MM_Lagarde
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19. April 2009, 15:48 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Standbein und Spielbein

„Aufrichtig wünsch ich, dass die Frucht meiner Arbeit nützlich und rühmlich erscheine der Welt, dass die Frucht meiner Arbeit erwecke den Geist und aufschließe das Gefühl denen, die des Lichtes beraubt sind.
Lachhaft zu sagen, außerhalb des Himmels sei nichts. Es gibt nicht eine einzige Welt, eine einzige Erde, eine einzige Sonne, sondern so viele Welten, wie wir leuchtende Funken über uns sehen.” G. B.

Mitten auf einem der lebendigsten Foren Italiens, auf dem Gemüse- und Obsthändler, Straßenmusiker, Touristen und Restaurantaquisiteure um Platz und Aufmerksamkeit wetteifern, dem Campo de Fiori, steht ein Denkmal. Es ragt zwischen all dem lebhaften Gewusel mit erhabener Ruhe auf und überblickt den Platz. Der Mann, den das Denkmal zeigt, ist in eine Mönchskutte gehüllt, sein Gesicht von einer Kapuze verborgen. Nur die Nasenspitze lugt weißlich hervor, vielleicht als Symbol seines frechen gedanklichen Vorpreschens, vielleicht auch nur, weil eine Taube ihr Geschäft unpräzise verrichtet und dabei die Nasenspitze des Denkmals markiert hat. Er steht dort in fester, fast lässiger Haltung, ein Buch in der linken Hand, das linke Bein als Standbein fest auf dem Boden, das rechte leicht vorgeschoben, als wolle er mit ihm als Spielbein neue Dinge anstoßen oder dem Bestehenden einen Schubs Richtung Fortschritt geben.

Das Denkmal zeigt Giordano Bruno, einen Dominikanermönch, der wegen Ketzerei am 8. Februar 1600 auf dem Campo de Fiori verbrannt wurde. Er landete auf dem Scheiterhaufen, weil er sich kirchlicher Hierarchie, Ideologie und den dazugehörigen Tabus verweigerte, indem er die Heiligenverehrung ablehnte oder auch das geozentrische Weltbild und sich in seinen naturwissenschaftlichen Forschungen zur kopernikanischen Theorie und zur Unendlichkeit des Weltalls bekannte.

Wenn man bei einem Glas Wein auf dem Platz sitzt, kann man beobachten, wie die Blicke aller Anwesenden, der Händler, Künstler, Gastronomen und Touristen immer wieder zu dem Denkmal hinaufwandern. Irgendetwas fasziniert an diesem Mann und seiner Verkörperung auf dem Platz. Und wenn man sich länger Zeit nimmt, weiß man plötzlich warum. Dann fallen einem viele Beispiele ein, die zeigen, dass Giordano Bruno schon lange tot, aber die Mahnungen seiner Person und seines Lebens noch sehr lebendig sind.

Ein Beispiel findet sich in Klaus Modicks Roman „Die Schatten der Ideen”. Darin reist der Schriftsteller Moritz Carlsen nach Vermont, um an einem College einen Lehrauftrag zu übernehmen. Im Keller seines Landhauses findet er durch Zufall die Aufzeichnungen eines früheren Kollegen, Julius Steinberg, der als junger Mann aus Deutschland in die USA emigrierte, um dort an der Universität zu lehren. Steinberg beschäftigt sich immer wieder mit dem Werk Giordano Brunos und wird dafür in der politischen Hysterie der McCarthy Ära als Kommunist verfolgt – bis ans bittere Ende. Carlsen beginnt, die Geschichte Steinbergs aufzuarbeiten, die ihm spannender erscheint, als alles andere, an der er gerade arbeitet. Und er stellt fest, dass sämtliche Publikationen Steinbergs aus den Archiven und Bibliotheken des Colleges verschwunden sind. Im Gespräch mit Kollegen stößt er bei dem Thema auf eine Mauer des Schweigens oder gar eisige Ablehnung und findet sich irgendwann selbst in der Rolle Steinbergs wieder – als ideologisch Abtrünniger, der in der politischen Hysterie der Bush-Regierung als Gefahr für die innere Sicherheit des Landes zu gelten droht.

