MM_Adenauer
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25. März 2009, 17:49 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Konvergieren und kommunizieren

Fast wäre der grosse Plan auf der Strecke geblieben. Doch in letzter Minute hat der Verwaltungsrat der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) doch noch die Kurve gekriegt und den Plan genehmigt: Radio und Fernsehen sollen fusionieren. Die Revolution im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder die natürliche Evolution medialer Konvergenz aus der technischen Entwicklung der vergangenen Jahre?

Letzteres. Wer versteht, wie das Web tickt, wie wir im Web kommunizieren können, der weiss, dass die Zukunft in Inhalten liegt, die unabhängig von einzelnen und schön streng durch Abteilungsgrenzen getrennten Plattformen verbreitet werden. Zum Teil werden sie längst durch die Nutzerinnen und Nutzer selbst hergestellt. ‚Citizen Journalism‘ heisst das in der Fachsprache der Networker und viele Journalisten fühlen sich davon ebenso in ihrer Welterklärungsautorität bedroht wie durch die Entgrenzung einzelner Medien in ihren Arbeitsroutinen.

Was früher Hörfunkbeiträge waren mutiert zu Podcasts, Fernsehen im Netz ist längst über Joost und Zattoo im Onlinestreaming erhältlich oder scheint als neues visuelles Patchwork auf Youtube auf – ein bunter Strauss millionenfacher Videoclips, aus denen auch ein Weltbild entsteht, das die Nutzer sich selbst zusammenstellen.

Es ist also folgerichtig, das die SRG diesen Schritt vollziehen will hin zur Konvergenz der audiovisuellen Medien, auch wenn der Widerstand in den unterschiedlichen Abteilungen hoch sein wird. Schade nur dass die Chance so vertan wurde, diesen Schritt als journalistische Zukunftsinnovation zu präsentieren, als Möglichkeit der Qualitätssicherung und als Garantie für guten, rechercheintensiven und unabhängigen Journalismus. Die Chance hätte es gegeben, hätte die Führung der SRG das Projekt nicht als geheime Kommandosache behandelt und damit Gerüchten und Missverständnissen Tür und Tor geöffnet.

Wenn die SRG Konvergenz mit finanziellen Gründen erklärt, ist das nicht nur angesichts des Gebührenreichtums im öffentlich-rechtlichen Rundfunk scheinheilig. Es ist auch schlichtweg ein Schritt in die falsche Richtung. Nicht Einsparungen können das Ziel sein, sondern Umschichtungen müssen es möglich machen, mehr Geld für Recherche und Investigation, für die unbequemen gesellschaftlichen Themen zu haben, die sonst niemand abdecken kann oder will.

Nachrichten sind heute Commodities. Gut recherchierte Themen sind die Kür. Für diese Kür könnten finanzielle und personelle Freiräume entstehen, die durch die Fusion von Radio und Fernsehen möglich werden. Das wäre – neben dem medientechnischen Wandel – die Begründung für das Projekt gewesen.

Den Hindernislauf, den die SRG nun vermutlich vollbringen muss, hätte sie womöglich vermeiden können, wenn sie klar und transparent über das Projekt informiert hätte. Wer konvergieren will, muss auch kommunizieren können.

67 Reaktionen

  1. 27. März 2009, 13:57 Uhr, von Dowanda
    051

    @Martina
    Ich lese gerade sein Buch; bin eine Spätzünderin bzw. ein Geizkragen – ich warte fast immer, bis die Taschenbücher rauskommen …

    Ja, das ist Mut. Mut ist es aber auch gegen eine mediale Mehrheitsmeinung anzuschreiben. Damit meine ich nicht die üblichen Bilderstürmereien sondern Artikel, die mit Quellenverweisen und Belegen gegen den gerade angesagten Mainstream zeigen. Manchmal geht dabei etwas ins Auge, siehe z.B. Weltwoche in der Schweiz – aber es ist immerhin noch besser als das blosse Abschreiben von Pressemeldungen aus den Ministerien. Die freie Presse als Textransporteur von Beamten. Eine schauderhafte Realität.

