MM_de-Lillo
Zu den Kommentaren
23. Februar 2008, 9:31 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Ich bin mein Medienwandel

Seit einigen Jahren beobachte ich mich selbst beim Schreiben. Nicht was ich schreibe, sondern wie. Und seit Jahren verändert sich etwas. Schon in dem Augenblick, in dem ich den Stift aufs Papier aufsetze, merke ich: Ich beginne etwas, das Kraft erfordert, einen kleinen Kampf gegen die Reibungswiderstände, die der Stift auf dem Papier erzeugt, einen kleinen Kampf gegen die sofortige Neigung, in Nachlässigkeit zu verfallen.

Immer schlechter ist meine Handschrift in den vergangenen fünf bis sieben Jahren geworden. Immer unwilliger führt meine Hand das Schreibwerkzeug über das Papier. Nutze ich einen Füller, erhöht sich für kurze Zeit der sozialkulturelle Druck in mir selbst, man müsse mit einem so schönen Schreibgerät auch schön schreiben. Nutze ich einen Kugelschreiber, entfällt gar dieser Ansatz der Bemühung unmittelbar.

Ich beginne zu schreiben und nach wenigen Worten kann ich die Veränderung sehen: Immer schlechter wird meine Handschrift, immer unleserlicher der Text. Nach einigen Sätzen beginnen die Buchstaben, ineinander zu wachsen. Jeder einzelne von ihnen bezeichnet die Anstrengung um die Ausführung seiner einzelnen Bestandteile, der Linien, die ihn zu dem machen, der er sein soll, um seinen Teil zur Bedeutung des entstehenden Worts und dem Sinn des Textes beizutragen.

Nach nicht einmal einer halben Seite klumpt meine Schreibbemühung in einem Kritzelfleck. Ich schreibe auf der Stelle, ein Buchstabe folgt dem anderen ohne Übergang und ohne dass der Stift dabei auf dem Papier weiter vorrücken wollte. Ich vermag das allmähliche Verfassen eines Textes im Schreiben nicht mehr als linearen Prozess in Zeit und Raum zu koordinieren. Mein Text implodiert.

Dann entsteht ein Fleck, ein dunkles Knäuel aus Linien und Punkten, die kein Wort mehr sind, nicht einmal mehr eine identifizierbare Kombination aus Buchstaben oder Linien. Es entsteht ein Pixel, das – beobachte ich es unter einem Mikroskop – wunderschöne Phantasieformen und -gestalten darstellt. Nur mit Schrift hat es einfach nichts mehr zu tun.

Ich produziere Pixel statt Worte. Ich produziere Bildpunkte, wo ich früher geschrieben habe. Ich bin mein eigener Medienwandel. Ich habe meine Handschrift verlernt, weil es mir zu mühselig ist, jeden Buchstaben mit Konzentration und Energie zu formen, wo ich sonst doch einfach auf eine Taste meines Computers drücken muss.

Wenn ich aber Briefe lese, die ich bekommen habe, in Handschrift verfasst, in besonderen Augenblicken, mit besonderem Inhalt, dann weiß ich: Ich möchte mich reanalogisieren. Ich möchte die Schrift wiederentdecken, mit der ich in einem unwiederholbaren Augenblick einen nicht reproduzierbaren Text schaffen kann. Ich möchte wieder schreiben können, wenn auch nur wenige Worte, von denen jedes einzelne ob der mit ihm verbundenen handwerklichen und ästhetischen Bemühung einen eigenen Wert hat. Das digitale Wort ist beliebig oft exakt reproduzierbar. Das analoge nicht. Und das macht dann auch in meiner digitalisierten Medienbiographie eben doch noch einen Unterschied.

Be Sociable, Share!

241 Reaktionen

  1. 1. März 2008, 20:13 Uhr, von Sophia Gefällt einem Leser
    0201

    Ich glaube gegen die Tatsache, dass der Blogbetreiber/ die Blogbetreiberin ab und an zum Thema wird hat ja niemand etwas. Nur unterscheiden sich die Definitionen von Privatsphäre bei den Leuten die Beiträge schreiben anscheinend.

