MM_Maupassant
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16. Dezember 2007, 17:43 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Die Intimität des Lesens

Kürzlich flog ich von Zürich nach Berlin mit der Cityline von Lufthansa und saß in einer dieser Kleinstmaschinen, in denen man eher auf dem Schoß des Nachbarn denn neben ihm sitzt. Der Mann, dem ich unfreiwillig nahe rücken musste, war ein älterer Herr mit großem Schnauzbart, der offenkundig noch nicht oft den Luftraum erobert hatte. Jedenfalls war er unruhig und ein wenig hektisch und räumte vom Moment des ersten Hinsetzens bis weit nach dem Start fiktive Gegenstände zwischen seinem Aktenkoffer, seinem Schoß und der Sitztasche hin und her.

Als wir gestartet waren, wollte ich beginnen die Zeitung zu lesen und stellte fest, dass ich in der Lounge aus Versehen zwei Exemplare gegriffen hatte. In einem kleinen Anfall von Nächstenliebe und Mitleid ob seiner Nervosität bot ich ein Exemplar dem Sitznachbarn an. Der bedankte sich höflich und ich sah noch aus dem linken Augenwinkel, wie ein Kreuzworträtsel wieder in den Sitzuntiefen verschwand, das gerade erst seinen Platz auf dem Klapptischchen hätte finden sollen.

Dann lasen wir. Eine schöne Beschäftigung während eines Flugs, wenn es gelingt, auch die Innenteile der Zeitung zu öffnen. In der Lufthansa Cityline ist das schwierig, weil der Nachbar zu nah, der Gang zu schmal und die Stewardess mit ihrem Getränkewagen gegenüber den Ellenbogen ohne jede Gnade ist. Ich versuchte, mich auf den Kampf mit meiner eigenen Zeitung zu konzentrieren und mich nicht vom parallel verlaufenden Ringen und Rascheln des Nachbarn ablenken zu lassen. Das war schwierig. Er hatte offenbar nicht nur wenig Erfahrung im Fliegen, sondern noch weniger im Zeitung lesen auf begrenztem verfügbarem Raum. So vergingen einige Minuten.

Plötzlich sagte der Nachbar zu mir: „Wollen Sie mit mir lesen?“ Ich starrte ihn entgeistert an. „Wollen wir nicht zusammen eine Zeitung lesen?“, präzisierte er. „Es ist doch etwas eng hier.“ Ich war perplex. Ich war das noch nie gefragt worden. Wenn er gefragt hätte: „Wollen Sie mit mir schlafen?“, hätte ich das zwar unverschämt gefunden, aber immerhin doch irgendwie noch im Bereich des Möglichen. Aber zusammen LESEN?

Da ich zur Höflichkeit erzogen bin, wollte ich ihn nicht vor den Kopf stoßen. Außerdem hatte die Frage etwas Rührendes. Der Versuch einer pragmatischen Lösung in einer ganz und gar unpragmatischen Frage. Ich gewann meinen Mut zurück und sagte: „Sehr gerne, nehmen wir doch meine Zeitung.“ Da legte er seine beiseite und las bei mir mit.

Ich konnte nichts mehr lesen. Ich starrte auf die Buchstaben und stellte in einem Sekundenbruchteil fest, dass ich für das zweisame Lesen gänzlich ungeeignet bin. Um dem Nachbarn den Affront zu ersparen, gab ich weiter vor, in einen Artikel über die Bedeutung der Freiheit im europäischen und islamischen Kulturraum vertieft zu sein. Nach einigen Minuten blätterte ich um zur Medienseite. Ich bemerkte den mininalen Versuch des Nachbarn, auf die nächste Auswahl des Zeitungsteils Einfluss zu nehmen, der aber noch im Anstatz erstarb. Nach einigen Minuten fragte er dann: „Gibt es auch Vermischtes?“ Ich sah ihn irritiert an. „Das gibt es schon, aber ich lese ja gerade den Medienteil.“ Ich fand mich jetzt ein wenig unhöflich und unkooperativ. Andererseits hätte ich wirklich gerne Zeitung gelesen. Wenn das schon grundsätzlich in dieser seltsamen Zweisamkeit kaum möglich war, dann wollte ich nicht auch noch an einer Seite kleben, die ich immer als letzte lese.

