Bezug zur Menge und Art und Weise der Informationsüberbringung und verlernen somit einen sinnvollen und gesunden Umgang mit ihr. Dadurch verliert diese Kommunikationsebene wiederum an Bedeutung und auch an Nachdruck. Oder besser: Die Größe an Relevanz trifft sich irgendwo in der Mitte, womit Spam-Nachrichten nervig bis gefährlich und wirklich wichtige Dinge bisweilen zu Unrecht irrelevant werden und untergehen können. Die Idee eine Pause einzulegen erscheint dann logisch. Ein alter Trick, der hier auch greift: Wertsteigerung durch Reduktion.
    Und Krähen scheinen auch schon am Mittelungssyndrom zu leiden…

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  3. 15. Oktober 2007, 22:31 Uhr, von Walter
    03

    ‚Sein heißt wahrgenommen werden‘, möglichst gleichzeitig, von möglichst vielen, möglichst überall- die Beschleunigung wirkt als Zentrifugalkraft, die uns immer schneller nach außen treibt und die droht uns zu zerreißen.
    Dem steht das Innehalten, die bewusste, absichtliche Verlangsamung entgegen, Besinnung gegen Besinnungslosigkeit. Denn nur in der nachdenklichen Beobachtung und im empathischen Verstehen erhält Wahrnehmung ihren Raum und ihre Zeit. Also gehört beides zusammen- mich als Mensch erreichbar machen und den anderen wahrnehmen, nicht ganz gleichzeitig, aber fast. Tun und nicht tun, rennen und still stehen, reden und schweigen. Sein heißt sich erreichbar machen,- aber nicht zwangsläufig immer und überall.
    So gehören zur Kommunikation eben auch die Pausen oder mit Heinrich Böll: Das gesammelte Schweigen.

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  4. 16. Oktober 2007, 8:21 Uhr, von Ute
    04

    Wie herrlich, die Hunde im Hintergrund! Die beiden Strolche hatten für einen kurzen Augenblick meine volle Aufmerksamkeit :-)

    Ein bisschen Widerspruch regt sich in mir gegen die These „Ich maile also bin ich“, da es meiner Meinung nach schon auf die Intention des Mailens ankommt. Will ich Aufmerksamkeit oder will ich jemandem signalisieren, dass ich an ihn denke, dass ich mitfühle, weil ich ein interessantes Thema habe, mich austauschen will, oder ihn einfach nur unterhalten – wobei das alles natürlich auch mit Aufmerksamkeit zu tun hat, aber jede Form von Zuwendung und Kommunikation (in welcher Form auch immer: taktil oder verbal) hat dies. Ohne irgendeine Form von Aufmerksamkeit ist ein Mensch vermutlich überhaupt nicht lebensfähig.

    Aufmerksamkeit natürlich ein höchst interessantes Thema in Bezug auf Medien. Stichwort: Intention und Wirkung oder mediale Reize. Wie wirken sie auf mich? Wie gehe ich damit um? Wie sollte ich damit umgehen? Was machen sie mit mir?

    Am Samstag Abend beispielsweise waren wir in einem Irish-Pub und dort lief auf einer riesigen Leinwand Fußball. Eine Freundin meinte sofort: „Ne, hier können wir nicht bleiben, wenn ein Fernsehgerät läuft, dann muss ich da immer hingucken, ob ich will oder nicht.“ Mir geht es ähnlich.

    Je mehr ich darüber nachdenke, umso bewusster wird mir, dass die Möglichkeiten der Medien insbesondere unser Aufmerksamkeitsverhalten sicherlich ändern, unser Bedürfnis nach Aufmerksamkeit vermutlich ebenso wie die Art der Zuwendung von Aufmerksamkeit.

    Aber das muss auch nicht immer schlecht sein. Vielleicht schützt es manche Menschen auch vor Vereinsamung oder hilft bei Depressionen. Wobei die Technik m.E. kein Ersatz für das echte Leben ist, sondern im Grunde immer nur Hilfsmittel sein kann.