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  2. 27. März 2009, 13:58 Uhr, von Petra
    052

    @Martina: Ich weiß auch, warum ich dich mag: du setzt die deutsche Sprache wunderbar ein. Sie gewinnt sehr an Lebendigkeit und Wärme. „Wollte ich Dich nur in einem einzigen Merkmal von mir differenzieren und distanzieren, ich wäre der einsamste Mensch in der Welt.“ Das ist besonders schön formuliert.

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  3. 27. März 2009, 14:08 Uhr, von Martina
    053

    @Petra: ich muss dir Leider enteuschen, das sind nicht meine Worte, sondern von M.M., aber ich bin sehr glücklich, dass ich damals lesen könnte, das ist eine wundervolle wert für mich.

    @Dowanda: Du hast recht, Mut hat viele Form!

    ;-)

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  4. 27. März 2009, 14:15 Uhr, von Noisa
    054

    @Martina, Danke für Deinen Beitrag. Hier im Blog werden tolle Gedanken ausgetauscht. Es macht Spaß, zu lesen und sich beteiligen zu dürfen. Die Postings greifen aktuelle und für mich auch immer mal wieder neuartige Themen auf. Das erweitert den persönlichen Horizont. Im `zwischenmenschlichen Bereich´ stößt das Web hingegen an seine Grenzen. Dazu will ich nicht wieder ausführlicher was schreiben, nur soviel: Das Blog hier weist – im Gegensatz zu anderen virtuellen Diskussionsforen – Besonderheiten auf. Manchmal ist es zu sehr `Experimentierfeld´… ;)

    Anknüpfend an @Siegmund, die geforderte Qualität, Investigation: „Die Ware Nachrichten“ aus NZZ Folio 04/93:
    „Nachrichtenredaktionen und Medienkonsumenten sind sich durchaus darin einig, dass die täglichen Nachrichtensendungen in der Tendenz zu unterhaltend, zu hektisch, zu oberflächlich, unstatthaft verkürzt, zu emotional und zu routinehaft präsentiert werden. Dass sich das Publikum trotzdem durch das Fernsehen gut informiert fühlt, obwohl Aufnahme- und Informationsverarbeitung in der Regel unzureichend sind, ist ein weiterer problematischer Widerspruch. Sowohl Programmveranstalter als auch die Mehrheit des Publikums sind nämlich kaum bereit, ihr Verhalten zu ändern. Wie sollte sich der Konsument eine geschlagene Stunde lang in ein qualitativ hochwertiges Nachrichtenmagazin mit aufwendig recherchierten Hintergrundinformationen vertiefen, wenn ihm die Zeit dazu fehlt und er auch beim besten Willen keinen persönlichen Bezug zum brisanten Thema herstellen kann? Der Programmveranstalter wird sich hüten, sein bis anhin erfolgreiches Konzept der kurzen und raschen Nachrichten aufzugeben, um bei erhöhten Programmkosten zu riskieren, dass die verbesserte Ausgabe bedeutend weniger Publikum vor den Kasten zu locken vermag.“
    http://dy.cx/Investigation

    Die Wechselwirkung zwischen Sender und Empfänger scheint nicht unerheblich zu sein.

    @Martina, @alle, einen netten Tag wünsche ich noch. :))

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  5. 27. März 2009, 14:21 Uhr, von Petra
    055

    @Martina: Na, dann geht das Kompliment an MM.

    Antworten
  6. 27. März 2009, 14:45 Uhr, von Martina
    056

    @Petra: Date a Cesare quel che è di Cesare.

