MM_Picasso
Zu den Kommentaren
23. Januar 2009, 21:20 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Das epische Medium

Ein sentimentaler Moment, ein Schlag für den Journalismus, aber keine Katastrophe, so beschreibt Michael Hirschorn in einem Beitrag für das US-Magazin „Atlantic Monthly” das Ende der New York Times. Haben wir etwas verpasst? Noch gibt es die Zeitung doch wohl. Richtig, sagt auch Hirschorn, aber nicht mehr lange. Der Schuldenberg von einer Milliarde US-Dollar und das kaum nennenswerte Cashpölsterchen von nicht einmal 50 Millionen US-Dollar geben ihr noch ein paar Monate, dann war’s das. Im Mai ist die Sache vorbei.

Die Times hat dem Autor an gleicher Stelle heftig widersprochen und die Ausführungen als „uninformierte Spekulation” abgetan. Solche gibt es allerdings zahlreich. Hirschorn springt auf einen Zug auf, der schon lange durchs Netz rast. Von Tag zu Tag und von Website zu Website werden die Prognosen zur Zukunft der Zeitungen weiter gereicht und mit Informationen oder Spekulationen angereichert. Meist ist dabei die Rede vom Ende von irgendwas. Die NYT ist deshalb häufig Gegenstand dieser Spekulationen, weil sie als das globale Repräsentationsobjekt für den bedrohten Qualitätsjournalismus gilt. Er stirbt, wenn die Zeitung stirbt. Und mit ihm geht ein ganzes Milieu unter: die Informationsbohème. Diese lose Gruppierung unangepasster Informationsjunkies, die so gut zum Internetzeitalter passt und doch fast anachronistisch nicht auf ihre Zeitungslektüre verzichten will. Mit der Zeitung unter dem Arm ins Café, zum Termin oder auf den Zug, darin steckt nicht nur der analoge Zugang zu Aktualität und Wissen, darin spiegelt sich auch ein Selbstentwurf. Und da diese Gruppe sich gerne selbst spiegelt, auch medial, beeinflusst sie in überproportionaler Intensität den öffentlichen Diskurs über das Ende der Zeitung.

Diesen Entwurf hat eine der zahlreichen Prognosen im Internet aufgegriffen. Das fiktive „Museum of Media History” präsentiert im Netz einen knapp zehnminütigen Film zur Medienzukunft: „epic 2015“. Der Film, hergestellt von zwei Mitarbeitern des „Poynter Institute” in Florida, prognostiziert die Zukunft der Informationen, die bald alle in einem „evolving personalized information construct” verbunden werden. Das „Google Grid” liefert die universelle Plattform für dieses Konstrukt mit entsprechender Bandbreite, um alle Informations- und Kommunikationsangebote zu bündeln, zu filtern und dem Nutzer zur Verfügung zu stellen. Die New York Times führt in diesem Szenario jahrelang einen harten, aber letztlich erfolglosen Kampf gegen den neuen Medienmogul „Googlezon”, eine Megafusion von Google und Amazon. Im Jahr 2010 wird sie zu einem reinen Onlinemedium auf Basis bezahlter Inhalte. 2014 geht sie wieder offline. Die Times existiert von da an nur noch als gedrucktes Medium für die Elite und die Älteren.

Ist das die Zukunft der Zeitung? Sie könnte es sein, wenn einzelne Verlagsrepräsentanten weiter in hysterischer Verunsicherung auf das Internet starren, wie das Kaninchen auf die Schlange. Sie könnte es sein, wenn traditionelle Printkonzepte eins zu eins ins Netz übertragen werden, ohne dass Verleger und Journalisten sich die Mühe machen, Besonderheiten der Netzwelt zu erkennen und zu nutzen, um eine andere und komplementäre Medienkultur zu entwickeln und etablieren. Sie könnte es sein, wenn leitende Redakteure weiterhin glauben, Online sei zweitklassig und deshalb zeitweilig „Onlinesperren” über ihre Printredaktionen verhängen. Sie könnte es auch sein, wenn wir weiterhin nicht sauber zwischen derzeitiger Wirtschaftskrise und strukturellem Medienwandel unterscheiden. Beide treiben sie die Verlage in die Enge, verlangen aber unterschiedliche Lösungsansätze. Und sie könnte es sein, wenn Budgetkürzungen und Streichungen weiter dort vorgenommen werden, wo das Herz der Zeitung schlägt: bei Recherche und eigenen Inhalten, also dort wo Journalismus richtig Geld kostet, aber eben auch Qualitätsprodukte und Preiswürdiges hervorbringt.

Die Zukunft der Zeitung könnte aber auch anders aussehen, wenn es gelingt, von dem antagonistischen Verständnis online versus offline wegzukommen und beides als zwei Seiten einer Medaille zu verstehen. Das tut manch kluger Blattmacher längst. Aber insgesamt erstaunt einen bei der Beobachtung der Märkte doch, wie viel Ratlosigkeit und Unsicherheit noch immer herrscht, die gerne durch radikale Thesen und Aktionen ausgeglichen wird.

Die Zeitung der Zukunft wird zwei Gesichter haben: ein gedrucktes und ein vernetztes. Die Aktualität, also „all the news that’s fit to print“, wie die Times in ihrem Claim beschreibt, wird ins Internet abwandern. Das Netz ist schneller als jedes andere Medium. Ihm auf diesem Feld mit einem Printprodukt Konkurrenz zu machen, hat einfach keinen Sinn. Aber als Medienhaus die Aktualität im Netz zu bespielen, hat sehr viel Sinn. Das zeigt auch eine neue Studie des Hightech-Branchenverbandes BITKOM, die den Nachrichtenportalen im Internet einen Nutzungszuwachs von 30 Prozent innerhalb eines Jahres attestiert, darunter viele Angebote der etablierten Medienhäuser. Für einen Überblick über die Tagsaktualität, die kurze Einordnung der Welt, wie ich sie beim Aufwachen vorfinde, dafür braucht es erstmal keine Edelfedern oder eigene Infrastruktur. Deshalb ist das Konzept der „Newsrooms“, das sich nun überall durchzusetzen beginnt, für diese Art des Journalismus perfekt. Für diese.

