MM_Ringelnatz
Zu den Kommentaren
12. Juni 2008, 21:13 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Die Zukunft der Zeitung …

… steht keinesfalls allein in den Sternen. Zeitungen gehören zu unserem Medienensembel wie andere traditionelle Medien und natürlich auch alles, was um das Internet herum neu entsteht. In fünf Vorträgen hat das “Forum am Morgen” von Ringier Print bei Luzern in der Schweiz heute ausgeleuchtet, wo Lichtblicke und Schattenwürfe neue Konturen der Zukunft der Zeitung entstehen lassen.

Eine erfreulich zuversichtliche Veranstaltung verglichen mit den Abgesängen, die man im US-amerikanischen Medienmarkt derzeit auf die Zeitungsbranche bei Konferenzen und Empfängen hören kann. “Printmedien sind in ihrer Funktion unersetzbar”, so lautet meine These und ich belege sie unter anderem durch das Rieplsche Gesetz, das sagt: Neue Medien verdrängen alte Medien nicht, sondern sind komplementär zu ihnen, verändern sie allerdings.

Wie diese Veränderung aussehen wird? Sie kommt vor allem durch Social Networking und User Empowerment daher. Information und Kommunikation, also auch Medienthemen und Medienagenden, entstehen aus kollektiven Denkprozessen der emergenten Vernetzung von Communities im Internet. Diese citizen journalists sind nicht zwangsläufig eine Gefahr für den traditionellen Jouralismus, aber sie fordern ihn heraus, und zwar im besten Sinne: Wer im heutigen Medienensemble publizistisch und ökonomisch erfolgreich sein will, der muss die besten Köpfe und echte Persönlichkeiten in seinem Team haben, denn sie garantieren journalistische Qualität und Glaubwürdigkeit. Und darauf kommt es an: Die Zeitung lebt von den anderen Themen, dem Hintergründigen, dem noch nicht Geschriebenen und Erfahrenen. Wenn sie das zugunsten der Aktualitätshetze und der oberflächlichen Imitation des Internet vernachlässigt, dann ist es um ihre Kernkompetenz schlecht bestellt.

Die Zukunft der Zeitung liegt also vor allem auch in den Händen mutiger und klar denkender Verleger. Michael Ringier hat in seiner Rede heute klar gemacht, dass er verstanden hat, wohin die Reise geht: Nur echten Journalismus kann ein Verleger künftig verkaufen, das also, was es nicht überall und vor allem nicht überall umsonst gibt.

Darüber kann ein Verleger derzeit einfach nicht oft genug öffentlich sprechen …

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53 Reaktionen

  1. 17. Juni 2008, 13:13 Uhr, von Mesm
    051

    In principle I agree with you Walter and at least in an ideal world it should be like that. But when you consider how the tabloid newspapers operate I think there sometimes is more business than journalism in the newspaper world. Of course you can argue that what is going on in the tabloids is not journalism, but on the other hand journalists work on those papers – so what is journalism? News reporting, research, writing stories, informing the readers? When the story is about Britney Spears drinking too much, is that investigative journalism or trash? I think it´s business.

    A little too often I feel that even the so called serious newspapers do the same thing, they “invent� stories just to sell papers. Sometimes its really good because they bring up subjects that need to be disclosed and discussed but sometimes I think they are as cynical as the tabloids and they have no problem re-reporting subjects brought up by the tabloids.

    Don’t be mistaken, I love newspapers. In Denmark we have three major newspapers, Berlingske Tidende, Politiken and Jylland Posten (The one who printed the drawings of Mohammed :-). I read them all every day and therefore have a good opportunity to see how many stories originates from the newspapers own journalists and how many they pick up from other newspapers or the news agencies and to be quite honest my impression is that 90 % is something they get from outside sources. That is a question of finances, it’s cheaper to “borrow� or buy news from others that to look it up yourself. It cost less to buy from fx. Reuters than to have a correspondent in Washington.

    Welts initiative toward children and young people is great, because it is my impression that young people nowadays gets to experience a lot of journalistic trash and not to much serious journalism.
    So if they should have the opportunity to choose for them selves’ later on in life they have to experience both worlds.

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  2. 3. Juli 2008, 9:23 Uhr, von styropor.digital » Blog Archive » Klassische Medien 2.0
    052

    [...] Allerdings verändern sie sich unter dem Einfluss von neuen Medien – dies sagte u.A. auch Prof. Miriam Meckel im Rahmen des „Forum am Morgen“ von [...]

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  3. 9. November 2008, 21:48 Uhr, von Beate
    053

    Zeitungen sind Unterhaltung pur. Die Bild-zeitung wird es in 10 Jahren immer noch geben. Seit die großen Anzeigenkunden dass inhaltliche der überregionalen Zeitungen bestimmen, ist es sinnlos diese zu lesen. Um sich gründlich über Inhalte zu informieren, sind Bücher die bessere Wahl. Niemand erinnert sich an den Kommentar irgendeines Journalisten aus der letzten Woche. Zeitungen werden vollkommen überschätzt, was die Meinungsbildung angeht. Deshalb lese ich keine Zeitung mehr.

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