MM_Duerrenmatt
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17. Februar 2009, 19:37 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Strukturiertes Humankapital

Es waren die „disassembly lines“ der Schlachthöfe Chicagos, die Ende des 19. Jahrhunderts als Vorbild für die perfekte Form der Produktivitätssteigerung dienten. Sie beruhte darauf, dass Arbeitsabläufe wie die zu verarbeitenden Produkte vollständig zerlegt und in ihren Einzelnschritten immer weiter optimiert wurden. Henry Ford hat diesen Prozess für die Automobilherstellung in der Fließbandproduktion umgesetzt, viele weitere Branchen haben ähnliche Rationalisierungsschritte vollzogen, um ihre Produktivität zu steigern.

Die Ausläufer der industriellen Revolution brachen sich damals in allen Bereichen der Wirtschaft ihre Bahn. Und sie beriefen sich allesamt auf das „Scientific Management“ Frederick W. Taylors, der Fabriken als Maschinen entwarf und die Arbeiter in diesen Fabriken als Maschinenteile konzeptualisierte.Wenn Menschen als Teil eines nicht menschlichen Apparates entworfen werden, gehen sie als Individuen in der Struktur auf.

Das hat in der Regel Vorteile für diejenigen, die mit dieser Gesamtstruktur arbeiten und Geld verdienen wollen. Und es hat auch Vorteile, wenn wir die Organisationen und ihre Strukturen theoretisch betrachten und analysieren wollen. Denn die Organisationen, also zum Beispiel ein Unternehmen, eine Universität oder eine Investmentbank, sollen auch überleben können, wenn die Menschen wechseln, die in ihnen als Fabrikarbeiter, Professoren und Händler arbeiten. Es hat also theoretisch und praktisch Sinn, wenn wir nicht die einzelnen ganzen Menschen, sondern Personen und ihre Handlungen in der Organisation entkoppelt betrachten. Einer der Vordenker der Organisationstheorie, Chester I. Barnard, hat Organisationen daher als „System von bewusst koordinierten Verhaltensweisen oder Kräften von zwei oder mehr Personen“ beschrieben.

Diese Sichtweise bringt allerdings auch Probleme mit sich. Wenn der Mensch als Ganzes, als Person und Individuum sich in diesen Strukturen auflöst, bekommt er ein Identitätsproblem. Er ist dann nur mehr die Summe seiner Einzelteile und -funktionen, die alle nur auf einen speziellen Zweck hin ihre Bedeutung erlangen. In der Geschichte der Politökonomie finden wir zahlreiche Kritik an der „Demontage“ des ganzen Menschen. Doch die Entkopplung von Person und Handlung hat sich durchgesetzt. Niklas Luhmann, der Vordenker der Systemtheorie, hat dies theoretisch radikal zu Ende gedacht: „Personen entstehen (…) durch Teilnahme von Menschen an Kommunikation. (…) Sie leben nicht, sie denken nicht, sie sind Konstruktionen der Kommunikation für Zwecke der Kommunikation“.

Die Maschinerie der globalen Finanzmärkte hat diese Betrachtung unter anderen Vorzeichen wieder sichtbar werden lassen. Sie hat den Menschen, den einzelnen Anleger und Investor, als strukturiertes Humankapital begriffen. Sein Risiko durfte zerfleddert und in beliebiger Konstellation neu zusammengesetzt werden, um in einem strukturierten Produkt aus Aktien, Obligationen, Optionen, Futures und anderen Derivaten auf den Handelsplätzen dieser Welt über den „Ladentisch“ gereicht zu werden. Wie Medizinmänner der Neuzeit haben die Händler die Zutaten aus unterschiedlichen individuellen und segmentären Risiken gemischt, um daraus Finanzanabolika herzustellen.

Konrad Hummler von der Privatbank Wegelin hat dieses Vorgehen mit einer „gigantischen Wurstproduktion“ verglichen. Die Einzelteile werden vom Körper gelöst und zerhackt, vermengt, gewürzt und verpackt. Womit wir den „disassembly lines“ der Chicagoer Schlachthöfe wieder ziemlich nahe gekommen wären.

