MM_Toynbee
Zu den Kommentaren
12. Januar 2009, 11:02 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Die Blödheit der Vielen?

Der gute alte Adam Smith, dessen Portrait zurecht in jedem Pub in Edinburgh hängt, wusste nicht nur über die “unsichtbare Hand” zu berichten, die die Wirtschaft lenkt und sich derzeit leider in Serie heftig die Finger verbrennt. Er hat sich auch mit ganz anderen direkten und indirekten menschlichen Motivationen beschäftigt, die nun im Zeitalter der Vernetzung neue Bedeutung gewinnen.

In der “Theorie der ethischen Gefühle” (1759) schreibt Smith: “Mag man den Menschen für noch so egoistisch halten, es liegen doch offenbar gewisse Prinzipien in seiner Natur, die ihn dazu bestimmen, an dem Schicksal anderer Anteil zu nehmen, und die ihm selbst die Glückseligkeit dieser anderen zum Bedürfnis machen, obgleich er keinen anderen Vorteil daraus zieht, als das Vergnügen, Zeuge davon zu sein.” Das klingt wie eine etwas altbacken formulierte Werbung für Facebook, Myspace und andere Social Networking Plattformen.

Es ist das Interesse am Anderen, der Wunsch, sozial vernetzt zu sein und teilzuhaben, der den Erfolg dieser Websites ausmacht. Das, was dort geschieht, hat James Surowiecki in seinem Buch über “The Wisdom of the Crowds” 2004 beschrieben: Kollektive sind klüger als der Einzelne, deshalb finde im Internet der Weltgeist zum ersten Mal sein wahres Forum.

Er bezieht sich dabei auf die Erfahrung, die Francis Galton 1906 beim Besuch einer Nutztiermesse machte: Für sechs Pence konnten die Besucher ihren Tipp zum Gesicht eines Ochsen abgeben. Das erstaunliche Ergebnis: Der Mittelwert aller Schätzungen kam dem realen Gewicht des Ochsen sehr nahe. Surowiecki hatte bis 2007 einen grandiosen Erfolg mit seiner Analyse zur Klugheit der Massen, dann kam die Finanzkrise. Und prompt lief ihm ein anderes Buch den Rang ab. 

„Men, it has been well said, think in herds. It will be seen that they go mad in herds, while they only recover their senses slowly, one by one.” Das schreibt der Journalist Charles Mackay, der sich in einem 1841 publizierten Buch mit “Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds” beschäftigt hat. Das Buch ist jedes Mal wieder ans Tageslicht gezerrt worden, wenn es gerade passte – natürlich auch in jeder Finanzkrise. Und auch in der aktuellen wird Charles Mackay nun wiederbelebt. 

Ist die aktuelle Finanzkrise wirklich ein Beleg für die Blödheit der Vielen? Mir scheint der Ansatz, den Henry Blodget in Atlantic Monthly vertreten hat, sehr viel überzeugender: „In a bull market, when you borrow and bet $30 for every $1 you have in capital, you can do mind-boggling as well. And when your competitors are betting the same $30 for every $1, and your shareholders are demanding that you do better, the downside to refusing to ride the bull market comes into sharp relief. Well, you can easily convince yourself that disaster is a possibility so remote that it‘s not even worth thinking about.”

Anders formuliert: Wirklich anzunehmen, die aktuelle Finanzkrise sei ein Beweis für die Blödheit der Vielen und widerlege damit eine der wesentlichen Grundlagen der Netzwerkgesellschaft ist naiv. Nein, das stimmt so gar nicht. Nicht naiv. Das ist bösartig. Denn so gibt es wieder niemanden, der verantwortlich ist, der was gewusst oder verstanden hatte. Ein “anonymer Systemfehler” das Ganze, das hat ja auch Hans-Werner Sinn längst verstanden. Die Blödheit des Einzelnen, darüber lohnte sich einmal zu reden.

Die Vielen waren nicht blöd. Sie waren nicht naiv. Und sie lagen nicht falsch. Jeder, der ein bisschen vom Finanzsystem verstanden hat, wusste was los war. Nicht im Detail. Nicht in allen Verschachtelungen. Aber er wusste, dass es unmöglich ist, Risiken durch Kettenverkäufe zu eliminieren. Hätten wir zu Beginn der Krise eine globale Befragung der Völker durchgeführt und gefragt: “Ist es möglich, dass jeder Investor dieser Erde mit einem Eigenkapitel von einem Dollar 30 Dollar leihen kann?” Die Antwort wäre klar gewesen.

Viele haben verstanden. Aber sie haben gehofft, es würde dennoch halten. Sie haben beobachtet, was geschieht und sich gefreut, so lange es gut ging. Adam Smith allerdings müsste nach den vergangenen Monaten wohl neu überlegen. Nicht das Vergnügen, an der Glückseligkeit anderer teilzuhaben, war der wesentliche Antrieb für die Entstehung dieser Blase, sondern das Vergnügen, einen Vorteil daraus zu ziehen, der so gar nicht altruistisch ist. Haltbar ist er auch nicht. Aber das wussten wir ja.

150 Reaktionen

  1. 13. Januar 2009, 14:04 Uhr, von Ramona
    051

    Also, wie ich prophylaktisch, ok.
    Und große Vorfreude:-))

    Antworten
  2. 13. Januar 2009, 14:19 Uhr, von Noisa
    052

    (@Ramona, zu 16:18 Uhr:
    de.wikipedia.org/wiki/Gutachtenstil)

    Antworten
  3. 13. Januar 2009, 14:38 Uhr, von Noisa
    053

    („Der Gutachtenstil bezeichnet die Methode, die eingesetzt wird, um ein Ergebnis zu finden.“
    http://www.fernuni-hagen.de/REWI/STJZ/Fallb.htm

    Diese Methode kann allgemein angewendet werden, um Lösungen zu erarbeiten, weil sie sich mit Feinheiten befasst und nicht pauschalisiert. Das Ergebnis ist anfangs offen. Etwaige Vorurteile beeinflussen weniger den Lösungsweg.)

