MM_Blake
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21. August 2008, 17:29 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Die Vortageszeitung

Der Mensch ist eine Insel. Das merkt er nur selten, außer er lebt zuweilen auf einer. Das Leben als Insel auf einer Insel ist ein spannender Selbstbeobachtungsversuch, der die eigenen Gewohnheiten zurechtrückt und relativiert. Zum Beispiel den Mediengebrauch.

Auf dieser Insel gibt es kein schnelles oder gar kein Internet. Das enthebt von der Notwendigkeit, sich stunden- oder minutenaktuell über ein Weltgeschehen zu informieren, das im Sommerloch eh kaum vorhanden ist. Das Fernsehen funktioniert und bietet über „Sky Hotel Gold“ etwa 400 Kanäle, denen ich mich ob des sofortigen Gefühls der Überkomplexität verweigere. Nachdem ich einmal eine halbe Stunde lang Wildpferden in der Savanne auf „Al Hurra“ zugesehen habe, versuche ich, das ebenfalls als neue kontemplative mediale Erfahrung zu entdecken. Aber ich merke: Lesen ist mir lieber.

Auf dieser Insel tritt das nachrichtliche Erfahren und Verstehen der Welt zurück zugunsten des literarischen und hintergründigen Welterlebens – eine zuweilen angenehme und perspektivisch neue Herausforderung. Wirklich wichtige Themen, wie Georgien oder das politische Olympia, bedürfen allemal der hintergründigen, orientierenden und positionierenden Information.

Die bekomme ich für mein Leben immer noch aus den gedruckten Medien, zum Beispiel der Tageszeitung. Aber die wiederum bekomme ich auf dieser Insel nicht. Etwa jeden zweiten Tag beginnt erneut die Schnitzeljagd auf der Suche nach der Tageszeitung. Im Kiosk am Ort soll es sie laut Hörensagen geben, stimmt aber nicht. Im kleinen Hafen unten am Meer, da haben sie sie ganz bestimmt! Wenn „sie“ die „GALA“ oder die „FREUNDIN“ ist, stimmt das, aber die suche ich nicht. Von Örtchen zu Örtchen, von Laden zu Laden, so geht es weiter. Meine Güte, es gibt hunderte „Giornale“, aber keine deutsche Tageszeitung, keine „ZEIT“, nicht die „HERALD TRIBUNE“.

In einem kleinen Dorf an der Küste in nördlicher Richtung entere ich hoffnungsfrei einen Zeitungskiosk, der mir wieder ein großes Angebot verspricht. Und tatsächlich: da finde ich sie – die SZ und die FAZ! Was für ein wunderbarer Augenblick den ich kaum fassen kann. Ich trage die Zeitungen wie zwei gewickelte Babies auf meinen Armen zum Auto. Jetzt nach Hause auf die Terrasse und LESEN.

Und da liege ich und lese und freue mich des Lebens, auf meiner Insel im Meer des medialen Nirwanas. Das kleine Geschäft, das mir die Tageszeitung auf verschiedenen Sprachen schon aus der Ferne angepriesen hat, ist Opfer eines kleinen, aber programmatischen Schreibfehlers geworden. Sein Ladenschild kündigt nicht das „Zeitungskiosk“ an, sondern „Zeitungskicsk“. Die hat er auch eingelöst. Die Entdeckung zweier meiner Lieblingszeitungen nach langer Suche hat mir tatsächlich „Zeitungskicks“ gegeben. Daran ändert sich nicht mal was, als ich nach einiger Lektüre feststelle, dass die Zeitungen vom Vortag sind.

