Seit einigen Jahren beobachte ich mich selbst beim Schreiben. Nicht was ich schreibe, sondern wie. Und seit Jahren verändert sich etwas. Schon in dem Augenblick, in dem ich den Stift aufs Papier aufsetze, merke ich: Ich beginne etwas, das Kraft erfordert, einen kleinen Kampf gegen die Reibungswiderstände, die der Stift auf dem Papier erzeugt, einen kleinen Kampf gegen die sofortige Neigung, in Nachlässigkeit zu verfallen.
Immer schlechter ist meine Handschrift in den vergangenen fünf bis sieben Jahren geworden. Immer unwilliger führt meine Hand das Schreibwerkzeug über das Papier. Nutze ich einen Füller, erhöht sich für kurze Zeit der sozialkulturelle Druck in mir selbst, man müsse mit einem so schönen Schreibgerät auch schön schreiben. Nutze ich einen Kugelschreiber, entfällt gar dieser Ansatz der Bemühung unmittelbar.
Ich beginne zu schreiben und nach wenigen Worten kann ich die Veränderung sehen: Immer schlechter wird meine Handschrift, immer unleserlicher der Text. Nach einigen Sätzen beginnen die Buchstaben, ineinander zu wachsen. Jeder einzelne von ihnen bezeichnet die Anstrengung um die Ausführung seiner einzelnen Bestandteile, der Linien, die ihn zu dem machen, der er sein soll, um seinen Teil zur Bedeutung des entstehenden Worts und dem Sinn des Textes beizutragen.
Nach nicht einmal einer halben Seite klumpt meine Schreibbemühung in einem Kritzelfleck. Ich schreibe auf der Stelle, ein Buchstabe folgt dem anderen ohne Übergang und ohne dass der Stift dabei auf dem Papier weiter vorrücken wollte. Ich vermag das allmähliche Verfassen eines Textes im Schreiben nicht mehr als linearen Prozess in Zeit und Raum zu koordinieren. Mein Text implodiert.
Dann entsteht ein Fleck, ein dunkles Knäuel aus Linien und Punkten, die kein Wort mehr sind, nicht einmal mehr eine identifizierbare Kombination aus Buchstaben oder Linien. Es entsteht ein Pixel, das – beobachte ich es unter einem Mikroskop – wunderschöne Phantasieformen und -gestalten darstellt. Nur mit Schrift hat es einfach nichts mehr zu tun.
Ich produziere Pixel statt Worte. Ich produziere Bildpunkte, wo ich früher geschrieben habe. Ich bin mein eigener Medienwandel. Ich habe meine Handschrift verlernt, weil es mir zu mühselig ist, jeden Buchstaben mit Konzentration und Energie zu formen, wo ich sonst doch einfach auf eine Taste meines Computers drücken muss.
Wenn ich aber Briefe lese, die ich bekommen habe, in Handschrift verfasst, in besonderen Augenblicken, mit besonderem Inhalt, dann weiß ich: Ich möchte mich reanalogisieren. Ich möchte die Schrift wiederentdecken, mit der ich in einem unwiederholbaren Augenblick einen nicht reproduzierbaren Text schaffen kann. Ich möchte wieder schreiben können, wenn auch nur wenige Worte, von denen jedes einzelne ob der mit ihm verbundenen handwerklichen und ästhetischen Bemühung einen eigenen Wert hat. Das digitale Wort ist beliebig oft exakt reproduzierbar. Das analoge nicht. Und das macht dann auch in meiner digitalisierten Medienbiographie eben doch noch einen Unterschied.