    Antworten
  4. 13. Januar 2009, 14:43 Uhr, von Ramona
    054

    @Noisaaaaa, großer Gott!
    Was soll ich denn jetzt mit dem viergliedrigem Schema? Soll mich das runterziehen oder anspornen?
    Wenn’s doch aber an der Substanz fehlt!

    Antworten
  5. 13. Januar 2009, 14:56 Uhr, von Noisa
    055

    @Ramona, das Schema ausdrucken??? ;)
    Nein, sorry, das war nicht ernst gemeint.

    Die Finanzkrise kann nicht mal eben in ein nachvollziehbares, detailreiches Schema/System gepresst werden mit allen damit verbundenen sozialen Phänomenen (umstrittene „Gruppenintelligenz“ etc.), um einen oder die Verantwortlichen der Krise zu finden. Das macht es auch so einfach, dass etliche Meinungen vertreten werden können, auf etwaige „Schuldige“ mit dem Finger gezeigt werden kann. Zu einer vielmehr wahrscheinlichen Lösung könnte man gelangen, wenn diese vier Punkte strikt eingehalten werden würden. Das ginge theoretisch.

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  6. 13. Januar 2009, 15:39 Uhr, von Ramona
    056

    @Noisa, die Chronik dieser Krise kennen wir doch.
    Angefangen von Jan. 08
    - Münchner HRE schockiert die Börse Größenordnungen infolge der Finanzkrise
    - Rezessionsängste lösen an Europas Börsen einen panischen Ausverkauf aus
    - US-Notenbank Fed senkt die Zinsen und verhindert die Talfahrt der Bösen
    - Pleite von Bear Stearns, die an Jp Morgan notverkauft wird.
    - wieder Leitzinssenkung von Fed, im April wieder
    - US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac werden verstaatlicht
    - Lehman Brother ist pleite, Rivale Merrill Lynch schlüpft in letzter Minute unter das Dach der Bank of Amerika,
    - Große Notenbanken öffnen Geldschleusen und pumpen Milliarden in den Geldmarkt

    und, und, und…… bis hin zum Überlebenspaket des Bundes für HRE.
    Ist alles zu googeln.

    Da müssten doch die wirklich Verantwortlichen für die Krise auszumachen sein.

    Antworten
  7. 13. Januar 2009, 15:57 Uhr, von Ramona
    057

    Hier muss ich Westerwelle mal Recht geben:
    http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/372210

    Antworten
  8. 13. Januar 2009, 16:35 Uhr, von Walter
    058

    Der gute alte Adam Smith hätte seine Freude an Barack Obama:
    Empathie, Charisma, Hoffnung und Bescheidenheit. Er könnte zum Gegenentwurf in der Krise werden, einer der alles richtig macht.
    Wo immer die Dinge auf der Welt nicht so gut laufen gibt es zurechtgelegte Gründe, warum der nächste US- Präsident das Problem lösen und die Welt retten könnte.
    -Schwarmintelligenz?- Den richtigen, den guten Führer auszusuchen und ihm dann zu folgen. Allzugern vertrauen wir den Lichtgestalten und Genies mehr als unserem eigenen Verstand.
    Wo kommen Ideen her, wie entstehen aus Hoffnungen Visionen?
    Gibt es auch real und nicht nur in der idealistischen Philosophie den Triumph des Geistes und der Vernunft über die Begierde?

    PS: Noisa, Peter Sloterdijks Unterscheidung zwischen Thymos und Eros, dem stolzgetriebenen Bewusstsein, etwas geben zu können und dem mangelgetriebenen Begehren des Habenwollen, entspricht weitgehend der Einteilung von Leidenschaft und Begehren bei Adam Smith. Beide haben von den alten Griechen gelernt.
    Allzuviel scheint sich der Mensch seit 2500 Jahren nicht geändert zu haben.

    Antworten
  9. 13. Januar 2009, 16:40 Uhr, von Noisa
    059

    @Ramona, wo muss zeitlich angesetzt werden, um die Finanzkrise zu erfassen? Bei der IKB war Mitte 2007 klar, dass es zur Krise kommt (manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,498775,00.html). Möglicherweise haben Bankmanager schon in 2006 und 2007 oder früher gewusst, dass es krachen wird. In 2007 wurden einige Führungsspitzen bei Banken „ausgetauscht“.

    Wann wurde der ERSTE Hypothekenkredit an eine US-amerikanische Bank gewährt, dem ursprünglich die Finanzierung von Eigenheimen mit hoher Beleihungsmöglichkeit zugrunde lag? Auf welcher Grundlage wurden die „ursprunglichen Kredite“ an die Immobilienkäufer gewährt? Wurden gesetzliche Schlupflöcher genutzt oder hatte der US-amerikanische Gesetzgeber die „lockere Art“ der Kreditgewährung zur Eigenheimfinanzierung ausdrücklich gewünscht? Welche Personen kommen überhaupt als „Verantwortliche“ in Betracht? Ist man verantwortlich, wenn man mitgemacht hat („Gruppen-Blödheit“?) oder wenn man Entscheidungsträger war? Wie sieht es mit der „Masse“ der Kreditnehmer aus? Waren sie nicht dem allgemeinen Sog der Gesellschaft unterlegen, dass es erstrebenswert ist, ein Haus, ein Auto etc. zu haben? Wie wurden sie bei der Kreditvergabe aufgeklärt? Fragen über Fragen. Es wäre zu schön, wenn sich Schwieriges einfach lösen ließe.

