MM_Nietzsche
Zu den Kommentaren
24. Mai 2009, 13:36 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Auf Augenhöhe mit sich selbst und der Welt

Manchmal eröffnet ein Blick im doppelten Sinne neue Perspektiven. Wenn man Downtown Chicago, dort wo die „Magnificent Mile“ auf den Chicago River trifft, das Gebäude der Chicago Tribune passiert, fällt der Blick auf ein in Stein gemeißeltes Zitat: „Give me Liberty to know, to utter and to argue freely according to my conscience, above all other liberties.“ Der Satz von John Milton fiele dem Betrachter nicht sofort ein, wäre er dort nicht in Stein gemeißelt, angesichts der aktuellen Situation der US-amerikanischen Presselandschaft, in der auch die Chicago Tribune eine herausgehobene Rolle spielt.

Am 9. Dezember 2008 hat die Tribune Company Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Sam Zell, Milliardär und Immobilieninvestor, der die Tribune Co. 2007 in einem Leverage Buyout übernommen hatte, führt diesen Schritt auf einen „perfect storm“ zurück, der derzeit durch die Medienlandschaft überall auf der Welt fegt. Womöglich ist das etwas zu einäugig betrachtet. Vor wenigen Tagen hatte Zell eingestanden, der Kauf der Tribune Co. sei ein „Fehler“ gewesen: „It’s very obvious that the newspaper model in its current form does not work and the sooner we all acknowledge that the better.“

Was ist das „Newspaper Model“ in seiner gegenwärtigen Form? Im Falle der Tribune ein mit Schulden überladenes Unternehmen, das ein Beleg für die These sein mag, die Michael J. Copps, Chief Commissioner der FCC auf seiner Eröffnungsrede der International Communication Association in Chicago als „more private equity, less public dialogue“ beschrieb. Seine Schlussfolgerung: „We might be loosing journalism.“

Die Chicago Tribune hat diesen Weg des Verlust schon beschritten. Die Marketingabteilung der Tribune soll Anfang dieses Jahres Geschichten der Redaktion im Vorfeld bei den „Kunden“ auf Akzeptanz getestet haben. Eine ganz neue Form der Kundenbeziehung – user generated content prohibition – die die Redaktion auf die Barrikaden getrieben hat.

Es ist nicht nur der „perfect storm“, der die Medienlandschaft durcheinander wirbelt. Es sind auch ein falsches Finanzierungsmodell und eine Ignoranz gegenüber der journalistischen Kernaufgabe, die für Frust und Misserfolg stehen. Und vielleicht hat all das früher begonnen, als wir annehmen.

Wer vor dem Tribune Gebäude steht und den Blick nach oben richtet, der sieht einen gigantischen Turm, geschmückt mit Fahnen, hoch in den Himmel ragen – ein Wahrzeichen der Macht und des Selbstbewusstseins. Vielleicht müssten manche aus den oberen Etagen dieses Turms mal wieder auf die Strasse treten und das Milton-Zitat lesen. Das ist auf Augenhöhe angebracht.

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50 Reaktionen

  1. 24. Mai 2009, 13:58 Uhr, von dido Gefällt 3 Lesern
    01

    „Vielleicht müssten manche aus den oberen Etagen dieses Turms mal wieder auf die Strasse treten……..“
    Das sollten wir unbedingt alle ab und zu tun….!

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  2. 24. Mai 2009, 14:02 Uhr, von Antje Gefällt 3 Lesern
    02

    Vielleicht sind die oberen Etagen aber auch damit beschäftigt das „neue“ Zitat von John Milton in Auftrag zu geben:

    Paradise Lost

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  3. 24. Mai 2009, 14:25 Uhr, von na ich Gefällt 3 Lesern
    03

    bei uns gibt es auch ähnliche bestrebungen nach einer „user generated regulation“ (die wird derzeit noch auf konferenzen diskutiert).

    allerdings ist dies eine art der regulation in größerem umfang. sie soll sich wohl nicht nur auf ein einzelnes produkt im internet beschränken, sondern auf das gesamte internet. zensursulavariationen?
    __

    um journalismus zu erhalten, müssen menschen erstmal verstehen und wissen, was sie von und an einem unabhängigen journalism haben. die folgen des verlusts müssen aber bekannt und bewusst sein. nur somit bemerken menschen, was ihnen fehlt, wenn es nicht mehr existiert.

    mein idealistischer? wunsch:
    wenn die mehrheit der menschen nach qualität verlangt, werden mehr modelle ausprobiert . das thema sollte in der breiten öffentlichkeit diskutiert werden. erna von „umme ecke“ sollte also erfahren, was journalismus eigentlich für eine aufgabe hat und welche bedeutung er für ihr leben einnehmen kann/einnimmt.

    es gibt aber schon alternative modelle. gibts da eigentlich einen erfahrungsaustausch derjenigen, die schon neue wege beschritten haben? oder dümpeln alle projekte ohne schnittstelle vor sich hin (was ich nicht glaube).

