MM_Blake
Zu den Kommentaren
12. Januar 2009, 11:02 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Die Blödheit der Vielen?

Der gute alte Adam Smith, dessen Portrait zurecht in jedem Pub in Edinburgh hängt, wusste nicht nur über die “unsichtbare Hand” zu berichten, die die Wirtschaft lenkt und sich derzeit leider in Serie heftig die Finger verbrennt. Er hat sich auch mit ganz anderen direkten und indirekten menschlichen Motivationen beschäftigt, die nun im Zeitalter der Vernetzung neue Bedeutung gewinnen.

In der “Theorie der ethischen Gefühle” (1759) schreibt Smith: “Mag man den Menschen für noch so egoistisch halten, es liegen doch offenbar gewisse Prinzipien in seiner Natur, die ihn dazu bestimmen, an dem Schicksal anderer Anteil zu nehmen, und die ihm selbst die Glückseligkeit dieser anderen zum Bedürfnis machen, obgleich er keinen anderen Vorteil daraus zieht, als das Vergnügen, Zeuge davon zu sein.” Das klingt wie eine etwas altbacken formulierte Werbung für Facebook, Myspace und andere Social Networking Plattformen.

Es ist das Interesse am Anderen, der Wunsch, sozial vernetzt zu sein und teilzuhaben, der den Erfolg dieser Websites ausmacht. Das, was dort geschieht, hat James Surowiecki in seinem Buch über “The Wisdom of the Crowds” 2004 beschrieben: Kollektive sind klüger als der Einzelne, deshalb finde im Internet der Weltgeist zum ersten Mal sein wahres Forum.

Er bezieht sich dabei auf die Erfahrung, die Francis Galton 1906 beim Besuch einer Nutztiermesse machte: Für sechs Pence konnten die Besucher ihren Tipp zum Gesicht eines Ochsen abgeben. Das erstaunliche Ergebnis: Der Mittelwert aller Schätzungen kam dem realen Gewicht des Ochsen sehr nahe. Surowiecki hatte bis 2007 einen grandiosen Erfolg mit seiner Analyse zur Klugheit der Massen, dann kam die Finanzkrise. Und prompt lief ihm ein anderes Buch den Rang ab. 

„Men, it has been well said, think in herds. It will be seen that they go mad in herds, while they only recover their senses slowly, one by one.” Das schreibt der Journalist Charles Mackay, der sich in einem 1841 publizierten Buch mit “Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds” beschäftigt hat. Das Buch ist jedes Mal wieder ans Tageslicht gezerrt worden, wenn es gerade passte – natürlich auch in jeder Finanzkrise. Und auch in der aktuellen wird Charles Mackay nun wiederbelebt. 

Ist die aktuelle Finanzkrise wirklich ein Beleg für die Blödheit der Vielen? Mir scheint der Ansatz, den Henry Blodget in Atlantic Monthly vertreten hat, sehr viel überzeugender: „In a bull market, when you borrow and bet $30 for every $1 you have in capital, you can do mind-boggling as well. And when your competitors are betting the same $30 for every $1, and your shareholders are demanding that you do better, the downside to refusing to ride the bull market comes into sharp relief. Well, you can easily convince yourself that disaster is a possibility so remote that it‘s not even worth thinking about.”

Anders formuliert: Wirklich anzunehmen, die aktuelle Finanzkrise sei ein Beweis für die Blödheit der Vielen und widerlege damit eine der wesentlichen Grundlagen der Netzwerkgesellschaft ist naiv. Nein, das stimmt so gar nicht. Nicht naiv. Das ist bösartig. Denn so gibt es wieder niemanden, der verantwortlich ist, der was gewusst oder verstanden hatte. Ein “anonymer Systemfehler” das Ganze, das hat ja auch Hans-Werner Sinn längst verstanden. Die Blödheit des Einzelnen, darüber lohnte sich einmal zu reden.

Die Vielen waren nicht blöd. Sie waren nicht naiv. Und sie lagen nicht falsch. Jeder, der ein bisschen vom Finanzsystem verstanden hat, wusste was los war. Nicht im Detail. Nicht in allen Verschachtelungen. Aber er wusste, dass es unmöglich ist, Risiken durch Kettenverkäufe zu eliminieren. Hätten wir zu Beginn der Krise eine globale Befragung der Völker durchgeführt und gefragt: “Ist es möglich, dass jeder Investor dieser Erde mit einem Eigenkapitel von einem Dollar 30 Dollar leihen kann?” Die Antwort wäre klar gewesen.

Viele haben verstanden. Aber sie haben gehofft, es würde dennoch halten. Sie haben beobachtet, was geschieht und sich gefreut, so lange es gut ging. Adam Smith allerdings müsste nach den vergangenen Monaten wohl neu überlegen. Nicht das Vergnügen, an der Glückseligkeit anderer teilzuhaben, war der wesentliche Antrieb für die Entstehung dieser Blase, sondern das Vergnügen, einen Vorteil daraus zu ziehen, der so gar nicht altruistisch ist. Haltbar ist er auch nicht. Aber das wussten wir ja.