    Ja, das Konjunkturpaket II ist ein Thema für sich. Die Meinungen der Oppositionspolitiker finde ich nachvollziehbar. Ich mag die Berichte unter wiwo.de zu diesem Bereich. Hier werden manchmal viel weitsichtigere Lösungsansätze vertreten. Es wird u.a. über die Reform der Unternehmenssteuerreform nachgedacht.

    Das Problem bei unseren Repräsentanten ist schlichtweg, dass sie die unternehmerische Praxis nicht kennen, nicht wissen wie Unternehmer handeln und denken, mit welchen Schwierigkeiten das operative Geschäft belegt ist. Es ist zum Mäuse melken und es ist Wahlkampf.

    @Walter, Danke!

    Antworten
  10. 13. Januar 2009, 17:05 Uhr, von Noisa
    060

    „Wann wurde der ERSTE Hypothekenkredit an eine US-amerikanische Bank gewährt…“ Sorry, bitte streichen. Der Beginn des Anleihengeschäfts könnte wichtig sein. Ich weiß nicht genau, um welche Finanzgeschäfte es sich hierbei handelt… (@Dowanda???)

    Antworten
  11. 13. Januar 2009, 17:24 Uhr, von Ramona
    061

    @Noisa, stimmt, ich habe zu kurz gedacht. Die Anfänge der Krise liegen schon viel früher. Aber das haben wir ja hier schon versucht, mehrfach aufzudröseln.
    Josef Ackermann, hat übrigens Fehler im Laufe der Finanzkrise eingeräumt.
    “Wir haben alle auch Fehler gemacht und geben das unumwunden zu”, sagte Ackermann im ARD-”Jahresrückblick”. “Ich habe auch Vermögenseinbußen erlitten“ hat er gejammert.
    Ist er nicht süß?

    Antworten
  12. 13. Januar 2009, 17:26 Uhr, von Noisa
    062

    Ganz niedlich. ;)

    Antworten
  13. 13. Januar 2009, 17:52 Uhr, von Ramona
    063

    Jetzt war ich heute doch nicht so leise, wie gedacht. Naja, das Blog hat eben Suchtpotential.
    Ich verabschiede mich für heute mit einem Liedchen, was Schönes, bei diesem ernsten Thema.
    Macht Euch einen schönen Abend;-)

    http://de.youtube.com/watch?v=JOXZYroxVno&feature=related

    Antworten
  14. 13. Januar 2009, 19:51 Uhr, von Petra
    064

    Mich erfasst so etwas wie die „Sinn-Krise“: Macht es Sinn, mich hier weiter einzumischen? Wenn ich mir das aktuelle Posting nochmal intensiv ansehe, dann lese ich auch folgende Botschaft: um den Spuren der Autorin zu folgen, bedarf es umfangreicher Kenntnisse. Natürlich kann man einiges nachlesen, habe ich auch gemacht. Dennoch habe ich den Eindruck, wissenschaftlich nicht mitreden zu können. Ist das Ziel der Austausch zwischen den die Theorien beherrschenden Bloggern? Und ist den Volkes Stimme durchaus erwünscht und erstrebenswert?

    Und noch ein Thema lässt mich nicht los: warum beteiligen sich tatsächlich so wenige an den Diskussionen? Also: es müssen ja nicht gleich Dutzende sein, die sich zu Wort melden. Aber ich habe keine Ahnung, wer da am anderen Ende der Leitung (hundertfach) so mitliest. Experten zu den Themen, tatsächlich Studenten (aus St. Galen oder anderswo), „Otto-Normal-Verbraucher“, Jüngere, Ältere, andere Gruppierungen?

    Um den Bezug zum Posting nicht zu verlieren – welche Dynamik ergibt sich aus diesem / anderen Blogg/s? Bleibt wirklich was „hängen“? Adam Smith vermutet, dass es in der Natur des Menschen ist, anderen die Glückseligkeit zu bringen. Also soweit würde ich ja nicht gehen, aber die Frage nach der Sinnhaftigkeit meines Tuns muss ich mir schon selbstkritisch stellen. Um nochmal des Volkes Stimme zu erheben: das sollten andere gelegentlich auch mal machen.

    Antworten
  15. 13. Januar 2009, 20:08 Uhr, von Miranda
    065

    Bin im Moment ehr auch nur Mitleserin, denn bei dem Thema kann ich mit fundierten Kenntnissen leider nicht dienen außer dass ich überzeugt davon bin dass letzlich Gier der Beginn des ganzen war…und man den Point of no Return absichtlich herbeigeführt hat, denn auch jetzt werden wieder einige davon profitieren…finde aber es hoch interessant und kann mich bei Walter, Noisa und Dowanda nur bedanken denn man lernt hier eine Menge dazu…und bei mir bleibt auf jeden Fall immer was hängen…

    Antworten
  16. 13. Januar 2009, 20:18 Uhr, von Walter
    066

    Danke Petra für Volkes Stimme. Die Meinungen gehen hier manchmal durcheinander, wie fast überall. Doch jede Stimme zählt und ist gleichviel wert.
    Selbst wenn wir alle zitierten Literaturstellen auswendig kennen würden- was wir nicht tun- wären wir kein bisschen schlauer.
    In dieser Krise gibt es keine Experten, weder Prof. Sinn noch Dr. Ackermann.
    Da lobe ich mir einmal mehr unsere Kanzlerin, die vorhin im ZDF zu sehen und zu hören war. Sie ist immerhin ehrlich wenn sie zugibt, dass sie auch nicht weiß was kommt. Gleichzeitig ist sie schnippisch- ironisch genug um zu betonen, dass die sogenannten und selbsternannten Experten genau so wenig wissen und beispielsweise keine Prognose für die Wirtschaftsentwicklung in diesem Jahr abgeben könnten.
    - Wo sind die Cracks wenn man sie braucht?
    Jetzt schlägt die Stunde der Pragmatiker und Menschenkenner, auch der Menschenfreunde im Geiste Adam Smiths. – Wenn es keine äußeren Landmarken und Erfahrungswerte mehr gibt, die eine sichere Standortbestimmung ermöglichen, dann bleibt die Rückkehr zu allgemein menschlichen Regeln und die Vermittlung von Glaubwürdigkeit, Gewissenhaftigkeit und Vertrauen.
    Das Fahren auf kurze Sicht ist auch dem aktuellen Konjunkturpaket anzumerken, man hätte sich vorher nur über die Richtung einigen sollen.