    Antworten
  2. 1. März 2008, 20:44 Uhr, von clara
    0202

    Es liest sich aber fast so, als würde hier ständig jemand private Details aus dem Leben Miriam Meckels ausplaudern… das kann ich nicht erkennen.
    Und nach meiner Erfahrung hat es bisher noch am besten funktioniert, solche „die private Grenze überschreitende“ Beiträge einfach unkommentiert zu lassen, sie quasi zu übergehen…

    Im Übrigen habe ich beim bewussten Vergleich von Handgeschriebenem mit PC-Geschriebenem festgestellt, dass ich es als einen äußerst hilfreichen Vorteil von „Tastatur“ empfinde, dass man Fehler ganz einfach und ohne Überbleibsel weglöschen und ersetzen kann. Wobei es gut sein kann, dass das früher beim Handgeschriebenem gar nicht so häufig vorkam, dass ich mich verschrieben habe… vielleicht ist es schon der Luxus der Tastatur im Hinterkopf…

    Antworten
  3. 1. März 2008, 20:46 Uhr, von Angela
    0203

    @Bette, inkonsequent zu sein find´ ich jetzt gut. Die Konsequenzen nur für sich zu ziehen, hat oft so was leidvolles. Die Beiträge von Dir, die ich kenne, waren immer gelungen.

    @Cate am späten Nachmittag des 1.: Dem kann ich mich nur anschließen.

    Respekt ist ein Wort, welches oft in unserer Gesellschaft untergeht, @Walter. Ich benutze es auch gerne und habe das Ziel, respektvoll mit anderen Menschen umzugehen.

    Wie war doch noch das Thema hier?

    Antworten
  4. 1. März 2008, 20:48 Uhr, von Angela
    0204

    @Clara, da sind wir auch wieder beim Thema…

    Antworten
  5. 1. März 2008, 20:58 Uhr, von Angela
    0205

    (Wobei ich diese Grundsatzdiskussion auch interessant finde. Es wirbelt ´ne Menge auf…)

    Antworten
  6. 1. März 2008, 22:05 Uhr, von Walter
    0206

    Vielleicht haben Respekt und Handwerk mehr gemeinsam, als es zunächst scheint, Angela? Es geht ebenso darum die Dinge wie die Menschen ernst zu nehmen. Respekt drückt sich auch durch die Art des Umgangs und die Sorgfalt aus. Wenn Handwerk auf dem Respekt vor der Aufgabe und der besonnenen Auswahl der Mittel und Werkzeuge beruht, haben beide Begriffe eigentlich recht viel gemeinsam.
    Was mir an Richard Sennetts Buch über das Handwerk gut gefällt, ist sein Zugang über Beispiele aus der Geschichte, die er in seinem Sinn sehr respektvoll und einfühlsam interpretiert. Da kann man von ihm lernen.

    Antworten
  7. 1. März 2008, 22:17 Uhr, von Angela
    0207

    Stimmt, Walter. (Bei der obigen Diskussion ist respektvoller Umgang wohl die Lösung. Respekt wird eben unterschiedlich interpretiert. Vielleicht haben unterschiedliche Generationen unterschiedliche Ansätze. Das Handwerk hat sich ja auch verändert. Wobei die modernen Handwerksbetriebe nicht unbedingt viel mehr mit Handarbeit zu tun haben. Eigentlich ein schlecht ausgewähltes Beispiel, um ein mögliches Generationsproblem, welches ich hier schon mal sehe, zu beschreiben. (Mein Vater würde mich auch jetzt nicht verstehen, sorry.))

    Antworten
  8. 2. März 2008, 8:40 Uhr, von Angela
    0208

    Was für ein trüber, stürmischer Sonntagmorgen. Gibt es auch was witziges zur Handschrift/zum Handwerk im Web? (Jetzt aber zum Bäcker und einen innerlich sonnigen Sonntag.)