Es entstand eine unangenehme Pause. Ich klammerte mich an die Zeitung, noch immer die Medienseite. Er starrte vor sich hin. Dann fasste ich mir ein Herz und sagte: „Wollen wir es doch nochmal mit zwei Zeitungen versuchen?“ Er lächelte erleichtert und griff sofort nach seinem Exemplar, nicht ohne unmittelbar wieder in die vorangehende Hektik zu verfallen. Dadurch fegte er mit seiner neu in Angriff genommenen Zeitung seinen Kaffee vom Klapptischchen, der sich in Teilen über meine Jeans, meine Tasche und die Ecke meiner Zeitung ergoss. Jetzt war an Lesen gar nicht mehr zu denken. Ich versuchte, den Sitznachbarn zu beruhigen und versicherte, dass es nur in ganz seltenen Fällen gelingt, das servierte Fluggetränk vor dem Umsturz zu retten und tatsächlich zu trinken. Doch das half alles nichts. Er jammerte und zeterte ob seines Missgeschicks.

Irgendwann habe ich aufgegeben. Ich habe mir meinen iPod in die Ohren gestöpselt und die Augen zu gemacht und so getan, als würde ich Musik hören, obwohl doch der Akku leer war.

An diesem Tag habe ich etwas über die Integrationsfunktion von Medien gelernt: Sie funktioniert inhaltlich ganz wunderbar, aber nicht in jeder Nutzungssituation. Eine Zeitung reduziert den Raum zwischen zwei Menschen auf Null, nicht nur physisch, sondern auch in der Lenkung der eigenen Aufmerksamkeit. Die Art, wie ich Zeitung lese, was ich darin lese und wie ich mich in das Gelesene vertiefe, ist ganz und gar individuell und unteilbar. Eine Zeitung zu lesen, ist etwas sehr persönliches und intimes. Mit Fremden gelingt das nicht, wahrscheinlich nicht einmal mit Geliebten oder Freunden.

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222 Reaktionen

  1. 30. Dezember 2007, 2:33 Uhr, von Fabian
    0201

    Uff, Clö, Blogwart … nee, lass mal! Ss geht mir eher um die Bloghygiene … insofern, schon okay, wir haben alle mal unsere Aussetzerchen *hust* :-)

    Also, wer organisiert jetzt mal ein Treffen? Ich werde arrangieren, dabei zu sein. Wie und wer der Walter wohl in Wirklichkeit ist??? Nein, darüber mache ich mir gewiss keine Gedanken (mehr) :-)

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  2. 30. Dezember 2007, 2:34 Uhr, von Fabian
    0202

    @ Angela: Und erst die Urzeitkrebse!!! Vor allem Heft 2: Das Futter für die Urzeitkrebse – Pech nur für die Urzeitkrebse, wenn man das Taschengeld schon vorher für Schlickerzeugs ausgegeben hatte …

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  3. 30. Dezember 2007, 11:34 Uhr, von Angela
    0203

    Die Urzeitkrebse konnte ich ausbrüten. Oder waren es quierlige Wasserflöhe in abgestandenem Wasser? Einen schönen Tag noch und alles Gute für 2008!

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  4. 30. Dezember 2007, 12:38 Uhr, von Lena
    0204

    Konntet ihr wirklich als Kind besser gemeinsam lesen???

    Ich hätte das überhaupt nicht fertiggebracht…habe mich immer mit einem ganzen Stapel Bücher auf den hinterletzten Baum auf irgendeinem Feld in unserem Kaff verzogen und dort gelesen. NIEMALS hätte ich als Kind meinen Lesestoff mit jemandem geteilt. Ich erinnere mich sogar an eine Klassenfahrt, auf der ich heimlich auf dem Klo gelesen habe, weil ich nicht wollte, dass die anderen wissen, WAS ich lese.

    Da bin ich als Erwachsene eher toleranter geworden. Ich gebe sogar gerne in diesem Forum preis, dass ich bis heute Micky Maus lese!

