MM_Wiener
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21. Oktober 2008, 10:48 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Das Universalmedium

Bild: www.photocase.com

Wann immer wir einer medienpolitischen Diskussion lauschen, kommt irgendwann die Frage: Wie bringen wir die alten und neuen Medien zusammen? Schon sie offenbart ein Grundmissverständnis. Es gibt keine alten und neuen Medien, zwischen denen die Medienevolution einen Graben offen gelassen hätte. Es gibt nur einen Prozess der Medienkonvergenz, der zwar traditionelle Funktionen von Medien bestehen lässt, aber ansonsten die größte Integrationskraft hervorbringt, die wir im Mediensystem bislang erlebt haben.

Die neue Allensbacher Computer- und Technikanalyse  (ACTA) zeigt: Das Internet wird als Nachrichtenmedium immer wichtiger und bedrängt die traditionellen Medien im Feld ihrer Kernkompetenz. Die Nutzer rufen ab, was sie brauchen und entwickeln eine On-demand-Kultur. Das setzt nicht nur die Zeitungen unter Druck, sondern nun auch das Fernsehen. Youtube lässt grüßen!

Höchste Zeit, endlich medienpolitisch zu reagieren und sich grundsätzlich mit einer neuen Medienordnung zu beschäftigen, die auf ein Universalmedium mit unterschiedlichen Derivaten im analogen und digitalen Feld hinaus laufen wird. Morgen sitzen die deutschen Ministerpräsidenten in Dresden zusammen, um wieder einmal den Rundfunkänderungsstaatsvertrag zu verhandeln. Das wäre eine große Chance, einen Schritt in Richtung Zukunft zu tun. Ob er gegangen wird? Wir dürfen getrost hoffnungslos sein …

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104 Reaktionen

  1. 25. Oktober 2008, 9:24 Uhr, von Walter
    0101

    Es ist doch eigentlich sehr spannend, was wir hier tun: Über die Zukunft diskutieren. Ein Universalmedium würde den Wert der Sprache und der Sprachen neu definieren und die Rolle und Beziehung des Individuum in einer zur Vereinzelung neigenden Zeit. An einem solchen Diskussionsprozess kann sich eine ganze Gesellschaft beteiligen, nicht nur als Summe aus einzelnen Konsumenten, sondern auch als Wünschende und Erwartende.
    Dies wäre ein großes Projekt: Gemeinsam Zukunft gestalten.
    Die Welt rückt unter den gemeinsamen Risiken und Verflechtungen zusammen, eigentlich eine gute Grundlage für und darüberhinaus eine Aufforderung zur Gestaltung.
    Unsere westlichen Gesellschaften sind schon mitten in erheblichen Veränderungen durch Umweltbeeinträchtigung, Migration und Demographie.
    Ich würde mir Politiker und Medienschaffende wünschen, die diese Herausforderungen auch sehen und von verschiedenen Standpunkten aus gemeinsam angehen. Es würde sich lohnen.

    (Dowanda bitte keinen Pfarrer- Kommentar ;-) )

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  2. 25. Oktober 2008, 11:07 Uhr, von Fabian
    0102

    Siegmund, na ja, na ja … Burkhard Spinnens letztes Buch war auch ein ziemlicher Reinfall und ist von der Kritik nicht gerade mit Lob bedacht worden. Tja, aber vielleicht ist die „Verbohlung“ in Ton und Kritik ja auch eine Art „Zeitgeist“, immer mal kräftig druff auf die Schwächeren. Diese unangemessene Härte kann man so oder so sehen: Als leistungsfördernd oder degradierend. Meine Vorstellung von pädagogischem Konzept und von Motivationsförderung ist das nicht, wenn man zu jemandem sagt: „Das klingt, als wenn sie dir den Arsch zugenäht haben und die Scheiße oben raus kommt.“ (O-Ton Dieter Bohlen) Und für sowas gibt’s auch noch Preise … :-(

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  3. 25. Oktober 2008, 11:36 Uhr, von Siegmund
    0103

    Klar, sehe ich auch so.
    Burkhard Spinnen vertritt eigentlich noch die eher vernunftbezogene Kritik.
    Hatte ihn, als ich noch Germanistik-Student war, als Dozent und hatte von ihm einen positiven Eindruck.
    Das ändert aber nichts an der generellen Tendenz des Ingeborg-Bachmann-Preises, aber auch der Literaturkritik insgesamt (!), möglichst Negatives herauszustreichen. Aufgefallen ist mir das an Frau Radisch, die Kritik schon durchgehend als Mittel zur Selbstbestätigung und weniger zur eigentlichen Literaturbesprechung nutzt.
    Ich muss da Elke Heidenreich sogar positiv herausstreichen, da sie merklich sorgsamer mit Literatur und den Autoren umgeht.

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  4. 25. Oktober 2008, 11:57 Uhr, von Urs Bürgi
    0104

    @ Julia, leider nein, aber hoffentlich anders, vgl. Walter, 11:32 Uhr, ff. bis 12:36 Uhr.
    @Walter, genau das ist es, gemeinsam die Zukunft gestalten, sich darüber austauschen, die Möglichkeiten bestanden doch nie besser, als heute, ohne „Verein, Hinterzimmer,Parteiklüngel, etc.“ Hier, öffentlich, über Grenzen hinweg, sogar geistige Begrenzungen hinweg, Versuche, Vorurteile zu revidieren, die Chance zu nutzen, denselben Sachverhalt mal aus anderer Perspektive zu sehen versuchen, den Hinweis zu bekommen, dass man Schrödinger ebenso lesen sollte, wie Richard Sennett, London school of economics Soziologe, (auch Ulrich Beck lehrt dort) um die Tradierung von „Planwirtschaft à la Davoser WWF“ abzulösen und eine Ordnung anzugehen, in der die Verteilungsfrage anders, als bisher, gelöst wird. Und das ist ohne die Medien und deren Management in Werte-verantwortungsvoller Weise nicht machbar. Und nicht: „.. mir wünschen“, sondern selber in die Hand nehmen.

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