    (übrigens: ist das hier von copps bekannt? „fifth principle of Internet“ )

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  4. 24. Mai 2009, 15:29 Uhr, von Clara Gefällt 3 Lesern
    04

    Hammer gut!! für Ihre Artikel, <3Dank!! So brauchen wir mehr Menschen wie Sie!! Courage!! ich freue mich auf das Erwachen von vielen°°°;oD)

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  5. 24. Mai 2009, 15:43 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    05

    „…Und vielleicht hat all das früher begonnen, als wir annehmen.“

    Ja. Die `Krise´ als Ursache für alles, was derzeit wirtschaftlich nicht fluppt, heranzuziehen, wäre zu einfach. Sicherlich wirkt sie sich in der Zeitungsbranche aus: es werden weniger Anzeigen geschaltet und Abo-Kunden springen ab. Dann lässt die Nachfrage nach gewissen Artikeln, vermutlich im Bereich des Investmentbankings nach. Die Ursachen zu ergründen, mag sinnvoll sein…

    Als `Instrument der Sanierung´ der Tribune Company bei Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 13 Milliarden $ wird hier ein gesetzliches gewählt, der Holzhammer für Banker und Lieferanten: Chapter 11 (de.wikipedia.org/wiki/Chapter_11).

    Nach deutschem Recht wären die bewilligten Bonuszahlungen für 700 Mitarbeiter für bereits erbrachte Leistungen VOR Einleitung des Verfahrens nahezu unmöglich. Ganz erstaunlich finde ich diese Maßnahme der Amerikaner, denn damit werden zunächst die Quotenerwartungen für die Altgläubiger gemindert und eben die Arbeitnehmer bevorzugt. Hierzu AP am 12.05.2009: http://tinyurl.com/pnyuhg

    „We are fighting for survival“ – so sieht es offenbar aus. Ein bemerkenswertes Verfahren, bei dem `Humankapital´ gestützt wird!

    Etwas OT: In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass es Bestrebungen/Ideen dahingehend gibt, die `Finanz- und Wirtschaftskrise´ über eine Politik zu lösen, die das `Humankapital´ vor dem `Finanzkapital´ bevorzugt. In Deutschland ist es grundsätzlich umgekehrt.

    Antworten
  6. 24. Mai 2009, 16:27 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    06

    (Korrektur: Die Altgläubiger erhalten nach Chapter 11 im Ergebnis grundsätzlich Aktien und keine Quotenzahlungen. Damit ändern sich die Beteiligungsverhältnisse durch ein gesetzliches Verfahren.)

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  7. 24. Mai 2009, 16:44 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
    07

    „Es sind auch ein falsches Finanzierungsmodell und eine Ignoranz gegenüber der journalistischen Kernaufgabe, die für Frust und Misserfolg stehen.“

    Dieses falsche Finanzierungsmodell erfährt über Chapter 11 eine Korrektur: Der Milliardär Sam Zell dürfte ganz hinten anstehen in der Reihe derjenigen, die von dem Reorganisations-Verfahren profitieren können. (In Deutschland haben die Inhaber eines Unternehmens immer eine unbedeutende Rolle im gesetzlichen Sanierungsverfahren.)

    Und über die journalistische Kernaufgabe dürfte jetzt verstärkt nachgedacht werden können. Das ist gut.

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  8. 24. Mai 2009, 16:46 Uhr, von Mafalda Gefällt 3 Lesern
    08

    Milton bittet oder fordert um Freiheit zu… Wen bittet er? Von wem fordert er? Freiheit wovon?

    @ Noisa
    Dieser Paradigmenwechsel (?) von „Finanz“- zu „Human“-Kapital scheint bemerkenswert. Ich meine, das hat seinerzeit schon Marx gesagt, daß es die menschliche Arbeitskraft und Kreativität ist, die den Kapitalmehrwert schafft.

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  9. 24. Mai 2009, 17:12 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    09

    @Mafalda: Stimmt. Aber eine Diskussion in diesem Bereich in Anlehnung an Marx zu führen, halte ich für ungeschickt. Hier finde ich eine Diskussion über einzelne Sachverhalte günstiger, als kommunistische Ideen, die mir grundsätzlich auch gar nicht behagen, aufleben zu lassen (Mitarbeiterbeteiligungen, Bildungsförderung, Stärkung von Existenzgründungsvorhaben, Grundüberlegungen im Gesundheits- und Rentensystem, keine vergüteten Nebentätigkeiten bei Berufspolitikern (Ausnahme: Publikationen), Einschränkung von Spekulationsmöglichkeiten mit Unternehmensbeteiligungen, Wegfall von hohen Zahlungen/Abfindungen/Boni bei Schlechtleistungen, Ziel: Entfaltung einer stetig wachsenden „Mittelschicht“.).

    Antworten
  10. 24. Mai 2009, 17:20 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    010

    (Ziel: Entfaltung einer stetig wachsenden „Mittelschicht“ in materieller Hinsicht + Förderung des Selbstbestimmungsrechts des Einzelnen („freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“).)