    Antworten
  17. 13. Januar 2009, 20:23 Uhr, von Petra
    067

    Oh Schreck: beim Lesen meiner Zeilen fällt mir auf, dass man mich missverstehen könnte. Wenn ich schreibe: „das sollten andere gelegentlich auch mal machen“, meine ich natürlich die (unsichtbaren) Teilnehmer der Finanzkrise, auf keinen Fall Blogger!!!!

    Antworten
  18. 13. Januar 2009, 21:08 Uhr, von Martina
    068

    Ich assoziiere mich @ Miranda und bedanke mich auch sehr.
    Seit ende letzte Woche bin hier mal Leserin am Abend, wenn meine Augen reden würden, dann würden weinen weil das ganzen tag vor eine display sind, aber ich kann nicht auf diese multiple und interessanten Themen nicht verzichten. Leider(oder besser ;-*) kann ich auch nichts dazu schreiben, aber ich lese sehr gern und dabei lerne, erst eure schwierige Sprache(*), danach versuche ich etwas zu verstehen wegen die komplizierte Moment die wir erleben. Ich danke euch alle, ins besonders @: Noisa, Petra, Dowanda, Ramona, Susanne und Walter für eure Multi-Aktiv-Kommentar, und selbstverständlich die Inspiration-Guru:@MM!
    Grazie mille!

    Antworten
  19. 13. Januar 2009, 21:09 Uhr, von Ramona
    069

    Wieso diese Nachdenklichkeit @Petra? Zu Absatz 1 und 2 Deines Eintrages:
    Hier nochmal zur Erinnerung die Intention der Blogbetreiberin:
    ‘Hier habt Ihr die Gelegenheit, Eure Gedanken loszuwerden und neue Ideen in den Webdiskurs einzuspeisen………………Aber er ist auch eine offene Plattform für alle, die gerne mitreden und dabei auch etwas zu sagen haben.’
    Damit ist doch alles gesagt.

    Es gibt diese Art des Posting von MM, dass, wie Du schreibst, eine bestimmte Gruppe von Experten anspricht. Da muss auch ich kapitulieren, wie Du weißt. Ich hab mich mal als ‘Fehlfarbe’ bezeichnet, da ich auch aus einer völlig anderen Berufsrichtung komme.
    Aber beim Mitlesen, ist dieser Gedankenaustausch unheimlich befruchtend und es kommt Kommunikation zu Stande. Und um nichts anderes geht es hier. Wir wollen Gedanken austauschen. Und wie @Walter ‘sagt’, jede Stimme ist gleichwertig. Das schätze ich sehr an diesem Blog.

    Und dann stellt MM wieder Postings ein, die einen allgemeineren Charakter haben, die leichter sind und eine größere Anzahl von Bloggern veranlasst, sich zu äußern.
    Warum sich so wenige sich zu Wort melden, weiß ich auch nicht. Vielleicht, weil sie die gleichen Bedenken haben, wie Du. Aber dass viel mehr an diesem Blog interessiert sind, haben wir doch im Dezember an MM’s Weihnachtskalender gesehen. Da war wunderbar.

    Ich mach jetzt wirklich Schluss für heute. Meinen Schreibkram hab ich fertig.

    Antworten
  20. 13. Januar 2009, 21:14 Uhr, von Ramona
    070

    @Martina, das war ganz lieb. Viele Grüße!

    Antworten
  21. 13. Januar 2009, 21:18 Uhr, von Noisa
    071

    @Miranda, @Martina: Dankeschön! *erötend*

    Antworten
  22. 13. Januar 2009, 21:46 Uhr, von Petra
    072

    @ramona: naja, heute ist vielleicht überhaupt mein Tag der Sinnkrisen. Manchmal glaubt man, ihn überall vergebens zu suchen.

    @miranda, walter, martina, ramona: Danke für die Wiedergabe des Sinns!

    Antworten
  23. 13. Januar 2009, 22:20 Uhr, von Walter
    073

    Wie wir uns auch definieren und einschätzen, wir sind die Vielen, das Volk. Experten und Eliten definieren sich teilweise auch über ihr besonders Wissen als Ausnahme. Dies fällt mir bei dem erwähnten Hans Werner Sinn öfter auf, denn er wirkt vorzugsweise allwissend und gibt sich sehr überlegen. Ich kann mich an seine Diskussion mit Gregor Gysi bei ‘Standpunkte’ erinnern, wo er dem emotional und empathisch argumentierenden körperlich deutlich kleineren lebhaften Gysi Emotionalität und fehlende Rationalität vorwarf.- Was könnten wir ihm stattdessen nicht alles vorwerfen? Bei ‘AnneWill’, vor Weihnachten, wirkte er sehr nach innen gekehrt, fast autistisch und wehrte sich kaum gegen die Angriffe von Jutta Ditfurth.- Vielleicht weil ihm auch die Argumente fehlten und damit Glaubwürdigkeit?
    Es bleibt dabei, auch die Experten wissen nicht weiter, der Kaiser ist nackt.
    In Sachen Menschenfreundlichkeit und Empathie könnten sich Herr Sinn und kollegen an Gregor Gysi ruhig mal ein Beispiel nehmen.

    Antworten
  24. 13. Januar 2009, 22:24 Uhr, von Walter
    074

    Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.

