MM_Einstein
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5. Dezember 2008, 13:23 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Advent, Advent, was Zeit erkennt … (5)

Vergänglichkeit

Es stimmt schon, was Erich Fried gesagt hat: “Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.” Zu verstehen, was in diesem Satz steckt, ist emotional gar nicht so leicht. Denn das, was ist, sind wir gewohnt. Das, was ist, ist uns ans Herz gewachsen, selbst dann, wenn wir um die Nachteile und Schwierigkeiten wissen. Das, was ist, mögen wir nicht wieder loslassen. Denn loslassen heißt Veränderung und Veränderung bedeutet Unsicherheit und Unsicherheit erfordert Anstrengung, sich auf das Neue einzulassen, es zu erspüren und zu erlernen. So wollen wir, dass alles bleibt, wie es ist.

Bliebe es tatsächlich, es wäre eine schreckliche Welt. Ohne Wandel, ohne Neues, ohne Lernen, ohne Erfahrung, ohne Überraschung und ohne Gefühl. Alles würde erstarren im so sein. Und wir mitten drin, stecken geblieben wie im erkalteten Lavastrom einer Zeitimplosion.

Die Vergänglichkeit ist das Totem unserer Lebenszyklen. Der Schutzgeist, der uns bewahrt vor den immer gleichen Fehlern und uns Respekt abverlangt vor dem, was war, und dem, was kommt. Dazwischen dürfen wir sein. Traurig, dass es vorbei und glücklich, dass es gewesen (Tagore).  

ADvent 5: Kombiniert man zwei Dichter miteinander, versteht man manchmal von beiden mehr.

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66 Reaktionen

  1. 5. Dezember 2008, 13:38 Uhr, von Urs Bürgi
    01

    @MM, das ist der “Fluch der “bösen, nein, der guten Tat”, wenn man sich selbst so hohe Ziele setzt, jeden Tag, und das 24x, ein qualitativ hochwertiges Statement loslassen zu müssen. Es geht nicht, es sei denn, man dopt sich, wie beim Radfahren. Und dann kommt es zu solchen Sätzen:”.. bewahrt uns vor den immer gleichen Fehlern”. Eben nicht!! Allenfalls vor denselben, und nicht mal das. Sorry, aber die Finanzkrise, die sogenannte Wirtschaftspolitik der BRD zeigen es doch: es gibt leider nichts unter der Sonne, was neu wäre. Ich empfehle, Wilhem Schmid zu lesen über “Glückliches Leben”, dort steht sehr gut, wie das ist mit dem Gestern, Heute und dem Morgen. Ganz ohne Trauer, und dass Veränderung nicht zu Verunsicherung führen muss. Im Gegenteil. Aber es ist eine Frage des Selbst und des Weltverständnisses, sich zu finden im panta rhei.

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  2. 5. Dezember 2008, 13:40 Uhr, von St
    02

    So wahr es ist, manchmal wäre es schön, wenn man die Welt – und sei es nur für eine kurze Zeit – anhalten könnte um an einem Moment festzuhalten.

    Was uns bleibt aber ist die Erinnerung und die Phantasie, für das Vergangene und für das Kommende.

    Antworten
  3. 5. Dezember 2008, 13:41 Uhr, von Noisa
    03

    Ein schönes Posting! „Bliebe es tatsächlich, es wäre eine schreckliche Welt. Ohne Wandel, ohne Neues, ohne Lernen, ohne Erfahrung, ohne Überraschung und ohne Gefühl.“ Oh ja, die Welt ist derzeit enorm im Wandel. Das bietet auch Chancen!

    Hm, mir ist irgendwie aufgefallen, dass die virtuellen Adventstürchen immer um ..:12 Uhr veröffentlicht werden. Heute auch schon wieder… Hm?

    Antworten
  4. 5. Dezember 2008, 13:51 Uhr, von spätzly
    04

    @Noisa: falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte, dass ist in allen anderen Monaten auch der Fall, bzw. im November immer um ..:11, im Oktober immer um ..:09 usw.