Eine andere Art des Journalismus wird weiter mit dem gedruckten Wort arbeiten, am Kiosk zu kaufen oder per Abo im Briefkasten zu finden sein. Das sind die Geschichten, die nicht in Häppchen als Schnäppchen im sekundenaktuellen Netz platziert werden, sondern die recherchiert, korrigiert, gegengelesen, überarbeitet, also weiterhin in einem aufwändigen „handmade” Prozess entstehen werden. Sie sind Meisterstücke, Ergebnisse von Individualität, Kreativität und den richtigen verlegerischen Investitionen in Köpfe, die das können. Dazu braucht man keinen Newsroom, dazu braucht man Schreiber, die die Welt erzählen. Auf eine Weise, die wir im Netz oft vergeblich suchen (und wenn wir sie finden, dann sind es meist Printgeschichten, die ins Netz gestellt wurden).

Die gedruckte Zeitung ist ein episches Medium. Sie berichtet ausführlich narrativ, sie darf etwas Großes aus einer Kleinigkeit heraus erzählen, sie muss eine Meinung haben, Positionen entwickeln und den Mut, sie auch zu vertreten. Sie orientiert im Strom der Nachrichten, der sekündlich durch Netz fließt. In ihn klicken wir uns immer wieder hinein, um up to date zu bleiben. Aber dann klinken wir uns aus, um in die Welt ein zu tauchen, die uns erzählt wird von Menschen, die das gelernt haben. Sie tun es mit professionellem Ethos und Leidenschaft (Ausnahmen bestätigen die Regel) und bekommen für dieses Tun von ihren Verlegern Zeit und Platz gewährt. Platz gibt es auch im Netz genug, aber die Zeit ist knapp, für Produzenten und Konsumenten. Eine Seite, die nicht mehrfach stündlich aktualisiert wird, gerät schnell in die Randzonen der Netzaufmerksamkeit. Und der Leser, der Lesezeit für mehr als ein paar Zeilen investieren müsste, klickt weiter. Bei der Zeitungslektüre verweilt der Leser dort, wo sein Interesse besteht oder geweckt wird durch eine spannende und gut geschriebene Geschichte.

Und der Journalismus? Auch er wird lernen müssen, dass es nicht das eine oder das andere, sondern immer beides zusammen gibt. Im Netz eröffnet sich die Möglichkeit, spontan zu Ereignissen Stellung zu nehmen, dabei womöglich Instantgedanken zu produzieren, die kaum länger als eine Stunde haltbar sind. Und die haben im Netz ihre Berechtigung – neben den vielfältigen Angeboten von “Bürgerjournalismus”. „Schreib es aus Dir raus”, nach diesem Motto erwartet der Leser im Netz die Direktübertragung der Gedanken bei ihrer Verfertigung.

In der Zeitung ist das anders. Dort wollen wir originelle, ja einzigartige Inhalte finden, gut und sauber recherchierte Reportagen lesen, Geschichten, die durch ein paar Hände und Köpfe gegangen sind. Und wir vertrauen darauf, dass die Zeitung weiß, was wir erwarten. Journalismus im Internet ist nichts anderes als eine Dauerkonversation aller Beteiligten untereinander. Das gedruckte Medium offeriert Geschichten, die in einem aufwändigen Produktionsprozess hergestellt werden.

Wie kann dieses Zusammenspiel konkret aussehen? So wie manche Medienhäuser es in Ansätzen beginnen, aber nicht konsequent umsetzen: Die „Aktualität” wird durch Newsrooms bearbeitet, die gut und gerne für verschieden Medien und Produkte tätig sein können. Im Feld der generischen Nachricht ist für die Zeitung langfristig kein Wettbewerbsvorteil mehr zu erzielen. Sie braucht Teams von exzellenten Rechercheuren und Autoren, die die Welt anders entdecken und anders beschreiben können. Und bei den richtig spannenden, investigativen Geschichten, können die ersten „Teaser” im Netz platziert werden, um die Nutzer und Leser neugierig zu machen und Diskussionen zu entfachen. Die ganze Geschichte folgt dann im Blatt, umfassend und so erzählt, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen, bevor die letzte Zeile erreicht ist.

Online und offline müssen sich unterscheiden. Beide haben das Recht, neben- und miteinander zu existieren. Beide sind in ihrer Unterschiedlichkeit und Komplementarität ein Gewinn für den Journalismus, die Medienvielfalt und die Nutzer. Wie schrieb der US-Dichter Robert Frost Anfang des 20. Jahrhunderts: „Poetry is what gets lost in translation.” Genau so verhält es sich mit online und offline. Wer versucht, das eine in das andere zu übersetzen, hat schon verloren. Wer das nicht versucht, kann nur gewinnen.

FAZ

135 Reaktionen

  1. 25. Januar 2009, 20:59 Uhr, von Noisa
    051

    … doch, doch, sowas hatte ich mal an anderer Stelle für politischen Fernsehjournalismus angeregt.

    Antworten
  2. 25. Januar 2009, 21:03 Uhr, von Petra
    052

    @anna: „Meiner Ansicht nach ist die gedruckte Lokalzeitung ein wichtiger (komplementärer) Faktor für die sozio-politische und sozio-ökonomische Entwicklung einer Region (besonders im ländlichen Raum).“

    Diese Betrachtungsweise der Regionalzeitung entspricht genau meinen Erfahrungswerten: wenn ich beruflich eher regional tätig war, dann war die tägliche Information über das Einzugsgebiet hieraus zwingend notwendig, um die Belange der Gesprächspartner zu verstehen. Natürlich wird in diesen Zeitungen die weltpoltische Lange nicht so umfangreich und detailliert beschrieben und analysiert wie in den großen Zeitungen Deutschlands, aber einen Überblick über die wichtigen Themen bekommt man dennoch. Man muss sich halt ergänzend informieren. Denn trotz aller großen historischen Ereignissen dieser Welt interessiert die Leute doch, wie das Wetter wird (und zwar nicht in Florida, das ist ja nur frustrierend, sondern vor der Haustür), ob die eine bestimmte Straße noch gesperrt ist, wann das neue Einkaufszentrum eröffnet wird und wie es den regional ansässigen Firmen wirtschaftlich geht.

