MM_Ringelnatz
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Zu den Kommentaren
18. Juli 2008, 13:06 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Was wir wünschen können

Kann ein Produkt etwas wünschen?
Nein, das kann es nicht.

Aber was würde es sich wünschen, wenn es könnte?
Möchte die indische Cola zur deutschen Bionade werden?
Wenn ja, dann vielleicht weil sie sich unwohl fühlt in Indien als lizensiertes Exportprodukt US-amerikanischer Herkunft, als kulturell bei aller Liebe zur Globalisierung unassimiliert, als Symbol und Repräsentant der Globalisierung unakzeptiert von denen, die einfach lieber Tee trinken. Wenn nein, dann vielleicht weil sie keine Lust hat, demnächst die erste Zeit ihres Lebens auf einem Landgut in Ostdeutschland abzuhängen.

Die Cola kann nicht wünschen. Sie ist Objekt der Wünsche und Entscheidung anderer, hervor gebracht von Menschen, durch die Welt geschickt und angepriesen in allen Sprachen der Erde, fast allen.

Der Mensch, der diese Cola trinkt, kann wünschen. Würde er?

Was würde ich wünschen, wenn ich mich heute 41 Jahre zurückversetzen und wieder neu beginnen könnte?
Wenn ich in diesem Moment die Weltkugel behutsam zwischen meinen Händen hielte und sie sich langsam drehte. Würde ich dann meinen Finger auf eine bestimmte Stelle legen, um die Rotation anzuhalten und den Punkt zu bestimmen, an dem ich sein und werden will?

Wäre es eine nordamerikanische Stadt, Boston zum Beispiel, mit ihren kalten Wintern und heiß-feuchten Sommern und dem flirrenden Anregungspotential einer der weltbesten Universitäten? Wäre es ein kleines Schweizer Bergdorf, indem ich heute noch leben dürfte, als gäbe es keine Globalisierung? Wäre es Marrakesh, die Stadt mit den Souks und Basaren und ihrer Schönheit in Hektik und Ruhe, mit Elementen globalisierten Lebens eingebettet in arabische Kultur und Tradition?

Würde ich denn überhaupt den Finger rühren?

Ich glaube, ich könnte es nicht, aus lauter Angst zu bestimmen, was nicht selbst bestimmt werden soll.
Ich könnte auch gar nicht entscheiden, wie globalisiert mein Leben werden soll. Ich kann noch immer nichts anfangen mit diesem Wort ‚Globalisierung‘, das wir alle irgendwie kennen als Phänomen, das aber noch längst nicht den Weg aus unseren sprachlichen Beschreibungswelten in unsere konkreten Lebenswelten gefunden hat. Ich kann mir heute nicht vorstellen, was ich mir an diesem Tag würde vorstellen wollen. Ich kann nicht zurückdenken ohne die Welten gedanklich wieder zu durchstreifen, die ich auch durchlebt habe in all diesen Jahren. Ich kann mich nicht anders denken, als ich bin.

Ich könnte den Finger auf eine Stelle legen, von der ich nichts weiß, um mich an diesem Ort neu zu erfinden. Aber ich könnte nur wild behaupten, ich hätte bewusst so oder anders gewählt. Wo hätte ich denn hin wollen sollen. Und warum?

Nelson Mandela feiert heute seinen neunzigsten Geburtstag.
Ihn würde ich sehr gerne einmal fragen, wohin er vor neunzig Jahren gewollt hätte, wenn er gekonnt hätte.
Zu seinem Geburtstag kehrt er zurück in die Hügel von Transkei, dorthin, wo er geboren wurde.
Das wünscht er sich, um zu feiern und sich zu erinnern.
Vielleicht wird er da nicht mal eine Cola trinken.

 

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89 Reaktionen

  1. 18. Juli 2008, 21:59 Uhr, von Gabi
    051
    Antworten
  2. 18. Juli 2008, 22:08 Uhr, von Lizzy
    052

    Ist das das große Foto in der Mitte? Ich dachte das sind entstellte Glühbirnen. Da fehlte mir wirklich jegliche Phantasie.

    Und MM kann wirklich froh sein, nicht gewonnen zu haben.

    Antworten
  3. 18. Juli 2008, 22:53 Uhr, von karin
    053

    Nochmals ,Herzlichen Glückwunsch Frau Prof.MM zum Geburtstag,möge der innere Frieden sich im äußeren wiederspiegeln.Alles Gute fürs neue Lebensjahr und Danke das wir an Ihrem Leben ,Teil haben dürfen. Viel Spaß beim feiern ,mit all Ihren Lieben.
    Denken wir nur einen Moment an all die Menschen denen es nicht so“ gut geht „wie uns in Europa,wird man schnell zufrieden,trotz all der Probleme und Herausforderungen die noch auf uns Alle zukommen.Egal wo wir gerade sind ,es ist der richtige Ort ,die richtige Zeit,für diesen Augenblick. Ich zweifle und frage auch ständig danach ob dieses Leben anders wäre wen man wo anders sein könnte und doch glaube ich das man nichts versäumt im Leben,wo immer man auch ist,jetzt gerade.Dies ist nur meine persönliche,einfache Meinung unbedeutend im großen Spiel des Lebens.
    In diesem Sinn,eine tolle Vollmondnacht und viel Freude.

