Optimierung
Alles wird erst gut. Und dann muss es besser werden. Das gilt jetzt auch für Weihnachten.
Verschiedene Disziplinen haben die Optimierung erfunden, um das menschliche Streben nach immer besser, immer schneller, immer mehr auf einen Begriff zu bringen und ein knackiges Fremdwort drauf zu packen.
Der Gabler Verlag wirbt in einem Jahresendflyer mit einem neuen Buch unter dem Titel: “Optimiert Weihnachten. Eine Anleitung zur Besinnlichkeits-Maximierung”. So weit ist es jetzt.
Ich stelle mir vor, wie die Familie am Adventskranz oder unter dem Weihnachtsbaum zusammensitzt und ihre Besinnlichkeit maximiert. “Sing schneller, Oma”, “konzentrier Dich beim Beten, Schatz, wir haben keine Zeit zu verlieren”, “und jetzt die einsdreißig Jahresrückschau im Familienschnelldurchlauf!”
Wenn Weihnachten besser werden soll, dann muss es entperfektioniert werden. Noch so ein schreckliches Wort …
ADvent 6: Weihnachten muss besser werden. Aber so wird es schlimmer!








Wenn Herr Stauss Weihnachten retten und das Besinnlichkeitsdefizit beseitigen will, muss er Weihnachten abschaffen.
…eigentlich könnte man dann ja auch gleich noch die Adventszeit halbieren und doppelte Effektivität versprechen- 2 statt 4 Kerzen, 12 statt 24 Türchen- 12 statt 24 “Textchen”…Optimierung auf Kosten der Qualität ist eher suboptimal…Überhaupt ist es erschreckend befremdlich Weihnachten mit “Optimierung” in Verbindung zu bringen.
„Optimiert Weihnachten“
„Nein Danke!“
Es mag sein, dass der Gabler-Verlag schon mal ein gutes Buch herausgegeben hat. Die Buchtitel im Gabler-Verlag sind mir schon mehrfach unangenehm aufgestoßen. Ich habe mir kein einziges Buch von diesem Verlag bestellt. Es dürfte auch ohne Gabler, ohne Bücher mit dem Titel: „Die Leistungsformel – Wie Sie an die Spitze kommen und dort bleiben.“ gehen.
„Optimiert Weihnachten“ pervertiert schon vom Titel her ein Fest, welches herzlich gefeiert werden sollte, ein Fest, bei dem der Mensch und das gesellige Miteinander im Vordergrund stehen sollten. Wie Weihnachten zu feiern ist und ob überhaupt, sollte jedem selbst überlassen bleiben. Nein Danke, das Buch brauch´ ich nicht.
Das Buch erinnert mich an die `grauen Herren´von Momo:
http://de.wikipedia.org/wiki/Momo
“Wenn Weihnachten besser werden soll, dann muss es entperfektioniert werden.”
Weihnachten kann dann gelingen, wenn ich ent-schleunige und achtsamer werde.
Ich werde für mich – wie schon im letzten Jahr – nicht jede auch noch so wichtige Weihnachtsfeier mitmachen.
MM, heute hätte ich darauf gewettet, dass Ihr Beitrag um 16.12Uhr erscheint…
Weihnachten optimieren?
Eine grauenhafte Vorstellung. Wie kann man nur auf einen solchen dummen Gedanken kommen?
“Früher war mehr Lametta!” ;-)
Auszug aus dem Klappentext:
„Jedes Jahr werden wir vom Weihnachtsfest überrascht und reagieren mit hektischer und planloser Aktivität. Dabei treffen wir häufig Fehlentscheidungen, die den Weihnachtsfrieden gefährden. Wir überschreiten das Weihnachtsbudget und kaufen dazu noch die falschen Geschenke. Wir verschwenden kostbare Zeit beim Schreiben von Weihnachtskarten und Strohsternbasteln. Wir ärgern uns über den beschafften Weihnachtsbaum und über die zu viel gegessenen Plätzchen und Kringel. Die Folge Jedes Jahr verläuft Weihnachten sub-optimal…“
Ich optimiere gleich Nikolaus!???
ja, das Zahlenspiel geht weiter
und wurde wohl vollends optimiert;-)
Ich bin leider auch total dem Optimierungswahn verfallen und nerve damit immer meine Umwelt, denn es könnte ja nun auch an einem anderen Ort noch viel besser sein und ach wären wir nur mal da abgebogen..oh je!