    Antworten
  9. 2. März 2008, 10:09 Uhr, von Anja
    0209

    Hm, Bäcker wäre schön;-)
    Ich mache mich jetzt auf den Weg zu irgendeinem Literaturfest in NRW, da ich gar keine andere Wahl habe….
    und bestimmt bin ich auch später mal in Nippes…, aber heute darf man ja sicher wieder hin.
    Übrigens gibt es nichts skurileres, als in einer Kirche zu sein, in der statt einem Altar ein Autorenpult steht und da wo man sich sonst das Gesangbuch nimmt, eine Theke steht, an der frisches Kölsch gezapft wird.
    Also, jeder der aus Gründen zur Rettung der Persönlichkeitsrechte der Bloginhaberin einen grossen Bogen um Köln macht, hat momentan wirklich was verpasst!!!

    Wünsche einen schönen Sonntag!

    Antworten
  10. 2. März 2008, 11:26 Uhr, von A.
    0210

    @Anja

    :-D

    Antworten
  11. 2. März 2008, 13:33 Uhr, von Antje
    0211

    Wer sich exponiert und einen klaren Standpunkt vertritt, dem weht schon mal der Wind ins Gesicht. Die Intention eine Diskussion hierüber zu führen und Bewusstsein zu wecken, ist ja wunderbarerweise auch hinreichend angenommen worden. Dass es in einer Diskussion unterschiedlichste Auffassungen gibt und es verbal auch mal „heftig zur Sache“ geht, finde ich völlig normal.
    Gewundert hat mich nur, dass ich im Laufe der Diskussion zur totalen Spaßbremse mutiert bin. Entspricht nicht der Lebensrealität ;-)
    Außerdem möchte ich auch nochmal klarstellen, dass sich meine Aussage nur auf den Blog! und seine Einträge bezog. Ich habe weder zum Boykott irgendwelcher Veranstaltungen aufgerufen, noch die Absperrung irgendwelcher Stadtteile in Köln verlangt ;-) Auch wenn ich damit jetzt vielleicht den einen oder anderen Folgejoke ruiniere.

    Antworten
  12. 2. März 2008, 13:46 Uhr, von Walter
    0212

    Zu Katzen und Bulldozern und zum Handwerk:
    Wir haben einen schwierigen Hund. Vielleicht war er nicht immer so, sondern ist, quasi als Symptom der Familie, erst bei uns so geworden. Ich weiß es nicht. Seit er bei uns ist haben wir keine Katzen mehr. Nicht dass er sie gefressen hätte, es geht einfach nicht zusammen. Wir stoßen an unsere Grenzen, besonders auch unsere älteste Tochter, die sich in den letzten vier Jahren überwiegend um ihn gekümmert hat. Wie geht man mit einem so eigensinnigen Wesen um, das einen besser versteht als umgekehrt.
    – Es ist anstrengender mit ihm als mit der SPD.

    Antworten
  13. 2. März 2008, 14:21 Uhr, von Cate
    0213

    Der Vergleich mit der SPD lässt vermuten, dass sich der Hund in einer Identitätskrise befindet und nach dem Zähnefletschen kuscheln kommt, oder was? Oder anders herum? Vielleicht haben die Katzen bei ihm eine Neurose hinterlassen… Vielleicht denkt er ja jetzt, er sei selbst eine. Miaut er manchmal?
    Naja, im Ernst: Bei schwierigen Tieren kann man in der Regel wenig machen. Ausdauer und viel viel Zuneigung sind da das einzige, was mir einfällt… Ich glaube zumindest daran, dass das Tier spürt, wie man sich bemüht… Immerhin!
    Übrigens: Bull und Dozer ist natürlich totaler Quatsch. :o) Sie heißen tatsächlich Penny und Chino. (Und auch nicht „Penny und Tschibo“, wie meine Oma zunächst dachte… :o)

    Antworten
  14. 2. März 2008, 15:50 Uhr, von Kata
    0214

    Wurde hier nicht jüngst etwas Witziges zum Thema Handschrift gewünscht? Heureka! Es gibt sie, die handgeschriebene SMS

    Antworten
  15. 2. März 2008, 15:58 Uhr, von Angela
    0215

    SMS per Datenstift. Die Technik übertrumpft sich selbst. Was da alles noch kommen wird, Kata?

