In der deutschen Debattenkultur hat man gute Chancen, die Erfahrung zu machen, wie man zum Gegner von etwas stilisiert wird, gegen das man nie war und nicht ist. Aus Perspektive der Gesellschaftsbeobachterin ist das eine interessante Erfahrung, aus praktischer Perspektive der Erträge öffentlicher Diskurse ist es eher ein Trauerspiel. Die Buschtrommel-Doktrin, die derzeit die Debatte über die Zukunft des Journalismus offline und online beherrscht, geht nach eben diesem Prinzip der präventiven binären Konfrontation. Ein Prinzip, das immer in der Lage ist, konstruktives Argumentieren zu killen: Wenn Du nicht für mich bist, dann bist Du gegen mich. Und wenn das nicht ganz klar ist, weil die Argumente nach Differenzierung verlangen, dann helfen wir eben etwas nach.
Nach intensiven Diskussionen um die Zukunft des Journalismus im Netz und die Rolle, die Journalistinnen und Journalisten darin spielen können oder sollen, hat nun auch Stefan Niggemeier in der FAZ geantwortet auf meine kleine Zukunftsprovokation über eine Gesellschaft ohne Journalismus, die „in der Grotte der Erinnerung” versumpft.
Darüber freue ich mich erst einmal, denn Niggemeier gehört zu den wenigen Bloggern in Deutschland, die sich eine Position in medialen Diskurs erarbeitet haben und gehört werden. Es ist aber auch ein bisschen „niedlich”, um in Niggemeiers Diktion zu bleiben, dass gerade er die Blogs gegen meinen vermeintlichen Angriff verteidigen muss. Er, der genau weiß, warum sein „BILDblog” wahrgenommen wird, tausende andere dagegen unerkannt und weitgehend ungelesen bleiben. Das hat etwas mit Qualität und Positionierung zu tun, für die ich argumentiere, weil ich glaube, dass sie für unsere Gesellschaft auch in Zukunft wichtig bleiben. Dass Niggemeier darüber hinaus (wie viele der wenigen Blogger mit Position und Anerkennung in Deutschland) eben nicht nur Blogger, sondern auch Journalist ist (und als solcher – so hoffe ich für ihn – auch Geld verdienen kann), macht es noch etwas „niedlicher”, denn er ist das lebende Beispiel dafür, dass beides geht und Platz hat.
Warum also erleben wir eine Debatte, die in erster Linie bemüht scheint, schwarz-weiß Bilder zu erzeugen? Wenn ich Stefan Niggemeiers Text lese, weiß ich das noch weniger als vorher.
Natürlich ist auch in den traditionellen Medien eine Menge Mist zu finden, die in einem zuweilen stinkenden Metabolismus zwischen PR- und Medienorganen gären kann und überhaupt erst von Medienunternehmen zusammengetragen wird, die dort sparen, wo die Zukunft ihres Gewerbes und Geschäftsmodells liegt: in den qualitativ hochwertigen, exklusiven Inhalten, die auf Recherche und unabhängiger Beobachtung basieren. Aber das ist kein Argument gegen den Journalismus, sondern gegen die Medienmacher, die schon angefangen haben, ihm mit Budgetkürzungen und Stellenstreichungen das Wasser abzugraben, bevor der Datenstrom aus dem Netz ihm überhaupt gefährlich werden konnte.
Es geht bei diesem Qualitätsjournalismus auch gar nicht nur um Zeitungsjournalismus. Aber zu diesem passt die alte Weisheit „wer lesen kann, ist klar im Vorteil”. So lässt sich schnell feststellen, dass in meinem Text nirgends von Zeitungsjournalismus die Rede ist, sondern von einem plattformunabhängigen Qualitätsjournalismus. Ihn brauchen wir – „ob gedruckt, gesendet oder im Internet”.
Dieser Journalismus bringt allerdings das Neue in die Welt, die anderen Sichtweisen und Positionen, wie ich es behaupte. Und er leistet auch genau das, was Stefan Niggemeier hervorhebt: das „Sortieren und Gewichten, die Systematik und Kontinuität”. In der Wissenschaft nennen wir das die „Synchronisierungsfunktion” von Journalismus. Das kann man sicher einfacher und besser sagen, aber wichtig bleibt sie, egal wie man sie benennt und beschreibt.
