MM_Maupassant
Zu den Kommentaren
20. Januar 2009, 10:02 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Warten auf uns selbst

Wenn Barack Obama heute als 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt wird, hat sich etwas geändert. Die Selbstbeobachtung und Selbstreflexion der Amerikaner hat sich gewandelt zu einem anderen Selbstbewusstsein, nicht strotzend, nicht prahlend und in Ignoranz der Folgen des eigenen Handelns für die Welt, wie es in den acht Jahren der Bush-Regierung leider oft der Fall und manchmal die Regel war. Amerika befragt sich selbst, welche Rolle das Land in der Welt spielen muss, wie die inneren Gräben im Land überwunden werden können, wie es gelingen könnte, einen neuen Anlauf zu nehmen.

Ein Freund aus New York, Geschäftsmann und kein Träumer, schreibt mir, was er von Obama erwartet: “He seems determined to create comity and to appeal to the higher instincts of all, while taking the hard actions necessary to deal with political hacks, cynics and the selfish. A morality play of sorts is unfolding, in which the US, to me, is enjoying a sense of possible moral renewal and of convergence to some useful sense of unity and honorable purpose.”

Das klingt, als sei der Retter zur Erde gekommen die Welt zu erneuern. Vielleicht lässt sich die Begeisterung für Obama in zweierlei Hinsicht erklären: Sie könnte aus Naivität und überhöhten Erwartungen resultieren. Sie könnte aber auch aus einem Hunger nach einer Persönlichkeit mit klarer Position und gleichzeitiger Integrationsfähigkeit resultieren, der in den vergangenen Jahren einfach zu groß geworden ist. “Am I an idealist or do I fall prey to wishful thinking?”, schreibt mein New Yorker Freund. “If so, then I have hundreds of millions as company!”

Dazu gehören nicht nur, aber auch die Schwarzen, die in Obama den Beginn einer neuen Zeit sehen, in der Amerika jenseits der Rassengrenzen verbunden ist und sich als ein Land mit einem Volk versteht: das Ende des weißen Amerika. Henry Louis Gates Jr., Chair des Department for Afro-American Studies in Harvard, hat in einem wunderbar erzählten, humorvollen Buch seine eigene Lebensgeschichte beschrieben. Sie ist Teil einer größeren Geschichte der “Colored People“.

Am Tag nach der Wahl Barack Obamas schreibt er: “We have all heard stories about those few magical transformative moments in African American history, extraordinary ritual occasions through which the geographically and socially diverse black community-a nation within a nation, really-molds itself into one united body, determined to achieve one great social purpose and to bear witness to the process by which this grand achievement occurs. (…) But we have never seen anything like we witnessed last night. Nothing could have prepared any of us for the eruption (and, yes, that is the word) of spontaneous celebration that manifested itself in black homes, gathering places, and the streets of our communities when Sen. Barack Obama was declared President-elect Obama. (…) How does that make me feel? Like I’ve always imagined my father and his friends felt back in 1938, on the day that Joe Louis knocked out Max Schmeling. But ten thousand times better than that. All I can say is ‘Amazing Grace! How sweet the sound’.”

Es wird nicht immer beim süßen Klang bleiben, das wissen alle und an aller erster Stelle Obama selbst? Er hat immer wieder darauf hingewiesen, dass er nicht alle Hoffnungen wird erfüllen können, dass es Meinungsverschiedenheiten geben wird und er manche Menschen enttäuschen wird. In der Rede, die Obama am 5. Februar 2008, dem Super Tuesday, in Chicago gehalten hat, offenbart sich in einem Satz, wie er diese Verbindung von Erwartung und Enttäuschung sieht: “We are the ones we’ve been waiting for.”

Wenn man auf sich selbst warten muss, um etwas zu verändern, weiß man, dass nur man selbst dieses Warten erlösen kann. Wer sich selbst am Bahnhof abholt, trifft auf niemanden anderen als den Menschen, der er ist und immer schon war. Wenn dieser Mensch dann mit neuem Elan und neuen Ideen aus dem Zug steigt, kann er dennoch einen Unterschied machen. 

 

 

 

82 Reaktionen

  1. 20. Januar 2009, 10:18 Uhr, von Miranda
    01

    Schöne letzte Worte…

    Wer sich selbst am Bahnhof abholt, trifft auf niemanden anderen als den Menschen, der er ist und immer schon war. Wenn dieser Mensch dann mit neuem Elan und neuen Ideen aus dem Zug steigt, kann er dennoch einen Unterschied machen.

    Ich glaube fest daran das jeder einzeln etwas dafür tun kann Dinge positiv zu verändern und Positive Stimmung führt zu viel Energie und Obama hat dass jetzt schon im Vorfeld bewirkt dass sich viele darüber freuen.
    Klar ist dass er kein Heilbringer sein kann und wird, aber die Veränderung wird neue Blickwinkel auf tun und den Blick mal zu verändern wird schon viel bringen.
    ich bin sehr froh dass die Ära Bush zu Ende geht.
    Ich wünsch mir dass der Idealismus der Menschen und der Glaube an den Neuanfang ein Signal setzen wird um endlich von der Unkenrufen mal wegzukommen und mal zur Abwechslung uns mal wieder positive Nachrichten bringen wird ( zumindestens für heute…)
    so lasst uns heute alle mal mit Elan und neuen Ideen in den Zug steigen..

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  2. 20. Januar 2009, 10:30 Uhr, von Maria Marin Arslan
    02

    Barack Obama – “Der Mann ohne Milieu”….Was wäre denn die Alternative zur Hybridität? Es wäre die Verarmung…aus interpersonal wird intrapersonal…

    Barack Obama ist ein kosmopolitischer Manager, ein überlegener Mischling…DEAR MR. PRESIDENT…NOW IT´S ON YOU TO ROCK/CHANGE US….

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  3. 20. Januar 2009, 11:24 Uhr, von Noisa
    03

    160 Millionen Dollar soll die Amtseinführung von Obama die amerikanischen Steuerzahler kosten. Das ist `Party´ pur. Ich hoffe, dass den Feierlichkeiten bald sinnvolle Taten folgen – und ich bin für Obama.

    “DEAR MR. PRESIDENT…NOW IT´S ON YOU TO ROCK/CHANGE US…�
    @Maria Marin Arslan, brauchen wir Obama, um uns zu ändern? Eigentlich nicht. Im kleinsten Umfeld kann jeder Einzelne grundsätzlich was bewirken. Die Probleme, die die Welt derzeit beschäftigen, sind bekannt. Aber er wird Impulse geben, die uns nachdenklich machen. Ob seine Politik zukünftig in allen Bereichen sinnvoll ist, ist eine andere Frage. I hope – yes, he can.