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  5. 16. Oktober 2007, 8:39 Uhr, von Ute
    05

    Ich frage mich so langsam, wie die Menschen das früher gemacht haben mit der Aufmerksamkeit, ganz ohne Medien. Da wurde, statt zu mailen, vermutlich einfach von Haustür zu Haustür gerannt. Und sowas wie Spam waren dann die üblen Schwatzweiber. (So lange ist das alles ja auch noch nicht her, wenn ich es recht bedenke.)

    Dazu eine lustige Anekdote: Albert Einstein war so dermaßen fasziniert vom Telefon (und stand sogar auch im Telefonbuch), dass er sich gerne von wildfremden Menschen anrufen ließ und stundenlang fröhlich mit ihnen plauderte – ganz egal, wer da am anderen Ende der Strippe war, Hedwig Meier oder Lieschen Müller. Hat das auch was mit medialer Aufmerksamkeit zu tun? Ich denke eher nicht.

    Ohnehin ein schräger Typ, der nie Socken trug, nichteinmal zur Verleihung des Nobelpreises.

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  6. 16. Oktober 2007, 11:05 Uhr, von Walter Gefällt einem Leser
    06

    Bei seiner Einbürgerung in die USA trug er auch keine Socken, die etwas zu kurze Hose hatte er über den Bauch hoch gezogen, beim Eid ging er ins Hohlkreuz und zog den Hosensaum dabei ungefähr 10 cm über die bloßen Knöchel- ein Bild wie von Chaplin…
    Der Mensch Albert Einstein lässt uns auch heute staunen: mit einer ganz eigenartigen Mischung aus Selbstironie- Selbsterkenntnis durch freundlich distanzierte Selbstbetrachtung- gewollter Naivität und gedanklicher Radikalität hat er um sich eine Aura von durchgeistigter Menschlichkeit erschaffen, die sich selbst durchaus ernst, aber gar nicht wichtig nimmt. Er beherrschte die Kunst, sich wahrnehmbar und erreichbar, dabei aber auch individuell und einzigartig darzustellen, vielleicht auch dadurch, dass er sich immer wieder als Mensch mit allen Fehlern, die zum realen Leben eben dazu gehören, unter Menschen gezeigt hat- einzigartig menschlich.
    – Anschaulich ist Einsteins Weg im Unterschied zu anderen in seiner Beziehung zu dem Mathematiker Kurt Gödel, mit dem er in Princeton zusammen arbeitete.
    Diese Doppelnatur der ‚Gleichen unter Gleichen‘ stellt uns heute vor die große Herausforderung, im beschleunigten, hoch komplex vernetzten globalen Universum als Individuen Teile der Gemeinschaft zu sein.
    Unser Problem heute besteht zum Teil auch in der Durchdringung des öffentlichen, meist virtuellen- Raumes von den Gesetzen des Marktes. Ein Mensch ist mehr als seinem ‚Marktwert‘ entspricht, der sich eher an der Konvention des kleinsten gemeinsamen Nenners bemisst und uns damit in der unmenschlichen Währung des kommunikativen Marktes zur Reduktion auf marktgängig Unpersönliches und eigentlich auch Unmenschliches reduziert. Das nehmen wir diffus als ‚öffentliche Meinung‘, unbewusste Aufforderung war. Doch wir ‚müssen‘ dem nicht folgen. Anerkennung und Sympathie entwickeln sich nur und stets auf der menschlichen Ebene, der des Besonderen und Einzigartigen, eben des Individuellen. Damit verlangt auch unsere Wahrnehmung nach der menschlichen Dimension, dem Blick hinter die Fassade.
    Das Sich abkoppeln aus der Zeit und der Gemeinschaft ist auch ein persönlicher Schutzmechanismus, der hilft, das eigene Weltbild zu bewahren, dass von dem rasenden Stillstand der modernen Zeiten hinweggefegt zu werden droht.
    Persönlich zu erfahren war das letzten Sonntag bei einem Vortrag des Historikers Christian Meier im WZB, bei dem er vor der beschleunigten Zeit, die die Veränderung zum Prinzip gemacht hat, kapitulierte, da er nicht mehr wisse, was er seinen Kindern und Enkeln heute noch für die Zukunft zu vermitteln habe. Gut, der Mann ist 78. Wir können und sollten nicht resignieren, sondern die Herausforderung annehmen, unserer Zeit unseren Sinn zu geben, Jede und Jeder für sich. Dabei wird schon etwas heraus kommen…

