MM_Maupassant
Zu den Kommentaren
25. Mai 2009, 17:17 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

communication and shock resistance

Naomi Klein, Autorin von „No Logo“ und „Shock Doctrine“ spricht auf der Closing Session der International Communication Conference in Chicago über „the role of narrative in meeting the current crisis“. Am Beispiel des Obama-Wahlkampfs und der Wahlnacht am 4. November 2008 beschreibt sie kleine Momente, in denen „social order is turned upside down“. Nicht in dem Sinne dass das bekannte und (gelegentlich weniger) bewährte Establishment Washingtons in seinen Grundfesten erschüttert worden wäre, sondern in kleinen Blicken, Verständigungen und Augenblicken der Freude, die der Hoffnung Ausdruck geben, es könne sich durch diesen ersten schwarzen Präsidenten der USA vielleicht an manchen Stellen irgendetwas ändern.

Inzwischen gibt es eine Reihe von Hinweisen, die diese Hoffnungen desillusionieren können: Obama hat einige der Bush Administration zugehörige Vertreter, z.B. Larry Summers, in sein Team übernommen, die auch im Umgang mit der Finanzkrise nicht viel Neues zu bieten haben, da sie für das Alte mit verantwortlich zeichnen. Sein Schweigen Ende des vergangenen Jahres angesichts der Bomben Israels auf Gaza hat in der Weltgemeinschaft viele Fragezeichen hinterlassen. Die gay communities in den USA haben während des Wahlkampfs vergeblich daraus gewartet, dass Obama eine klare – positive – Position zu „gay marriage rights“ bezieht. Und der Umgang der Obama Administration mit den Themen „torture and detention“ hat bislang (abgesehen von der Erstentscheidung, Guantanamo innerhalb eines Jahres zu schließen) auch nicht das gehalten, was man nach seinen Äußerungen im Wahlkampf erwarten durfte. 

Naomi Klein stellt fest, „that there was definitely some shifting in the minds of the people towards Obama“ und beschreibt ihre Verunsicherung, wie der gesellschaftliche Diskurs und seine Veränderung in Worte gefasst werden kann: „Do we have a language for the Obama moment?“

Ihre Vorschläge sind vergnüglich und dennoch ernsthaft in der Beschreibung dessen, was in der Kommunikation Obamas inzwischen erstarrt oder nicht durch eine „transformation into politics“ eingelöst worden ist. Manche Menschen erleben angesichts dessen einen „hope over“ (abgeleitet von „hang over“, nach all der Hoffnung stellt sich nun Enüchterung ein). Manche erfassen Obamas Inszenierung als Präsident der Menschen und Herzen als „a hoper coaster“ (abgeleitet von „roller coaster“, eine Achterbahnfahrt durch die Politik als Vergnügungspark, angeschnallt und ohne Ziel). Und manche applizieren Obamas Botschaften als „hope stick“ (statt lip stick) – einfach aufzutragen zum Zwecke der kosmetischen Verschönerung.

So mag sich eine von Kleins Kernthesen letztlich auch in der Politik Obamas verifizieren: „Marketing has taken over from politics“. Die Enttäuschung, die in dieser Aktualisierung ihrer These liegt, wiegt umso schwerer angesichts von „Obama’s genius in embodying the feeling of change“. Die Enttäuschung des Gefühls trifft härter als die Enttäuschung der Ratio.

Wir müssten noch mehr über diese Dinge sprechen, um uns gegen den Schock abzuhärten, der uns immer wieder erschüttert, wenn die Wirklichkeit auf den vorgeschalteten narrativen Entwurf ihrer selbst trifft.

Be Sociable, Share!