    Antworten
  4. 18. Juli 2008, 23:21 Uhr, von Gabi
    054

    Es ist ja nicht nur davon abhängig, wo man sein Leben (in welchem Land) begonnen hat, sondern auch in welchem Jahr.

    Gibt doch den Begriff des Glückes der „späten Geburt“. Das man nicht in den Kriegsjahren aufgewachsen und gelebt hat. Als viele von uns geboren wurden war schon lange kein Krieg mehr. Zumindest nicht hier bei uns in Deutschland. Solche Lebensumstände prägen und beeinflussen schließlich auch den weiteren Fortgang des Lebens.

    In welcher Zeit wäre ich wohl gerne aufgewachsen oder in welchem Jahr wäre ich lieber geboren worden?

    Ich glaube ich, wäre gerne so Anfang/Mitte der 60er geboren worden. Die 70er Jahre als Teenager zu erleben, wäre bestimmt interessant gewesen.

    Aber doch gut, dass man selbst keinen Einfluß darauf hat. Gut so, wie es ist. Sonst wäre ich jetzt 10 Jahre älter….

    Allen ein schönes Wochenende !

    Antworten
  5. 19. Juli 2008, 0:05 Uhr, von Antje
    055

    Wie wohl der Wunsch, wenn man ihn wünschen hätte dürfen, dem Wunsch, den man sich wirklich wünschen würd` entspricht?

    Und ist nicht täglich Wünschen, wenn wir dürften, nicht ähnlich einem unerfüllten Wunschgedicht?

    Ist`s also besser, nicht einfach zu leben? Nicht immer nach dem Sinn des Wunscheswunsch zu streben?

    Sich klar sein über Menschesmensch Gedanken, über Verwundbarkeit und Wünschenwollenschranken?

    Vielleicht nur einfach, was wir uns erhoffen, von dem wir manchmal auch schon sehr betroffen,
    tun, sagen und einfach nur sein!

    So schön es ist sich Wünschen hinzugeben, entscheidend ist: Einfach als menschlich Mensch zu leben!

    Antworten
  6. 19. Juli 2008, 1:50 Uhr, von Kirsten
    056

    Auch wenn es ein bisschen verspätet kommt, von mir noch herzlichen Glückwunsch (nachträglich) zum Geburtstag und dass alle Ihre Wünsche (die zukünftigen ;-))in Erfüllung gehen!!!

    Ich hoffe, es wird mir nachgesehen, dass ich um diese Uhrzeit nicht mehr alle Beiträge lese und ich nach mehr als einem Glas Wein auch keine hochtrabenden Gedanken mehr vollbringe.
    Aber der neue Beitrag erinnert mich ein wenig an den mit den verschiedenen Türen, zwischen denen man wählen muss(te). Ich weiss nicht, ob man sich woanders hin wünschen sollte. Letztendlich kann man es doch nicht mehr ändern und man weiss nie, wohin einen ein anderes Leben geführt hätte. Wäre man nicht ein komplett anderer Mensch geboren und aufgewachsen an einem anderen Ort unter dem Einfluss einer anderen Kultur? Die Wünsche dieses Menschen wären andere und vielleicht gar nicht soweit entfernt von dem was man selber gerade lebt. ??? Niemand weiss es und wird es je erfahren.
    Die Kunst ist aus dem, was man hat das Beste zu machen. Das ist schon nicht immer einfach. Aber immerhin ist die Zukunft noch veränderbar, während die Vergangenheit bereits vergangen ist (jeweils nach dem jetzigen Standpunkt der Wissenschaft in Sachen Zeitreisen ;-))
    Also nach vorne blicken statt zurück!!!!

    Antworten
  7. 19. Juli 2008, 10:23 Uhr, von Gabi
    057
    Antworten
  8. 19. Juli 2008, 13:27 Uhr, von Kate
    058

    Nachträglich ganz herzliche Glückwünsche zum Geburtstag!

    … und zu den Entscheidungen: Treffen Sie ein. Irgendeine. Es ist immer besser, etwas zu tun, als nur draufzustarren und zu überlegen, zu grübeln, abzuwägen. Davon bewegt sich leider gar nichts.

    Viel Glück also damit im nächsten Jahr!

    Ach ja: Boston klingt gut.

    Antworten
  9. 19. Juli 2008, 13:38 Uhr, von Lina
    059

    Nachträglich alles Gute zum Geburtstag, Gesundheit, Glück, Spaziergänge durch alte Städte,
    Sonnenuntergänge und Mondlicht,
    sitzen unter europäischem Sonnenlicht, aromatische Tees, Verkostung von schweizerischem und französischem Käse, Picknick am See, Gedichte schreiben und lesen,
    Sonntags-Brunch unter blauem Himmel, Kochen mit Freunden,
    Klavierspielen, die Strände von Salvador, den Geruch von alten Büchern, die Stimmen von Maria Callas, Anna Netrebko und Billie Holiday, im Bett bleiben an einem regnerischen Tag, wenn der Regen auf dem Dach sanft schlägt.

    Ich möchte als kein anderer Mensch, an keinem anderen Ort, zu keiner anderen Zeit, als vor 22 Jahren, geboren worden sein:).In diesem Sinne allen ein schönes WE!

    Antworten
  10. 19. Juli 2008, 16:32 Uhr, von Steffi
    060

    Ich möchte Ihnen nachträglich ebenfalls zum Geburtstag gratulieren. Ich wünsche Ihnen für das kommende Jahr alles Gute, Gesundheit, Freude, Humor, Zeit(en) für SIE ganz allein, Stille;Freunde, die ehrlich sind und Gottes Segen.