    ;-)

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  7. 27. März 2009, 18:17 Uhr, von Ramona
    057

    Hallo, ich hab nur mal schnell d‘rüber gelesen.
    @Martina hat es richtig erkannt. Das Blog ist für alle, die sich hier regelmäßig austauschen, wichtig geworden. Ich sehe es an mir, obwohl ich nur schnell einen Kaffee trinke kann, schmeiße ich den Laptop an und schaue hier rein.
    Übrigens @Petra, stimmt, @Martina bereichert mit ihrer Sicht auf die dinge das Blog sehr.
    @Noisa, ich habe festgestellt, dass Du in den letzten Tagen sehr ernst und nachdenklich schreibst. Es ist sicher die momentane politische und gesellschaftliche Situation, die uns alle etwas besonnener und auch dünnhäutiger werden lässt.
    Ich empfinde es zurzeit sehr mühsam, mir ein reales Bild der derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung zu machen. Ich fühle mich manchmal, von der Informationsflut aus Presse, Fernsehen und Internet überfordert. Und dies dann noch richtig einzuordnen, ist unglaublich schwierig. Da hilft mir das Blog sehr. Das Medium Radio spielt bei mir eine untergeordnete Rolle. Um sich gute Informationssendungen im Radio anzuhören, muss man sich Zeit nehmen, die mir oft feht. Und Musiksender……., na lassen wir das lieber:-)
    Hoch lebe das MP3-Format. Das nur mal schnell OT von mir. Genießt das Wochenende!

    http://www.youtube.com/watch?v=TL1ltZPgXME&feature=related

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  8. 27. März 2009, 20:15 Uhr, von g.emiks
    058

    das konvergieren alter mauersteine und kommunizieren der fugen.
    so unschuldig weiß und doch so verdächtig schattig.

    http://gemiks.twoday.net/20090327

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  9. 27. März 2009, 20:52 Uhr, von Noisa
    059

    „…ich habe festgestellt, dass Du in den letzten Tagen sehr ernst und nachdenklich schreibst.“ Ja, schon, @Ramona. Es geht nicht um mich persönlich. Ich mache mir allgemein Sorgen und habe das Gefühl, als wenn momentan einiges besser laufen könnte.

    (((Hier ein paar allgemeine, stark verkürzte Gedanken:

    Zu jedem `Problem´ gibt es eine `individuelle, bestmögliche Lösung´. (Über strukturelle Änderungen/Maßnahmen/Gesetze kann sich der Weg zur Lösung und die Lösung selbst verändern.)

    Um vom `Problem´ zur `Lösung´ zu gelangen, benötigt der Lösungssuchende `Hilfe´.

    Problem ——Hilfe—–> Lösung

    Momentan hapert es an der `Hilfe´. Mit Hilfe meine ich jetzt nicht `strukturelle Änderungen/Maßnahmen/Gesetze´.

    Wer in der jetzigen Krise ein Problem hat, ob Privatperson (Arbeitnehmer in Kurzarbeit, Arbeitsloser), Unternehmer/Unternehmen, bekommt meist nicht genügend Hilfe, um zur individuellen, bestmöglichen Lösung gelangen zu können, behaupte ich.

    Wer hilft, wer kann helfen, wer kann Lösungswege kommunizieren? Die Medien vielleicht? Tun sie es genügend? Nein, leider nicht, meine ich. Beispiele dazu spare ich mir.

    Noch mal zum Ausgangspunkt, der positiv ist: Es gibt für alles eine `individuelle, bestmögliche Lösung´. Wenn nicht die Voraussetzungen geschaffen werden, um Probleme lösen zu können, verschärfen sich möglicherweise die Probleme.

    Sorry, das ist kaum lesbar, was ich geschrieben habe.)))