150 Reaktionen

  1. 14. Januar 2009, 15:13 Uhr, von Noisa
    0101

    “eine”- nee, also heute schleichen sich aber Fehler ein. Oh je. ;)

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  2. 14. Januar 2009, 15:30 Uhr, von Petra
    0102

    Thema (ökologische) Verantwortung:

    Auftrag an @fabian: Akquisition einer (von 400 möglichen) Schulen zu Teilnahme am Projekt „Solar Support“ http://www.global-proofing.de/Klimaschutzschulen/?2-3-35305; bei (glaubhafter) Erfolgsmeldung hier im BLOG respektvolle Anerkennung meinerseits

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  3. 14. Januar 2009, 15:49 Uhr, von na ich
    0103

    Entwicklungen finden nur dadurch statt, dass aus der Masse, die schon aufgrund der Menge/Anzahl träge ist bzw. sich nur langsam bewegen kann, einige Individuen durch ihr “Anderssein” hevortreten (sich vom Grund abheben).

    Dazu gehört neben Mut (zum Anderssein und eigenständigen Denken) auch u.a. “individuelle” Intelligenz.

    Maßgebliche Entwicklungen der Menschheit wurden durch Individuen maßgeblich und ausschlaggebend angeregt. Wenngleich die Umsetzung durchaus zum Teil erst durch das Zutun der Masse gegeben war.

    Pioniere und Vordenken finden sich nicht in der Mitte der Masse, sondern in deren Peripherie. Sie sind es vor allem, die Entwicklungen (für die Masse) hervorbringen.

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  4. 14. Januar 2009, 16:03 Uhr, von na ich
    0104

    @fabian: Mit der Entwicklung im web gebe ich Dir teils recht. Allerdings fällt die Verblödung jetzt mehr auf als früher. Schon in den Anfängen, als es die ersten Chats und Muds und Moos gab, war ich entsetzt, wieviel Stumpfsinn dort zu tage tritt. Es scheint auch manchmal, als würde so mancher Mensch, dessen Geist und “Seele” sich hier ohne Körper in seiner Bloßheit zeigen, völlige Blöße geben. Abgründe tun sich auf, um so mehr, als eben die körperliche Hülle aus dem RL nicht mal mehr als Ablenkung verwendet werden kann.

    Neben der Verblödung bringt allerdings das Netz auch sehr positive Aspekte und interessante Menschen und deren Gedankenwelt ans Licht. Finde ich klasse. Entsprechend ist die Entwicklung im und durch das web 2.0 auch positiv (die Medaille hat zwei Seiten, wie immer ;- )

    Auch das web wird irgendwann mal zum großen Teil (micht ganz aber immerhin!) lenkbar bzw. kontrollierbar. Darauf arbeitet das web 3.0 bereits hin, auch die Kommerzialisierung spielt hier eine Rolle, denke ich. Alles nur eine Frage der Zeit.

    Außerdem (Achtung Zynismus): Ist doch toll, wenn die Menschen so beschäftigt sind mit nichts. Dann kümmern sie sich auch nicht um Relevantes! Vielleicht ist “die gedankliche Verflachung” der Masse durch / im / mit dem web sogar eine wünschenswerte Entwicklung für einige Menschen?

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  5. 14. Januar 2009, 16:52 Uhr, von US
    0105

    Wie die Führung der Deutschen Post AG auf unsere Kosten dem Josef Ackermann entgegen kommt wäre wieder einmal ein Fall für die Justiz.

    Lesenswerter Artikel, wen es halt interessiert. Hoffentlich klappt das mit dem Link!

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=3702#more-3702

    MfG

    Antworten
  6. 14. Januar 2009, 17:15 Uhr, von Ramona
    0106

    Nach der Commerzbank jetzt die Hypo Real Estate?
    http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/finanzen/761/454443/text/

    Sind wir jetzt alle irgendwie Bänker?

    Antworten
  7. 14. Januar 2009, 17:24 Uhr, von Dowanda
    0107

    @Ramona
    Na, bloss Zahleseln

    Antworten
  8. 14. Januar 2009, 17:40 Uhr, von Ramona
    0108

    @Dowanda, richtig! Und gefragt hat mich auch keiner, ob ich diesen beruflichen Aufstieg (oder ist es ein Abstieg) überhaupt will. Aber wir wären da ja länderübergreifend Kolleginnen*freu*.

    Antworten
  9. 14. Januar 2009, 17:40 Uhr, von US
    0109

    Nein, nur ein wenig Aufklärung.
    Die Bankster tun doch so als ob sie unser Geld gar nicht bräuchten.