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  11. 24. Mai 2009, 17:24 Uhr, von Mafalda Gefällt 3 Lesern
    011

    @ Noisa
    Dein Unbehagen teile ich. Zum einen wegen der Pervertierung seines Ansatzes – in beiden Richtungen. Nicht zuletzt war es menschliche Arbeitskraft und Kreativität, die das „Finanzkapital“ bevorzugt behandelt(e).

    Mitarbeiterbeteiligung: der SPIEGEL ein Modell. Bildungsförderung: JA. Aber da werf ich noch ein, daß Ingenieurskunst nicht die einzige sein kann und soll. Existenzgründung: nicht jede/r ist Unternehmer/in im Besten Sinne des Wortes. Wieso sollten Publikationen bei Berufspolitikerinnen während einer Legislaturperiode ausgenommen sein? Gehören die nicht zum Job?

    Antworten
  12. 24. Mai 2009, 17:34 Uhr, von Mafalda Gefällt 3 Lesern
    012

    Ich muß noch „zum anderen“ argumentieren: die Prämissen der Zeitläufte. Zu Marxens Zeiten war Produktion industrielle Produktion. Faßbare Produkte. Virtuelle Welt eher in Salons denn für alle zugänglich. Dienstleistungen von Dienstboten, die Kost und Logis bezogen, für wenige zugänglich.

    Antworten
  13. 24. Mai 2009, 17:38 Uhr, von Mafalda Gefällt 3 Lesern
    013

    Nochmal´n Nachsatz: nicht zuletzt war es menschliche Arbeitskraft und Kreativität, die Strukturen und Mechanismen ersann, genau diese beiden Komponenten gängelten und „klein“ hielten.

    Antworten
  14. 24. Mai 2009, 18:23 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    014

    @Mafalda: Doch, Publikationen sind wichtig und wenn sie vergütet werden, ist das auch ok. Aber bitte keine Aufsichtsratspöstchen, Beratungs- und Verbandstätigkeiten etc. Der Berufspolitiker verdient ohne Jobs (bei denen er sich ohnehin nicht adäquat engagieren kann) ganz gut. Die derzeitigen Verdienstmöglichkeiten mit Nebentätigkeiten (s. Merz, Lauterbach) sollten nicht der Anreiz sein, ein politisches Mandat zu übernehmen. Mir wird viel zu viel schön geredet, z. B. hier: bundestag.de/aktuell/presse/2009/pm_090523.html . Die hier sind wirklich kritisch, Vorsicht PDF: tinyurl.com/q8z3rz . Aber unsere Justizministerin schwächt die Rechte dieser Zunft – bis die mundtot sind, weil ständig die Rechner überwacht werden… ;) Und die sollten sich dann auch nicht „Journalist“ nennen, weil es auch denen an den Kragen geht. Ist das nicht alles ätzend. Mit Dummbürgern lässt sich besser Politik machen. Eine Abwrackprämie hier und eine unbedeutende Absenkung der Lohnsteuer, das Geldgeschenk für eine Pommes im Monat – stimmt wirklich. Sorry für meine Ausdrucksweise. ;)

    Antworten
  15. 24. Mai 2009, 20:27 Uhr, von Walter Gefällt 3 Lesern
    015

    Die Demokratie setzt die Vernunft des Volkes voraus, die sie erst hervorbringen soll.
    Karl Jaspers

    Ein interessantes Gebäude, dieser Tribune Tower: Das schönste und aufsehenerregendste Gebäude der Welt sollte es werden und Steine aus der ganzen Welt wurden auf Augenhöhe eingesetzt, eines der Vorbild für die Architekten war die Kathedrale von Rouen.
    – Eine beeindruckende Form von Größenwahn oder Symbol einer Zeitenwende als nach dem Ersten Weltkrieg die alten Ordnungen zerbrachen und die „Roaring Twenties“ begannen, die unsere beschleunigte Zeit mit ihren Höhen und Tiefen vorwegnahmen und mit der anderen großen Krise der Weltwirtschaft endeten?

    “Give me Liberty to know, to utter and to argue freely according to my conscience, above all other liberties.?
    Dies sind die Worte eines dichtenden Philosophen, nicht die eines Journalisten, zu John Milton Zeit gab es noch keine.
    Wer sich diese Worte auf die Fassade schreibt, muss sich wohl auch an ihnen messen lassen.
    Eine Erklärung für den Absturz der Werte und Bilanzen ist die Distanz von der Ebene des Menschlichen bis zu den Büros mit den Fahnen und den Fledermäusen auf den Pfeilern- eine frühe Vorwegnahme von Batman- Chicago als Gotham City?