Inzwischen ist es dunkel geworden über dem Campo de Fiori. Der Kopf Giordano Brunos mit der Kapuze sticht immer noch gegen den schwarzblauen Himmel ab. Und das Auge bleibt immer wieder am vorgestellten rechten Fuß hängen. Ein solches Spielbein brauchen Wissenschaftler, Gelehrte, Denker und Publizisten, um die Welt voranzubringen. Gelegentlich stolpern sie beim Gebrauch, hinterlassen Spuren in falschen Zusammenhängen oder treten anderen vor das Schienbein. Aber das ist kein Grund, das Spielbein mit einem Regelwerk zu überziehen, das es zum Standbein macht.

Es gibt auch heute noch genug Themen, die für öffentliche Aufregung und Ablehnung sorgen, ganz in dem Sinne, wie Giordano Bruno sie zu seiner Zeit mit anderen Mitteln provoziert hat. Kritik am Papst kann ein solches Thema sein, die Auslegung des Koran oder die Beschreibung des Propheten Mohammed, die Homosexuellenehe oder das Schweizer Bankgeheimnis. In der Regel wird man dafür heute nicht mehr verbrannt. Jedenfalls nicht im materiellen Sinne. Wie schön, dass wir in so ganz anderen Zeiten leben.

220 Reaktionen

  1. 21. April 2009, 20:18 Uhr, von Mafalda
    0151

    Wer von Euch kennt Nadja Benaissa? – Ich nicht. Kenne nur ihren Namen. Und weiß. sie singt in einer deutschen Frauengruppe.

    Wer von Euch wünscht sich, via Public Viewing – egal welcher Couleur – auf eine solche Art und Weise als HIV-Positiv geoutet zu werden? Auch ein Scheiterhaufen. Scheitern von Justiz, einem Standbein der Demokratie, auf dem Autodafé des Boulevards. NIE hätte jemand anders, als sie selbst ihre Infektion öffentlich machen dürfen. Jedenfalls nicht nach – noch – geltendem Recht. -> Datenschutz

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  2. 21. April 2009, 20:24 Uhr, von Katja Owl
    0152

    @Mafalda, was sich Justiz und Journaille in diesem Fall geleistet haben, geht auf keine Kuhhaut. Insofern kann ich Deine Empörung teilen. Unverständlich ist für mich jedoch, daß auch Du den vollen Namen hier postest…wie war das noch, wenn man mit einem Finger auf andere zeigt? Mindestens drei Finger zeigen auf einen selbst…:-(

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  3. 21. April 2009, 20:34 Uhr, von Mafalda
    0153

    @ Katja Owl

    Ja, Du hast recht. Gibt keine Rechtfertigung.

    Antworten
  4. 21. April 2009, 20:38 Uhr, von Mafalda
    0154

    P.s.: nicht mal meinen Zorn.

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  5. 21. April 2009, 20:39 Uhr, von Siegmund
    0155

    @ Ramona Ich habe mir die Bilder noch nicht angeschaut, weil ich weiß, was mich erwarten würde …
    Ich finde es schlimm, dass es sowas in einer westlichen Demokratie geben kann, in heutiger Zeit.
    Problematisch ist Obamas Entscheidung sicher. Allerdings würde eine andere eine wirkliche Krise auslösen, würde er sich doch als Präsident gegen das CIA und auch das Verteidigungsministerium stellen. So kann er vielleicht viele aus diesen Institutionen auf seine Seite holen.
    Und ich halte es auch wirklich für möglich, dass viele dort auch tatsächlich diesen Methoden kritisch gegenüberstanden.
    Ähnlich wie das geflügelte Wort, dass Soldaten den Krieg nicht mögen. Nicht immer war die US-Politik so schlecht wie unter Bush jr. , auch nicht unter konservativen Präsidenten. Dort gibt es weitaus überzeugendere Beispiele.

