Optimierung
Alles wird erst gut. Und dann muss es besser werden. Das gilt jetzt auch für Weihnachten.
Verschiedene Disziplinen haben die Optimierung erfunden, um das menschliche Streben nach immer besser, immer schneller, immer mehr auf einen Begriff zu bringen und ein knackiges Fremdwort drauf zu packen.Â
Der Gabler Verlag wirbt in einem Jahresendflyer mit einem neuen Buch unter dem Titel: “Optimiert Weihnachten. Eine Anleitung zur Besinnlichkeits-Maximierung”. So weit ist es jetzt.
Ich stelle mir vor, wie die Familie am Adventskranz oder unter dem Weihnachtsbaum zusammensitzt und ihre Besinnlichkeit maximiert. “Sing schneller, Oma”, “konzentrier Dich beim Beten, Schatz, wir haben keine Zeit zu verlieren”, “und jetzt die einsdreißig Jahresrückschau im Familienschnelldurchlauf!”
Wenn Weihnachten besser werden soll, dann muss es entperfektioniert werden. Noch so ein schreckliches Wort …
ADvent 6: Weihnachten muss besser werden. Aber so wird es schlimmer!







@Lizzy, was Du anspricht, ist eigentlich viel wichtiger als Anmerkungen zu Weihnachten.
@g.emiks, so ist es leider. In dieser Zeit sollen Suizide zunehmen. Menschen, die im Krisenbereich tätig sind, haben im Dezember besonders viel abzufangen.
(Zu Weihnachten habe ich persönlich ein distanziertes Verhältnis. In meiner Kindheit und Jugend wurde Weihnachten als religiöses Fest im Familienkreis intensiv gefeiert. Die Feiern hatten durchaus auch ihre guten Seiten. Die religiösen Hintergründe habe ich damals schon hinterfragt. Bis heute kann ich die Geschichte von Marias Empfängnis durch Gott und Jesus Geburt nicht glauben.
Bei mir wäre eher `Weihnachtsminimierung´ das richtige Schlagwort und nicht `Weihnachtsoptimierung´. Heiligabend wird bei uns seit Jahren im kleinsten Familienkreis ruhig und besinnlich bei gutem Essen gefeiert. Beruflichen Weihnachtsfeiern entziehe ich mich. Die Wertschätzung gegenüber anderen kann auch ohne solche Feiern zum Ausdruck gebracht werden. Weihnachtskarten schreibe ich nicht. Die Zeit zwischen den Feiertagen nutze ich, um mich bei Freunden und Bekannten zu melden, Verabredungen zu treffen…
Ein kritischer Artikel unter taz.de vom 24.12.2005: „Das Bürgertum feiert sich selbst“
http://tinyurl.com/5vsw5z )
Wie sieht aus eine optimiert Weihnacht, oder noch mehr eine perfekte Weihnacht? Gibt es überhaupt? Übung macht Meister gilt auch für Gefühle? Ich glaube es nicht, sorry.
Effective Christmas optimizing the old fashion way….ho-ho-ho…;-)
@Noise I agree with you, I believe in `Weihnachtsminimierung´. But as @Julia wrote “patchwork� families is a challenge….
Was bedeutet eigentlich Optimierung?
Aus meiner Sicht ist die Frage nur mit Blick auf das “Ziel” und den in diesem Zusammenhang stehenden Erwartungen zu beantworten. Wenn Weihnachten gemütlich und entspannend sein soll, kann die “Optimierung” auch wie folgt beschrieben werden: Es gilt weniger Dinge in mehr Zeit “zu erledigen”.
WIKI-Definition: „Unter einem Optimum (lateinisch optimum, Neutrum von optimus ‚Bester, Hervorragendster‘, Superlativ von bonus ‚gut‘) versteht man das beste erreichbare Resultat im Sinne eines Kompromisses zwischen verschiedenen Parametern oder Eigenschaften unter dem Aspekt einer Anwendung, einer Nutzung oder eines Zieles.“
Weihnachtsoptimum!?