 

 

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84 Reaktionen

  1. 23. August 2008, 22:44 Uhr, von Lucia Gefällt 3 Lesern
    051

    Hallo,
    zwar bin ich keine der Herbeigesehnten, aber ich traue mich trotzdem mal meinen ersten Kommentar zu schreiben, nachdem ich hier schon lange interessiert und z. T. amüsiert mitlese.
    Zu der Zeitungsangelegenheit: Ich mache gerne Trekkingreisen mit dem Rucksack in einigermaßen einsame Gebiete in Skandinavien. Ich nehme alles, was ich brauche, selbst mit. Nach dem sehr schweren Rucksack letztes Jahr habe ich diesen Sommer penibel jedes Einzelteil ausgewogen und habe es tatsächlich geschafft, durch abermaliges Reduzieren der mitgeführten Last das Rucksackgewicht merklich zu reduzieren. Als einzige Lektüre hatte ich ein Reclam-Heft dabei. – Das ist wirklich schade bei dieser Art des Urlaubs: Man hätte Zeit zu lesen, aber man kann die Bücher nicht schleppen. –
    Allerdings konnte ich dann natürlich doch nicht widerstehen, mir am Flughafen die ZEIT zu kaufen. Ich beschwor mich selbst damit, dass sie ja nur für die weitere Zugfahrt in den hohen Norden sei. Aber dann konnte ich mich schließlich doch nicht trennen! Also schleppte ich sie mit mir rum, hatte aber vorher um jedes Gramm gefeilscht…
    Ich konnte mich also nicht ganz trennen von meiner üblichen Welt, obwohl ich das mit der beschriebenen Art des Reisens eben sehr stark suche. Genauso fiel es mir immer wieder schwer, wirklich wild zu zelten und nicht in der Nähe von anderen Menschen, auch wenn ich das eigentlich sehr schön finde. Obwohl ich also eine einigermaßen autarke, individuelle (allerdings bisher immer mit bester Freundin) und naturnahe Art des Reisens suche und auch brauche, stelle ich immer wieder fest, dass es schwer ist die scheinbar sichere vertraute Welt loszulassen, was sich in der mühsam mitgeschleppten ZEIT* zeigt. Leider kann ich sie ja nicht mal Stück für Stück entsorgen kann, da ich ja allen Müll mitnehme in die ‚Zivilisation‘. Aber Hauptsache ich weiß, dass ein Teebeutel X g wiegt:)

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  2. 23. August 2008, 22:49 Uhr, von Kate Gefällt 3 Lesern
    052

    Erkenntnis: Kein Urlaubsland ohne Kenntnis der Landessprache wählen. :-)

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  3. 23. August 2008, 23:08 Uhr, von Lucia Gefällt 2 Lesern
    053

    Aber dort gibt’s gar keine Zeitungen zu kaufen, da selbst die Hütten nur dann und wann per Heli Proviantnachschub bekommen…

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  4. 23. August 2008, 23:51 Uhr, von Antje Gefällt 3 Lesern
    054

    Angela, Noisa, Anette, Danja, Tanja2, Liesel…
    Wer soll da eigentlich noch durchblicken?
    Will ja hier niemand persönlich angreifen, ein Nick ist ja okay, aber wer hier mehrfach mit sich sebst reden möchte, sollte sich doch mal ein eigenes Blog zulegen. Ist einfach unhöflich den anderen gegenüber, die sich darauf verlassen, dass hier, wenn auch geschützt, Menschen sprechen.
    Und führt, auch bei mir, dazu, dass ich keine Lust mehr habe hier zu posten, was ich schade finde.
    Was soll das?

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  5. 24. August 2008, 0:59 Uhr, von Tanja Gefällt 3 Lesern
    055

    Was kann ich dafür wenn auf einmal 2 Leute mit meinem bzw.fast dem selben Namen bloggen. Ich finde es auch nicht Klasse jedesmal zu sagen welche Tanja ich denn nun bin. Fakt ist aber, dass einige aufgehört haben hier zu bloggen weil es teilweise Kindergarten Niveau hatte. Hatten wir uns nicht darauf geeinigt das damit schuss ist und wieder vernünftig gebloggt wird? Wenn ich Deinen Eintrag richtig deute, dann blogge ich unter Tanja1, Tanja2 und Danja. Ich blogge nicht erst seit gestern hier und halte mich auch öfter zurück. Mir aber in gewisser Weise zu unterstellen noch mit anderen Namen zu bloggen finde ich schon dreist. Auch wenn Du es so nicht gemeint hast, kommt es aber in dieser Form bei mir an.
    Dann posten in Zukunft nur noch 5-6 Leute( die üblichen halt) und der Blog ist für Frau Professor Meckel wieder hübsch übersichtlich und hat wieder Niveau.