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250 Reaktionen

  1. 24. Februar 2009, 13:27 Uhr, von Urs Bürgi
    0201

    @Petra, danke. Da Du das Limit von 2 auf 4 erhöht hast, in der Karnevalsvariante, gibt’s für Dich ein halbes Gummibärchenpünktchen. Gibt’s diese „B.-Anstalten“ noch? Wir kennen so etwas nicht, jedenfalls könnte man, referentiell zu den Ausführung der bayerischen Kabarettistin M.S., die ihr so toll fandet, auch was anderes darunter verstehen. Oder nicht? *ggg*

    Antworten
  2. 24. Februar 2009, 13:29 Uhr, von Petra
    0202

    @Walter – Finde die Seite nicht. Haben sie die Narren mitgenommen oder bin ich eine Narrin?

    Erbitte Antwort nur auf Teil 1 der Frage. Antwort auf Teil 2 kenn ich leider.

    Antworten
  3. 24. Februar 2009, 13:32 Uhr, von Petra
    0203

    @Urs, ich kenne nur die eine Bedeutung und es gibt sie in den alten und neuen Bundesländern. Obwohl – wenn ich es mir Recht überlege – wenn man diese Bedürfnis wegrationaliseren würde, ließe sich die Produktivität deutlich erhöhen…

    Antworten
  4. 24. Februar 2009, 13:35 Uhr, von Petra
    0204

    Wenn sich jetzt der eine oder andere noch an unserem Blödsinn beteiligt, sind wir besser als jeder Karnevalsumzug.

    Antworten
  5. 24. Februar 2009, 13:38 Uhr, von Ramona
    0205

    Hiiiier, ich!!!!
    Oh man @Urs *schwitz*, dass geht in wenigen Sätze eigentlich nicht, aber hier mein Versuch:

    SOZIALISMUS ist ein Begriff der eingangs des 19. Jh.s in Frankreich aufgekommen ist und eine politische Bewegung, die auf der Basis sozialer und wirtschaftlicher Gleichheit ein System von Gemeineigentum an den Produktionsmitteln (Alles gehört allen) anstrebt.
    Die Entwicklung im 19. Jh. vollzog sich vom utopischen Soz. (Saint-Simon, Proudhon, Owen), der ausgehend vom Genossenschaftsmodell, Idealbilder künftiger Gesellschaftsformen entwirft, hin zum wissenschaftlichen. Soz. (Marx, Engels). Auf der Grundlage des dialektischen Materialismus wird eine revolutionäre Beseitigung der Kapitalkonzentration und als Endziel die Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft angestrebt.
    Soweit die Theorie! Die Praxis…Schwamm drüber:-)))

    KAPITALISMUS ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, in dem die Masse der Arbeitnehmer eine zahlenmäßig kleineren, jedoch über die Produktionsmittel verfügenden Arbeitgeberschicht gegenüber steht. Das treibende Motiv im Kap. ist das Streben nach hohem Gewinn und wirtschaftlicher Macht. Voraussetzung für den Frühkapitalismus, war die Verdrängung des Feudalismus. Die industrielle Revolution und der Liberalismus führten zur Befreiung der Wirtschaft von staatlichen Eingriffen.

    Uff………wer möchte ergänzen?

    Antworten
  6. 24. Februar 2009, 13:45 Uhr, von Urs Bürgi
    0206

    @Walter, es soll angeblich gelten, jedenfalls in den Naturwissenschaften, dass man nur das sieht und findet, was man sich vorstellen kann. Das würde bedeuten, dass es so ist, oder anders gesagt (ich wiederhole mich), „Welt ist subjektiv“. (Nicht von mir, nur geliehen von Walter Schulz, „Ich und Welt“) Aber vielleicht ist alles, fasnachtsgetrübt, ganz anders.

    Antworten
  7. 24. Februar 2009, 13:46 Uhr, von Ramona
    0207

    Ich ergänze mal den letzten Satz. Im hochindustriellen Kapitalismus greift dann der Staat wieder in die Wirtschaft ein!!!!!:-)))

    Antworten
  8. 24. Februar 2009, 13:59 Uhr, von Noisa
    0208

    Banal, @Ramona (13:46 Uhr). Tolle Ausführungen. Danke!

    @Urs, ich denke auch, dass wir mit unseren Menschenhirnen nur einen Teil der Welt erfassen können. Es gibt doch manchmal merkwürdige zwischenmenschliche Beziehungen, die man mit „Zufall“ erklärt, die einen aber dennoch beeindrucken. Manche Menschen, die man zum ersten Mal sieht, erscheinen einem näher als andere. Mir ist es schon sehr oft passiert, dass ich einen lieben Menschen angerufen habe, der mich wenige Sekunden zuvor ebenfalls erreichen wollte oder umgekehrt, obwohl man sich lange nicht gesprochen hat. Ja, wer weiß schon wie die Welt tatsächlich ist?