    @Anja, viel Spaß in Nippes. Kölsch ist lecker.

    @Walter, ich muss schon sagen, ein gutes „Bild“.

    Antworten
  16. 2. März 2008, 16:08 Uhr, von A.
    0216

    @Antje
    Und immer schön locker bleiben :-)
    Ob du eine Spaßbremse bis oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber dein Kommentar war schon ok. Ok, bezogen auf Extremverhalten, aber das findet sich hier mE eigentlich nicht.
    Hätte ich Zeit gehabt, hätte ich die Veranstaltung bestimmt besucht.

    Und jetzt werde ich die von dir veranlassten Straßensperren wieder abbauen ;-D

    @cate
    Bull und Dozer heißen zwei meiner Handpuppen und ich finde, dass dies coole Namen für Katzen sind. :-D

    Antworten
  17. 2. März 2008, 16:11 Uhr, von Cate
    0217

    @Kata: Das ist nicht nur witzig. Das ist technisch bzw. logisch höchst interessant! Der D:Scribe (oder Nintendos Wii) macht etwas, das im digitalen Bereich der grafischen Gestaltung längst Standard ist: Die Erfassung einer Gestalt (oder einer Bewegung) auf Vektorbasis und nicht, wie in einfachen Bitmaps, optisch (also in Form von Pixeln). Der Vorteil daran ist, dass Größenverhältnisse keine Rolle mehr spielen. Während ein Bild, dass in Pixeln gespeichert ist, sich nicht unendlich verkleinern oder vergrößern lässt, kann man eine Gestalt, deren Informationen aus Vektoren bestehen, beliebig skalieren. In der Praxis spielt dann nur noch die Rechnerleistung eine Rolle…

    Antworten
  18. 2. März 2008, 16:30 Uhr, von Kata
    0218

    @ Cate:
    Hut ab vor der technischen Leistung; so was betrachte ich auch immer mit einer gewissen ehrfürchtigen Andacht (weil mir das wirkliche Verständnis davon leider völlig abgeht), aber lustig finde ich es doch, dass man sich so viel Mühe macht um das Tippen auf der Handytastatur zu umgehen…

    Antworten
  19. 2. März 2008, 17:07 Uhr, von Christina
    0219

    Ist es wichtig, wie man schreibt? Und wenn ja – Wann ist es wichtig wie man schreibt? Warum ist es wichtig, wie man schreibt?

    Im digitalen Zeitalter scheint vieles, was früher wichtig war, auf einmal unwichtig zu sein.
    Das hat nicht unbedingt etwas mit vorsinntflutlichen Normen zu tun. Kommunikation – persönliche Kommunikation – wird anonymisiert. Nicht im Hinblick auf den namentlich bekannten Absender, sondern auf das wie, wann und warum und in welcher Dimension.
    Der digitale Brief, das anonymisierte Schreiben auf dem PC – was kann hier vermittelt werden außer den reinen Buchstaben, Satzkonstrukten? Das handschriftlich Geschriebene kann so viel mehr über die Person, die da schreibt, aussagen. Die Handschrift spiegelt die Persönlichkeit, das Befinden in dem Augenblick des Schreibens, das Gefühl, die Konzentration, den Stil des Schreibens ect. Aber will der Schreiber – der Handschriftliches darlegt – überhaupt die Informationen, die seine Handschrift preisgibt, offen legen? Ist das Schreibens über die Tasten ein Zeichen für unser (un)persönliches Miteinder?

    Ist das Schreiben über die Tasten ein Zeichen für Beqemlichkeit? Es ist mühsam, schön oder zumindest ordentlich oder lesbar zu schreiben.
    Ja, das Bemühen um eine ordentliche Handschrift raubt Energie. Energie, die scheinbar besser einzusetzen ist, für Essentielleres als die Handschrift?