Gabler und Bernd Stauss (Dienstleistungsmarketing) haben mich auch schon sehr gequält..da wird alles durchrationalisiert.
sehr geehrte frau meckel
ich zumindest wünsche ihnen, ihrer frau und ihren beiden familien eine wunderschöne, besinnliche und harmonische weihnachtszeit mit gegenseitigem respekt, verständnis, achtung und liebe.
love, peace and best wishes
cbl
Das Inhaltsverzeichnis ist auch zum piepen, z. B. “Optimale Zusammensetzung des Strohsternsortiments” oder “Kalorienoptimaler Leckereiverzehr”.
Das Buch ist derzeit nicht lieferbar, wird aber als Geschenk-Tipp angepriesen – na, dann ist Weihnachten in diesem Jahr wohl schon mal gelaufen… ;-)
Dank u, Prof. Dr. Meckel! Aan de rand: Sinterklaas is een heel bijzondere viering in Nederland. Ik zou nooit optimaliseren Sinterklaas. ;-))
http://nl.wikipedia.org/wiki/Sinterklaas
Wenn man Weihnachten nicht vom Herzen her feiern will. sollte man es lassen, das verkrampft doch nur alles…
optimiertes Weihnachten, grauenvoll aber wenn mir Leutes sagen dass sie keine Lust haben auf dass Fest und dann trotzddem nach Hause fahren…können nur unharmonische Feste entstehen…
Also nur feiern wenn man sich für die Sache wirklich erwärmen kann….
Borges:
Wenn ich mein Leben noch einmal
leben könnte, im
Nächsten Leben, würde ich versuchen,
mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr Entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter, als
ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst
nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr
reisen,
Sonnenuntergänge betrachten, mehr
bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.
Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres
Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente
Der Freude, aber wenn ich noch
einmal anfangen könnte, würde
Ich versuchen, nur mehr gute Augen-
blicke zu haben.
Falls du es noch nicht weißt, aus die-
sen besteht nämlich das Leben;
Nur aus Augenblicken; vergiß nicht
den jetzigen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn
An bis in den Spätherbst hinein
barfuß gehen. Und ich würde mehr mit
Kindern spielen, wenn ich das Leben
noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie … ich bin 85 Jahre alt
und weiß, daß
Ich bald sterben werde.”
http://de.youtube.com/watch?v=Y2CMezhgL2U
@ H.:das mit dem Lametta stimmt!!
Moslems schreiben auch schon Bücher über Weihnachten.
Assimilation auf türkisch.
http://www.osmanengin.de/images/Getuerkte_Weihnachten.gif
Stimmt, was @H. geschrieben hat, @Tanja. Die Kunst bestand darin, Lametta so auf den Tannenbaum zu werfen, dass es keine Lametta-Klümpchen gab. Das klappte nicht immer. Verklumptes Lametta ließ sich nur schwer von den Tannenzweigen entfernen…
@Noisa: Also geworfen wird das Lametta bei meinem Vater aber ganz und gar nicht;)!
Das gute Bleilametta wird seit (30?!) Jahren jedes Jahr in zweistündiger Fummelarbeit sorgfältig über die einzelnen Tannenbaumzweige gehängt und nach Weihnachten ordentlich und vorsichtig für das nächste Fest eingepackt. Zeitoptimierung wäre da mehr als gefährlich, das gute Lametta würde reißen und das Kunststofflametta ist einfach nicht das Gleiche;)! Außerdem ist es das Schönste, meinem Vater am 24. einfach dabei zuzusehen, wie liebevoll die silbernen Streifen abgezählt und ausgerichtet werden:).
