MM_Tagore
Zu den Kommentaren
9. Februar 2009, 20:18 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Augenblick mal …


Ich habe nicht mitgezählt, wie oft ich schon an diesem Photoautomaten am Zürcher Flughafen vorbei gelaufen bin. Er befindet sich auf der ersten Ebene auf dem Weg zur Passkontrolle und den Abfluggates und es müssen einige hundert Mal gewesen sein. Nie saß jemand drin.

Früher waren diese Automaten Augenzeugen unseres Lebens. Wir haben uns allein, zu zweit oder gar zu fünft oder sechst in die Kabine gequetscht photographieren lassen, ernst oder mit wilden Grimassen. Zu Beginn einer neuen Liebe hat man sich auch gerne im Angesicht des dunkelgrau getönten Spiegels und unter Einwirkung des Blitzlichts geküsst. Wir haben diese kleinen viereckigen Bildchen, die meist zu viert an einem Streifen hingen, gesammelt, aufgehängt und in immer weiteren zeitlichen Abständen, aber regelmäßig angeschaut. Meine Güte, wie viel Zeit zwischen diesen Schnappschüssen des Lebens immer vergangen ist. Aber die Augenblicke unserer unterschiedlichen Lebens- und Liebesabschnitte blieben, sie waren festgehalten. 

Diese Zeiten sind vorbei. Mit dem Siegeszug der Digitalphotographie hat sich das Photo vom dokumentarischen Objekt zum Objekt der Inszenierung gewandelt. Das gilt sicher mehr für die private Photographie als für die künstlerische und professionelle, aber es gilt. Das Bild erhält durch den Moment des Photographieren seine Bedeutung, nicht durch den Augenblick, der in ihm festgehalten wird. “Man fotografiert, um zu fotografieren, um von anderen beim Akt des Fotografierens gesehen zu werden”, sagt der Photokünstler Wolfgang Tillmanns.

Als ich neulich wieder einmal an dem Automaten vorbei kam, der sinnigerweise “Photopront” heißt, dachte ich “schade”. Wahrscheinlich ist es billiger, das Ding ungenutzt da stehen zu lassen, als es abzumontieren. Vielleicht verirren sich aber auch gelegentlich doch noch Menschen hinter diesen halb langen Vorhang. Und wenn doch irgendwann die Demontagetruppe kommt, dann wünsche ich mir, dass ich in genau diesem Moment des Weges komme. Und dann sage ich. “Augenblick mal! Sie demontieren ein dokumentarisches Objekt.” Und in diesem Moment müsste der Automat mitspielen und einfach los knipsen. Diese Bilder hätte ich dann gerne.

350 Reaktionen

  1. 17. Februar 2009, 10:21 Uhr, von Ramona
    0301

    @Urs, Du hast unsere Rufe in die Berge aber lesen können, oder? Schön, dass es Dir gut geht!

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  2. 17. Februar 2009, 10:22 Uhr, von Dowanda
    0302

    @Ramona
    NEIN gg
    Aber es gibt ne andere nette Sie. Genau genommen drei. Bisschen kompliziert im Moment. Aber gut, schau ma mal …

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  3. 17. Februar 2009, 10:26 Uhr, von Noisa
    0303

    @Urs, schön, dass Du wieder da bist. :))

    @Dowanda

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  4. 17. Februar 2009, 10:27 Uhr, von Noisa
    0304

    Entschuldigung, ich bin heute etwas unkonzentriert. :)

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  5. 17. Februar 2009, 10:28 Uhr, von Ramona
    0305

    Na sag mal……., freue mich aber für Dich. Denk an Deine Konditon, wegen des älter werdens:-)))

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  6. 17. Februar 2009, 10:30 Uhr, von Dowanda
    0306

    Klingt mehr nach Orgien als es tatsächlich der Fall ist *g*
    @Ramona

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  7. 17. Februar 2009, 10:31 Uhr, von Noisa
    0307

    Meinst Du mich, @Ramona? Oh, ich mach momentan viel Sport. Naja, ich will mich auch nicht zu sehr ablenken lassen… Ich bin schon ein ziemlicher Kopfmensch. ;)

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  8. 17. Februar 2009, 10:39 Uhr, von Ramona
    0308

    @Noisa*lach*, nein die Antwort, war für @Dowanda, aber schön das zu wissen, ich sage nur Radtour!!!!!

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  9. 17. Februar 2009, 10:39 Uhr, von Urs Bürgi
    0309

    @Noisa, danke für das Willkommen. @Ramona, klar hab’ ich euch rufen gehört, war aber bei schönem Wetter auf der Piste, Skipiste wohlgemerkt, dann in der Sauna und danach Squash, das bringt Kondition, nur so als Tipp für den Ausflug ins Erzgebirge. In summa besser als jede Schönheitscrème, also natürlich schön *grins*.

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  10. 17. Februar 2009, 10:48 Uhr, von Urs Bürgi
    0310

    @Noisa, @Ramona, auch @Petra, was mich interessieren würde ist, wie ihr den Artikel von MM seht, was ihr dazu meint, auf den Mesm hinwies, es war aber die “Bàrnà Zitig”, nicht FT.

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  11. 17. Februar 2009, 10:50 Uhr, von Noisa
    0311

    @Ramona, ja, die Radtour!!! :)

    @Urs, Skipiste – Sauna – Squash. Das grenzt an Leistungssport. Aber schön, wenn es Dir gefällt. Wobei: So eine ähnliche Tortur habe ich Mitte März auch vor mir. Wellnesswochende mit Freundin heißt nicht, Sauna, rumliegen, lesen, sich massieren lassen. Nein: Morgens schwimmen, Frühstück, laufen, Sauna, laufen, ggf. Fitnessraum. Da muss ich vorher trainieren, sonst muss sie den Weg immer 3x laufen.

    Schönen Tag noch! Sorry, ich bin heute albern – das geht auch mit ohne Karnevals-Gen. ;)

    (Urs, da muss ich gleich mal reinschauen… )

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  12. 17. Februar 2009, 10:52 Uhr, von Noisa
    0312

    Ein `mit´ ist zu viel.