    Antworten
  9. 24. Februar 2009, 14:19 Uhr, von Urs Bürgi
    0209

    @Ramona, Du schuldest sowohl Noisa, als auch Petra und vor allem mir, mindestens jeweils 20 Gummibärchenpunkte, in Cash, weil Du uns derart strapaziert hast, heute, und das nach gestern, dass eine derartige „Abmahnung“ in dieser Währung noch sehr milde ist, weil wir Dich ja ganz gern haben, aber sooo geht’s, bei aller virtuellen Freundschaft, nicht. Bist ja geistig ausser Rand und Band mit derartigen Ergüssen von „AltDDR-Definitionen“! Also, jetzt komm‘ wieder runter, zu uns, dem gemeinen Volk und lies einfach das, was wir dazu sagten. Ja? Und dann haben wir uns alle wieder ganz lieb. Sonst komm‘ ich mit „Sekundär-und Tertiär-System-Theorie“ von J.F. *gggg*

    Antworten
  10. 24. Februar 2009, 14:42 Uhr, von Ramona
    0210

    @Urs, stimmt lustig war das nicht, aber ich lebe halt in einer karnevallosen Gegend:-(
    Knüll die AltDDR-Def. einfach zusammen oder schieb sie durch den Schredder.

    Antworten
  11. 24. Februar 2009, 15:18 Uhr, von Noisa
    0211

    Wie soll der `neue Kapitalismus´ aussehen? Hierzu macht sich die Kanzlerin immerhin Gedanken (tinyurl.com/cx9fxo).

    @Urs, mit den Gummibärchenpunkten hast Du hier eine `virtuelle Währung´ eingeführt. Ramona sollte aber ein paar bekommen, meine ich. ;)

    Antworten
  12. 24. Februar 2009, 15:29 Uhr, von Cate
    0212

    @Noisa: Diese Gummibärchenpunkte sind nichts als Lug und Trug! Meine Physiklehrerin schuldet mir bis heute zig Tüten. Nie habe ich davon auch nur eine gesehen… :o(

    Antworten
  13. 24. Februar 2009, 15:44 Uhr, von Urs Bürgi
    0213

    @Noisa, @Cate, ja, das ist wieder eine Lehre für’s Leben: im Netz ist es eben nur denkbar, die Wirklichkeit sieht anders aus und „schmöckt“ anders, wie oftmals an Fasnacht, wenn die Maske, Larve oder was auch immer, fällt. Daher sind „Gummibärchenpunkte“ zeitgemäss: ihr sammelt sie von mir und verkauft sie dann weiter, fügt vielleicht ein „Versprechen“ hinzu, reichert das Paket mit „Virtuell-Nuggets“ an und verscherbelt es an eine marode Bank, Versicherung etc., die gerade von Angela „Real-Money“ bekommen hat. Dann seid ihr, und ich besonders, fein raus. Wo parken wir den Zaster? Off-shore in den USA, oder Cayman-Islands sind da geeignet, auch gut für Ferien, näher ist es bei UK-Brown, Kanalinseln, haben aber meist Regenwetter. Also, ans Werk, die Zeit ist JETZT, oder nie.

    Antworten
  14. 24. Februar 2009, 16:04 Uhr, von Urs Bürgi
    0214

    @Cate, Nachtrag: Du bringst diese unverfallbare Forderung gegen die sicher beamtete Physikdame ein, deutest eine Strafanzeige an, so dass sie mit ihren Pensionsansprüchen bzw. -garantien die Forderung unterlegt, damit wird’s quasi ein staatsgesichertes Forderungspapier, wir gründen damit eine 1€-GmbH Europäischen Rechts auf den besagten Inseln im Kanal, und kaufen der Schaeffler den Contischrott ab, Noisa macht ein Unternehmenskonzept für den Laden, worauf wir sofort Kredit von der KfW bekommen und damit SAAB kaufen und beleihen den Laden bei der schwedischen Staatsbank. Damit kaufen wir, razfaz, die eben preiswerten Reste von YSL, kleiner Aufschlag, weil schon versteigert, und stossen die Einzelteile an die Staatsmuseen des Sarkozy ab mit 500% Aufpreis, weil wir ihm, mit unserer PR-Abteilung ContiSAAB, die Rückkehr-Kampagnie „Was-ich -alles-für-den-Louvre-erreiche“ machen und damit „Gloire“ auf ihn und seine Regentschaft schütten, napoleonhaft. Den Erlös schifften wir online: siehe oben. Was meinen die Powerfrauen unseres Unternehmens „RealTreuVermögen“?