225 Reaktionen

  1. 29. Mai 2009, 20:32 Uhr, von Antje Gefällt 3 Lesern
    0201

    @ na ich
    nee, dazu ist China inzwischen zu fortschrittlich :-DDD

    Antworten
  2. 29. Mai 2009, 20:35 Uhr, von na ich Gefällt 3 Lesern
    0202
    Antworten
  3. 29. Mai 2009, 20:42 Uhr, von Antje Gefällt 4 Lesern
    0203

    @na ich
    riz de bordelle?
    Nu is aber auch gut :-)

    Antworten
  4. 29. Mai 2009, 20:44 Uhr, von na ich Gefällt 3 Lesern
    0204

    ,-)

    mal zu anderen fragen: wer aus diesem blog nutzt twitter für was und wie? was findet ihr toll, was nicht so ideal? ersetzt twitter eure nachrichten feeds oder quellen? ist es „spaß tool“ oder „nerv tool“? sind euch unterschiedliche funktionalitäten bekannt? welche? revolutioniert es eurer meinung nach den „stream of news“? sollte man twitter mehr zu marketing zwecken einsetzen? oder eben nicht, da es zu unbekannt ist?

    (oder brauchen wir einfach nur ein neues thema ;-) neue freunde oder sonstiges? ;-)))))) )

    Antworten
  5. 29. Mai 2009, 21:12 Uhr, von Antje Gefällt 3 Lesern
    0205

    Ich twittere nicht :-( , bin mega-out ;-)

    Aber interessant gerade dieser Artikel:
    http://www.nytimes.com/2009/05/30/us/politics/30cyber.html?nl=pol&emc=pola1

    Antworten
  6. 29. Mai 2009, 21:18 Uhr, von Miranda Gefällt 4 Lesern
    0206

    Ja jetzt ist der Tag fast vorbei, die Dämmerung hat hier eingesetzt, wunderbar diese langen Abende in Licht und blauen endlosen Himmel.
    Hab jetzt wenig Lust über Eltern verantwortung zu streiten, bin in einer friedlichen Stimmung und freue mich über dass lange Pfingstweekend.
    Wenn jemand in Köln ist, guckt euch morgenKick LaLuna beim LFT an, wunderbare Frankfurter Band
    http://www.kicklaluna.com/

    Find es trotzdem schön dass wir hier so rege dabei sind, heute habe ich wirklich tagsüber nicht bedauert mobil online sein zu können weilich verschiedene Termine hatte.

    Antworten
  7. 29. Mai 2009, 21:53 Uhr, von na ich Gefällt 4 Lesern
    0207

    @antje: schon wieder eine form der „regulation“? oder täusche ich mich da?

    wird versucht, das internet zu regulieren (d. h. zu kontrollieren)? in den usa, in d und in anderen ländern? gibt es einen zusammenhang zwischen mr copps (voriger beitrag) und den forderungen/umsetzungen der fcc? @all: bitte um aufklärung oder um fragen ,-)

    Antworten
  8. 29. Mai 2009, 22:42 Uhr, von Fabian Gefällt 4 Lesern
    0208

    Petra, immer mehr renommierte Journalisten bloggen. So langsam, so scheint mir, werden „Blogs“ gesellschaftsfähig. Ob und inwiefern sie als Karrierebeschleuniger fungieren, bleibt abzuwarten, momentan sehe ich das noch nicht – jedenfalls nicht bei Journalisten / Medienmenschen, die nicht ohnehin schon aus Funk- und Fernsehen bekannt sind. (Ist ja auch interessant bei Twitter, die meisten Follower haben die Leute, die bereits in den etablierten (Massen-) Medien einen Namen haben.)

    Ich bin sehr unenschlossen, was Twitter anbelangt. Auf der einen Seite finde ich es ganz cool, aber es kann auch gewaltig nerven und einen erheblichen Imageschaden bedeuten. (Also, wenn ich mir gerade twitternde Politiker angucke, die dann auch noch via Twitter versuchen zu diskutieren (siehe Garrelt Duin und Frau Seeliger), dann kriege ich das – pardon – Kotzen!)