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  13. 17. Februar 2009, 11:07 Uhr, von Urs Bürgi
    0313

    @Noisa, “vo nüüt chunt nüüt”, nur so bleibt’s Du jung, sowohl, als auch, und bei zunehmender Komplexität der Welt, braucht’s schon Durchhaltevermögen, alles erfassen, ordnen und beurteilen zu können. Übrigens: nur ein Wochenende, ist zu kurz, und Höhentraining zwischen 1000 m und 2000 m, also Dein (Dauer)Laufen, Schwimmen, bringt da mehr, als im Tal. Der Kopf wird unheimlich klar, die Probleme reduzieren sich, die Lösungen kommen rascher, das “Seelchen” atmet frei durch, Du fühlst Dich wie um 15 Jahre verjüngt, (Anfang 20??) ;-)) Und es muss was dran sein, frag’ die Österreicher(innen), warum wir soo gut waren in Val d’Isère (hihihihi)

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  14. 17. Februar 2009, 11:20 Uhr, von Noisa
    0314

    Ein Hammerartikel in der Berner Zeitung, @Urs. Da kann ich auf die schnelle auch nichts Brauchbares zu schreiben. Ach, der Artikel als Posting wäre doch was.

    Ja, ein Wochenende ist knapp, vielleicht bekommen wir wenigstens ein verlängertes organisatorisch hin. Meine Freundin ist sehr klug und gefragt, ich hoffe, sie kann etwas drehen…

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  15. 17. Februar 2009, 11:37 Uhr, von Urs Bürgi
    0315

    @Noisa, ja, das ist MM. Sprachlich und literarisch sehr gut gemacht, mit viel Wissen aus ihrem Fundus verziert, aber mir fehlt einfach die Konklusion, denn an Kommentaren zur Vergangenheit hat’s ja nun nicht gefehlt, von Präsidenten von x Organisationen bis zu Nobelpreisträgern, Insidern und Outlaws erzählte uns jeder seine Sichtweise über das Gestern. Nur: was sollen wir daraus lernen, was wir tun sollen, das fehlt mir, aus so schönem Mund mit einer Stimme mit solchem Timbre. Analytik literarisch ummantelt ist unterhaltsam, aber für mich nicht hinreichend, wenn man “Lehrerin” ist, also uns Stundenten aufzeigen soll, welche Optionen wir haben, das Morgen zu gestalten, wie wir uns einbringen, was wir tun können, um uns auf welche Zukunft einlassen zu können. Oder seh’ ich das zu eng?

    Antworten
  16. 17. Februar 2009, 11:45 Uhr, von Noisa
    0316

    Nein, Du siehst es nicht zu eng, @Urs. Aus einem theoretischen und teilweise rückblickenden Ansatz heraus lassen sich womöglich Lösungen entwickeln. Ich muss den Artikel allerdings gedanklich noch verarbeiten. Mir gefällt es, wenn aktuelle Geschehnisse von allen Seiten beleuchtet werden, dabei Theorien, Systeme, Mechanismen dargestellt werden, wenn alles Infrage, quasi auf den Kopf gestellt wird.

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  17. 17. Februar 2009, 12:11 Uhr, von Petra
    0317

    @urs bürgi – In dem Artikel „Anleger als nicht denkende Konstrukte“ wird die Zergliederung von Prozessen beschrieben. Wenn ein großer Vorgang in 100 kleine aufgeteilt wird, und jeder einzelne wieder in 100 kleine, dann hat niemand mehr einen Gesamtüberblick. Das Eingreifen bei Fehlentwicklungen wird erheblich erschwert. Dies ist – denke ich – sicher ein Teilaspekt der Finanzkrise. Beruflich war ich einige Zeit mit dem Thema „Prozessaufspaltung“ intensiv befasst. Tendenziell werden ja Prozesse auch deshalb aufgegliedert, weil die „einfachen Tätigkeiten“ an Mitarbeiter mit geringen Kenntnissen sowie eben geringer Entlohnung und „komplexe“ Tätigkeiten an qualifizierte Mitarbeiter vergeben werden. Grundsätzlich ist dies auch der richtige Weg. Aber er ist oft nicht zu Ende gedacht. Meist wird erst gemacht und dann analysiert. Dann ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Zum einen muss der Mensch auch Abwechslung haben. Eine zu stupide Tätigkeit ohne Bezug zu dem Gesamtprozess und auch den anderen beteiligten Menschen führt dazu, dass die (allermeisten*) Menschen unzufrieden sind und unbewusst Fehler machen oder keine Verbesserungsvorschläge machen können. Und Menschen, die komplexe Aufgaben haben, sind für 5 min leichte Tätigkeiten sicher zugänglich, um mal den Geist ein paar Minuten zu regenerieren. Insgesamt gibt es bei einer zu hohen Prozesszergliederung eben kaum noch Menschen, die die Gesamtzusammenhänge kennen. (Ist manchmal auch eine schöne Entschuldigung, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen.) Die Gefahr der Ineffizienz ist groß. Und eine grobe Fehlsteuerung – zurück zum Anfang meiner Ausführungen – wird dann erst zu spät aufgedeckt. Meist fällt es aber nicht so sehr auf, weil sich Mitarbeiter eben nicht an die vorgegebenen Leitfäden halten und beim Mittagstisch mit befreundeten Kollegen über den Tellerrand schauen. Also, @urs, wenn du meine bescheidene Meinung wissen möchtest, was anders werden soll, so glaube ich, bezogen auf diesen Teilaspekt, dass die e x t r e m e, bis in den letzten Teilaspekt vorgenommene Aufgabengliederung nicht die richtige Lösung ist, der grundsätzliche Weg ist aber ok. Wie fast immer liegt „die Wahrheit“ (das relativ Optimale) in der Mitte. Das sind wie geschrieben m e i n e Erfahrungswerte. Vielleicht hat das aber jemand anders erlebt.