    Antworten
  15. 24. Februar 2009, 16:37 Uhr, von Ramona
    0215

    @Urs, Du ‚gemeines Volk‘, muss ich das jetzt verstehen? Oder wieviel muss ich trinken, damit ich es verstehe?

    Ich wünsche mir bitte ein neues Posting!

    Macht’s gut!

    Antworten
  16. 24. Februar 2009, 16:54 Uhr, von Urs Bürgi
    0216

    @Ramona, verstehen muss man das nie, das wäre nicht gut für unser „System“ strukturierte Produkte der „RealTreuVermögen“-GmbH, nur kaufen, d.h. unterschreiben und zahlen sollst Du; leicht angetrunken ist dabei besser, als nüchtern, aber nicht zu viel Alohool, sonst ist dieses Onlinegeschäft „heisse Luft“. Und so ein Geschäftsmodell haben wir ja n i c h t, nein, auf gar keinen Fall. Wir haben nur die nicht veräusserbaren Einzelteile wieder zu handelbaren ganzen Verkaufseinheiten strukturiert, wie im realen Leben, nur, modern, virtuell. Hauptsache ist dabei, dass Deine Zahlung subito und sehr real ist. Und jetzt ziehr‘ Dich nicht, sondern tippe das JA ein, denn: der Preis ist heiss, oder so ähnlich. ;-)))))

    Antworten
  17. 24. Februar 2009, 17:59 Uhr, von Walter
    0217

    Es fehlte ein ‚p‘:
    http://evakreisky.at/2004/se_koerper/material.php
    Entschuldigung.
    Die Thesen sind ebenso umfassend wie provokant und passen zum Karneval – Carrus navalis, das Narrenschiff

    Antworten
  18. 24. Februar 2009, 19:13 Uhr, von Petra
    0218

    @Walter: Danke für das P

    @Urs: Wenn du aus deiner Karnevalsstimmung wieder in Aschermittwoch-Aufwachstimmung bist (also in ca. 5 Stunden), dann gibst du bitte Ramona auch Gummipunkte. So wie es alle verdient haben, die die DDR (in dieser Hinsicht) erdulden und die „Ergüsse“ gebetsmäßig hersagen mussten.

    @Ramona: Ich fürchte auf ein Posting müssen wir wohl bis Donnerstag warten. Jetzt werde ich mich mal in Thomas Lieven hineinversetzen, der auch zwischen Ost und West tobte, rein unfreiwillig (Simmel / Es muss nicht immer Kaviar sein). Es ist mein erster Simmel und -falls er schlecht ist – ich habe gelesen, die Rezepte sind wenigstens gut.

    Antworten
  19. 24. Februar 2009, 20:17 Uhr, von Noisa
    0219

    @Urs, ich bin beeindruckt. Schrottpapiere und Schrottunternehmen über Gummibärchenpunkte aufzuwerten, ist keine schlechte Idee. Du verteilst sie, bist Chefin der Gummibärchenpunktebank. Nach einem speziellen Ratingverfahren, Ursel III, werden die Entscheidungen gefällt. @Cate assistiert und partizipiert an den vergebenen Gummibärchenpunkten, bekommt dabei das, was ihre Physiklehrerin nie eingehalten hat tütenweise.

    Ganz im YSL-Stil werden regelmäßig Wohltätigkeitspartys veranstaltet. Schirmherrin ist Frau Schaeffler, die ihr Vermögen weitgehend der Gummibärchenpunktestiftung zur Verfügung gestellt hat, weil sie von dem Konzept und den Partys, die durchaus emotional ablaufen, unterschwellig asiatische Meditationselemente enthalten, regelmäßig völlig ergriffen ist. Sie schafft es, andere Unternehmerpersönlichkeiten und wohlhabende Investmentbanker als weitere Spender mit ihrem Charisma für die Sache zu gewinnen. Das Vermögen der Ultrareichen wird immer mehr mit Gummibärchenpunkten aufgewertet. Die einstigen Schrottpapiere explodieren im Wert. Spekuliert werden darf mit den Papieren nur, um sinnvolle Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die umweltfreundlich sind. Die einstigen Opel-, Schaeffler- und Märklin-Mitarbeiter, die über Auffanggesellschaften nicht übernommen werden konnten, jubeln, denn nun können sie ihr Know-how sinnvoll einsetzen, werden zu guten Konditionen wieder beschäftigt und partizipieren am Erfolg.