    Antworten
  11. 19. Juli 2008, 19:17 Uhr, von lizz
    061

    boston klingt sehr gut. ich würde einfach schon mal einen koffer vorschicken, falls der andere wieder hängen bleibt. oder zumindest schon mal photographieren. zwecks wiedererkennung…

    Antworten
  12. 19. Juli 2008, 19:27 Uhr, von Walter
    062

    ‚Ich kann mich nicht anders denken, als ich bin.‘
    Wirklich? Wenn unser Leben eine Folge von Ereignissen, Zufällen und Entscheidungen ist, können wir schon, von jetzt aus betrachtet zurückblicken und uns vorzustellen versuchen, wie es anders hätte sein und kommen können.
    Eine andere Frage ist, wie frei wir wirklich in unseren Entscheidungen sind und ob unser Leben nicht mehr an Notwendigkeit als an Freiheit enthält.
    Aber selbst wenn nur ein kleiner Teil der freien Entscheidung überlassen wäre, wäre dies noch unendlich viel, wenn wir die Folgen und die sich wieder hieraus ergebenden Möglichkeiten bedenken.
    Ein Schlüssel zu unserer Identität liegt in unserer Kindheit. Vielleicht ist es dieser Schlüssel, den viele ein Leben lang suchen, auch Nelson Mandela. Denn dort liegen die Wurzeln für unsere Beziehung zur Welt, unsere Rolle, die wir uns selbst geben und unsere wirklichen Aufgaben.
    Vielleicht gibt es so etwas wie ‚Bestimmung‘? Ich weiß es nicht.
    Die Vorstellung einer unsterblichen Seele, die in anderer Gestalt wiedergeboren wirkt sehr verbindend, da sie zum Respekt und Verständnis für alle Kreaturen auffordert.- Wer weiß schon in welcher Gestalt er/ sie einmal wiedergeboren wird?
    So bleibt auch in einer Zeit der Globalisierung der Weg der Selbsterkenntnis als Weg zu sich und den Anderen in dem Maße wie uns Menschen unsere gegenseitige Abhängigkeit und die Verbundenheit unseres Schicksals immer wieder bewusst wird.
    Armut, Hunger, Gewalt und Zerstörung der Umwelt sind Probleme, die wir nur gemeinsam angehen können. Dies gilt für die Bewohner von Marrakesch (lesenswert: Die Stimmen von Marrakesch von Elias Canetti), wie für die von Boston und die des kleinen Schweizer Bergdorfs.
    Es bleibt als Wunsch, dass wir Menschen es einsehen, dass wir alle irgendwie zusammengehören und uns über Grenzen und Meere hinweg ähnlicher sind als wir zumeist glauben.
    Wenn es stimmt, dass wir ab 40 weise werden, dann ist 41 ja fast wie eine Neu- oder Wiedergeburt.
    Gutes Gelingen dabei!

    Antworten
  13. 19. Juli 2008, 22:16 Uhr, von Cate
    063

    Walter, ich glaube nicht an Bestimmung, aber ich glaube an Bestimmung. Ich will damit sagen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es etwas gibt, das wirklich unser Leben bestimmt als eine Art hörere Macht, aber ich glaube an die Notwendigkeit daran zu glauben. Und ich finde sogar, dass ein solcher Glaube unumgänglich ist für die, die leben wollen. Wenn wir zurückschauen, geben wir den Dingen im Nachhinein eine Bedeutung, weil das im Nachhinein auch viel leichter ist. Diese Vorstellung, das da im Leben Zusammenhänge sind, die vielleicht Zufall, aber auch schicksalhaft gewesen sein könnten, gibt uns die Kraft, die Gegenwart und den Blick in die Zukunft zu bewältigen. Mir scheint, als sei das auch der eigentliche Sinn von Religionen. Sie stellen in meinen Augen einfach standardisierte Mittel bereit, um diese Vorstellung verfolgen zu können. Und sie vereinen viele Menschen in einer bestimmten Vorstellung von dieser „höreren Macht“. Das finde ich eigentlich sehr schön und deswegen bin ich auch kein Atheist. Aber ich habe nie den Zugang zu Religionen gehabt, weil meine Phantasie wahrscheinlich schon allein ausgereicht hat, um in meinem Leben und der Welt einen Sinn und Zusammenhänge zu suchen. Einzig die eigenen Gedanken dazu frei von einem Glaubenssystem machen einen auf Dauer einsam. Aber sie sind auch der Antrieb hin zu mehr Interesse an anderen Menschen und dem, was sie denken. Man sucht nicht unbedingt Menschen, die dasselbe denken, aber jene, die es verstehen.

    Antworten
  14. 20. Juli 2008, 8:24 Uhr, von Gabi
    064

    @Cate
    Wow! Tolle Gedanken….

    Antworten
  15. 20. Juli 2008, 8:41 Uhr, von Dana
    065

    `Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit´.
    Dieser Satz wurde mir schon vor über
    40 Jahren gelehrt.

    Mit der Notwendigkeit habe ich schon
    manchmal meine Probleme. Aber das ist ein weites Feld….