@Nika:
Die Entdeckung von Dr. Rawlinson ist wirklich erstaunlich. Ich hatte mal eine Postkarte o.ä. gesehen, da stand die Erklärung im “entstellten” Text. Man las also und gleichzeitig wurde erklärt, wie es möglich war. :o)
Ich habe aber auch festgestellt, dass es bei kurzen Wörtern oder Sätzen nicht funktioniert. “Gnaz kruz” zum Beispiel… Perplex, denn man müsste meinen, das Gehirn hätte hier leichteres Spiel. Auf der anderen Seite gibt es vielleicht ein höheres Verwechslungsrisiko…
Überhaupt ein weites Feld voller Überraschungen: Wie nimmt das Gehirn Dinge wirklich war? Oft lässt sich feststellen, dass vieles weniger analog und linear abläuft, als wir bewusst denken. Anderseits gerät diese Feststellung oft in den Zustand der Überschätzung, wie zum Beispiel in puncto Multi Tasking. Trotzdem glaube ich, dass Entdeckungen, wie die von Rawlinson darauf hinweisen, dass das menschliche Gehirn nicht unbedingt einspurig linear arbeitet. Vielmehr scheint eine Art Kombinatorik stattzufinden. Interessant ist das für die Unterscheidung zwischen Handschrift und digitalem Schreiben. Von Hand wird der lineare Prozess erzwungen. Man kann eben einfach nur einen Buchstaben nach den anderen setzen. Die geschriebene Linie, die im Idealfall ja zusammenhänden sein sollte, ist die bildhafte Verdeutlichung dessen. Beim Schreiben am Laptop stelle ich oft fest, dass ich Buchstaben verdrehe. Ich schreibe zum Beispiel “Tishc” anstatt “Tisch”. Mein Gehirn rattert die einzelnen Buchstaben so schnell runter, dass meine Finger auf der Tastatur die richtige Reihenfolge verfehlen. Wenn ich mich bewusst darauf konzentriere, stelle ich zusätzlich fest, dass bestimmte häufig verwendete Wörter jeweils eine Art eingeprägte geometrische Figur aufwerfen, die sich aus den Verbindungslinien zwischen den einzelnen Buchstaben ergibt. Wenn ich mich wirklich anstrenge, kann ich regelrecht wahrnehmen, wie mein Gehirn diese Figuren abruft. Hier scheint offensichtlich ein ganz anderer Denkprozess stattzufinden, als beim Schreiben mit der Hand. Es hat eher etwas vom Abstecken räumlicher Eckpunkte. Ich finde, das ist ein ziemlich wichtiger Aspekt. Digitales Schreiben trainiert einen völlig anderen Mechanismus, als das Schreiben von Hand. Diese Fetstellung ist so banal, aber ich glaube nicht, dass sie vielen bewusst ist. Eher denken die meisten, das Verfassen von Texten am Computer oder an der Schreibmaschine ergänzt die Handschrift sinnvoll. Mir scheint aber eher, das Schreiben von Hand wird erSETZT und es findet eine nicht unerhebliche Entfremdung statt. Das ist nicht so, als würde man eine neue Sprache lernen. Das ist eher so, als ließe man das sprechen gänzlich und trainiere stattdessen nur noch rechnen.
Danke, Walter: „Bei dreimal ‘Nein’ machen wir etwas falsch…“ Überhaupt ´Nein´ zu sagen, fällt doch schon schwer. „Gefragt“ zu sein schmeichelt sehr. Und dann hängen die Jasager in den Seilen und die freie Zeit nimmt ab.
Ich empfehle als Lektüre Tom Hodgkinson “Die Kunst frei zu sein”. Seine Darstellung mittelalterlicher Verhältnisse ist vielleicht manchmal etwas sehr idealisierend, aber er stellt vor allem die richtigen Fragen. Und er zeigt, wie revolutionär und wichtig Gemüseanbau sein kann ;-)
Der Vergleich mit dem Hamsterrad ist nicht ganz falsch. Aber es bedürfte wahrscheinlich einer gemeinsamen Anstrengung zum Aussteigen und Anhalten, Abspringen aus voller Fahrt bedeutet ein gewisses Verletzungsrisiko.
Handwerk kann so ein Ausstieg sein. Es verlangt allerdings Talent und Ausdauer um wirklich Handwerker und nicht einfach nur homo faber zu sein. Wer von uns würde sich dies zutrauen? Wer kann etwas mit seinen Händen anfangen?
Im weiteren Sinn enthalten auch Schreiben, Reden und sogar- vielleicht (?)- Politik eine handwerkliche Komponente und tragen ein ‘ethisches Potential’, wenn wir es denn so sehen. Das wäre dann ein Weg, vielleicht.
Fährt jemand heute Abend nach Nippes?
@MM: Diesmal kommt wohl kein Geburtstag dazwischen (?)
Danke für die Tipps, Susanne und Walter. Ich arbeite seit Anfang des Jahres dran… (auch wenn´s nicht einfach ist, beruflich auf die Bremse zu treten.)
Klar, Walter, ich fahr heute Abend nach Nippes… Nur 49,- mit dem Dauer Spezial der Deutschen Bahn. Für nur weitere 40,- nehme ich noch meine Oma mit, Mitfahrerrabatt. Soll ich dir eine Postkarte schreiben?