    Eine andere Erklärung versucht Michael J. Copps, wenn er das Problem in zuviel private equity und zu wenig public dialogue vermutet.
    Ganz aufschlussreich sind in Erweiterung dieses Gedankens die Antworten und Anwürfe von Simon Johnson in seinem Gespräch mit Moritz Koch (Süddeutsche Zeitung , in kürzerer Form im Tagesanzeiger) „Wir müssen die Macht der Wall Street brechen.“ (tinyurl.com/p42y5v)

    Es ist weniger eine Diskussion um Ignoranz und zu große Distanz der Verleger zum Alltag und den Bedürfnissen der Menschen, sondern eine um die Verschiebung der Werte und die Suche nach Macht und Profit.
    Ähnlich wie in Johnsons Augen die wirtschaftliche Elite die Politik übernimmt und dirigiert, so übernimmt sie auch die Medien. Ein bizarres Musterexemplar dieser Gattung und Politk- wie Medienmogul ist Silvio Berlusconi, der(n) es immer toller treibt. (tinyurl.com/odmqmp)
    Bizarr aber nicht spaßig.
    Vielleicht werden Medienhäuser ja nicht nur aufgekauft um zu verdienen, sondern um zu kontrollieren, da Macht Öffentlichkeit braucht, zumindest im Stadium der Legitimation.
    Vorbereitet hat sich diese Entwicklung schon lange vor John Milton, sonst hätte er sein Recht nicht derart eingefordert. Perfektioniert ist die Technik erst jetzt, im Zeitalter der Massenmedien und immerwährenden Erreichbarkeit.

    60 Jahre Grundgesetz sind daher ein Grund zum Nachdenken, mehr noch als zum Feiern.

    Antworten
  16. 24. Mai 2009, 20:55 Uhr, von Petra Gefällt 3 Lesern
    016

    Die Postings der letzten Wochen führen nachdrücklich und in vielfältiger Hinsicht auf den Begriff der Freiheit hin:

    Freiheit im Sinne einer Zensurfreiheit, im Sinne der Unabhängigkeit der Presse (u.a. von Kapitalgebern) und im Sinne der Freiheit zur Bildung einer eigenen Meinung durch Qualitätsjournalismus.

    Es erscheint uns vielleicht so selbstverständlich, in Freiheit zu leben. Aber das ist es nicht. Und jeder, der sich hierfür einsetzt, für welchen Teil der Freiheit und über welches Medium auch immer, kann sich vorstellen, er / sie wäre ein kleiner Teil der „Freiheitsstatur“.

    Wir Bloggis dürfen hier schreiben. Auch Kritisches. Dafür an dieser Stelle: Danke!

    Antworten
  17. 24. Mai 2009, 21:13 Uhr, von Miranda Gefällt 3 Lesern
    017

    Berlisconi und sein Einfluss auf die italienischen Medien sind einfach nur erschreckend.
    Augenhöhe zu finden mit den realen Belangen dieser Gesellschaft würde vielen gut zu Gesicht stehen, aber diese Gier auf den Märkten ist für mich nur ein untrügliches Zeichen wie krank es z.T in der Gesellschaft zugeht. Und ich bin sehr skeptisch, dass sich das ändern wird.

    Aber kurz nach Adlershof weg vom aktuellen Posting…
    eine gute Runde, interessante Gäste, freu mich dass Alice Schwarzer dabei ist.Aber die Frauenquote könnte wirklich ausgewogener sein.
    Anne Will stellt gute kluge Fragen, mag so gerne Ihre Art der Moderation.

    Antworten
  18. 24. Mai 2009, 21:49 Uhr, von Martina Gefällt 3 Lesern
    018

    “Und vielleicht hat all das früher begonnen, als wir annehmen? M.M.

    Aus der Vergangenheit kann jeder lernen. Heute kommt es darauf an, aus der Zukunft zu lernen.
    Hermann Kahn

    O.T. und sorry lieber Frau Doc. M.M.:
    “Politik? diese Wort ist mir langsam nicht mehr so Fremde, aber ich bleibe immer und noch für eine weile, skeptisch! Gegenüber andere, die ich sehr gut kenne – rede ich über der mann meine bestens Freundinnen – die als junge und heute noch nicht so viele Ahnung von Politik hat, geht er aber etwas leichter damit, so leicht dass er sich als Kandidat für dem 7 Juni sich vorstellt und mich dem VOTE vom kürze per Telefon fragte. Heute habe ich etwas über die nächste Wahl gesucht und war mir ein vergnügend zu wissen, dass er nicht auf die Seite wo ich überhaupt nie und für keine stehen kann (Ups Miranda hat die Namen geschrieben ;-)). Trotz dem ich werde niemals verstehen, warum eine Politik Partei lieber eine Fußballer kandidiert statt eine die etwas mehr kopf für Politik hat, das ist aber eine von tausenden Sache die ich wahrscheinlich nie verstehen werde, die Italiener sollen sich aber für nicht Wundern, oder?

    Antworten
  19. 24. Mai 2009, 21:58 Uhr, von Miranda Gefällt 4 Lesern
    019

    war eben kurz im AW Blog aber finde diese Stimmung dort nicht in Ordnung ( rein subjektiv) also kurz hier nochmal zur Sendung.#

    Kann mich Frau Schwarzer nur anschliessen,die Werte Diskussion ist unabdingbar und die interessiert mich zur Zeit auch mehr zumal ich als Pädagogin Tag täglich damit zu tun habe.
    Ich bin für die Einführung des Fachs Soziales Kompetenztraining, würde auch Universitäten gut zu Gesicht stehen…
    Hoffe es war nicht die letzte Wertedebatte bei Frau Will!