    Danke für das schöne Video „Wo willst Du hin“, Ramona. :)

    Antworten
  10. 28. März 2009, 8:48 Uhr, von Siegmund Gefällt einem Leser
    060

    Doch, doch, und ich glaube, dass Du mit Deinem Eindruck Recht hast.
    Von der Politik kommt auch keine Hilfe.
    Mir scheint, dass vielmehr die Strukturen künstlich aufrechterhalten werden sollen, die den Schlamassel ja erst verursacht haben.
    Konjunkturprogramme bringen auch nichts, denn es ist ja gar kein konjunkturelles Problem.
    Und wenn die USA jetzt fast im Wochentakt ein 1 Billion-Programm auflegen, muss eigentlich jeder fragen, wo das Geld herkommen soll.
    Also Hilfe kommt von daher nicht. Bleibt das Prinzip „Zufall“ oder eine Art Selbstregulierungsmechanismus, der über alle Fehler hinweg wirksam wirkt.
    Und die stärkere Bedeutung von kleineren Einheiten, „Selbsthilfe“ sozusagen. Ich glaube, dass das noch eine entscheidende Kraft ist, die auch wirksam entgegensteuert.

    Antworten
  11. 28. März 2009, 10:58 Uhr, von Walter
    061

    Vielleicht gibt es ja ein Identitätsproblem? Der Unterschied zwischen Ich und Wir nimmt in dem Maße zu, wie die Kommunikation der Individuen untereinander abnimmt.
    Gremien und Räte sind reflexive Strukturen, die Kommunikation funktioniert nach innen, nicht nach außen.
    Wir erfahren zur Zeit wie wichtig Kommunikation für die Vertrauensbildung ist und wie sehr sie uns in Form eines gesellschaftlichen Diskurses fehlt. Politik agiert abgehoben, nicht im Austausch.
    Auch die medialen Werkzeuge reichen nicht aus. In politischen Talkshows werden Stellvertreterdebatten geführt und es ist eher zufällig, ob damit ein gemeinsamer Nerv getroffen wird. Dennoch sind sie wichtig, da sie als mediales Lagerfeuer ein großes Publikum erreichen und Stimmungen ebenso reflektieren wie sie Strömungen und Meinungen konkretisieren. Auch das System der Medien ist reflexiv, bis hinein ins Internet.

    Zusammengefasst: Politik (und Medien) sollte(n) raus ins Volk und Volk sollte rein in Politik (und Medien). Die strikte Arbeitsteilung in Regierende und Regierte, Sender und Empfänger bekommt uns nicht. Doch zuerst müssten sich die vielen Individuen- Wir- uns wieder als Gesellschaft wahrnehmen und erleben.

    Die Technik ist dabei der Weg, nicht das Ziel. Ein vernetztes globales Dorf hat seinen Sinn in der Verständigung von Menschen und Gesellschaften im Dienst von Frieden und Gerechtigkeit.

    Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben und mit Barack Obama ist sie sogar größer geworden. Angela Merkel könnte sich ebenso öffentlich bekennen, was ihr nicht als Schwäche sondern als Stärke ausgelegt würde.
    Demokratische Mitbestimmung lässt sich nicht verordnen, aber sie lässt sich vereinfachen und erfreulicher, sprich direkter, gestalten. In den Zeiten des Internet und seiner Vernetzung, die Austausch unter Gleichen ermöglicht, wird ein nationaler und globaler Diskurs erst möglich. Dieser erfordert gewisse Spielregeln, wie sie insgesamt für den menschlichen Umgang gelten.

    So kann die technische Konvergenz über die Konvergenz des Mediums Internet idealerweise auch zur Konvergenz von Gesellschaft führen- wenn dies gewünscht wird und wenn wir es wollen.