Fröhlichen Nikolausabend für alle!
Genau @ Noisa! Und nach Weihnachten haben wir es wieder vorsichtig angenommen und für das nächste Weihnachtsfest weg gelegt.Dann ist meine Familie auf Watte umgestiegen. Warum eigentlich? Na da muß ich doch mal meine Mutter fragen.*tzz*
Man sollte solch überaus schreckliche Worte nicht mit Weihnachten in Verbindung bringen. Wo bleibt da bitte die eigentliche Bedeutung?
Für mich ist und bleibt Weihnachten das Fest zum Gedenken an die Geburt Christus! Ich assoziiere damit viele gemütliche und ruhige Stunden, in denen in Frieden die ganze Familie zusammenkommt, um gemeinsam den Moment zu genießen.
In jenen Tagen und Stunden schalte ich sogar mein Mobiltelefon ab – und das schon seit Jahren. Und nein, ich bin mir sicher, dass sich daran auch in den nächsten Jahren nichts ändern wird. Ich blende die Hektik und Unruhe auch in der von vielen gefürchteten Vorweihnachtszeit einfach aus – und dies ganz ohne jegliche betriebswirtschaftlicher Kenntnisse :-)
Wie das andere handhaben ist mir egal. Sollen sie sich doch gegenseitig ein solch „hilfreiches“ Büchlein unter den Baum legen – So wird es im nächsten Jahr dann auch garantiert besser …
Und hier für Sie, Frau Meckel: ein paar weise Worte unseres lieben Herrn Ringelnatz
Ein Kind – von einem Schiefertafelschwämmchen
Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.
Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln.
Wer nicht mehr Flämmchen hat,
wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann noch gütig lächeln.
Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr!
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.
Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.
(Joachim Ringelnatz “Vorfreude auf Weihnachten“)
„… und vorsichtig für das nächste Fest eingepackt…“ @Isabelle, ich kann es kaum glauben, dass Lametta mehrfach bei Euch verwendet wird. Da muss jeder Lamettastreifen wirklich sehr behutsam über die Nadeln gelegt und hinterher wieder entfernt worden sein. Eine reine Syssifussarbeit! ;))
Watte auf dem Baum? Das kenn´ ich jetzt nicht, @Tanja.
I think this blog is definitely evolving – from cookie baking to the best and most efficient way of putting lametta on the tree – actually isn’t that Christmas optimizing? ;-))
Christmas tune –day 6 – a little happy one, plays on Danish television every year at five o’clock in the afternoon of the 24th of December.
Ah, daran kann ich mich aber auch noch erinnern: Wir (mein Bruder und ich) mussten das Lametta immer restlos vom Baum fummeln und anschließend wurde es sorgfältig in Butterbrotpapier gewickelt und bis im nächsten Jahr am Dachboden verstaut.
Hach, das waren noch Zeiten …
@Noisa
Aber es ist wahr! Ich schwöre es bei jedem einzelnen Lamettastreifen.
Es sind auch nicht mehr unglaublich viele davon übrig, aber es lohnt sich jedes Mal:)! Mein Vater würde auch nichts anderes akzeptieren!!(Die Packung ist auch noch ganz “oldschool” in orange,braun und grün gehalten.)
ich finde, die tage zwischen weihnachten und silvester müsste man tatsächlich optimieren, die nerven irgendwie!ansonsten: für ein perfektes weihnachten und prestissimogesang sollte man auf jeden fall ausreichend trainieren, vor allem als oma, übung macht den meister! man könnte z.b. wie bei böll, obwohl es dort eigentlich um andere traurigkeiten geht, nicht höher, schneller, weiter feiern, sondern einfach weiterfeiern. dann wird der termingetreue weihnachtsauftritt bestimmt perfekt – und glück ist ja auch kein glücksspiel. liebe mm, ihr adventskalender optimiert allerdings wirklich die adventszeit, merci!