    Antworten
  10. 14. Januar 2009, 17:43 Uhr, von US
    0110

    @Ramona, ich will hoffen dass es kein Abstieg für dich wird.
    MfG

    Antworten
  11. 14. Januar 2009, 18:48 Uhr, von Walter
    0111

    Eine Antwort:
    ‘Und Walter, was ist so anders an Herrn Sloterdijks Metaebene, als an deinen geistigen Ergüssen hier? Bist du denn ins Tagesgeschäft in irgendeiner Form eingebunden? Übernimmst Verantwortung für Mitarbeiter?’
    (Fabian am 14. Januar 2009 um 11:41 Uhr)

    Neugierig Fabian?
    Es geht hier in erster Linie doch nicht um mich oder um Herrn Sloterdijks Metaebene, sondern um individuelle Gedanken und Anregungen über die Verbindung von menschlichen Werten und Motiven mit menschlichem Handeln.
    Lass uns doch unseren Spaß und lege nicht jeden Kommentar auf die Goldwaage. Dieser Blog ist Kür nicht Pflicht und eher geistige Anregung als Leistungsbeweis. Vieles was hier geschrieben wird ist nicht publikationsreif- in einem Buch oder einem Magazin- wohl aber in einem Blog. Die ‘gehobene’ Art von Konversation, die wir hier pflegen empfinde ich weiterhin als anregend. Einige unter uns treffen sich hier schon seit über drei Jahren, da sind gelegentliche Wiederholungen unvermeidlich, unter ‘alten Bekannten’.
    Dass Du auf meine Kommentare etwas empfindlich reagierst, nehme ich nicht (mehr) persönlich, sondern als individuelle Eigenart bei einer offensichtlich stark wechselnden Gefühlslage. Doch das sollte nicht unser Problem sein. Deine Kommentare und Einwürfe finde ich weiterhin interessant und oft begründet, wenn auch zunehmend provozierend. Nimm dies hier nicht so tierisch ernst und bitte etwas lockerer.

    PS: Und ja, ich übernehme Verantwortung auch für Mitarbeiter. Und es kommt dabei auch vor, dass Erkenntnisse und Gedanken von hier dabei einfließen.
    Gegen Herrn Sloterdijk habe ich nichts außer dass er keine Lösungen anbietet. Damit steht er in der deutschen Tradition des Denkens. Mir persönlich liegen die Menschen, die aus ihren Gedanken auch Taten machen, mehr, in der Wirtschaft, der Politik und sogar in den Medien.

    Antworten
  12. 14. Januar 2009, 21:53 Uhr, von Petra
    0112

    Erinnert sich noch jemand an ADvent 4:
    “ If a wealthy man steals they say he forgot.
    If a poor man steals the say he stole. /
    So ist es! Die Derivatekettenkonstruktivisten haben nur vergessen, wo aller Anfang des Risikos lag und dass es nicht vergeht, nur weil man es aus dem Blick verliert. Man muss die Dinge nur ins richtige Verhältnis setzen.“

    Die wissenschaftliche Erläuterung dieses Phänomens habe ich heute in der Zeitung nachlesen können, denn eine Studie der Universitäten Magdeburg und Regensburg ergab folgendes: „Damit sich ähnliche Wissensinhalte nicht gegenseitig stören, braucht das Gehirn Mechanismen des Vergessens weniger relevanter Informationen.“ Also: wenn ich versuche, meine Telefonnummer aus dem Gedächtnis zu holen, rückt die alte näher an das Vergessen.
    Weil es ja ständig neue Produkte gab, die sich Investmentbanker merken mussten, hat ihr Gedächtnis alles davor Liegende verdrängt. Ich bekomme ein wirklich schlechtes Gewissen: wenn ich gewusst hätte, dass keiner etwas für / gegen diese biologischen Mechanismen unternehmen kann und so für die Finanzkrise niemand verantwortlich ist, dann wäre ich nicht immer so streng gewesen. Abbitte!

    So, irgendwas wollte ich noch schreiben – hatte mit Moral oder so zu tun. Ich hab’s vergessen ….

    Antworten
  13. 15. Januar 2009, 9:25 Uhr, von Walter
    0113

    T. Geithner (de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE50E00X20090115) und J. Ackermann
    (tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Ackermanns-eigenwilliges-Staatsverstaendnis/story/13284227) – alles eine Blase? Können wir den Bankern gar nicht mehr über den Weg trauen, haben die kein Gewissen mehr? Und sind sie nicht umso schlimmer, je mehr sie sich als moralische Saubermänner darstellen? Sauberfrauen sind in dieser Liga ja eh nicht anzutreffen.
    Gibt es weltweit noch einen Spitzenbanker, der keinen Dreck am Stecken hat? Sind sie tatsächlich alle unschuldig schuldig geworden? Ich glaube es nicht.

    PS: Mich hat die Meldung über Monika Lierhaus gestern Nachmittag ziemlich geschockt.
    Weiß jemand genaueres ?

    Antworten
  14. 15. Januar 2009, 9:32 Uhr, von Dowanda
    0114

    @Walter
    Bei all dem sicherlich zum Grossteil berechtigten Zorn auf Banken: Schmeiss bitte nicht alle in einen Topf. Es gibt gerade bei den Regionalbanken, auch bei unserer, Banken die mit dem ganzen überhaupt nichts zu tun hatten und nun auch die ganze negative Imagesuppe über den Schädel gegossen bekommen. Es gibt Banker, die machen ihren Job ganz ordentlich. Solche, die kapiert haben, dass sie auf Dauer von den Kundschaften leben müssen und das nur funktioniert wenn man sowohl das Bank- als auch das Kundeninteresse im Auge. Diese in den Einklang zu bringen, ist eine ständige Herausforderung. Aber sie funktioniert, wenn beide Seiten sich darauf einlassen wollen. Und es gibt auch Spitzenbänker, allerdings spielen die nicht auf dem globalen Niveau, die das ebenfalls kapiert haben und genauso an ihre Mitarbeitenden weitergeben.