    Frau Schaeffler geht ruhmreich in die Geschichte ein. Ihr Leben und ihr Höhepunkt, ihre erfolgreiche Tätigkeit als selbstlose Wohltäterin, werden irgendwann verfilmt. Ein Ölportrait findet sich um Louvre. Alle sind glücklich und strahlen. :)))

    Ui, gleich ist Aschermittwoch. ;)

    Antworten
  20. 24. Februar 2009, 22:20 Uhr, von Mesm
    0220

    I know I am little behind in regard to making a comment to this posting, but between a gigantic cold acquired visiting the lovely country Germany :-)) and trying to finish eight different annual reports before week 10 the time has been a little scarce ;-)

    That doesn’t mean that I don’t think about it every day – how to treat employees in a decent and respectful way and at the same time make them produce goods or services that that are profitable for the companies I run. In a way Taylor is “King?, if it wasn’t for his systematic discoveries we would all still be “stone-age-hunters?, farmers or at least not building or producing more the one item at the time.

    Would globalisation be one of today’s buzz-words, if it wasn’t for the industrial revolution and the production efficiency that followed?

    Would we all be happier? Maybe? Maybe not?

    There are eighty-three people working in the companies I run. Some are part-time, some work fulltime but they all have ordinary everyday “survival? in common: Some use the job to make enough money to get by during their education; others just want to make a living and live a decent life.

    Do I see them as a tool? Sometimes….

    It depends on the point of observation; sometimes I am able to see them as at individuals, sometimes not. Sometimes I have to use the employees as a tool. Sometimes we are all just human beings trying to survive. But if I were not able to see the people I work with as “human capital? when it’s necessary, none of us would be able to make a decent living and live nice and respectable lives.

    To me survival is the key word; the important thing is to do it in a way where you are still able to look yourself in the mirror the next day. That goes for both employers and employees…..

    Antworten
  21. 25. Februar 2009, 9:31 Uhr, von Urs Bürgi
    0221

    @Petra, aber sicher doch. ich schenke Ramona mein ganzes Gummibärchenvermögen in Form einer Stiftung, deren Erträge zwischen ihr und mir geteilt werden. Ich hoffe, Du hast meine „Ermahnung“ von 14:19 nicht ernst genommen. Es mutet sowohl lustig als auch traurig an, wenn deutlich wird, wie tief verwurzelt diese damalige Indoktrination von Ideologie ist und wie lange sie unbewusst wirkt. Es sei alles dem Fasnachtsdienstag geschuldet, und doch: das ist des Phänomen dieser „Istitution“ Fasnacht: den Ernst der Lage in komischer Form zu präsentieren. Das braucht das „gemeine Volk“ = das einfach strukturierte Humankapital, wie ich es bin, aus der Sicht der Herrschenden, dem Feudalkapital. Während im Süden der Winter ausgetrieben wurde, daher die „Bösen Masken“ und die Kirche zuliess, in beschränktem Umfang, ein wenig über die Stränge zu schlagen, was ja dann sofort mit Fastenzeit wieder kompensiert werden sollte, wurde z.B. im heutigen NRW die Besatzungsmacht „Der Franzos“, auch die „Preussen“ in den Cacao gezogen, daher die Uniformen. Man liess in dieser Zeit, abgesprochen mit dem Bistum in Käln, den „Plebejern“ Raum, um mal „Luft abzulassen“. In dieser Tradition sollte es verstanden sein, weil ich Plebejerin bin. Und ab jetzt wieder nur noch „ernsthafte Beiträge“, versprochen, so weit ich das kann, denn Walter meinte ja vor geraumer Zeit: die ist gaga. D’accord.

    Antworten
  22. 25. Februar 2009, 10:57 Uhr, von Dowanda
    0222

    Es gibt welche, die setzen mutwillig Milliarden in den Sand (z.B. Bayern LB, Ackermann und Co) – und dürfen weiter pfuschen oder bekommen grosszügige Abfindungen.
    Andere werden wegen EUR 1,30 gekündigt – auf Verdacht.
    http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/822/459464/text/

    Und donnerndes Schweigen von den Parteien, die das Wörtchen „christdemokratisch“ oder „Selbstverantwortung“ am Busen spazieren tragen.

