Zuvielisation
Wenn in diesen Tagen im Restaurant ein Amerikaner an den Tisch tritt und sagt: “Was machen Sie hier? Warum geben Sie Geld aus? Wissen Sie nicht, wie schlimm es wird? Diese Krise ist noch nicht zu Ende, sie hat gerade erst begonnen!”, dann ist das Thomas Friedman, populärer Kolumnist der New York Times, der versucht, andere Menschen auf Verzicht einzustellen. Er sieht unsere Gesellschaft auf “code red”. Wir müssen zurückdrehen, wenn wir nicht durchdrehen wollen.
Kommt nach uns die erste “Generation Minus”? Das Schweizer Gottlieb-Duttweiler-Institut ist davon überzeugt. Wir sind auf dem Weg in ein “age of less”. Vorbei ist es mit der Zuviliesation, wir haben sie überstrapaziert. Kaufen, gebrauchen, wegwerfen wird zum Dreiklang der Vergangenheit. Und mit ihm wird auch der Konsument abgelöst. An seine Stelle tritt der Investor, der auch die Anschaffung von Alltagsgütern unter langfristigen Investitionsgesichtspunkten erwägt.
Das alles steht im Widerspruch zur großen Zahl der Wirtschafts- und Konjunkturexperten, die Konsum zur gesellschaftlichen Verpflichtung erklären und die Menschen notfalls mit Gutscheinen in die Warenhäuser treiben wollen. Aber es ist ja nicht der einzige fundamentale Widerspruch dieser Zeit …
ADvent 7: Gebrauchen unterscheidet sich von verbrauchen quantitativ durch einen Buchstaben. Es ist einer weniger.








Glück ist doch nicht nur der Erwerb von materiellen Dingen.
Glück sind doch auch immaterelle Werte: Freundschaften, Partnerschaften, die geprägt sind von gegenseitigem Geben und Nehmen.
Nun gut, das eine ist die ethische Theorie. Aber auf der anderen Seite kann niemand von sich behaupten, dass er frei von Konsumdrang ist. Vielleicht erachten wir es unbewusst sogar als unsere Pflicht zu konsumieren, denn das ist nunmal die Grundlage unserer modernen Struktur. Niemand will mehr alle seine Lebensmittel (auch nicht essbare eingeschlossen) selbst herstellen. Dann müsste man sich auch völlig autark machen. Letztendlich würde das Bedeuten allein zu sein. Aber Glück ist auch nur dann wertvoll, wenn man es teilen kann…
@Cate, ich stimme Dir zu.