    Ist es ein Zeichen für Verkümmerung von Eigenschaften, die nicht mehr geübt werden? Ungeübte Motorik beim Führen des Stiftes? Verkümmerung von Gehirnaktivität, die anderweitig, weil wesentlicher, eingesetzt wird? Einschränkung der Fähigkeit von Multitasking beim Schreiben (Denken, Fühlen, Formulieren, Strukturieren, Kontrollieren (Schriftbild) – – ohne Delate-Taste zur Korrektur?
    Beim Schreiben über die Tastatur ist Vieles so schön viel einfacher – und wir sind darauf getrimmt, vermeindlich Unwichties zu vereinfachen. Äußerlichkeiten sind unwichtig. Äußerlichkeiten lassen Rückschlüsse auf die Person zu – ist das erwünscht, ist das wichtig?
    Warum sollte es wichtig sein, Äußerliches, das Persönliches preisgibt, zu offenbaren, wenn man mit anonymen Personen kommuniziert? So Vieles, was eine Person ausmacht, ist bei der Kommunikation im WEB unwichtig – also vereinfachen wir es.

    Es liegt an uns, wann, wo und wie wir uns dem Medienwandel unterwerfen und beeinflussen lassen.

    Tip für Medienbewusste: PC dann einsetzen, wenn Persönliches unwichtig ist. Wieder üben, Persönliches handschriftlich festzuhalten, beide Gehirnhälfen trainieren. Tagebuch nicht im WWW-Blog führen – das ist eine nur vermeindliche Offenlegung von Persönlichem – sondern Moleskin-Büchlein in der Handtasche mitführen und zu aller erst einmal für sich selbst Persönliches handschriftlich und ehrlich festhalten – in Zeiten der Ruhe, des Wartens, überall und jederzeit – in Zeiten der wunderbaren Unerreichbarkeit…

    Antworten
  20. 2. März 2008, 19:30 Uhr, von Walter
    0220

    Krümel im Käse: D:Scribe versendet eher keine Handschrift sondern SMS- digital und sparsam. Es ist nicht nur metaphorisch interessant, dass Computer Handschrift nicht verstehen, wie wir sie verstehen, sondern sie über Zwischenschritte in ihre ‚Sprache‘ übersetzen müssen. Unsere Schrift firmiert für den Computer als Grafik, sie ist analog.
    Es sind verschiedene Welten, die digitale und die analoge. Je mehr ich darüber nachdenke umso fremder wird mir die PC- Welt. Wir können noch so intensiv versuchen, uns durch das digitale Nadelöhr hindurch zu quetschen um uns in der Virtualität zu entfalten- es wird uns nicht gelingen.
    Wenn es jemals Schnittstellen geben sollte- wie in der Matrix– dann werden diese auf der Computerseite liegen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das werden wird, aber menschlich stelle ich es mir nicht vor. Wollen wir das?

    Antworten
  21. 2. März 2008, 20:24 Uhr, von Angela
    0221

    Mich erinnert es auch an http://de.wikipedia.org/wiki/Newton_(PDA) von Apple. Er galt damals als revolutionär. Wer schreibt heute auf den Plasmabildschirm eines PDA? Mir war das zu kompliziert; lag vielleicht auch an meiner Handschrift…

    Antworten
  22. 2. März 2008, 21:07 Uhr, von Angela
    0222

    Aber ich seh´ gerade, es funktioniert auch mit Krakelschrift:

    http://www.youtube.com/watch?v=dWfChzBl5ug

    Zu viel Computer tut nicht gut, @Walter. Es reicht ja schon, wenn es zur Gewöhnung geworden ist, viel damit zu arbeiten…

    Antworten
  23. 2. März 2008, 21:41 Uhr, von Walter
    0223

    Bleiben wir bei YouTube. Hier versuchen zwei nicht mehr ganz junge Herrn zu erklären, was sie unter ihrem Handwerk verstehen und wie und warum sie uns dorthin gebracht haben, wo wir jetzt sind. Es sieht so aus, als würden sie sich nicht weiter um das Dilemma kümmern wollen, in das sie uns gebracht haben.- Wir wollten es ja auch so, es war alles freiwillig. Wahrscheinlich hätte Richard Sennett sein Buch nicht geschrieben, wenn es die beiden nicht gegeben hätte. Mit Sicherheit aber würden wir hier nicht schreiben- also doch ‚Handwerk‘?