    Antworten
  5. 5. Dezember 2008, 13:52 Uhr, von St
    05

    Frau Meckel neigt dazu all ihre Beiträge in den Minuten “zu senden” die der Nummer des Monat entsprechen.

    Nur warum hat sie leider noch nicht verraten ;-)

    Antworten
  6. 5. Dezember 2008, 13:59 Uhr, von Susanne
    06

    Oh Gott, heißt das etwa… Sie wird von ihrer Zahnbürste ferngesteuert? Oder ist es der Hubschrauber, der sie manipuliert und zu zwanghaften, rituellem Handlungen in der “Minute des Monats” treibt?

    Antworten
  7. 5. Dezember 2008, 14:00 Uhr, von Susanne
    07

    ich tausche ein n gegen ein m, rituellen.

    Antworten
  8. 5. Dezember 2008, 14:05 Uhr, von St
    08

    vom “Planet der Affen” zum “Planeten der Zahnbürsten”?
    ;-)

    Antworten
  9. 5. Dezember 2008, 14:19 Uhr, von Janna
    09

    Es sei denn, das “Neue” ist mit dem Wort “Change” verbunden, Obama sei Dank. Schon zu Zeiten des tobenden Wahlkampfes in des USA fand ich es verblüffend, wie zweideutig das Wort besetzt war. Die Demokraten assoziierten auschließlich positive Dinge mit dem Wandel, für die Republikaner schien er dagegen dem Untergang des Abendlandes gleichzukommen. Verblüffend dagegen der Werbeslogan einer großen Versicherunsgesellschaft “Change happenz”- das klingt für mich immer eher wie “Shit happens”.
    Dennoch finde ich es äußerst erfreulich, das der Wandel der Welt eine Sache ist, die der zweifelnde Mensch nicht wirklich beeinflussen kann, auch wenn er sich noch so sehr bemüht- wenigstens eine Sache, die von alleine läuft, und die nicht in kleingeistigen Streitereien im Keim erstickt werden kann.

    Antworten
  10. 5. Dezember 2008, 14:26 Uhr, von Tanja
    010

    Ein sehr schönes Posting! Vielen Dank dafür.
    Ich kann dieser Ausführung nur zustimmen.
    Ist Euch aufgefallen das MM ihre “Törchen” bisher immer um ’12 nach geöffnet hat?*grins*

    Antworten
  11. 5. Dezember 2008, 14:28 Uhr, von Tanja
    011

    Erst richtig lesen, Tanja und dann antworten. Es ist Euch aufgefallen.

    Antworten
  12. 5. Dezember 2008, 14:33 Uhr, von Dowanda Gefällt einem Leser
    012

    Ich denke, dass es auch die innere Unruhe im Menschen ist, der ihn immer weiter treibt. Oder auch vor sich her. Ich glaub der Mensch kann gar nicht anders, als sich zu entwickeln. Nur sobald er den Moment festhalten, wird ihm das wohl erst bewusst.

    Antworten
  13. 5. Dezember 2008, 14:39 Uhr, von Noisa
    013

    Etwas OT: Morgen ein Türchen um ..:13? Das wäre doch ein Experiment und würde gut zu diesem Posting hier passen. ;)

    Antworten
  14. 5. Dezember 2008, 15:06 Uhr, von St
    014

    “Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids – und ein Quell unendlichen Trostes.” – Marie von Ebner-Eschenbach

    Antworten
  15. 5. Dezember 2008, 15:13 Uhr, von Verena
    015

    @Noisa: Neeeeeeeeeein…!;-)

    Ein wundervoller Text, an den ich mich immer erinnern will, wenn
    (un)geliebte Veränderungen anstehen…