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  6. 24. August 2008, 1:02 Uhr, von Walter Gefällt 3 Lesern
    056

    Jeder Name steht für eine Person, einen Menschen. Es ist eher gleichgültig, ob dies ein von den Eltern verliehener Name ist, oder ein selbst gewählter.
    Wichtig ist die Eindeutigkeit als Voraussetzung für Stetigkeit und Verlässlichkeit, wie ich finde, Antje.

    Zu Lizz Wright und dem letzten Hemd mit Taschen (Cicero): Beeindruckend.
    Und sie mag die Lieder von Tom Waits- noch einmal beeindruckend.

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  7. 24. August 2008, 8:55 Uhr, von Fabian Gefällt 3 Lesern
    057

    1. Walter: „Ob sich ‚La Diva‘ zu der Frage äußert, was ihr das Bloggen hier persönlich bringt, ist ihre Sache. Müssen wir das wissen?“ – Ich persönlich will das wissen, ja, sehr sogar, muss aber definitiv nicht hier im Blog und öffentlich sein.

    2. Jon: Mir gefallen die lockeren Artikel nur bedingt, mir ist das zu lapidars Blogblabla, wie man es tausendfach und überall liest: Ja, auch mir ist schon mal ein Koffer abhanden gekommen, ja auch ich hatte schon mal Probleme mit einem technischen Gerät, ja auch ich habe mich schon im Urlaub doof und dusselig nach einer Zeitung gesucht -wer im übrigen nicht? Also: Cui bono? Wozu diese Artikel? Spaß? Unterhaltung? Aufmerksamkeit? – Ich gebe zu, mich interessiert die psychologische Motivation von ercht exponierten Bloggern mittlerweile sehr – nicht zuletzt aufgrund eigener Erfahrung.

    Mir fehlt bei diesen „leichten“ Artikeln einfach die Originalität, für solche Artikel muss ich – ganz ehrlich – nicht das Blog von MM lesen, da reicht auch Supermausi3000. Die „Zeit-Domina“ dagegen hatte was, das war schräg, das war anders. Die Medien- und Kommunikations-Fachartikel finde ich persönlich klasse, da ist Hirnschmalz drin, das inspiriert mich, das fordert mich, da erfahre ich Neues. Neue Informationen, neue Gedanken und Sichtweisen – dieses ewige „An-und-Abschalten-Thema“ hängt mir persönlich zu den Ohren raus (da hat Susanne den Nagel auf den Kopf getroffen), das hat sich meiner Meinung nach wirklich von überholt.

    Wir sollten uns lieber Gedanken machen, wie wir die neuen Techniken sinnvoll nutzen – wenn ich mir die Ergebnisse von Allensbach (siehe FAZ) ansehe, wird mir Angst und Bange – das sind doch ganz drängende Zukunftsfragen, die sich derzeit ergeben und aufdrängen – und extrem spannend dazu. Was wir brauchen sind nicht Kulturpessimisten wie Schirrmacher & Co. und auch eine Interneteuphoriker, wie die Blogger, sondern kritisch denkende, weitblickende Leute, die reflektiert, abwägend und anders denkend mal Schwung in die Debatte bringen.

    Wenn ich ehrlich bin, ich wünschte mir manchmal MM wäre soetwas wie ein weiblicher Clay Shirky – locker, begeisternd für die neuen Medien, trotzdem durchaus distanziert und kritisch, inspirierend und wirklich cool – isse aber nicht, weil sie nämlich amerikanisch sein will, aber noch ziemlich deutsch ist, kommt aber vielleicht noch, habe den Eindruck, sie arbeitet – zumindest in Teilen dran (siehe z.B. dieses Blog).