Im Ernst: Ich wünsche viel Erfolg, aber ich werde mich heute Abend betäuben und das Glück der geistigen Unerreichbarkeit genießen. Vielleicht zitiere ich in einer dieser bedeutungsschwangeren Diskussionen besoffener Menschen bei lauter Musik mal MM. Oder Dostojeweskj. Wenn’s sein muss auch Alice Schwarzer. Hauptsache zusammenhangslos und sinnentfremdet. Darin bin ich richtig gut. Irgendwann schreibe ich mal im Dauersuff ein Buch… … … Ach, da ist mein Zynismus wieder mit mir durchgegangen. Eine Agressionsvariante. Tatsächlich bin ich seit zehn Minuten äußerst schlecht gelaunt. Tschuldigung!
Cate?
Sorry…
Hm, Trinken ist auch eine legitime Haltung dem Leben gegenüber. Es gab mal ein prima Werbeplakat der Hamburger Biermarke Astra. Auf dem war nur das Markenlogo abgebildet und darunter konnte man lesen: Astra – Trinken gegen den Rest der Welt! Da es direkt neben dem Eingang eines berüchtigten Bierhimmels hing war diese Aussage doppelt genial.
Und noch ein Link für angehende Müßiggänger und -gängerinnen.
http://idler.co.uk/
Handschriftliche Briefe / Postkarten / Notizzettel sind persönlicher, zeigen mehr Gefühl , sind spontaner, man kann es überall tun solange man einen Zettel und nen Stift hat, was häufiger zu finden ist als ein PC, ausser man trägt einen solchen immer mit sich rum. Emails, IRC oder ICQ, MSN man redet oft freier da einem das Gegenüber nicht so bildlich ist, d.h. schreibe ich mit der Hand einen Brief sehe ich mein Gegenüber so als ob er mir gegenüber sitzt, schreibe ich eine Email ist das Gefühl anderst, die Finger fliegen locker über die Tastatur und die Gedanken werden schnell irgendwo hinterlassen. Gerade im IRC wo man selten seinen wirklichen Namen benutzt schreibt man freier, Fremden denen man persönlich gegenüber sitzt vertraut man weniger an. Handschriftliche Briefe zeigen durch Ihr Schriftbild oft die Verfassung an, ob in Eile geschrieben oder liebevoll bedacht aufs Blatt gezaubert. Wer viel mit der Hand schreibt verfeinert sein Schriftbild, macht sich öfter mehr Gedanken über das nächste Wort, da er daran interessiert ist, daß das geschriebene optisch gut rüber kommt, wer ne Tastatur benutzt hat die Löschtaste zur Verfügung. Liebesbriefe mit dem PC geschrieben finde ich glaub nicht so toll, Kündigungen sollte man mit ner Tastatur schreiben, heisst es kommt auf den Grund des Schreibens an.
Susanne, Du machst mich neugierig auf Hodgkinson. Der Link amüsiert. Eine andere Sicht der Dinge mitzubekommen, empfinde ich als Bereicherung. Dankeschön.
„Hirn und Hand“ zu Sennett, DIE ZEIT, 31.01.2008: „Intelligenztests tasten allenfalls die Oberfläche unserer Fähigkeiten ab. Sie kratzen nicht einmal an dem komplexen Zusammenspiel von Wahrnehmung, Materialgefühl, Handfertigkeit und Gedankenblitz, dem wir welthistorische Erfindungen wie die drehbare Töpferscheibe verdanken.“
Der Satz hat mich an eine Kiste erinnert, welche sich in unserem Keller befindet. Dort befinden sich verschiedene Holzmuster, welche zu Handschmeichlern gedrechselt wurden. Buche, Pflaume, Kirsche und Walnuss. Besonders den Handschmeichler aus dem dunklen Pflaumenholz mochte ich, welcher leicht eingeölt wie ein kleiner Schatz wirkte. (Diese Dinge wurden früher als Muster benötigt, um hieraus Anregungen für gestaltete, funktionale Kleinserien zu gewinnen. Die Kisten im Keller habe ich noch immer nicht ausgepackt…)
@cate
Ich auch, und mein kleiner Onkel auch ;-)
(Diese digitale Technik verblüfft immer mehr.)