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  4. 20. Januar 2009, 11:28 Uhr, von Janna
    04

    Wieder einmal fällt mir spontan “Warten auf Godot” ein, wahlweise auch warten auf den Messias, den Heilsbringer etc.
    So sehr ich mir eine positivere Grundeinstellung vieler Deutscher oft wünsche, irritiert mich die Massenbegeisterung in den USA dennoch. Die bedingungslose Hingabe und die großen Erwartungen machen mir Angst, wer hoch fliegt, kann tief fallen.
    Was wird wohl passieren, wenn die Mehrheit realisiert, daß Obama auch nur ein Mensch und die Interessenvertretungen der Wirtschaft, mit denen sich politisch so schnell nichts ändern läßt, immer noch vorhanden sind ?
    Gleichzeitig bin ich mir sicher, daß wir dieses Phänomen hier auch in 100 Jahren nicht erleben werden, da kann kommen wer will- wir Deutschen neigen halt eher zur pessimistischen Grundeinstellung. Ist das nun schade oder beruhigend ? Ich weiß es nicht, der Mittelweg wäre wohl -wie so oft- das Maß der Dinge. Das nun so ein Bohei um die Amtseinführung gemacht wird- nun ja, wir werden sehen, was es bringt.

    Antworten
  5. 20. Januar 2009, 11:30 Uhr, von Lizzy
    05

    Jeder, fast jeder, hat diesen Tag herbeigesehnt. Wie heißt es sinngemäß in den Medien: Warten wir ab, wenn Obama im Amt ist, dann …
    Aber der letzte Satz aus MM’s Posting trifft des Pudels Kern. “Wenn dieser Mensch dann mit neuem Elan und neuen Ideen aus dem Zug steigt, kann er dennoch einen Unterschied machen.”
    Ich habe ein wenig Angst, dass der Großteil der Welt aus dem Zug steigt, sich zurück lehnt und auf Obama wartet.

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  6. 20. Januar 2009, 11:48 Uhr, von Chris
    06

    Wie und wozu soll man “Warten” einlösen??

    Antworten
  7. 20. Januar 2009, 12:07 Uhr, von Walter
    07

    Aus der Rede in Chicago, IL | February 05, 2008:
    ‘You see, the challenges we face will not be solved with one meeting in one night. Change will not come if we wait for some other person or some other time.

    We are the ones we’ve been waiting for. We are the change that we seek. We are the hope of those boys who have little; who’ve been told that they cannot have what they dream; that they cannot be what they imagine.’

    Barack Obama konfrontiert uns mit unserer eigenen Phantasie und unserer Hoffnung. Durch seine Beschwörung menschlicher Ideale und einer besseren Zukunft fordert er uns alle zu einer persönlichen Stellungnahme heraus. Er hält uns seinen Spiegel vor- aber wir sehen uns, in der Weise wie wir uns selbst sehen wollen.
    Barack Obama ist nicht der Messias, der die Welt für ein Jenseits rettet, doch er sieht sich sehr wohl als ein Führer für die ganze Welt in eine bessere Zukunft.
    Ins gegenwärtige Deutschland lässt sich diese Begeisterung nur schwer projizieren, Hoffnung und Begeisterung sind keine Werkzeuge und Ziele des derzeitigen Diskurses in unserem Land, wie auch die Wahl in Hessen wieder zeigte. Wir wehren uns auch gegen eine Vereinfachung der Welt und sind in unserem Pessimismus und unserer erlernten- erfahrenen?- Skepsis befangen.
    Dies ist sicher auch eine Lehre aus unserer eigenen Geschichte des letzten Jahrhunderts, als Begeisterung und Appell an die Massen zentraler Teil der politischen Propaganda waren.
    Vielleicht sollten wir uns den Spiegel Barack Obamas gerade auch deswegen vorhalten lassen, uns darauf einlassen und es wagen unsere Hoffnungen und Ängste direkt wahrzunehmen- ohne die routinemäßige Distanz und den geschäftsmäßigen Zynismus des Alltags.

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  8. 20. Januar 2009, 13:02 Uhr, von nikovu
    08

    vielleicht sollten wir ihm die üblichen 100 tage amtszeit lassen und dann haben wir schon mal einen ersten eindruck von seiner amtsführung. das ist jetzt sehr nüchtern, aber der mann wird so vollgestopft mit erwartungen, wie soll er die alle erfüllen können?!

    Antworten
  9. 20. Januar 2009, 13:10 Uhr, von Maria Marin Arslan
    09

    @Noisa

    Liebe Noisa, unsere Philosophie, Religion und unser Mythos liegt Erzählungen zugrunde, in denen sich eine Kultur gemeisam Sinnstrukturen schafft, in die einzelne Subjekte (ob nun Du oder ich, ob nun bewusst oder unbewusst) ihre Selbstnarration einbetten können.

    Ich setzte voraus, dass in jeder Gesellschaft die Produktion des Diskurses zugleich kontrolliert, selektiert, organisiert und kanalisiert wird – und zwar durch gewisse Prozeduren, deren Aufgabe es ist, die Kräfte und die Gefahren des Diskurses zu bändigen, sein unberechenbar Ereignishaftes zu bannen, seine schwere und bedrohliche Materialität zu bannen. (Michael Foucault, “Die Ordnung des Diskurses”).

    Man muss aufhören, die Wirkungen der Macht immer negativ zu beschreiben, als ob sie nur “ausschließen” , “unterdrücken” , “verdrängen” , “zensieren” , “abstrahieren” , “maskieren” , “verschleiern” würde. In Wirklichkeit ist die Macht produktiv; und sie produziert Wirkliches. Sie produziert Gegenstandsbereiche und Wahrheitsrituale: das Individuum und seine Erkenntnis sind Ergebnisse dieser Produktion. (Michel Foucault, “Überwachen und Strafen”)

    Verstehst Du nun, was ich damit meine, wenn ich sage “DEAR MR. PRESIDENT….NOW IT´S ON YOU TO ROCK/CHANGE US”…ich glaube in diesem Mann steckt soviel Potenzial, dass er dazu in der Lage ist, uns in unserer Individualität zu bekräftigen…Auch er wird erst einmal mit globalen Zieldefinierungen und damit jederzeit dekonstruierbaren Meta-Erzählungen versuchen, uns einzufangen, uns zu beschwichtigen…seine Zielsetzungen – lausche doch nur hin – sind so weitgefechert, dass Du letztlich doch eigentlich wieder am Anfang stehst und Dich fragen musst, was nun “GECHANGED” wird…”CHANGE”…ein schönes Schlagwort…und was bedeutet es? Nichts als die Begierde nach dem Sieg einer weiteren Wahlkampagne, da nur dann ein “CHANGE” möglich ist….