    Theodor Fontane

    Antworten
  25. 13. Januar 2009, 22:32 Uhr, von Walter
    075

    Abschließend noch Bernhard Madoffs Schneeballsystem. (wiwo.de/finanzen/madoff-skandal-schaedigt-deutsche-anleger-383269/)
    Unglaublich, dass die US-Wertpapieraufsicht SEC ihm mindestens 16 Jahre lang nicht auf die Schliche gekommen ist- oder doch?
    Wieviele Mitwisser und Mittäter gibt es eigentlich? Mehr als wir glauben können und wollen?
    Warum?

    Antworten
  26. 13. Januar 2009, 22:37 Uhr, von Dowanda
    076

    @noisa
    Bin ich jetzt total überfragt von wo das konkret ausging.

    Das ganze scheint aber ohnehin nicht an der ersten Hypothekengewährung gelegen zu haben sondern an der plötzlich aufgekommenen Mode, die Hypotheken für private Ausgaben und Zinsen aufzustocken – mit dem Argument, dass der Wert der Immobilie gestiegen sei. Das war der Anfang vom Ende.

    Antworten
  27. 13. Januar 2009, 23:04 Uhr, von Dowanda
    077

    @Walter
    Da stecken offenbar einige tief drinnen. Wie sonst ist es zu erklären, dass der wieder gegen Kaution auf freiem Fuss ist. Reichen die linken Dinger, die er auch noch in der U-Haft zu drehen versuchte, denn nicht für eine Verlängerung derselben? Jeden anderen, der im mediamarkt einen mp3-player mitgehen lässt, hätte man geteert und gefedert.

    Antworten
  28. 13. Januar 2009, 23:52 Uhr, von stefan
    078

    @Miranda,@Martina: Mir geht das genauso, ich kann mich Eurem Lob nur anschließen. Immer diese “Multi- Aktiv Kommentare” auf Topniveau. Da liest mann 2sek. schon gehts mit nem Klick zum Lexikon. Das macht Spass und erweitert meinen Horizont enorm. Die schwierige Sprache kann ich auch nicht richtig , obwohls meine eigene ist. Umso mehr Respekt vor euch.

    Antworten
  29. 14. Januar 2009, 0:24 Uhr, von Dana
    079

    Ich habe einmal folgenden Satz gelesen: “Er war/ist ein intelligenter, aber kein kluger Mann.” Zunächst habe ich erst einmal gestutzt, aber dann wurde mir klar, dass sich “klug” auf seine Handlungsweise bezogen hat.
    Wenn jedoch intelligente Menschen bewusst unklug handeln dann ist das (z. B. bei Bankern) kriminell. Die Verantwortung für die Finanzkrise liegt m. E. bei den führenden Bankern, ist aber auch bei der fehlenden Kontrolle zu suchen. Die Worte Ethik und Augenmaß sind diesen Menschen offenbar fremd.

    Ja, dass viele Menschen dem “Herdentrieb” folgend, nur “große Gewinne einfahren” wollen, ohne sich auch nur annähernd mit den realistischen Möglichkeiten zu befassen, ist schockierend. Allerdings wird sich das immer wiederholen, wie das die Schneeballsysteme (in den verschiedenen Formen) beweisen.
    Das ist allein der Gier der Menschen geschuldet.

    Es ist sinnlos sich über Herrn Sinn äußern zu wollen. Bisher ist er mir immer nur negativ aufgefallen.

    Abschließend möchte ich sagen, dass es Wirtschafts- und Finanzkrisen immer (allerdings mit unterschiedlichen Auswirkungen) gegeben hat und immer geben wird,
    da diese Krisen von Menschen herbeigeführt werden, die keine Moral, Ethik und Verantwortung für das Gemeinwohl haben, sondern nur von einem unerträglichen Egoismus und einer nicht zu überbietenden Geldgier getrieben sind.

    Antworten
  30. 14. Januar 2009, 2:15 Uhr, von stefan
    080

    Vor 16 Jahren haben die Makroebenen (s.@Noisia 12.1 um 16.18Uhr). das Klima Dilemma ernst genommen und haben beschlossen den ganzen Karren(Wirtschaft) rechtzeitig durch eine praktisch -`Planet gemachte´- Krise(Schneeballsyteme, ect.) gegen die Wand zu fahren (CO2 Reduktion. Nicht aber ohne noch vorher auf Teufel komm raus Cash zu machen für die kommenden Naturkatastrophen. Oder einfach nur um im Meer zu wohnen. Schütt auf fällt mir dazu ein.
    Sie gaben die Aufträge an die Mikroebene im System weiter und es nahm mit zu leisen,wahrscheinlich absichtlich stummen`Vorsicht`s Stimmen seitens der Kontrolle, bzw.der Insider seinen Lauf.
    Würde ja gerne was dazu verlinken,,
    doch leider hab ichs nur geträümt nur geträümt und Träüme verlink ich nicht.

    Antworten
  31. 14. Januar 2009, 5:48 Uhr, von Petra
    081

    @stefan: „auf Träume verlinke ich nicht“: Ich bin noch nicht so ganz wach, also träume ich noch ein wenig vor mich hin, vielleicht vom Sommer. Hier mein Link . Verlinkung hat doch nicht geklappt? Mit ein wenig Fantasie klappt es auch ohne! Wie war jetzt noch der Bezug zum Posting? Im Sommer befasse ich mich mit Adam Smith, James Surowiecki, Francis Gelton, Charles Mackay und Henry Blodget. Oder auch mit Radfahren, Inlinern, Ausflüge machen, … Tschüss, ich träum grad so schön.

    Antworten
  32. 14. Januar 2009, 7:29 Uhr, von Noisa
    082

    @stefan heute um 2:15 Uhr, ein origineller Beitrag. ;))

    @Allen einen schönen Tag – ich bin heute nur im OFF(line) aufzufinden. ;)

    Antworten
  33. 14. Januar 2009, 7:51 Uhr, von Ramona
    083

    @Petra, ich sollte am Abend (21:09 Uhr) nicht philosophieren. Ersetz im letzten Abschnitt das Wort ‘leichter’ durch Leichtigkeit. Das trifft es besser.