@Angela: Anbei und als “Wiedergutmachung” für meinen allzu emotionalen Ausbruch heute Vormittag, ein Hinweis auf die aktuelle ZeitWISSEN: Das Interview mit dem Intelligenzforscher James Flynn las ich neulich im Zug nach Warschau. Es lohnt!
Ich habe während meiner Ausbildung nach Feierabend tausende solcher “Handschmeichler” aus Wenge, Sipo Mahagonie oder Kamballa gedrechselt, geölt und sie in meiner Tasche bei mir getragen. Es ist wirklich schön zu hören, dass andere Menschen so etwas auch besitzen und lieben. Du musst die Kiste auspacken! Wenn man mal im Handwerk gearbeitet hat und mit ansehen musste, wie alles nur noch aus Kunststoff gegossen wird, dann weiß man, was echte handgemachte Werkstücke aus Holz wert sind!
@A.: Herr Nilsson ist leider krank und lässt sich entschuldigen… ;o)
@Cate, emotionale Ausbrüche finde ich sympathisch.
Ist ja witzig. Ja, die Drechselkunst. Habe einen Drechsler aus dem Münsterland mal kennengelernt. Ich weiß gar nicht, ob er noch aktiv ist. Das war sehr interessant, wie – nahezu liebevoll – er die gedrechselten Holzschalen anfasste und von seinem Beruf berichtete. Ich werd´ die Kisten irgendwann auspacken (und wahrscheinlich heulen, denn ich habe viel Einblick in so was früher bekommen…)
Danke für den Link…
http://www.zweiterblick.de/gallerien/freunde/drechsel/
Ich muss gestehen, dass ich den Begriff “Handschmeichler” bis gerade nicht kannte. Sieht ja schön aus, aber …. tschuldigung.. was macht man damit.. Oh je.. Bin ich total ungebildet….
Hoffe auf ein wenig Aufklärung. Es scheinen ja Fachfrauen anwesend zu sein…
@Gabi: Handschmeichler, ja, ein nicht alltäglicher Gegenstand aus Holz oder Stein. Dieser Schmeichler lässt sich einfach angenehm anfassen. Handschmeichler haben irgendwie eine beruhigende Wirkung. Vielleicht ist das die Funktion dieser kleinen, unbekannten Kunstwerke.
@Gabi: Der Begriff erklärt sich doch von selbst! :o) Er schmeichelt der Hand! Ähnlich, wie eine Katze, die sich an deine Beine schmiegt. Katzen wissen, dass nichts über die Vermittlung durch den Tastsinn geht. Das haben wir heute auch schon etwas verlernt…
Ich glaube, kulturell betrachtet, sind sie den “worry stones” oder “Qui Gong” Kugeln ähnlich. Sie sollen durch das haptische Erlebnis beruhigen… oder inspirieren.
Respekt ! So schnell wird einem hier die Welt erklärt. Danke !
Ja klar, Handschmeichler.. schmeichelt der Hand… aber bevor ich mir im Internet dieses Filmchen angesehen habe, hatte ich keine Ahnung was das ist bzw. wie das Ding aussieht : (
Katzen.. mag ich nicht.. da verlasse ich mich lieber auf meinen eigenen “Tastsinn” ; )
Also, ich merke gerade, auf was für einem schmalen Grad der Zweideutigkeiten wir uns gerade bewegen… ;o)
Oh, ich hatte schon viele Menschen zu Besuch, die geschworen haben, dass sie keine Katzen mögen… Aber unsere sind so verschmust und anhänglich, da wird fast jeder schwach! :o)
Das nachträglich noch zur Bedeutung der Katzenzeichnung (@Walter). ;o)
@cate
Wie hießen die noch? Waren es Bull und Dozer?
Ich bin übrigens gerade in Nippes. Aber MM habe ich noch nicht gesehen – das wird übrigens auch so bleiben ;-D
(Lustig hier.)
@ Cate (irgendwo ganz weit oben):
Interessant, was du zum Unterschied von Tippen und Schreiben sagst. Kenne ich auch; ich muss meine Mails immer noch mal Durchlesen wegen solcher Buchstabendreher und fehlender Großbuchstaben. Beim Schreiben von Hand passiert das fast nie.
Ich glaube auch, dass man sich Inhalte besser einprägen kann, wenn man etwas von Hand aufschreibt und es nicht nur abtippt – z.B. auch schlicht und einfach, wie ein Wort richtig geschrieben wird.