    Antworten
  16. 20. Juli 2008, 11:03 Uhr, von Walter
    066

    Verstehen ist auch ein Schlüssel.
    Unser Selbstbild als Individuum ist geprägt vom Projekt der Moderne. Dabei hat der Individualismus Züge einer persönlichen Religiosität.
    Die Theoretiker der Moderne sind sich über das Zusammen- und Gegeneinanderwirken von Individuum und Globalität, über Eigenschaften, Stärken und Gefährdungen des kosmopolitischen Individuums nicht einig. Unterschiedliche Positionen vertreten unter anderen Michel Foucault und Richard Sennett. Dabei stehen sich Chancen durch Übernahme von Selbstkontrolle (Foucault) und Risiken durch Zersetzung des Individuums (Sennett) gegenüber. Ulrich Beck geht in seinen beiden letzten Büchern einen dritten Weg indem er die Wechselwirkungen von Individualisierung und Kosmopolitisierung untersucht und die Rolle von Religiosität und Fanatismus als Aufeinandertreffen universalistischer Weltbilder kritisch betrachtet. In ‚Der eigene Gott, Friedensfähigkeit und Gewaltpotential der Religionen‚ sieht er die globale Bedrohung in einem ‚Anti-Kosmopolitismus‘ nicht als ursprüngliche religiöse Bewegung sondern als Abwehr einer Bedrohung von Individuum und Gemeinschaft, die von der Globalisierung ausgeht. (http://tinyurl.com/5lrb99)
    Dabei ist Individualität erst seit etwa 200 Jahren ein Thema als Ergebnis der Aufklärung. Mit ihr und durch sie schaffen wir Menschen uns unseren eigenen Gott.
    Was können wir wünschen um uns besser zu verstehen?

    Antworten
  17. 20. Juli 2008, 11:03 Uhr, von Walter
    067

    Verstehen ist auch ein Schlüssel.
    Unser Selbstbild als Individuum ist geprägt vom Projekt der Moderne. Dabei hat der Individualismus Züge einer persönlichen Religiosität.
    Die Theoretiker der Moderne sind sich über das Zusammen- und Gegeneinanderwirken von Individuum und Globalität, über Eigenschaften, Stärken und Gefährdungen des kosmopolitischen Individuums nicht einig. Unterschiedliche Positionen vertreten unter anderen Michel Foucault und Richard Sennett. Dabei stehen sich Chancen durch Übernahme von Selbstkontrolle (Foucault) und Risiken durch Zersetzung des Individuums (Sennett) gegenüber. Ulrich Beck geht in seinen beiden letzten Büchern einen dritten Weg indem er die Wechselwirkungen von Individualisierung und Kosmopolitisierung untersucht und die Rolle von Religiosität und Fanatismus als Aufeinandertreffen universalistischer Weltbilder kritisch betrachtet. In ‚Der eigene Gott, Friedensfähigkeit und Gewaltpotential der Religionen‚ sieht er die globale Bedrohung in einem ‚Anti-Kosmopolitismus‘ nicht als ursprüngliche religiöse Bewegung sondern als Abwehr einer Bedrohung von Individuum und Gemeinschaft, die von der Globalisierung ausgeht. (dradio.de/dlf/sendungen/politischeliteratur/606951/)
    Dabei ist Individualität erst seit etwa 200 Jahren ein Thema als Ergebnis der Aufklärung. Mit ihr und durch sie schaffen wir Menschen uns unseren eigenen Gott.
    Was können wir wünschen um uns besser zu verstehen?

    Antworten
  18. 20. Juli 2008, 11:42 Uhr, von I.
    068

    Auch ich muss damit leben, dass Leute wie Stoiber und Bushido mit mir Geburtstag haben :-( .. Immerhin ist auch noch der Tag des Kaffees.

    Hier noch (wenn auch etwas veraltete) Links zum Thema Cola und Ideologie:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,230533,00.html
    http://www.zeit.de/2003/44/M-Coca_Cola?page=1

    Antworten
  19. 20. Juli 2008, 12:10 Uhr, von joy08
    069

    Sich Gedanken darüber zu machen, was man wohl in seinem Leben anders machen würde, wenn wir noch mal die Möglichkeit dazu hätten, ist doch müßig!

    Jeder geht seinen Weg der ihm bestimmt ist.

    Es gibt glaube ich nicht viel was ich verändern würde, denn würde ich es ändern, wäre ich dann noch der gleiche Mensch, mit all seinen Wünschen, Vorstellungen, Ziele, Fehlern und Ideale? Ich glaube kaum!

    Also, mein Vater hat früher immer gern Friedrich Nietzsche zitiert und als Kind konnte ich es nicht mehr hören. Heute mit 34 Jahren tu ich es schon längst selber. *grins*

    Friedrich Nietzsche:

    Es gibt in der Welt einen einzigen
    Weg,
    auf welchem niemand gehen kann außer dir:
    wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn!

    Nicht die Erkenntnis gehört zum Wesen der Dinge,
    sondern der Irrtum.

    Antworten
  20. 20. Juli 2008, 12:28 Uhr, von Mesm
    070

    The Danish writer H. C. Andersen said once said: “To travel is to live?. In a way I agree with him but with all do respect I would like to add: “To live, is to dream?.

    Maybe it sounds a little pathetic but if you don’t have dreams you are dead. Maybe not in a physical sense but there is in my opinion not much to live for if you don’t have the ability to let thoughts wander and to use your imagination. Life is a creative process and I don’t believe in destiny, I believe that our lives are formed by a number of coincidences mixed by this creative process, both our own but also the process of others.