    Antworten
  23. 25. Februar 2009, 11:14 Uhr, von Noisa
    0223

    @Dowanda, das sehe ich aus so, was Du schreibst.

    Bei der Kündigung wegen der 1,30 € vertrete ich allerdings eine andere Auffassung. Eine Beweisaufnahme wurde durchgeführt, nach welcher das Gericht offenbar zu der Überzeugung gelangt ist, dass die 1,30 € von der Arbeitnehmerin eingelöst wurden. Ich würde auch eine außerordentliche Kündigung aussprechen, unabhängig von der Höhe des Betrags. Wo mit Geldern, mitunter viel fremdem Geld umgegangen wird, muss von den Mitarbeitern erwartet werden, dass sie zuverlässig sind.

    Das Urteil wird bestimmt irgendwann veröffentlicht werden. Oder ist es bereits online verfügbar? Mich würde die Entscheidung interessieren. In den Medien werden Sachverhalte und deren rechtliche Bewertung oftmals vermurkst. Das fängt bei Elementarwissen an: Besitzer oder Eigentümer?, Unternehmen oder Firma? Insolvenz oder Konkurs? Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer? etc. ;)

    Antworten
  24. 25. Februar 2009, 11:16 Uhr, von Dowanda
    0224

    Und noch ein Beispiel aus Österreich dafür, was für Müll von Hochschulen und Managementlehrgängen purzeln kann …
    Soziale Inkompetenz wird fürstlich entlohnt.
    Ich solle weniger Nachrichten lesen, würde meine Stimmung steigern. Oder ein neues Posting muss her – am besten zum Karneval.

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Telekom-Austria-Mit-Mobbing-Stellen-einsparen/story/24406651

    Antworten
  25. 25. Februar 2009, 11:21 Uhr, von Dowanda
    0225

    @noisa
    Das klingt alles schön theoretisch und richtig, was Du schreibst.
    Fakt ist, dass die Banken leer wären wenn man so vorgehen würde wie Du es beschreibst. Die Praxis ist so, dass Du z.B. bei einem Überschuss in der Kassa (solange der unter EUR 3,00) ist, das Geld rausnimmst. Wenn Du am nächsten Tag wieder ein Manko hast in diesem Bereich, zahlst Du es aus der eigenen Tasche. Unterm Strich legst Du soundso immer mehr drauf, als Du reinbekommst – denn die Leute beschweren sich eher, wenn sie zu wenig erhalten als wenn es zu viel ist. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es anderswo anders gehandhabt wird solange es sich Bagatellgrenzen abspielt.

    Antworten
  26. 25. Februar 2009, 11:32 Uhr, von Noisa
    0226

    @Dowanda, ja, bei der Kassenführung kommt es wohl häufig zu geringen Abweichungen, die einfach daran liegen, dass man sich beim Zählen des Kleingeldes schon mal vertut. Bei dem 1,30 €-Fall wurde der Betrag nach der Überzeugung des Gerichts `bewusst´ von der Arbeitnehmerin eingelöst – das war eben kein Versehen. Fehler passieren immer.

    Noch einen netten Tag!

    Antworten
  27. 25. Februar 2009, 11:34 Uhr, von Dowanda
    0227

    Vielleicht hat sie z.B. grad ein paar Euro drauf gelegt und die EUR *1,30 als Kompensation empfunden?
    Zwischen Theorie und Praxis liegen zum Teil Welten.

    Antworten
  28. 25. Februar 2009, 11:53 Uhr, von Noisa
    0228

    Sie hat zu einer „Kompensation“ offenbar nichts vorgetragen, sondern den Vorwurf bestritten! Einzelfälle müssen differenziert betrachtet werden, liebe @Dowanda. Hey, wir streiten uns hier am Aschermittwoch. ;)

    Antworten
  29. 25. Februar 2009, 11:54 Uhr, von Petra
    0229

    In „Frontal 21“ hat Hilke Petersen – (sinngemäß) nach einem Beitrag zu dem 1,30€-Gerichtsurteil gesagt: Von „Verdachtskündigungen“ für Bankmanager habe sie noch nichts gehört. Wie wahr, wie wahr. Gerade vor diesem Hintergrund, Noisa, empfinde ich dieses Urteil als sehr „ungerecht“, wobei ich weiß, das Recht und Gerechtigkeit zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Die Kompensationstheorie ist glaube ich nicht abwegig.