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  7. 16. Oktober 2007, 17:26 Uhr, von Janna
    07

    @Walter, das klingt fast, als hättest Du während der Einbürgerung in der Schlage neben ihm gestanden :)
    Zu Herrn Meier: ging es bisher nicht jeder Generation so, das sie größte Bedenken hatte was das Fortbestehen der Nachkommen und deren Zukunftsperspektiven angeht ? Als meine Großeltern noch lebten erzählten sie, das sie sich früher ebenso über die Zukunft meiner Eltern Sorgen machten wie diese jetzt überlegen, was aus meiner Generation so werden wird.
    Das wird wohl auch immer so bleiben, da helfen auch „neuere“ Berufe wie die des Zunkunftsforschers nichts…

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  8. 16. Oktober 2007, 19:37 Uhr, von Walter
    08

    So alt bin ich jetzt wirklich nicht! Es gibt Fotos und einen Film, wobei neben dem ernsthaften Gesicht auch die nackten Knöchel zu sehen sind- damit bekommt diese ganze Prozedur etwas absurd Komisches, ganz passend zu Einstein, der sich dieser Wirkung vielleicht doch bewusst war. Eine Schlange gab es auch nicht, links und rechts von ihm standen nur seine beiden Stieftöchter.
    Und zu Christian Meier: ja, das gab es wohl schon immer, dass Menschen eben Kinder ihrer Zeit sind und irgendwann den Kontakt verlieren, wenn sie meinen, dass die Abläufe und Zusammenhänge sich so sehr verändert hätten und es nicht mehr ‚ihre Zeit‘ ist. Doch dies hier war schon sehr deutlich und auch resignierend provozierend gemeint, wenn ein eigentlich kritischer Mensch, der sich seit mehr als fünfzig Jahren mit der griechischen Antike und besonders der Geschichte Athens beschäftigt und sich auch an aktuellen Debatten, zum Beispiel der Habermas- Kontroverse, dem Historikerstreit in der Zeit über die Bedeutung des Holocaust beteiligt hat, am Ende seines Vortrags über ‚Bedingungen des Politischen und der Demokratie‘ bekennt, dass er unsere Zeit nicht mehr versteht und nicht mehr weiß, was er den zukünftigen Generationen zu sagen hat. Entsprechend fielen die Fragen und Kommentare aus. Mein erster Gedanke war, dass Geschichtswissenschaft und Soziologie (WZB!) wohl nicht die adäquaten Werkzeuge liefern, um unsere heutigen Entwicklungen verstehen zu können, da sich diese eigentlich in unserem Innern abspielen und zu einer Art Dissoziation von Wahrnehmung, Reaktion und Realität führen, der Erschaffung einer virtuellen Welt im Kopf. Damit wird auch die Dimension der Körperlichkeit ausgeblendet, die ja Historikern wie Soziologen als Phänomen zur Beobachtung und Interpretation dient. Letzten Endes bleibt nur die Psychologie, die Erforschung der Seele, als Zugang zum Verständnis der modernen Entwicklungen übrig. Also doch ‚Erkenne Dich selbst‘ im Spiegel der Anderen.
    Damit sind wir doch wieder bei Judith Butler und ihrer Interpretation von Adorno, Laplanche, Lévinas und Foucault und dem, was auch MM hier tut: she’s giving an account of herself.
    – Eigentlich versuchen wir das doch alle, mehr oder weniger konsequent?