    Nur wenn wir – wie Du auch so schön sagst liebe Noisa – stark genug sind, sein Vorhaben und seine Erzählungen bis zum Ground Zero zu durchblicken und einzubeziehen, was er zu kaschieren versucht, handelt es sich um eine Seilschaft, aus der Du und ich, alle anderen und auch ein Obama Vorteile genießen kann, weil er erkennt, dass wir neues Futter (neue Meta-Erzählungen) brauchen…

    Er hats drauf…keine Frage, aber auch er wird sich zu gegebener Zeit und zu gegebenem Themendiskurs als ein großer Geschichtenerzähler entlarven…und hier sind nun wir gefragt liebe Noisa…ist er so gut, dass wir beruhigt einschlafen oder bleiben wir wach und hinterfragen das Ende?

    Antworten
  10. 20. Januar 2009, 14:44 Uhr, von Noisa
    010

    Liebe @Maria Marin, Danke, dass Du Deine – von Foucault inspiriert – philosophischen Gedanken detailliert mitteilst. :)

    Lass uns wach bleiben und nicht nach der Obama-Party einen Rausch ausschlafen, dessen Wirkung wir erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilen können!

    Obama ist nur ein Mensch, der vermutlich das Leben kennt, Diskriminierungen erfahren hat, dessen Kernaussage darin besteht, dass alle Menschen gleich sind; einer, der beabsichtigt, Konflikte über Gespräche zu lösen. Das macht ihn mir sympathisch. Wie hier von @Janna ausgeführt wurde, wissen wir nicht, welchen Einfluss die Wirtschaftslobby auf seine Politik haben wird. Ja, liebe Maria Marin, `Macht´ kann die Wirklichkeit positiv verändern, wenn die `Mächtigen´ nicht für sich, sondern für alle Bürger gleichermaßen eintreten. (Da könnten unsere Politiker von lernen. Aber Frau Dr. Merkel gibt Obama derzeit Tipps…)

    Antworten
  11. 20. Januar 2009, 15:24 Uhr, von Walter
    011

    ‘aber der mann wird so vollgestopft mit erwartungen, wie soll er die alle erfüllen können?!’
    (nikovu am 20. Januar 2009 um 13:02 Uhr)

    Er stopft uns voll: Hope. Change. Yes. we can.

    Es ist nicht sein Problem sondern unseres, wenn wir nicht mithalten können. Seine Botschjaft lautet ja gerade: Ihr könnt Euch nur selbst helfen, wenn ihr es wirklich wollt.
    Er kann nicht mehr scheitern, denn er hat schon alles erreicht. Aber wir können scheitern bei dem Versuch, unser Bild der Welt zu verändern und damit die Welt selbst. Oder aber wir versuchen es gar nicht erst. Doch dann bleibt auch nichts wie es ist. Wir können nicht mehr zurück, die Hoffnung ist wieder in der Welt. Und die hat sie bitter nötig.
    Abwarten gilt nicht?

    Antworten
  12. 20. Januar 2009, 15:28 Uhr, von Janna
    012

    Nett formuliert finde ich ja den Absatz mit dem Bahnhof und dem Zug. Man darf die Metapher halt nur nicht auf die DB anwenden, denn da steigt man (also ich zumindest) selten mit neuem Elan und neuen Ideen aus dem Zug, sondern eher genervt…

    Antworten
  13. 20. Januar 2009, 15:38 Uhr, von Maria
    013

    In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten fehlt mir irgendwie das Verständnis für 75 Millionen Dollar oder mehr für die Amtseinführung Obamas.

    Hier hätte er ein Zeichen setzen können.Mehr Bescheidenheit und weniger Prunk.

    Antworten
  14. 20. Januar 2009, 15:53 Uhr, von Walter
    014

    Er ist schon bescheiden, aber Amerika ist stolz. Die Nation will sich feiern, nicht Barack Obama.

    Antworten
  15. 20. Januar 2009, 15:55 Uhr, von Noisa
    015
    Antworten
  16. 20. Januar 2009, 16:01 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    016

    @ Maria

    Diese Passage spricht mir aus der Seele!
    Gemäss dem Motto:

    “Weniger ist mehr!”

    Ansonsten wird es spannend sein zu beobachten, wie der 44. Präsident der Vereinigten Staaten, die grossen Probleme angehen wird….

    @ nikovu

    Die Aussage/Feststellung, auf die ersten 100 Tage zu warten, finde ich nur fair!
    Bildlich gesprochen müsste Obama schon lange “erschlagen/erdrückt” sein, angesichts der massiven Probleme der USA…

    Spannend wird es in jedem Fall und nicht immer zur Zufriedenheit/Freude aller!

    Andrea K. Kiefer

    Antworten
  17. 20. Januar 2009, 16:05 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    017

    @ Walter

    Gewiss sind die Amerikaner stolz auf Barack Obama!
    Aber, ist die Summe wirklich angemessen Walter?

    Schönen Nachmittag/Abend, vielleicht vor dem TV-Gerät und der LIVE-Übertragung zur Amtseinführung des 44. Präsidenten!?

    Andrea K. Kiefer

    Antworten
  18. 20. Januar 2009, 16:23 Uhr, von Miranda
    018

    @Andrea

    scheint in Zürich die Sonne ?

    Liebe Grüße
    Miranda

    Antworten
  19. 20. Januar 2009, 17:19 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    019

    @ Miranda

    Hallo!
    Nein, furchtbares Schmuddelwetter in Zürich….
    Ich freue mich auf den Frühling und die angenehme Wärme….
    Und auf die Sonne von Kreta…..

    Ausserdem darauf, was Herr Obama in Zukunft tun wird!?
    Wird er auch nahen Osten vermitteln können???

    Einen schönen und gemütlichen Abend nach FFM,

    Grüessli aus Züri,

    Andrea.