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  6. 21. April 2009, 20:44 Uhr, von Mafalda
    0156

    P.p.s.: soll ich leugnen, was ich sah/las?

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  7. 21. April 2009, 20:53 Uhr, von Noisa
    0157

    „NIE hätte jemand anders, als sie selbst ihre Infektion öffentlich machen dürfen. Jedenfalls nicht nach – noch – geltendem Recht. -> Datenschutz“

    @Mafalda, als die U-Haft der Sängerin bekannt wurde, gingen strafrechtlichen Vorwürfe durch alle Medien. Bei der U-Haft muss ein Haftgrund vorliegen. Hier soll eine „Wiederholungsgefahr“ (das ist sowieso problematisch) vorgelegen haben. Na ja, nachdem nun in ganz Deutschland die Erkrankung der Sängerin im Fokus stand, wird wohl kaum jemand mehr gefährdet gewesen sein. Grundsätzlich ist der Fall – ohne jemanden vorverurteilen zu wollen – von öffentlichem Interesse. Wer billigend die Infektion eines Dritten ohne Aufklärung über die eigene schwere Erkrankung in Kauf nimmt, macht sich strafbar. Das ist schon lange bekannt.

    Den Fall in den Medien zu thematisieren, finde ich korrekt, auch die Erkrankung anzusprechen. Das, was ich gelesen habe, war mir zu unausgewogen. Wer weiß, was sich wirklich abgespielt hat? Sorry, jeder Mann weiß, dass auch eine Frau theoretisch infiziert sein kann. `Kondom´ ist auch kein Fremdwort.

    Gegen den Datenschutz wurde hier weniger verstoßen. Vielmehr haben die Medien den Fall zum Anlass genommen, ein wichtiges Thema unangemessen hoch zu stilisieren und jemanden damit indirekt vorzuverurteilen. Sachverhaltselemente wurden nicht konkret in den Medien erörtert – wie auch, ohne öffentliche Hauptverhandlung. Das Reißerische verkauft sich eben besser.

    Antworten
  8. 21. April 2009, 20:55 Uhr, von Katja Owl
    0158

    @Mafalda, nö.

    Aber Deine berechtigte Empörung wäre ohne Nennung des Namens nach meinem Empfinden besser gewesen. Dir unterstelle ich die besten Absichten, aber oft genug erlebe ich unter dem Deckmantel der Empörung versteckte Sensationlust und bloße Heuchelei. Die erneute Namensnennung rückt die Betroffene wiederum in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, wobei es letztlich nur unwesentlich sein dürfte, daß Du nicht sie sondern die Öffentlichkeit verurteilen willst.

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  9. 21. April 2009, 21:08 Uhr, von Martina
    0159

    Zitat-des-tages:
    (tinyurl.com/d9b2z8)
    Thank you Tom!

    Antworten
  10. 21. April 2009, 21:23 Uhr, von Martina
    0160

    A.I.D.S. der neue Trend: (tinyurl.com/d6zp96)
    Orrible, I know, sorry.

    Antworten
  11. 21. April 2009, 21:24 Uhr, von Mafalda
    0161

    @ Katja Owl

    danke für Dein offenes Urteil von “Sensationslust und purer Heuchelei”. Das sind leider Grenzen von Blog-Postings. Träfen wir uns auf ein Bier, einen Wein, einen Tee, einen Kakao oder einen Whisky… what a difference it might be.

