MM_Kettering
Zu den Kommentaren
28. Dezember 2008, 13:02 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Voraussichtlich ein neues Jahr

Nach den Weihnachtsfeiertagen sind wir mit dem Zug von Köln nach Berlin gefahren. Nicht geflogen, aus Gründen der Entschleunigung. Ich hatte nicht einmal im Vorfeld eine Zugverbindung rausgesucht geschweige denn eine Fahrkarte gekauft, aus Gründen der neuen spontanen und minder organisierten Lebensführung.

Das Hotel kannte den Fahrplan, der freundliche, gemütliche Kölner am Fahrkartenschalter die Bedingungen meiner spontanen Zugfahrt. Alles lief glatt. Nur ein kleines Problem trat auf, als ich einen Platz reservieren wollte. Auf dem Verbindungsdatenausdruck stand „vsl. starke Nachfrage, bitte reservieren“. Vsl. heißt „voraussichtlich“ und ist eines von zwei Worten, die mich auf der folgenden Bahnfahrt beschäftigt haben.

Das zweite Wort lautet „eigentlich“ und der Bahnfahrkartenschaltermann hat es vor mir benutzt. Jedenfalls vor dem Zeitpunkt, zu dem ich festgestellt habe, wie oft ich das Wort selbst benutze. Er sagte: „Ich habe zu diesem Zeitpunkt eigentlich keinen Zugriff mehr auf das Platzreservierungssystem“. Was sollte mir dieses „eigentlich“ sagen? Hatte er Zugriff oder hatte er keinen? Oder war der Zugriff zu diesem Zeitpunkt mit großer Mühe, ja unverhältnismäßigem Aufwand verbunden und er traute sich nicht zu sagen, dass er keine Lust hatte, sich dieser Mühe zu unterziehen, traute sich aber auch nicht zu behaupten, er könne keinen Platz reservieren.

Eigentlich hätte ich gerne eine Platzreservierung gehabt wegen der voraussichtlichen Nachfrage. Aber ich verzichtete dann zugunsten der Weihnachtsruhe des Schalterbeamten, der eigentlich längst kein Beamter mehr ist, aber irgendwie immer noch so heißt.

Ich hatte Glück. Der Zug war voll, aber ich ergatterte noch einen Platz, den man eigentlich freigeben muss, wenn Gäste kommen, die in letzter Minute reserviert haben. Aber wie das genau läuft ist unklar. Und da ich ja gerade gelernt hatte, dass man eigentlich gar nicht in letzter Minute reservieren kann, entschloss ich mich, in jedem Fall sitzen zu bleiben (nicht ohne bei jedem Halt mit Herzklopfen darauf zu warten, dass derjenige mit einer Platzkarte auf mich zutritt, der eigentlich auf diesem Platz sitzen darf).

Zwischen diesen Phasen der erregten Anspannung hatte ich fast fünf Stunden Zeit nachzudenken über diese beiden Worte, die begonnen hatten, mich in meinem Denken zu irritieren. In einer Hochphase der Konzentration dachte ich: Diese beiden Worte werden zu meinen Unworten des Jahres 2009! Ich werde sie nicht mehr verwenden! Ich werde wissen, was ich will und warum und das auch sehr genau, dezidiert, ja auf den Punkt hin erklären können. Diese Überlegung hat mich so erschöpft, dass ich wegträumte, bis ich endlich in Berlin ankam.

Beim Aussteigen dachte ich noch einmal an die beiden Worte. Eigentlich ist es erstaunlich, wie unentschieden wir Menschen manchmal sind. Wie schwer es uns fällt, klare Entscheidungen zu treffen und sie auch klar zu äußern. Einfach auszusprechen, was ist, nicht anzudeuten, was eigentlich sein müsste oder schön wäre.

Voraussichtlich beginnt bald ein neues Jahr. Ein Vorsatz könnte sein, Vorsätze klarer zu fassen und zu kommunizieren, als dies bisher gelang. Eigentlich glaube ich, dass mir dies voraussichtlich gelingen wird.

