Wer ist Alice?
Ist sie ein und dieselbe Frau, die fünf verschiedene Geschichten des Abschieds durchlebt? Erleidet sie all diese Verluste, immer wieder eine Erfahrung des Abschied Nehmens, der nie mehr Wiederkehr? Das Mandelhörnchen. “In einer der Jacken aus dem Keller fand sie etwas, auf das sie nicht vorbereitet war – sie hatte versucht auf alles vorbereitet zu sein -, etwas Kleines, ein wenig so, als hätte Raymond ihr das dagelassen; es war eine zerknitterte Papiertüte aus einer Bäckerei mit dem Rest eines Mandelhörnchens darin. Der letzte runde Bogen des Hörnchens, schon fast versteinert … Wohin mit dem Rest, wohin damit – das musste man also lernen.” Ja, genau so ist es. Mit Mandelhörnchen, mit abgenutzten Lederetuis oder kleinen gekrümmten Pfeifen, die kalt bleiben.
Oder ist Alice immer eine andere Frau? Ich wünsche es ihr fast, dann wäre es leichter für sie, vielleicht. Ich wünsche es ihr, auch wenn diese Unsicherheit ob derselben oder mehrerer Personen für die Leser schade ist. Ich erfahre nicht viel über Alice. Im Episodenroman bleiben die Figuren manchmal unpersönlich, unausgefüllt, auch unerzählt.
Ich hätte Alice gerne näher kennengelernt. Vielleicht geht das nicht, weil sie sich so oft verabschieden musste. Vielleicht hatte sie einfach keine Kraft mehr, sich auf mich einzulassen. Sie will gar niemanden mehr kennenlernen, nicht mal ihre Leser. Ich könnte das verstehen.
Auch Daniel Kehlmann zeichnet in “Ruhm” Figuren, die manchmal literarische Strichmännchen bleiben. Und dann taucht doch wieder eine Verbindung zwischen ihnen auf. Aber sie scheinen auf und vergehen gleich wieder. Einmal erinnert sich der Protagonist nicht einmal mehr daran, dass er seinen Kollegen Mollwitz längst hat sterben lassen, um sich im Lügengeflecht einen Lichtblick zu verschaffen. Jetzt muss Mollwitz wieder her, doch in der Erinnerung der anderen ist er schon tot. Was tun? “Das war einer, der genauso hieß. Komischer Zufall.”
Der arme Mollwitz. Immer hat er als Alibi gedient, treu und verlässlich im Gewirr der Strichmännchen, die sich ineinander verfangen und verkreuzen. Wie schade, dass er hat sterben müssen, er hat doch soviel für den Erzähler getan. Der lässt ihn bei Bedarf einfach wieder auferstehen. Das geht so in einer konstruierten Welt.
Was geschähe, wenn Alice und der Autor als Icherzähler aus “Ruhm” sich begegneten? Eine seltsame Vorstellung. “Ich werde Dich verlassen”, wird Alice zu ihm sagen. “Aber nicht jetzt”, antwortet er. “Nicht in dieser Geschichte.” Eine Weile schweigen sie. Alice ist längst in sich selbst verschwunden. Der Autor wird sie nicht finden. Sich selbst findet er auch nicht mehr.








Ui, @Petra, stimmt. Ich muss noch die Buchstaben farbig bekommen:
http://www.wordle.net/gallery/wrdl/933912/Sind_wir_nicht_alle_ein_bisschen_wordle...
Technik und Frauen, jetzt aber:
http://www.wordle.net/gallery/wrdl/933912/Sind_wir_nicht_alle_ein_bisschen_wordle
Hm? http://www.wordle.net/gallery?username=Noisa
@Cate @Na ich: Sorry, schaffe manchmal nicht alle Links. Also: Danke an @Na ich.
@Noisa: Jetzt wird wirklich alle wordle…
:))
witzig….
Schönen Feiertag…scheint irgendwo die Sonne? Hier ist Nordsee Wetter aber schön so ein fauler Feiertag!!!Urs was ist für Wetter in Bellinzona?