Könnte es sein, dass das vermehrte Tippen und verminderte Schreiben von Hand zu einer schlechteren Rechtschreibung führt? Ist nur eine ganz wilde spontane These, aber vielleicht weiß da jemand eine Begründung (oder kann sie widerlegen…)
durchlesen… q.e.d.
;-)
@A
und das ist auch am Besten so.
Bei allem freundlichen Austausch, den wir hier pflegen, sollten sich doch Alle bewußt sein, dass das nur ein Blog ist.
Zu viel persönliches, zu viel Annäherung oder gar “Stalking” sollte doch unbedingt vermieden werden.
Auch die Bloginhaberin hat ein Recht auf Privatsphäre.
Nicht, dass ich hier irgendjemand etwas vorzuschreiben hätte, aber manche Blogger werden schon sehr persönlich.
@Antje
Ich wusste gar nicht, dass die Veranstaltung in Nippes zur Privatsphäre der Blogbetreiberin gehört.
Wenn das vorher bekannt gegeben worden wäre, hätte man sich natürlich den Kartenkauf erspart.
Spaß beiseite: Nicht jeder der MM´s Veranstaltungen besucht ist ein Stalker. Aber wäre dem so, dann wäre ich def. keiner :-D
Aber klar doch, Kata. Womit wir wieder bei den Sinnen wären: Je mehr Sinne angesprochen werden, umso effektiver ist der Lernprozess. Alte Weisheit der Lernpsychologie. Lernen mit “Herz, Hand und Verstand”. Neudeutsch würde man sagen: Motivation plus Sensorik und Motorik plus Kognition. Die alten Reformpädagogen waren schwer überzeugt davon. Fast hundert Jahre später bestätigt die Hirnforschung diesen Ansatz ganz eindeutig. Seriöse Forschungsergebnisse liegen vor.
Nachtrag für Kata (Mein Internet-Anschluss leidet im Augenblick offenbar an Herzrhythmusstörungen; dauernd setzt er für einige Augenblicke aus.)
In Indien schreiben Schülerinnen und Schüler Texte in Sanskrit stupide ab, um die Zeichen, die von einer großen Komplexität sind, zu lernen.
Zu meiner Schulzeit gab es einmal in der Woche eine Stunde “Schönschrift”. Hier übten wir nicht nur das schöne Schreiben, sondern auch das leserliche Schreiben, denn eine eindeutige Differenzierung der Zeichen sollte die Rechtschreibung unterstützen. Ich könnte nicht sagen, dass es mir geschadet hätte. Meine relativ sichere Rechtschreibung hat mir viele Türen geöffnet.
@Antje: Ein sicherlich gut gemeinter Kommentar. Vielleicht basiert er auch auf einer falschen Interpretation. Beim Persönlichen fühle ich mich ein wenig angesprochen. Ich fände es langweilig, wenn aus dem Leben nicht mehr geplaudert werden darf. Und ein wenig albern darf doch auch noch gebloggt werden, oder?
Aber welcher Kommentar hat denn hier für Unruhe gesorgt? Welchen hätte oder kann man falsch interpretieren?
@Angela: Was jeder persönlich von sich Preis gibt, entscheidet er/sie ja selbst. Ich finde es nur unsäglich, dass permanent dem Leben der Bloginhaberin so “hinterhergehechtet” wird (“ich kenne jeden Artikel, ich weiss, wo Sie gerade sind etc.”). Mit Verlaub, aber das hat schon was leicht Pathologisches, Sorry.
@A.: der Kommentar vom 29.2. um 22:26 h
@Antje: Ja, kann ich verstehen.
http://www.ksta.de/html/artikel/1203599335309.shtml
nur mal so nebenbei.. ich war natürlich auch nicht in Köln.
Mein Alibi: 29.02.08, 21.48 h und 29.02.08, 22.02 h
Aber vielleicht war ja DER eine oder die andere in Köln und kann uns detailiert berichten.
Schönen stürmischen Samstag zusammen !
Danke für deinen Kommentar, Antje. Genau mein Grund, hier (eigentlich) nicht mehr mitzubloggen….
Huch, der Kommentar sollte eigentlich eher witzig sein und deutlich machen, dass ich zwar in Nippes war bzw bin, aber trotzdem nicht die Veranstaltung besucht habe. Dass die Straßen nicht gesperrt waren und keine Menschenmengen am Straßenrand standen.