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  5. 30. Dezember 2007, 12:42 Uhr, von Siegmund
    0205

    Was mir noch eingefallen ist:
    Ich glaube, mit den Tomaten habe ich das verwechselt.
    Viereckige Eier musste man quetschen ! Und das funktionierte so: Hartgekochte Eier wurden in ein Quadrat (bzw. physikalisch genau: Quader aus Kunststoff) gesetzt und dann sozusagen die Daumenschrauben angelegt.
    Nach ähnlichem Prinzip muss das mit den Tomaten wohl auch funktioniert haben – nur dass diese dann innerhalb eines solchen Quaders erst wachsen mussten.
    Urzeitkrebse: Hauptsache, die Viecher hopsen nicht durch die Wohnung ! ;)

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  6. 30. Dezember 2007, 12:51 Uhr, von Angela
    0206

    Nein, Siegmund, die Tomatensamen stammten aus einer speziellen Züchtung und sollten wirklich viereckige Früchte hervorbringen. Dies wurde von der Fachzeitschrift Yps damit begründet, dass sie besser zu stapeln waren. Was uns früher alles verklickert werden konnte.

    Lena, WAS Du gelesen hast, kann ich mir denken…

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  7. 30. Dezember 2007, 13:08 Uhr, von Lena
    0207

    Hallo? Ich glaube, da liegt jetzt ein Missverständnis vor…

    Antworten
  8. 30. Dezember 2007, 13:12 Uhr, von Angela
    0208

    *lach* Jetzt erhöhen wir das Niveau, BITTE.

    Antworten
  9. 30. Dezember 2007, 17:07 Uhr, von Angela
    0209

    Bitte, ein Beitrag darüber, warum die Kinder von heute in der Informationsflut der Medien untergehen – und es früher mit Yps-Heften besser war o.ä.

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  10. 30. Dezember 2007, 17:38 Uhr, von Siegmund
    0210

    Weil die Kinder nicht die reichhaltige Auswahl hatten wie jetzt, war das, was sie hatten, umso „wertvoller“.
    Walter hat es schon gesagt, dass es bis zur Einführung der Privaten -also wollen wir mal ´90 als Eckdatum nehmen- kaum Fernsehprogramme zur Auswahl standen. Dann war eine Sendung wie ein Kinder-Ferienfernsehprogramm schon eine Sensation.
    Yps war eine Sensation, weil das einzige Heft mit Gimmick !
    Ich finde es übrigens sehr sinnvoll, wenn Kinder Comics lesen. Das Interesse an einem Buch ist bei einem Erst- oder Zweitklässler z. B. doch noch nicht so stark ausgeprägt.
    Ich wette, dass diejenigen, die Comics „verschlingen“, im Lesen und auch im Schreiben vor denjenigen liegen, die keinerlei Lesestoff nutzen.

    Übrigens gibt es auch erwachsene Comic-Leser. Es gibt eine ernstzunehmende „Szene“ mit Comic-Messen usw. Eine Gattung für sich.

    Ich glaube, dass Kinder gerne gemeinsam lesen, vor allem mit den Eltern.
    Diese Unbeschwertheit hat man als Erwachsener vielleicht verloren. Es entsteht eine fast natürliche Hemmschwelle mit anderen zu lesen.
    Es scheint eben „kindisch“ zu sein.
    Im Grunde ein Sinnbild unserer Gesellschaft: Eine Individualisierung, die sich auch an solch „kleinen“ Dingen zeigt.

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  11. 30. Dezember 2007, 17:39 Uhr, von Angela
    0211

    Mit unserem Sohn sind wir da konservativ. Jeden Tag lesen wir derzeit aus Büchern von Astrid Lindgren vor…

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  12. 30. Dezember 2007, 17:43 Uhr, von Angela
    0212

    Siegmund, ich kann Dir da nur in allen Punkten zustimmen. Auch Comics sind wertvoll. (Am Rande: Mein Ehemann hat noch eine vollständige Micky Maus-Sammlung im Keller.)

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  13. 31. Dezember 2007, 18:53 Uhr, von Anna
    0213
    Antworten
  14. 1. Januar 2008, 15:05 Uhr, von Angela
    0214

    Hallo, den Link zur „Germanisierung“ verstehe ich heute leider nicht. Dieses Thema ist sicherlich auch interessant. Bezogen auf die Heft-Sammlung kann ich sagen, dass diese von meinem Gatten wohl liebevoll gesammelt wurde und unverkäuflich ist. Alles Gute noch im neuen Jahr!