    3.Walter: „Lassen wir es einfach dabei?“ Ehrlich gesagt, nein! Dein Kommentar zu MMs Taschenexhibitionismus hat mir persönlich wirklich den Rest gegeben! Sowas brauche ich wirklich nicht und würde ich mir im echten Leben auch nicht länger antun.

    Deshalb:

    Adios.

    Antworten
  8. 24. August 2008, 9:29 Uhr, von Tanja Gefällt 3 Lesern
    058

    Komm Fabian, lass doch auch mal etwas leichtes und lockeres in diesem Blog zu. Dazu gehört auch die Neugierde für Dinge die Du gerade mal nicht so Klasse findest. Mit ihren Einträge kann MM , sowie wir mit unseren Beitägen,nicht immer deinen Geschmack treffen. Laß doch einfach mal 5 gerade sein.

    Antworten
  9. 24. August 2008, 10:58 Uhr, von Liesel Gefällt 3 Lesern
    059

    Antje am 23. August 2008 um 23:51 Uhr: „Und führt, auch bei mir, dazu, dass ich keine Lust mehr habe hier zu posten, was ich schade finde.“

    Das wäre aber ganz bedauerlich, @Antje. Bitte mach´ doch weiter. Ich habe Deine Kommentare gelesen, als ich mich noch nicht aktiv am Blog beteiligt habe. Bitte, gib Deinem Herzen einen Ruck! Bei dem ganzen Namenswirrwarr blicke ich allerdings auch nicht durch.

    Tom Waits kann ich nur selten hören, @Walter. Aber das Video mit Lizz Whright hatte was. Noch ein Ausgehtipp für Berlin, wenn eine variable, gute Küche in netter Atmosphäre gewünscht ist: alpenstueck.de (Von dem süddeutschen und österreichischen Touch sollte man sich nicht abschrecken lassen. Es lohnt sich. Besser vorher einen Tisch reservieren.)

    Antworten
  10. 24. August 2008, 11:07 Uhr, von Antje Gefällt 3 Lesern
    060

    @Tanja(1) Ich habe dir überhaupt nicht unterstellt, dass du hier mit mehreren Namen operierst. Ich weiß nicht, woraus du das schließt.
    Ich habe lediglich festgestellt, dass es hier Leute gibt, die es anscheinend witzig finden mit verschiedenen Namen unterwegs zu sein.Und ich finde das nicht witzig, sondern unhöflich.

    @Walter, nichts anderes habe ich ja gesagt.

    Antworten
  11. 24. August 2008, 11:17 Uhr, von Danja Gefällt 3 Lesern
    061

    @Antje, Du irritierst mich mit Deiner gestrigen Mitteilung. Es ist in der Tat komisch mit diesen Namen hier:

    Anja
    Tanja 1 oder 2
    Dana
    und meiner Wenigkeit Danja.

    Ich kann ja nichts dafür, dass ich Danja heiße, Antje. Der Name ist wirklich selten. In meiner Heimatstadt Bad Dürrenberg gibt es keine Danja. Ich bin die einzige Danja, lebe aber 50 qm von Bad Dürrenberg entfernt. Vermutlich gibt es im Umkreis auch keine 2. Danja. Umso erstaunlicher, dass sich hier die Namen so ähneln. Falls Du es vielleicht gelesen hast, ich habe schon mehrfach auf die Namensähnlichkeiten hingewiesen. Ich kenne zum Beispiel auch keine Tanja bei mir in der Gegend. Hier tritt sie direkt doppelt auf. Das ist doch toll, Antje. Bitte schreib doch was. Ich kann ja nichts dafür, dass ich Danja heiße.