    Antworten
  20. 20. Januar 2009, 17:26 Uhr, von Mesm
    020

    This inauguration ceremony is a political show, no doubt about that, but it´s also a celebration of democracy. I don’t care if the sensible thing is to be sceptical; I just want to enjoy the moment.
    I want to enjoy, that there might be some kind of hope for a better and more peaceful world.
    That the American “people� maybe once again can be someone I look up to and not somebody I first and foremost think of as isolationistic and imperialistic.
    I want to believe that the new president of the United States is “a good� and intelligent man that can actually make a difference ;-)

    Antworten
  21. 20. Januar 2009, 19:02 Uhr, von Walter
    021

    ‘Gewiss sind die Amerikaner stolz auf Barack Obama!
    Aber, ist die Summe wirklich angemessen Walter?’
    (Andrea Katharina Kiefer um 16:05 Uhr)
    Wenn ich die Bilder aus Washington sehe- Ja. Das sind Momente, die einen Unterschied bewirken und das Bewusstsein der Menschen verändern, auch Momente, die in der Erinnerung weiterleben.
    Ein Teil des Kosten ist auch für die Sicherheit- das ist so in dieser Welt. Ideale und Menschen, die sie in führender Position vertreten sind aber auch kostbar für eine Gemeinschaft und sollten beschützt werden.

    Zur Rede: Erinnerungen aus der Geschichte an harte Zeiten in höchster Not. Ein sehr hoher Anspruch und die Besinnung auf die traditionellen Werte Glaube, Verantwortung und Loyalität.
    Es wird nicht leicht werden für die USA, diesen Vorgaben nachzukommen und diesen Idealen gerecht zu werden.
    Es sollte auch Nachsicht geben für ein Scheitern trotz guten Willens und Raum für Milde und Barmherzigkeit. Dies alles kann man doch auch lernen in der Southside von Chicago. (nytimes.com/2008/05/11/us/politics/11chicago.html)

    Antworten
  22. 20. Januar 2009, 19:09 Uhr, von Janna
    022

    Respekt, die Rede fand ich wirklich gut, sie hat nachdenklich gestimmt und dennoch Mut gemacht.

    Antworten
  23. 20. Januar 2009, 19:18 Uhr, von Miranda
    023

    @Andrea

    Bei uns schien heute die Sonne und bin sogar Punkt sechs zuhause gewesen um mir den Amtseid live anzuschauen, habe ich zuletzt bei Clinton gemacht…
    war ja eig. für Hillary aber die Rede hat mir sehr imponiert, er hat den Kern angesprochen und Pathos weggelassen..
    Der Nahe Osten, ich weiß nicht ob Oboma da vermitteln kann, die Ursprünge liegen in der Gründung…man kann nicht von oben herab bestimmen dass ein Volk ein Land erhält und gleichzeitig anderen das Land wegnehmen und zulassen dass so Mauern entstehen die unüberbrückbar scheinen…hatte unter Clinton Hoffnung aber mit der Ermordung von Rabin ging der Funke des Friedens den ich damals verspürt habe für mich wieder vorbei…ein sehr schwieriges Thema, da der Hass so tief sitzt…da wäre es nur zu wünschen dass Frieden greifen könnte auf beiden Seiten…
    Da kann man nur hoffen dass der Frühling neue Hoffnung bringt…ich freu mich im Frühling auf die Toskana und darauf in Lucca Espresso zu trinken…

    Antworten
  24. 20. Januar 2009, 19:33 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    024

    @ Walter

    Danke für Ihre Gedanken und Ausführungen!
    So gelesen sind sie nachvollziehbarer bzw. sind sie eine gute Begründung!

    Was mich während des gesamten Procederes immer wieder beschäftigt hat, ist die Frage:
    Wie sicher ist der 44. Präsident, ein Afro-Amerikaner?
    Wenn wir schon von Sicherheit sprechen.
    Irgendwo habe ich immer dieses “flaue Gefühl”……
    Ich wünsche ihm, dass er seine Amtszeit gut übersteht und viel bewegen kann, auch wenn 4 Jahre dafür sehr kurz sein werden.

    Die Feierlichkeiten waren mehr als eindrücklich und eine feine “Gänsehaut” überkam mich hier und da, ob der 2 Millionen Menschen (+/-).

    Einen schönen Abend aus Zürich,

    Andrea K. Kiefer

    Antworten
  25. 20. Januar 2009, 19:50 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    025

    @ Miranda

    Neid, nur auf die Sonne natürlich!
    Man bekommt ja schier eine Depression bei diesem Wetter und der sich zeigenden Tristesse….

    So, Toskana!
    Auch nicht schlecht!
    Espresso ist immer eine feine Sache……
    Geniesse ihn in der Schweiz sehr oft, weil eine entsprechend gute Kaffeemaschine in der Küche steht…;-)
    Ich weiss gar nicht mehr recht, wie Filterkaffee schmeckt……:-))

    Zur Politik.
    Es war ja sehr beeindruckend und emotional!
    Inhaltlich sehr ansprechend!
    – Vor allem staune ich jedes Mal, wie er sich diese lange Reden “behalten” kann, ein Script scheint er nicht zu benötigen. -
    Zunächst wird er im eigenen Land “grossen Hausputz” machen müssen, dann an den Schauplätzen im Irak und Afghanistan…..
    Mit dem Nahen Osten bleibt es spannend, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass er zumindest positive “Denkanstösse” geben kann???

    Es wird genauso spannend, wie im schönen Hessenland……

    Noch einen guten Abend nach Hessen, einen sonnigen Mittwoch und bis demnächst,

    Andrea ;-)

    Antworten
  26. 20. Januar 2009, 19:52 Uhr, von Miriam Meckel
    026

    Obama war wahnsinnig ernst. Eine Rede zur Einstimmung auf schwierige Zeiten und “a new era of responsibility”. Da hat Bush ziemlich sparsam geguckt …

    Antworten
  27. 20. Januar 2009, 20:05 Uhr, von Anja
    027

    Danke, dass ich Bahnhof und Zug nun mal mit etwas positiven in Verbindung bringen kann;-)

    Habe den Amtseid von Barack Obama im Autoradio gehört und ich hatte schon Gänsehaut dabei. Vorallem, als sich Obama zu Beginn verhaspelt hat und nicht mehr weiter wußte. Ich dachte, er ist auch nur ein Mensch, wenn auch ein sehr faszinierender!!
    Ein PR Berater hätte diese Sitaution nicht besser vorgeben können: “Barack, Du bist der souveränste, intelligenteste, vertrauenswürdigste und rhetorisch geschickteste Mensch, der mir jemals begegnet ist. Verhaspel Dich bei Deinem Eid und die Welt wird Dich noch mehr lieben!!!” – Thank you;-)

    Antworten
  28. 20. Januar 2009, 20:06 Uhr, von Miranda
    028

    @MM

    ja sparsam aber ich glaube er kam da auch geistig nicht mit…dass hätte ja Nachdenken bedeutet und ich glaube das hat er sich abgewöhnt…sonst hätte er vielleicht jetzt Schlafprobleme im Ruhestand…

    Antworten
  29. 20. Januar 2009, 20:10 Uhr, von Miranda
    029

    Abschiedssong für jemand dem ich keine Träne nachweinen werde

    “Dear Mr. EX President”
    (feat. Indigo Girls)

    Dear Mr. President,
    Come take a walk with me.
    Let’s pretend we’re just two people and
    You’re not better than me.
    I’d like to ask you some questions if we can speak honestly.