An welcher Konfrontationslinie also schreibt sich Stefan Niggemeier entlang? „Die Front verläuft nicht zwischen Profis und Amateuren oder zwischen Print und Online. Sie verläuft zwischen gutem und schlechtem Journalismus.” Recht hat er. Und genau darum ging es auch in meinem Text: dass wir endlich den Mut haben müssen, eine andere Diskussion zu führen als die zwischen Journalisten und Bloggern als gegnerische Parteien. Wie sichern wir publizistische Qualität offline und online?, so lautet die Frage. Dabei müssen wir darüber sprechen, ob sich unsere Gesellschaft künftig noch hauptberufliche professionelle (und damit bezahlte) Kreativität leisten will. Die Antwort auf diese Frage verlangt ein Gespräch jenseits der Buschtrommel-Doktrin, denn sie entscheidet über die Tätigkeit von Komponisten, Schriftstellerinnen, und Journalisten. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die sich dies leistet. Und ich kann für den Journalismus – so glaube ich – ein wenig beurteilen, warum das gesellschaftlich wünschenswert wäre.
In der breiten Diskussion zu meinem Text habe ich viele sehr kluge und interessante Kommentare in den Blogs gefunden, aber auch ziemlich viel Bullshit. Zu meinem aus der Erkenntnistheorie entlehnten Gedankenexperiment des „Gehirn im Tank” schreibt ein Kommentator: „Ich verstehe das nicht und habe auch keine Lust mich anzustrengen.” Das ist sein gutes Recht. Und mein gutes Recht ist es, darauf zu hoffen, dass ich mich in Zukunft nicht darauf verlassen muss, dass irgendjemand irgendwann Lust hat, mir etwas mitzuteilen, was relevant oder interessant sein könnte oder auch nicht, weil es intellektuell zu anstrengend ist, weil er gerade keine Zeit hat oder das Geld fehlt.








Bei manchen von den “Perspektiven” bin ich aber dann eher froh, dass sie mir versperrt sind.
@Walter:” Miteinander zu reden ist immer besser als übereinander. Im besten Fall kann daraus Gutes entstehen.
Na, wie wärs?” Kommen Dir diese Sätze bekannt vor?
Ja, durchaus.
Yes, we can.
@Urs Bürgi (“diese “Stunde des Wolfsâ€?)
Schon mal dran gedacht, dass es unter Umständen auch die Stunde der Zeitverschiebung hätte sein können? Dass das Posting möglicherweise “auf Reisen” entstand? Dann wäre die ganze poetische Seelenkunde dahin… aber schön geschrieben, echt!
PS:
Auch “Kreativität” sollte nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Ein Monopol auf gute Ideen gibt es nicht.
@Walter, Dein p.s. trifft exakt den “Apfel in der Mitte” für Frau MM gegenüber Herrn Niggemeier. Prägnanter und kürzer hätte man es nicht sagen können, auch wenn es für MM nicht gemeint gewesen ist. Respekt, ganz ehrlich.
Und @Jon: danke für das Bluemeli; d’accord, könnte alles sein, aber ändert das etwas? Es sind die beiden letzten Sätze meines Beitrags, die den Sinn des Vorlaufs erschliessen, und mitfühlen und jemanden emotional verstehen und es ihr sagen, ist das off limits?