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134 Reaktionen

  1. 30. Dezember 2008, 20:05 Uhr, von mana Gefällt 3 Lesern
    0101

    Eine Laudatio

    Sehr geehrte Bloggerin und Blogger, sehr geehrte Frau Meckel

    Hiermit möchte ich bedanken, dass ich an ihren Gedanken mit Partizipieren durfte. Es war immer sehr interessant zu lesen wie analytisch und auch poetisch ein Thema abgefasst wurde. Manchmal musste ich mehrmals die Beiträge durchlesen, um den Kontext zu finden. Für mich war es spannend, wie man von einem Thema sich ausdehnt und auch abschweift. Danke auch für die Gedankenströme die sie mir gelegt haben.

    Mein Vorsatz für das neue Jahr ist, nicht mehr abtauchen, sondern auftauen. Meine Energie, mein Wissen, mein da sein nicht mehr bewerten, sondern abgeben ohne Angst.

    saglikli ikibindokuz dilerim

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  2. 30. Dezember 2008, 20:50 Uhr, von Janna Gefällt 3 Lesern
    0102

    @mana, auftauen ?! Sie Ärmste, obwohl es gerade wirklich kalt ist.

    Antworten
  3. 30. Dezember 2008, 21:08 Uhr, von Sophia Gefällt 3 Lesern
    0103

    Schon interessant, wenn man den größten Teil des Nachmittags damit verbringt sich in einen vollkommen überfüllten IC der Deutschen Bahn zu quetschen um wieder in die Hauptstadt zu kommen. Entgeisterte Gesichter wenn der gemeine Platzreservierer daherkommt und einen nach dem anderen mitsamt Reisegepäck, ausreichend für eine Himalaya-tour, vom Platz ins Nirgendwo scheucht. Und besonders aufregend ist die Wellenbewegung die davon ausgeht, wenn der gemeine Platzreservierer Frau X vom Platz verjagt hat, und Frau X ihrerseits Herrn Y von seinem Platz verjagt weil sie ja eigentlich diesen reserviert hat, aber sich aus Rücksicht auf Herrn Y dann doch lieber einen freien Platz ergattert hat. Und was macht Herr Y? Der bittet Fräulein M zeknirscht um Entschuldigung, denn das wäre doch tatsächlich seine Reservierung. Ja, da freut man sich 4 Euro extra in das marode Schienensystem der Deutschen Bahn investiert zu haben und das ganze Spektakel als gemeiner Sitzplatzreservierer beobachten zu können. Da wird Oskar Wilde uninteressant, Musik ausgeschaltet und man geniesst all die großen und kleinen Dramen innerhalb so eines netten Großraumabteils.

    Vorsatz fürs nächste Jahr: voraussichtlich weniger mit der Bahn fahren. So schön Entschleunigung auch ist: mit den richtigen Mitreisenden inklusive Hammergepäck und dem Drang zur lauten Kommunikation werden Minuten zu Stunden und Stunden zu Tagen und die ganze schöne Weihnachtsentspannung ist dahin. Dank der entschleunigten Bahnfahrt.

    Aber schön zu wissen, dass man völlig unbedarft den Blog aufrufen und sein eigenes Leid schon in Lettern gegossen sehen kann ;-)

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  4. 30. Dezember 2008, 21:32 Uhr, von Kati Gefällt 3 Lesern
    0104

    :)Entschleunigung… Am 23. Dezember während dem Landeanflug auf Wien, traten plötzlich Turbulenzen auf… muss hierbei nicht erwähnen, dass mein Herz durch meinen Bauch hindurch klopfte und dabei drängte sich folgende Gedanke auf …EIGENTLICH hätte ich doch!!! den Zug nehmen sollen … also nach dieser kurzen Adrenalinausbruch …und sechs glücklichen Feiertagen habe ich sogar den Rückflug glimpflich überstanden. Voraussichtlich werde ich das nächste Mal den Zug nehmen! Aber! Eigentlich? Währen 3 Reisestunden besser als 10.
    Der Weg ist (glücklicherweise doch) nicht immer das Ziel :)

    Ich wünsche Euch allen einen Guten Rutsch ins Neue Jahr 2009 und vor allem ein Gesundes und genauso Erfolgreiches 2009.

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  5. 30. Dezember 2008, 22:10 Uhr, von Petra Gefällt 2 Lesern
    0105

    @mana: darf man indiskret fragen, was „saglikli ikibindokuz dilerim“ bedeutet?