    Antworten
  20. 24. Mai 2009, 23:40 Uhr, von Antje Gefällt 3 Lesern
    020
    Antworten
  21. 25. Mai 2009, 5:15 Uhr, von Miriam Meckel Gefällt 3 Lesern
    021

    Marx wird wieder neu gelesen und interpretiert: http://www.foreignpolicy.com/story/cms.php?story_id=4856

    Antworten
  22. 25. Mai 2009, 7:37 Uhr, von Martina Gefällt 3 Lesern
    022

    @ All: have a nice week.

    Antworten
  23. 25. Mai 2009, 7:45 Uhr, von Miranda Gefällt 3 Lesern
    023

    Dass hatte ich auch schon gehört, aber in vielem was er schreibt steckt ja auch Wahrheit.

    Nochmal zu Frau Schwarzer zurück, ihre Frage nach dem Warum der völlig maßlosen Managervergütung hat mir aus der Sele gesprochen.
    Was ist dass was da der Motivator ist, ich verstehe es ja das man ausgesorgt sein möchte und über einen gewissen Lebensstandard verfügen will. aber wenn man diesen Status mal erreicht hat, warum dann immer noch mehr?

    Diese ungleiche Verteilung bisher macht mich so sauer, ich bekomme als Leitung einer soz.Einrichtung gerade mal 150 Euro mehr als meine Mitarbeiter und hatte zu stressigen Zeiten auch eine 50 -55 Stunden Woche.
    Und jetzt wo endlich mal gestreikt wird, bekommt man Appelle von Frau Roth ( OB Frankfurt), sie würde ja uns verstehen aber wir sollen doch auch an die Eltern denken, und deren Sorgen um die Betreuung ihrer Kinder.
    Aber werd denkt daran dass die Bezahlung als Erzieher/in die 5 Jahre eine fundierte Ausbildung gemacht hat ein Skandal ist.
    Die Anforderungen an unsere Berufssparte ist enorm gewachsen, die Betreuung der unter dreijährigen die ja überall so beliebt eingefordert ist, ist ein Knochenjob, zumal die Kommunen den Standard den gestern Herr Zetsche beschrieben hat 8 Kinder auf 3 Betreuer lange noch nicht erreicht hat, 25 Kinder aaf 1,5 Betreuer, dann oft in der Altersmischung 1-6 Jahren.
    Da kann man als Leitung oft nur den Mangel verwalten.
    Deshalb würde ich am allerliebsten in einen bundesweiten Generalstreik gehen und da denke ich mal ausnahmsweise mal nicht an die Bedürfnisse anderer.

    Antworten
  24. 25. Mai 2009, 7:47 Uhr, von Ramona Gefällt 3 Lesern
    024

    @Martina, Dir auch eine schöne Woche und „Grüße von Sergio“:-))

    Antworten
  25. 25. Mai 2009, 8:02 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    025

    @Miranda: Gut war auch ihre Frage: „Was wollen die eigentlich mit dem vielen Geld?“ Es verpasst keinen Kick, wenn sich an den Kontostand eine weitere 0 vor dem Komma einfügt. Eine Zahl ist eine Zahl und bleibt eine Zahl. Frau Schwarzer bringt Dinge gerne auf den Punkt – das gefällt mir. Ich mag, auch wenn’s unsachlich war, dass sie viel von ihrer Zeit in Frankreich gesprochen hat… Menschlich und ein wenig chaotisch. Als sie von ihrem sehr blonden Haar sprach, musste ich lachen.

    Auch @allen eine nette Woche! :)

    Antworten
  26. 25. Mai 2009, 8:18 Uhr, von mia Gefällt 3 Lesern
    026

    An der Uni Wien hören wir momentan auch fast inflationär von Marx, scheint wirklich ein Gegentrend zum Kapitalismus zu sein. Demos sind hier sowieso an der Tagesordnung, mittlerweile gibt es bei der ÖH-Wahl (Österr. Hochschülerschaft) sogar eine Kommunistische Partei, die nach der Verbreitung der Wahlplakate zu urteilen, ziemlichen Zuspruch erhalten könnte. Nunja, der radikale Weg wird nicht der richtige sein, aber eine neue Wertediskussion könnte sicher wieder den Blick aufs Wesentliche richten, also quasi auf Augenhöhe mit sich selbst und der Welt.
    Apropos Welt: Finde es doch unglaublich, welche Artikel bezüglich der AW-Talksendung geschrieben werden: http://www.welt.de/fernsehen/article3796707/Alice-Schwarzer-ist-bei-Anne-Will-nicht-zu-stoppen.html
    Frage mich echt, welche Sendung die Kommentatoren und v.a. der Autor des Textes gesehen haben, echt unglaublich.

    Antworten
  27. 25. Mai 2009, 9:09 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    027
    Antworten
  28. 25. Mai 2009, 9:26 Uhr, von Miranda Gefällt 3 Lesern
    028

    Für Marx gelte: „Seine Analyse war in vieler Hinsicht scharfsinnig – seine Therapie war falsch.“

    @Noisa

    danke für den Link, gut auf den Punkt gebracht.

    aber liebe Frau Meckel, um 5.15, beschäftigen sie sich mit Marx, dass erzeugt Hochachtung bei mir.
    um 5.15 h ist bei mir leider geistige Ebbe..