    Antworten
  24. 3. März 2008, 21:45 Uhr, von Jörg Friedrich
    0224

    Die Behauptung, dass man an der Handschrift irgendetwas über die Persönlichkeit erfahren könnte, ist zumindest umstritten. Andererseits zeigt die ganze Geschichte der Druckwerke, der Gedichtbände und Romane, der Glossen, Polemiken, Tagebücher, dass das gedruckte Wort sehr sehr viel Individualität übermitteln kann. Die Individualität des Geschriebenen ist nicht damit zugrunde gegangen, dass Gutenberg den Buchdruck erfunden hat.

    Ich schreibe fast nur am PC, und ich schätze es vor allem, dass ich hier die Möglichkeit habe, meinen Gedanken so zu formulieren, wie er dem Gedachten am besten entspricht. Ich schreibe, dann lese ich, dann korrigiere ich, so lange, bis ich spüre, dass das, was da steht, mit dem was ich meine am besten übereinstimmt.

    Das ist bei handschriftlichen Äußerungen nicht möglich, weil das Streichen und Korrigieren ein immer größeres Wirrwar entstehen lässt, wo eigentlich immer größere Klarheit entsteht.

    Ich möchte behaupten, dass die Übereinstimmung von gedachtem (gemeintem) und aufgeschriebenem bei computerunterstützem Schreiben viel größer sein kann als bei handgeschriebenem. Es kommt nur darauf an, ob man es auch möchte, ob man sich bemüht.

    Antworten
  25. 14. März 2008, 12:56 Uhr, von Ein Manuskript, tatsächlich « Federwerk
    0225

    […] war einfach davon ausgegangen, alle Berufsschreiber hätten den hier beschriebenen Medienwandel längst vollzogen und könnten wie ich gerade noch einen Notizzettel per […]

    Antworten
  26. 23. März 2008, 0:32 Uhr, von Charlotte
    0226

    „Wenn ich aber Briefe lese, die ich bekommen habe, in Handschrift verfasst, in besonderen Augenblicken, mit besonderem Inhalt, dann weiß ich: Ich möchte mich reanalogisieren. Ich möchte die Schrift wiederentdecken, mit der ich in einem unwiederholbaren Augenblick einen nicht reproduzierbaren Text schaffen kann.“ (MM, 23.2.2008)

    Liebe MM, das trifft es sehr gut: Eine handschriftliche Aufzeichnung, ein Brief erinnern viel unmittelbarer, eben weil sie die Unwiederholbarkeit des Augenblicks ihres Entstehens wesentlich auszeichnet. Claude Bourdet, der etwa fünfzig Briefe der Schweizer Schriftstellerin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach in ihren Briefumschlägen sorgfältig aufbewahrt hat, schrieb über die Lektüre dieser Briefe, die ihm Schwarzenbach immer wieder gegenwärtig machte: „Die Erinnerung an sie, die Farbe ihrer Handschrift lassen mich beben, als wenn es gestern gewesen wäre.“ Das unterscheidet sie etwa von einer Lektüre der Typoskripte oder gar Buchveröffentlichungen Annemarie Schwarzenbachs: dass die handschriftlichen Briefe eine weitere Dimension zugänglich machen. Die Farbe ihrer Handschrift, ihre Schrift an sich und deren Verfassung im Augenblick des Entstehens dieses Briefes – flüchtiger oder eleganter, kräftiger oder blasser, gezielter oder verspielter als sonst.