    Antworten
  16. 5. Dezember 2008, 15:14 Uhr, von H. Gefällt einem Leser
    016

    Na, das geht doch auch in etwa in diese Richtung: “Wenn Du entdeckst, dass du auf einem toten Pferd reitest, steig ab.”
    Ich sage immer: “Besser ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende”
    Ich stehe momentan vor der Entscheidung, meinen Beruf evtl. schweren Herzens zu wechseln, da ich den stetig wachsenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden kann (oder muss ich meine Ansprüche an mich selbst mal ´runterschreiben?). Fakt ist, dass die Arbeitsbedingungen sich weiter erschweren werden. Bevor ich mich nun noch weit über 30 Jahre “quälen” muss und meine Gesundheit weiter Schaden erleidet, wäre eine Umschulung wohl sinnvoller (wie mir geraten wurde), doch dann lande ich vermutlich dort, wo ich nie(!!!) hin wollte – am Schreibtisch…
    Nun heißt es also Prioritäten zu setzen und auf zu neuen Erfahrungsfeldern.

    @Noisa Nee, wenn dann doch eher um .:06, .:07, .:08, usw… ;-)

    Antworten
  17. 5. Dezember 2008, 15:15 Uhr, von Dowanda
    017

    @St
    Vor die Wahl gestellt – abgesehen davon, dass so eine universelle Frage für das kleine bisschen Dowanda soundso zuviel ist – wäre mir die Endlichkeit wohl auch sympathischer als die Unendlichkeit.

    In den Helden- und Volkssagen z.B. tritt die “Gerechte Strafe” ja meistens in Form einer immerwährenden Aufgabe auf.
    Spontan fällt mir Sisyphos als Beispiel ein.

    Antworten
  18. 5. Dezember 2008, 15:23 Uhr, von St
    018

    Die “Unendlichkeit” kann der Mensch m.E. überhaupt nicht ertragen, zum Teil aber auch, weil wir sie nicht in vollem Umfange begreifen können.

    Alles was wir kennen ist endlich. Wir sind endlich. Wir können die Unendlichkeit beschreiben, aber niemals ganz verstehen.

    Und darauf verzichte ich auch gerne :-)

    Antworten
  19. 5. Dezember 2008, 15:27 Uhr, von Noisa
    019

    @Verena, @H., was habt Ihr denn? H., Deine Zahlenreihe ist ja schrecklich regelmäßig. Das hat mit Ausbrechen aus der normalen, eingeübten Postingzeit nichts mehr zu tun. `Wandel´ bringt Neues! (s.o.) Ein wenig seine eingeübten Prinzipien im Kommunikationsbereich aufzugeben, kann zu neuen Erkenntnissen führen. ;)

    H., Du hattest mal geschrieben, dass Du in Deinem Beruf Vorbild für andere bist. Die eigenen Ansprüche hoch zu halten, ist ja nicht verkehrt, aber wir brauchen Vorbilder in unserer Gesellschaft. Und da willst Du eine `Umschulung´ machen? Nee, das überzeugt nicht… ;)

    Antworten
  20. 5. Dezember 2008, 15:43 Uhr, von Verena
    020

    @Noisa: aufgefallen, dass mein vorheriges Posting (unbeabsichigt!!!) um genau ..:13 auf der Page gelandet ist?- ein Zeichen!;-)

    Antworten
  21. 5. Dezember 2008, 15:47 Uhr, von Cate
    021

    To everything, turn turn turn,…

    Antworten
  22. 5. Dezember 2008, 15:53 Uhr, von Noisa
    022

    Ja, Verena. Unglaublich!? :))

    Antworten
  23. 5. Dezember 2008, 16:21 Uhr, von Ramona
    023

    Sehr schönes Posting.
    Ich habe auch ein Problem mit der Zeit. Ich kann sie nämlich nicht mehr abwarten:
    Lieber Nikolaus, ich hab schon mal meinen Schuh bereitgestellt. Ich gebe zu, er ist nicht mehr sehr schön, aber dafür sehr gemütlich. Er steht gleich an der Eingangstür links, nur damit Du nicht lange suchen musst.
    Die liebe Ramona

    http://www.3darena.de/board/files/thumbs/t_alter_schuh_test_312.jpg

    Ich wünsche Euch einen fleißigen Nikolaus und einen schönen 2. Advent!