Natürlich nervt es, wenn im September die Pfefferkuchen und Zuckerkringel im Supermarkt stehen. Wenn man für die Lieben einfach keine Geschenkidee hat. Oder jetzt die Innenstädte vor Menschen überquellen. Man die Terminplanung, wann geht‘s zu den Eltern, wann kommen Oma und Opa, einfach nicht hin bekommt und eigentlich schon kurz vor der Totalverweigerung steht. Aber irgendwie gehört das zu Weihnachten. Wir haben es auch schon mit Urlaubsreisen über Weihnachten versucht. Aber das war immer doof. Man denkt ständig daran, was die Familie oder Freunde jetzt wohl machen und die nächste Handyrechnung wird ein Schock.
Ich liebe es, kleine Päckchen zu packen und meine Liebsten mit kleinen Geschenken zu überraschen. Das sind immer Kleinigkeiten, die ich das ganze Jahr über, zusammen trage. Und ich will die Gesichter sehen, wenn sie die Päckchen öffnen. Das macht mir riesigen Spaß.
Und hier noch was ganz besinnliches:
Weihnachtsgedicht
Ganz doll erleuchtet ist die Gasse,
still und starrlich ruht der See.
Auf der tiefverschneiten Straße
liegt ein totgefahr´nes Reh.
Weihnachten ist angekommen,
alle Kinder freu´n sich doll.
Mama ist grad´ hingefallen,
Papa ist schon wieder voll.
Der Weihnachtsbaum ist hell erleuchtet,
denn grad´ fängt er zu brennen an.
Da klopft es draußen an das Tore -
ist das vielleicht Herr Weihnachtsmann?
Doch es sind nur die Verwandten,
die da stehen vor der Türe -
Oma, Opa, Onkel, Tanten,
die alten Feiertagsgeschwüre.
Da kommt Knecht Rupprecht mit dem Schlitten,
kracht voll in Papa´s Manta rein.
Der sagt: “Na, der kann was erleben!
Dem hau´ ich jetzt die Fresse ein!”
Die Kinder fangen an, zu flennen;
von Ferne naht die Polizei.
Der Baum ist immer noch am Brennen -
und Heiligabend ist VORBEI.
…für mich ganz großes “Kino”:-))
Übrigens habe ich heute Plätzchen gebacken, ich bin die beste Ausstecherin und ‚Dekoratöse‘ der Welt. Jetzt geht es auf den Weihnachtsmarkt, Glühwein abschmecken, dass hab ich mir verdient.
Euch einen schönen Abend.
Liebe Frau Meckel, mit Plätzchen wollen Sie uns ja nicht verwöhnen, aber Ihre geistreichen Leckerbissen in Ihrem virtuellen Adventskalender sind wirklich köstlich – herzlichen Dank dafür.
Das Wort ist wirklich schrecklich und noch schrecklicher ist die geschilderte Szene unterm Tannebaum.
Ich bevorzuge da doch lieber “… ä schemiedliches Tässel Gafee mit em Stickl Stulln ..” – schönen 2. Advent wünsche ich Ihnen und allen Freunden Ihrer “…Textchen…”
@ Noisa: so als kleinen Bausch. Soll wohl den Schnee imitieren ;-D.
Die Watte brauche ich wenigstens nicht wieder abfummeln. Die wird mit Baum am 06.01. entsorgt.
ich finde, die tage zwischen weihnachten und silvester müsste man tatsächlich optimieren, die nerven irgendwie!ansonsten: für ein perfektes weihnachten und prestissimogesang sollte man auf jeden fall ausreichend trainieren, vor allem als oma, übung macht den meister! man könnte z.b. wie bei böll, obwohl es dort eigentlich um andere traurigkeiten geht, nicht höher, schneller, weiter feiern, sondern einfach weiterfeiern. dann wird der termingetreue weihnachtsauftritt bestimmt perfekt – und glück ist ja auch kein glücksspiel. liebe mm, ihr adventskalender optimiert allerdings wirklich die adventszeit, merci!