    Unaufgeschriebenes teilt sich mit über die Handschrift, vieles auch unbewusst, ohne dass die Schreiberin es hätte beeinflussen können. Das genau entspricht auch Schwarzenbachs Ideal vom Schreiben: einem automatischen Schreiben, bei dem sie ihren Federhalter ganz unmittelbar ihren Gedanken folgen lässt, um ausschließlich aus sich selbst Sinn, Figuren, Wahrheiten zu holen. Dieses Aus-sich-selbst zeichnet Handschrift aus: Sie lässt im strengen Sinn kein Copy-and-Paste-Verfahren zu. Was immer man verarbeitet, eignet man sich ungleich intensiver an als bei der Arbeit mit digitalen Schreibverfahren – indem man es eben abschreibt, durch die eigene Feder laufen lässt. Man erreicht eine gänzliche andere Intensität der Auseinandersetzung mit dem fremden Text, produziert auch eigene, individuelle Fehler, Abweichungen und Akzentuierungen, die beim maschinellen Copy-and-Paste nicht passiert wären. Das Schreiben am PC eröffnet dagegen eine andere Art von schreibender Intensität: Er erlaubt, im Schreiben problemlos und spurlos Varianten zu verwerfen. Elfriede Jelinek beschreibt den Computer als „ein Tier“, das sie „zum Spielen, zum Spielen mit Sprache auffordert.“

    Dieser manchmal verspielte, manchmal existentielle Kampf um das richtige Wort und den richtigen Platz für das richtige Wort, den gibt es immer beim Schreiben. Nur ist dieser Kampf in digital am PC verfassten Texten nicht mehr sichtbar, in handschriftlich verfassten (so sie nicht noch mal „ins Reine“ geschrieben sind) hinterlässt er Spuren: die Souveränität ebenmäßiger Zeilen und regelmäßiger Absätze, die gehetzte Atemlosigkeit verschwindender Ränder und immer engerer Zwischenräume, die ratlose, freizügige Arbeit mit Lücken. Das merke ich, wenn ich mit handschriftlichen Quellen und Archivalien arbeite, Manuskripten und Schriftstellerbriefwechseln. Ich merke es auch, wenn ich schriftliche Arbeiten meiner Studentinnen und Studenten lese – handgeschriebene Klausuren, deren Antworten mir leichtes Spiel oder Startschwierigkeiten, souveräne Überlegtheit oder Ratlosigkeit, Eile oder gemächliche Unterforderung verraten, oder am PC verfasste Hausarbeiten, in denen sich all diese Spuren verloren haben.

    @ MM: Ein wunderschöner Text zum Medienwandel, überhaupt ein wunderbarer Blog. Vielen Dank!

    Antworten
  27. 9. April 2008, 8:14 Uhr, von Kirsten Ohlwein
    0227

    Ich habe den Eintrag jetzt erst entdeckt und kann nur zustimmen. Mir geht es nämlich ganz ähnlich.

    Immer schneller kann ich in die Tasten hauen. Im Laufe der Jahre habe ich eine Schnelligkeit und Sicherheit beim Tippen entwickelt, die andere als beängstigend empfinden.
    Doch im Endeffekt fällt das wieder auf mich zurück – spätestens dann, wenn ich im Spätsommer dieses Jahres meine 4-stündige schriftliche Magisterprüfung schreiben muss – mit der Hand. Und ich gebe zu, dass ich mich selbst schon häufig bei dem Gedanken ertappt habe, mich zu fragen, warum ich so eine Prüfung eigentlich nicht auch am PC ablegen kann. Zeit verkürzen auf 2,5 Stunden oder irgendein Mittel errechnen, dass es gerecht macht und die Studierenden an einen PC gesetzt. Die Frage ist: Ist die Uni rückständig oder bin ich zu visionär? Fakt ist, dass ich nie wieder so schöne Buchstaben MALEN werden kann wie früher. Das ist vorbei. Und oft ist auch nicht die Zeit, langsam und schön zu schreiben. Schade eigentlich. In „Schrift“ hatte ich nämlich immer eine 1.

    Antworten
  28. 16. Oktober 2008, 2:39 Uhr, von порно
    0228

    Реально интере?ное ме?то, мне тут понравило?ь, правда…
    Столько в?его полезного и интере?ного, ? тут о?тану?ь на долго.

    Antworten
  29. 16. November 2008, 14:26 Uhr, von Michi
    0229

    Ich mag meine Sauklaue, sie ist integraler Bestandteil meiner allseits entwickelten Persönlichkeit. Neue Medien bringen absehbar auch neue Schreibgewohnheiten mit sich.

    Antworten
  30. 28. November 2008, 16:30 Uhr, von Unfaidssata
    0230

    Hello Id Like to welcome it as nessn you this unconclaveal conceivability !