Entschuldigung, mir ist vorhin schon ein unschönes Wort entglitten. Ja, wie sollen bei Weihnachten die obigen Bestandteile des Optimumbegriffs substanziiert werden, @Tina? Das ist völlig absurd. Wird hier nicht eher ein Büchlein zum Verkauf angepriesen, welches, weil es so ungewöhnlich ist, vielleicht noch gute Verkaufszahlen erzielen wird. Ein Buch zur Weihnachtsoptimierung kann doch kein normal denkender Mensch ernst nehmen.
Manchmal habe ich den Eindruck, als wenn sich absurde Texte in unserer Gesellschaft besser verkaufen können. Mir ist dabei nicht wohl. Die Bestsellerlisten im Spiegel sprechen für sich.
@Mesm, dann sind wir schon zwei bei der Gegenbewegung der `Weihnachtsminimierung´.
optimiertes, perfektioniertes weihnachten – brrr wie langweilig wäre das denn?
das tolle an weihnachten ist doch meist der ärger, der stress und das chaos davor, mittendrin und danach.
nicht zuletzt die vorfreude auf den tag, an dem der wie immer häßliche, aber mit viel liebe und vor allem viel mühe geschmückte baum die wohnung wieder verläßt. – nicht immer in einem stück -
;-)
@Noisa, I am right with you – let’s start a movement?
“A peaceful and calm Christmas for everybody� (we have to find a better name… :-)
Here are some suggestions for the bylaws:
1. Traditions can be changes if necessary.
2. Everyone should enjoy them selves.
3. Celebrating can be done with anyone; it doesn’t have to be blood related family.
4. ??
5. ??
And so on….?
:)
What about:
4. Don’t invite people you don’t like, just because you have to.
5. Invite the neighbours instead
6. Ethnic food, for those who want it.
7. Don’t panic when you don’t have time to buy stuff, just leave it
8. Don’t eat and drink too much
??
@Mesm, it´s too late. I try it in my language:
Nummer 1 bis 7,5 finde ich sehr treffend.
Nummer 8 würde ich abwandeln, denn es soll ja ein nettes Fest sein:
“8. Don’t eat too much, but drink as much as you want.�
Macht doch nichts, am 25. ist auch ein Feiertag. ;))
Einen schönen 2., unoptimierten Advent darf ich @allen wünschen!
I agree – cheers and goodnight :-))
Thank you, too, @Mesm. :)
Die Feststellung, dass ein Ergebnis, Ereignis oder Prozess optimiert/nicht optimiert ist/wurde, ist das Ergebnis der Einschätzung oder Bewertung einzelner Beteiligter. Diese Einschätzung oder Bewertung beruht auf einer Summe von Einzelbewertungen von (ausgewählten) Indikatoren sowie deren (subjektive) Gewichtung.
Ob ich mein(!) Weihnachtsfest im nachhinein als hervorragendst, supertoll und unübertrefflich bewerte, hängt von meiner (!) zu Grunde gelegten Erwartungshaltung an Weihnachten ab.
Begreift man Optimierungsprozesse/Optimierung als Ergebnis von Lernprozessen, so ist alles, was ich im Vorjahr/ Vormonat [...] als überflüssig o.ä. analysiert habe und in diesem Jahre [...] nicht mehr umsetze, eine Optiminierung.
verkürztes Beispiel: Ich möchte mich Weihnachten entspannen und erholen (Ziel) und habe im vergangenen Jahr festgestellt, dass der Besuch von Kirche, Eltern und Schwiegereltern sowie das Vorbereiten des Abendessens und die Suche nach dem Weihnachtsschmuck für den Baum am Heiligabend zwischen 14.00 Uhr und 15.00 Uhr mich überfordert (Feststellung eines Problems). Ich streiche oder verlege eine der o.g. Aufgaben auf ein anderen Zeitraum (Erzielung eines Kompromisses). Resultat ist dann, dass ich weniger in einem Zeitraum zu erledigen habe. Aus meiner Sicht, nach der von Noisa genannten Definition eine Optiminierung.
An dieser Stelle möchte ich weitere Aspekte/Fragen in die Diskussion einbringen.
WARUM?
Warum kommt man auf die Idee ein Buch über die Möglichkeiten der Weihnachtsoptimierung zu schreiben?