    What do you feel when you see all the homeless on the street?
    Who do you pray for at night before you go to sleep?
    What do you feel when you look in the mirror?
    Are you proud?

    How do you sleep while the rest of us cry?
    How do you dream when a mother has no chance to say goodbye?
    How do you walk with your head held high?
    Can you even look me in the eye
    And tell me why?

    Dear Mr. President,
    Were you a lonely boy?
    Are you a lonely boy?
    Are you a lonely boy?
    How can you say
    No child is left behind?
    We’re not dumb and we’re not blind.
    They’re all sitting in your cells
    While you pave the road to hell.

    What kind of father would take his own daughter’s rights away?
    And what kind of father might hate his own daughter if she were gay?
    I can only imagine what the first lady has to say
    You’ve come a long way from whiskey and cocaine.

    How do you sleep while the rest of us cry?
    How do you dream when a mother has no chance to say goodbye?
    How do you walk with your head held high?
    Can you even look me in the eye?

    Let me tell you ’bout hard work
    Minimum wage with a baby on the way
    Let me tell you ’bout hard work
    Rebuilding your house after the bombs took them away
    Let me tell you ’bout hard work
    Building a bed out of a cardboard box
    Let me tell you ’bout hard work
    Hard work
    Hard work
    You don’t know nothing ’bout hard work
    Hard work
    Hard work
    Oh

    How do you sleep at night?
    How do you walk with your head held high?
    Dear Mr. President,
    You’d never take a walk with me.
    Would you?

    Antworten
  30. 20. Januar 2009, 20:11 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    030

    @ MM

    Sehr trefflich!
    Aber ich glaube, dass mir noch niemand begegnet ist, der so wenig selbstkritisch war/ist……

    @ Miranda

    Ui, lese ich da eine kleine “zynische” Note zwischen den Zeilen…..???

    Antworten
  31. 20. Januar 2009, 20:17 Uhr, von Miranda
    031

    @Andrea…

    hatte gerade Besuch von meiner Freundin aus der Toskana…und vermiss sie und ihre sonnige Seite sehr…und geniess es jedesmal wenn ich mir ihren mitgebrachten Espresso aufbrühe…ein Stück Italien in der Post Christmas Tannenbaum Wegwerf Stimmung…
    Liebe Grüße in die Schweiz..

    leider find es die hessischen Verhältnisse gar nicht gut.mir wurde gerade heute klar dass wir jetzt schon 10 Jahre mit Koch als MP verbringen und jetzt weitere 5 Jahre…das ist ja fast wie bei Kohl…

    Antworten
  32. 20. Januar 2009, 20:33 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    032

    @ Miranda

    Ja, liebe Menschen prägen unser Sein und das ist gut so!
    Wir vermissen sie, wenn sie nicht mehr da sind und auch das ist gut so!
    Wir pflegen dann die Freundschaft/Beziehung besser….
    Leider, und das ist nicht immer gut so, hinterlassen sie eine gewisse Leere, wenn sie uns verlassen haben….
    Und diese Leere ist in der Regel schlechter zu ertragen, wenn die äusserlichen Vorzeichen eher trist erscheinen…
    Gut, gibt es dann das Aroma, das die ganze Wohnung erfüllt – Espresso -
    Und unsere Gedanken schweifen ab und bringen uns (vielleicht/bestimmt) zum Träumen….

    Die Realität holt uns dann jedoch wieder ein, wenn wir uns den immer etwas biederen Roland Koch vor Augen halten……
    Miranda, da muss Frau und Hessen durch.
    Vielleicht wird die SPD mit TSG jetzt mal über die Bücher gehen und sich besinnen.
    Politik für die BürgerInnen zu machen, vielleicht gehen dann auch wieder mehr zur nächsten Lantagswahl!!!!!!!!!

    Ciao, junge Frau, bin jetzt mal für eine Weile weg.
    BELLA BLOCK wartet, als Aufnahme vom Samstag und Montag!!!!

    Liebe Grüsse und bis bald, geniesse den Espresso… ;-)

    Antworten
  33. 20. Januar 2009, 20:34 Uhr, von Anja
    033

    ja, seine Rede war ein ernster Blick in die Zukunft und gleichzeitig eine Abrechnung mit einer verantwortungslosen Bush Regierung.
    Rückbesinnung auf Werte in schwierigen Zeiten, ich bin gespannt und neugierig zugleich.

    Antworten
  34. 20. Januar 2009, 20:53 Uhr, von Dana
    034

    “Wenn man auf sich selbst warten muss …….. einen Unterschied machen.”
    Um als “anderer” Mensch aus dem Zug zu steigen bedarf es der Inspiration und evtl. auch ideeller Hilfe von Außenstehenden. Ohne diese Denkanstöße kann das Warten auf sich selbst zu einer Erstarrung führen.

    So ist es auch im Großen. Barack Obama hat mit Sicherheit Visionen, die von der Mehrheit der Bevölkerung der USA (und nicht nur dort) befürwortet werden. Zur Umsetzung seiner Ziele ist die Mitarbeit aller Bevölkerungsschichten (und der Wirtschaft) erforderlich. Da man nicht allen Interessengruppen/Wirtschaftszweigen/Bevölkerungsschichten gleichzeitig gerecht werden kann, sind Probleme, die sich daraus ergeben schon vorprogrammiert, zumal eine große Anzahl von Menschen glaubt, dass es einen schnellen Wandel geben wird. Wandel ja, aber in wirtschaftlicher Hinsicht wird so schnell keine positive Entwicklung zu erwarten sein.
    Ich gebe noch zu bedenken, dass nicht alle Obama gewählt haben und aus diesen Bevölkerungskreisen wird er mit entsprechendem “Gegenwind” zu rechnen haben.
    Aber ich will nicht alles so pessimistisch sehen, sondern hoffen, dass Obama seine Ziele erreichen kann.