    @Fabian, Deine Kommentare wirken – abgesehen von der mitunter platten Kritik – auf mich immer sehr fundiert. Nach meinem Realschulabschluss habe ich eine Ausbildung als Sekretärin gemacht. Mein Beruf macht mir Spaß. Mein Chef und ich kommen gut miteinander aus. Das, was Du schreibst, verstehe ich nicht immer, Fabian. Ich muss da viel nachschlagen. Aber ich glaube schon, dass ein Bruchteil bei mir hängen bleibt. Besser als gar nichts. Bitte sage nicht „Adios.“

    Antworten
  12. 24. August 2008, 11:42 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    062

    Ein Kommentar am Sonntag für Walter:
    http://de.youtube.com/watch?v=1wfamPW3Eaw

    Antworten
  13. 24. August 2008, 11:56 Uhr, von Jon Gefällt 3 Lesern
    063

    Kommentare in Weblogs dürften in einem kommunikationstheoretischen Aufsatz ein eigenes, recht langes Kapitel darstellen. Watzlawick, er war ein fröhlicher Mensch, hätte vermutlich pausenlos gegrinst beim Schreiben so eines Aufsatzes.

    Es lesen sehr viele Leute dieses Weblog hier, ohne zu kommentieren. Man hat mich selber darauf hingewiesen, ich habe eine Weile mit Freude gelesen und mir dann die Kommentare angesehen, na gut.

    Wäre ich Berater, würde ich Frau Meckel raten: Machen Sie weiter so und schalten sie die Kommentarfunktion ab. Immer mehr ernsthafte Blogger halten es so.

    Antworten
  14. 24. August 2008, 12:32 Uhr, von Antje Gefällt 3 Lesern
    064

    @Jon

    „Wäre ich Berater, würde ich Frau Meckel raten: Machen Sie weiter so und schalten sie die Kommentarfunktion ab. Immer mehr ernsthafte Blogger halten es so.“
    Den Eindruck kann ich nicht teilen.
    Aber in den meisten anderen Blogs ist es so, dass sich die Blogbetreiberin/der Blogbetreiber offen an der Diskussion beteiligt. Dadurch haben sie auch die Möglichkeit Einfluss zu nehmen und Dinge geradezurücken. Aber, das muss man natürlich auch wollen.

    Hier noch was Spannendes zum Internet, was ich in einem anderen Blog gefunden habe:
    http://de.youtube.com/watch?v=TPAO-lZ4_hU

    Antworten
  15. 24. August 2008, 13:06 Uhr, von Anja Gefällt 3 Lesern
    065

    Ich denke, als Kommunikationswissenschaftlerin wird es Frau Meckel widerstreben, die Kommentarfunktion hier abzuschalten.
    Spiegelt es nicht auch ein wenig den heutigen Zeitgeist wieder, Gespräche dann abzubrechen, wenn es gerade ungemütlich wird oder man seine eigenen Interessen nicht mehr vertreten sieht? Und ist das nicht das Schlimmste was passieren kann? Das Ende der Verständigung und des gegenseitigen Respektes?
    Es hat mit Respekt zu tun, andere Meinungen zuzulassen, sich nicht herablassend arrogant über Postings oder Kommentare herzumachen. Das verhindert meiner Meinung nach den Austausch untereinander und ist mittlerweile ein gesellschaftliches Phänomen, dass sich nur noch Wenige über die Interessen der Vielen austauschen, in einer Sprache, die Viele nicht mehr verstehen und mit einer Haltung, die Viele minderwertig dastehen lässt.
    Die Folge ist Politikverdrossenheit und Desinteresse an gesellschaftlichen Themen, Bildung und Erziehung. Das finde ich persönlich eine Katastrophe.
    Daher gefällt es mir z.B. sehr, wenn jemand trotz Professoren- und Doktortitel (hört sich gerade an, als halte ich es für einen Makel;-)) eine deutliche und allgemein verständliche Sprache spricht und sich nicht hinter fach-chinesisch versteckt, obwohl Sie in diesem Fall sogar das eine und auch das andere kann.
    Es gibt unter den Kommentatoren hier Politikwissenschftlerinnen, die ihr Fachwissen vor sich hertragen und jeden gleich angreifen und bloßstellen, der ihnen in ihrem Denken und Ihren Positionen in die Quere kommt. So eine Einstellung finde ich schade, sowohl in der wirklichen als auch in der halbwirklichen Welt.