    Ich gebe dir bezüglich des fehlenden Lösungsansatzes in den wissenschaftlichen Artikeln, u.a. von MM, Recht. Müssen Wissenschaftler keine Lösung finden? Ist das nicht deren Aufgabe? Die Frage stelle ich (auch wenn es anders klingt) wertfrei, denn ich bin gehöre nicht diesem Kreise an und kenne das Aufgabenfeld nicht so genau. Ich bin Praktikerin und als solche immer gefordert, Lösungen zu finden. In meiner Arbeit wiederum fehlt mir oft der „übergeordnete“ wissenschaftliche Ansatz.

    *Ausnahme: Bei der „Sendung mit der Maus“ wurde mal in einer Sondersendung die Autoherstellung beschrieben. Hier gab es einen Mitarbeiter, der schon Jahrzehnte immer die gleichen 20 Schritte und 10 Handgriffe machte. Er wollte auch nichts anderes mehr. Ich denke, dass ist wohl die Ausnahme. Im Übrigen liebe ich die Erklärungsfilmchen bei der „Sendung mit der Maus“. Es ist immer so schön anschaulich!!! Den Elefanten finde ich ganz putzig. Das aber nur nebenbei.

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  18. 17. Februar 2009, 12:59 Uhr, von Urs Bürgi
    0318

    @Petra, jein, das ist eben ein Teil, nämlich beschreibend, deskriptiv, aber wo bleibt das Konstruktive? Marx hat das Phänomen schon früher, eben in den extremen Anfängen, beschrieben. Hat man daraus gelernt? Nein, das waren ja “Kommunisten”! Welches Menschenbild verbirgt sich hinter dieser Form von Arbeitsprozessorgansiation? Wer hat den “Profit”, “eignet ihn sich an”? Dazu hatten wir doch im sogenannten”Westen” Zeit, weil es ab ca. 1960 materiell nicht mehr um’s Überleben ging. Statt dessen wurde der US-Konsumismus(auf Pump) als “Weltreligion” ausgegeben, dem nach und nach alle verfielen, bis hin zu den Nachfahren Maos. Und nun setzt uns die Natur, die Erde die Grenze.Wir werden also mit der Tradierung der “bewahrten” Gedanken und Methoden und deren Verfeinerung die “Kuh nicht vom Eis bringen” und wenn wir das Eis schmelzen, als Lösungsansatz, wird sie uns absaufen. Daher: Beschreibung ist ja nicht falsch, aber es ist genug beschrieben, doch nichts an Optionen, an Möglichkeiten, an neuen, anderen Denkmodellen aufgezeigt worden. Ich erinnere an Davos, das “Mekka” der Mächtige:heisse Luft, nada, nothing. Und der so hochgejubelte, auch in diesem Blog, Heilsbringer, gut, 100 Tage sind noch nicht rum, also das ist “kochen mit Wasser”, nicht so beschränkt im Kopf, wie sein Vorgänger. Daher:ich fürchte, die “Zeit” rinnt uns zwischen den Fingern hindurch, weil wir immer beschreibend zurück schauen und nicht den Mut haben, wirklich radikal (die Wurzel) anders zu dneken und das zur Diskussion und zum Beschluss zu führen. Die “Programme” zur Rettung der “Bankleichen” sind doch kein Ansatz, aus dem neue Impulse, Ideen, Massnahmen, Begeisterung, Aufbruch resultieren. Das ist Beerdigung auf Raten und der Rest wird als “Bärenfell” aufgeteilt. China ist da schon lange dabei, seine Claims abzustecken, sehr erfolgreich. Ist das unsere “future”? Oder liege ich da völlig daneben?

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  19. 17. Februar 2009, 13:19 Uhr, von Petra
    0319

    @urs bürgi –Wenn ich dich richtig verstehe, forderst du auch von Wissenschaftlern einen Lösungsansatz und diesen in klare Worte? Wenn Wissenschaft so definiert ist und ein Bestandteil deren Aufgaben, dann ist das völlig korrekt.

    Nein, so kann es nicht weitergehen. Meinen Frust hierüber habe ich mal in den vergangenen Tagen geäußert: diejenigen, die es angeht, die machen weiter wie bisher.

    Und wenn in DAVOS, wo die wichtigen und – denke ich – auch richtigen Leute zusammenkamen, offiziell keine sensationellen Ergebnisse erzielt wurde, wo denn dann?

    Es bleibt eben nur die Chance, im eigenen Umfeld den Veränderungsvirus zu implementieren. Ich bin auch ganz ehrlich: ich würde nicht in die Zeitung setzen wollen, dass der oder die doch mal dies oder das gefälligst machen sollen. Es wird immer dem Überbringer der Nachricht der Kopf abgeschlagen. Der ist mir irgendwie heilig.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass du in DAVOS auch das eine oder andere Samenkorn gestreut hast, was demnächst zu einem zarten Pflänzchen und dann zu einem starken Baum wird?

    Antworten
  20. 17. Februar 2009, 13:20 Uhr, von Urs Bürgi
    0320

    Ergänzend, noch einmal zu dem, was @Miranda schrieb: loslassen können, zeigt auch auf, dass man sich zutraut, und anderen auch, die Probleme, die vor uns liegen, lösen zu können,und so ist es nahezu antagonistisch, einerseits “festzuhalten” was ist und dann sofort war, und somit loszulassen, um uns ganz dem zu widmen, was vor uns liegt und damit zu vergessen, was war, es eben loszulassen, denn es ist ja im Foto festgehalten und es hält uns nicht mehr fest im Denken und dann danach zu handeln. Und noch einmal @Miranda: “die Kunst und ihre Erscheinungsformen” lesen zu können, ist eine besondere Stärke, denn sie, die Kunst, erfühlt das, was der Vernunft, der eingegrenzten Logik vorenthalten ist. Sie ist demnach komplemetär zur “Logik” und ich komme zu dem Neuen nicht, wenn ich das Alte nicht loslasse. Das ist dann schon fast “Lebenskunst”, sagt man. Aber da weiss ich zu wenig darüber, da fehlt mir die “Lebenserfahrung”. Da seid ihr sicherlich erfahrener, @Noisa, @Ramona, @Petra, et. al.