    Ja, schlimm mit Monika Lierhaus. Ich hoffe, das ganze geht gut aus. Hab die sehr gerne.

    Antworten
  15. 15. Januar 2009, 9:51 Uhr, von Petra
    0115

    @walter: Dowandas Äußerung kann ich nur unterstreichen: bitte nicht alle Banker verdammen. Es gibt auch hier noch ordentliche, anständige Leute.

    Die Meldung über Monika Lierhaus hat mich auch getroffen, sie ist so eine kompetente und sympathische Moderatorin. Da ich an die Macht der positiven Gedanken glaube: ganz intensive Genessungswünsche ins Krankenhaus!

    Antworten
  16. 15. Januar 2009, 10:44 Uhr, von Noisa
    0116

    „Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab.“ Marcus Aurelius, Römischer Kaiser

    Ich glaube daran, dass diese auch von dritter Seite kommen können und wünsche gute Genesung!

    Antworten
  17. 15. Januar 2009, 12:16 Uhr, von Petra
    0117

    Wie schnell kann es kommen, dass man seine Pläne nicht mehr verwirklichen kann! Das gibt mir zudenken und daher möchte ich jetzt etwas umzusetzen, was ich seit Weihnachten mit mir herumtrage. Als ich las, dass @martina Weihnachten Seelentröster spielen durfte und die Feiertage gar nicht so richtig genießen konnte , während sie für uns hier immer wieder so nette Worte findet, war meine Überlegung, an sie zu schreiben. (sozusagen ein kleines Dankeschön) Also:

    @martina:
    Diese Worte sind für dich.

    „Wortschatz“
    In meinem Kopf ist ein heilloses Durcheinander von Buchstaben, die bunt gemischt einen Sinn ergeben wollen. Ein Zauber fegt über die Wiese und macht aus diesen Samen Blumen. Ich pflüge sie und gebe sie dir. Warum? Weil in meinem Zuhause ein wunderschöner Strauss steht – deine Worte. Ich wünsche mir, dass er nicht verblüht. Die Blumen, die wir uns gaben sind etwas sehr Wertvolles, was nicht mit Gold aufzuwiegen ist: unser Wort s c h a tz.

    Antworten
  18. 15. Januar 2009, 12:37 Uhr, von Walter
    0118

    Liegt es an meiner selektiven Wahrnehmung oder an einer derzeit etwas einseitigen Berichterstattung?
    Oder sehen wir eher das Schlechte als das Gute?
    Ich kann mich nicht erinnern. in den letzten Wochen eine positive Meldung über einen Banker gehört zu haben, die auch standgehalten hätte. Dies fing mit der demontage Alan Greenspans im großen Stil an.
    (diepresse.com/home/panorama/welt/441131/index.do?from=rss)
    Wenn wir annehmen, dass alle großen Banker nicht auf einmal schlechte Menschen geworden sind, dann folgt daraus am ehesten, dass sich die öffentliche Wahrnehmung verändert hat und an die Stelle respekt- und manchmal ehrfurchtsvoller Anerkennung der Götter des Geldes jetzt Ernüchterung und Verdacht getreten sind. – Mehr als eine Mode ein Paradigmenwechsel?
    Mit dem Vertrauen haben die Banker auch ihr Renommee verspielt, interessanterweise auch in den Augen und Äußerungen unserer Politiker- nicht Lafontaine, sondern Merkel und Steinbrück- und zwar sowohl als Experten wie als Menschen. Dieser Kurssturz des öffentlichen Ansehens stellt nun das ganze System der Finanz- und Wirtschaftsspezialisten und Analysten in Frage. Es sind nicht die Bankmanager allein, die am Pranger stehen, sondern auch ihre Zuträger und insbesondere die Art ihres Denkens und Handelns.
    Dass der designierte US- Finanzminister jahrelang sein Land, für dessen Finanz- und Steuerwesen er ab nächster Woche verantwortlich sein soll, um seine eigenen Steuern betrogen hat, passt doch nur zu gut ins Bild.
    Das kann doch nicht alles Zufall und Böswilligkeit der Berichterstattung sein?
    Wie stark verankert sind moralische Grundsätze ? Werfen wir sie nicht besonders dann schnell über Bord, wenn alle es tun, wenn es von uns erwartet wird?
    Oder frei nach MediaMarkt: ‘Die sind doch nicht blöd!’

    Antworten
  19. 15. Januar 2009, 13:18 Uhr, von Dowanda
    0119

    @Walter
    Die Undifferenziertheit Deiner letzten Beiträge finde ich schrecklich.