    How adjacent to by we try something a broken rare conflicting this later ?

    perunpremeditated something like this ?

    http://www.stripme4.com

    Antworten
  31. 11. Dezember 2008, 22:01 Uhr, von Tonakuncoff
    0231

    I have heard people on the radio who keep talking about how much money they are making with eBay using a site called Salehoo you can also learn about it here: http://about-salehoo.com Have any of you guys joined a service like that and seen results? I’m a little nervous but it seems like every body’s doing it so I thought I’d ask for some advice and perhaps intelligent tips before I consider dipping my feet in the water.

    Antworten
  32. 19. Dezember 2008, 5:12 Uhr, von assersMek
    0232

    Hello

    As a fresh http://www.miriammeckel.de user i only want to say hello to everyone else who uses this forum :D

    Antworten
  33. 29. Dezember 2008, 4:06 Uhr, von mnorgovudkka
    0233

    Hy my name is mnorgovudkka
    Im from mongolia
    Buy

    Antworten
  34. 25. Januar 2009, 21:39 Uhr, von Handschrift im digitalen Zeitalter (26.12.2008) | Susanne Krones
    0234

    […] Sie dazu auch: »Ich bin mein Medienwandel«: »Das digitale Wort ist beliebig oft exakt reproduzierbar. Das analoge nicht. Und das macht dann […]

    Antworten
  35. 5. Februar 2009, 19:15 Uhr, von lenkaalech
    0235

    I think the girl’s name is Cinderella, but i haven’t found any info about her.
    She either might have changed her name or she is out of the biz.

    This clip is worth the download.
    If you like skinny girls…this is the one!
    Enjoy……

    link: http://depositfiles.com/en/files/0q1liua5f

    Antworten
  36. 15. Februar 2009, 10:18 Uhr, von Beaunseensuth
    0236

    Hello.
    I’m new there
    Nice forum!

    Antworten
  37. 10. März 2009, 14:30 Uhr, von DaveCahonne
    0237

    Never underestimate the power of the internet. An increasing number of people use the internet
    to search for a business or service so having a web presence is an important media for promoting
    your company. Web design is a real skill and if your website is to not only look good but work well,
    it should be constructed by a professional web designer.

    If you are interested, you can contact me: hqwebdesign (AT) gmail (DOT) com

    Antworten
  38. 25. März 2009, 4:38 Uhr, von jelel
    0238

    Bleiben wir bei YouTube. Hier versuchen zwei nicht mehr ganz junge Herrn zu erklären, was sie unter ihrem Bank Vergleich
    Handwerk verstehen und wie und warum sie uns dorthin gebracht haben, wo wir jetzt sind. Es sieht so aus, als würden sie sich nicht weiter um das Dilemma kümmern wollen, in das sie uns gebracht haben.- Wir wollten es ja auch so, es war alles freiwillig. Wahrscheinlich hätte Richard Sennett sein Buch nicht geschrieben, wenn es die beiden nicht gegeben hätte. Mit Sicherheit aber würden wir hier nicht schreiben- also doch ‘Handwerk’?

    Antworten
  39. 5. April 2009, 11:50 Uhr, von Huilo
    0239

    Е?ли вы хотите узнать, как ? взломали ваш ?айт, по?лать $20 WMZ: Z385450145510 и ?лектронной почте c3m3t3ry@gmail.com Спа?ибо.

    Antworten
  40. 5. Juni 2009, 8:17 Uhr, von AnnaNoble
    0240

    I found the best thing to my sister’s birthday… It’s really hard to find cool and still unique.
    So today I saw this thing from ZTARLET on facebook where you can name a real star in heaven and have the certificate and a teddy bear sent to you and pay it by a single SMS. So awesome :)

    Antworten
  41. 11. Juni 2009, 14:14 Uhr, von Reewlywoozy
    0241

    Greetings,

    What is the best web hosting company?

    I’m need to build a web site for my supervisor.

    Thanks,

    -Wendy

    Antworten


© Miriam Meckel 2002 bis 2016