    „But then again: I don’t have the slightest clue�

    Das ist auch noch kein Beweis, aber da schon (mindestens) zwei Menschen so denken, verdichten sich die Hinweise, dass hier etwas Wahres dahinter steckt.

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  3. 25. Januar 2009, 21:44 Uhr, von Martina
    053

    today I have stolen some my time to read what does not “go well” in Italy…
    for the onlookers…

    http://www.beppegrillo.it/eng/

    Antworten
  4. 25. Januar 2009, 21:48 Uhr, von Anja
    054

    Ich kann dem nur zustimmen, Lokalzeitungen sind ein wichtiger Bestandteil der Medienwelt. Um so mehr ärgert mich die Qualität dieser Zeitungen und es ist teilweise schon eine echte Qual die Artikel zu lesen. Man könnte meinen, Lokalredakteure müßten weder Rechtschreibung beachten, noch müssen Überschriften zwingend etwas mit dem Text zu tun haben. Das macht mich manchmal ein bisserl wütend…

    Antworten
  5. 25. Januar 2009, 21:49 Uhr, von Martina
    055

    falls jemand Italienisch hier versteht, und Interesse hat, zu wissen wie in Italien die Journalisten und die Politik steht, dann empfehlen ich sehr die Italienisch Seite:

    http://www.beppegrillo.it/

    Antworten
  6. 25. Januar 2009, 22:33 Uhr, von Anja
    056

    Habe Beppe Grillo auf der letzten Lit. Cologne im Tanzbrunnen erlebt. Was für ein Energiebündel;-) Die Übersetzerin kann vermutlich heute immer noch nicht durchschlafen…
    Er hat in seinem Blog vor einiger Zeit den “Vaffanculo-Day”, sprich den “Leck mich am Arsch Tag” ausgerufen und 50.000 Italiener gingen auf die Straße, Hut ab!

    Antworten
  7. 25. Januar 2009, 22:55 Uhr, von Fabian
    057

    Ja, Anna stimme dir zu. Die Lokalzeitung wird noch lange (über-) leben, das erkennt man allein daran, dass sie sich in den letzten zwanzig Jahren inhaltlich nicht die Bohne verändert hat – zielgruppenaffin eben :-)

    Antworten
  8. 25. Januar 2009, 23:01 Uhr, von Martina
    058

    Die Italienische Zukunft in Bereich: Politik-Justiz-Journalismus macht mir sehr viel angst.
    Diese Situation ist schon lange gefährlich für die normale menschen und leider geht’s weiter ohne ende und noch schlimmer!
    Die geschickte wiederholt sich?!? Ich hoffe es nicht aber ich weiss das nur mit Hoffnung kann sich sehr wenig verändern!
    Diese Signale die in die normale menschen spüren kannst, die jeder sehen kann, sind nicht an der Stadt “Regisseurâ€? bewusst! Er die auf eine sehr bequem Stuhl sitzt, die seine eigene Welt vereinfacht, die durch seine tiefe schwarz sonnen Brille nicht anders sieht als eine voller Fantasie Welt glaubt, wahrscheinlich, in eine Kino Sessel zu sitzen, wo die Szene unechte sind, leider ist diese film kein film sonder die traurige, unerträgliche Realität!

    Antworten
  9. 26. Januar 2009, 7:00 Uhr, von Petra
    059

    Welche Menschen wünschen wir uns auf unserer Erde:

    Doch lieber Provinzielle (durchaus mit Intellekt) mit lokalen Rechtsschreibproblemen als Menschen in Angst und Schrecken mit echten! Zukunftsängsten.

    Antworten
  10. 26. Januar 2009, 9:38 Uhr, von mia
    060

    kleiner Exkurs zur gestrigen AW-Sendung:
    Ich persönlich fand sie toll und siehe da, auch der “Welt”-Redakteur kann positiv darüber berichten:

    “Eine äußerst gute Figur macht diesmal Anne Will, die gelöst und locker wirkt und schlagfertig ist: Als Wolfgang Joop kurzzeitig die Runde verlässt, fragt sie ihn nach der Rückkehr schmunzelnd: „Haben wir Sie gelangweilt?“ Da bemüht sich auch der Fernsehzuschauer ins Studio zu rufen: „Nein.“

    Wow!

    http://www.welt.de/fernsehen/article3090833/Der-grosse-Krisen-Kuschel-Talk-bei-Anne-Will.html

    Antworten
  11. 26. Januar 2009, 9:50 Uhr, von Anja
    061

    Petra, bin ich ein wenig anderer Meinung. Auch jemand in der Provinz sollte sein Handwerk beherrschen, sonst verschwinden wir irgendwann in der Mittelmäßigkeit….wenn wir es nicht schon sind…

    Antworten
  12. 26. Januar 2009, 9:55 Uhr, von Walter
    062

    Zu Co- opetition von Barry Nalebuff und Adam Brandenburger:
    Im Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Kunden kann Zusammenarbeit erfolgreicher sein als Krieg. Die Strategien der Spieltheorie versetzen die Überlegungen in das Feld der Abstraktion. Doch mit der Änderung des Spiels bleibt die Aufgabe bestehen, eine Lösung zu finden:
    “How do you change the game? You may well have been doing this instinctively. But game theory provides a systematic method. To change the game, you have to change one or more of the five elements: you change the PARTS. Each component we discuss is a powerful tool for transforming the game into a different one. This is where game theory finds its greatest opportunities: in changing the game. Changing not just the way you play, but the game you play.”
    Die Trennung von Nachrichten und Kommentaren verspricht auch keine Lösung.
    Bleibt der Zeitfaktor: Das schnelle Medium Internet und das langsame Medium gedruckte Zeitung tragen ihre Stärken und Schwächen in sich: Oberfläche gegen Tiefe, Masse gegen Klasse, Meldung gegen Recherche: Gut Ding will Weile haben. Paul Virilio würde sich freuen.