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  21. 17. Februar 2009, 13:39 Uhr, von Jörg Friedrich
    0321

    Wissenschaftler, insbesondere diejenigen, die sich mit der Gesellschaft beschäftigen, haben schon genug mit der Analyse und der Ursachenforschung zu tun, von ihnen dann auch noch “Lösungen” zu verlangen, ist eine Überforderung. Sie sind keine Gesellschafts-Ingenieure.

    Zumal die “Lösung” immer eine Utopie wäre – ihre Umsetzung hängt ja vom Handeln der Menschen ab, die müssten zunächst die Lösung zur Kenntnis nehmen, dann akzeptieren, sich dann entsprechend verhalten – alles ganz illusorisch.

    Trotzdem gibt es von Wissenschftlern nicht nur Deskriptives, um das zu finden, muss man aber nicht die Tageszeitungen, sondern die Fachjournale lesen.

    Antworten
  22. 17. Februar 2009, 13:45 Uhr, von Petra
    0322

    @urs bügli: Miranda hat es genau getroffen, man muss loslassen können. Dazu gehört eben so eine Art „Selbstanalyse“ – was ist gut, was hat sich bewährt, was passt aber nicht und was muss ich wie verändern. Wenn es sich Menschen jedoch „bequem“ gemacht haben auf ihren Chefsesseln mit schönen Büros und einfachen Weltanschauungen, dann wird diese Analyse jedoch nicht gemacht. Das ist in der Wirtschaft so und in der Politik sowieso.

    Antworten
  23. 17. Februar 2009, 13:52 Uhr, von Urs Bürgi
    0323

    @Petra, ja, darin sehe ich den Sinn der Wissenschaft. Daher ja auch der Wechsel bei Obama: sein Vorgänger liess nur Wissenschaftler zu die seine Politik stützten, “Claqueure” , während Obama die Wissenschaft auffordert und anhört, sich zu outen, auch wenn es unangenehm sein sollte. Vielfalt vor Einfalt, immer wieder. Nein, Davos sind closed shops, da ist man “unter sich”, und ich war Dienstleisterin, da gab’s nichts zu “streuen”, das muss man anderswo, weil es einen “gepflügten Acker braucht”, und der fehlt dort völlig. Und das “australische Modell”, manche Pflanzen brauchen die natürlich erzeugte Hitze, das Feuer, um ihre Samenkapseln öffnen zu können, davon halte ich nichts. Es muss nicht erst alles “verbrennen”, um Platz zu schaffen für neue Möglichkeiten, auch wenn Darwin aufzeigte, dass das Ende notwendig ist, um den Veränderungsprozess zu verstetigen, sondern das Loslassen, wie oben aufgezeigt, ist der bessere, uns mögliche Weg, wenn wir uns halt auf “bescheidenere Bedingungen” einlassen. Daher ja: welches Menschenbild wollen wir, ubiquitär? Was wollen, was müssen wir loslassen, nachdem wir es “fotografiert” haben, um später abzugleichen, ob wir auf dem gewählten Weg sind, indem wir uns die Differenz zwischen dem “Gestern” im Foto und dem dann “Heute” ansehen und ggfls. uns korrigieren, weil sich die “Wegbedingungen” ebenfalls änderten.Es ist ein wenig wie mit einem Tanker auf dem Meer: ständig nimmt er Peilung, wo er ist, weil Wind, Wellen und Strömung auf ihn einwirken, er dennoch seinen Zielhafen erreichen möchte, in seinem Zeitfenster, bei begrenzter Maschinenleistung, um dann zu korrigieren, gemäss Faktenlage und Aufgabenstellung, und doch bleibt das Ergebnis offen, eben wie in der “Risikogesellschaft”, von Beck, Ulrich (Prof. nicht SPD-Mumie)

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  24. 17. Februar 2009, 13:55 Uhr, von Noisa
    0324

    Zu dem Artikel von Frau Meckel:

    Auf der einen Seite wird der Zergliederungsprozess in der Arbeitswelt beschrieben, auf der anderen Seite wird der Mensch als Investor, als Humankapital gesehen. Alles wird aus der Sicht des Menschen betrachtet, der sich an Spezialisierungsprozessen beteiligt.

    Wenn ich mir ein Brötchen beim Bäcker kaufe, würde ich mich nicht als Mensch auf die Tätigkeit der Brötchenkäuferin reduzieren lassen. Ich kaufe nämlich noch Butter, Aufschnitt, ggf. Marmelade und Quark und entscheide dann selbst, was ich draufpacke. Dazu gibt es einen Kaffee oder Tee. Vielleicht konsumiere ich das alles nicht alleine, sondern in Gesellschaft.

    Wenn ich eine Aktie kaufe, das mach ich nicht mehr, aber nehmen wir es mal an, es wird eine Aktie gekauft, dann überlege ich, ob es eine Stamm- oder Vorzugsaktie ist, ich entscheide mich dann – ggf. nach Beratung – für ein spezielles Produkt.

    Der Bäcker hat nicht nur Brötchen, sondern Brote, Kuchen und Teilchen, manchmal auch andere Lebensmittel. An der Börse kann ich weitere Wertpapiere kaufen, nicht nur eine VW-Aktie o.ä. Dem Broker ist es egal, ob er mir eine VW-Stammaktie `vermittelt´ oder ein Zertifikat. Ein Depot kann bunt gemischt sein.

    Ich wage zu bezweifeln, ob an der Börse `arbeitsmäßig´ ein Zergliederungsprozess stattgefunden hat. Ich meine vielmehr, dass die Produkte vielfältiger geworden sind. Es kann auf fallende Kurse spekuliert werden, es können Fonds, DAX-Zertifikate etc. gekauft werden. Alles was in Werten ausdrückbar ist, kann verbrieft werden. Es hat ein Zergliederungsprozess bei den Produkten stattgefunden. Ist das denn schlecht?