    Wie würde es sich denn z.B. umgekehrt lesen wenn man schreibt:
    Hartz IV-Empfänger sind Sozialschmarotzer oder Lehrer sind stinkfaul. Ich behaupte, Du wärst der erste der sofort am Differenzierungsrad drehen würde.

    Antworten
  20. 15. Januar 2009, 13:28 Uhr, von Dowanda
    0120

    @Miriam Meckel
    Vielen Dank für Ihre kritische Einlassung bei welt.de – ich nehme an, dass es sich dabei wirklich um Sie selber handelt.
    Ich bin so frei und stelle es hier mal rein, bevor es gelöscht wird … wie meine insgesamt 4 Beiträge zu diesem Artikel.

    15.01.2009
    13:23 Uhr Miriam Meckel sagt:
    Liebe Frau Heckel, ein kleiner Hinweis aus fachlicher Sicht: Das Web ist kein Zentralorgan, sondern eine Diskursplattform. Wenn Sie damit nichts zu tun haben wollen, sollten Sie lieber die Finger davon lassen. Jedenfalls ist es bemerkenswert, dass hier kritische Kommentare teilweise oder ganz gelöscht werden, nur weil sie die Frage stellen, ob Ihnen die Teilnahme an einer Fernsehsendung zwischen den Großen der Politik möglicherweise etwas die Sicht getrübt hat. Ich bekomme in meinem Weblog auch oft harsche Kritik und muss schlucken, aber das gehört dazu (und hilft einem weiterzudenken). Wer das nicht möchte und in der Schutzzone der eigenen Wahrnehmung überwintern will, sollte lieber Artikel schreiben, auf die niemand direkt reagieren kann.
    http://www.welt.de/fernsehen/article3029139/Warum-Frank-Plasberg-besser-ist-als-Anne-Will.html?page=1#article_readcomments

    Antworten
  21. 15. Januar 2009, 13:32 Uhr, von Petra
    0121

    @dowanda: besser vielleicht – Walter besticht sonst durch sehr ausgewogene Beiträge. Aus diesem (12:37 Uhr) spricht eine Menge Wut. Und obwohl ich auch Banker kenne, die nicht in das skizzierte Bild passen und die ihren Job sehr gut machen, kann ich diese verstehen. Und um ehrlich zu sein: von den Horrornachricht der Helden vergangener Tage habe ich nun langsam – deutlich gesagt – auch die Nase voll. Ich möchte jetzt auch mal etwas Konkretes hören, was ab jetzt s t r u k t u r e l l und n a c h h a l t i g besser werden soll.

    Antworten
  22. 15. Januar 2009, 13:34 Uhr, von Noisa
    0122

    @Walter, wie definiert sich Moral, wie definieren sich moralische Grundsätze? Eine Wertediskussion wurde im Blog kurz geführt. Als Minimum-Orientierungswert kam die „Fairness“ heraus. Und dass die oft nicht beachtet wird, sieht man teilweise auch `hier´. Es wäre doch nett, wenn @Fabian die aufgeworfenen Fragen freundlicherweise beantworten würde.

    @Dowanda, Danke für den Link. Eine völlig überflüssige Diskussion, die regelmäßig geführt wird.

    Antworten
  23. 15. Januar 2009, 13:38 Uhr, von Ramona
    0123

    Ich glaube die Sparkassen haben die Krise ganz gut im Griff.
    @Dowanda, was sagst Du?
    Hab ich soeben in meiner guten alten Leipziger Volkszeitung gefunden:

    Sparkassen warnen vor Horrorszenario / Kreditneugeschäft wächst fast zweistellig

    Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat vor Übertreibungen im Zusammenhang mit den Auswirkungen der weltweiten Rezession auf die Unternehmen gewarnt. Zwar werde 2009 wirtschaftlich turbulent, aber es sei weit übertrieben, ein Untergangsszenario für Deutschland zu prognostizieren, sagte DSGV-Präsident Heinrich Haasis bei der Präsentation der „Diagnose Mittelstand 2009“ gestern in Berlin. Es stehe „kein Sturz ins Bodenlose“ bevor.
    Laut der Studie, für die Bilanzen von insgesamt 230 000 Unternehmen ausgewertet wurden, seien besonders die mittelständischen Betriebe gestärkt in die Rezession gegangen. Durch die bessere Ausgangslage, verglichen mit dem konjunkturellen Abschwung 2002, bestehe die Chance, dass die Rezession in Deutschland kürzer ausfalle als in anderen Ländern. Haasis rechnet damit, „dass die Talsohle noch in diesem Jahr durchschritten wird“. Er begründete seinen Optimismus damit, dass die Unternehmen ihre Eigenkapitalausstattung von rund zwölf Prozent 2006 auf 14,4 Prozent 2007 hätten steigern können. Noch 2005 habe sie im einstelligen Bereich gelegen. Auch sei der Anteil der Betriebe, die über kein Eigenkapital verfügten, von 34,3 Prozent 2006 auf 29 Prozent 2007 zurückgegangen.
    Nachdrücklich bestritt der Sparkassenpräsident Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe für den Mittelstand. Wenn Aussichten auf Rückzahlungen bestünden, „werden Kredite auch gewährt“, versicherte Haasis. Es gebe keine Verschlechterung der Konditionen. Das Kreditneugeschäft bei den Sparkassen sei bis einschließlich November vergangenen Jahres nahezu zweistellig gewachsen. Insgesamt seien 2008 in den ersten elf Monaten für 53 Milliarden Euro Kredite vergeben worden, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Steigerung von 9,9 Prozent bedeute. Schwierigkeiten gebe es bei langfristigen Großkrediten, da das verloren gegangene Vertrauen zwischen den Banken noch nicht wieder hergestellt worden sei.
    Die Studie habe ergeben, dass die Rezession in allen Regionen Deutschlands angekommen sei. So hätten nur noch 13 Prozent der Sparkassen für ihre Kunden die Auftragslage und die Umsatzentwicklung als „eher positiv“ eingeschätzt. Ein Jahr zuvor seien es noch 80 Prozent gewesen. Dennoch erwarteten 42 Prozent der Sparkassen für 2009 eine unveränderte und neun Prozent eine eher positive wirtschaftliche Entwicklung.
    Peter Koard, LVZ 15.01.2009