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  35. 20. Januar 2009, 21:00 Uhr, von Walter
    035

    George w. Bush ist schon Geschichte bevor er in Dallas angekommen ist. Das hat er Barack Obama zu verdanken.
    Noch deutlicher kann ein Wechsel kaum ausfallen.
    So schlimm es auch bisher war, heute war George Bush ein kleiner älterer, unbedeutender Mann, der das große Glück hatte, aus nächster Nähe einen historischen Moment mitzuerleben.
    Es schien mir, als habe er dies verstanden.
    Die ganze Welt scheint sich nach einem Neuanfang zu sehnen. Auch Nicolas Sarkozy kann kaum noch erwarten, dass Barack Obama die Welt verändert. Er möchte kräftig dabei helfen. Angela Merkel scheint froh und zuversichtlich. Sogar (?) sie hat sich augenscheinlich von der weltumspannenden Hoffnung anstecken lassen.
    Vielleicht ändert sich wirklich die globale Politik wenn einer den Ton angibt und das Tempo?

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  36. 20. Januar 2009, 21:16 Uhr, von g.emiks
    036

    hoffen wir, daß er die feuer löscht, die amerikas bushbrandstifter mutwillig in allen ecken der welt gelegt hat.

    http://gemiks.twoday.net/20090120

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  37. 20. Januar 2009, 22:14 Uhr, von Petra
    037

    Die Obama – Euphorie ist im Tagestrubel beinahe untergegangen. So musste ich mir seine Rede zum Amtsantritt im Internet „nachträglich“ anhören. 19 Minuten lang hat mich dieser Mann mit seinen Worten beeindruckt. Er will wirklich etwas bewegen, er will vor allem die Menschen bewegen, wieder an sich zu glauben, an ihre Stärken und an ein friedliches Miteinander. Ich glaube, dass er es wirklich so meint. Nun muss er diese Worte mit Leben erfüllen und dem Vertrauensvorschuss von vielen Millionen Menschen gerecht werden. Aber auch diese Menschen müssen dem Vertrauensvorschuss von Obama gerecht werden. Denn er glaubt auch fest an sie. Er glaubt eben genau daran, dass jeder Einzelne „mit Elan und neuen Ideen aus dem Zug steigt“. Nur es müssen alle mithelfen. Wenn jeder an einer kleiner Stelle mit anfasst, dass lässt sich unsere Welt ganz leicht hochheben. Es muss eben nur einer „los“ rufen. Das könnte heute passiert sein.

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  38. 20. Januar 2009, 22:38 Uhr, von Noisa
    038

    Eine ganz tolle, aus meiner Sicht zutreffende Einschätzung, Petra.

    Antworten
  39. 20. Januar 2009, 22:59 Uhr, von na ich
    039

    “Seine Botschjaft lautet ja gerade: Ihr könnt Euch nur selbst helfen, wenn ihr es wirklich wollt.” (Walter 15:24)

    Obamas Botschaft hatte ich eher so aufgefaßt: “Ihr könnt Euch nur selbst helfen, wenn ihr dazu entschlossen seid und es wirklich selber angeht”. (Zwischen “wollen” und “entschlossen sein” liegen Welten :-) )

    In den USA oder war es England (oder habe ich dies geträumt?) gab es bereits vor Jahren eine Kampagne, die zu mehr Selbstverantwortung und Eigeninitiative der Bürger aufrief.
    Diese wurde dann in Deutschland kopiert unter dem Namen “Du bist Deutschland” (ungünstig war nur, dass es diesen Kampagnen-”Namen” bereits einmal in einem sehr unangenehmen geschichtsträchtigen Zusammenhang gab …).

    Wenngleich ich natürlich NICHT die “Deutschland, Du bist der Baum!” Kampagne mit der sagenhaft guten genial umgesetzten Kampagne eines Obama vergleichen will, so erinnere ich mich doch gerade eben an die deutsche Aktion aus 2005/2006. Als “neoliberal” wurde diese von einigen Kritikern bezeichnet. Interessant. Ob nun neoliberal oder nicht: Was sowohl in der Kampagne in D, besonders aber in der Kampagne Obamas bzw. in den Worten Obamas mitschwingt, ist klar: Die Verantwortung liegt nicht beim Staat (naja, in den USA war dies natürlich auch bislang nicht der Fall, …), sondern sie liegt bei jedem Einzelnen.

    Anders gesagt: “Ihr, das Volk, verlangt Veränderungen. Änderungen verlangen Opfer. IHR bringt die Opfer. Seid bereit dazu.”

    Antworten
  40. 20. Januar 2009, 22:59 Uhr, von Andrea-Eva
    040

    Prima Rede von Obama.

    toll fand ich das er doch seinem Volk sagte es wird Maßnahmen geben die werden Euch nicht gefallen.
    Da dachte ich die Hoffnung stirbt zuletzt, hoffentlich hat es genug Zeit seinen Worten Taten sprechen zu lassen. Hat er die Zeit wird er vielleicht doch manches zu einem guten Ende bringen.

    Antworten
  41. 20. Januar 2009, 22:59 Uhr, von na ich
    041

    Ob sich dieses Prinzip ausschließlich auf die USA beschränken wird, ist nicht sicher. Es ist auch nicht sicher, WIE diese Opfer aussehen könnten. Darüber lässt sich nur spekulieren. Auch, wie die Veränderungen aussehen werden. Vor allem, ob sie tatschlich kurz bis mittelfristig positiv (und “im Sinne des Volkes”) sein werden.

    Obama macht es natürlich richtig, das Volk so zu manipulieren. Genial, ich finde das aufrichtig bewundernswert. Weil das Volk authentisch bei der Sache ist. Unglaublich. Die Masse, voll dabei, bereit, endlich die Chance wahrzunehmen, aktiv das eigene Leben zu verändern, was auch immer es bedeute, das Leben anderer Menschen zu verändern, was auch immer es bedeute. Gestaltender Teil eines Ganzen zu sein. Im Strom mitzuschwimmen und nicht mehr länger Bestandteil eines zähen trägen Breis zu sein.