Vielleicht mal etwas theoretisches zum Thema “Journalist”
Finds noch ganz interessant, was wikipedia dazu vermeldet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Journalist
Danke, @ Dowanda für den Hinweis. Bin sonst skeptisch bei Wiki, aber hier stimme ich überein, und um es für andere zu verkürzen, das Zitat, mit dem ich völlig übereinstimme:”Das hervorstechendste Merkmal des Journalistenberufs sieht Jean Baudrillard in der Verhinderung von Kommunikation. Der Austausch von Information (parole et réponse) wird durch den Journalisten effektiv unterbunden. Anstatt mit einem eine persönliche Korrelation schaffenden reziproken Raum haben wir es mit einer “Rede ohne Antwort” zu tun. Alibi-Übungen wie Leserbriefseiten etc. ändern an dieser Tatsache wenig. Damit nimmt Baudrillard, ohne allerdings den griechischen Philosophen zu erwähnen, einen alten Gedanken Platons auf. Dieser geht im Phaidros ausführlich auf das Problem ein. So lässt er z.B. Sokrates die Einseitigkeit des Schreibens und deren Auswirkungen betonen: Denn dies Bedenkliche, Phaidros, haftet doch an der Schrift, und darin gleicht sie in Wahrheit der Malerei. Auch deren Werke stehen doch da wie lebendige, wenn du sie aber etwas fragst, dann schweigen sie stolz. Ebenso auch die geschriebenen Reden. Und auch den Schluss, der sich daraus ziehen lässt, nimmt Platon vorweg: Wer also glaubt, seine Kunst in Buchstaben zu hinterlassen, und wer sie wieder aufnimmt, als ob etwas Klares und Festes aus Buchstaben zu gewinnen wäre, der strotzte vor Einfalt…(Könnte von @Walter sein!) ;-))
Ja, könnte von Walter sein *g*
Was ein Kompliment ist.
Ja, war so gemeint.
Frau Meckel, das ist eine Aufforderung zur Nachahmung:
http://www.sueddeutsche.de/,ra4m1/panorama/887/469444/text/
Home Run, Dowanda.
@Dowanda, wie luzid doppeldeutig. Ich glaube, das könnte missverstanden werden.
ach dowanda, ich dachte schon, das sei ein beispiel für die leuchttürme des qualitätsjournalismus. wurde da aber schnell eines besseren belehrt:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,565711,00.html
Ich glaube, es klang auch schon in einigen Antworten, auch in den vorherigen Blogeinträgen von Frau Meckel, an, das Thema um den “Qualitätsjournalismus” ist eine Frage um die Macht der Definition, was berichtenswert ist.
Ich interessiere mich für Geschichte. Aber welche und wessen Geschichte bekomme ich geliefert?
Es wird das festgehalten, was Mächtige für tradierenswert erachten.
Das Schöne an den Blogs ist jetzt, dass der Koch oder eine 97-jährige Frau nun auch einen Blog schreiben kann und von ihrer Sicht der Geschichte berichtet.
Journalisten schwimmen auf einer ganz anderen Ebene. Meist schwimmen sie dadurch an mir vorbei.
Und es geht nur ums berichten. Kommunikation ist nicht angedacht, habe ich heute durch den Link von @Dowanda gelernt. :-)
Während das Blogsystem gerade auf Kommunikation baut. (Auch wenn die Antwortmöglichkeit unterbunden werden kann. ;-)
Am liebsten habe ich die Informationen, mit denen ich etwas anfangen kann und die mir aufzeigen, dass Änderungen (vielleicht auch durch persönliches Zutun) möglich sind.
@Urs Bürgi am 22. Mai 2009 um 11:33 Uhr
Schöne Analyse. :-)
@na ich und @Dowanda
Soviele “älteste” Bloggerinnen?
Ich muss mich ranhalten. ;-)
@ irgendeine Userin, da “haben wir das Heu auf der gleichen Bühne”, sagt man hier: die Möglichkeit, zu kommunizieren, im Dialog, im “Multilog”, nicht mit dem Monolog zu leben, wie oben zitiert, Jean Baudrillard, 13:41 Uhr; das ist die Faszination und die Chance, aus der technischen Möglichkeit (Internet, usw) mehr gestalten zu können und uns zu verändern, als nur die “Leuchttürme NZZ, SZ, usw.” zu lesen. Also, wieder einmal: sowohl, als auch, und nicht “entweder, oder”.
Und dann noch ein “merci” für “schöne Analyse”. pleasure.
Ich würde unsere Blogbetreiberin weder für 97 halten (nicht mal schlechtestem Licht) und schon gar kein frühes Ableben herbeiwünschen.
Und die Gefahr, dass sie jemals Koch- oder Backrezepte postet, existiert ja auch nicht.