    OT
    Zu jedem Anlass wünscht man sich so nebenher Gesundheit. Zum Jahreswechsel, zum Geburtstag……… Mitunter wird es gar überhört. Aber wir werden eines Besseren belehrt. So schnell kann es jeden treffen. Auch von mir für Frau Lierhaus die besten Genesungswünsche.
    Sie sollte sich jedoch in ihrer sportjournalistischen Arbeit auf die Sportarten besinnen, die ihre Stärken sind. Sie meint in der letzten Zeit, alles und jedes kommentieren zu können.

    @Petra, ich habe bald Geburtstag. Bekomme ich auch so ein rührendes Ferslein? Ich bin doch auch immer so lieb und hilfsbereit. Frag @Dowada!-)

    Antworten
  24. 15. Januar 2009, 13:43 Uhr, von Noisa
    0124

    @Dowanda, „Margaret Heckel, Ressortleiterin Politik der WELT und WELT am SONNTAG bei Frank Plasberg im Studio“
    steht unter dem Foto. Und von ihr ist der Artikel. Hm, ich bin Laie, aber ist so was FAIR?

    http://www.presserat.info/pressekodex.html

    Antworten
  25. 15. Januar 2009, 13:51 Uhr, von Ramona
    0125

    Jetzt hab ich wieder @Dowada geschrieben:-(
    Entschuldigung, Schatz:-))
    Übrigens sehr schöner Kommentar von @MM. Kanackig und auf den Punkt!

    Antworten
  26. 15. Januar 2009, 13:51 Uhr, von Dowanda
    0126

    @Ramona
    Die Sparkassen sind regional aufgestellt und sind zu sehr mit Tagesgeschäft beschäftigt, glaube ich. Ähnlich wie die Raiffeisenbanken.
    Ich denke, dass es daran liegt. Die Spitzeninstitute jedoch sind auch nicht vor Dummheiten gefeit.

    @noisa
    Ja, der Artikel ist echt super. Ich habe ingesamt 5 Beiträge reingestellt (weil sie vornezu gelöscht wurden) und kein einziger hat überlebt. Bei Miriam Meckel traut man sich offenbar nicht ganz *g*

    Antworten
  27. 15. Januar 2009, 13:56 Uhr, von Noisa
    0127

    Ich glaube, dass das effektiver ist als zum Beitrag zu bloggen, @Dowanda:
    http://www.presserat.info/301.0.html

    Dann kann Dir auch egal sein, ob die die Löschtaste betätigen oder nicht. ;)

    @Ramona, stimmt. :)

    Antworten
  28. 15. Januar 2009, 13:57 Uhr, von Petra
    0128

    @ramona: “@Petra, ich habe bald Geburtstag. Bekomme ich auch so ein rührendes Ferslein? Ich bin doch auch immer so lieb und hilfsbereit”

    Ich werde mal sehen, was sich tun läßt. Und ob das mit “lieb und hilfsbereit” weiter zutrifft. Wenn nicht: es fließt nicht immer nur Poesie aus meinem Kopf. Manchmal auch jede Menge Quatsch (merkt man meinen Beiträge die gelegentliche Ironie an oder nehmt ihr alles ernst?).

    Wann wäre es denn soweit?

    Höre jetzt auf, sonst ärgert sich @susanne so sehr. Das verkraftet mein armes (mittelaltes) Herz nicht.

    Antworten
  29. 15. Januar 2009, 13:58 Uhr, von Noisa
    0129

    …Deinen letzten Satz meinte ich, @Ramona. ;)

    Antworten
  30. 15. Januar 2009, 13:59 Uhr, von Noisa
    0130

    “merkt man meinen Beiträge die gelegentliche Ironie an” Ja, absolut, @Petra. Bitte dichte!

