MM_Duerrenmatt
15. Oktober 2008, 7:07 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Staatsschauspiel

Vielleicht ist das der wahrhaft subversive Ansatz einer derzeit tief greifenden Systemveränderung: die Dekonstruktion des Politischen durch ihre vollständige Rückführung auf die Inszenierung. Ein ehemaliger Tatortkommissar soll Bundespräsident werden. Peter Sodann ist Ostdeutscher. Das qualifiziert ihn nach Ansicht der Linkspartei für das höchste Amt im deutschen Staate. Und es disqualifiziert alle Vermutungen, die wir bislang hinsichtlich der mit diesem Amt verbundenen Erwartungen und Bedeutungen hatten. Solange jemand einigermaßen angst- und fehlerfrei öffentlich einen Text vortragen ... weiterlesen...

12. Oktober 2008, 22:35 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Mehr Bewegungsfreiheit!

Er hatte kein rotes Bändchen am Arm, da bin ich ganz sicher. Und er war der einzige. Jeder der Teilnehmer an der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises hatte ein rotes Bändchen. Es strahlte als verbindendes Element durch die Veranstaltung. Nicht bei ihm. Man hätte es genau sehen können, wenn er den Arm ausgestreckt hätte, um seinen Ehrenpreis entgegen zu nehmen. Hat er aber nicht. Marcel Reich-Ranicki wollte den Preis nicht. Dieses rote Bändchen ... weiterlesen...

9. Oktober 2008, 13:13 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Snail Mail

Heute habe ich eine Email des wunderbaren Mâitre meines kleinen Urlaubshotels auf Sardinien bekommen: „We received today a parcel" schreibt er mir. Ohne das Päckchen gesehen zu haben, weiß ich, worum es sich handelt: Unterlagen für eine Jury, in der ich Mitglied bin, und die Anfang August von Deutschland aus per Post nach Sardinien geschickt wurden, damit ich sie mir im Urlaub in Ruhe ansehen kann.Daraus wurde nichts. Das Päckchen kam ... weiterlesen...

5. Oktober 2008, 12:29 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Heimleuchten

Langsamen schlurfenden Schrittes kehrt er zurück, der Kapitalismus, von der Wallstreet auf die Main Street. Einige wenige Freunde und Unterstützer laufen mit ihm mit, kleine Fackeln in der Hand, die nur ein schwaches Licht abgeben. Der Beobachter sieht, wie manch einer versucht, das kleine Licht seiner Quelle mit dem Mantel zu verdecken. Sie möchten nicht gesehen werden dabei, wie sie dem Kapitalismus heimleuchten. Was wird er tun, wenn er auf Main Street ... weiterlesen...

2. Oktober 2008, 8:45 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Welcome to TARP-Tours

Die einfachen Tupper-Touren made in USA gehören längst zu den unterkomplexen und nicht mehr zeitgemäßen Angeboten der gruppendynamischen Inszenierung wichtigen Gemeinwesens. Da versammeln sich potentielle Käuferinnen und Käufer zuhause, besser noch im Ballroom eines herunter gewirtschafteten US-Kettenhotels zu einem Get together, das unter die Sinnfragen der alltäglichen Herausforderung in Lebens- und Alltagsbewältigung gestellt wird: „how to cook better", „dressing up for partnership in comfort" oder „supportive spouses". Irgendwann endet man ... weiterlesen...

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