    Antworten
  12. 21. April 2009, 21:31 Uhr, von Katja Owl
    0162

    @Mafalda, nochmal, will wirklich nicht, daß wir uns da mißverstehen, habe DIR weder Sensationslust noch Heuchelei unterstellt…wollte doch nur meinen, daß…ach, das ist jetzt auch blöd, ich nehm das Bier. Prost und nix für ungut…;->

    Antworten
  13. 21. April 2009, 21:36 Uhr, von Mafalda
    0163

    in diesem Sinne Cheerio. Mein ja auch, was Du weißt :-))

    Antworten
  14. 21. April 2009, 21:42 Uhr, von Katja Owl
    0164

    Puh, da haben wir ja zum Glück nochmal die Kurve gekriegt…;->

    Also cin cin..:o)

    Antworten
  15. 21. April 2009, 22:05 Uhr, von Mafalda
    0165

    @noisa
    es war ein eklatanter Verstoß gegen Datenschutz. Im Grunde hab ich – s. Disput mit Katja Owl – ebenso dagegen verstoßen, ein Blog ist nun mal auch Öffentlichkeit.

    Dass AIDS wichtiger- und notwendigerweise wieder einmal in die öffentliche Wahrnehmung rückt ist nach meiner Sicht eine sträfliche Vernachlässigung der Aufklärung über die TATSACHE dieses HI-Virus, dessen Übertragungswege. Es sind NICHT Gonokokken. Nicht Syphilis, die ja selbst heftig verläuft, dennoch heilbar scheint. Dieser Virus ist virulent (sic!) und er verändert sich offenbar auch – warum sollte Evolution an ihm vorüber gehen. Nur weil es – jedenfalls in der westeuropäischen Welt – Möglichkeiten zur Eindämmung der Auswirkungen gibt, ist er nicht weg. Und er bleibt auch nicht weg, nur weil nicht geguckt wird. Nicht gesprochen.

    Antworten
  16. 21. April 2009, 22:27 Uhr, von Mafalda
    0166

    Wie hoch der Leidensdruck von Menschen mit HIV ist, erlebte ich mit einem Mitarbeiter zuzeiten als selbständige Gastronomin. Er schnitt sich an einer Glasscherbe und war völlig außer sich. Erst da wagte er, zu sagen was ist. Einige Monate später besuchte ich ihn im Krankenhaus. Lungenentzündung. Kurz danach nahm ich an seiner Beerdigung teil. – Weder gab es “Rettung”, noch konnte ich wirklich nachvollziehen, wie es ihm ging in seinem Leben mit dem Virus. Allein teilnehmend an der Seite stehen.Da sein.

    “Philadelphia” ein Hinweis; doch kein Role-Model für die, die eben nicht Anwalt/Managerin o.ä.sind.

    Antworten
  17. 21. April 2009, 22:46 Uhr, von Antje
    0167

    @Walter “Auch die neuen offenen Gesellschaft haben ihre Feinde: Relativismus, einseitige Wertorientierung (Leistung, Erfolg, Macht) …”

    Ich lese gerade das Buch “Gomorrha” von Roberto Saviano. Ein unglaublicher Bericht über die Camorra in
    Secondigliano und gleichzeitig ein Zustandsbericht über das, was heute wichtig zu sein scheint.

    Eine Passage hat mich besonders betroffen gemacht, weil sie so “wunderbar” die “Beliebigkeit” ausdrückt:

    “….Warum soll man sich also der deprimierenden Erfahrung aussetzen, eine Arbeit zu suchen, von der man doch nicht leben kann, warum einen Halbtagsjob in einem Callcenter annehmen? Unternehmer werden! Aber richtig. Fähig mit allem zu handeln und auch aus nichts ein Geschäft zu machen. Ernst Jünger würde sagen, Größe sei dem Unwetter ausgesetzt. Einen solchen Satz würden auch die Bosse, die Unternehmer der Camorra unterschreiben. Das Zentrum allen Handelns sein, das Zentrum der Macht. Alles als Mittel verwenden und sich selbst als Zweck. Wer behauptet, das sei unmoralisch, ein Leben ohne Ethik sei undenkbar, die Wirtschaft müsse sich an Regeln und Grenzen orientieren, der hat es einfach nicht geschafft, sich durchzusetzen, und ist vom Markt geschlagen worden. Die Ethik ist die Grenze des Verlierers, der Schutz der Unterlegenen, die moralische Rechtfertigung derjenigen, die nicht auf volles Risiko gespielt und alles gewonnen haben……. ”