    Antworten
  31. 15. Januar 2009, 14:04 Uhr, von Dowanda
    0131

    @noisa
    Du ahnst nicht wie stur ich sein kann … *g*

    zum Thema Banken:
    Ich will ja bei Gott niemandem sowas unterstellen, aber Ackermann hat die ganze Rolle der Deutschen Bank seit Ausbruch der Finanzkrise ins Letzte durchinszeniert. Ich zweifle daher mehr als einen Wimpernschlag lang, ob dieser Kreislaufkollaps wirklich so stattgefunden hat.

    Antworten
  32. 15. Januar 2009, 14:12 Uhr, von Noisa
    0132

    „Du ahnst nicht wie stur ich sein kann … *g*“ Doch, ich ahne es, Dowanda. :))

    Antworten
  33. 15. Januar 2009, 14:20 Uhr, von Ramona
    0133

    OT
    Gott, noch so ein Knaller: Ich meine natürlich VERSLEIN. Ich möchte keine neue Hacke, die Jetzige tut es noch @Petra.

    Antworten
  34. 15. Januar 2009, 14:52 Uhr, von Ramona
    0134

    Heute Thema bei MB: Politik im Rettungsrausch
    http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,7505040,00.html

    Ganz illustere Runde!

    Antworten
  35. 15. Januar 2009, 15:18 Uhr, von Walter
    0135

    Ich habe noch von keinem Banker gehört, der sich öffentlich entschuldigt hat. Josef Ackermann hat gegenüber Caren Miosga immerhin Fehler eingestanden, doch eine Entschuldigung war ihm nicht zu entlocken. Ob er jetzt langsam merkt, dass etwas sehr schief läuft? Besonders gut geht es ihm wohl heute nicht- wird wohl das Essen gewesen sein.
    Die Sparkassen sind keine Banken, deswegen nehme ich sie von meiner Kritik aus. Herr Haasis (http://www.dsgv.de/de/) ist ein vernünftiger Mensch, der auch zuhören kann und versteht, eher Politiker als Finanzmensch.

    Ja Dowanda, undifferenziert, stimmt, auch etwas wütend, Petra. Warum wohl?
    Zu Frau Heckel möchte ich mich nicht äußern, dazu habe ich sie zu oft im Presseclub gesehen.

    Antworten
  36. 15. Januar 2009, 15:24 Uhr, von Noisa
    0136

    (@Ramona, sorry, ich bin heute vielleicht etwas geladen, aber über diesen Satz hier: „Sie sollte sich jedoch in ihrer sportjournalistischen Arbeit auf die Sportarten besinnen,…“ stolpere ich gerade. Die Betroffene liegt im künstlichen Koma. Die Kritik dürfte wohl kaum bei ihr ankommen.

    Aber ich will nicht alles kommentieren, auch nicht Talkshows, deren Gäste etc. und bin für heute raus…)

    Antworten
  37. 15. Januar 2009, 16:12 Uhr, von Dowanda
    0137

    @Walter
    Ich sehe ein, auf der Hochzeit werden wir nicht zusammen tanzen *
    … Komme mir vor als würde ich versuchen wollen, Zahnpasta zurück in die Tube zu quetschen. Aber das geht Dir wohl umgekehrt auch so *g*
    Darum werde ich jetzt an die frische Luft gehen und mein Mütchen kühlen.
    Wünsche Dir und allen anderen einen schönen Abend!

    * Wahrscheinlich könnten wir uns bei der nächsten Hochzeit dann nicht drauf einigen, wer führt :-)

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  38. 15. Januar 2009, 16:43 Uhr, von Walter
    0138

    Da haben wir noch etwas Zeit Dowanda. ich werde mir nachher auch frische Luft gönnen, die weitet die Gedanken und macht freier.
    Wir sollten froh und dankbar sein, dass wir gesund sind und auch mal wütend sein können- und dürfen?

    Monica Lierhaus scheint schwerwiegende Komplikationen nach einer Gehirnoperation erlitten zu haben. Hoffentlich geht das gut.

    Antworten
  39. 15. Januar 2009, 16:46 Uhr, von Susanne
    0139

    @ Dowanda

    ich finde übrigens den MM-Kommentar zu diesem Heckel-Artikel bzw. zu dem Umgang mit Kritik irgendwie cool.

    Zumal ich mich frage, weshalb die ein oder anderen Medien meinen, diese Plasberg-Will-Debatte immer weiter am köcheln halten zu müssen. Das ist weniger Journalismus und mehr – nun, sagen wir mal – Politik.

    Antworten
  40. 15. Januar 2009, 16:46 Uhr, von Petra
    0140

    @noisa:”“merkt man meinen Beiträge die gelegentliche Ironie anâ€? Ja, absolut, @Petra. Bitte dichte!” jetzt muss ich nochmal nachfragen:
    Poesie oder Ironie oder beides? Aber nicht alles auf einmal – 3 Dinge gehen halt wirklich nicht…

    Antworten
  41. 15. Januar 2009, 17:09 Uhr, von Noisa
    0141

    @Petra, Ramona hat doch bald Geburtstag. Da wäre es natürlich schön zu erfahren, was Du magst, @Ramona.