    Frontal 21 hat mir ohnehin ganz gut gefallen. Also wie sie aufgemacht war, die Themen schreien zum Himmel:

    IKB: Die (Klein) Ableger haben das Nachsehen, Verantwortliche ziehen sich aus der Affäre, Prüfungen wird es nicht geben (mein persönlicher zusätzlicher Frust habe ich schon mal geschrieben: und wieder ist ein Investmentbanker in den Vorstand berufen worden).

    Kinderlärm: Kindergärten müssen aus Wohngebieten (wo die Kinder ja leben!), weil die Kinder zu laut sind. Geklagt haben in einem Fall übrigens Rentner – die haben bestimmt keine Enkel. Eigentlich sind sie fast zu bemitleiden.

    Antworten
  30. 25. Februar 2009, 12:02 Uhr, von Urs Bürgi
    0230
    Antworten
  31. 25. Februar 2009, 12:02 Uhr, von Dowanda
    0231

    @noisa
    Vielleicht hat sie es bestritten, weil es „normal“ ist?
    Wenn man die Berichterstattung verfolgt, und diese korrekt ist, war die Dame bislang unbescholten. Und das trotz Kameraüberwachung.
    In so einem Fall gibts doch normalerweise erst mal eine Abmahnung. Das wäre jetzt meine menschlich-logische Vorgehensweise. So gesehen ist nämlich jedes Privattelefonat vom Firmentelefon oder jeder private Einkauf, für den nicht von Arbeitzeiterfassung ausgestempelt wird, das in Summe gröbere Vergehen.

    Darüber hinaus:
    Das ein Gesetzt einen Verdacht als Beweis anerkennt, macht den Ankläger zum Richter. Das gabs in Römischen Inkquisition. Passt das noch ins 21. Jahrhundert?

    Antworten
  32. 25. Februar 2009, 12:06 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    0232

    Frontal 21 hat mir gestern auch gut gefallen, @Petra. Über das Banker-Politiker-Gemuschel als auch die Demenz-Problematik wurde in diesem Sinne bereits in einigen Blogs was geschrieben. Schade, dass solche Themen erst so spät im TV gesendet werden. Zum Thema Demenz hatte die Bundesregierung ein Programm aufgelegt. Über die Verantwortlichkeit der Banker und der Politiker (BMF und BaFin) hätte vor Verabschiedung des Finanzmartktstabilisierungsgesetzes ausgeführt werden können. Mit entsprechendem öffentlichen Druck über die Medien wären die Banken vermutlich nicht in dieser Form gesponsert worden. Gute Sendung, aber sie kommt nicht zeitig genug. Jetzt höre ich aber auf mit der Rumnörgelei. ;)

    Antworten
  33. 25. Februar 2009, 12:08 Uhr, von Noisa
    0233

    @Dowanda, lass uns weiterdiskutieren, wenn wir das Urteil haben, ok? Mir ist das alles zu wage.

    Antworten
  34. 25. Februar 2009, 12:14 Uhr, von Dowanda
    0234

    @noisa
    Dazu brauche ich kein Urteil, um zu sehen, dass es hier eine Schieflage gibt. Sowohl was die Basis „Verdacht“ angeht als auch was die Verhältnismässigkeit betrifft. Wir müssen darüber auch nicht weiterdiskutieren; weder heute noch morgen :-)

    Mahlzeit aber in jedem Fall. Lass es Dir schmecken!

    Antworten
  35. 25. Februar 2009, 12:30 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    0235

    Danke, Dowanda, Du Dir auch. Das Mittagessen war lecker. Jetzt noch einen Milchkaffee… :)

    Antworten
  36. 25. Februar 2009, 12:34 Uhr, von Walter
    0236

    Die Art wie wir die Welt sehen, bestimmt, wie wir sind.
    Es geht dabei weniger darum, ob wir andere Menschen als Werkzeuge betrachten, sondern ob wir uns selbst als Menschen wahrnehmen, mit allem, was dazu gehört.
    Wir tun uns selbst am meisten Unrecht, wenn wir uns als Werkzeuge betrachten.
    (@Mesm, am 24. Februar 2009 um 22:20 Uhr)

    Antworten
  37. 25. Februar 2009, 19:10 Uhr, von g.emiks
    0237

    fleisch muß hängen.
    alte metzgerweisheit,
    gewiß, aber müssen sie
    uns, liebe frau meckel,
    so lange hängen lassen?