    Antworten
  6. 30. Dezember 2008, 22:39 Uhr, von mana Gefällt 3 Lesern
    0106

    saglikli = gesundes

    ikibindokus = zweitausendneun

    dilerim = wünsche

    in der türkischen Sprache gibt es keine artikel

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  7. 30. Dezember 2008, 23:49 Uhr, von einer stimme aus dem volk Gefällt 3 Lesern
    0107

    Bonne Année
    von mir
    für alle

    Antworten
  8. 30. Dezember 2008, 23:58 Uhr, von Lizzy Gefällt 2 Lesern
    0108

    Da ist man für vier Tage in Berlin im Urlaub und dann kommt man (eigentlich) mit dem Lesen der Beiträge nicht hinterher.
    Dieses Wort „eigentlich“ mag ich gar nicht. Aber dafür mag mich dieses Wort umso mehr. Jedesmal wenn es über meine Lippen huscht, könnte ich mir auf die Zunge beißen. Nützt aber nichts. Dieses Wort verschwindet einfach nicht.
    Werte Frau Meckel, wenn Ihnen gelingen sollte, dieses Wort aus Ihrem Wortschatz zu verbannen, sagen sie mit BITTE wie. Ich glaube eigentlich nicht, daß Ihnen dieses voraussichtlich gelingen wird.

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  9. 31. Dezember 2008, 9:04 Uhr, von Dowanda Gefällt 3 Lesern
    0109
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  10. 31. Dezember 2008, 9:05 Uhr, von Dowanda Gefällt 3 Lesern
    0110

    Zum Artikel selber:
    Das Handytelefonieren auf dem WC hat ja noch gewisse Vorteile. Eine permanente Geräuschkulisse kann ja auch ein Stück weit Diskretion liefern. Man braucht im schlimmsten Fall nicht die WC-Spülung zu betätigen um zu kaschieren was für niemandes Ohren bestimmt ist.

    Antworten
  11. 31. Dezember 2008, 9:43 Uhr, von Petra Gefällt 3 Lesern
    0111

    @mana: Vielen Dank für die Übersetzung, was man an 3 kleinen Wörtern alles so lernen kann. Dir auch ein gesundes neues Jahr.

    Antworten
  12. 31. Dezember 2008, 12:16 Uhr, von Ramona Gefällt 3 Lesern
    0112

    @Dowanda, 30. 12. 2008, 18:53 Uhr
    Hab mir die ‚litcolony-Seite‘ nochmal angeschaut und stimme Dir zu. Dieser knackige Befehlston ist unschön. Heute gibt es folgenden Vermerk:
    Jahresabschlussarbeiten
    Aufgrund von Arbeiten am 31.12.08 & 1.1.09 kann es bei einzelnen Veranstaltungen kurzfristig zu Unterbrechungen bei der Buchbarkeit kommen, versuchen Sie es in diesem Fall bitte später erneut.

    Stand der gestern schon?

    Zum Handymissbrauch, in der Nachbartoilette könnte sich folgendes Bild bieten:
    http://diepresse.com/images/uploads/1/1/5/405781/Toilette_Suchmaschine_wc20080813105952.jpg

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  13. 31. Dezember 2008, 12:18 Uhr, von Dowanda Gefällt 3 Lesern
    0113

    @Ramona
    Nein, das stand nicht da.
    Aber man ist offenbar draufgekommen, das es anders auch geht.

    Ich wette meine Nasenhaare das es genau so sein könnte wie auf dem Foto *gg*

    Antworten
  14. 31. Dezember 2008, 12:21 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    0114

    Tzzz, @Ramona! Konntest Du mir dieses Bild nicht am letzten Tag des Jahres 2008 ersparen? Wie unschön. ;)

    Antworten
  15. 31. Dezember 2008, 12:32 Uhr, von Inge Gefällt 3 Lesern
    0115

    Ja.

    Antworten
  16. 31. Dezember 2008, 12:33 Uhr, von Dowanda Gefällt 3 Lesern
    0116
    Antworten
  17. 31. Dezember 2008, 12:37 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    0117

    Danke, @Dowanda. Das ist aber nett von Dir! So einen Anblick – eigentlich (!) noch einen besseren, vielleicht nicht in dieser Pose – habe ich allerdings jeden Tag. ;)

    Antworten
  18. 31. Dezember 2008, 12:41 Uhr, von Ramona Gefällt 3 Lesern
    0118

    @Noisa, ich gebe Dir Recht, so ein unrasiertes Männerbein ist wirklich nicht schön anzuschauen:-))

    Aber, was sagt Ihr zur Frau Bundeskanzlerin, anlässlich Ihrer Neujahrsansprache?
    @http://www.bbv-net.de/public/zoompicture/aktuelles/politik/deutschland/bild/271299

    Sie lächelt zwar sehr smart, aber dieses freundliche Schwarz hat so gar nichts Optimistisches.