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  9. 16. Oktober 2007, 19:46 Uhr, von Walter
    09

    PS: Der Cicero- Rednerpreis
    verbindet beide. (CM mit MM).
    – Kluge Menschen zweifeln.

    Antworten
  10. 16. Oktober 2007, 19:52 Uhr, von Ute
    010

    @ Jana: Das ist tatsächlich so. Dazu habe ich letztens einen Artikel (ich glaube es war in der ZEIT gelesen). Das dient der Rechtfertigung der eigenen Generation und hat eine bestimmte psychologische Funktion. (welche genau, habe ich aber vergessen, ich schau nochmal nach, ob ich den Artikel finde, war ziemlich interessant.)

    Wobei was schon spannend ist: Meine Generation (ja, ich gehöre absolut und voll zur Generation Golf) ist mit 30 Jahren schon extrem nostalgisch, ganz anders als vorherige Generationen. Vermutlich, weil wir eine Generation sind, die den Bruch von „Low Tech“ zu „High Tech“ so extrem miterlebt hat und die meisten von uns ziemlich zukunftsängstlich und letztlich orientierungslos herumeiern > gemessen an den selbstgesteckten Zielen.

    Wobei ich glaube, dass es zur „Übertechnisierung“ und „Überinformation“ auch wieder Gegenbewegungen geben wird. Diese schlagen sich zwar dann nur in bestimmten vermutlich eher (bildungs-) bürgerlichen Milieus nieder, aber sei es drum. Wer will schließlich schon mit 50 noch immer zu den Early-Adopter-gehören und wie panisch jedem technischen Trend hinterher hecheln?

    Die Gesellschaft spaltet sich derzeit ohnehin ziemlich stark auf und das wird vermutlich noch stärker werden in den kommenden Jahren, sehen kann man das meiner Meinung nach u.a. an der derzeitigen Diskussion um Privatschulen und Internate – Walter, da muss ich sagen, das scheint derzeit ein absoluter Trend und gar nicht mal so ungewöhnlich zu sein.

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  11. 16. Oktober 2007, 20:08 Uhr, von Ute
    011

    @ Walter: „Mein erster Gedanke war, dass Geschichtswissenschaft und Soziologie (WZB!) wohl nicht die adäquaten Werkzeuge liefern, um unsere heutigen Entwicklungen verstehen zu können, da sich diese eigentlich in unserem Innern abspielen und zu einer Art Dissoziation von Wahrnehmung, Reaktion und Realität führen, der Erschaffung einer virtuellen Welt im Kopf.“

    Dem muss ich entschieden widersprechen! Gerade Geschichtswissenschaft und Soziologie können helfen, da man die gesellschaftlichen Prozesse doch permanent vergleichen muss und der historische Bezug immer wichtig ist, um Deutungen für die Zukunft vorzunehmen. Ich meine, man stelle sich das Dritte Reich ohne die mediale Revolution vor, das geht nicht und die Lehren daraus sollte man auch nicht einfach außer Acht lassen.

    Soziologisch gesehen ist das ganze doch die entscheidende und zentrale Frage: Was macht die Technik mit unserer Gesellschaft?

    Schließlich sollen die technischen Geräte (fortschrittsgläubig wie wir sind) eigentlich als „Gut“ der Gesellschaft dienen, unser Leben verbessern, im Idealfall Kriege vermeiden, Diktaturen stürzen und so weiter!!! Aber was bewirken sie letztlich wirklich? Soziale Isolation? Kommunikationsunfähigkeit? Wie sieht unser Zusammenleben durch die Technik in ein paar Jahrhunderten möglicherweise aus? Dazu gehören für mich auch die Stichworte: Landflucht, Megastädte, Leben im Netz.