    Antworten
  13. 26. Januar 2009, 10:01 Uhr, von Urs Bürgi
    063

    Bleibt nicht die Frage, ob das Ganze miteinander verbandelt ist? Form und Inhalt sind nun mal nicht zu trennen. Für denjenigen, der meint, die “news”sind für ihn wichtig, der braucht das Netz. Börse ohne Netz war eine sehr träge Angelegenheit. Watergate war eine Sache, die mühsam recherchiert weren musste. Das hätte im Netz erscheinen können, es hätte den Ablauf sicher beschleunigt, aber die Details auf dem Bildschirm zu lesen? Boring. Ich meine daher, es ist ein “sowohl, als auch”, eine Verknüpfung wird weiter stattfinden, und es gilt nicht, “the medium is the message”, sondern je nach message wählt man die Form,das ergibt die Vielfalt, die Diversität eine Bereicherung, weil sie weitere Optionen eröffnet, wo ich gerade bin,was ich gerade tun möchte (Dowanad liest im Bett, oder news auf der Skipiste) Und noch ein Aspekt: Zur Funktionalität: ich schrieb schon mal, man vergesse bitte nicht die 4. Gewalt, eben “Watergate”, das braucht Zeit, Mühe, Kontakte, Spürsinn, Ausdauer, Wille zur Aufkläriung, Ethos, wirtschaftliche Unabhängigkeit. Wenn wir dies wollen, brauchen, müssen wir diejenigen stützen, die das bieten. Und last but not least: Nicht “Welterklärung” ist immer das Ziel, aber ein Angebot, sich selbst eine Meinung zu bilden, wie man “Welt” auch sehen kann, was “Selbst-Arbeit” erfordert und dem Konsumgedanken, (morgens beim Café bekomm’ ich die Welt gedeutet) widerspricht. Es bleibt: Welt ist subjektiv. Und noch etwas: Danke Fabian, wunderbar, wie Du Dich sachlich, konstruktiv, informativ, insgesamt positiv zeigst. It’s like sunrise at Davos. Das gibt dem Ganzen eine ganz andere Grundlage, die uns allen weiterhilft auf der Suche nach unserem Weg durch die Komplexität dieser Welt. (@Walter).

    Antworten
  14. 26. Januar 2009, 10:20 Uhr, von Petra
    064

    @anja: Das Einfordern einer guten journalistischen Aufarbeitung und Darstellung der bearbeiteten Themen ist absolut nachvollziehbar und in Ordnung: In sofern fühle ich an dieser Stelle keinen Widerspruch zu meiner Ansicht. In zugegeben Staccato-Form wollte ich zum Ausdruck bringen, dass unsere Themen gegenüber denen von Menschen, die sich große Sorgen um ihr Land und wahrscheinlich ihre Angehörigen machen (wie Martina) doch sehr klein sind.

    Was mich allerdings ärgert ist die Tatsache, dass die „Provinz“ immer so abgewertet wird. Warum? Hier arbeiten viele Leute mit dem Anspruch, ihrer direkten Umwelt gerecht zu werden. Das ist eine wichtige Grundlage auch für die Wirtschaftskraft in Deutschland. Wenn ich dich richtig verstanden habe, sind wir auch hier nicht weit voneinander entfernt.

    Danke für deine schnelle Rückäußerung, die mir zu dieser Stellungnahme Gelegenheit gibt.

    Antworten
  15. 26. Januar 2009, 10:23 Uhr, von Fabian
    065

    Mia, stimme dem zu! Sachlich, ruhig, ausgewogen und trotzdem kritisch – siehe Trittins klasse platzierte Anmerkung zur mangelnden parlamentarischen Kontrolle des Banken-Rettungsfonds. Darüber war selbst Herr Dohnany sichtlich irritiert. (Anne Will gestern)

    Aber vielleicht nochmal zurück zum epischen Medium. Ich finde schon, dass an der Feststellung etwas dran ist.

    Wer von Euch würde ein Buch online lesen wollen? Bzw. überhaupt permanent alles online machen wollen?

    Ich ertappe mich ja schon dabei, dass ich eine Fernsehsendung, die mich wirklich interessiert nicht “on demand” am Schreibtisch vor dem PC gucken möchte, sondern nach wie vor am Liebsten auf dem Sofa. Nur Nerds und Freaks verbringen ihre gesamte Zeit vor dem PC und tun in der Debatte derzeit so, als sei das die Zukunft – was für ein Blödsinn.

    Ich glaube definitiv an das Nebeneinander der Medienformen (wenngleich Print starke Auflageinbußen verzeichnen wird), sie müssen nur sehr viel stärker zielgruppen- und benutzeradäquat gestaltet sein, bzw. Print-Titel müssen definitiv einen Mehrwert bieten, und eben alle Plattformen nutzergerecht bedienen. DerWesten und WeltKompakt twittern im übrigen wirklich gut.

    Momentan in der Diskussion, das sog. Reitz-Modell der WAZ.

    Urs, woran das wohl liegt? Ich habe nichts gegen intelligente Postings und schöne, sachliche Diskussionen.