    und etwas später

    “….Die Logik des kriminellen Unternehmertums, das Denken der Bosse ist identisch mit radikalstem Neoliberalismus. Er diktiert, ja erzwingt die Regeln des Geschäfts, des Profits, des Sieges über alle Konkurrenten. Alles übrige zählt nicht. Existiert nicht. Für die Macht, über Leben und Tod aller zu entscheiden, ein Produkt zu lancieren, ein Marktsegment zu monopolisieren oder in Sektoren der Zukunft zu investieren, riskiert man Haft oder das eigene Leben. Für zehn Jahre dieser Macht, für ein Jahr, für eine Sekunde. Die Dauer spielt keine Rolle: leben, um wirklich zu herrschen, ist das einzige, was zählt…….”

    Unglaublich erschreckend, wenn man wahrnimmt, dass dies schon 12jährige charakterisiert!

    @jinx, schön von dir zu lesen ;-)

    Antworten
  18. 22. April 2009, 5:20 Uhr, von Noisa
    0168

    @Mafalda, worin Bestand der Verstoß gegen den Datenschutz? Der Staatsanwaltschaft soll vorgeworfen worden sein, die U-Haft bekannt gemacht zu haben. Woraus ergibt sich das? Auch aus der U-Haft heraus werden Infos von Dritten weiter gegeben und können sich rasant verbreiten.

    Antworten
  19. 22. April 2009, 5:45 Uhr, von Noisa
    0169

    Ergänzung: Es gab wohl diese Pressemitteilung: http://tinyurl.com/dgocvl
    Das geht natürlich nicht, die Sängerin öffentlich in dieser Form an den Pranger zu stellen und persönliche Details zu verkünden; stimme Dir zu, @Mafalda.

    Antworten
  20. 22. April 2009, 6:51 Uhr, von Dowanda
    0170

    @Antje
    Ja, ich hab das Buch auch gerade eben gelesen und mir ging es gleich wie Dir. Es ist nicht einmal das Recht der Stärkeren – es ist das Recht der puren Gewalt gepaart mit der Waffe.

    Darüberhinaus könnten wir aus dem Dienstleistungs- und Handelsgewerbe noch etwas an Serviceorientiertheit von der Camorrha lernen, so pervers das jetzt auch klingt.

    Antworten
  21. 22. April 2009, 7:41 Uhr, von Dowanda
    0171

    Müssen wir in den Industriestaaten jetzt auf einen BMI von 16 herunterkommen oder reicht es, wenn in den Entwicklungsländern weiterhin fleissig an Nahrungsmangel gestorben wird?
    Modell “Emissionshandel” sozusagen auf Kalorien umgemünzt.
    Nein, besser beides! Dann lebt der Planet in 100 Jahren gemütlich vor sich hin, ungestört vom Homo sapiens.
    Ach Welt, lass Dich doch von uns umarmen – so ertönt unser Flehen. Aber sie hört uns nicht. Haben wir Mundgeruch?

    http://www.bild.de/BILD/news/2009/04/21/fette-menschen-haben-schuld/am-klima-desaster.html

    Antworten
  22. 22. April 2009, 7:51 Uhr, von Siegmund
    0172

    Es hätte gereicht, den Tatvorwurf “schwere Körperverletzung” anzugeben. Genaus dies wurde auch anfangs gemacht. Warum dann noch Patientendaten weitergegeben werden, und dazu gehört ja auch der Krankheitsstatus, erschließt sich mir auch nicht. Dieses öffentliche “Outing” musste nicht sein.