@ Ramona, woher stammt denn dieses Gedicht;-D
„Jetzt geht es auf den Weihnachtsmarkt, Glühwein abschmecken,…“ @Ramona, das erinnert mich an alte Zeiten. In einem bitterkalten Winter bei -10 bis -20 Grad habe ich auf dem schönsten und vermutlich einem der kleinsten Weihnachtsmärkte in einer schmucken Holzhütte wunderbare Glasaccessoires wie Sterne und vor allem Glasbroschen (!) verkauft, an deren Produktion ich teilweise mit beteiligt war. Es war eine Freude, den Besuchern diese Dinge anzudrehen. Mein Chef gab mir neben meinem Stundenlohn (10 DM + 1 DM Kältezuschlag) `Glühweingeld´! So wurde es mir wirklich warm und die Kasse klingelte.
Tolle Idee mit dem Schnee, @Tanja. Wir hatten echte Kerzen. Das wäre bei uns früher zu gefährlich gewesen mit Wattebäuschen den Baum zu schmücken. Wir verzichten in diesem Jahr wieder auf einen Weihnachtsbaum. Ich finde es geht auch ohne…
@Miriam, die Benutzung dieses Vornamens kann zu Irritationen führen. ;)
Da ich dieses Jahr Weihnachten und Silvester nicht zu Hause sein werde ist es mir egal wie der Baum geschmückt wird. Ich finde auch das es ohne echten Baum geht.
Ja, ich würde auch gerne wissen, wer so schön gedichtet hat, @Ramona.
(Onkel Hotte alias Oliver Kalkofe vielleicht?)
jajaja, ist mir auch schon aufgefallen, ich hab mich ohne nachzudenken einfach mit meinem namen und dazu noch so einem tollen (oder frau meckel?) eingetragen und will mich nicht uschi oder horst oder sonstwie nennen. ich wollte es allerdings heute konkretisieren, um irritationen zu vermeiden, aber das musste erst wieder freigeschaltet werden und da hatte ich keine lust drauf. ich hoffe, es ist nicht soooo schlimm? ansonsten bitte ich um namensvorschläge…
Als Kind durfte ich immer mit meinem Vati den Weihnachtsbaum schmücken, die Kugeln aufhängen. Und dann kam meine Mutti. Es hat ca. eine Stunde gedauert, bis das Lametta am Baum hing. Jeder einzelne Faden hatte seinen bestimmten Platz. Das ist eine Wissenschaft, immer noch.
Aus dem Inhalt:
-Besinnlichkeitsdefizit als Weihnachtsproblem
-Weihnachtszielplanung mit Hilfe der Christmas Scorecard (CSC)
-Bedürfnisgerechte Geschenkwunschermittlung mit Hilfe der Conjoint Analyse
-Kalorienoptimaler Leckereiverzehr -Make or Buy Kekse
-Weihnachtskarten-Portfolioanalyse
-Optimale Zusammensetzung des Strohsternsortiments
-Geschenkebudgetierung
-Geschenkepreisbestimmung mittels Entscheidungsbaumverfahren
-Geschenkeeinkauf mit Gift Target Costing
-Weihnachtsbaum-Scoring
-Zeitoptimales Weihnachtsliedersingen
-Der Besinnlichkeits-Erfolg: Return on Christmas Planning
Dieses Buch ist durchaus nützlich. -Für diejenigen, die an Betriebswirtschaft glauben ebenso wie für diejenigen, die in Weihnachten mehr sehen als das Fest des Konsums. Ob sich die beiden Gruppen überschneiden?
Die Absichten des Autors verstehe ich durchaus ironisch, kann mir allerdings vorstellen, dass einige dies anders sehen.