Warum gibt es zu Weihnachten- wie es von einigen Diskussionteilnehmer/innen beschrieben wurde- Ärger, Streit und Stress.
Warum tut man sich DAS (Stress, Ärger und Streit) an?
Vielleicht, weil wir alle zahlreiche Bilder von DEM Weihnachtsfest im Kopf haben?
Vielleicht – weil aus diesen Bilder vermeidliche Erwartungshaltungen abgeleitet werden?
Vielleicht – weil wir uns nicht “trauen” unsere Weihnachtsfeiertage “anders” zu verbringen (als unserer Nachbarn…)
Vielleicht – weil wir uns denken, dass ein Weihnachten ohne Weihnachtsbaum, Kirche, Weihnachtsmusik oder Weihnachtsessen kein “richtiges” Weihnachten ist.
Es wurde bereits festgestellt, dass die Definitionen eines richtigen Weihnachtsfestes irgendwie schwierig ist. UND dennoch versuchen wir dieses “richtige” Weihnachtsfest vorzubereiten und zu feiern – koste es, was es wolle.
Kann ich da dann jemals sagen, dass auf Grundlage meiner Erwartungshaltung ein hervorragendes und perfektes Weihnachtsfest gefeiert wurde?
Haben wir alles “geschafft” was von uns zu Weihnachten erwartet wurde? Wie können wir Weihnachten an sich optimieren – für das “richtige” Fest im nächsten Jahr?!
Hi @Tanja und @Noisa,
Ihr habt Recht, diese fresche Gedicht ist von Oliver Kalkofe. Ich hab da noch eins in meiner Sammlung, das beginnt:
Denkt Euch, ich habe das Christkind gesehn,
ich hab’s überfahren, es war ein Versehn,……….
Aber das ist so böse, das kann man hier nicht veröffentlichen:-)
Google hilft!
Stimmt, @Ramona, oh ha, das ist aber schon ziemlich böse… Da lese ich doch lieber ein tiefsinniges Gedicht über Schafe. ;)
„So ist die Moral von dem Gedicht, fahr zu schnell Dein Auto nicht!“ Dem kann ich mich jedoch anschließen.
Walter um 22:07 möchte ich gerne zustimmen..aber hier ist gerade so (zu) viel los und man kann nicht mehr allen Gedanken folgen.
Nun denn schönen Montag! Dicker Nebel hat sich hier heute über dem Main ausgebreitet und die Skyline verschluckt.
Also ich finde es ja wirklich spannend wie über dieses Buch hier diskutiert wird, ohne dass es jemand gelesen hat. Dennoch geht die Diskussion in die richtige Richtung! Weihnachten zu optimieren ist pervers und genau darauf zielt dieses Buch ab. Keine Frage die Zielgruppe sind genau die Menschen, die Tag ein Tag aus, alles zu optimieren versuchen. Anhand des Weihnachtsfests zeigt Stauss die ganze Fragwürdigkeit dieses Vorgehens auf.
Ich kann jedem der sich in der Wirtschaft mit diesen so genannten “Tools” herumschlägt das Buch nur empfehlen!
[...] kann sich darüber aufregen wie Superbloggerin (Platz 3 der Superblogs 2008 in der Kategorie Bloggerinnen) Miriam [...]
[...] kann sich darüber aufregen wie Superbloggerin (Platz 3 der Superblogs 2008 in der Kategorie Bloggerinnen) Miriam [...]
[...] kann sich darüber aufregen wie Superbloggerin (Platz 3 der Superblogs 2008 in der Kategorie Bloggerinnen) Miriam [...]
Für eine straußische Optimierung des familiär Weihnachtlichen würde es reichen, die verbliebenen Truppen realistisch einzutimen:
* “O.k. – bis 2009? Klar das mit die Vorlagen bis Neujahr, Omi?â€?
* “Als Vor-Gebet muss das Kreuzzeichen reichen, Engelchen! Und beweg dich nicht wieder untenrum. Sonst komm ich zu früh! Das kann weh tun!”
* “Die alte Wochenschau – 12 Min. – das wär’s als Rückblick auf meine dritte Ein-Jahres-Familie! – Mit “13″ bin ich da schon abergläubisch!â€?