    Aber Twitter scheint ein gutes Agitationsinstrument zu sein, zumindest wenn es um die Durchsetzung linker Politikinteressen geht. Ich persönlich finde das Web 2.0 im übrigen extrem linkslastig, aber sei es drum.

    Twitter ist ein schwieriges Thema, kann man aus meiner Sicht nicht pauschal beantworten – dafür ist es zu vielfältig nutzbar, ich persönlich nutze es mittlerweile als Microblog.

    Wird man sehen, wie sich das entwickeln wird. Ich denke, es wird zu einem netten kommunikativen Ad-On, mehr nicht. Sicherlich nicht so revolutionär, wie es die Internet-Schwärmer gerne hätten.

    Bei Blogs bleibt es spannend. Aber einige Formate werden ja schon – mehr oder weniger erfolgreich – ins TV übernommen, siehe Sixtus vs. Lobo.

    Antworten
  9. 29. Mai 2009, 22:44 Uhr, von Fabian Gefällt 3 Lesern
    0209

    Extrem linkslastig weil die so called Meinungsführer, bzw. Alphablogger so sind und dies auch extrem herausposaunen (siehe Netzpolitik), aber gleichzeitig meinen, für die gesamte Blogosphäre zu sprechen.

    Antworten
  10. 29. Mai 2009, 22:49 Uhr, von karin Gefällt 3 Lesern
    0210

    @ Alle- Erholsame Feiertage.Tolle Beiträge, Respekt.
    MLG eine fast Erwachsene,die es immer öfter liebt ,ein Kind zu sein : ) : ) : ) interessiert zwar niemanden,aber ich lass es mal so stehn : )))))))))))) Späßchen am Rande. Lachen fördert die Gesundheit und ist ohne Nebenwirkungen. In diesem Sinne,@ Alle, eine schöne Zeit : )

    Antworten
  11. 29. Mai 2009, 22:49 Uhr, von Fabian Gefällt 3 Lesern
    0211

    Agitationsinstrument, damit meine ich vor allem die motivierende Wirkung von Twitter, dass immerhin 100.000 Leute die Petition gegen die Internetsperren unterzeichnet haben. Ich denke, hier hat Twitter als „Verbreitungskanal“ viel bewirkt.

    Wobei ich mich mittlerweile wirklich frage, in was für einer Demokratie wir bald leben werden, wenn solche Art von „Politik machen“ per Mausklick Schule macht. Ganz wohl ist mir dabei nicht, bzw. meinem Verständnis von Demokratie entspricht das nicht wirklich.

    Antworten
  12. 29. Mai 2009, 22:51 Uhr, von karin Gefällt 3 Lesern
    0212

    Sorry ,es sollte Allen heißen, UPS..: )

    Antworten
  13. 29. Mai 2009, 23:04 Uhr, von Martina Gefällt 4 Lesern
    0213

    Urlaub zeit vor 8stunden angefangen,Wein mit Erdbeeren beim Wein fest ‚probiert‘, ich komme hier wieder morgen ‚vielleicht‘,werde bestimmt besser als jetzt lesen/bzw. Verstehen, ich glaube heute werde es schaffen…zum schlafen,@ alle Buonanotte.

    Antworten
  14. 30. Mai 2009, 8:46 Uhr, von Petra Gefällt 4 Lesern
    0214

    @Na ich @Fabian – Danke für Eure Einschätzung.

    @Martina – Bitte denke beim Weintrinken auch an die am nächsten Tag folgenden Kopfschmerzen! Ich wünsche dir einen superschönen Urlaub. Auch ich habe ein paar Tag frei und mache etwas, dass ich seit (gefühlten) Jahrzehnten nicht gemacht habe: (fast) ohne Pläne werde ich in den Tag hineinleben, Sport machen, lesen, ausschlafen, bisschen im web surfen… Das brauche ich auch dringend, den Urlaubsschein hat mein Chef, die Pläne meine Familie mitunterschrieben. Das Leben kann sooooo schön sein.