Wenn ich ehrlich bin, das Erste, was ich beim Anblick dieses Blogeintrags dachte, war:
“Who the f*ck is Alice?”
Und es ging nicht weiter.
Die beiden genannten Bücher kenne ich leider nicht. Die diversen Inhaltsbeschreibungen machen mich auch nicht gerade neugierig.
Auf der anderen Seite erinnerte mich die Überschrift immer wieder daran, den Blog-Eintrag Alice und ich auf maedchenmannschaft.net zu lesen.
Ich werde das jetzt mal tun.
Es geht darin um Alice Schwarzer. :-)
Endlich feierabend!
@Noisa: Technik und Frauen
ich “kenne” welche die sehr gut damit umgehen, sehe MM als beispiel
;-)
genieß eure freizeit, auch wenn die sonne nicht scheint. ciao
@Miranda, Bellinzona, da und dort dicke Wolken, viel Sonne, 26 Grad, Tendenz steigend bis 30 Grad, vorsommerlich, wohltuend.
http://bildersammlung.ch/wetter-webcam-bellinzona/webcam.php
Ciao, cara.
@Martina, bestimmt! :)
Aber Martina, ich hab was rausbekommen: Wenn Ihr diesen Link öffnet
http://www.wordle.net/gallery/wrdl/934173/Ratespiel
und dann dort mit der Maus einen „Doppelklick“ (= Windows) ausführt oder die „rechte Maustaste“ (= Mac) ein Mal drückt, dann erstellt frau/man sich eine Druckvorlage zum Ausmalen.
Copyright by Noisa
@Irgendeine Userin, ich dachte/denke ähnlich. Und “Selbstfindung” ist so ein Thema für sich. Wordle hilft. ;))
@alle: Noch einen schönen Feiertag und ein nettes (verlängertes) Wochenende!
@Noisa
Ich spiele gerade mit Wordle und meinem Comic-Blog herum.
Ist witzig. :-)
@irgendeine Userin: Ja, es ist immer wieder erstaunlich, was im Web so alles möglich ist… :)
http://www.cannobio.net/resizeimgpiazza.asp?dimensioni=800
@ Urs, wollen wir uns am Sonntag auf dem Markt in Cannobio treffen, können dann mit einem offenen Fiat Barchetta hoch nach Santa Maria Maggiore fahren und über die Berge in die Schweiz zurückfahren…
@Miranda, welch ein Traum. Danke Dir für das wunderschöne Angebot. Bin am Weekend schon verplant, leider, Basel und Umgebung. Ein andermal, gern. Wünsch’ Dir viel Vergnügen, offenes Fahren, das Wetter wird toll, Sonne pur und 30 Grad. carpe diem, cara.
Wie nett! Und noch eine Spielerei:
http://www.360cities.net/image/canobio-piazza-lago
Man darf nur nicht zu schnell die Maus bewegen. ;)
@Noisa
danke für die Spielerei, hast mir eine große Freude gemacht! Bekomme gleich wieder Sehnsucht, obwohl ich zurzeit die Toskana mehr im Herzen habe weil da auch ein ganz lieber Mensch wohnt dessen Freundschaft mir soviel wert ist, stehe ich dazu das ich den Lago Maggiore auch nach soviel Besuchen was ganz besonderes finde…auch wenn Italiener darüber lächeln…und ich gestehe auch dass ich diesen 50″ Jahre Schick schön finde…
und ein Urlaub mit dem geliehenen Fiat Barchetta werde ich auch so schnell dort nicht vergessen…
Was ist nur los 12 Tage ohne neues Posting, gab es dass schon mal die letzten Monate???
J.Hermann liest übrigens nächsten Freitag bei uns im Literaturhaus in Frankfurt aus Alice
http://www.literaturhaus-frankfurt.de/frameset_start.html
18.06-2009,
Ladies and gentlemen, honourable co-bloggers – meet A.L.I.C.E. ;-)
Die Frage: Wer ist Alice? ist nicht beantwortet, obwohl sie nicht rein rhetorisch gestellt war.
Die Antwort liegt sicher nicht im Verschwinden in sich selbst als Symbol innerer Unerreichbarkeit.