    Da wurde ein Ventil geöffnet, was lange eingerostet war, Energien freigesetzt, die sonst verdampft oder in etwas Unkontrollierbares geflossen wären. Da wurde ein Vakuum aufgelöst oder aber vielleicht sogar ein vor dem Platzen stehender Ballon von Luft befreit. Das Volk beschäftigt sich nun aktiv mit sich und dem eigenen Land und rückt dadurch zusammen.

    Dieses Näher-Aneinander-Rücken bereitet das Volk auch vor und macht es stark für harte Zeiten. Vielleicht gibt es sie nun doch nicht, die von einigen Menschen befürchteten zukünftigen Riots? Vielleicht gibt es weniger oder keine Ausschreitungen gegen Minderheiten in den USA? Naja, was weiß ich, meine Kristallkugel ist gerade ganz trübe. Da geht leider nichts, mit der Weissagerei.

    Nur eines läßt sich mit Bestimmtheit sagen: Wie hart es auch immer das Volk in den USA trifft, wie hart es auch immer für mit den USA befreundete Länder kommen mag, niemand kann jemals behaupten, er habe nichts davon gewußt, dass zur Anteilteilnahme an Veränderung das Bringen von Opfern durch einen selbst gehört.

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  42. 21. Januar 2009, 0:07 Uhr, von Walter
    042

    ‘Yes, we can’ sagt fast alles.

    Es ist ein Appell an die Solidarität angesichts eines Problems, das als gemeinsame Herausforderung gedeutet wird. Dieses Gemeinsschaftsgefühl bringt Saiten in uns zum Schwingen, die lange stumm waren- die eingerosteten Ventile verstehe ich ähnlich, na ich.
    Ob jetzt zwischen “wollenâ€? und “entschlossen seinâ€? Welten liegen, liegt im persönlichen Sprachgebrauch. Barack Obama macht solch einen Unterschied, soweit ich mich erinnere nicht.
    Wollen ist schon ein Tun- in Gedanken- sobald wir es ernst meinen und setzt das Bewusstsein voraus, dass aus diesem (gemeinsamen) Wollen auch gemeinsame Taten werden, die das beabsichtigte Ziel erreichen.
    Der erste Schritt ist daher ‘Yes, we can’, der das Bewusstsein verändert und damit die Voraussetzung für das Wollen schafft.
    Mit ‘Yes, we can’ bleibt die Botschaft nah am Konkreten, überlässt es aber uns selbst, ob wir wollen, das heißt handeln.
    Dies ist ebenso genial wie erfolgreich, denn es setzt unsere Person gleichzeitig als Beobachter und als Entscheider ein, gibt jeder und jedem die Hoheit (Souveränität) der eigenen Entscheidung- zu wollen oder nicht.
    Dies hat etwas sehr Verführerisches, kann aber auch einen starken Gruppendruck erzeugen, der möglicherweise unser Bewusstsein verändert.
    Barack Obama wird mit dieser Macht behutsam umgehen müssen, um nicht zu einem Manipulator von Gefühlen und Hoffnungen zu werden. Der Grat ist schmal.
    Er weiß dies wohl. Zumindest vertraue ich darauf.
    Vertrauen gegen Vertrauen.
    Seine Präsidentschaft beruht damit auf einem ungeschriebenen Vertrag: Macht gegen Hoffnung; Selbstbestimmung und Würde ohne Mißbrauch und Manipulation im Geist von Respekt und Toleranz. – Die Ideale der Aufklärung und der amerikanischen Verfassung.

    Wie formulierte Immanuel Kant:
    ‘Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.’

    Analog und in Kurzform: Yes, we can.

    Antworten
  43. 21. Januar 2009, 0:35 Uhr, von Philipp
    043

    @ na ich
    Was hast du denn geraucht? :-D
    Riot heißt übrigens auch Aufstand, von wegen “stand up”.
    Capice?

    Antworten
  44. 21. Januar 2009, 7:01 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    044

    @ Miranda

    Guten Morgen!
    Na, schon Espresso getrunken?

    Schönen Tag nach FFM!
    Hier soll es heute wieder etwas Schnee/Regen geben….:-)

    Trotzen wir diesen widrigen Bedingungen und lassen unsere eigene, innere Sonne strahlen…..

    Ciao, bis bald

    Andrea.

    P.S. In diesem Jahr stehen ja noch Bundestagswahlen an, unter anderem……
    Als noch “nicht eingebürgerte Deutsche”, könnte ich schriftlich daran teilnehmen…..
    Beim letzten Mal habe ich das getan, aber mal ehrlich, was bringt es mir, die ich seit 2001 hier lebe???
    Ich würde lieber bei den hiesigen Wahlen und Abstimmungsvorlagen mein Stimmrecht gebrauchen, aber leider, das geht erst nach der Einbürgerung und dafür benötigt man in der Regel 12 Jahre!
    Wenn dem Antrag auf Einbürgerung dann stattgegeben wird….
    Nicht so ganz einfach für mich, die ihr Wahlrecht/Stimmrecht immer wahrgenommen hat…..

    Also, nochmals einen schönen Tag….

    Grüessli Andrea

    Antworten
  45. 21. Januar 2009, 8:00 Uhr, von Miranda
    045

    @Andrea

    nein, im Moment trinke ich Tee, mag beides gerne.

    Ja die Schweizer sind da streng,möchtest du denn Schweizerin werden ?
    Ich finde man sollte in dem Land wählen dürfen in dem man lebt und arbeitet…
    Aber für die kommende Bundestagswahl würde ich dir dass sehr ans Herz legen deine Stimme zu benutzen und sie nicht verfallen zu lassen.
    Was macht für dich das Leben in der Schweiz aus im Vergleich zu Berlin und Hessen?

    Wünsche dir einen schönen Tag genau die Sonne haben wir im Herzen und noch zwei Monate dann ist Frühlingsanfang…

    Liebe Grüße aus Frankfurt nach Zürich !

    Miranda

    Antworten
  46. 21. Januar 2009, 8:02 Uhr, von Mesm
    046

    This is short, because I have a little longer posting lost somewhere in cyberspace but I guess it will eventually turn up, so…

    I liked the speech, it was great theatre, I cried – just like the night he won :-)
    Even today, the day after, I am still hopeful.