    Grundsätzlich dürfte man sich über ein vielfältiges Angebot freuen, meine ich. Die Schwierigkeiten sehe ich in der Kompliziertheit der einzelnen Finanzprodukte. Ich blick da als normaler Anleger nämlich nicht durch. Auf die Beratung von kompetenten, spezialisierten Beratern bin ich angewiesen.

    Ich habe nun (!) meine Bedenken, ob die Berater selbst den Durchblick haben, trotz der von der Finanzbranche durchgeführten Aufteilung in Privat- und Geschäftskunden, der Aufteilung in das Kredit- und Anlagegeschäft. Was ich damit sagen will: Die Probleme liegen eher in der Vielfalt einzelner Finanzprodukte, die für sich betrachtet von den in der Finanzbranche spezialisierteren Verkäufern selbst nicht mehr im Detail durchschaut werden können.

    Bei den Menschen hat weniger ein Zergliederungsprozess stattgefunden. Ein Zergliederungsprozess hat allenfalls bei den Produktentwicklern in der Finanzbranche stattgefunden, deren Wissen aber nicht entsprechend an die Verkäufer kommuniziert wurde. War das vielleicht gewollt? Sollte anhand von Verkaufsunterlagen der Käufer über den Bankberater zum Kauf animiert werden? Wenn ja, dann sind alle Menschen `unter´ den Produktentwicklern deren Taktik, ich formuliere das mal spitz, zum Opfer gefallen. Weil wir nun selbst schlechte Erfahrungen gemacht haben, ich auch, meine Beraterin ist so was von freundlich trotz der so sicheren Anlage mit vermeintlichem Sparbuchcharakter, lassen wir nun die Finger von diesen undurchschaubaren Produkten. Jetzt sind wieder die `Finanzproduktentwickler´ gefragt, die gemerkt haben, dass der Mensch lernfähig ist und sich nicht auf´s Humankapital reduzieren lässt.

    @Urs, ich komme bei Deinem Tempo derzeit nicht mit… Was wurde hier viel geschrieben. ;)

    Antworten
  25. 17. Februar 2009, 14:05 Uhr, von Noisa
    0325

    @Urs, Kunst ist etwas Wunderbares. Wir hatten das Thema hier mit der Telefonzelle. Und die Künstler manchen was `Greifbares´, Neuartiges aus ihren Ideen:
    http://www.null-stern-hotel.ch/

    Antworten
  26. 17. Februar 2009, 14:10 Uhr, von Petra
    0326

    @Jörg Friedrich: “Trotzdem gibt es von Wissenschftlern nicht nur Deskriptives, um das zu finden, muss man aber nicht die Tageszeitungen, sondern die Fachjournale lesen.”

    Gibt es zu dem hier diskutierten Thema einen Hinweis / Link?

    Antworten
  27. 17. Februar 2009, 14:19 Uhr, von Petra
    0327

    @urs (darf ich einfach mal abkürzen?):

    1. Unterschätze deine “Rolle” in DAVOS nicht. Die Menschen lernen oft mehr von Menschen, die nicht auf einem Podium stehen. Von dir kann man (auch mit evtl. mehr Lebenserfahrung) ne Menge lernen.

    2. Schreib doch mal einen Artikel (mit deinen Lösungsansätzen) und versuche, ob er veröffentlicht wird. Das meine ich sehr ernst.

    Antworten
  28. 17. Februar 2009, 14:37 Uhr, von Urs Bürgi
    0328

    @Noisa, ja, es ist nahezu, wie in dem von euch beschriebenen “Mannschaftssportarten”, dort läuft der Ball manchmal ziemlich rasch, weil es gilt, “Raum” zu gewinnen und das Tor zu werfen, zu schiessen, etc. – Ich meine, dass es eine Fehleinschätzung ist, die Komplexität des wirtschaftlichen Zusammenwirkens, in globalem Massstab, in Formeln und mathematisch errechneten Kurven darstellen zu können, auch wenn es mathematische Risikoprofile gibt, Wahrscheinlichkeiten, Rückversicherungen arbeiten damit, so ist die Realität doch eine andere, wie Swiss Re gezeigt hat und damit scheiterte. Also keine “neuen Produkte”, sondern versuchen, die Zusammenhänge und das Zusammenwirken zu erfassen, also einen gesamtheitlichen Ansatz zu wählen, oder die Finger davon zu lassen, und nicht “alten Wein in neuen Schläuchen” zu verkaufen versuchen. Mir liegt gerade der Geschäftsbericht von La Roche vor: 127 S + 161 S Finanzbericht, und das ist nur ein Unternehmen. von weltweit x tausend. Wer von den Analysten, den Gurus, ist in der Lage, es zu verstehen, etwas für die Zukunft abzuleiten und daraus sollen “Finanzprodukte” gezimmert werden? Aber da liegen noch Fakten vor. Wie soll es funktionieren, wenn Land parzelliert, verkauft und im Wert gesteigert wird, um dann Risikopakete daraus zu schnüren, die wiederum bewertet, verkauft, gehandelt werden? Dem “lieben Gott” trau ich zu, dass er Beginn und Ende, Inhalt und Entwicklung vorherzusagen vermag, den selbsternannten Gurus nicht. Hybris nannten sie es, vor vielen Jahren, es war stets der Beginn des Absturzes. Ich sehe daher nicht “den Menschen als strukturiertes Humankapital”, das klingt und ist sehr zynisch, sondern die Entwickler von “strukturierten Produkten”, besitzen nicht die Fähigkeit, das Ganze zu überblicken und die Wirkungszusammenhänge und damit die Auswirkungen auf ihr Konstrukt zu erfassen, “verkaufen” aber, aus ihrer singulären Sicht, dieses Produkt als “gesicherte Anlage”. Nicht der Anleger ist der “Konstruktionsfehler”, sondern die “Produkte”, deren “Struktur” aus nicht zu erfassenden und sicher vorhersagbaren Risiken besteht.