    Antworten
  16. 26. Januar 2009, 10:46 Uhr, von Urs Bürgi
    066

    @Walter, Ja, der alte Spruch aus China: “Wenn du den Gegner nicht schlagen kannst, verbünde dich mit ihm”. (Sollte Frau Schaeffler mal beachten, Conti)

    Antworten
  17. 26. Januar 2009, 10:48 Uhr, von Noisa
    067

    `Fabian´: „Ich habe nichts gegen … schöne, sachliche Diskussionen.“

    Und ich freue mich immer, wenn Verhaltensweisen im Web annähernd denen im wirklichen Leben entsprechen. Einen Hinweis auf ein `virtuelles Theater´ mit zwei Menschen in verschiedenen Rollen, finde ich hier nicht. Von einer schönen, sachlichen Diskussion, die auch junge Menschen/Studenten anregt, sich zu beteiligen, kann eher nicht die Rede sein. Einen schönen Tag noch.

    Antworten
  18. 26. Januar 2009, 11:08 Uhr, von Noisa
    068

    (Mir tut es auch leid für die Menschen, die hier echt und ehrlich sind. (@Andrea Katharina Kiefer u.a.))

    Antworten
  19. 26. Januar 2009, 11:21 Uhr, von Dowanda
    069

    Ich finde auch, das die Lokalblätter hier zu pauschal kritisiert werden.
    Sie bedienen einen Markt, der sich nun einmal selten in dicken Feuilletons und Hintergrundberichten ergehen wird. Dazu sind die anderen, überregionalen Blätter da.
    Wer versucht alle zu bedienen wird untergehen, weil er niemandem wirklich gerecht wird. Das haben die Lokalzeitungen begriffen und konzentrieren sich daher auf ihre Zielgruppe. Diese Ausrichtung darf man ihnen nicht vorwerfen.
    Das es besser und schlechter gemachten Regionalblätter gibt bestreite ich nicht. Genauso wie es zwischen der BILD und der faz ja auch Unterschiede gibt.

    Antworten
  20. 26. Januar 2009, 12:50 Uhr, von Fabian
    070

    OT: LEUTE!!! Guckt Euch das mal an Der absulte Hit! :-D

    Antworten
  21. 26. Januar 2009, 13:27 Uhr, von Ramona
    071

    Mitten in der aktuellen Pressekrise wittert der englische Verleger Peter McGee ein schönes Geschäft:

    http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Zeitzeugen-Drittes-Reich;art15532,2701689

    Geschichte “greifbar” oder “hautnah nachvollziehbar” machen? Ich muss da einmal trocken schlucken.

    Antworten
  22. 26. Januar 2009, 14:39 Uhr, von jule
    072

    “Die Zeitung der Zukunft wird zwei Gesichter haben: ein gedrucktes und ein vernetztes.” – mehr auch zur Praktik vom FAZ-Blogsofa 1 bis 3 mit Tobias Trevisan.

    http://bernetblog.ch/2009/01/20/blogsofa-faz_1-deutschlands-grosstes-finanzportal/

    Antworten
  23. 26. Januar 2009, 15:03 Uhr, von Dowanda
    073

    @Ramona
    Na ja, warum nicht?
    Ist eine Idee. Wenn er damit scheitert er – scheitert er. Wenn nicht – schön für ihn. Solange sowohl die Gewinne als auch die Verluste privat bleiben :-) Was ja zur Zeit alles andere als selbstverständlich ist.

    Antworten
  24. 26. Januar 2009, 16:18 Uhr, von Dana
    074

    Klasse @Fabian 26.1.09 um 12:50 :-))

    Aber nun zum Posting. Ich glaube, dass es die Printmedien auch in Zukunft geben wird. Sicher geht es nicht ohne Veränderungen und das mehrere Zeitungen im Besitz eines Verlegers sind (wie von Ramona 25.01. um 15:26 beschrieben), wird sich nicht vermeiden lassen. Wichtig werden auch in Zukunft die Inhalte sein, denn nur eine Zeitung mit gut recherchierten und interessanten Artikeln hat eine Überlebenschance.
    Beide Medien, sowohl das Internet als auch die Printmedien haben ihre Daseinsberechtigung. Es wird immer vom jeweiligen Nutzer abhängen, welchem Medium er den Vorzug gibt.
    Allerdings spielt bei der ganzen Betrachtung auch die Altersstruktur der Bevölkerung eine große Rolle. Die Mehrheit der älteren Bevölkerung bevorzugt nach wie vor die Printmedien, so dass es in absehbarer Zeit keine totale Änderung zugunsten des Internet geben wird.

    Antworten
  25. 26. Januar 2009, 16:18 Uhr, von Ramona
    075

    Hi @Dowanda:-)
    Ich finde diese Art der Publikation etwas zweifelhaft, zumal für jedermann am Kiosk erhältlich. Soll das eine Art Geschichtsaufarbeitung sein? Gut, es werden wissenschaftliche Erklärungstexte mitgeliefert, aber es gibt genug ‚Dumpfbacken‘, die das nicht interessiert. Außerdem stellt Dir vor, Du sitzt im Zug und Dein Gegenüber packt den „Völkischer Beobachter“ oder „Der Angriff“ aus.

    Antworten
  26. 26. Januar 2009, 17:38 Uhr, von Andrea Katharina Kiefer
    076

    Hallo,

    @ die Person, die mich heute versucht
    hat im Stadtspital Waid telefonisch zu erreichen!
    Leider wurde das Telefongespräch unterbrochen, …..
    Sollte es sich um eine seriöse Kontaktaufnahme oder Information,…halten, bitte ich nochmals um Rückruf, besser noch um einen schriftlichen Kontakt, da das Diensttelefon immer sehr stark frequentiert ist/wird……….
    DANKE!

    Schönen Abend,

    Andrea K. Kiefer

    Antworten
  27. 26. Januar 2009, 18:54 Uhr, von Petra
    077

    Empfehlungen für Journalisten:

    „Für die Marktfrau oder den Professor?