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  12. 28. März 2009, 11:07 Uhr, von Miranda
    062

    Ich hätte gerne über den sehr streitbaren Text von Luise Pusch diskutiert aber war hier am aktuellen Thema vorbei…find ihn sehr kontrovers und zeigt ein andereren Blickwinkel als ich es bisher betrachtet habe.

    aber Zum Posting zurück:

    im gehörten Wort liegt die Chance, leider ist das Radio hören in den Hintergrund geraten, möchte aber unbedingt wenn ich das hier darf eine Lanze dafür brechen.
    Kann mich im Radio wunderbar informieren, das gesprochene Wort wirken lassen, dass Musikhören kultivieren ohne ständig noch visuell konfrontiert zu sein.
    Habe eine Freundin die ihr Fernsehen vor zwei jahren abgeschafft hat und sich nur im Hörfunk informiert, auch wenn dass ein Weg ist den ich nicht mitgehen könnte, ist dass Hören der Nachrichten anders als immer wieder mit Bildern konfrontiert zu sein die ich quasi zum Verarbeiten aufgebrummt bekomme…
    Habe 11 Jahre bei einem Rundfunksender gearbeitet und konnte dort wunderbar Einblick in dass Arbeiten der Medien bekommen und fand dass Radio außer dass des Jugendkanals immer seriöser.
    Deshalb ist es doch nur logisch dass sich die Medien zusammen schliessen sollten und gegenseitig sich voneinander bedienen und bereichern können ohne Gründe vorschieben zu müssen…
    „gut recherchierter Journalismus“ darf auch weiterhin Zeit kosten und da ist dass gesprochene Wort doch aussagekräftiger als Bilder, die man schnell zusammenschneidet und einen Kommentar drüberlegt…
    Kann dass an Kindern immer wieder beobachten arbeite immer wieder mit dem Medium Video, dass auch zugegeben Spass macht aber Schulkinder zwischen 6 und 10 Jahren sehen die Kamera als reines Inszenierungsszenario, wo hingegen wenn dann wirklich in seltenen Momenten Ruhe einkehrt immer noch man über Worte und Gesten das Kind wahrhaftig sehen kann und sie sich darüber nicht produzieren.

    Liebe Grüße aus Hessen!

    Antworten
  13. 28. März 2009, 11:51 Uhr, von Walter
    063

    Grüße zurück!

    Gerade entdeckt, von Hans Krailsheimer:

    Talente finden Lösungen, Genies entdecken Probleme.
    ;-)

    Antworten
  14. 28. März 2009, 12:24 Uhr, von Noisa
    064

    „Politik (und Medien) sollte(n) raus ins Volk und Volk sollte rein in Politik (und Medien).“ Dem kann ich mich nur anschließen, @Walter.

    @Siegmund hatte die `Selbsthilfe´ thematisiert. `Hilfe´ zur `Selbsthilfe´ ist momentan ganz wichtig. Es hapert an den Hilfsangeboten: die Arbeitsämter sind überlastet, Bildungsangebote für Arbeitssuchende müssen neu überdacht werden, Beratungsangebote für Unternehmen/Unternehmer in der Krise wurden in 2008 abgebaut und nicht erweitert, die Medien berichten über den Ist-Zustand, greifen zu wenige Lösungsmöglichkeiten auf. Mit Hilfe zur Selbsthilfe lassen sich auch in Krisenzeiten individuelle, bestmögliche Lösungen finden.

    Ohne die erforderliche `Hilfe´ kann Selbsthilfe sich zu einem Selbstbedienungsladen entwickeln, der anderen schadet, mitunter gesetzeswidrig ist. Schon vor der (überwiegend herbeigeredeten) Krise war es bei insolventen Unternehmen z. B. im Baubereich nicht selten, dass plötzlich Werkzeuge und Maschinen von Arbeitern `sichergestellt´ wurden, um den entgangenen Lohn durch den Verkauf zu decken. Nun hört man immer mehr, dass gerichtliche Beschlüsse, die der Sicherung des Vermögens eines insolventen Betriebs dienen, ignoriert werden, Kassenguthaben und Anlagevermögen `verschwinden´…

    Ja, Walter, hatte es geschrieben: Medien sollen raus ins Volk, sich mit den Schwierigkeiten der Menschen befassen und gleichzeitig fundierte Lösungsmöglichkeiten aufführen.