    Antworten
  29. 17. Februar 2009, 15:02 Uhr, von Noisa
    0329

    „Nicht der Anleger ist der “Konstruktionsfehler�, sondern die “Produkte�, deren “Struktur� aus nicht zu erfassenden und sicher vorhersagbaren Risiken besteht.“

    @Urs, Danke, Du gehst noch einen Schritt weiter und siehst die Produkte in ihren Wechselbeziehungen zu anderen Faktoren, die naturgemäß nicht vollständig erfasst werden können und deren Wirkungen sich nicht vorhersehen lassen. Jedenfalls bei den komplizierten Produkten dürfte es so sein. Bei einfachen Produkten kann das Zusammenspiel mit anderen äußeren Faktoren möglicherweise ganz gut eingeschätzt werden. Gerade in dieser Undurchschaubarkeit des Komplizierten ließen sich diese gigantischen Finanzgeschäfte machen, die sich nun als Luftnummer entpuppten. Ja, die `Produktentwickler´ in der Finanzwelt hatten nur einen ganz eingeschränkten Blickwinkel, den der Gewinnmaximierung für den eigenen Auftraggeber.

    Vielleicht tendiert der Mensch aufgrund der Negativerfahrungen wieder mehr zu Einfachem, zu Dingen, die er selbst besser einschätzen kann. Weniger ist mehr, sorry, ein Lieblingsthema von mir. @Petra hatte dazu bereits viel geschrieben.

    Antworten
  30. 17. Februar 2009, 15:12 Uhr, von Dowanda
    0330

    @noisa
    Dazu siehe im “Glück der Unerreichbarkeit” das Kapital “Select all”, wo genau diese Überforderung durch die Vielfalt angesprochen wird.

    Antworten
  31. 17. Februar 2009, 15:13 Uhr, von Petra
    0331

    @urs: „Nicht der Anleger ist der “Konstruktionsfehler�, sondern die “Produkte�, deren “Struktur� aus nicht zu erfassenden und sicher vorhersagbaren Risiken besteht.“:

    Wie die von mir beschriebenen „Prozesse“ auf viele Menschen aufgegliedert wurde, so wurde das Risiko hier aufgesplittet, was grundsätzlich auch OK ist. Aber es wurden eben 100 x 100 (x100) Teile daraus, die am Ende keiner mehr zusammenlegen konnte. Und der Gesamtüberblick – wie du schreibst der „ganzheitliche Ansatz“ ging verloren. Insofern kann ich aus meiner Praxis (die sich aber auf Prozess- und nicht Risikoaufspaltungen bezog) deine These bestätigen.

    Antworten
  32. 17. Februar 2009, 15:16 Uhr, von Noisa
    0332

    @Dowanda, ich erinnere mich. Danke! :)

    Antworten
  33. 17. Februar 2009, 15:26 Uhr, von Noisa
    0333

    „…so wurde das Risiko hier aufgesplittet,…“ Ist das so, @Petra? Das Risiko sind die Kursschwankungen. Wertpapiere gehen nach oben oder nach unten. Das lässt sich präzise und einfach in einer Kurve darstellen. Das Risiko ist jedem bewusst, nur die Faktoren, die dieses Risiko ausmachen, die können wir nicht (be)greifen…

    Betroffen vom `Risiko´ ist der Anleger, ob Privatanleger oder (Investment)Bank, das ist völlig egal. Das Risiko trägt der einzelne Anleger. Mittelbar können Verluste zu anderen Folgen führen, wie wir alle gerade merken…

    Antworten
  34. 17. Februar 2009, 15:40 Uhr, von Dowanda
    0334

    @Petra
    Ich hänge der These an, dass sich Risiko nicht neutralisieren lässt. Wenn Du eine Anleihe kaufst, bei der die Ausfallswahrscheinlichkeit bei nur 15 % ist (wie es z.B. bei den Subprimes war), nutzt Dir das alles nichts wenn die 15 % am Anfang der Risikoverteilungskette liegen und somit die nachlagernden Stellen mitreissen oder zumindest beschädigen. So globalisiert wie auch die Finanzmärkte sind, kann das wohl gar nicht mehr anders funktionieren.

    Risiko ist für mich Teil des Lebens. Allein zu leben ist schon risikobehaftet. Das ist vereinfachend, aber wie ich finde auch zutreffend. Alle die darum meinen, Risiko durch Splittung und Umetikettierung unkenntlich zu machen irren mehr als diejenigen, die von vornherein dem Kind den richtigen Namen geben. Das unterscheidet Zertifikate beispielsweise von Aktien. Zertifikate funktionieren so lange, so lange sich der Markt an die Erwartungen derer hält, die sie auflegen. Orientieren tun sie sich daran, was in ihrem finanzmathematischen Verfahren und Rasterfahndungen herausgekommen ist. Aber Wirtschaft ist weitaus weniger Mathematik denn Psychologie. Wenn ein einzelnes Rädchen ausschert, kann alles komplett anders laufen. Diesen Effekt beschreibt auch der Artikel von Miriam Meckel in der Berner Zeitung.

    Antworten
  35. 17. Februar 2009, 15:49 Uhr, von Urs Bürgi
    0335

    @Noisa, danke für das schöne Hotel in St.Gallen. Für Dich: Teufelhof in Basel, auch Kunsthotel. Ich mag Design von Vico Magistretti: “la semplicità e una cosa piu complicata” und eben diesen grundsätzliche Ansatz. @Petra, danke, es ist genug, hier ein wenig Gedanken und Sichtweise zu “publizieren”, und vielleicht ist es da und dort ein Gedankenanstoss, die Dinge aus anderem Blickwinkel zu sehen.

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  36. 17. Februar 2009, 16:07 Uhr, von Noisa
    0336

    Danke für den Tipp, @Urs. Ja, die Möbel von Magistretti sind klasse, schon klassisch. Ron Arad, auch als Mensch beeindruckend, dürfte in dieser Liga spielen…

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  37. 17. Februar 2009, 16:10 Uhr, von Noisa
    0337

    (…wenn auch die Formen einen Tacken verspielt sind.)