Tzässsssss – immer wird man missverstanden :-)
Das muss man dann halt auch in Kauf nehmen, oder nutzen, *ggg*:
http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/bin_auf_facebook_gruss_papst_1.2607539.html
@Dowanda
Ich habe die beiden Damen als bloggende Geschichtsschreiberinnen wahrgenommen.
Frauen, deren Erzählungen eben nicht in den Geschichtsbüchern stehen werden, weil darin nur über Könige und Kriege und politische Entscheidungen (alles meist von Männern initiiert) erzählt wird.
Beides schöne Beispiele dafür, was Blogs auch können: Geschichte erzählen. :-)
… weil sie beide sehr alt sind und eben auf ein ziemlich langes Leben mit vielen Geschichten zurückblicken konnten.
… und – was ich noch faszinierender fand – weil es beides Frauen sind/waren.
Vorbilder, nicht Vorstellung, wie es sein soll.
Dass Frau Meckel nicht 97 ist, weiß ich. Sie ist ja jünger als ich. ;-)
Und Koch- oder Backrezepte, wenn sie für einen König kocht, wäre das doch eine Nachricht respektive Blogeintrag wert, oder nicht? ;-)
Es geht mit dem Gedicht um Relationen: Was wird festgehalten, was ist berichtenswert? Und das haben “sie” alles tatsächlich allein geschafft?
Ähm. Ich bin auch nicht 97.
Hinweis nur, damit keine Ehrfürchtigkeiten entstehen. :-p
@Thomas Knüwer: Wer sagt mir denn, dass Blogs, resp. Blogger nicht abhängig und bezahlt sind? Gerade die sind doch irgendwann auf das Geld angewiesen.
Zwar kommen viele Blogger in dem Mäntelchen des völlig Unabhängigen daher, aber wenn ein Blog erfolgreich ist, wollen die Betreiber doch irgendwann auch Geld damit verdienen? (Und mit Anzeigen funktioniert das nicht, also mit lancierten PR-Artikeln??? Und diese Möglichkeiten des Blogger-Marketings haben ja unlängst auch große Agenturen für sich entdeckt.) Es lebt sich doch nicht allein vom Bloggen, oder irre ich? (Sie sind ja schließlich auch beim Handelsblatt und nicht zuletzt deswegen so bekann. Würden sie den Job beim Handelsblatt schmeißen und nur noch ihr unabhängiges Blog betreiben wollen?)
Meiner Meinung nach müssen (!) Journalisten von einem Verlag, der nach journalistischen Kriterien arbeitet und ein gewisses journalistisches Ethos pflegen sollte, gutes und sicheres Geld verdienen, damit sie sich wirklich auf ihre Recherche konzentrieren und weitgehend unabhängig recherchieren können. (Und selbst wenn eine Geschichte nach langer Recherche nicht funktioniert, sollte das nicht den finanziellen Ruin bedeuten. Im Web ist es dagegen so: Redakteure der Süddeutschen werden zum Teil nach den Klickraten auf ihren Artikel bezahlt. Worüber schreibt man also am Besten: Sex, Boulevard und Internet-Themen – siehe Themenauswahl Startseite Spiegel.)
Wenn Klickraten entscheiden, wird der Qualitätsjournalismus unweigerlich aufs Spiel gesetzt.
Dass es in den etablierten Medien zu viele journalistische “Unformen” gibt, steht dabei außer Debatte. Für mich eine absolute journalistische Unkultur und ich finde es klasse, dass Sie diese Dinge immer wieder in Ihrem Blog aufgreifen und anprangern.
Wenn ich mir einige Artikel durchlese bzw. überfliege, in Postings reinschaue, habe ich den Eindruck, als wenn alle, die sich Journalist oder Journalist und Blogger schimpfen, einen niveauvollen Journalismus erhalten, ggf. fördern wollen. Ich habe keinen Artikel gefunden, der den Boulevardjournalismus als besonders erhaltenswert im Zusammenhang mit der Diskussion über den Journalismus sieht.