    Antworten
  15. 30. Mai 2009, 9:26 Uhr, von Walter Gefällt 3 Lesern
    0215

    Twitter ist analog zu SMS ein Instantmedium, das von seiner allgegenwärtigen Präsenz und Erreichbarkeit lebt, Privatheit öffentlich macht.
    Ich ziehe eine relative Unerreichbarkeit vor, da ich gegenüber Öffentlichkeit in jeder Form eher misstrauisch bin und in gewisser Weise auch geizig mit persönlichen Informationen.
    Ich halte meine Erfahrungen und Erlebnisse zu allermeist für relativ unbedeutend für die Welt- nicht so für mich.
    Der Unterschied zwischen Twitter und einem/ diesem Blog liegt darin, dass hier Gedanken und Argumentationen aufeinander treffen und sich im besten Fall eine Art von kreativem Dialog entwickelt, sobald die Meinungen als Statements geäußert sind. Die Person als solche tritt zunächst in den Hintergrund.
    Dies mag auch als eine Form von Selbstdarstellung empfunden werden und ist es wohl auch, aber dennoch ist weniger das Medium die Botschaft und das „Ich“.

    Antworten
  16. 30. Mai 2009, 9:30 Uhr, von Miranda Gefällt 2 Lesern
    0216

    @ Petra

    ja dass finde ich auch.geniesse es in vollen Zügen !

    @ Urs

    zu deinen Ausführungen gestern ;Da werden doch die Widersprüche in der Gesellschaft ganz konkret deutlich, gemäss @Walter, die Kommunikation über die Werte und deren konkrete Umsetzung in der Gesellschaft statt?

    kann ich nur sagen dass ich da voll bei dir bin.
    Natürlich ist so ein Eltern Profil Wunschvorstellung, aber eben auch ein Menschenbild, ja wo findet denn die Kommunikation statt? Ich kann für meine kleine „corner of the World“ nur sagen dass ich schmerzlich die Auseinandersetzung mit diesen Essentials vermisse.
    Das Wort Wertediskussion ist ja schon leider negiert besetzt, wer setzt denn die Werte ? im bürgerlichen Kontext? Werte wie Liberalität, Solidarität und Nächstenliebe sind doch schon besetzt und muten fast gediegen an und wenn man dann rausfällt und andere Lebensentwürfe lebt.
    Ich probiere in meinem Beruf den Kindern ein starkes Gegenüber zu sein. Du kannst mir glauben dass es nicht immer einfach ist, da ich eigentlich nicht gerne auf Prinzipien rumreite, aber diese Kinder im Brennpunkt haben in Ihrem Leben schon genug mit Gleichgültigkeit Ihrer eigenen Biographie zu tun gehabt. So faszinierend ich es immer wieder finde, dass viele Kinder das Anarcho Prinzip in sich haben, muß man leider Ihnen immer wieder Grenzen aufzeigen (natürlich in einem liebevollen Kontext.)

    Aber ich bewundere die Kinder auch dafür für den Mut sich immer wieder zu reiben, vermisse dass bei vielen Erwachsenen sehr, diese „Bussi rechts und Links“, Latte to go und „wir hören uns“ Gesellschaft macht mir manchmal Angst, da sie in ihrer Oberflächlichkeit ertrinkt…Vielleicht ist es ein Phänomen unserer Zeit, dass es so verdammt wichtig wie die Außenwirkung ist ,so dass die Eigenwahrnehmung in den Hintergrund rückt und über Werte diskutieren wäre dann schon wieder zu stressig…

    Hoffe wir trinken am 7.6 in Alba trotzdem einen Barolo..
    Bin übrigens Mitte Juli wieder in der Toskana,Caffe di Simo wäre auch eine Option…