    Antworten
  47. 21. Januar 2009, 8:16 Uhr, von Mesm
    047
    Antworten
  48. 21. Januar 2009, 8:19 Uhr, von na ich
    048

    Guten Morgen, Walter :-))

    (jetzt ein schnelles Brainstormin´)

    Yes wie can: Dahinter steckt sprachliche (lautmalerische?) Power. Drei Worte, drei Silben. Bäng, bäng bäng. Eingängig, kantig, einfach. Einprägsam.
    Inhaltlich ist der Slogan jedoch völlig unkonkret. Jeder kann etwas. Was auch immer. Atmen, essen, wollen.

    CAN ist natürlich deutlich besser, neutraler und positiv (!) konnotiert als im Vergleich z.B. ein “should” oder “have to”.
    Außerdem fehlt dem CAN der Zeigefinger (den niemand mag) und wie Du bereits erwähnt hast: Das CAN bietet jedem an, sich freiwillig zu beteiligen oder nicht und gibt das Ausmaß der Beteiligung nicht vor. Ja, der Slogan ist wertvoll und motiviert.

    Wollen: Ein Beispiel, wie ich das Wollen sehe: Viele Menschen wollen nicht mehr rauchen, sind dazu aber nicht entschlossen und rauchen deswegen weiter.

    Sowohl beim “Können” als auch bei “Wollen” fehlt aber oftmals der entscheidende Schritt: Die Tat. Diese ist dem Entschluss inhärent.

    Dass in der Obama Kampagne das CAN zum ENTSCHLUSS wurde, ist sicherlich der Massenbewegung zu verdanken. Letztlich wiederum Obama starken Worten (Seine Reden finde ich brilliant).

    Natürlich kann durch gemeinschaftliche Arbeit das CAN und konkrete Ziele in die Tat umgesetzt werden. Voraussetzung ist das Bewusstsein, dass man etwas ändern kann und nicht apathisch in der Ecke liegen muss und “die da oben” machen lassen muss.

    Wobei noch abzuwarten ist, inwieweit “die da unten” tatsächlich Einfluss nehmen können auf Entscheidungen und Taten “von oben”.

    Aber ob das Ganze derzeit im Sinne der kantschen Aufklärung wie von Dir beschrieben stattfindet, das zweifle ich mal an. Nach Kants Definition sind die Menschen (die Masse!) immer noch selbstverschuldet unmündig. Denn wäre da niemand gewesen, der sie angeleitet hätte, so würden sie immer noch als “Couch Potatos rumlungern” (überspitzt ausgedrückt). Ich weiß auch nicht, ob sie ihren eigenen Verstand einsetzen. Das kann ich nicht beurteilen.

    Und ja, die Menschen haben Hoffnung. Und die stirbt ja bekanntlich zusammen mit dem Glauben und der Liebe zuletzt. Möglicherweise eine gute Grundlage für das, was kommen mag.

    Und jetzt muss ich los, zack zack …

    Antworten
  49. 21. Januar 2009, 8:26 Uhr, von Petra
    049

    Zwei Botschaften haben wir anlässlich der Fussball WM 2006 erhalten:
    (Xavier Naidoo) “Dieser Weg” (wird kein leichter sein) und “Was wir alleine nicht schaffen” (das schaffen wir dann zusammen). Daran kann man doch anknüpfen.

    Antworten
  50. 21. Januar 2009, 9:09 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    050

    @ Miranda

    Ein klares JA!
    Wenn meinem Antrag auf Einbürgerung stattgegeben würde…!!!
    Aber, wie bereits erwähnt, da muss ich noch ein wenig warten…
    Übrigens, ich finde es auch gut, dass man nicht gleich “jeden” einbürgert, da ist eine gewisse “Strenge” schon erforderlich, aber 12 Jahre finde ich schon recht lang.

    Bundestagswahl.
    Ja, aber welche Partei kann man denn wirklich noch mit gutem Gewissen wählen?
    Manchmal habe ich den Eindruck, dass nur noch Selbstinszenierungen stattfinden.
    Egal von welcher Partei wir da sprechen wollen.
    Versprechungen stehen an der Tagesordnung bzw. im Wahlkampfprogramm, aber was passiert dann???
    Ich werde mir das gut überlegen müssen….

    Was das Leben in der Schweiz ausmacht?
    Im Vergleich zu Hessen und Berlin habe ich in der Schweiz eine Stelle im Gesundheitswesen gefunden, bei der ich selbständig arbeiten kann.
    Die Hierarchien sind deutlich weniger ausgeprägt und Mitdenken ist in der Regel gefragt…..;-)
    Ausserdem habe ich gleich zu Beginn signalisiert, dass ich mein Berufsleben in der Schweiz länger als nur ein Jahr fortsetzen möchte.
    Zudem, und das muss auch einmal gesagt werden dürfen, habe ich in der Schweiz zum ersten Mal in meinem Leben, einen anständigen Lohn am Ende des Monats…
    Des weiteren werden Bildungsmassnahmen sehr stark gefördert, wovon auch ich profitieren durfte und da macht die Arbeit doch gleich noch mehr Freude!
    - Bin neben meinem Job noch als AusbildnerIn tätig. -
    (Wie war es in Deutschland zum Teil harzig, wenn es um Aus- Fort- und Weiterbildung ging).

    Mein Wechsel nach Zürich war schon immer ein Wunsch von mir gewesen.
    Und ich habe mir diesen Wunsch zu meinem Vierzigsten Geburtstag erfüllen können.
    Der “Schnuppertag”, den ich ein Jahr vorher machen durfte, war super.
    Die KollegInnen sehr freundlich und das mit der Sprache war keine Barriere, “Züridütsch” ist sehr gut zu verstehen und ich denke, dass die richtige Einstellung vieles im Leben erleichtert!
    Ausserdem sind die SchweizerInnen sehr höflich und sprechen sofort Hochdeutsch, wenn sie merken, dass ein Deutscher oder Mitbürger anderer Nationaltät vor ihnen steht!

    Tja, nun lebe, liebe und arbeite ich seit 2001 hier und geniesse Zürich als eine weltoffene, teilweise auch mondäne Stadt mit vielen Möglichkeiten……!!!
    Ach, möchtest Du mal schauen, wo ich arbeite?

    http://www.stadt-zuerich.ch/waid/de/index.html

    Das Spital liegt im Norden Zürichs mit einem sensationellen Blick über die Stadt und auf den See!
    Ein absoluter Traum!!!

    So, jetzt bist Du etwas informiert!
    Trinkst vielleicht noch eine zweiten, dritten Tee oder bist auf dem Weg zur Arbeit……

    Ich grüsse recht herzlich, bis bald

    Andrea.

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© Miriam Meckel 2002 bis 2012