@Antje
Und was deinen Kommentar betrifft, so kann ich mich da nur anschließen.
@A: Hatte ich auch so verstanden :-).
Ich habe den Kommentar nur als “Aufhänger” benutzt.
Ok, dann bin ich beruhigt :-)
Kritik zu üben, seine Meinung kund zu tun wäre vielleicht hilfreicher als sich zurückzuziehen, Bette.
Ein kurzer Hinweis zum Vorangeschriebenen:
Es ist nichts verwerfliches Termine von Veranstaltungen zu nennen, welche der Öffentlichkeit sowieso zugänglich sind – im Gegenteil.
Verwerflich wird es, meiner Meinung nach, wenn nicht das Thema sondern die Person, der Personenkult im Vordergrund stehen und die Grenze von Spass, Respekt, Höfflichkeit, Wertschätzung überschritten wird – dies gilt auch für diesen Blogg.
Sicherlich kann die Person nicht von ihrem “Werk” getrennt betrachtet werden, aber der “Werkinteressierte” sollte schnellstmöglich doch zum “Werk” zurückfinden und es nicht hemmen – dies gilt übrigens auch für diesen Blogg.
Der absolute Rückzug ist sicherlich auch eine Wahl, damit der Hemmschuh einziehen kann.
“Ich bin seit Jahren zu Konzerten meiner Lieblingsband gegangen- die Musik, auch die Musiker gefiehlen mir.
Ich werde auch weiterhin zu den Konzerten gehen, wenn mir die Musik, die Musiker gefallen. Die Fangemeinde hat sich verändert, aber ich identifiziere mich doch nicht in erster Linie mit den Fans-oder?”
Eine immerwährende Passivität kann gute Ideen, Werke zerstören.
Deshalb hoffe ich, dass diejenigen die wirklich etwas zu sagen haben, dies auch tun – dies gilt vorallem für diesen Blogg.
mei, iss da was los!
wie beim chatten
;~}
@A. A. und A.:
Ich schließe mich an, solange emotionale Ausbrüche (im Bezug auf das eigene Leben!) weiterhin als “sympathisch” gelten. ;o) Ich möchte auch mal dazu aufrufen, hier nicht jeden Sonntag AWs Sendung zu besprechen… Es gibt da schon ein entsprechendes Blog. Und was wann wo inwiefern “dazwischen kommen” könnte, wenn ein lit.cologne – Termin ansteht, geht hier tatsächlich auch niemanden etwas an. Ich hoffe aber, dass in diesem Blog Platz für Spaß und kleine Albernheiten bleibt. Das sollte nie zu kurz kommen! :o)
Ein Blog auch ‘wider den tierischen Ernst’, Cate.
Die Grenze von Scheinheiligkeit und Heuchelei bleibt der Selbstdefinition überlassen. Seine eigene Meinung anderen überzustülpen, ist eine Form ethischer Gewalt. Wir brauchen hier niemanden zu verehren oder auch nur zu verteidigen, respektieren genügt.- Meine Meinung, eine unter vielen…
@Angela: Been there, done that, no t-shirt…. ;-)
Aber wer bin ich, hier irgendjemanden in seine Schranken zu weisen? Ich kann nur meine Konsequenzen für mich ziehen. Und wie konsequent ich bin, sieht man ja hier gerade. Seufz…
@ Walter: sollte es nicht eigentlich keiner persönlichen Meinung, sondern nur einem gewisser Grad an Zurückhaltung und Anstand bedürfen? Meinungen in allen Ehren, aber eine gewisse Grundhaltung in der Öffentlichkeit (und öffentlich ist ein Blog ja nunmal) sollte alle an den Tag legen. Ohne todernst zu sein ;-)
@ Cate: schließe mich dir an, es gibt ja nicht für umsonst zwei Blogs. Wer sich für beides interessiert kann sich ja auch in beiden äußern.
Abgesehen davon, dass diese Diskussion auch nichts mit dem aktuellen Blog-Thema zu tun hat:
Ist es nicht auch normal, dass an der ein oder anderen Stelle auch der Bloginhaber bzw. die Bloginhaberin zum Thema werden kann (nicht grundsätzlich aber an der ein oder anderen Stelle), sofern er oder sie durch Job und Karriere durch die Medien bekannt wurde?? Habe das Wort “prominent” absichtlich nicht benutzt…