    Antworten
  17. 30. Mai 2009, 9:42 Uhr, von Miranda Gefällt 4 Lesern
    0217

    @ Walter

    ja aber inzwischen merke ich dass diese virtuellen Kontakte mit dem Gegenüber dem man nicht zu Gesicht bekommt, von dem man nicht weiß ob man sich wirklich sympathisch finden würde sehr bereichernd sein können und stelle mir öfters die Frage wer denn Noisa, Dowanda, Urs,Martina, Petra und deine geschätzte Persönlichkeit und alle unerwähnten…denn sind… Nicht dass wir uns wirklich kennenlernen aber merke dass ich den Blog immer mehr schätze und mag zwischen ernsthafter Diskussion und Auseinandersetzung mit den Blog Themen auch mal die persönliche Note ganz gerne.
    Natürlich ist das Real Life wichtiger, denn ich kann hier am Computer nur begrenzt kommunizieren, aber ich lerne hier und konfrontiere meine kleine Welt mit Diskussionen die hier geführt werden und finde dann schließt sich der Kreis wieder…

    Antworten
  18. 30. Mai 2009, 10:18 Uhr, von Martina Gefällt 3 Lesern
    0218

    Buongiorno @Petra & all.
    Keine sorge,ich habe sehr selten Kopfschkerze;) und habe ‚Weinselfcontrol‘;) aber gestern habe ‚gewonnen‘, mein KM hat meine übersetzung empfelung (nach lange Kampf weil sinnvoll war) und für mich war seeehr schön, allora dovevo brindare questo evento.;) dir auch eine schönes Urlaub und an alle eine schönen lange Wochen Ende. A presto.

    Antworten
  19. 30. Mai 2009, 11:55 Uhr, von Walter Gefällt 3 Lesern
    0219

    “Marketing has taken over from politics?

    Wo ist die Grenze? Der Übergang ist fließend, denn in der Mediendemokratie sind Stimmungen, Meinungen und Mehrheiten erforderlich. Dies ist ernüchternd und betrüblich, aber Realität, in den USA ebenso wie hier.
    Zu einer guten Politik gehört auch eine gute PR.

    Antworten
  20. 30. Mai 2009, 13:10 Uhr, von Petra Gefällt 4 Lesern
    0220

    @Walter: „…besten Fall eine Art von kreativem Dialog entwickelt, sobald die Meinungen als Statements geäußert sind.“

    Bisher habe ich immer gelesen, die „Ich-Botschaft“ (ich glaube, dass / meiner Meinung nach / ich denke…) ist die Form der Botschaft, die anderen den Raum für eigene Gedanken / Meinungen bietet. Deine Aussage klingt so, als sollte man eher eine Festlegung treffen, die andere befürworten oder ablehnen?

    Und: „Ich halte meine Erfahrungen und Erlebnisse zu allermeist für relativ unbedeutend für die Welt- nicht so für mich.“ Die kleinsten Erlebnisse haben mitunter die größte Bedeutung – und zwar für viele.Vielleicht ist es aber auch so, dass man sich manchmal scheut, von sich zu erzählen, weil in die Tür, die man öffnet, eben auch der Sturm hinein fegen kann.

    Antworten
  21. 30. Mai 2009, 13:31 Uhr, von Walter Gefällt 4 Lesern
    0221

    Mag sein, aber gegen Wind habe ich nichts.
    Stürme toben woanders, nicht hier.

    Antworten
  22. 30. Mai 2009, 19:30 Uhr, von Walter Gefällt 4 Lesern
    0222

    Naomi Klein hat ein Feindbild- den von Milton Friedman entfesselten Kapitalismus. Sie polemisiert, ironisiert und versucht zu spalten. Barack Obama hat seit seiner Wahl die Rolle gewechselt. Er integriert, versöhnt und versucht zu versöhnen. Damit ist er natürlich weniger klar und eindeutig, schwerer zu fassen. Er scheint sich als Präsident aller Amerikaner zu sehen und sucht den Konsens. Dies wurde bereits am Abend des 4. November 2008 deutlich, als er John McCain dankte und lobte. Er enttäuscht die Einen und besänftigt die Anderen beim Versuch, sein Land zusammen zu halten. Schlecht finde ich das nicht. Es bleibt jetzt abzuwarten wie lang er dies durchhält ohne von seinem Kurs abzukommen.
    Verurteilen mag ich ihn nicht.