    Antworten
  29. 25. Mai 2009, 9:27 Uhr, von Miranda Gefällt 2 Lesern
    029

    Auch allen einen netten Wochenstart, der Mai ist gerade wunderbar…

    Antworten
  30. 25. Mai 2009, 9:39 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
    030

    @Miranda, das wollte ich jetzt nicht schreiben mit 5.15 Uhr. ;)

    Antworten
  31. 25. Mai 2009, 10:10 Uhr, von Dowanda Gefällt 3 Lesern
    031

    OT
    Ich habe Alice Schwarzer letztes oder vorletztes Jahr in Zürich bei einer Lesung gesehen. Ihre Präsenz und ihre Schlagfertigkeit sind fasznierend.

    Antworten
  32. 25. Mai 2009, 10:16 Uhr, von Miranda Gefällt 3 Lesern
    032

    Am Beispiel der Welt, die jede Woche Montag morgen eine Anne Will Kritik ins Netzt stellt, sieht man doch dass Qualitätsjournalismus dringend erforderlich ist.

    Antworten
  33. 25. Mai 2009, 10:45 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    033

    Ja, ein durchweg provokant-polemischer Stil.

    Antworten
  34. 25. Mai 2009, 10:47 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    034

    … bei Welt, AW-Kritik, meinte ich.

    Antworten
  35. 25. Mai 2009, 11:30 Uhr, von Urs Bürgi Gefällt 2 Lesern
    035

    @Miranda, danke für „Poetin“, gestern Abend, she gave me summerwine, daher schwieg ich.Buona giornata.

    Antworten
  36. 25. Mai 2009, 12:13 Uhr, von Dowanda Gefällt 2 Lesern
    036

    Ich frage mich ob die jetzige Finanzkrise nicht eine Ausrede für manche Verlage ist, tabula rasa zu machen. Nachdem man sich gegenüber bzw. gemeinsam mit dem internet noch immer nicht in Position gebracht hat.

    Ich bin auch in diesem Fall kulturpessimistisch genug um foldende Prognose zu wagen: Qualitätsjournalismus können sich nur noch die ganz Grossen leisten, die nicht zuviele Steuern zahlen wollen und sich darum eine „Verlustsparte“ halten.
    Denn ich bezweifle, dass durch blossen Kauf und Werbeeinschaltungen Investigativjournalismus finanzierbar ist und bleibt. Der Markt wird zunehmend kleiner. Die Menschen achten weit weniger auf Qualität als noch vor zehn oder zwanzig Jahren.
    Bestes Beispiel für mich hierfür die Entwicklung der Tonqualität auf legal erworbenen Audiomedien (vom Vinyl zur Kassette zur DVD etc.).

    Antworten
  37. 25. Mai 2009, 12:39 Uhr, von Noisa Gefällt 3 Lesern
    037

    „…und sich darum eine “Verlustsparte? halten.“ @Dowanda: Das wäre eine absolute Fehlentwicklung. Investigatives ist so wichtig und muss in einer Demokratie (60 Jahre GG, na bravo) besonders gewichtet werden!

    Das hier zum SoFFin unter plusminus vom 19.05.2009 finde ich investigativ und lesenswert: tinyurl.com/r68krx

    Das Finanzmarktstabilisierungsgesetz, die Sickergrube für die Finanzwirtschaft, gibt es seit Ende letzten Jahres. Warum wird sowas erst JETZT gesendet? Vielen Beiträgen von Bloggern ließen sich bereits inhaltlich ähnliche Textpassagen entnehmen. Die Laien haben für noppes recherchiert und was geschrieben. Das Interesse an gründlich recherchierten Infos ist da. Und warum reagieren die Profis/Journalisten (= Schreibprofis, aber nicht unbedingt Fachleute) so spät, zu spät in Sachen SoFFin – aber ich will mich nicht wiederholen…

    OT: Hier könnte auch mal recherchiert werden: blmpartners.com/index.php?cat=5

    Antworten
  38. 25. Mai 2009, 12:48 Uhr, von Walter Gefällt 3 Lesern
    038

    Marx wäre heutzutage Mitarbeiter einer NGO oder Leitartikler des Wall Street Journal.
    Er war ein scharfsinniger Analyst und Kritiker der deutschen und britischen Gesellschaft. Seine Methode als Verbindung von ökonomischer und sozialer Analyse war und ist wegweisend. Heute gilt er als Kronzeuge einer verfehlten Entwicklung des Kapitalismus, die durch ihre Menschenverachtung zum Chaos führt.
    Die Rücksichtslosigkeit der Banker und die Entkoppelung des virtuellen Wirtschaftssystems von der Realität liefern die Begründung für seine Auferstehung. Anders als Keynes schlug er sich auf die Seite der Armen und Ausgebeuteten, was ihm aus heutiger Sicht eine besondere Konsequenz und Glaubwürdigkeit verleiht. Dabei war er näher betrachtet ein Despot und Haustyrann und alles andere als „ein guter Mensch“, zwei seiner Töchter begingen nach seinem Tod Selbstmord.