    Antworten
  24. 5. Dezember 2008, 16:29 Uhr, von Maria
    024

    @ st VERGÄNGLICHKEIT
    “Traurig,daß es vorbei und glücklich, daß es gewesen.” Wie wahr!
    Beim Tod eines geliebten Menschen hat das Wort VERGÄNGLICHKEIT seine eigene Bedeutung. Das gemeinsame Leben war ” vergänglich” und ist doch “unvergänglich”.Gefühle sterben nicht.

    Antworten
  25. 5. Dezember 2008, 16:37 Uhr, von St
    025

    Abgesehen davon, dass es sehr viele verschiedene Arten von Gefühlen gibt, sterben diese ihren ganz eigenen Tod, aber auch sie sind (im Allgemeinen) eben vergänglich.

    Um dein Beispiel aufzugreifen:
    Sicherlich bleiben die Gefühle des einen, doch was am Ende kommt, weiß leider niemand, zumindest niemand der unter uns ist.

    Aber das “Leben” nach dem Leben ist sicherlich ein ganz eigenes Thema.

    Antworten
  26. 5. Dezember 2008, 16:38 Uhr, von Noisa
    026

    Vom Volumen her ist Dein Schuh ja eher bescheiden, @Ramona. Hierin lässt es sich bestimmt prima laufen. Im Sommer mögen Birkenstock-Schlappen angenehm für die Füße sein. Bei manchen Dingen ist die Optik eben zweitrangig. ;)

    Meine optisch durchaus ansprechenden Stiefel, die ich noch nie getragen habe, stelle ich besser nicht raus… Ich war nämlich nicht immer `lieb´.

    Auch @allen ein nettes Wochenende und einen schönen 2. Advent!

    Antworten
  27. 5. Dezember 2008, 16:55 Uhr, von jinx
    027

    @urs: I’d say that the combination of events and facts is always new (hardly anything under the sun is identical), but that doesn’t mean that we don’t make the same mistakes over and over again. A good book (for those who haven’t read it yet): The Stone Gods, Jeanette Winterson. Even though not her best book, the story is applicable to almost every human failure (financial, ecological, romantic, etc)

    Antworten
  28. 5. Dezember 2008, 17:11 Uhr, von Dana
    028

    Ein sehr schönes und sehr emotionales Posting. Danke dafür, auch wenn es mir den Boden unter den Füßen wegzieht.
    Wenn ich noch ergänzen darf:
    Alles hat seine Zeit.
    Es gibt eine Zeit der Freude,
    eine Zeit der Schmerzen, der Trauer
    und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.

    Antworten
  29. 5. Dezember 2008, 17:29 Uhr, von cm
    029

    Entschuldigung wenn ich hier ein wenig die Stimmung drücke, aber dieses Posting hat mich heute tief berührt und den Boden unter den Füßen habe ich bereits verloren.
    Zur Zeit würde ich nichts lieber machen als die Welt anhalten, wenn nicht sogar zurückdrehen. Ein sehr enger Freund ist letzte Woche schwer erkrankt. Wir erfahren heute die Diagnose und wie viel Zeit wir noch zusammen verbringen dürfen.
    Dazwischen müssen wir sein.
    Danke für dieses Posting auch wenn es mich zum weinen bringt.

    Antworten
  30. 5. Dezember 2008, 17:30 Uhr, von Janna
    030

    @Dana, dazu kurz ein Liedetext meiner persönlichen “Göttin” Hildegard Knef:

    Da ist eine Zeit zu lachen
    und zu leben,
    da ist eine Zeit zu leiden
    und zu streben,
    da ist eine Zeit des Zorns
    und die des Trotzes;
    lass manches gescheh’n
    und lerne zu warten,
    sei nie zu bequem,
    aufs neue zu starten;
    vielleicht wirst du seh’n
    der Weg
    hat sich gelohnt.