    In dieser Bloggesellschaft ist auch so mancher immer ganz weit vorne, wenn es darum geht, sich öffentlich theatralisch aus dem Blog zu verabschieden. Diese manipulative Haltung kann ich nicht so ganz nachvollziehen, denn in einem Blog besteht gar keine Veranlassung zur „Verabschiedung“. Entweder ein Posting interessiert und man liest bzw. kommentiert es oder man lässt es! Vermutlich ist aber so mancher nicht mehr in der Lage aus einem Überangebot an Informationen auszuwählen und Entscheidungen zu treffen. Ein Thema, das hier auch schon häufig diskutiert wurde.

    Ich freue mich auf weitere Postings, mit oder ohne Hirnschmalz, den verbrate ich nämlich schon reichlich an anderer Stelle, um meinen Job so gut zu machen, damit andere Ihren behalten!

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  16. 24. August 2008, 14:21 Uhr, von Liesel Gefällt 3 Lesern
    066

    „…denn in einem Blog besteht gar keine Veranlassung zur “Verabschiedung?. Entweder ein Posting interessiert und man liest bzw. kommentiert es oder man lässt es!“ @Anja, wenn es im Blog ausschließlich um den Austausch von Sachinformationen ginge, würde ich mich dem anschließen. Tauschen wir denn zu den von der Blogbetreiberin vorgegebenen Postings nur Fakten aus, die mit der eigenen Person nichts zu tun haben? Das machen wir doch eigentlich nicht. Die Postings werden zum Anlass genommen, um in anonymisierter Form aus dem eigenen Leben zu plaudern. Das Niveau ist dabei – wie auch @Danja festgestellt hat – ganz unterschiedlich. Wie viele BloggerInnen einschließlich meiner Person haben aus ihrem Leseverhalten im Urlaub berichtet. Ob das überhaupt in irgendeiner Form relevant ist, ist eine ganz andere Frage.

    Wir könnten unsere Person selbstverständlich zurücknehmen, im Internet zum Thema recherchieren und andere Quellen anzapfen, um zu Lesen im Urlaub auszuführen. Dann kämen wir hier zu einem starren, (pseudo)wissenschaftlich angehauchten Informationsaustausch. Diese Art von Informationsaustausch macht das Bloggen nicht aus. Ein wenig Persönliches macht die Bloggerei im virtuellen Raum lebhafter. Verabschiedung im Blog wirkt etwas übertrieben, aber entspricht den Gepflogenheiten im Realen. Warum nicht? Ich find´s ok.

    Noch kurz zum Niveau: Es hört sich immer toll an, wenn Menschen von Niveau sprechen und noch einen Schritt weiter gehen: Ein hohes Niveau einfordern. Komisch, im Realen trauen sich solche Menschen oft nicht, ihre Ansprüche einzufordern. Das ist zumindest meine Erfahrung im Realen.

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  17. 24. August 2008, 14:22 Uhr, von Liesel Gefällt 2 Lesern
    067

    „von ihrem Leseverhalten“… Oh, sorry.

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  18. 24. August 2008, 15:05 Uhr, von Anja Gefällt 3 Lesern
    068

    „Tauschen wir denn zu den von der Blogbetreiberin vorgegebenen Postings nur Fakten aus, die mit der eigenen Person nichts zu tun haben?“
    Nein, Liesel, ich denke nicht. Das wäre auch ziemlich langweilig. Da kann ich mich auch mit einem Fachbuch ins Arbeitszimmer setzen und vor mich hinlesen.
    Die persönlichen Ansichten der unterschiedlichen Blogger sind ja gerade das spannende und lassen viele neue Denkansätze zu und holen einen vielleicht ein wenig aus der eigenen „Fachidiotie“ heraus. Daher sollte man sich darüber auch nicht lustig machen. Es kommt wie so oft auf die richtige Mischung an…
    Und eigene Erfahrungsberichte zu bestimmten Themen sagen oftmals mehr aus, als zusammengetragene Fakten.