    @Noisa, Dir und Euch einen schönen Tag.

    Antworten
  34. 14. Januar 2009, 8:11 Uhr, von Petra
    084

    @ramona: Habe Dich trotzdem verstanden und Du hast auch den Kern getroffen. In gewisser Weise bin ich auch selber “schuld”: mein Hang, etwas entweder komplett “richtig” zu machen / alles zu berücksichtigen (was mir hier nicht möglich war), oder es ganz zu lassen, ist manchmal eben ein bisschen übertrieben. Vielleicht denken aber tatsächlich andere genauso und äußern sich deshalb nicht. Und gestern war dann auch noch so ein Tag…. Es gibt Jahrhunderte, da bleibt man halt lieber im Bett.

    Antworten
  35. 14. Januar 2009, 10:28 Uhr, von Mesm
    085

    Once the buildings housing spiritual matters,(churches, mosques a.s.o), were bigger and taller than the buildings housing the merchant’s and mercantile matters.

    It’s not like that any more and the true priests of our western societies are the merchants and the people “dealing� with money. A truly successful person is a rich person, not a spiritually enlightened person.

    Money has become god. Maybe it´s time for another wall in Wittenberg?

    Antworten
  36. 14. Januar 2009, 11:41 Uhr, von Fabian
    086

    Na supi, ein paar Leute (oder ist es nur eine Person? Ich befürchte es fast…) hier, haben das Blog für sich okkupiert und versuchen es nun in ihrem Sinne zu lenken und zu gestalten und dem ganzen ihren persönlichen Stempel aufzudrücken.

    Glückwunsch, das ist gelungen! Das Blog gehört Dir / Euch!

    Soviel nur zum Thema Meinungsvielfalt und Weisheit der Massen. Wie soll das funktionieren, wenn die Diskussionen (schon wie hier) dermaßen manipulierbar und steuerbar sind und eine handvoll Menschen mit scheinbar unendlich viel Zeit und einer Dreistigkeit, die wirklich bemerkenswert ist (oder ist es krankhaft, dann hätte ich dafür ja sogar noch ein bisschen Verständnis), sich plötzlich zu (virtuellen) Meinungsführern aufschwingen und allein aus diesem Zeitfaktur und der scheinbar unbegrenzten Lust an der Selbstdarstellung die Diskusisonen dominieren und aufgrund der Quantität ihrer Beiträge und einem wahnsinns Sendungsbewusstsein plötzlich glauben, ihre Ansichten und ihr Stil seien das non plus ultra und besäßen somit Allgemeingültigkeit.

    Siehe beispielsweise auch die derzeitige Diskussion um “Sterbehilfe” im AW-Blog. Ist das etwa repräsentativ? Die Leute dort scheinen das zu glauben. Über 300 Kommentare, wow, da muss doch was dran sein. Vox Populi hat gesprochen, Abstimmung mit den Füßen, die achte Gewalt, Grassroot, Massen, Weisheit, Internet, wahnsinn, toll!

    Man muss sich doch vor Augen führen, dass der größte Teil an Leuten gar keine Zeit und kein Interesse hat, z.B. in Blogs zu kommentieren, oder zu twittern oder was auch immer, weil sie im richtigen Leben stark eingebunden ist. Die meisten, die sich permanent in diesen Web 2.0-Medien aufhalten, sich Freaks, oder tun das berufsbedingt.

    Insofern ist es doch gut, wenn wir Experten und Fachleute wie beispielsweise Herrn Sloterdijk haben, die ein wenig breiter denken, Vordenken, gesellschaftliche Phänomene kritisch begleitne und Diskussionen anreizen – jetzt grätscht mir freilich Susanne wieder rein und das zurecht. :-)

    Ich will ja auch nicht, dass uns Leute das Denken abnehmen. Aber wir leben nun mal mit Grund in einer funktional aufgesteilten Gesellschaft und wenn, dann lasse mir lieber von intelligenten Leuten das Denken abnehmen, als von den Dummen. Und wohin einer derartige verdummte Masse hintendiert, sieht man ja einmal mehr sehr schön an unserer real existierenden Mediokratie: Telenovas, Kochsendungen, Tiersendungen, seichte Talkshows, Gerichtsshows, Ekel-TV, Tratsch-TV und Unterschichtentalkshows – die totale mediale Nivellierung, angepasst am etwas einfachen und dümmlichen Geschmack der Massen.

    Und ich habe den Eindruck, dass gerade das Web 2.0 in Zukunft sich mehr und mehr vom Medium der Gebildeten (Early-Adopters) zum der Dummen und Blöden entwickeln wird, ähnlich wie bereits das Fernsehen. Nur dass das Fernsehen immer noch steuerbar ist. Das Internet nicht wirklich.

    Ich persönlich lese mittlerwiele wieder lieber ein gedanklich ausdifferenziertes Interview mit einem kompetenten Menschen wie Herrn Sloterdijk, als hundert bescheuerter Blogkommentare von irgendwelchen notorischen Querulanten, aus denen auch nicht schlauer werde. Das ist reine Zeitverschwendung.

    Und Walter, was ist so anders an Herrn Sloterdijks Metaebene, als an deinen geistigen Ergüssen hier? Bist du denn ins Tagesgeschäft in irgendeiner Form eingebunden? Übernimmst Verantwortung für Mitarbeiter?

    MM hatte für ein solch dominierendes Blog-Verhalten in irgendeinem Interview mal einen ziemlich treffenden Begriff genannt, Platzhirsche oder so ähnlich, nee, es hatte schon was Kritischeres. Schade, leider vergessen.