    Antworten
  23. 22. April 2009, 9:32 Uhr, von Dowanda
    0173

    @Antje
    Passend zum Thema Camorrha:
    http://www.sueddeutsche.de/,ra2m1/panorama/299/465885/text/
    “Dem Beben folgt die Mafia”

    Antworten
  24. 22. April 2009, 9:34 Uhr, von Yolande Langendijk
    0174

    „Gleichzeitig Dilemma und Handlungsanweisung:
    “Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.�“ @ Walter am 21. April 2009 um 16:32 Uhr
    Die menschliche Übung von Toleranz benötigt wenigstens eine Übung zur Meisterung von zwei inter-relatierte menschliche Kapazitäten: Die Kapazität klar zu sehn, was unter andern voraussetzlich eine Art Innere und Offene Haltung von Aufmerksamkeit benötigt die u.A. respektvolle Konversation zwischen Menschen erschiedenes Perspektiv erst ermöglicht, und die Kapazität zu handeln in/mit Weisheit und Kreativität.
    Ach na ja, wir können es wenigstens selber üben, dies ist schon alles und besser.
    Schönen Tag,

    Antworten
  25. 22. April 2009, 9:49 Uhr, von Ramona
    0175

    Puh.., ich hab jetzt hier irgendwie den Faden verloren!
    Nur kurz mein Standpunkt zu dem HIV-Thema:
    So wie die Geschichte in die Öffentlichkeit gelangt ist und dann in den Medien verbreitet wurde, finde ich auch nicht in Ordnung.
    Nur ich denke, dass es vor der spektakulären Verhaftung, sicher eine Vorgeschichte gab, die wir nicht kennen. Diese Aktion wäre sicher sonst, so nicht notwendig gewesen.
    Sollte sich der Sachverhalt jedoch als richtig erweisen, tut mir leid, habe ich für diese Dame kein Verständnis. Wenn ich weiß, dass ich einen todbringenden Virus in mir trage, habe ich die gottverdammte Pflicht meine Sexualpartner darüber aufzuklären. Und erst recht, wenn Sex ohne Kondom vollzogen werden soll. Wo hat die Damen denn ihr Gehirn?
    Bei kurzen Beziehungen, haben die Sexpartner vielleicht ihre jetzigen Partner infiziert
    Nein Leute, hier hört bei mir der Spaß auf.

    Antworten
  26. 22. April 2009, 9:59 Uhr, von Dowanda
    0176

    @Ramona
    Bin da bei Dir. Über die Art und Weise der Veröffentlichung lässt sich sicherlich streiten.
    Aber das Verhalten andererseits scheint eine Warnung der Öffentlichkeit beinahe notwendig zu machen.

    Ich verstehe allerdings warum das nicht in anderen Bereichen aus so ist. Restaurants oder Supermärkte, die von der Gesundheitsbehörde schon zum x-tenmal gemassregelt werden, dürfen anonym bleiben. Für Gammelfleischlieferanten gilt dasselbe.
    Den Bogen kann man auch noch weiterspannen und zwar hin zur Bekanntmachung des Namens und Aufenthaltsortes mehrfach verurteilter Kinderschänder. Auch da ist ein Abwägen von Interessen von potentiellen Opfern und rechtskräftig verurteilten Tätern ein Thema.

    Antworten
  27. 22. April 2009, 10:26 Uhr, von Ramona
    0177

    @Dowanda, stimmt und das einzig Positive ist, dass die Leute wieder einmal wach gerüttelt werden, zumal hier eine heterosexuelle Frau betroffen ist.
    Und vor allem die Jugendlichen (die Dame hatte ja mal eine große Vorbildfunktion) kapieren hoffentlich, dass Sex was mit Verantwortungsbewusstsein zu tun hat.

    Antworten
  28. 22. April 2009, 11:01 Uhr, von Fabian
    0178

    Antje, zur Camorra lief letztens ein guter Beitrag von Antje Pieper (die mir im übrigen in Rom über den Weg gelaufen ist) auf Phoenix: “Das Gesetz des Schweigens”

    Hat jemand gestern zufällig den exzellenten Bericht über Menschenrechte auf ARTE gesehen?

    Ich leider auch nicht ganz, er wird aber am 30.4. wiederholt. Wirklich unbedingt sehenswert!!!

    Dort ging es u.a. um die Aufnahme von “Blasphemie” in die Menschenrechte. Damit lässt sich in totalitären fundamentalistischen Staaten natürlich alles irgendwie begründen, schlimm vor allem: Mit Berufung auf die Menschenrechte.