Besinnlichkeit kommt in den Analysen und Entscheidungsbäumen nicht vor, sondern wird qualitativ als Besinnlichkeitsdefizit und Besinnlichkeitserfolg erwähnt. Dies weist auf das Problem: Sowenig sich Besinnlichkeit als wertfreies müßiges Betrachten quantifizieren und mit betriebswirtschaftlichen Werkzeugen erfassen oder sogar optimieren lässt, sowenig trägt die Brücke von der Tat zur Erwartung. Eine Anleitung zur Besinnlichkeits-Optimierung stelle ich mir anders vor.
Gefühle von Zufriedenheit und Harmonie, vielleicht auch Nächstenliebe, lassen sich nicht herbeiplanen, uns fehlt ein Schalter der äußeres Handeln in inneres Fühlen umsetzen könnte, wenn es nicht direkt zwischenmenschliche Bezüge betrifft. Mit einer solchen optimierten Betriebsanleitung verlaufen zwar die Weihnachtsvorbereitungen möglicherweise optimal, doch der planerische Perfektionismus beseitigt genau die Muße und den Abstand zu den äußeren Dingen, die Besinnlichkeit erst ermöglichen. Somit scheinen die Handlungsanweisungen zur Durchführung von optimierten Weihnachten geeignet, verhindern aber gerade dadurch das Erreichen des Ziels.
Unter didaktischen Gesichtspunkten zeigt das Buch also eher wie es nicht geht. Daher mein Kompromissvorschlag: Wer auf dieses Optimierungsbuch nicht verzichten möchte, kann es diese Weihnachten vielleicht als abschreckendes Beispiel lesen. Falls dadurch die gewünschte Besinnlichkeit nicht aufkommen sollte, könnte zur Steigerung für nächste Weihnachten ein praktischer Versuch geplant werden, um dann spätestens übernächste Weihnachten wieder zum gewohnten Konzept des nicht optimierten und mit allen unseren menschlichen und planerischen Defiziten reichlich versehenen, vielgeliebten und viel gefürchteten Fest des Friedens und der Liebe zurückzukehren.
Allen die hierher gekommen sind und dies lesen einen schönen, nicht optimierten, dafür aber besinnlichen 2. Advent.
Ich find’s in Ordnung. Du kannst ja nix für Deinen Namen und der Namensgleichheit mit der Blogbetreiberin. Außerdem ist es nur der Vorname und ich traue uns Allen doch zu, zwischen Dir und MM unterscheiden zu können.
Ich kann mich Tanjas weisen Worten nur anschließen. Ich denke, dass der Name `Miriam´ sonst auch nicht freigeschaltet worden wäre. ;)
@walter, hast du das buch zu hause? ich hab auch gehofft, dass es ironisch ist, kann doch nur sein! vielleicht würde dann aber “entscheidungstannenbaumverfahren” im inhaltsverzeichnis stehen?
Es ist ironisch aber wahr und offensichtlich für Leute gedacht, die mit Weihnachten das eine oder andere Problem haben. Einige nehmen es auch ernster.
Nein, ich habe das Buch nicht zuhause, aber schon viele haben es gelesen.
das klingt ja noch lustiger! danke für den link.
Ich finde dem Buch fehlt ein aktuelles Kapitel:
Optimierung weihnachtlicher Stimmung in der patchwork-Familie.
17:00 Vater: Stadtgeläut, Geschenke, Krippenspiel der neuen Geschwister
19:00 Mutter: Weihnachtsoratorium, Champagner, Geschenkdrama und sentimentale Großmutter
21:00 Besuch bei befreundeter Familie und dann essen bis 04:00
Weihnachtsfeiertag dann die Familien auf beiden Seiten treffen.
Das bedarf schon guter Organisation, damit es nicht sub-optimal wird;-)
@Walter, der Herr Dr. Everling schreibt selbst viel für den Gabler-Verlag. Da kann ein Buch eines anderen Autors des Verlags mal gepusht werden. Ehrlich, wenn ich mir dies hier durchlese: „Der Autor dürfte insbesondere auch weibliche Leser gewinnen, indem er kalorienoptimale Leckereienkombinationen anhand von Heißhungerbefriedigungsisoquanten nachweist oder die optimale Zusammensetzung des Strohsternsortiments mit Hilfe der mathematischer Formulierung der Strohsternkapazitätsrestriktionen illustriert.“ dann kann ich das nur in dem Wort „BEKLOPPT“ zusammenfassen.