    Mir gefällt Poesie mit einem Schuss Ironie, etwas was erheitert, eine gute Stimmung verbreitet… ;))

    Antworten
  42. 15. Januar 2009, 17:32 Uhr, von Ramona
    0142

    Mir ist jetzt nicht nach Scherzen @Noisa, Du hast völlig recht. Die Kritik im Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand von Frau Lierhaus zu bringen, war sehr taktlos von mir. Aber jetzt steht es hier drin und ich kann es nicht mehr ändern.

    Antworten
  43. 15. Januar 2009, 17:34 Uhr, von Petra
    0143

    @noisa: also an diesen Ansprüchen scheitere ich leider. Ich werde mal weiter so machen und schauen, ob sich jemand beschwert. Gegen gute Stimmung habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Also dann heute mal die Fotos der letzten Silvesterfete statt Tagesschau anschauen.

    @susanne: bitte nicht böse sein bei so viel Geplenkel!

    Antworten
  44. 15. Januar 2009, 18:47 Uhr, von US
    0144

    Hi,
    hier habe ich einen Artikel aus der Bunten gefunden, über Frau Liehrhaus. Also das sieht nicht gut aus! Ich hoffe das die Ärzte das wieder hin bekommen!

    http://www.bunte.de/schicksal/monica-lierhaus-nach-op-im-kuenstlichen-koma_aid_8046.html

    MfG

    Antworten
  45. 15. Januar 2009, 19:15 Uhr, von Ramona
    0145

    @US, entschuldige bitte, bei BUNTE und GALA dreht sich mir immer der Magen um. Ich hoffe nur, dass dieses Mal die Privatsphäre von Frau Lierhaus gewahrt bleibt.
    Das Thema Moral im Journalismus (vor allem Boulevardjournalismus) hatten wir ja schon.

    Antworten
  46. 15. Januar 2009, 22:01 Uhr, von Petra
    0146

    @martina: ich bin so unglücklich: jetzt habe ich in meinen Text auch noch einen so furchtbaren Fehler: „ich pflücke die Blume“ muss es natürlich heißen. Wenn das so weitergeht, gehe ich nochmal in die erste Klasse. Ich hoffe, Du freust dich trotzdem ein wenig…

    Antworten
  47. 15. Januar 2009, 23:35 Uhr, von Anja
    0147

    Auch ganz interessant zu dem Thema, zu dem hier ja schon alles gesagt wurde, folgendes Buch:

    “Fritz B. Simon – Gemeinsam sind wir blöd!? – Die Intelligenz von Unternehmern, Managern und Märkten.”

    Außerdem denke ich, vermutlich ist die Masse so intelligent (informiert), wie die Massenmedien es zulassen.

    Antworten
  48. 16. Januar 2009, 12:34 Uhr, von Walter
    0148

    ‘Außerdem denke ich, vermutlich ist die Masse so intelligent (informiert), wie die Massenmedien es zulassen.’

    Wirklich? Sind die Medien so einflussreich und mächtig? Und wer ist Masse? Doch wir- oder ?
    Ich möchte mir diesen Schuh jedenfalls nicht anziehen.
    Doch vielleicht ist die Manipulation so genial, das wir es gar nicht bemerken?

    Antworten
  49. 16. Januar 2009, 22:57 Uhr, von Anja
    0149

    Ich möchte mir den Schuh auch nicht anziehen, aber schnell bekommt man einen übergestülpt.
    Wie einfach bekommt man Themen und Meinungen aufdoktroiert oder lässt sich von Schlagzeilen beeinflussen. Wie oft “machen” Medien Themen, weil diese gerade zeitlich oder aus anderen Gründen passen und man selbst glaubt, es wäre brandaktuell. Teilweise lassen sich diese Topthemen schon Wochen vorher im Kleingedruckten finden und niemanden interessiert es, schon gar nicht die Vielen.
    Ich bin mir sicher, so mancher glaubt nur das, was auf Seite 1 der Bild Zeitung steht.

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  50. 21. Januar 2009, 21:53 Uhr, von stadtbote
    0150

    Nichts beeinträchtigt die Weisheit der Massen so sehr wie Herdenverhalten. Man kann das z.B. in Fußballstadien beobachten, in den Märkten und natürlich auch im Internet.
    Im digitalen Netz hat der Herdentrieb sogar mehr Chancen als irgendwo sonst. Mündliche Übermittlung ist ungenau – die Botschaften mutieren irgendwann bis zur Unkenntlichkeit, entsprechend dem Stille-Post-Syndrom. Schriftliche Kommunikation über traditionelle Printmedien ist genauer, aber auch vergleichsweise langsam und bedächtig. Demgegenüber garantieren Hyper-Links und die Forward-Option bei E-Mails eine gleichermaßen präzise wie schnelle Kommunikation.
    Jaron Laniers kritische Anmerkungen unter dem Stichwort “digitaler Maoismus” sind deshalb schon bedenkenswert

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© Miriam Meckel 2002 bis 2012