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  19. 24. August 2008, 15:26 Uhr, von Cate Gefällt 3 Lesern
    069

    Mir macht dieses Blog keinen Spaß mehr. :o( Und das liegt nicht an den Postings…
    Ich finde das ziemlich schade. Glaube, das liegt daran, dass die Kommentare jedes Mal in die gleiche Richtung abdriften. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Plattform hier dazu gedacht war, ganz grundlegende Fragen zu klären (auf die hier – das muss man doch endlich mal begriffen – auch keine Antworten gegeben werde!). Leider ist es jedes Mal dasselbe. Und es nervt!

    Antworten
  20. 24. August 2008, 15:48 Uhr, von Liesel Gefällt 3 Lesern
    070

    Hm, `worum es geht´, steht da oben. Ich muss gestehen, dass ich mich zunächst nicht getraut habe, hier zu kommentieren, weil ich mein Studium schon länger abgeschlossen habe. Ich bin eben keine Studentin mehr. Gedanken habe ich viele. Die werde ich auch gerne los. Nun ja, meine Gedanken werden nicht jeden erfreuen und sicher nicht immer interessieren. Dennoch, ich schreib´ mal was. Dass wir hier keine Berge versetzen können, ist mir schon klar.

    @Cate, ich denke, Antje hat sich wieder berappelt. Sie hat ja nun – entgegen ihrer Ankündigung – doch weiter kommentiert. Ich muss sagen, die Kommentare von Antje mit den gründlichen Recherchen haben mich dazu bewegt, zunächst zu verstehen und dann zu reflektieren, mir eine Meinung zu bilden. @Antje, versinke bitte nicht im virtuellen Nirwana.

    Antworten
  21. 24. August 2008, 15:50 Uhr, von Mesm Gefällt 3 Lesern
    071

    @Antje, thank you for a very interesting YouTube link.
    I love YouTube, maybe it’s because I am not a intellectual person, anything with pictures suits me better :-)

    I started writing on this blog approximately five months ago, since then I have written more that 100 postings about everything from globalisation, over shopping in New York to censorship and human rights in China.
    Some month ago I decided that maybe it was silly to write in English on a German blog and I thought it’s was time to move on and try something different. There must be hundred thousands of blogs in Danish, how hard could it be?

    After a while I realised that it was not that simple. I have found some Danish blogs I like and I have also contributed to those blogs, but as for this blog I still think it has something original, because of the mixture of serious and “light? postings.
    But what is also different, are the contributing bloggers. In many blogs the comments are short or uninteresting. And in many media related blogs the bloggers are quite hostile towards each other. On this blog it’s normally different and often the comments are as interesting or funny as the posting itself.

    My plea is to leave it like that, because it’s more fun for everybody. Arguing over the blog- owner’s intentions is to me without value and plain boring. I have worked in the movie business for 35 years and I have met my fair share of seemingly arrogant Divas or “prima donnas?. My experience is that when you get to know them better, most of them turns out to be nice an intelligent people who just want to have some part of their life they don’t have to share with a greater public.

    So who cares if Miriam Meckel is a “Prima Donna?, as long as she keeps on writing this blog and do whatever else she has to do in life to be an accomplished, harmonious and fairly happy citizen of the world and @MM-bloggers, we don’t even know if she can sing ;-))

    But this one can :-)

    Antworten
  22. 24. August 2008, 16:04 Uhr, von Danja Gefällt 3 Lesern
    072

    @Mesm, thanks for this great video. Perhaps MM can sing like A. Gheorghiu. We really do not know it…

    (Uff, mein Englisch.)

    Antworten
  23. 24. August 2008, 16:26 Uhr, von Cate Gefällt 3 Lesern
    073

    @Liesel: Das meinte ich überhaupt gar nicht…

    Antworten
  24. 24. August 2008, 16:30 Uhr, von Liesel Gefällt 3 Lesern
    074

    Kannst Du es mir noch mal bitte erklären, @Cate.