    Antworten
  19. 31. Dezember 2008, 12:43 Uhr, von Ramona Gefällt 3 Lesern
    0119
    Antworten
  20. 31. Dezember 2008, 12:50 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    0120

    Ein Brüller das Foto von Frau Dr. Merkel. Danke, @Ramona. Ich muss spontan an Frau Engelken (Ladykracher) denken, als eine ihrer weiblichen Figuren sagte, die Bundeskanzlerin beschäftige sich viel zu sehr mit ihrem Äußeren und weniger mit Inhalten. ;)

    (Aber rasierte Männerbeine würden mir weniger gefallen, Ramona. Echt. Unrasierte Frauenbeine stelle ich mir hingegen ganz übel vor.)

    Antworten
  21. 31. Dezember 2008, 12:50 Uhr, von Ramona Gefällt 3 Lesern
    0121

    @Noisa, gib nicht so an!;-)

    @Inge, das Leben hat nun mal auch optisch unschöne Seiten:-)

    Antworten
  22. 31. Dezember 2008, 12:50 Uhr, von Dowanda Gefällt 2 Lesern
    0122

    Über haarige Beine …
    Was ich lustig finde: Die Diskussion über den Enthaartungstrend hat eigentlich erst begonnen, seit offenbar auch immer mehr Männer unter der Kaltwachs-/Warmwachs-/Epilations/eingewachsene Haare-Tortour „leiden“. Sind schon ein bisschen Memmen, die Jungs *g*

    Oder wie ich an der Stelle immer zu sagen pflege: Würden die Kinder von Männern geboren werden, gäbe es mehr Abtreibungskliniken als Tankstellen.

    Antworten
  23. 31. Dezember 2008, 13:02 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
    0123

    Die `Memmen´, @Dowanda, da ist häufig was dran. Wir Frauen reden ja gar nicht über einfache Kopfschmerzen oder eine Erkältung. Wir sind viel leidensfähiger (blödes Wort). Aber lass mal einen Mann sich unwohl fühlen. Das wird zum öden Gesprächsthema Nr. 1. Kinder könnten die gar nicht bekommen. Und selbst wenn Du als Frau eins bekommen hast, meint der Vater, es mit zur Welt gebracht zu haben und enorm gelitten zu haben.

    @Ramona, mit meinen Beinen?

    Antworten
  24. 31. Dezember 2008, 13:03 Uhr, von Ramona Gefällt 3 Lesern
    0124

    Jawohl @Dowanda, aber was haben wir denn da jetzt für ein Thema?:-))
    Ich sag jetzt erst mal ‚winke winke‘ zu MM.

    Antworten
  25. 31. Dezember 2008, 13:03 Uhr, von Inge Gefällt 2 Lesern
    0125

    @Ramona, ich stimme Dir da zu. Aber das Klo-Bild ist wirklich nicht schön anzugucken.

    Antworten
  26. 31. Dezember 2008, 13:12 Uhr, von Ramona Gefällt 2 Lesern
    0126

    @Noisa, ich dachte an den ‚Adonis‘ bei Dir zu Hause!
    Übrigens zu unserer Jahresabschlussfeier hatten wir als Showakt zwei Trakqueens. Mädels die Kerle hatten Beine, da schmeiß ich meine in die Tonne, das war zu neidisch werden.

    Antworten
  27. 31. Dezember 2008, 13:14 Uhr, von Ramona Gefällt 2 Lesern
    0127

    @Inge, ich entschuldige mich bei Dir. Ehrlich!

    Antworten
  28. 31. Dezember 2008, 13:16 Uhr, von Inge Gefällt 2 Lesern
    0128

    Das brauchst Du doch nicht, Ramona. Aber Danke!

    Antworten
  29. 31. Dezember 2008, 13:20 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
    0129

    ‘Adonis’, hm, das ist ja immer sehr subjektiv, @Ramona. Ich bin zufrieden. Aber ich bremse mich jetzt besser. Wenn ich daran denke, dass das Blog von vielen gelesen wird. Nee, besser aufhören…

    Oh, da ist ja wieder ein neues Posting. Ich glaub´s ja nicht!