“Alles wird erst gut. Und dann muss es besser werden. Das gilt jetzt auch für Weihnachten.” (MM, 6.12.2008)
Ich fürchte, das gilt nicht “jetzt auch”, sondern “immer schon” für Weihnachten: Von Jahr zu Jahr steigen die Ansprüche.
Die Weihnachtsoptimiererin 2007 war für mich Antja Rávic Strubel mit ihrem Roman “Vom Dorf. Abenteuergeschichten zum Fest”. Zwar nicht ihr bestes Buch, aber doch das beste Stück Literatur, das ich über Weihnachten kenne. Antje Strubel beweist, dass Weihnachten eben nicht das schlimmste, das sentimentalste, ein marodes Genre ist, das Dickens unrettbar in die Ecke geschrieben hat, aufs Abstellgleis, ins Aus, sondern dass Weihnachten ein Abenteuer sein kann.
“Weihnachtsgeschichten haben den Nachteil, dass man sie immer schon kennt.” Diese hier bestimmt nicht: http://www.antjestrubel.de/dorf.html
Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe? Eher weniger. Mehr das Fest der ‘Anderen zuliebe’. Wieviel ist dabei von uns und für uns? Der ‘Geist der Weihnacht’ hat uns im Griff. So groß ist die Versuchung jedes Jahr, so auch dieses, das verinnerlichte, unhinterfragte Ritual zu zelebrieren, mit dem sich viele Menschen schwer tun, es aber nicht laut sagen wollen. Ich finde Charles Dickens Christmas Carol gar nicht so weit von ‘Weihnachten’ entfernt. Nur wer von uns geht an Weihnachten zu fremden Menschen, oder besucht Einsame und Kranke? Viele spenden in dieser Zeit, in dem Gefühl, anderen, ärmeren Menschen etwas Gutes tun zu wollen.
‘I endeavoure in this Ghostly little book, to raise the Ghost of an Idea, which shall not put my readers out of humour with themselves, with each other, with the season, or with me. May it haunt their houses pleasantly, and no one wish to lay it.
Their faithful Friend and Servant,
C. D.
December, 1843.’
Im Zeitalter des Fernsehens lassen wir die Nächstenliebe von Schauspielern erledigen, was nicht zu verurteilen ist, nur eben kein Vergleich.
Optimiert Weihnachten – da fallen mir sofort die Hoppenstedts ein “…und es macht bum und alle kleinen Kühe fallen um, und alle Häuser…”
Wenn aber laut Bernd Stauss zur effizienten Weihnachtsplanung betriebswirtschaftliche Kenntnisse angewendet werden sollen, dann wäre Opa Hoppenstedt vermutlich wegrationalisiert worden, und es würde diesen großartigen Loriot Klassiker leider gar nicht geben.
zu keiner jahreszeit werden mehr einweisungen in die psychatrie vorgenommen als in der vorweihnachtszeit. weihnachten zu entperfektionieren hieße dann auch,
auf schweres gerät zu verzichten.
http://gemiks.twoday.net/20081206
OT
Ich habe eben kurz zu „Ein Herz für Kinder“ gezappt. Der Beitrag, den ich eben sah, handelte von Kindern in Tibet. Kinder, die von Ihren Eltern, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen, über den Himalaya allein nach Indien geschickt werden. Dorthin, wo sie in Flüchtlingsdörfern Hilfe finden. Kinder und Eltern wissen nicht, ob sie sich jemals wieder sehen. Wieso vergißt der Mensch so schnell? Vor den Olympischen Spielen war Tibet in aller Munde, nach Peking hat sich niemand mehr dafür interessiert, was in diesem Land passiert. Vergißt der Mensch zu schnell, wird er von zu vielen Ereignissen „überrollt“?