    Da ist eine Zeit
    für den Wahn des Verliebtseins und
    wenn du Glück hast,
    die Zeit der Liebe.
    Da ist eine Zeit der Lüge
    und der Trauer;
    da sind die Momente,
    da du auf der Lauer
    nach einem einzigen
    Lächeln jagst.

    Da ist eine Zeit
    zu reden
    und zu schweigen;
    da ist eine Zeit
    zu kämpfen,
    sich zu beugen,
    und auch eine Zeit,
    sich selbst,
    selbst zu verleugnen.

    Da ist eine Zeit
    zu leben und zu lachen,
    und dann kommt die Zeit,
    du packst die sieben Sachen
    und gehst den Weg,
    den Weg den wir alle geh’n.

    Antworten
  31. 5. Dezember 2008, 17:55 Uhr, von Noisa
    031

    Danke, @Janna. Hier die `Göttin´: „Nein, ich gebe niemals auf“ http://tinyurl.com/5lqt33

    Antworten
  32. 5. Dezember 2008, 18:03 Uhr, von Dana
    032

    Danke, @Janna

    Antworten
  33. 5. Dezember 2008, 18:26 Uhr, von Walter
    033

    Nach so viel Knef, der wir beim Gehen zugeschaut und vielleicht auch daran mitempfunden haben, nochmal auf Anfang mit den Worten zum Ende:
    ‘Traurig, dass es vorbei und glücklich, dass es gewesen (Tagore)’.
    Solange ein Mensch lebt hofft sie oder er. Es gibt eine Kraft, die unsere Existenz über die Körperlichkeit erhebt, die unser Leben mit dem anderer Menschen und mit der Natur verbindet, die uns hilft über uns hinaus zu gehen. Diese Kraft und Vision ist die Essenz der Liebe und Hingabe in allen ihren Varianten.
    Wenn Sigmund Freud sagte, dass wir dem Leben einen Tod schuldig sind, dann sagte er das auch aus der Liebe zum Leben heraus und aus der Erkenntnis, dass wir mit aller Klugheit das Leben in seiner Fülle nicht begreifen können.
    So bleibt als einzige Macht angesichts der Vergänglichkeit die Liebe zum Leben, die auch den Tod akzeptiert. Das klingt banal, aber ich glaube, diese Kraft in uns zu entdecken und zu leben ist die wichtigste und größte Aufgabe, die diese Welt uns aufgibt- jeden Tag und in jedem Augenblick.
    Wie unvollkommen sind wir und wie weit entfernt…
    Daher: ‘Glücklich, dass es ist und nicht traurig, dass es gewesen.

    Antworten
  34. 5. Dezember 2008, 18:31 Uhr, von Inga Oltersdorf
    034

    Gerade gestern las ich ein Zitat von Rudolf Steiner:

    “Und niemand wird das Ewige in den Dingen entdecken, der sich nicht zuerst gründlich mit dem Vergänglichen vertraut gemacht hat.”

    Bewegung ist immer da. Solange die Angst vor Neuem und der Veränderung größer ist, ist Bewegung Stillstand. Und die größte Herzenssehnsucht bleibt immer nur eine Illusion.

    Antworten
  35. 5. Dezember 2008, 18:56 Uhr, von jinx
    035

    maybe a bit of Camus wouldn’t be bad after all this sentimentality. maybe there is no structure in this world and maybe it’s all just absurd? maybe our expectations on stability and structure are just a bit too high…

    after all we only have this one life and we should aim to live it as long as possible no matter how many ups and downs cross our ways.