    Antworten
  25. 24. August 2008, 20:34 Uhr, von Lizzy Gefällt 3 Lesern
    075

    Ich bin gerade nach Hause gekommen und habe hier reingeschaut. Eines muß ich sagen, es ist hier wirklich sehr lustig, fast wie im Kindergarten. Irgendwie endet hier jedes Posting so. Einer greift den anderen an. Wieso????????????

    In diesem Blog sind Kommentare erwünscht. Und ich finde, jeder, der möchte, sollte es auch tun. Ob ich diese gut finde oder nicht, ich doch egal. Ich kann auf einen Kommentar reagieren oder nicht. Ich muß jedoch diejenigen, die nicht in meinem Sinne kommentieren, nicht angreifen.
    Am „besten“ finde ich, daß sich schmollend und beleidigt zurück gezogen wird. Und daß es auch noch angekündigt wird. Frei nach dem Motto: Ich bekomme keinen Schokoladenpudding, also spiele ich nicht mehr mit.
    Hier kann doch jeder schreiben, was er will.

    Dass MM nicht mitkommentiert, finde ich allerdings auch sehr schade. Aber es ist ganz allein ihre Sache.

    @Fabian: MM als Diva zu bezeichnen, finde ich, gelinde gesagt, auch nicht sehr gelungen.

    Antworten
  26. 24. August 2008, 20:45 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
    076

    Schokopudding gibt´s hier noch nicht, aber einen Schokoeisregler – immerhin. Wo ist @Anette abgeblieben?

    Antworten
  27. 24. August 2008, 21:36 Uhr, von Walter Gefällt 3 Lesern
    077

    Die Chance und die Verantwortung für diesen Treffpunkt hier liegt bei uns. Erwachsen sind wir doch?

    Berlin ist jedenfalls keine Insel. Hier gibt es heute schon die Zeitung von morgen.

    Für alle (!) einen guten Start in die neue Woche, mit der die Sommerpause (leider) zu Ende geht.
    Etwas mehr Leichtigkeit und Humor können uns allen nichts schaden. Das Leben ist außerdem kurz genug.

    Antworten
  28. 25. August 2008, 12:16 Uhr, von Sophia Gefällt 3 Lesern
    078

    @Walter: du warst doch Sonntag schon in Berlin? Und: warst du auf Staatsbesuch? Mir hat es das Wetter, nein halt, es war ein Unwetter, vermasselt. Die große Chefin hat sich selbst davon nicht von Autogramme schreiben abhalten lassen. Was eine echte Staatsfrau ist…Gut es kann auch nicht jeder einen Haufen Bodyguards, die ein Regenschirmdach bilden, haben.

    @Mesm: Even if I’m more into La Bartoli, thanks for the video ;-): I appreciate youtube alone for the selection of classical music.

    Antworten
  29. 26. August 2008, 15:57 Uhr, von Anette Gefällt 3 Lesern
    079

    @ Noisa und Ramona
    …war im Urlaub… schön, Euch zu lesen!

    Antworten
  30. 26. August 2008, 16:05 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    080

    Ach, wie nett, Anette. Ich hoffe, Du hast Dich wirklich gut erholt.

    Antworten
  31. 26. August 2008, 16:08 Uhr, von Anette Gefällt 3 Lesern
    081

    Ja, Noisa, Danke! Schön, wenn man so nett empfangen wird :-)

    Antworten
  32. 26. August 2008, 16:25 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    082

    Ja, gerne. Ich freu´ mich doch auch.

    Antworten
  33. 26. August 2008, 16:34 Uhr, von Anette Gefällt 3 Lesern
    083

    Schön, dann bis die Tage wieder im „aktiv“ Modus…

    Antworten
  34. 26. August 2008, 16:57 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    084

    Ja, bis bald, Anette. Schön, dass Du wieder da bist! Tschüss.

    Antworten


© Miriam Meckel 2002 bis 2017