    Wobei das ganze vielleicht manchmal auch überschätzt wird (ich verfalle bisweilen auch in einen etwas überzogenen Kulturpessimismus) – wenn ich mir die Welt um mich herum manchmal ansehe, denke ich, so viel hat sich im Grunde gar nicht verändert: Die Menschen gründen immer noch wie vor tausend Jahren Familien, bauen sich Höhlen, jagen und arbeiten, erfreuen sich an ihrer Beute (der neue Mercedes oder das neue MCM-Täschchen etc.) und so weiter.

    Antworten
  12. 16. Oktober 2007, 20:37 Uhr, von Ute
    012

    So gesehen: Ziemlich spießig die Menschheit :-)

    Antworten
  13. 16. Oktober 2007, 22:45 Uhr, von Walter
    013

    menschlich eben…
    Es geht nicht darum, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften abzulehnen, sondern ihre Bedeutung in Bezug auf unsere Fragestellung zu relativieren. Ich maile also bin ich, ich blogge also bin ich, ich mache mich erreichbar also bin ich usw. Dies lässt sich zwar soziologisch beschreiben und historisch einordnen, aber nicht erklären und verstehen. Und darum geht es. Mir erscheint die Psychologie mit ihren Ablegern durchaus geeignet, eine menschliche Erklärung zu finden und Auswege aus der Falle der Selbstentfremdung durch Entgrenzung- wie MM meint- oder der nach außen gewendeten Intimität- womit ich Richard Sennett zustimmen möchte- zu weisen. Mehr nicht.

    Antworten
  14. 17. Oktober 2007, 6:32 Uhr, von Ute
    014

    Bevor ich mich hier noch entgrenzend selbstentfremde und weiter aufmerksamkeitserheischend kommentiere, schalte ich jetzt auch mal besser ab :-)

    Antworten
  15. 17. Oktober 2007, 17:06 Uhr, von Walter
    015

    Ute, ich blogge also bin ich. :-)

    Antworten
  16. 17. Oktober 2007, 17:16 Uhr, von Ute Gefällt einem Leser
    016

    Oh nein, nicht wirklich! :-)

    Antworten
  17. 17. Oktober 2007, 20:16 Uhr, von Walter Gefällt einem Leser
    017

    hier schon

    Antworten
  18. 18. Oktober 2007, 0:16 Uhr, von Walter
    018

    Überall wird gratuliert, hier auch: Herzlichen Glückwunsch!
    Um 10 im WDR.

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  19. 18. Oktober 2007, 6:25 Uhr, von Anja
    019

    Walter, um 10.00h stehe ich vermutlich noch irgendwo am Bahnhof;-)

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  20. 18. Oktober 2007, 8:32 Uhr, von Janna
    020

    @Walter: habe die Turboversion vorgestern schon gesehen, hätte mir nur ne andere Laudatorin gewünscht mit weniger modulationsreicher Aussprache.
    So, und jetzt arbeite ich noch etwas daran, auch ohne Verbindung mit einem elektronischen Kommunikatiosmittel so zu sein wie ich bin

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  21. 18. Oktober 2007, 12:14 Uhr, von Walter Gefällt 2 Lesern
    021

    @Anja: Mein Mitgefühl, es trifft eben die Falschen und die ganz schön heftig.
    @Janna: Susanne Gaschke schreibt heute auf Seite 3 der ZEIT so etwas wie eine erweiterte Rezension:
    ‚Die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel fordert in ihrem Buch Vom Glück der Unerreichbarkeit eine Informations- und Kommunikationsökologie, die es uns ermöglicht, im Zeitalter der Überinformation trotzdem dann und wann einen klaren Gedanken zu fassen. Meckel empfiehlt: einfach manchmal abschalten, unerreichbar sein, um sich konzentrieren zu können.‘ Susanne Gaschke fordert analog eine Zeitökologie zum sozialen Umweltschutz- damit wir auch so sein können wie wir sind.

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  22. 18. Oktober 2007, 14:00 Uhr, von Walter
    022

    Der Link.