    Antworten
  36. 5. Dezember 2008, 19:00 Uhr, von Karin
    036

    und zu diesem Posting passt, wie ich finde, auch mein Lieblingsgedicht ganz super:

    Stufen – Hermann Hesse

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    In andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    An keinem wie an einer Heimat hängen,
    Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
    Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

    Antworten
  37. 5. Dezember 2008, 19:08 Uhr, von Maria
    037

    @st Ich glaube nicht,daß “Gefühle ihren eigenen Tod sterben” und somit” vergänglich “sind.
    In der heutigen,schnellen Zeit ist das sicher überwiegend so,die Trennungen der Promis lassen ja täglich “grüßen”.
    Dennoch glaube ich an unvergängliche Empfindungen,die immer da sind und bleiben.
    Vielleicht sind sie selten,aber ich bin sicher,es gibt sie.

    Antworten
  38. 5. Dezember 2008, 20:06 Uhr, von Mesm
    038

    Closed Path

    I thought that my voyage had come to its end
    at the last limit of my power,—that the path before me was closed,
    that provisions were exhausted
    and the time come to take shelter in a silent obscurity.

    But I find that thy will knows no end in me.
    And when old words die out on the tongue,
    new melodies break forth from the heart,
    and where the old tracks are lost,
    new country is revealed with its wonders

    (By Rabindranath Tagore)

    In difficult times it is easy to think that there is no way forward.
    In my experience, the best way is to stop for a moment, reflect and then try to move forward again. In this process new options often become available. When one door closes, a new one always open. It goes for both relations to people, events and objects.
    To learn new skills, to seek new “landscapes?, to experience new people, to reflect and to react are in my opinion necessities in daily living. But I also try to remember that “Nothing last for ever?.

    Antworten
  39. 5. Dezember 2008, 20:39 Uhr, von richard
    039

    Es mag
    geschehen,
    was will.
    Ich
    verliere nie
    die Gewissheit,
    dass hinter mir Arme geöffnet sind,
    um mich aufzufangen.

    Lou Andreas-Salomé

    @Walter, die letzte Strophe des E. Kästner-Gedichtes “Chor der Fräuleins” finde ich nach wie vor aktuell.

    Antworten
  40. 5. Dezember 2008, 21:25 Uhr, von H.
    040

    @Noisa 15:27h
    Ich will ja eigentlich auch nicht, wenn dir allerdings dein Körper ziemlich konkrete Signale setzt und du dann erst mal Wochen `kaltgestellt´ bist, denkst du so über einiges nach…

    So, jetzt aber schön brav die frische geputzten Schuhe ‘rausgestellt!

    Antworten
  41. 5. Dezember 2008, 21:33 Uhr, von Steffi Gefällt einem Leser
    041

    Schönes Posting! Es lohnt sich mE. gut hinzuschauen, wo ich Dinge ändern und verändern kann, so wie in einem Text gelesen habe:

    “Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.”

    Antworten
  42. 5. Dezember 2008, 22:09 Uhr, von Björn
    042

    Sehr geehrte Frau Meckel,
    bzgl. Ihres Spiegel-Essays: R. Michels hat keineswegs gesagt, dass Demokratie zu Oligarchie führt! Sein “ehernes Gesetz der Oligarchie” besagt lediglich, dass es in Organisationen (auch in demokratischen) immer/zwangsläufig zur Ausbildung von oligarchischen Strukturen kommt. Das entscheidende Element hierbei ist jedoch die Organisation, nicht die Demokratie.

    Ansonsten war Ihr Beitrag durchaus angenehm (unangenehm?) zu lesen und natürlich haben Sie recht: Es ist grundsätzlich einfacher mit dem Strom zu schwimmen!