    PS:
    Gute Rückkehr aus Chicago, diesmal ohne ohne Leibes- und Büchervisitation.

    Antworten
  39. 25. Mai 2009, 12:52 Uhr, von Miranda Gefällt 2 Lesern
    039

    Oh dass erklärt 5.15 h…

    Antworten
  40. 25. Mai 2009, 12:55 Uhr, von Dowanda Gefällt 3 Lesern
    040

    @noisa
    Da bin ich ja voll und ganz bei Dir, ich widerspreche Dir nicht.
    Ich beobachte nur … und spekuliere.

    Und die Spekulation beruht wiederum auf Beobachtung.
    Siehe z.B. die inflationären Umfragen zum Thema Milchpreis zur Zeit.
    „Wären sie bereit, für heimische Milch auch mehr zu bezahlen?“ Über 90 % „Ja“.
    Und trotzdem liegt der Umsatz der Discounter bei einem Marktanteil von knapp 50 %. Nirgendwo wird offenbar mehr gelogen als bei Einkommen, Masturbations- und Konsumverhalten.

    Antworten
  41. 25. Mai 2009, 13:04 Uhr, von Noisa Gefällt 4 Lesern
    041

    @Dowanda, ja ja, wir Menschen sind schon komische Wesen. Also ich kann wirklich sagen, dass ich die Tüte mit der teuren Milch beim Discounter (allerdings) kaufe.

    Eine vielleicht etwas naiv-dümmliche Frage, sie sei gestattet: Kann es sein, dass Journalisten etwas – hier sagt man – schiss haben, sich mit heißen Themen zu befassen, weil sie meistens in einer wirtschaftlich abhängigen Position zu wem auch immer stehen? (Und wir Laien-SchreiberInnen wissen auch, warum wir es anonym machen.)

    Ach, @Miranda, jetzt is alles klar. ;)

    Antworten
  42. 25. Mai 2009, 13:07 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
    042

    „Schiss haben“ – Sorry, ich benutze es zu selten.

    Antworten
  43. 25. Mai 2009, 13:13 Uhr, von Cate Gefällt 2 Lesern
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    Wir hatten neulich eine sehr kreative Diskussion zur Finanzkrise, die viele der Aspekte beinhaltete, wie sie Leo Panitch von Karl Marx adaptiert. Vor allem beschäftigte uns auch die Frage, warum sich kein nennenswerter Widerstand in der Gesellschaft formiert, kein neuer Revolutionsgeist entfacht wird, niemand die aktuellen Vorgänge zur Lösung der Probleme in den Märkten für derartig ungerechtfertigt und auch entlarvend befindet, dass er mit allen Mitteln dagegen anzukämpfen versucht. Eigentlich, so fanden wir – und schlossen uns selbst dabei keineswegs aus – müssten doch Heerscharen von Menschen auf der Straße sein, protestieren, sich zu neuen Gruppen zusammenschließen, vielleicht sogar neue Parteien gründen. Aber es herrscht irgendwie Totenstille, wie eine Schockstarre, in die alle verfallen sind.
    Wir haben uns an die Zeit der Französischen Revolution erinnert und uns gefragt, was unsere heutige Zeit von damals unterscheidet. Und dabei kamen wir genau auf die von Karl Marx vorhergesagte soziale Isolation des Individuums, die moderne Vorstellung des individuellen Überlebenskampfes, das Verantwortungsempfinden weg von einem makroorientierten Blick hin zum bloßen Eigennutzen und der Auffassung, dass jeder sein Schicksal letztendlich selbst in der Hand hat.
    Ich musste dabei ziemlich schlucken, denn nichts anderes hatte ich lange Zeit vertreten. Ich hatte auch dieses „In-Box“-Denken, bei dem ich innerhalb unseres gegenwärtigen Selbstverständnisses keine andere Lösung sah, als nach eigenem Ermessen und mit eigener Kraft das Beste aus allem zu machen. Es ist nicht leicht, sich eine ganz andere Wirtschaftsordnung vorzustellen, wenn man sich selbst schon zwangsläufig von einer globalen Verantwortung befreit hat. Das ist wie, als müsste man sich plötzlich bewusst auf sowas wie Laufen oder Sprechen konzentrieren…
    Alle Bemühungen, ökonomische Vorgänge staatlich regulieren zu wollen, gehen stets in der Angst vor Diktatur und Unterdrückung unter. Kein Wunder auch, denn nichts anderes ist bisher auf der Erde in diesem Zusammenhang geschehen. Wie kann man Wirtschaft in öffentlicher Hand mit einer wirklichen Demokratie verbinden? Oder kann man es überhaupt? Und wenn nicht, warum nicht?