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  38. 17. Februar 2009, 16:13 Uhr, von Petra
    0338

    @Noisa: „Risikoaufsplittung“ habe ich so verstanden: Wenn ich eine Aktie eines Eisunternehmens kaufe, dann liegt das Risiko darin, dass die Sonne nicht scheint und das Eis nicht verkauft wird. Wenn sich dieses Unternehmen jetzt an einem 2. Unternehemen beteiligt, das Schlitten herstellt, dann habe ich das Risiko aufgeteilt (Sommer / Winterware). Also: das Unternehmen „engagiert“ sich in verschiedenen Risikofeldern, um mehrere „Standbeine“ zu haben – meinte ich damit, dass Risikoaufteilung ok ist.

    Zitat aus dem Artikel: „Sein Risiko durfte zerfleddert und in beliebiger Konstellation neu zusammengesetzt werden, um in einem strukturierten Produkt aus Aktien, Obligationen, Optionen, Futures und anderen Derivaten auf den Handelsplätzen dieser Welt über den «Ladentisch» gereicht zu werden.“

    Wenn sich dieses Unternehmen Aktien von einem Unternehmen kauft, was wieder an einem Unternehmen beteiligt ist, was wieder an einem Unternehmen beteiligt ist, … und am Ende keiner mehr weiß, was denn diese Unternehmen machen, dann ist die Aufsplittung nicht mehr sinnvoll, sondern sogar gefährlich.

    Vielleicht habe ich den Artikel an der Stelle aber nur falsch verstanden.

    @Dowanda:

    1.Verweis auf das an Noisa Geschriebene.

    2.Konkret zu Banken: Sich im Privatkundengeschäft zu engagieren, ist ja auch schon Risikosplittung, weil der Ausfall e i n e s Kunden nicht eine Bankpleite nach sich zieht. Das ist ja eben bei Finanzierung wie „Kirch“ etc problematisch, da der Ausfall eines Kunden gleich sehr problematisch ist. Allerdings müssen auch im Privatkundengeschäft Regeln eingehalten werden (zum Beispiel Rückzahlbarkeit, Angemessenheit der Kredithöhe etc).

    3.Mein persönliches Risiko hätte ich schon gerne gegen das der Banken abgegrenzt: was ich mit meinen „Werten“ mache, ich ja mein Bier. Wenn ich der Bank Geld gebe, möchte ich, dass sie damit ordentlich umgeht.

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  39. 17. Februar 2009, 16:24 Uhr, von Urs Bürgi
    0339

    @Noisa, und wie wäre es mit Massimo Vignelli? Geht in Richtung Magistretti? Ja, Arad ist mir nicht “streng” genug. Aber: über Geschmack lässt sich streiten, weil er so individuell ist, wie das Individuum. *grins*

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  40. 17. Februar 2009, 16:39 Uhr, von Ramona
    0340

    Jetzt habt Ihr, dank @Mesm ein Posting selbst geschaffen, juhu!!!!! Ich muss das erst einmal alles lesen, uff.
    Erst mal soviel, ich finde MM‘s Artikel sehr interessant. Er ist, so glaube ich, auch keine fertige Analyse, sondern es soll weiter gedacht und diskutiert werden. Typisch Meckel eben.
    Was ich überfliegen konnte, habt Ihr ja in der Zwischenzeit schon fast alles zusammengetragen @Urs, @Noisa, @Petra ,@Dowanda, was dazu zu sagen ist.
    @ Urs, Du bist großartig, wirklich. Du hattest ein Kommunikationsstau, gib es zu!:-))

    Für mich fehlen als Schlussfolgerung aus der Finanzkrise, immer noch Kontrollmechanismen, die ähnliche Auswüchse an den Finanzmärkten unterbinden. Wie kann verhindert werden, dass sich diese Entwicklung an den Börsen wiederholen?

    Übrigens @Urs und @Noisa, langsam glaube ich wir sind Drillinge im Geiste. Ich gönne mir Mitte März, zum Geburtstag, auch eine ganze Woche Sport-und Wellnesshotel. Zu zweit natürlich! Schwerpunkt jedoch Wellness. Sport habe im Arbeitsalltag genug. Aber Schwimmen, Laufen und Badminton (hat mich @Petra drauf gebracht, die haben eine Halle, die man nutzen kann), Sauna, Massagen usw.. Ach wird das schön…*seufz*!

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  41. 17. Februar 2009, 16:51 Uhr, von Urs Bürgi
    0341

    @Ramona, danke, zu viel des Lobes. Nein, kein Stau, sondern kreative Pause + Auftanken in bester schweizer Höhenluft mit viel Sport.
    Ja, wir können auch Postings machen, wenn MM etwas “schwächelt” oder andernorts publiziert. Und es bestätigt das, was ich unlängst schrieb: wir sind anderen Blogs voraus, qualitativ (der Freitag v Augstein). Das “Team” ist besser, kann besser sein, als die Ansammlung von einzelnen Bloggern, die sich auch noch diversifizieren. Doch: der Hinweis kam von Mesm, ich griff ihn nur auf. Dennoch, wir sind inhaltlich wieder voran gekommen und weg von “who is who.”

    Antworten
  42. 17. Februar 2009, 16:57 Uhr, von Noisa
    0342

    Ok, Danke, nun habe ich die “Risikoaufsplittung” mit Deiner ausführlichen und guten Beschreibung verstanden, @Petra. Ja, Beteiligungsgeflechte lassen sich für Außenstehende schwer oder gar nicht ermitteln. Wir hatten die Merckle-Gruppe mal zum Thema.