    I don’t want to change my life in a radical way, but on the other hand I don’t want to stop dreaming either. Maybe it has something to do with age and having lived a certain amount of time.
    When I was 30 I was rootless but unstoppable, I had a mind which was crying: “Please “feed? me or I will go on strike?.
    At 40 I was unstoppable and self-assured. I knew what my options were and I knew what I was capable of.
    Today at 50, I am self-assured, capable and almost unstoppable. Because now I have a body which is crying: “If you don’t look after me, I will go on strike? ;-), but apart from that I can dream anything and do anything I want to. It makes me feel humble but also very fortunate.

    Two month ago I took over a business from an 83 years old women. It was her life’s work and she has spent 45 years building and running the business. I could understand if she would lean back and say, “it´s over, I can retire?. But she can’t, she has all kinds of plans and dreams for the future, I admire that in a person.

    I think it is the same mechanisms that kept Nelson Mandela going all these years. He wanted to create an environment that could give freedom and a better life to his people. He had a dream and a vision and he managed to hold on to it. That is very admirably, considering the suffering and loses he had to endure over the years. Most people wouldn’t have made it.

    Antworten
  21. 20. Juli 2008, 12:34 Uhr, von Ramona
    071

    Zum Thema mal was ganz Persönliches. Was wäre wenn……?
    Wie wäre mein bisheriges Leben verlaufen, wäre ich in dem anderen Teil Deutschlands aufgewachsen? Das habe ich mir in den vergangenen Jahren einige Mal gewünscht.
    Ich wurde in Ostdeutschland geboren und wuchs behütet auf. Bin zur Schule gegangen, habe Abitur gemacht, eine Berufsausbildung abgeschlossen und anschließend studiert (Ökonomie, heute BWL). Nach dem Studium habe ich einige Jahre in einer Firma gearbeitet, dann kam 1998 die „Wende“.
    Mein Leben wurde gehörig durcheinander geschüttelt. Ein Teil meiner Biografie brach weg. Den Staat in dem ich lebte, gab es nicht mehr. Meine Ausbildung, die auf der sogenannten „Planwirtschaft“ basierte, war für die Tonne. Das waren einige Jahre meines Lebens. Ich habe mehr als einmal zu hören bekommen:“An ihre Abschlüsse können sie ein Feuerzeug halte“. Ich weis nicht, ob Ihr das Gefühl kennt, alles falsch angefasst zu haben.
    Es hat einige Jahre gebraucht, bis ich in dem neuen Staat wirklich angekommen bin.
    Was wäre aus mir geworden, hätte ich mir den Geburtsort aussuchen können? Sicher hätte ich Architektur studiert, was ich eigentlich immer wollte. Der Studienplatz blieb mir im Osten verwehrt, da ich nicht die geforderte politische Einstellung mitbrachte.
    Heute arbeite ich im Leistungssport, im Jugend-und Juniorenbereich, und kann mir eigentlich nichts Tolleres vorstellen. Aber was wäre, wenn…….?

    Antworten
  22. 20. Juli 2008, 12:38 Uhr, von Ramona
    072

    Es muss natürlich 1989 heißen.

    Antworten
  23. 20. Juli 2008, 13:06 Uhr, von joy08
    073

    Ramona

    Du hast sicherlich Recht, dass man es nicht nachvollziehen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat.
    Deshalb ist es doch gut, dass man nicht weiß, was wäre wenn und was wird noch sein!
    Wenn ich daran denke, das ich eigentlich Ägyptologie studieren wollte und heute als Prozessmanagerin arbeite….. Kommt halt doch meist anders, als man denkt. * grins*

    So, jetzt muss ich losdüsen, zum Handball Deutschland : Schweden nach Stuttgart und bei den vielen Baustellen dauert das bestimmt.

    Antworten
  24. 20. Juli 2008, 13:11 Uhr, von Regina
    074

    Ein weiser Mann der sagte neulich:
    „Findet den Sinn des Lebens!“
    Dies war aber nicht sehr erfreulich,
    so sucht man bis heute vergebens!

    (Ein nicht ganz ernst gemeintes Gedicht, von mir persönlich)

    Nachträglich alles Gute zu Ihrem Geburtstag. Mögen Ihre Wünsche in Erfüllung gehen und Ihnen Ihre Träume Flügel geben.

    Antworten
  25. 20. Juli 2008, 13:11 Uhr, von Anna
    075

    @Ramona: Wenn du dir „nichts Tolleres vorstellen“ könntest, wozu die Frage „was wäre wenn?“. Was erhoffst du dir durch eine Antwort (die es nicht geben wird weil es sie nicht geben kann – es sei denn Cate realisiert in ihrer beispiellosen Brillianz Einsteins‘ Relativitätstheorie und postet morgen den Link zu einer Zeitreisemaschine, die sie über Nacht entwickelt hat).

    Was ich eigentlich sagen wollte: Warum nicht einfach glücklich sein mit dem was man hat, wenn es schon perfekt ist. Alles andere ist unnötiger Ballast. Finde ich.

    Ich wurde übrigens auch in Ostdeutschland geboren. Allerdings konnte ich studieren WAS ich wollte und WO ich wollte. In der DDR hätte ich die „Voraussetzungen“ schon aufgrund des Elternhauses nicht erfüllt (beide meiner Eltern hatten Stasi-Akten) und – ich bin mir ziemlich sicher aufgrund der „sozialen Prägung“ – auch nicht erfüllen wollen.