Der Artikel „Das Netz als Feind“ in der Zeit zeigt auf eine eindrucksvolle Weise, wie unzureichend und abstoßend das Web mit seiner Themenauswahl auf den Eingangsseiten auf Menschen wirken kann, die ein besonderes Niveau suchen.
Wenn es um triefgründige Informationen zum aktuellen Zeitgeschehen geht, muss man sich mitunter direkt mit Quellen befassen; mit Glück findet sich manchmal eine Stellungnahme einer Bildungseinrichtung zu einem speziellen Thema.
Die schlichte Definition des Deutschen Journalisten-Verbandes: „Ein Journalist ist, wer hauptberuflich an der Verbreitung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt ist.“ unterscheidet nicht in qualitativer Hinsicht.
Gut, dass – eben auch durch den Artikel von Frau Meckel in der FAZ – über ein neues Kriterium, die Qualität nachgedacht wird und dieses Kriterium bezogen auf den Journalismus in vier Punkten nachvollziehbar definiert wurde.
Von allen Seiten, aus Bloggersicht, aus der Sicht von Intellektuellen, aus der Sicht von Menschen, die eher pro Print und von denen, die pro Web sind etc. wurde das Thema Journalismus beleuchtet.
Das Brainstorming dürfte abgeschlossen sein!
Journalisten verbreiten über „Massenmedien“, heißt es. Was dieses Medium sein soll, lässt die obige Definition offen. Ganz hervorragend! Es kommt heute wirklich nicht mehr auf die Art des Mediums an. Print wird es sicherlich weiter geben, aber das Web hat Print in vielen Bereichen den Platz abgerungen.
Nachdem nun die Sichtweisen kundgetan wurden, müsste es möglich sein, grundsätzlichere Fragen zu finden (!) und hierüber allgemein zu diskutieren, um dann Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln (!). Eine ausgewogene Lösung oder mehrere ausgewogene Lösungen können entwickelt werden, wenn über Grundsätzliches, vielleicht über Kernaussagen aus „In der Grotte der Erinnerung“ diskutiert wird. Eine Lösung anhand von Einzelproblemen zu entwickeln hat möglicherweise keinen dauerhaften Bestand, würde zu einer weiteren Ausweitung der Streitkultur einer Zunft, der der Journalisten führen. ;)
jaja, und manchmal ist er doch interessant, der blick richtung usa:
http://www.concernedjournalists.org/about_ccj/about_us
Da ist mal man 7 Stunden offline und schon warte wieder so viele anregende Kommentare auf mich ( verweigere mich vom Handy aus ins Internet zu gehen)
@ Urs aus dir spricht die wahre Poetin
“in the tree times hour before the morning”
ich kenne diese Zeit auch nur zu gut wach aber selten mit Geistesblitzen sondern in Gedanken versunken oder besser in intensiven Träumen…
Wir wissen alle nicht wo uns die Reise mit hin nehmen wird, es ist alles ein stetiger Wandel, so vollzieht sich dieser Wandel gerade jetzt, eine vielfältiges Angebot und Innovation kann doch beides vereinbaren.Und letzlich entscheidet jeder selbst was für Ihn Qualität bedeutet und sucht sich seine Nische.
0h natürlich Urs, und three… und ganz liebe Grüsse nach Bellinzona !
@MM tweet: wie meint der copps das denn: ist der verringerte öffentliche dialog folge oder ursache des verlustes d. journalism? beides? inwiefern verringerter ö. dialog?
Where Will Clark Kent Work At When The Newspapers Die?
Gute Frage, oder nicht?
Er hatte mal ein Intermezzo als TV-Reporter in den Comics der 70er. Aber anscheinend ist das keine wirklich Option… ;-)
*lach*
Und der nächste fragte sich schon:
Clark Kent: Blogger?
Zum letzten Absatz des Postings:
Leider ist der Standardansatz heute eher, sich das gebratene (Wort/Satz/Aufsatz) Hühnchen ins Maul fliegen zu lassen und zwar so klein geschnipselt, dass man am besten nicht mal schlucken muss. Das trifft Autoren mit hohem Anspruch natürlich besonders. Was soll unser Leitbild sein? Sollte nicht jeder motiviert sein/werden, sich weiterzuentwickeln, also sich auch mal mit Sachverhalten auseinanderzusetzen, die ihm nicht so geläufig sind. Sonst entwickeln wir uns am Ende alle zurück. Denn es können nicht einige wenige die anderen mitziehen.