    Antworten
  23. 18. Oktober 2007, 17:41 Uhr, von Janna
    023

    Walter, mein Problem ist nicht, das ich von zuvielen technischen Medien abhängig bin. Ich kriege 2-3 mails pro Tag, Telefonanrufe nur gelegentlich. Damit dürfte ich definitiv im aller untersten Segment der technikgeplagten hier rangieren. Mir reden nur viele ein, das es heutzutage so sein muß, um erfolgreich zu sein.
    Und das ist die Sache die mich ärgert, denn man kann auch mit wenig Kommunikation seinem Beruf nachgehen

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  24. 18. Oktober 2007, 18:46 Uhr, von theresa
    024

    Nach Lektüre des Buches und gestrigem Autounfall mit Totalschaden lautet meine Quintessenz: weniger ist mehr! Lieber einer Sache gescheit (auto fahren) nachgehen, als alles ein bisschen (telefonieren, navi, trinken, schminken…) machen.
    Hoffentlich hält der Vorsatz.

    @walter or just anybody else: gibt’s ein hajo-friedrich-preis video? Die vdL-Laudatio würde ich ja zu gerne sehen ;o)

    Antworten
  25. 18. Oktober 2007, 20:23 Uhr, von Ute Gefällt einem Leser
    025

    @ Theresa: Aber Du bist heil? Gut, dass man auf der virtuellen Datenautobahn nicht körperlich verunfallen kann – okay, der war unpassend und platt – musste aber einfach raus, nimms‘ als Aufheiterung ;-)

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  26. 18. Oktober 2007, 20:24 Uhr, von Walter Gefällt 2 Lesern
    026

    @Janna: Es kommt wohl auf den Beruf an.? Wenn die Mitteilung über Email erst einmal in einer Organisation eingeführt ist, kommt die Lawine ins Rutschen. Gerade in großen, verzweigten Strukturen suchen ‚Vorgesetzte‘ nach effektiven, einfachen Verfahren, möglichst alle Mitarbeiter zu erreichen, um sich auch persönlich abzusichern- ‚cover your ass‘ um mit MM zu sprechen.
    Dort wird dann erwartet, dass Rund- Mails und Dienstanweisungen nicht nur gelesen, sondern auch noch ausgedruckt und abgeheftet werden.

    @theresa: Ist Dir etwas passiert oder nur dem Auto? Ein Auto ist zu ersetzen. Der Vorsatz hält eher nicht, sonst wäre es ja kein Vorsatz, das sage ich mal aus eigener Erfahrung. – Aber interessant, was so alles gleichzeitig geht- die Frage sei erlaubt, ob das Auto nicht von allein gefahren ist.
    Einen Video- Link zur Preisverleihung kenne ich nicht, sehen konnte ich auch nur die Kurzfassung der Tagesschau, sehr persönlich. Zu Ursula von der Leyen als Laudatorin fällt mir einiges ein. Die Wahl wurde zwar von einigen wegen der Verbändelung von Politik und Journalismus kritisiert, ich finde aber gute Gründe gerade für Frau von der Leyen, die in den letzten beiden Jahren offensichtlich viel erfahren und gelernt hat. Außerdem sind die beiden ja bald Nachbarn, wenn der Neubau des Ministeriums (2010?) fertig sein wird. Hoffentlich ist Anne Will bis dahin nicht verhungert, so mager wie sie jetzt ist. Ernsthaft.

    Antworten
  27. 18. Oktober 2007, 21:28 Uhr, von Janna
    027

    @Walter: Sicher kommt es auf den Beruf an, aber dennoch glaube ich, das wir uns da auch alle selbst etwas an die Nase fassen müssen.
    Von ner Wiederholung der Sendung wurde heute morgen nichts angezeigt, auch nicht im Videotext oder auf der Homepage des WDR.
    Die Laudatio war inhaltlich nicht schlecht, ich habe nur die ganze Zeit nach der Kausalität zwischen vdL und AW gesucht. Es handelt sich schließlich um einen Preis, der die journalistischen Fähigkeiten würdigt, also berufsbedingt ist, und da hätte ich mich an ihrer Stelle gefreut wenn das Kollegen gewesen wären, die meine Arbeit würdigen. So hatte es einen etwas „offiziellen“ Touch. Immerhin trat meine Befürchtung nicht ein, das nach der „Augenbrauen-Nummer“ noch der „von Frau zu Frau“ Aspekt durchgekaut wird…