    Die Wende sehe ich daher bis heute ausschließlich als Chance.

    @Cate: Sehr schön geschrieben. I agree … und möchte noch hinzufügen (auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole): „Life can only be understood backwards but it must be lived forwards.“ S. Kierkegaard.

    Antworten
  26. 20. Juli 2008, 13:13 Uhr, von Anja
    076

    @Ramona
    Ja, das ist eine berechtigte Frage, in dem Wissen, dass Du darauf nie eine Antwort bekommen wirst.
    Das ist ja auch das spannende daran, sicher kann man sich fragen was wäre wenn…
    Und in bestimmten Momenten frage ich mich persönlich das auch, d.h. nicht, dass ich mit meinem jetzigen Leben unzufrieden bin, ganz und gar nicht!
    Aber nach allen Entscheidungen, die man trifft, verändert man seinen Lebensweg. Oder er wird durch Zufälle verändert, manchmal auch durch einen Unfall oder Krankheit. Ein Freund von mir ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt und das hat nicht nur sein Leben schlagartig verändert, sondern auch meins. Nicht so spektakulär sicherlich, aber ich bin sehr sicher, ich wäre ohne dieses Ereignis heute eine Andere.

    Als Kind habe ich zum Beispiel immer Gott gedankt, dass ich nicht in Afrika geboren wurde, zu sehr prägten mich die Bilder in den Nachrichten von halbverhungerten Kindern.
    Aber, wie gesagt, was wäre wenn…?

    Antworten
  27. 20. Juli 2008, 14:03 Uhr, von I.
    077

    Hm, was will man am Ende seines Lebens denken oder sagen? Dazu fallen mir Marlene Dietrichs überlieferte letzte Worte ein: „Wir wollten alles, und wir haben es bekommen, nicht wahr?“ Nachzulesen in diesem Buch Buch.

    Antworten
  28. 20. Juli 2008, 14:11 Uhr, von Mesm
    078

    I don’t think its a waste of time to ask:? What if??. On the contrary I think it is healthy once in a while to do so. The key is not to feel bitter about the things that never happened but to se it as part of the creative life process.
    In the cases where somebody gets sick or has an accident, it’s a lot harder but I still think that put in the right perspective you can learn from the process.

    Antworten
  29. 20. Juli 2008, 15:07 Uhr, von Urs
    079

    Guten Tag liebe Frau Meckel
    Ihr Interviewbeitrag in der heutigen CH-SOZ ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert: Ihre verdankenswert unprätentiös- messerscharfe Sicht auf den kommunikativen Gau im Schosse unseres Armee-Trachtenvereins und Ihre für mich nicht nachvollziehbare Bereitschaft, dem Schlüssellochjournalismus Raum zu geben. Schade, dass man die Gelegenheit verpasste, anstelle des langweilenden lila-personality-Fensters im Interview Ihre Meinung zum derzeit zentralen Zukunftsproblem der Schweiz abzufragen: wie soll kommunikationsmässig das Risiko mitigiert werden, dass unser wichtigster Wirtschaftszweig – der Bankensektor – auf Druck internationaler Interessen wettbewerbsmässig marginalisiert wird? Dazu würde ich sehr gerne in gespannter Erwartung etwas von Ihnen lesen oder hören.
    Und selbstverständlich begleiten Sie meine besten und herzlichsten Wünsche zu Ihrem Burzeltag und stelle mir dabei doch noch die Frage, was vor 41 Jahren wohl Ihre Gedanken hätten sein können, wenn man Ihnen in das Kindsbett eine Weltkugel gelegt hätte – sicher ist nur, dass sie keine Farben wahrgenommen hätten, weil Neugeborene nur schwarz-weiss sehen können. Aber eben, bei Ihnen ist man ja nie ganz sicher, was alles möglich ist ;-)))

    Antworten
  30. 20. Juli 2008, 15:27 Uhr, von H.
    080

    Ich wünsche mir manchmal, nicht immer kategorisiert zu werden.
    Zu so manchen Generationen und Gruppierungen soll ich aufgrund meines Alters zählen: Golf, Ally, Praktikum, Umhängetasche, Doof, etc…
    Ich soll bock-, ziellos und verloren sein, singe „Bye, Bye, Arschgeweih“ und durchlebe das Dosenmilchtrauma.
    Und dann fragen sich die Menschen noch, wer und wie viele sie sind und wohin sie noch wollen.
    Darf eigentlich auch noch einfach ICH sein oder ist das schon wieder zu unangepasst und egoistisch (und so gar nicht im Sinne der Globalisierung)?

    Antworten
  31. 20. Juli 2008, 18:21 Uhr, von Noisa
    081

    H., ich finde dieses Schubladendenken – egal in welchem Bereich – ätzend. Wann hört das endlich auf?

    Hat die Blogbetreiberin die Glückwünsche eigentlich zur Kenntnis nehmen können? Ich hab´ noch nicht alles gelesen…

    Antworten
  32. 20. Juli 2008, 18:29 Uhr, von Walter
    082

    Was hat das Schweizer Bergdorf mit der arabischen Welt, Indien und China zu tun? Oder mit Harvard?