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  30. 31. Dezember 2008, 13:23 Uhr, von Walter Gefällt 2 Lesern
    0130

    Silvester ist der Tag der Beatles, deren Bild- mit- Ton- Aufzeichnungen im Netz leicht zu finden sind.
    Ich schlage drei Songs vor: Wegen der langsamen Übertragung und als Gebrauchsanweisung bei Kommunikationsstörungen Twist and shout- vom 15. August 1965 ‚live‘ in New York- damals waren die meisten hier noch nicht geboren: tinyurl.com/9bwwzq
    Für unterwegs, in der Bahn, Ticket to ride- hält keine fünf Stunden von Köln nach Berlin, aber seine Gedanken kann man sich auch darüber machen:
    tinyurl.com/7ngt3z
    Und als drittes, vielleicht auch als Motto für 2009 Help!
    tinyurl.com/8vyw5j

    Das voraussichtlich neue Jahr wird schon schlecht geredet bevor es begonnen hat. Geben wir ihm doch einfach eine faire Chance.

    Es liegt an uns, an jeder und jedem, wie es wird- nicht nur, aber in erster Linie. Markige Worte oder Durchhalteparolen, wie von unserer derzeit abgetauchten politischen Führung, irritieren mehr als dass sie nützen könnten.
    In den letzten Monaten sind in der öffentlichen Debatte Themen und Fragen aufgetaucht, die ich seit langer Zeit vermisst habe.
    Mit dem deutschen Herbst ist eine eigenartige Stille in Deutschland eingekehrt, die auch 1989 nur abwandeln aber nicht beenden konnte. Jetzt tauchen Fragen und Gedanken wieder auf, die dazu beitragen könnten, unser Land aus einer intellektuellen und sozialen Erstarrung zu befreien. Ich wünsche mir dazu eine Bundespräsidentin und eine mutigere Kanzlerin, der voraussichtlich auch nicht anderes übrig bleiben wird.
    Auf eine voraussichtliche Eigentlichkeit möchte ich deswegen nicht verzichten.
    Einerseits stehen beide Begriffe zwar für eine frustrierte Konfrontation mit dem Ungefähren, der unvermeidlichen, weil existenziellen, Kontingenz. Andererseits verweisen sie auf auf eine mögliche Alternative und werden auf diese verzwickte Art auch zu Begriffen der Hoffnung. Denn eigentlich sind wir alle doch mit dem wie es ist nicht zufrieden, wenn wir auch die Gründe nicht eindeutig benennen können. Und voraussichtlich können wir dies auch ändern.
    Wenn wir heute um Mitternacht unser Ticket für 2009 lösen, beginnt ein voraussichtlich neues Jahr, das eigentlicher sein kann als die Jahre davor.
    Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne… – Warum nicht 2009?

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  31. 31. Dezember 2008, 18:54 Uhr, von Cate Gefällt 2 Lesern
    0131

    Ich wünsche euch/Ihnen allen einen fröhlichen und stressfreien Rutsch ins neue Jahr.
    Mein Musikbeitrag zum Jahreswechsel etwas nachdenklicher: Derath Cab for Cutie – The New Year

    Cheers everyone! :o)

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  32. 31. Dezember 2008, 18:59 Uhr, von Cate Gefällt 2 Lesern
    0132

    Walter: Köln-Berlin (oder andersrum) dauert 4 Stunden. ;o)
    Und die Band heißt „Death Cab for Cutie“. *vertippt hab*

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  33. 1. Januar 2009, 19:58 Uhr, von julia Gefällt 2 Lesern
    0133

    ..lese gerade hinterher.. cooles Lied Cate!

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  34. 3. Januar 2009, 22:55 Uhr, von Frank Tetzel Gefällt 2 Lesern
    0134

    Dieses Wort „eigentlich“ ist eines dieser schönen Verlegenheitswörter, die die deutsche Sprache kennt. Indem wie es benutzen, distanzieren wir uns schon wieder von ihm.
    „Eigentlich habe ich Dich lieb“, na klasse, „eigentlich wollte ich mit Dir essen gehen“ . (aber leider kam ein Geschäftstermin dazwischen). Für eine klare, präzise Sprache benötigen wir dieses Wort (eigentlich) nicht.
    Liebe Grüße aus Berlin
    Frank Tetzel

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