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  28. 18. Oktober 2007, 21:43 Uhr, von Ute
    028

    @ Walter: Danke, dass Du das mal sagst mit dem Verhungern, ich hörte Ähnliches, seltsam … :-(

    Aber vielleicht ist hier nicht der passende Ort über diese Dinge zu diskutieren. Hier geht’s um MMs Buch und ohne schleimerisch zu wirken, wäre gut, wir blieben beim Thema und würden in zweifacher Hinsicht MonotheMathisch bleiben: MM und Kommunikation.

    MM sieht gut und gesund genährt aus, wie wir uns selbst filmisch überzeugen können – vermutlich hat sie sich von den Holzfällern nebenan ein Schnitzelchen stibitzt, oder sich was mitgenommen, die muss ja Stunden, nein Tage, dort im Wald verbracht haben, bei dem Lesepensum :-)

    Antworten
  29. 19. Oktober 2007, 11:45 Uhr, von Andrea
    029

    So, und wenn ich wieder einen blöden Kommentar platziere – passiert gerade – dann gibt es wieder ein neues Posting, gell?

    Antworten
  30. 19. Oktober 2007, 16:20 Uhr, von Walter
    030

    ‚Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.‘
    Albert Einstein

    ‚Aufmerksamkeit ist die neue Währung unserer Zeit.‘- War sie es nicht schon früher? Aufmerksamkeit als Bedingung für Beachtung und Wertschätzung setzt voraus, dass wir die Anderen als uns ähnlich, aber verschieden wahrnehmen und aus der Differenz zu uns, dem Grad ihres Andersseins, ihre Einzigartigkeit ableiten. Doch die Bedingung dafür ist die Selbstwahrnehmung, das Spektrum an körperlichen und nicht körperlichen Eigenschaften, die ich überhaupt zunächst an mir und dann an dem Anderen wahrnehmen kann. Wahrnehmung setzt damit Kommunikation, verbale wie nonverbale voraus, als Grundlage des gegenseitigen Erkennens.
    Je schmaler die Bandbreite und je geringer die Kapazität der Kommunikationskanäle ist, desto kleiner der Grad der Wahrnehmungsmöglichkeit.
    Während bei einem Gespräch Auge in Auge, Stimme in Ohr sich zwei Menschen offenbaren, auch dann noch, wenn sie versuchen sich gegenseitig zu täuschen, also bewusst ‚falsche‘ Signale zu geben, ist die Bandbreite schon beim Telefonieren nur auf die Stimme beschränkt, die aber durch Sprachrhythmus und Modulation immer noch sehr viel verrät.
    Bei der Verständigung über die Schrift sagt die persönliche Handschrift noch einiges über die Person aus, die Zeichen des Computers aber rein gar nichts mehr. Damit bedienen wir uns mit der Email eines Kommunikationsmediums mit dem wir am wenigsten zu sagen, also als persönliche Botschaft zu übermitteln haben. Was uns in unserer Selbstwahrnehmung ausmacht , können wir nicht, oder nur in ungeeigneter Form mitteilen. Interessant sind hier die Kontaktanzeigen, in denen Menschen versuchen, sich in Formulierungen einzugießen- davon wohl noch später.
    Also bleibt von der Aussage: ‚Ich maile also bin ich‘ nur dies übrig, dass es mich überhaupt gibt. Meine für mich und andere entscheidenden Eigenschaften können mit diesem Medium nicht oder allenfalls entstellt vermittelt werden. Entsprechend schwer ist es, tatsächlich Aufmerksamkeit und sogar Wertschätzung zu erzielen. Und da ein konkretes Gegenüber nicht zur Verfügung steht, fehlt auch die Empathie, die als emotionales Bindeglied Beziehung herstellt.
    Wir kommunizieren also- über Email- die meiste Zeit auf niedrigstem, eingeschränktesten Niveau.
    Das genügt fürs Menschsein nicht. Vor allem nicht, wenn niemand zuhört und antwortet. Wenn dann noch eine Großstadt- Situation hinzukommt- nichts gegen Großstädte an sich- wo die Menschen vor und nach der Arbeit nicht kommunizieren- don’t focus‘!- und den Abend vor dem Fernseher ausklingen lassen, bleibt traurigerweise nicht mehr viel für ‚richtige Kommunikation‘ übrig.