    *seufz* Ich glaube, ich will das alles manchmal gar nicht wissen … :-(

    Antworten
  29. 22. April 2009, 14:41 Uhr, von Ramona
    0179

    @Dowanda, hab jetzt erst Zeit gehabt den Beitrag, 07:41 Uhr, zu überfliegen (was auch ausreicht). Aber das Bild ist schon lustig:-))) (Tschuldigung:-( )

    Antworten
  30. 22. April 2009, 14:57 Uhr, von Dowanda
    0180

    @Ramona
    Ja, das Bild hat was ggg

    Antworten
  31. 22. April 2009, 15:03 Uhr, von Ramona
    0181

    :-))))))

    Antworten
  32. 22. April 2009, 15:10 Uhr, von Noisa
    0182

    Mir sind die weißen Schuhe auch direkt ins Auge gesprungen. ;)

    Antworten
  33. 22. April 2009, 15:14 Uhr, von Ramona
    0183

    Ach was, Dir auch?

    Antworten
  34. 22. April 2009, 15:23 Uhr, von Noisa
    0184

    @Ramona: Ja, aber sie sind nicht modisch. ;)

    Antworten
  35. 22. April 2009, 15:26 Uhr, von Ramona
    0185

    Ich überlege die ganze Zeit, was passiert, wenn die stärke Dame plötzlich aufsteht?:-)))))

    Antworten
  36. 22. April 2009, 15:31 Uhr, von Noisa
    0186

    @Ramona, hm, tolle Frage! Ich befürchte, dass sie nur durchrutschen kann, wenn alle anderen aufgestanden sind… :))

    Antworten
  37. 22. April 2009, 15:38 Uhr, von Ramona
    0187

    …….und es wird sich der Schwerpunkt zu Ungunsten der Sitznachbarin verlagern, oder sitzt da noch wer links?:-))))))
    Das Fu?kettchen ist auch sehr apart:-)

    Antworten
  38. 22. April 2009, 15:40 Uhr, von Ramona
    0188

    Huch, ? = ß ;-)

    Antworten
  39. 22. April 2009, 15:45 Uhr, von Noisa
    0189

    Hast Du keins? ;)

    Ja, stimmt, auf der Bank wird die Schwerkraft wirken, wenn die `Starke´ aufsteht. :)

    Antworten
  40. 22. April 2009, 15:52 Uhr, von Ramona
    0190

    Doooch, riesen Kettenglieder, mit einer großen schweren Eisenkugel dran:-)))

    Antworten
  41. 22. April 2009, 15:54 Uhr, von Noisa
    0191

    Ach so. Ja dann. :)))

    Antworten
  42. 22. April 2009, 15:59 Uhr, von Noisa
    0192
    Antworten
  43. 22. April 2009, 16:08 Uhr, von Ramona
    0193

    …es wird hauptsächlich von jungen Frauen getragen @Noisa. Das war’s dann wieder *schluchtz*
    Wobei die Dame auf dem Bild………..:-)

    Antworten
  44. 22. April 2009, 16:14 Uhr, von Noisa
    0194

    Ich kann mir schon denken, was Du schreiben willst, @Ramona. Besser nicht…

    Bitte – und jetzt nicht an das Alter erinnern. Ein Fußkettchen, ich sollte es vielleicht mal ausprobieren, dranlegen. ;)

    Antworten
  45. 22. April 2009, 16:24 Uhr, von Ramona
    0195

    Ach Nois-chen, schön mit Dir geblödelt zu haben, aber wir hören lieber auf eh wieder einer den Zeigefinger hebt.

    Hatte eigentlich gestern jemand unter uns bei T-Mobile ‘Das Glück der Unerreichbarket’? Am Sonntag soll man als Entschädigung gratis simsen können!