Zum Thema Lösungen:
Die Idee von @Walter geht mir nicht aus dem Kopf: „Wie wäre es denn im Sinne eines gelingenden Dialogs mit einem gemeinsamen Forum oder einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung von Journalisten und Bloggern, mit einer klaren Tagesordnung- für zeitökonomische Journalisten- und großzügigen Diskussionsrunden- für die umschweifigen Blogger ;-) auf neutralem Terrain? Miteinander zu reden ist immer besser als übereinander. Im besten Fall kann daraus Gutes entstehen.“
Das wäre doch klasse. Oder (erstmal?) ein gemeinsamer Artikel Niggemeier / Meckel? Das wäre in mehrfacher Hinsicht wünschenswert: neben dem direkten Austausch und der evtl. Entwicklung neuer Ideen würde es vielleicht einen Weg aufzeigen, mit Kommunikationsdissonanzen gut umzugehen. Vorbilder braucht das Land / unsere Welt. Nur mal so als weitere Idee dahingetrommelt.
Papier wird sterben, ist eine news, oder wüssten wir schon lange?
Artikle von: 08.30.99 -MS: Paper Is Dead : http://tinyurl.com/pvlzcd
@Alle: Buon fine settimana.
Heute ist ein spannender Tag, würde mir sehr wünschen Gesine Schwan würde es schaffen Horst Köhler abzulösen.
Finde die Frau, auch oder gerade weil sei menschelt mal erfrischend anders und würde es Ihr sehr gönnen!
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Die-Entscheidung-K%F6hler-kontra-Schwan/517424.html
@
allen einen wunderbaren Tag, hoffentlichs scheint überall so die Sonne wie hier im Unkultur Land Hessen aber Koch weilt zum Glück gerade gar nicht in Hessen sondern er ist in der Hauptstadt :)
Die vielen kleinen Tode.
Zu meiner Studienzeit wurde deklariert, dass die Literatur tot sei. Bewahrheitet hat sich das nicht.
Ich lese immer noch lieber ein Buch, ein Comic, ein Magazin oder tatsächlich auch eine Zeitung als am Bildschirm.
Bildschirmlesen hat den Nachteil, dass ich meine Bleistiftkringeln nicht anbringen kann.
Und ich sehe, was dann passiert: Unmengen an gesammelten Bookmarks bei Mr. Wong, weil ich ja alles irgendwie und sowieso “behalten” will.
Da habe ich eine größere Wertschätzung dem Papier gegenüber. :-)
Ich habe keine Angst vor dem Wandel. Das, was “gut” ist, bleibt. (So wird es dann hinterher definiert. ;-)
Meine LP-Sammlung musste den CDs weichen. Video wurde von DVDs abgelöst.
Der Journalismus ist der jetzigen Form hat sich auch erst wandeln müssen. Das war nicht immer so.
Und ich möchte wetten, als die Zeitungen immer mehr wurden, die Berichte immer exklusiver, haben die Menschen auch gejammert im 19. Jahrhundert, dass die Sitten verrohen, die Kultur untergehe. ;-)
Deshalb, ich picke mir das raus, was mir gut tut. Manchmal werde ich manchen Dingen auch gedrängt (LP und Videos), aber ich konnte mich auch daran gewöhnen.
Und vielleicht besinnen sich die Journalisten auch wieder drauf, dass es Arbeit bedeutet, einen Artikel zu schreiben, weil “abschreiben”, “kopieren” eventuell soviele Fehler beinhaltet.
Aber meistens machen sie ihre Sache gut. ;-)
@Miranda
Ist Unkultur Hessen ein Synonym für Herrn Koch?