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  44. 25. Mai 2009, 13:15 Uhr, von Cate Gefällt 3 Lesern
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    Also, als wir uns „an die Zeit der Französischen Revolution ERINNERT“ haben, meinte ich jetzt nicht, dass wir persönliche Erinnerungen aufwarfen. :o)) Ihr wisst schon, was ich meine, oder? ;o)

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  45. 25. Mai 2009, 13:17 Uhr, von Katja Owl Gefällt 3 Lesern
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    @Cate, und ich dachte schon, Dich hätte diese ständige Uhrzeitdebatte jetzt völlig aus der Bahn und um Jahrhunderte zurückgeworfen…;->

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  46. 25. Mai 2009, 13:40 Uhr, von Ramona Gefällt 3 Lesern
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    Ich glaube, guter Journalismus braucht Unabhängigkeit. So lange die Werbung treibende Wirtschaft das Gesicht und den Inhalt einer Zeitung mitbestimmen kann, wird es schwierig. Hier sind Verleger und Redaktionen in der Verantwortung.
    Qualitätsjournalismus (ist das Wort jetzt eigentlich definiert) braucht qualifizierte und weiter gebildete Journalisten, die neugierig sind, die Mut haben auch mal ein heißes Eisen anzupacken. Aber dazu müssen sie frei arbeiten können.
    Journalistische Urgesteine wie Wallraff, der für unabhängigen und Enthüllungsjournalismus steht, gehört leider zu einer aussterbenden ‚Art‘.

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  47. 25. Mai 2009, 13:55 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
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    Ja, von Frau Meckel persönlich am 21. Mai 2009 um 22:50 Uhr. Toll nicht, Ramona! :)

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  48. 25. Mai 2009, 14:03 Uhr, von Dowanda Gefällt 2 Lesern
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    @noisa
    Ja, wir Laienschreiberinnen bleiben anonym weil wir gewisse Nachteile erwarten – z.B. auch in unserem realen Jobleben. Wäre ich nicht anonym könnte ich ein paar herzerfrischende Beispiele weniger bringen *g* Ich glaube, es ist teilweise schon genug Aufwand in der eigenen Arbeitswelt Flagge gegen die Vorgesetzten zu zeigen, wenn man etwas verbesserungsfähig findet.

    Aber wenn sogar Menschen in ihrer Profession möglichst anonym = unkenntlich bleiben wollen, dann ist das schon noch einmal eine andere Dimension. Gerade das begegnet mir im Journalismus. Eine Zeitlang wollte ich ja selber in der Publizistik tätig werden, wollte das sogar studieren. Wenn ich aber nun – knapp 10 Jahre später – sehe, was sich Journalist nennt wäre es wohl schade um die Studienjahre.

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  49. 25. Mai 2009, 14:39 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
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    Stimme Dir zu, @Dowanda. Dann vermute ich, dass Menschen sich eher zuvorkommend gegenüber Journalisten verhalten, sie mit Wattebällchen – bildlich gesprochen – bei Kaffee und Keksen, lecker belegten Brötchen bewerfen, weil sie anderenfalls einen nicht ganz so gefälligen Beitrag in Kauf nehmen müssten. Im PR-Bereich gibt’s Buffets und Beigaben. Dann erscheint etwas nicht, wie zuvor abgestimmt. Oder es wird erst gar nicht recherchiert und man/frau kann nur froh, total froh sein, dass der eigene Name nicht genannt wurde etc.

    Die Qualitätsdebatte mag ich wirklich sehr! Ich würde mich freuen, wenn die Schreiber von ihrem Ross etwas runterkämen, auf Augenhöhe ihren Job machen würden. ;)

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  50. 25. Mai 2009, 14:52 Uhr, von Walter Gefällt 2 Lesern
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    Wie kann man Wirtschaft in öffentlicher Hand mit einer wirklichen Demokratie verbinden? (Cate um 13:13 Uhr)

    Dazu benötigen wir eine wirkliche Demokratie und eine öffentliche Hand. Wir haben eine repräsentative Demokratie und keine öffentliche Hand, beziehungsweise keine Ahnung und keinen Mut, wie wir diese Hand, so wir eine hätten verwenden sollten.
    Unser Problem heute, das uns auch von der Zeit der Französischen Revolution unterscheidet, ist die wahrgenommene Komplexität unserer Gesellschaft, die wir nicht verstehen und zu verändern trauen. Dabei liegt dies möglicherweise nur (?) am Standpunkt. Uns fehlt meist der Mut, etwas zu wagen, aus Angst, was wir haben zu verlieren.
    Dabei zeigt die Geschichte, dass wir Menschen auch aus scheinbar aussichtslosen Sackgassen wieder herausfinden, wenn die Not uns zwingt.
    An Gesine Schwans Scheitern ist abzulesen, wie wir uns selbst mit unserer Vorstellung einer komplizierten Welt, die sich nicht einfach erklären und verändern lässt, im Wege stehen. Ihre wortreichen und sophistischen Erklärungen, warum die DDR kein Unrechtsstaat aber eine Diktatur war, haben ihr 10 Enthaltungen und mindestens eine Gegenstimme eingebracht. Dialektik auf die Spitze getrieben.
    Letzten Endes sind es der fehlende Mut und ein zu großes Maß an Bequemlichkeit, die uns verbinden.
    „Die edelste Nation unter allen Nationen ist die Resignation.“ (Johann Nestroy)

    Aber irgendwann trauen wir uns…

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