    Antworten
  37. 14. Januar 2009, 12:11 Uhr, von Katja Owl
    087

    @Fabian: “Bist du denn ins Tagesgeschäft in irgendeiner Form eingebunden? Übernimmst Verantwortung für Mitarbeiter?

    @Fabian, Du bist mein Held :-) Danke! Genau das habe ich mich auch schon so oft gefragt! Kann Dir auch im übrigen nur zustimmen!

    Antworten
  38. 14. Januar 2009, 12:12 Uhr, von Fabian
    088

    Kurz gesprochen: Die grassierende Intellektuellenfeindlichkeit in Deutschland kotzt mich an. Und als Gegenbild dazu die “Weisheit der Vielen” zu entwerfen, halte ich für einen gefährlichen Trugschluss.

    Antworten
  39. 14. Januar 2009, 12:24 Uhr, von Dowanda
    089

    @Fabian
    Eine grassierende Intellektuellenfeindlichkeit kann ich nciht erkennen; eher eine Ermüdung immer von denselben üblichen Verdächtigen betextet zu werden. In Österreich gibt es dazu den Begriff des Staatskünstlers. Ein schrecklicher Ausdruck, wie ich finde. Und meistens gekoppelt mit einer Bereitschaft von seiten der Kunstschaffenden, sich einem gewissen politischen Lager zuzurechnen. Da diese Entwicklung vor allen in den 70ern unter der Regierung Kreisky (SPÖ) ihren Ausgang nahm, setzt sich das bis heute fort und es sind immer die gleichen Nasen die auf dem staatlichen Fernsehen die gleichen Meinungen zu allen möglichen Themen kundtun dürfen.
    Darum würde ich Deinen Begriff der Intellektuellenfeindlichkeit gerne differenzieren wollen. Inwieweit das auf Deutschland zutrifft, kann ich weniger beurteilen. Von dem was ich sehe, sehe ich aber weitgehend auch immer die gleichen Personen.

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  40. 14. Januar 2009, 12:46 Uhr, von Susanne
    090

    >>Insofern ist es doch gut, wenn wir Experten und Fachleute wie beispielsweise Herrn Sloterdijk haben, die ein wenig breiter denken, Vordenken, gesellschaftliche Phänomene kritisch begleitne und Diskussionen anreizen – jetzt grätscht mir freilich Susanne wieder rein und das zurecht. :-)>>

    Verehrteste,

    ich habe leider nicht viel Zeit, aberr ich grätsche trotzdem:

    Für was ist Herr Sloterdijk denn deiner Meinung nach Experte?

    Aber nun zum Kern: Was mich eigentlich an deiner Haltung stört, ist, dass du ständig die Blogosphäre diffamierst, indem du Bloggern und sonstigen Web-Usern vorwirfst “Freaks” zu sein (also alle bisschen gaga), gleichzeitig bist du aber selbst ein Teil des Ganzen und – mit Verlaub – auch recht sendungsbewusst. Was ich durchaus gut finde. So wie ich auch manches Geplapper hier nicht besonders zielführend finde. Aber daraus immer diese kulturpessimistische Generalkritik am “kranken” Internet und den “dummen” Massen zu formulieren finde ich nicht nur überzogen, sondern schlicht falsch. Du bist nämlich auch “die Masse” – und ich auch, und – no! yes! – die Meckelsche auch. Und diverse andere Leute, die ich problemlos als Intellektuelle bezeichnen kann, sind auch Bestandteil dieser “Masse”. Du musst meines Erachtens einfach mal akzeptieren, dass ein demokratisches Medium wie das Netz keine homogene Meinungsfront abbildet, sondern unendliche viele Meinungen. Davon wirst du – und ich genauso – vieles für Quatsch halten. Aber bist du, bin ich der für alle gültige Maßstab? Ist es Herr Sloterdijk? Die Meckelsche? Die Kanzlerin? Bert Rürup? Die Maus?

    Weder ist die kleine “Elite” durchgängig “intellektuell”, noch ist die “Masse” dumm. Gleichwohl würde ich sagen, dass es so etwas wie Intellektuellenfeindlichkeit in diesem Lande gibt – die durch etliche, jede Intelligenz beleidigende Medien geschürt wird (und Medien werden ja anscheinend auch von Eliten gemacht – oder? Wer ist da eigentlich genau drin in der Elite?).

    Weißt du, was ich dir unterstelle? Dass du im Prinzip nach (vermeindlich höherrangigen) Indentifikationsfiguren suchst, die dann aber bitteschön genau deine Meinung vertreten sollen, der dann nicht mehr widersprochen werden darf.

    Sorry für die vielleicht harschen Worte – udn wie immer: Nix für Ungut!

    Antworten
  41. 14. Januar 2009, 13:04 Uhr, von Dowanda
    091

    Joe Ackermann ist enttäuscht …
    http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/finanzen/732/454415/text/

    Ich bin ja gespannt, wie lange sich die Deutsche Bank dem Schutzschirm entziehen kann. Noch im November Geld zu 5,25 % p.a. einzukaufen, war schon das Aviso für diese Horrorzahlen. Ich bin einmal gespannt, was da noch kommt.

    Antworten
  42. 14. Januar 2009, 13:48 Uhr, von Maike
    092

    Da wollen wir doch mal schauen, wie sich Fabian bei diesem Posting zeittechnisch hier so einordnet:
    12. Januar 2009 um 11:54 Uhr
    12. Januar 2009 um 11:59 Uhr
    12. Januar 2009 um 12:08 Uhr
    12. Januar 2009 um 16:26 Uhr
    12. Januar 2009 um 18:34 Uhr
    12. Januar 2009 um 18:40 Uhr
    12. Januar 2009 um 18:46 Uhr
    12. Januar 2009 um 20:22 Uhr
    13. Januar 2009 um 07:12 Uhr
    13. Januar 2009 um 07:25 Uhr
    14. Januar 2009 um 11:41 Uhr
    14. Januar 2009 um 12:12 Uhr

    Noch Fragen? Soviel zum Thema Präsens im Netz.
    Fabian ich finde es schon ziemlich dreist, wie du dich hier über die anderen erhebst. Solche Meinungen, wie deine, halten mich ab, mich hier zu Wort zu melden Aber das war mir jetzt zu viel. Welchen IQ muss man deiner Meinung nach besitzen, um hier mitschreiben zu dürfen? An was leitest du ab, dass hier nur eine Person bloggt? Ich kann das nicht erkennen. Woher kommt diese Aggressivität?