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  15. 6. Januar 2008, 15:48 Uhr, von Julia
    0215

    warum ich so lache? – fragten mich meine eltern und voller erkenntnis schaute ich hinter dem laptop hervor ;) sie haben recht, man kann nicht zusammen lesen, man ist völlig fixiert auf das andere ich, das da noch mitliest… und genau deshalb habe ich die texte, die wir in der schule mit unserem banknachbarn aus einem lehrbuch lesen mussten, nie verstanden – zu hause erschienen sie mir jedoch sehr einfach und plausibel ;)

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  16. 7. Januar 2008, 4:30 Uhr, von Sarah
    0216

    Eine herrliche (Gute-Nacht-)Geschichte :D
    – eine Zeitung ganz aufgeklappt zu lesen, das kann man wohl überall in der Öffenlichkeit vergessen. Jedoch, einseitig zusammengefaltet, und auf das Klapptischchen gelehnt, das geht im City-Liner gerade noch; und das bei akzeptablem Lesegenuss;-)

    LG:-)

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  17. 8. Januar 2008, 12:01 Uhr, von Deniz
    0217

    Wirklich sehr amüsant für Unbetei- ligte und vermutlich für Beteiligte im Nachhinein (mir würde es so gehen). Hat etwas von Slapstick. Was diese kleine Geschichte auch zeigt ist, finde ich, was wir manchmal aus Höflichkeit tun, obwohl wir es gar nicht wirklich wollen (Stichwort: Kopf und Bauch). Das führt dann aber eben auch manchmal zu solchen, erzählenswerten Situationen.

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  18. 22. März 2008, 21:00 Uhr, von ReneS
    0218

    Sehr schöne Geschichte und ich habe sie viel zu spät gelesen. Jetzt gleich das Feed abonnieren.

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  19. 19. April 2008, 16:48 Uhr, von Charlotte
    0219

    Zwei Menschen, einander zufällig im Flugzeug begegnet, versuchen, nebeneinander sitzend, gemeinsam in derselben Zeitung zu lesen – und scheitern. Eine schöne Geschichte, die tatsächlich viel über die Integrationsfunktion von Medien verrät. Vor allem aber über die Unterschiede zwischen den Medien, insbesondere zwischen den Printmedien und den audiovisuellen Medien. „Willst du mit mir lesen?“ Die Frage lässt einen perplex zurück, sie irritiert. Ganz anders als die Frage „Willst du mit mir ins Kino gehen?“, die selbstverständlicher Bestandteil unserer Alltagskultur ist. Warum ist es soviel leichter, mit Geliebten, Freunden und Fremden ein Kinoerlebnis zu teilen, als ein Buch oder eine Zeitung? Der Grund dafür liegt nicht in den Inhalten, in denen sich ein Roman und seine Verfilmung, ein Dokumentarfilm und eine Zeitungsreportage in weiten Teilen entsprechen können, er liegt tatsächlich im Medium selbst.

    Die audiovisuellen Medien nämlich geben anders als die Printmedien das Tempo vor. Anders als bei der Lektüre entstehen die Bilder nicht in Eigenzeit im Kopf, sondern erscheinen in rascher Folge, 24 pro Sekunde, in unveränderlicher Geschwindigkeit vor unseren Augen. Zurückblättern, die Richtung ändern, eine Passage genau und wiederholt wahrnehmen, andere flüchtig querlesen oder überschlagen – das lässt der Film nicht zu. Die Kinosituation setzt unserem Rezeptionsverhalten, sogar unserer Körperhaltung enge Grenzen, mit ihren festen Sitzreihen, den nummerierten Plätzen, dem Wissen darum, von Fremden, einem Publikum umgeben zu sein. Im Zeitalter der DVD, die kaum zeitlich versetzt mit dem Filmstart erscheint, ist diese Öffentlichkeit längst der eigentliche Reiz des Kinos geworden: Nicht um sich einen Film anzusehen, geht man ins Kino, sondern um sich mit anderen Menschen Emotionen auszusetzen, um mit fünfzig oder dreihundert anderen zu lachen oder zu weinen.