    Ihr müsst so schreiben, dass euch die Marktfrau am Dom versteht, der Winzer in Rheinhessen das Blatt lesenswert findet und auch der Universitätsprofessor euch ernst nimmt.“ -Ernst Dombrowski, ehemaliger Chefredakteur der Mainzer Allgemeinen Zeitung und Mitherausgeber de FAZ

    Kritische Beurteilung von Journalisten:

    „Mancher Autor wunschdenkt, die Leser würden hineindenken, was er nicht hineingeschrieben hat (…)“ – E.A.Rauter „Vom Umgang mit Wörtern“

    Kritische Beurteilung von Journalismus:

    „Früher musste man noch etwas richtig machen, um in die Zeitung zu kommen. Heute muss man bloß noch was sagen.“ -Manfred Rommel

    Ja, ja, der Journalismus hat es wirklich schwer, man kann es nicht oft genug sagen. Als Journalist trägt man die ganze Bürde der Nation auf den Schultern und wehe, wenn man sich auch nur mal bückt und alles auf den Boden purzelt, dann schreien die am meisten, die vorher ganz oben die besten Aussichten hat. (Das ist von mir – kleine abendliche Zugabe, ganz umsonst, dafür übernehme ich weder für den Inhalt noch für die sprachliche Korrektheit die Haftung. Auch bei – unwahrscheinlichen – Lachanfällen und sonstige Nebenwirkungen fragen Sie nicht mich, sondern Ihren Arzt … na, Sie wissen schon).

    Antworten
  28. 26. Januar 2009, 18:56 Uhr, von Petra
    078

    … auch für die Fehlerfreiheit übernehme ich keine Verantwortung, aber dazu habe ich mich ja schon mehrfach geäußert …

    Antworten
  29. 26. Januar 2009, 19:17 Uhr, von Martina
    079

    Hast du nachgedacht was passieren könnte, nicht nur für dich, nicht nur für deine Familienangehörige, nicht nur für deine freund kreis, sondern für alle menschen die an das Leben viel mehr Wert geben als wäre es immer nur “Macht und Geldâ€? wenn:

    Die Justiz nicht mehr sein Arbeit machen könnte

    Die neue Gesetze nicht gleich für jeder Bürger sein können

    Die Journalisten nicht mehr die Freiheit ihren Meinung sagen/schreiben können

    Die Politiker die dir glauben lassen wollen, dass alles Gold und geschenkt ist, wo aber ehrlich sehr viel Korruption gibt

    Die Bänken nur bestimmten Personen helfen würden

    Der Respekt an normalen menschen verlieren wird, diese normale menschen die keine Luxus Villa besitzen, keine Luxus Urlaub machen, wo ihre Kinder nicht in eine privat schule schicken können, und noch keine Steuer für ihren Yacht zahlen müssen sondern eine normale Arbeit für lange Jahre führen, die unterbezahlt ist in vergleich an ihre Diplom und Qualifikation

    Hast du wahrscheinlich gedacht und dann hast du dich an die andere Seite gedreht weil das nicht ist was du erlebst, weil diese Welt sehr weit von dir ist, oder hast du nicht nachgedacht weil dir nicht bewusst ist, wie und was manche Ländern erleben, und das nicht nur in Italien sondern in Jeder Land wo das Geld die macht über alles hat.

    Sorry, vielleicht habe eine zu negativ Eindruck für wem zu viel Geld hat, die auch dem lach von ein Kind sich kaufen will!

    Ciao

    Antworten
  30. 26. Januar 2009, 20:26 Uhr, von Petra
    080

    @martina: Du hast Recht, uns geht es viel zu gut. Wir hören viele schlimme Dinge und machen uns dann vielleicht auch Gedanken. Aber dann drehen wir uns tatsächlich weg und denken wieder an unsere Sorgen, die ganz klein dagegen sind. Das ist aber auch ein Schutz. Wenn man immer an das Schlimme in der Welt denkt, dann wird man verrückt. Dann ist Lachen aber eine gute Medizin. Hier ein kleiner Witz zur Aufmunterung für dich: „Ein Elefant und eine Maus laufen durch die Wüste. Sagt die Maus zum Elefanten: Wenn du auch mal im Schatten laufen möchtest, können wir gerne die Seiten tauschen.“ Konnte ich dir ein kleines Lächeln entlocken?

    Dass mich deine gestrigen Worte bewegt haben, das habe ich heute Morgen geschrieben. Vielleicht habe ich mich aber nicht gut ausgedrückt und du hast mich falsch verstanden?

    Damit du weißt, wie ernst es mir ist: Den Link „I know Salvatore Borsellino“ habe ich mir gestern ausgedruckt, das sind 8 eng bedruckte Seiten, und ich werde sie lesen, obwohl ich in Englisch nicht sooo fit bin.

    Denke mal nicht nur an die schlimmen Dinge, sondern auch mal an was Schönes!

    Antworten
  31. 26. Januar 2009, 20:41 Uhr, von Martina
    081

    no Petra, deine Worte habe ich richtig verstanden und ich danke dir dafür.
    Es war dem 19 luglio del 1992 wann Paolo Borsellino ermordet worden ist, damals war ich 22 Jahre alt und ich Kamm aus dem Strand und wir hatten uns gehalten auf die Strasse, jeder von uns war schokiert! Ich dachte mir dass endlich jemand da war die etwas ändern könnte, die uns eine Zukunft geben könnte ohne falsche spiele, leider lag ich, und jeder die wie ich das glaubte, Komplet falsch! Er war nicht die einziger die mit sein leben bezahlt hat, heute gibt es andere neue Methode die Leute nicht mehr reden zu lassen, nicht mehr recherchieren zu lassen…
    Hast du recht kann man nie immer an der schlimmer denken, ich mache ein pause und lache für deine kleine Witz, Grazie :-)

    Antworten
  32. 26. Januar 2009, 20:56 Uhr, von Petra
    082

    @martina: bei mir hat gerade noch jemand mitgelesen, der dich mit einem Gute-Nacht-Gebet trösten will:

    Lieber Gott, es wird ganz still,
    weil alle Welt nun schlafen will.
    Der Tag war schön und bunt und voll,
    so vieles fand ich heute toll!
    In deiner Hand schlaf ich jetzt ein,
    denn du willst mein Beschützer sein.