    Antworten
  23. 31. Mai 2009, 12:18 Uhr, von Urs Bürgi Gefällt 4 Lesern
    0223

    @Miranda, war gestern „outdoors“, Sonne, Wasser, Wein, prosciutto, pane di olive, etc. und lese Dich erst heute. Ich lebe es, diese Feststellung, diese Entwicklung der Werte ständig neu zu überdenken, also der Lebensdynamik anzupassen, es ist nichts statisch, auch wenn wir meinen, weil es immer noch dieselben Worte sind, ist deren Inhalt, der gelebte Inhalt ähnlich, allenfalls gleich, nahezu niemals derselbe. Das siehst Du ja an „Deinen“ Kindern, wie sie versuchen, ihr Selbst aufzubauen durch trail and error und dazu gehören die Momente der Grenzziehung und der Grenzüberschreitung, um festzustellen, was passiert. Auch wir selbst sind in unserer Form begrenzt, allenfalls das Universum gilt als „unbegrenzt“, also ist Grenze essentiell, ist Bestandteil von Freiheit, weil wir uns einigen müssen, im Dialog, wo Deine und wo meine anfängt. Und wenn es sich nicht grade um eine Immobilie handelt, bedarf es immer wieder der Festlegung, wo fängt’s an und wo hört’s auf. Dazu gehört auch, den Mut zu haben, sich zu äussern, doch das festigt gerade das Selbst, denn es wird ja reflektiert in der Äusserung des Gegenüber. Wer everbodies darling sein will, wird sich anders darstellen, wer jedoch in sich ruht, der kann auch in „Oppositon“ geraten, ohne daran zu zerbrechen. Jede Generation, als pauschale Gruppenbezeichnung, definiert sich, indem sie ihre Wertordnung und ihre Werte inhaltlich bestimmt und bezeichnet. Starre Fixierung ergibt so jämmerliche Erscheinungen wie Nordkorea und sein Regime. Also, Grenzen aufzeigen ist nicht „leider“, sondern ein konstitutives Element, demokratische Regeln des Zusammenlebens zu erlernen. Sorry, kürzer ging’s nicht, aber vielleicht hast Du heute Zeit, etwas mehr zu lesen. Den Rest dann in Alba oder im Caffee di Simo. *ggg*

    Antworten
  24. 31. Mai 2009, 12:34 Uhr, von Urs Bürgi Gefällt 4 Lesern
    0224

    @Walter, ja, so sehe ich’s auch. Es braucht beide, beides, die harte Kritik, unnachgiebig und die Versöhnung, „niemanden aus dem Boot zu werfen“, wie Obama es mit seinem Versuch der Integration der Unterschiede zum grossen ganzen tut. Möge er mit Ausdauer erfolgreich sein, gerade bei Leuten wie dem israelischen Regierungschef.

    Antworten
  25. 2. Juni 2009, 6:26 Uhr, von na ich Gefällt 4 Lesern
    0225

    „von oben“: hilfe zur selbsthilfe in den usa – förderung der und anleitung zur „organisierten“ aktivität in der gesellschaft

    „Communities, Innovation and Washington

    Across the country, nonprofit groups are pioneering approaches to fixing problems in education, health care and alleviating poverty. A promising White House initiative seeks to expand upon these efforts by helping worthy projects grow and by encouraging other communities to try successful strategies. …“

    http://www.nytimes.com/2009/06/02/opinion/02tue4.html?ref=opinion

    Antworten


© Miriam Meckel 2002 bis 2017