Ein Leben als Kaddisch?
@Walter, Alice is a culinary expert
restaurant and she is taking the garbage out, of that I am sure… ;-)
He, @Mesm 21:09, now I know where these guys are from ;-)
http://bit.ly/2dPq9
@Antja -Wow! They could start a rock-band, how about “The Alice-brothers” ?
I, especially, find Mr. Gaddafi’s all female security guards fascinating ;-)
Cute but surreal ;-)
@Noisa:
(www.wordle.net/gallery/wrdl/935795/Curioso)
;-) leider nicht viel zeit hier alles zu lesen – wie auch immer :-((( –
@Miranda & Urs, mmmh Invito molto accattivante! ich freue mich für euch wann es sein wird, wir sind gefahren mit dem Ciquecento in die sonne der Sardinien kuste, das war sooooooooo indimenticabile! Qui un assaggio;-)
(http://www.flickr.com/photos/imatys/)
E per i notambuli und @Alle, Buonanotte.
Die Kritiken über das Buch Alice in der ZEIT waren (nachvollziehbar) nicht sonderlich gut, weswegen ich es nicht lesen werde.
Alice steht für anonymous.
Vielleicht ist es noch jemandem aufgefallen?
Angela Merkel sagte gestern bei Maybrit Illner wörtlich, dass sie die Welt verändern wolle. Dies ist ihr so nebembei rausgerutscht, es ist jedoch ernst gemeint.
Sie sagte verändern, nicht retten…
@Walter: Ja, das sagte sie. Sie war diesmal auch besser als in der AW-Sendung; sie scheint geübt zu haben. Jedenfalls hätte sie eine Menge zu tun, wenn sie die Welt verändern möchte. Dass Frau Dr. Merkel irgendwann in die Wirtschaft geht wie Schröder, Müller, Clement etc. könnte ich mir gar nicht vorstellen. Ich hab schon das Gefühl, als wenn sie ihren Kanzlerjob gut machen möchte, die Lokführerin. ;)
Hab mit gestern die Wiederholung bei Phoenix angesehen. Merkel war um Längen überzeugender als Steinmeier. Hervorragend war der Zeitarbeiter, der bis zur Automobilkrise BWM schaffte. Aber wenn man hört, 10 Jahre Zeitarbeit bei BMW, als Endprüfer in verantwortungsvoller Position, ohne Aussicht auf Festanstellung, da kommt mir die Galle hoch.
Was für eine schöne Lesung von J. Hermann im (voll besetzten) Literaturhaus in Frankfurt. Die Autorin wirkte sympathisch zurückhaltend. Auch die Einführung vom Literaturhaus fand genau die richtigen Worte, das Werk der Autorin zu beschreiben und vorzustellen. Am Ende hat sich wohl keiner der Zuhörer so richtig getraut Fragen zu stellen. Ich auch nicht. Eine Frage hätte ich schon gehabt: in der Geschichte mit dem Titel „Conrad“ bleibt offen, in welcher Beziehung Alice zu Conrad steht, woher sie sich kennen? Vielleicht ist es mir auch nur beim Lesen entgangen und ich habe etwas übersehen. In den anderen Geschichten erfährt man – wenn auch nicht immer sehr explizit – in welcher Beziehung Alice zu den Sterbenden / Verstorbenen steht / stand. Vielleicht soll das bei Alice und Conrad extra unklar bleiben? Wie Sie, Frau Meckel, in Ihrem Text ja schreiben, bleibt manches eben „unerzählt“.
Während der Einführung der Lesung kam man auf die Frage nach der Aussprache des Namens / Titels, über den auch ich (beim Buchhändler) gestolpert war: “Alice“ eher englisch, italienisch oder einfach deutsch ausgesprochen? Laut Autorin können wir das halten wie wir wollen. Mir gefällt die italienische Variante des Namens, weil auch ich, ebenso wie die „Laudatorin“, die die Einführung im Literaturhaus hielt, sofort die Assoziation der italienischen Sängerin Alice hatte; (Zeit die CD mit den „Italo Hits“ auszukramen und Alices energischen Song „Per Elisa“ zu hören).