    – Die Milch und ihr Preis verbinden sie:

    ‚Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet durstige Chinesen einmal den Schweizer Milchbauern Mut machen würden? «Bis jetzt hatten die Milchproduzenten der Schweiz eine Riesenangst vor der Abschaffung der Milchkontingentierung im Jahr 2009. In den letzten Wochen aber haben viele Milchbauern Hoffnung geschöpft», sagt Albert Rösti, der Direktor der Organisation der Schweizer Milchproduzenten…
    Auch in der arabischen Welt wird Milch populärer. «In Ägypten, Algerien oder Libyen herrscht grosse Nachfrage nach Milchimporten, weil dort das Wasser fehlt für die industrielle Produktion», sagt Erhard Richarts. Nur Iran könne sich selbst versorgen. Richarts hält weiter für möglich, dass auch Venezuela zu einem Milchimporteur werden könnte, wenn Hugo Chávez der Bevölkerung mit Einkünften aus dem Ölgeschäft tatsächlich subventionierte Milch zur Verfügung stellen sollte. Auch in Tawian, Singapur, Malaysia und auf den Philippinen steige die Nachfrage rasant: «Sie steigt einfach überall, wo Hochkonjunktur herrscht und die Leute eher in Fabrik- Kantinen Pizza essen als Reis daheim», so Richarts.‘

    So ist das wohl eine Illusion: Auch in den Schweizer Bergen wird Milch für den Weltmarkt erzeugt, den kluge Menschen- auch aus Harvard- steuern.
    Rätselfrage: Wo wird eigentlich am günstigsten Milch erzeugt- weltweit?

    Die Familie einer Cousine meiner Frau betreibt einen Hof in der Eifel und hat sich auf Milcherzeugung spezialisiert. Seit etwa zwei Jahren bestimmt der Weltmarktpreis auch den Milchpreis in Deutschland und der Schweiz. Mit der Milch geht es ähnlich wie mit Erdöl: der Appetit wächst, besonders in den bevölkerungsreichen Ländern und die Produktion kommt nicht mehr nach.

    Antworten
  33. 21. Juli 2008, 8:41 Uhr, von Dowanda
    083

    Zum vergangenen Geburtstag:
    Habe gestern in meinem Astrologiebuch, dass ich noch Urzeiten besitze und in dem ich immer wieder mal schmökere, gelesen und mich gefragt welchen Aszendent Frau Professor wohl haben könnte?!

    Der sonst so friedliebende Krebs ist ja bekannt dafür, dass kein Gras mehr wächst, wenn er bei seltenen Gelegenheiten rot sieht (Ich sage nur: Lampenladen), aber das er tätlich wird (Zahnbürste erst verprügelt, dann geköpft) ist schon starker Tobak.
    Ich tippe mal auf einen Aszendenten im Bereich Widder, Wassermann, Schütze oder evtl. Löwe.

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  34. 21. Juli 2008, 20:10 Uhr, von jette
    084

    >Nelson Mandela feiert heute seinen neunzigsten Geburtstag.
    Ihn würde ich sehr gerne einmal fragen, wohin er vor neunzig Jahren gewollt hätte, wenn er gekonnt hätte.<

    grundsätzlich halte ich ja nichts von solchen überlegungen wie „was wäre, wenn ich noch mal ganz von vorne anfangen könnte“ oder „wie wäre mein leben an einem anderen ort verlaufen“, denn meiner meinung nach bleiben unsere stärken, unsere schwächen, unser charakter immer gleich, und deshalb kommt am ende auch immer wieder dasselbe heraus. bei herrn mandela allerdings finde ich diese frage wirklich spannend, immerhin verbrachte der gute mann 27 jahre seines lebens im gefängnis. normalerweise würde man sich in diesem fall wünschen, die uhr noch mal zurück drehen zu können, nur ohne diesen umstand hätte nelson mandela samt ANC wahrscheinlich gar nicht zu solch einer symbolfigur für den kampf gegen apartheid und diskriminierung werden können. was also würde er sich wünschen? *grübel*

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  35. 22. Juli 2008, 5:57 Uhr, von Mesm
    085

    @Jette, I think it’s an interesting question. What would have become of Nelson Mandela and his cause if he had been released from jail at lot earlier, maybe only given a minor jail sentence?
    He would definitely not have become the cult figure he has ended up being. He might still have been able to do a lot of the things he has done and made a great impact on his society but he could also very well just have disappeared into obscurity.
    It´s interesting to consider how much of this was planned and how much was pure coincidence. I am sure that Mandela was always determined that he wanted to pursue his cause, but in a way the authorities fighting him (and the ANC) just made it worse by sending him and others to jail.
    On the other hand what could they do? The only other option would have been to give in and accept to give the blacks and other coloured people the same rights as the whites and that was for obvious reasons not an option.
    In a way that is strange, did the white government at any point really think that they could win this battle? To me it is so obvious that it was always a lost cause, surely it postponed the inevitable with 25 years but maybe it´s looking at it with hindsight and I guess that is a little to easy ;-)

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  36. 23. Juli 2008, 23:02 Uhr, von evaqueer
    086

    Kann ein Produkt etwas wünschen?
    Der kleine Toaster kann.