    Antworten
  38. 25. Februar 2009, 19:59 Uhr, von Ramona
    0238

    Fischessen am Aschermittwoch:
    http://www.muenchenblogger.de/files/imce/Fishfinger1.jpg

    Einen Guten!:-))

    Antworten
  39. 25. Februar 2009, 20:18 Uhr, von Noisa
    0239

    Ich mag die sogar. :)

    Antworten
  40. 25. Februar 2009, 20:19 Uhr, von Ramona
    0240

    Dann sind die nur für Dich!

    Antworten
  41. 25. Februar 2009, 20:22 Uhr, von Noisa
    0241

    Wie nett, @Ramona. Komm, ein Fischstäbchen reicht mir aber. Ich will nicht unverschämt sein. Wir teilen, ok?

    Antworten
  42. 25. Februar 2009, 20:26 Uhr, von Ramona
    0242

    Nein, ich lass mich nicht verführen. Ich faste!:-)

    Antworten
  43. 25. Februar 2009, 20:30 Uhr, von Noisa
    0243

    Von einem ganzen Fischstäbchen nimmst Du ab, wenn Du auf Beilagen verzichtest. Komm, eins… ;)

    Antworten
  44. 25. Februar 2009, 20:36 Uhr, von Ramona
    0244

    Du musst aber die Panade abmachen, nur dann!

    Antworten
  45. 25. Februar 2009, 20:45 Uhr, von Noisa
    0245

    Ich? Das ist aber ekelig, außerdem bleibt kaum noch was davon übrig. Ich verzichte nun lieber auf das kleine, aus undefinierbaren Fischresten zusammengemanschte Stäbchen. ;)

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  46. 25. Februar 2009, 20:47 Uhr, von Noisa
    0246

    Du würdest das reine Fischstäbchen wirklich essen? Ramona, nein, das nehme ich Dir nicht ab… ;)

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  47. 25. Februar 2009, 21:01 Uhr, von Ramona
    0247

    Nein natürlich nicht. Aber soll ich Dir verraten, dass ich wirklich keine Fischstäbchen esse. Eben wegen dieser Panade. Laß Dir mal die Augen verbinden und so ein Ding in den Mund schieben.
    Ich finde, die schmecken nach Pappe, von Fisch keine Spur.
    Mein Liebster mag die auch, am liebsten mit Ketshup. Aber sicher deswegen, weil er die selbst braten kann:-)

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  48. 25. Februar 2009, 21:32 Uhr, von Noisa
    0248

    @Ramona, ich weiß gar nicht mehr, warum ich geschrieben habe, dass ich Fischstäbchen sogar mag. Das ist wie mit einer Currywurst, die ich vielleicht 1x im Jahr esse und mich dann über den Verzehr ärgere. Da ist alles mögliche drin verwurstelt – um einen Bezug zum Posting herzustellen. Nach Fleisch schmeckt eine Currywurst auch nicht. Ketchup hilft nicht. Ich kann jetzt aber nicht mehr über `Fischstäbchen´ was schreiben, wünsche noch einen netten Abend! :)

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  49. 26. Februar 2009, 7:34 Uhr, von Petra
    0249

    Wird das das neue Posting – Thema:

    Schweizer Post testet Modell für Zukunft der Zeitung /
    Zeitung aus dem virtuellen Baukasten
    (tagesschau.de/wirtschaft/personalnews100.html)?

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  50. 26. Februar 2009, 8:10 Uhr, von Mesm
    0250

    @Walter. To me it’s a question of self-respect and respecting others as individuals but is doesn’t prevent me from, when it’s necessary, to look at staff (or myself for that matter) as a resource or a “tool?. Being a manager does not prevent you from behaving in an orderly fashion. To me the danger is loosing contact with reality in a way that makes you believe that you are “God-like?. It is no problem staying grounded with the company size I run, but imagine having 80.000 employees and not 80. I often wonder if it´s possible to stay human under those conditions. Or do you just have to accept that it´s not. That it´s a part of the job and it´s what you sign up for when accept to do it ?
    And then one final remark, do we really need companies that big because it seams that even though it makes them strong and efficient in good times it makes them very vulnerable in difficult times. The whole story of Opel is in my opinion a good example of “size does matter? but in this case it might have been better being “small and beautiful? but of course that would probably in the end have meant less revenue for the shareholders, and then we are back to the “good old greed? again ;-)

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