    In diesem Zusammenhang muss ich noch mal an die HRE denken. Gestern im Heute-Journal hatte Herr Kleber versucht zu veranschaulichen, dass eine Insolvenz bei der HRE definitiv kein Lösungsweg sein kann, da die den Pfandbriefen zugrunde liegenden Sicherheiten zu `ziehen´ seien, teilweise die Kommunen betroffen seien. Ich halte diese Darstellung in den Nachrichten für zu oberflächlich und nicht korrekt, sie wirkte schon fast politisch gelenkt. Pfandbriefe sind insolvenzfest und über die Immobilien gesichert. Der Beleihungswert der Immobilien liegt bei etwa 60% bis 80%. Die meisten Immobilien sind vermietet. Manche Sachverhalte sind komplex, müssen aber dennoch diskutiert werden. Der Weg der Regierung, die HRE zu erhalten, mag ja grundsätzlich sinnvoll sein. Sich `Ruhe zu erkaufen´ kann gesamtgesellschaftlich wirkungsvoller sein als einzelne Brandherde ausbrechen zu lassen. Aber Alternativen in den Nachrichten im Keim zu ersticken, ist nicht korrekt. Eine Erhaltung von Banken/Unternehmen über das Instrument der Insolvenzordnung bei entsprechender Sicherung der Anleger (Pfandbriefe, Einlagensicherungsfonds) kann auch positiv in den Medien dargestellt werden. Das passiert aber nicht, sodass wir uns in einigen Jahren nicht wundern müssen, wenn im Rückblick die Fehler aufgedeckt werden und der Bundeshaushalt nur schwer zurück geführt werden kann. Soviel zur PR in der Finanzbranche über Verkäufer und Medien. Eine Laienmeinung, vielleicht bin ich auch zu pingelig. ;)

    @Urs, Du scheinst ein Faible für italienisches Design zu haben. Vignellis Gegenstände/Objekte gefallen mir. Ron Ard finde ich oftmals in seinen Formen verspielt; er ist ein ganz netter, aufgeschlossener Gesprächspartner. Privat mag ich puristische Möbel und Leuchten. Da kann ein Möbelstück auch durchaus mal aus Schweden stammen. ;)

    @Ramona, das freut mich. :)

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  43. 17. Februar 2009, 17:11 Uhr, von Urs Bürgi
    0343

    @Noisa, ja, sie sind sehr gut in diesem Punkt, die Italiener, mit langer Tradition, guten Schulen für Design und, bei allem Respekt vor Frankreich, die Mode wir noch immer von Mailand dominiert, und dann denk an Venedig und seine Filmwochen, auch Locarno im Ticino, einfach ganz hohe Kunst mit sehr gutem Geschmack, ausgezeichnetes Können, denk’ an die Karosserien der Autos von Bugatti, Lancia, Alfa, usw. das ist, neben der Küche (mmmhhmm) erste Kategorie.Übrigens, wenn Du nach Bozen kommst, auch das “Greif”, das mal ein “altes Hotel” war, erzählt mir meine Familie, hat Künstlerzimmer, ganz toll, etwas teurer, aber es gibt Dir den “Stromstoss”.

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  44. 17. Februar 2009, 17:24 Uhr, von Noisa
    0344

    @Urs, was für schöne Ausführungen – der Tipp hört sich auch verlockend an. Dankeschön! :)

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  45. 17. Februar 2009, 17:49 Uhr, von Cate
    0345

    :o( Mein Kommentar wurde nicht freigeschaltet. Morgen ist es aber schon zu spät. Daher googlet bitte “Petition Grundeinkommen” und folgt dem ersten Link. Für diese Petition läuft heute die Mitzeichnungsfrist ab. Ich bin nicht mit allen Einzelheiten einverstanden, aber ich finde, dass eine Bundestagsdebatte schon sinnvoll wäre. Man muss sich registrieren, um mitzuzeichnen und da der Server leider etwas schwergängig ist, ist es mühsam. Aber es lohnt sich vielleicht…

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  46. 17. Februar 2009, 18:07 Uhr, von Ramona
    0346

    Danke für die Information @Cate.

    Antworten
  47. 17. Februar 2009, 20:00 Uhr, von Noisa
    0347

    @Ramona, `das´ neue Posting ist da. Der Text kommt mir irgendwie bekannt vor. ;)

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  48. 21. Februar 2009, 17:49 Uhr, von Siegmund Natschke
    0348

    Nach längerer Zeit mal wieder hier reingeschneit und diesen interessanten Artikel gelesen.

    Da liegen sie in diesem Fall einmal falsch, Frau Meckel. Macht ja nix ;)

    Die Fotoautomaten haben Hochkonjunktur. In der westfälischen Stadt, in der sie mal lehrten, steht im Bügeramt/Passamt ein niegelnagelneus Automätchen, das auch eifrig genutzt wird. Dasselbe gegenüber bei Karstadt. Usw. usf.

    Passbilder werden glaube ich eher selten mit der Digicam geschossen und noch weniger mit Photoshop bearbeitet ! Das darf man auch gar nicht, da die Gesichtszüge nach festem Schema klar erkennbar sein müssen. Bei jedem Fotoschuß aus dem Automaten fühlt man sich zwar als halber Verbrecher, aber das dient auch der Jagd eines solchen per Passkontrolle. Bearbeitung höchst tabu !

    Und, und: Wirkliche Fotoliebhaber fotografieren mit der alten Spiegelreflex und “echtem” Film.
    Schauen Sie sich mal die Bilder von Daniel Biskup an. Echte “Fotokünstler” haben eine Liebe zum Film wie der Journalist zur gedruckten Tageszeitung. Auch das wird der Bildschirm nie ersetzen können.

    Also, die Automaten werden nicht abgeschafft, die guten alten Fotoapparate mit Film auch nicht.
    Wär´ ja auch schade drum.

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  49. 22. Februar 2009, 15:30 Uhr, von Ramona
    0349

    Tipp: Unbedingt die Fotoausstellung von Annie Leibovitz in Berlin besuchen!!!
    Zu sehen vom 19.02.2009 – 24.05.2009 im Postfuhramt.

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  50. 8. August 2009, 18:53 Uhr, von ell
    0350

    kann mir jemad sagen wo man fotoautomaten kaufen kann??

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