    Ich habe mir heute einen Toast gemacht. Dabei fiel mir auf, dass Madonna vermutlich dasselbe Gerät benutzt wie meinetwegen Frau Meckel oder auch Frau Merkel und ich.
    Es gibt bestimmt Waschmaschinen unterschiedlichster Qualität. Ökomaten und Automaten von der Größe einer Garage in der die Hausfrau vermutlich auch ihr Auto waschen könnte. Wäre es gestrickt. Na gut das ist es nicht, aber vielleicht könnte eine Hausfrau wie Madonna ihren selbstgestrickten Autowärmer in ihrer Fluktorid2000Supersoft-Waschmaschine waschen. Sie hätte 500 verschiedene Schleudergänge und den Energieverbrauch eines Taschenrechners. Ihre Waschmaschine meine ich. Nicht Madonna. Ich denke Madonna verbraucht vermutlich ziemlich viel Energie. So viel wie eine mittlere Kleinstadt wie Dülmen um all die Dinge zu schaffen. Musik aufnehmen, Timbaland anschnauzen, joggen, shoppen, heulen, Kabala, Kabale und Liebe lesen.
    Aber ihren Toast morgens. Nein, der wird genauso getoastet wie meiner.
    Da sind zwar zwei Weißbrotscheiben von höherer Qualität als meine am Werk, aber sie werden in dieselbe Maschine gesteckt.
    Der erste Pop-Up-Toaster für den Massenmarkt wurde ab 1926 von der Firma Toastmaster produziert. Eines der wenigen Geräte auf der Welt, die gleich mit dem ersten Modell Perfektion erreichten.
    Dieser geniale Toaster entfachte soviel allgemeines Interesse, dass der März 1927 als nationaler Toastermonat ausgerufen wurde, und die Reklameanzeige versprach: Diese erstaunliche neue Erfindung röstet jedesmal vollkommenen Toast!
    Völlig zurecht gab es einen nationalen Toastermonat. Wir sollten wieder anfangen dieses wunderbare Gerät zu feiern, das seit über 50 Jahren nicht in seinen Hauptfunktionen verändert wurde. Wir sollten versuchen jeden Tag etwas so Vollkommenes zu schaffen.
    Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass mein Toaster morgens in seiner Funktion exakt genauso vollkommen ist, wie der Toaster von Madonna oder der Toaster den Grace Kelly damals benutzte.
    Und ich gehe noch weiter. Der Toaster, liebe Fellstreichler, der Toaster ist eigentlich das letzte verbindende Element in unserer Gesellschaft.

    (Nicht zuletzt deshalb hat Disney diesem wunderbaren Gerät, diesem Küchenhelden der Underdogs 1987 einen Zeichentrickfilm gewidmet, wie ihn sonst nur Bambi verdient hat.)
    Ich wünsche euch etwas Zeit um diesen Film gemütlich zu schauen und um zu hören was euch der Toaster wünscht.

    http://evaqueer.wordpress.com/
    (Vote for my blog…)

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  37. 24. Juli 2008, 15:51 Uhr, von jette
    087

    >Nicht zuletzt deshalb hat Disney diesem wunderbaren Gerät, diesem Küchenhelden der Underdogs 1987 einen Zeichentrickfilm gewidmet<

    au ja, die geschichte vom tapferen kleinen toaster, meine gastfamilie schenkte mir eine vhs, nachdem ich so begeistert davon war. die gab zu hause zwar nur kriseln her, weil wir die unterschiedlichen videoformate vergessen hatten, aber der film lief ja auch HIER schon oft genug, und ich liebe ihn! meine lieblinge allerdings auf jeden fall die schmusedecke und die schreibtischlampe… hach… :-)

    warum nun allerdings der toaster das LETZTE verbindende glied unserer gesellschaft sein soll, erschließt sich mir nicht wirklich. auch ein fön, eine kaffeemaschine oder eine ganz profane bratpfanne funktionieren bei allen gleich, und auch die kloschüssel sieht bei allen gleich aus. *g* überhaupt empfinde ich die möglichkeiten bzgl. mehr geld immer noch als äußerst begrenzt. ich besitze zur zeit eine handtasche und vier, vielleicht fünf paar schuhe. paris hilton hat weitaus mehr penunze, und alles, was ihr damit einfällt, sind einhundert handtaschen und eintausend paar schuhe. wow, ist DAS wirklich erstrebenswert?

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  38. 25. Juli 2008, 18:58 Uhr, von evaqueer
    088

    „warum nun allerdings der toaster das LETZTE verbindende glied unserer gesellschaft sein soll, erschließt sich mir nicht wirklich. auch ein fön, eine kaffeemaschine oder eine ganz profane bratpfanne funktionieren bei allen gleich, und auch die kloschüssel sieht bei allen gleich aus.“

    Jahaa. Jaaaa. Aber gab es etwa auch damals einen Föntag? Einen Kaffeemaschinentag? Einen Bratpfannentag? Einen Kloschüsseltag?
    Nein. Gab es nicht. Ganz zu schweigen von dem Unterschied zwischen einer Senseo Maschine und einer herkömmlichen Kaffemaschine.
    Eines Friseurladenföns und meinem. Zwischen beschichteten Teflon-Bratpfannen und unbeschichteten Pfannen. Und von der Toilettenschüssel will ich gar nicht erst reden. Fragen Sie mal einen Franzosen…

    http://evaqueer.wordpress.com/
    (enough! – stop voting for me!)

    Die Handtaschen sind übrigens nicht erstrebenswert.

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  39. 29. Juli 2008, 18:52 Uhr, von jette
    089

    okay, okay… ich gebe mich geschlagen, aber hier:

    > Fragen SIE mal einen Franzosen…

    muss ich doch noch mal nachhaken. also, ich sag „DU“, und du darfst das auch. ;-)

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