    Manchmal ist ein bisschen Gott-Vertrauen sehr tröstlich. Ich wünsche dir eine gute Nacht mit schönen Träumen!

    Antworten
  33. 26. Januar 2009, 23:27 Uhr, von Mesm
    083

    A little light entertainment for bloggers who like voting.

    And this time it’s not as simple as “yes or no� :-)))

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  34. 27. Januar 2009, 7:56 Uhr, von Dowanda
    084

    @Ramona
    Ich denke, die einseitige Klientel kommt schon jetzt zu solchen ideologischen Hirnfürzen wie “Der Stürmer” und ähnlichem.
    Von dem her teile ich Deine Sorge diesbezüglich nicht. Viel mehr glaube ich, dass man den Menschen en gros mehr zutrauen darf, was sie wie und warum auffassen. Umgekehrt kommt nur Mist dabei heraus. Beispiele dafür gibts genug.
    Das erinnert mich an die unselige Diskussion zum Film “Der Untergang” und darüber ob man Hitler als Menschen darstellen soll, der nett zu seinen Sekretärinnen ist und sich fürs Essen bedankt. Als was sollte man ihn den sonst darstellen, bitte?

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  35. 27. Januar 2009, 9:06 Uhr, von Ramona
    085

    @Dowanda, natürlich stimmt es, die Infowelt steht schon jetzt, vor allem dank Internet, dem entsprechenden ‘Dunstkreis’ zur Verfügung. Nur denke ich, dass bekommt jetzt so einen, wie soll ich sagen……legalisierten, normalen Touch. Man kann nicht mehr einschätzen, liest dein Gegenüber den “Völkischen Beobachter“ aus Interesse und weiß das historisch einzuordnen oder kann er jetzt unbehelligt seine braune Gesinnung zu Schau stellen.
    Aber vielleicht hast Du recht, ich sehe das zu kopflastig, wie vieles in den letzten Tagen:-(

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  36. 27. Januar 2009, 9:38 Uhr, von Dowanda
    086

    @Ramona
    Leider habe ich das Gefühl, das zeigt auch die historisch gewachsene Realität, das etwas Legales nicht zwangsweise etwas Erstrebenswertes sein muss. Die Pressefreiheit per Gesetz beschneiden zu lassen und die Zensur damit legal zu machen, wurde zu oft als Instrument missbraucht. Da nehme ich stattdessen lieber ein paar unterirdische Pubikationen als Risiko auf mich.
    Das echte Problem sehe ich viel eher darin, dass die Presse sich selber beschneidet bzw. zensuriert indem unreflektiert voneinander abgeschrieben wird. Formate, die Stellung beziehen, treten in den Hintergrund. Vor allem kontroverse Positionen verlagern sich viel mehr in blogs, weil sie bei den Mainstreamgesinnungsmechanismen durch den Rost fallen. Womit wir auch wieder bei der aktuellen Diskussion angekommen wären :-)

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  37. 27. Januar 2009, 10:10 Uhr, von Ramona
    087

    Wir waren nie abseits der Diskussion. Puh….:-)

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  38. 27. Januar 2009, 10:12 Uhr, von Ramona
    088

    @Noisa, wo bleibst Du? Auch ich habe mit @Fabians ‚Kuschelkurs‘ ein Problem. Das haben hier sicher einige. Aber Deine Statements sind hier wichtig, denk an die, die Deine Wortmeldungen mögen.

    @Fabian, da musst Du durch, Du kommst rüber als hättest Du Kreide gegessen (nicht gleich wieder losrumpeln).

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  39. 27. Januar 2009, 15:01 Uhr, von Noisa
    089

    @Ramona, nett von Dir. Ich bin nur die nächsten Tage völlig dicht mit anderen Sachen und viel unterwegs. Ich schaffe es derzeit einfach nicht. Gelegentlich schau ich `hier´ vorbei, würde mich auch freuen, wenn sich andere wieder beteiligen, die sich etwas zurückgezogen haben.

    Eine gute Woche Dir und @allen hier. :)

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  40. 27. Januar 2009, 15:02 Uhr, von Jörg Friedrich
    090

    Ich stimme dem Artikel weitgehend zu, frage mich allerdings,ob die positive Vision, die Frau Meckel für die Papierzeitung zeichnet, nicht die eines Wochen- oder Monats-Blattes ist und weniger die einer Tageszeitung. Ein großer Teil dessen, was eine Tageszeitung zu berichten hat, entspringt dem vorangegangenen Tag und dieser kurze zeitlich Abstand zum Geschehen schränkt die Möglichkeiten des aufwändigen handgemachten Kunstwerkes ein. Es bleibt vielleicht genau so viel Zeit übrig, wie dem Autoren auch das Internet lässt.

    Antworten
  41. 27. Januar 2009, 15:21 Uhr, von Dowanda
    091

    @Jörg Friedrich
    Ich bezweilfe, dass das im online-Medium besser ist. Da wird das Rennen um die neueste Meldung (egal ob fundiert oder nicht) noch exzessiver betrieben.