    Moraldebatten sind derzeit wichtig, keine Frage. Momentan müssen nur ganz schnelle, individuelle Lösungen her. Es heißt, im 3. und 4. Quartal 2009 komme die `Wirtschaftskrise´ durch eine Zunahme der Arbeitslosigkeit und der Insolvenzverfahren beim `Bürger´ an. Wenn nicht jetzt auf Lösungsmöglichkeiten hingewiesen wird, findet `Selbsthilfe´ ihren Niederschlag im Chaos.

    Auf die Probleme, die mit dem Gelddrucken der US-Amerikaner verbunden sind, will ich jetzt gar nicht näher eingehen, die Wirkungen merken wir hier in Europa vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Nach meiner Einschätzung wird es Obama jedenfalls gelingen, in einem überschaubaren Rahmen die amerikanische Wirtschaft wieder flott zu machen (die Rüstungsindustrie wird ja auch wieder gestärkt, leider). Europa wird von der Politik der US-Amerikaner nicht profitieren, vermute ich.

    Antworten
  15. 28. März 2009, 12:27 Uhr, von Noisa
    065

    „überschaubaren Zeitrahmen“ sollte es heißen, sorry.

    Antworten
  16. 28. März 2009, 12:42 Uhr, von Noisa
    066
    Antworten
  17. 28. März 2009, 13:37 Uhr, von Petras Tochter
    067

    Solche Texte wie dieses Posting sind sehr anspruchsvoll für einen Teenager. Ich möchte mich auf einen Aspekt beziehen, mit dem ich sowohl Probleme als auch Erfolge im Alltag hatte: Die Kommunikation.

    Bei Problemen überlegt man sich, wie man mit schwierigen Charakteren gut kommunizieren kann. Man muss wissen, wie der Gesprächspartner tickt. Bei Menschen, die man länger kennt, ist dies oft kein Problem. Doch stellen Sie sich vor, ein Gesprächspartner kommt in den Raum, Ihr Ziel ist es, dass dieser auf Ihren Kompromiss eingeht. Doch ist er schnell wütend, sehr durchsetzungsfähig oder doch eher aufgeschlossen? Wie kann man ihn einschätzen?
    Stimme, Haltung und Mimik sagen viel aus, aber auch die Wortwahl.
    „Der Inhalt dessen, was Menschen sagen, spricht Bände über die jeweilige Persönlichkeit“ -aus dem Buch „Ich weiß, was Sie denken“ von Lillian Glass.
    In dem Buch wird zwischen 31 verschiedenen Kommunikationstypen unterschieden:

    Der Scherzbold, der verbal Unbewusste, der ewige Kontrahent, der Schlechtmacher, die Quasselstrippe, die Klatschbase, der ewige Themenhüpfer, der Narzisst, der Gschaflhuber, der Alleserzähler, der Ausweicher, der Offenherzige, der Zurückhaltende, der Nichtswisser, der Lügner, der Lispler, der Ethno-Freak, der Prolo, der ewige Ausflüchter, der Stotterer, der Nuschler, der Zerstückler, der Zauderer, der ewige Unzufriedene, der Einsilbige, der Herablassende, der Aufhetzer, der Nörgler, der Unterbrecher, der Flucher und der große Zauberer der Kommunikation (u.a. nette Worte, höflich und aufgeschlossen). Zu jedem Typ gibt es umfangreiche Erläuterungen, aber vom Namen kann man sich ein ungefähres Bild ableiten.

    Für mich kommt resultierend das Ergebnis:
    Gibt es „einen Zauberer der Kommunikation“ in einer Konversation, so kann man auch mit schwierigen Charakteren zu einem guten Kompromiss kommen.
    Vielleicht gibt es beim schweizerischen Hörfunk und Fernsehen jeweils „einen großen Zauberer der Kommunikation“. Dann kann die Fusion ja nur gelingen.

    Antworten


© Miriam Meckel 2002 bis 2018