    Antworten
  31. 20. Oktober 2007, 10:28 Uhr, von Ute
    031

    Lumberjack Song :-) Bäumefälle, im übrigen besonders beliebt bei Wilhelm II …

    Antworten
  32. 20. Oktober 2007, 13:24 Uhr, von Walter
    032

    Ute, Wilhelm 2 hat mit einer Hand Holz gehackt, nicht Bäume gefällt und das vielleicht auch mehr aus Frust als um Erfolge zu sehen…
    – Ich hacke also bin ich. :-)

    PS: Ich habe nicht daneben gestanden (@Janna)

    Antworten
  33. 20. Oktober 2007, 14:09 Uhr, von Anja
    033

    Ich maile also sieht mich keiner;-)
    Merke gerade wie angenehm es nach einer durchgefeierten Nacht ist die ein oder andere Mail zu verschicken. Weder Telefonieren noch persönliche Gespräche wären momentan möglich.
    Also mal ganz praktische Vorteile der neuen Kommunikationswege;-)

    Antworten
  34. 20. Oktober 2007, 16:42 Uhr, von Janna
    034

    @Walter: Donnerwetter, ich würde mindestens ne Axt dazu brauchen…
    @Anja: ich hoffe, du hast die Webcam ausgeschaltet…

    sorry, ich hab geraden meine täglichen albernen 5min

    Antworten
  35. 20. Oktober 2007, 18:19 Uhr, von Walter
    035

    Nur 5?
    Natürlich hatte er eine Axt…
    Aber wir brauchen ja jetzt nicht in diesen alten Geschichten herum zu stöbern. Die modernen Hacker kommen jedenfalls ohne Axt aus. Naja.
    Noch so ein Sinnspruch: Ich wähle also bin ich.- Selten war das Interesse an Nationalratswahlen so groß wie jetzt. Die Schweizer werden sich irgendwie zwischen Nationalismus und Globalisierung entscheiden. Sie könnten sich ja auch der EU annähern, vielleicht ähnlich den Briten. Am Rütli gab es dieses Jahr schon mal eine kleine Revolution- drei Frauen beim Rütlischwur gegen Widerstand. – Es geht.
    Entschuldigung, ein kleiner Schlenker, der Aktualität geschuldet und dem Interesse.

    Antworten
  36. 23. November 2007, 1:25 Uhr, von Johanna
    036

    schön das die Seite wieder da ist!
    …und hier noch ein Fundstück:
    Fragen wir künftig jede heterosexuell agierende Frauen: Ist dir nicht wohl? Hat dich eine Frau enttäuscht? Musstest du zu Männern flüchten? Und jeden Heteromann: Hat Dich ein Mann enttäuscht?
    ….schönen Advent
    Johanna

    Antworten
  37. 12. Dezember 2007, 12:20 Uhr, von About the curse of availability at wolfgang.lonien.de
    037

    […] Prof. Miriam Meckel was featured in Zeit online with her article “Ich maile also bin ich“. […]

    Antworten
  38. 7. Januar 2008, 16:12 Uhr, von Walter
    038

    In DRadio: die Email- Flut

    Antworten


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