Will ja nicht böse sein, aber es käme mein Empfinden nahe. 8-)
@
irgendeine Userin
sozusagen Nachbarin, ja Unkultur kann auch mit Koch übersetzt werden…
und ich hege meine LPs noch sehr…
@na ich: copps meint das bezogen auf die private equity strategien, die in us-verlagen inzwischen eine große rolle spielen. wenn rendite wichtiger wird als die öffentliche aufgabe der medien, wird es für den journalismus schwer. ist ein etwas populistischer ansatz für einen fcc-chef, aber deshalb ja durchaus interessant :-)
Der Ausgang der Wahl betrübt mich doch ein wenig,für mich hat Köhler zuviele Phrasen und Floskeln auf Lager, weniger Heuschrecken und Monster im Wortschatz dafür mehr Substanz und Aussagekraft in seinem Handeln würde ich mir wünschen.
Frau Schwan, wünsche ich alles Gute und ich bewundere ihre couragierte Art die Haltung und Authenzität ausdrückt und ich hätte sie als eine geeignete Bundespräsidentin empfunden.
@Miranda
Bei dieser Wahl hat die Politik gesiegt, nicht die Denke, dass die Besten gewinnen.
Aber was soll’s, sind wir ja von D-Land gewohnt. :-/
@Miranda – wie wahr,wie wahr!
@Miriam Meckel
Aber ist das nicht die allgemeine Frage, wer will/kann sich Kultur leisten?
Alles muss nur noch Profit ergeben. Wir leben in einer Ferengi-Kultur, wenn wir es als eine Kultur benennen wollen.
Kultur produzieren können nur (noch) die, die das Vermögen und den Einfluss haben.
Und wenn journalistische Arbeit keinen Ertrag mehr bringt, wird dieser Bereich eben abgestoßen.
Wohin geht das alles?
Aber wozu frage ich das überhaupt? Meine Herkunfts-soziale-Klasse hatte ja nie teilgehabt an der Kultur.
Ich kann von Glück reden, dass ich trotzdem so eine hohe Ausbildung habe (vielen Dank an die 70er Jahre Bildungsförderung in der Bundesrepublik).
Kinder heutzutage mit meinem sozialen Hintergrund haben keine Chancen mehr in dieser Gesellschaft…
Aber das ist ein ganz anderes Thema.
Und Arbeiter und deren Kinder brauchen/lesen kaum guten Journalismus.
Nicht traurig sein Mädels – wir müssen eben auch im 21. Jahrhundert noch gegen gewisse Vorurteile und um Gleichberechtigung kämpfen. Unsere Blogbetreiberin hat das Thema ja schon oft erörtert, aber gerade Frau Meckel und auch Frau Schwan sind doch zwei wunderbare Vorreiter in dieser Frage und noch dazu faszinierende Persönlichkeiten unserer Zeit, da wird mir nicht bange um die Zukunft der Frauen in unserer Gesellschaft!
@allen ein schönes Wochenende …
Vielleicht kandidiert Frau Meckel beim nächsten Mal ja doch.
Schönes Wochenende! :-)
@Inge – der Gedanke ist gut!
Ne, würde doch gehen und klappen. Inge-Feeling. :-)
Ich meine dieses “ne” mit dem ganz kurz gesprochenen “e”, bloß nicht “nee”. ;-)
:-)
Keine Ahnung, ob ihr sie mochtet.
Ich mochte sie.
Barbara Rudnik ist an Krebs verstorben.
Ich mochte sie auch…… Ja, was soll dazu geschrieben werden. Traurig!
barbararudnik.com
Sehr geehrte Frau Meckel,
ich denke dafür dass der Qualitätsjournalismus nicht ausstirbt, muss man nicht werben. In einer komplexen Welt gibt es immer einen Markt für Qualitätsjournalismus. Meines Erachtens steigt das Marktvolumen für hochwertigen Journalismus sogar mit zunehmender Komplexität der Welt.
Insofern “don’t worry, be happy”
btw. wird Zeit, dass es mal einen “Spiegel” oder auch “Cicero” für Intellektuelle gibt. Diese Mischzeitschriften, die immer – qua Zielgruppe – vereinfachen und verniedlichen müssen, sind vielleicht einfach in ihrem Format nicht mehr zeitgerecht.