    Antworten
  42. 27. Januar 2009, 16:58 Uhr, von Anna
    092

    Schnell, schneller … die Schweiz. Unpassend zum Posting, aber semi-passend zum Blog:

    http://www.touristikpresse.net/news/22721/

    @ Jörg:
    Die Zeit bleibt nicht übrig. Tageszeitungen haben – meiner Erfahrung nach – mehrere “Redaktionsschlüsse” (?). Das Feuilleton eher als der Sport, besonders bei Championsleague und Nachspielzeit. Dann muss der Kram ja noch gesetzt und gedruckt werden. No way. Eine Online-Redaktion mit Newsdesk ist da zackiger am Start weil die beiden letzten Schritte wegfallen: Artikel fertig, Artikel draußen. Anyhow and on a more personal note: Trotz aller Querelen (http://tinyurl.com/6pk5vk) werde ich weiterhin die beste deutsche Tageszeitung abonnieren und lesen… und nicht nur aus haptischen Gründen. ;) Die “Vision” trifft allerdings wirklich eher auf Wochenzeitungen oder Sonderbeilagen zu (z.B. das Wochenende – Sa. in der SZ oder Reise – Do. in der SZ). Groetjes aus Gievenbeck (zu Besuch).

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  43. 27. Januar 2009, 17:41 Uhr, von Ramona
    093

    @Dowanda kann Dir nur zustimmen.
    Allein was heute zum Thema
    ‘Bundesregierung hat Konjunkturpaket verabschiedet’ durchs Netz flirrt, ist der Wahnsinn.

    @Noisa, da bin ich ja beruhigt:-)

    Antworten
  44. 27. Januar 2009, 18:39 Uhr, von US
    094

    Hallo Leute,
    ich brauche meine Offline-Zeitungen, ich lese jeden Tag in drei Zeitungen, da fange ich morgens schon in der Bahn mit der ersten an. Wenn ich zu Hause bin höre ich mit der letzten auf. Und die Online-Zeitung die nutze ich zwischenzeitlich selbstverständlich auch. Das eine geht bei mir gar nicht ohne das andere.
    MfG

    Antworten
  45. 27. Januar 2009, 18:44 Uhr, von US
    095

    Aber ich kann euch allen versichern, dass ich den Stürmer, den Angriff und die Bild-Zeitung bestimmt nicht lese.
    MfG

    Antworten
  46. 27. Januar 2009, 20:25 Uhr, von Jörg Friedrich
    096

    @Dowanda: Ich verstehe nicht den Zusammenhang zwischen deiner Äußerung und dem, was ich geschrieben habe. Kannst du mir den erklären?

    Antworten
  47. 27. Januar 2009, 21:10 Uhr, von Dowanda
    097

    “Es bleibt vielleicht genau so viel Zeit übrig, wie dem Autoren auch das Internet lässt.”
    oder habe ich was missverstanden? @Jörg Friedrich

    Antworten
  48. 27. Januar 2009, 23:26 Uhr, von Martina
    098

    @Petra: Io so dass du ernst genommen hast und dass du schaffen wirst alle die “I Know” post zu lesen und zu verstehen, auch wenn auf
    English sind (Ich schaffe sogar hier zu lesen und hofften”nicht immer” zu verstehen, keine Kommentar auf meine D-schreiben;)), io so aber auch, dass du noch weitere enttäuscht wirst wären du liest, wie und was die Italienisch Politiker machen und die “Hände gebundenen Journalisten” nicht schreiben können/müssen.
    Ich habe heute morgen in “Die Welt” eine Artikel über Stanislav Markelov und Anastasia Baburova gelesen, das soll man vorbereitet zu zahlen wenn man gegen die “macht” was tut? Ist das die Zukunft oder gehen wir alle zurück in der Geschickt?
    Grazie per la tua preghiera, ma io non credo più in Dio ma in persone sincere come te “Danke für deine Gebet aber ich glaube nicht mehr an Gott, sondern an Leute wie Du, die ehrlich sind”. Bleib wie du bist.

    An alle andere: Sorry wenn ich mir ein klein stück diese Blog gelihen habe.
    Buonanotte a tutti.

    Antworten
  49. 28. Januar 2009, 5:57 Uhr, von Petra
    099

    @martina –Dieser Blog lebt für mich durch die Worte von Frau Meckel und durch die Worte derjenigen, die hierzu etwas schreiben. Und hier gibt es eben einige, von denen ich ganz besonders gerne lese – dazu gehörst auch du! Du „leihst“ nicht etwas von dem Blog, sondern gibst etwas hinein! Stanislav Markelov und Anastasia Baburova: zwei sehr mutige Menschen! Ich wünschte mir manchmal, ich wäre auch so stark, aber das bin ich leider nicht. Es gibt wenige Menschen, die sich so den Missständen der Welt entgegenstellen. Aber im ganz Kleinen versuche ich jeden Tag, die Welt zum Guten zu drehen. Und manchmal habe ich sogar Erfolg. Deshalb schreibe ich auch hier, weil (wie Frau Meckel in einem Posting mal geschrieben hat) es sein kann, dass „ein Samen aus dem virtuellen Netz auf fruchtbaren Boden fällt“. Und trotzdem ihr meinen Vornamen kennt, schreibe ich „anonym“, also für das, was ich hier schreibe, muss ich mich am nächsten Tag nicht öffentlich rechtfertigen. Das ist bei Frau Meckel und auch bei Frau Will anders. Deshalb habe ich vor den Beiden großen Respekt. Und auch sehr vor dir, weil du hier mitliest und ich denke, dass das bei einigen anspruchsvollen Beiträgen mitunter gar nicht leicht ist (zum Beispiel bei Walter, dessen Beiträge ich sehr schätze). Also auch an dich: bleib wie du bist!

    Antworten
  50. 28. Januar 2009, 7:38 Uhr, von Ramona
    0100

    @Petra, Du hast genau die richtigen Worte zu @Martina‘s Beitrag gefunden:
    “Du „leihst“ nicht etwas von dem Blog, sondern gibst etwas hinein!”

    Das kann ich nur unterstreichen. Ähnlich empfinde ich bei Kommentaren von @Mesm oder @Urs. Diese ganz anderen Gedanken und Sichtweisen auf die Dinge, machen das Blog lebendig.

    Einem schönen Tag!

    Antworten


© Miriam Meckel 2002 bis 2012