    Antworten
  43. 14. Januar 2009, 13:56 Uhr, von irgendeine Userin
    093

    Och jö…

    Und wohin einer derartige verdummte Masse hintendiert, sieht man ja einmal mehr sehr schön an unserer real existierenden Mediokratie: Telenovas, Kochsendungen, Tiersendungen, seichte Talkshows, Gerichtsshows, Ekel-TV, Tratsch-TV und Unterschichtentalkshows – die totale mediale Nivellierung, angepasst am etwas einfachen und dümmlichen Geschmack der Massen.
    Geschrieben von Fabian am 14. Januar 2009 um 11:41 Uhr

    Irgendwann haben sich irgendwelche Leute im TV gesagt, dass sich mit irgendwas leicht Zerschneidbarem ziemlich viel Geld verdienen lässt. Unterstützt wurde diese Nivellierung durch 24 Stunden TV. Irgendjemand wird schon zuschauen.

    Wir schauen schon lange nicht mehr da zu. (Werden also nur zu Promille, wenn überhaupt, zu den Einschaltquoten gezählt.)

    Und wie es Susanne 14.01.09, 12:46 Uhr schrieb: “(…) Medien werden ja anscheinend auch von Eliten gemacht – oder? Wer ist da eigentlich genau drin in der Elite?”

    Was war als erstes da? Die Henne oder das Ei?
    Das immer dümmer werdende Fernsehen, dessen gute Sendungen leider meist erst ab 22 Uhr 30 beginnen, wenn die arbeitende Bevölkerung zu Bett gehen möchte. (Schließlich heißt es, mindestens 7 Stunden Schlaf halten gesund. ;-)
    Oder die dummen Massen, die dummes Fernsehen nur verstehen können.

    Offtopix
    Da sich das Thema bezüglich “nur ein/e Kommentierende/r” häuft, frage ich mich, wie du darauf kommst, @Fabian.
    Hast du Zugriff auf die Logfiles? Oder kannst du gar die E-Mails etc. der Einträge sehen?
    Just curious.
    /Offtopix

    Antworten
  44. 14. Januar 2009, 14:01 Uhr, von Frankreich denkt, Deutschland handelt bei ecolot - Wirtschaft erlesen
    094

    [...] ihrem Blog geht die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel der Frage nach, ob die Finanzkrise ein Beleg für [...]

    Antworten
  45. 14. Januar 2009, 14:18 Uhr, von Ramona
    095

    @Dowanda, für mich war eigentlich klar, das Ackermann nur eine Verschleierungspolitik gefahren hat. Ich hätte nur nicht gedacht, dass die Verluste so hoch sind.

    @Fabian, ehrlich, ich hatte mich gefreut, als Du wieder im Blog aufgetaucht bist. Aber zum wiederholten Mal haust Du hier wie wild und in einer sehr aggressiven Weise um Dich. Warum?

    Antworten
  46. 14. Januar 2009, 14:19 Uhr, von Dowanda
    096

    @irgendeine Userin
    Wer macht das Fernsehen? Ich glaube vor allem Betriebswirtschaftler. Ausser arte und 3sat und ein paar noch unbedeutenderen öffentlich-rechtlichen Spartenkanälen fällt mir kein frei empfangbarer Sender ein, der nicht Qualitätsfernsehen in verschiedenen Zeitfenstern durch Zielgruppenpolitik mit dumpfem Programm zur besten Sendezeit ersetzt hätte.

    Antworten
  47. 14. Januar 2009, 14:28 Uhr, von irgendeine Userin
    097

    @Dowanda
    q.e.d. ;-)
    War eine rhethorische Frage.

    Ich finde, gute Sendungen sollten ins Internet gebracht werden. Möglichst so, dass sie immer dann abgerufen werden können, wann mensch es will.
    Das macht dann Spaß.

    Ansonsten.
    Bevor ich mich müde vor die Glotze hänge und switche, switche, switche, gehe ich lieber mit einem guten (Hör-)Buch ins Bett. :-)

    Antworten
  48. 14. Januar 2009, 14:39 Uhr, von Fabian
    098

    Susanne, das mit der Identifikations ist völliger Quatsch – auch nix für Ungut. Ich will nicht mal mehr Masse sein.

    Antworten
  49. 14. Januar 2009, 14:55 Uhr, von Dowanda
    099

    @Fabian
    Wir sind alle Masse. Wir werden geboren und wir sterben. Das was dazwischen liegt ist mal mehr oder weniger fremdgesteuert. Und mehr oder weniger aufregend. Abheben können wir uns durch die Fähigkeit uns auf Menschen/Gedanken/Dinge einzulassen und indem wir das Erlebte für uns Übersetzen. Nur so findet meiner Ansicht nach Entwicklung statt.
    Aber selten dadurch indem wir auf- und abhüpfen und hoffen, dass wir möglichst viel Licht erwischen.

    Antworten
  50. 14. Januar 2009, 15:12 Uhr, von Noisa
    0100

    OT: @Fabian, ich wundere mich auch. Sag mal, bist Du ein Hackerin, die mit ihren besonderen Kenntnissen die Blogospähre etwas aufmischen will? ;)

    Das war nur kurz was aus dem OFF – bye. :)

    Antworten


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