    Nebeneinander sitzend, gemeinsam dem Medium und der Öffentlichkeit seiner Darbietung ausgesetzt, verbindet die beiden Kinogänger tatsächlich zwangsläufig ein gemeinsames Erlebnis, während die beiden im Flugzeug binnen Sekundenbruchteilen feststellen, für das zweisame Lesen gänzlich ungeeignet zu sein. Ein gemeinsames Lektüreerlebnis scheint es nicht geben zu können: Zu frei lässt das Printmedium seine Rezipienten über ihr Lektüretempo und die Pfade entscheiden, die sie durch die Textpassagen wählen. Sie müssen sich zwischen Medienseite und Vermischtem arrangieren, während den beiden im Kino der Film in einer unerbittlichen Souveränität die Entscheidung abnimmt. Aus der Hoheit über das Tempo gewinnen viele Filme ihr wichtigstes ästhetisches Stilmittel, denkt man an die rasante Geschwindigkeit von „Lola rennt“ oder die berührende Langsamkeit, fast Bewegungslosigkeit des Dokumentarfilms „Die große Stille“.

    Während sich auf der Zeitungsseite unangenehm die Blicke kreuzen, wenn sie nicht im Gleichmaß über die Seiten gleiten, ist die Leinwand groß genug und weit genug entfernt, um sich beim zweisamen Kinoerlebnis auf Unterschiedliches zu konzentrieren. Selbst wenn die eine wie Amélie Poulain in „Die fabelhafte Welt der Amélie“ das bisher unbeachtete Detail im Hintergrund fokussiert, bleibt es für die oder den anderen unbemerkt. „Wollen wir es doch nochmal mit zwei Zeitungen versuchen?? Die gleiche Zeitung, das gleiche Buch parallel lesen, nicht dasselbe, das kann funktionieren und lässt dem einzelnen Freiheit für die eigene Schwerpunktsetzung, die eigene Route durch die Ressorts, die eigenen Bilder im Kopf, wenn es um literarische Texte geht, und vor allem für das eigene Tempo.

    Eines verbindet die zweisame Nutzung von audiovisuellen und von Printmedien dann doch: der Moment danach. Denn niemals verstehen zwei eine durch ein Medium vermittelte Botschaft gleich. Sobald der Abspann läuft, sind auch die beiden Kinogänger der Diskussion ausgesetzt. Denn auch wenn sie vorher wie in einer Laborsituation das gleiche Erlebnis teilten, nimmt doch jeder anders und anderes wahr. Claude Chabrol, hat bei jedem seiner Filme aufs Neue versucht, die Menschen wie mit einem Laserstrahl dazu zu bringen, alles zu erfassen, was er ausdrücken möchte, obwohl er spürte, dass das unmöglich ist. Ein wenig bleibt jedes Medium eben doch ein Spiegel, in dem der Nutzer sich selber begegnet.

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  20. 18. August 2008, 10:37 Uhr, von Miriam Meckel » Blog Archiv » Lesen kompakt
    0220

    […] und Körperhaltung sowie Neigungswinkel der Zeitung im Normalformat. Und der intime Moment des nachbarschaftlichen Mitlesens entsteht gewiss nie, wenn beide ein Kompaktformat […]

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  21. 4. September 2008, 14:37 Uhr, von Yolande Langendijk
    0221

    Hmm.., Ich lese diese weblog jedenfalls gerne mit! Schön Sie gefunden zu haben, Freundliche Grüssen, Yolande Langendijk (Niederlanden)

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  22. 23. Oktober 2008, 23:02 Uhr, von Matthi
    0222

    Eigentlich war ich auf der Suche nach etwas ganz anderem – und Google hat mich hierher gebracht. Nach kurzem Anlesen wußte ich, dass dieses Google-Ergebnis nicht zu den gesuchten Treffern zählt. Allerdings war ich mittlerweile von der Erzählung angetan, das Weiterlesen hat sich gelohnt! Eventuell kann Zeitung lesen zu zweit auch deshalb nicht funktionieren, weil man sich direkt unter Beobachtung gesetzt fühlt vom Mitlesenden. Ich werde es bei Gelegenheit mal ausprobieren, vielleicht ist das ja ein neuer Trend im Flugzeug :-)

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