    Antworten
  46. 22. April 2009, 16:26 Uhr, von Noisa
    0196

    *lach* Ja, es ist besser, @Ramona. Über`gratis simsen´ musste ich gerade auch lachen. :)

    Antworten
  47. 22. April 2009, 16:28 Uhr, von Walter
    0197

    Ganz praktisch:

    Wenn man einen Menschen richtig beurteilen will, so frage man sich immer: “Möchtest du den zum Vorgesetzten haben?”
    Kurt Tucholsky

    Wissen und Gewissen, Selbstsicherheit und Zweifel, Autonomie und Gemeinschaft- unser leben vollzieht sich in Ambivalenz und Spannungen. Nicht einseitig werden, immer auch die andere Seite hören und sie zu verstehen suchen. Die Intoleranz in uns selbst zu erkennen. Dies sind lebenslange Aufgaben und Übungen.

    Einer unserer stärkstenGegner und zugleich mächtigsten Verbündeten ist die Angst.
    - Deutlich wird dies an den beiden letzten US- Präsidenten. GW Bush kämpft gegen seine Angst, Barack Obama mit ihr.

    Antworten
  48. 22. April 2009, 17:44 Uhr, von Anja
    0198

    Ja, Ramona. War gestern beruflich und privat netzlos. Wenn man unterwegs ist, ganz schön doof…
    Merkwürdigerweise war mein erster Gedanke, es könnte sich eine Katastrophe (Attentat, Erdbeben…) ereignet haben und das Netz ist vor Überlastung zusammengebrochen. Glücklicherweise habe ich ein separates “Eltern” Tchibo Handy. Das dient nur zur Kommunikation mit meinen Eltern und ich konnte mich darüber informieren. Gratis SMS ist ja eine hübsche Idee, habe aber schon 300 Inclusiv SMS zur verfügung, da müßte ich viel tipseln;-)
    Habe die ungewohnte “Unerreichbarkeit” in der Sonne in einem Studentencafé genossen. Jetzt fühle ich mich wieder wie Anfang zwanzig, ein größeres Geschenk könnte mir T-Mobile gar nicht machen;-)

    Antworten
  49. 22. April 2009, 18:34 Uhr, von US
    0199

    Die große Koalition versagt beim Datenschutz:
    Trotz der Skandale bei Telekom, Lidl und Bahn fehlt die Lobby für den Schutz der Bürger. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar jedenfalls zog jetzt eine ernüchternde Bilanz. Danach ist kaum mehr damit zu rechnen, dass die Regierung noch in dieser Legislaturperiode wenigstens minimale Verbesserungen des Datenschutzgesetzes unter Dach und Fach bringt. Schaar weiß auch warum: Offenkundig macht die Wirtschaft Druck, um diese Gesetzesverschärfung gegen den lukrativen Adressenhandel auszuhebeln. Tatsächlich ist die Neigung vor allem innerhalb der Unionsparteien groß, diesem Druck der Lobby nachzugeben und die eine oder andere Ausnahmeregelung zuzulassen. Ähnlich sieht es in Sachen Arbeitnehmerschutz aus.

    Der Datenschutzbeauftragte hat die Politik angesichts dieses Versagens vor einem immensen Glaubwürdigkeitsverlust gewarnt. Und das völlig zu Recht. Immerhin ist es der Staat selbst, der – auch dank neuer Technologien – immer mehr Informationen von seinen Bürgern einfordert. All diese, möglicherweise, effizienzsteigernden Errungenschaften sind datenschutzrechtlich von erheblicher Brisanz. Wer den Bürger auf einen solchen Zukunftstrip mitnehmen will, muss die Gewähr für den größtmöglichen Schutz vor dem Datenmissbrauch bieten. Diese Gewähr aber verweigert die Politik derzeit. Da kann und muss einem vor der Datenzukunft angst und bange werden.

    Man muss sich vor Augen halten, dass es sich bei den oben genannten Skandalen nur um die bekannt gewordenen handelt.

    Antworten
  50. 22. April 2009, 18:46 Uhr, von US
    0200

    Anja,
    da kannst du mal wieder sehen wie diese Technik unser Leben bestimmt! g

    Antworten


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