    Antworten
  43. 5. Dezember 2008, 22:25 Uhr, von Anja
    043

    Der Gedanke an Stillstand ist ein bedrückendes Gefühl, genauso wie der an Vergänglichkeit auch… manchmal.
    Als ich heute ein paar hundert Kilometer im Auto nach hause fuhr, war das schönste Gefühl genau zu wissen, was mich dort erwartet, ohne große Veränderungen und Überraschungen. Getragen wird dieses Gefühl von der Erinnerung, von den Momenten, die man in seinem Herzen und Gedanken mit sich trägt. Diese Empfindungen und Verlässlichkeiten können einen ermutigen die Anstrengungen auf sich zu nehmen, Neues zu entdecken und auszuprobieren.

    Besonders schön ist bei der Heimkehr zu sehen, alles ist noch genau wie immer, nur ganz anders…;-)

    Antworten
  44. 5. Dezember 2008, 23:03 Uhr, von Anja
    044

    Ich würde mich total freuen, wenn man das 6. Türchen Morgen schon ganz früh öffnen könnte, als Nikolausi quasi.
    …vielleicht ist ja schon was vorbereitet…

    Der Dezember
    Erich Kästner

    Das Jahr ward alt. Hat dünne Haar.
    Ist gar nicht sehr gesund.
    Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
    Kennt gar die letzte Stund.

    Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
    Ruht beides unterm Schnee.
    Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
    Und Wehmut tut halt weh.

    Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
    Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
    Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
    Nützt nichts, daß man’s versteht.

    Und wieder stapft der Nikolaus
    durch jeden Kindertraum.
    Und wieder blüht in jedem Haus
    der goldengrüne Baum.

    Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,
    wie hold Christbäume blühn.
    Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
    und glaubst nicht mehr an ihn.

    Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
    Dann dröhnt das Erz und spricht:
    “Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
    und du kennst deinen nicht.”

    Antworten
  45. 5. Dezember 2008, 23:10 Uhr, von Elcano
    045

    Erich Kästner schreibt wunderbare Gedichte!

    Antworten
  46. 5. Dezember 2008, 23:12 Uhr, von Mesm
    046

    Christmas tune –day 5 – I had different options for today, but ended up deciding that it had to be something beautiful and stunning, especially after spending the evening reading the poems of Rabindranath Tagore – amazing!

    Antworten
  47. 5. Dezember 2008, 23:13 Uhr, von karin
    047

    “Den diese Welt wird erst das was sie ist, durch und mit uns Allen”
    Schön das es uns gibt,ob mit oder ohne Veränderung.
    mlg @ karin, heute traurig und tief berührt von all diesen Postings und gefühlvollen Worten.
    Wünsche Allen hier eine schöne Zeit : )

    Antworten
  48. 6. Dezember 2008, 0:24 Uhr, von Jojo@t-online.de
    048

    Es scheint als sei Urs Bürgi auf dem Sprung Frau Meckel zu ertappen und zu entlarven.
    Frau Meckel,
    bitte geben Sie dem Erbsenzähler Futter!
    Mit großer Freude an Ihren Texten
    und
    Freude am Adsventskalender
    http://www.youtube.com/watch?v=ORgsstGBWhU

    Antworten
  49. 6. Dezember 2008, 0:36 Uhr, von julia
    049

    http://de.youtube.com/watch?v=rHOLVseb1Ds&feature=related

    Ich kann dieses Lied kaum anhören weil es mich so an Vergänglichkeit erinnert. Ganz schön, dass ich es nun seit langer Zeit mal wieder höre. Vielleicht kennt es ja jemand?

    Was Dichter und Denker so sagen. Mir gefällt zu dem Thema am besten der Satz von Brecht: Jene lob ich die sich ändern und dabei sie selber bleiben.

    Antworten
  50. 6. Dezember 2008, 1:32 Uhr, von Tanja
    050

    Das ist aber peinlich! Im Dezember haben wir erst gemerkt was MM jeden Monat gemacht hat: den Monat in der Uhrzeit verwendet. Sehr konsequent. Tolles Zeitmanagment Frau Meckel!
    @ MM:bei der Durchsicht Ihre anderen Posting’s bin ich bei der Gesichterstudie hängen geblieben.gibt es dazu schon eine Auswertung?

    Antworten


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