Schon wieder hat der Wind des medientechnischen Wandels ein Blatt verweht. “Galore” erscheint mit dem aktuellen Heft Nr. 49 ein letztes Mal als Printprodukt, danach geht es im Internet weiter unter www.galore.de. Das Interviewmagazin ist im Januar 2003 gestartet mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren und hatte sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: in jedem Heft etwa 40 Interviews mit interessanten Persönlichkeiten aus Kultur, Sport und Gesellschaft zu präsentieren.
Oft waren die Interviews gelungen, gute Fragen provozieren eben gute Antworten. Viele Interviews haben einen spannenden Blick ins Innere des Denkens der Befragten erlaubt, die Antworten kamen weniger geschminkt und gestreamlined daher, als es heute bei Mediengesprächen häufig üblich ist. Ich selbst hatte einmal das Vergnügen, von André Boße befragt zu werden – es war das aus journalistischer Sicht bestvorbereitete und neugierigste Interview, das ich jemals geführt habe.
Mit “Galore” wollten die Macher, Michael Lohrmann und André Boße, ein Füllhorn von Einsichten in die Menschen unserer Zeit über uns ausschütten – und jede Leserin und jeder Leser konnte sich aussuchen, wo er oder sie genauer hineinlesen wollte. Die Zeiten sind für analoge Füllhörner beschwerlich geworden. Jetzt muss die kleine Mannschaft mit voller Kraft auf dem Kriegsschiff des geldunwerten Wettbewerbs das Datenmeer im Netz besegeln – auch wenn das dem publizistischen Selbstverständnis widerspricht. Michael Lohrmann beschreibt im letzen Editorial, “dass ich es im Grunde aus tiefster Überzeugung ablehne, journalistische Inhalte kostenlos anzubieten”. Aber um die Marke am Leben zu halten, müsse man im Netz dabei sein. Das stimmt sicherlich. Dennoch stellt sich auch angesichts der Geschichte von Galore die Frage, wann wir ein Geschäfts- und Gesellschaftsmodell finden, dass guten, rechercheintensiven und professionellen Journalismus finanzierbar macht. Wenn das nicht gelingt, ist es bald nicht nur um Galore schade.
Ich habe mir immer gewünscht, dass Galore aus der reinen Existenz als Printprodukt heraustritt und mir die Menschen auch audiovisuell näher bringt. Dafür könnte der Wechsel ins Netz eine Chance sein: die Menschen, die von Galore befragt werden, könnten wir dort nicht nur mit ihren aufgeschriebene Lebensgeschichten kennenlernen, sondern auch in Ton und Bild. Das ist im mit heutiger Technologie einfach und kostengünstig zu machen. Und das wäre dann nicht allein der Schritt in die Versklavung des Umsonstjournalismus, sondern ein Mehrwert – zumindest ein medialer.








@ Ramona, du fängst an, ich ziehe nach ; )
@ urs bürgi
meinst Du so was, wie es beipielsweise in NL schon gibt: kostenlose Tageszeitungen, die i.d.R. an (Bus)Bahnhöfen erhältlich sind.
Oder mir fällt da aus dem Saarland “20 Cent” ein, eine Zeitung, die eben 20 Cent kostete; frei an öffentlichen Orten hing und jede/r zahlte in die Büchse.
Leider las ich gerade, daß dieses Medium, das es auch in der Lausitz gab/gibt nur noch als Archiv im Netz beseht.
@Seantie Moenes, nein wenn, dann nur zusammen eine Sammelbestellung:-)))
Stimmt, dann können wir uns die Versandkosten teilen. In wirtschaftlich schlechten Zeiten zählt jeder Cent. : ))
Richtig @Seantie Moen, Kleinvieh macht auch Mist! Klamotten lassen wir lieber (bei meinen 1,77 m passt das Zeug eh nicht) aber ich könnt einen neuen PC-Monitor gebrauchen und Du?:-)))
Zu “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit”:
“Nur Männer, die mindestens 25 Jahre alt sind, dürfen die Wahlmänner bestimmen. Jeder der jährlich weniger als 2 Livres an direkten Steuern abführt ist ausgeschlossen von der Wahl des Parlaments. So erklärt die Verfassung von 1791 die Armen – etwa 1/3 der erwachsenen [männlichen; Mafalda] Wählerschaft – zu Bürgern zweiter Klasse. (Geo Epoche Nr.22: Die französische Revolution)
Olympe de Gouges war damals die “Alice Schwarzer” mit u.a. ihrer “Déclaration des Droits de la femme et la Citoyenne”. 3. November 1793 wurde sie guillotiniert.
Sicher gingen über die mehr als 220 Jahre Entwicklungen über Brüche weiter. (Lese grad die aktuelle Geo Epoche: “Die deutsche Romantik”, in der z.B. das Hambacher Fest stattfand).
Spannend in beiden Heften die zeitgenössischen Medienberichte. Und wieviel Einfluß Publikationen und Kunst auf den Geist der Zeit hatten und umgekehrt davon beeindruckt wurden.
So meine ich, dass das Bild der aktuellen journalistischen Landschaft durchaus dem sozialen Bild entspricht und Umbruch von vielen mitgetragen und gestaltet wird.
Das war nun eher Sermon, denn Argumentation. Doch mich persönlich bewahren solcherlei Betrachtungen manchmal davor, den Blick eng werden zu lassen.
@ Ramona , Tja, du bist wohl zu groß, ich bin zu klein. Neues Handy wär nicht schlecht, das geht ja immer. Aber kein iphone, ich steh nämlich auf Tasten. Vor einiger Zeit konnte man bei Quelle auch ganze Volkswagen und Einfamilienhäuser bestellen, nur um dir die Sortimentbreite deutlich zumachen. Aber die Versandkosten für das Paket, indem dein neuer Golf geliefert wird, die zählts du bitte selber. : ) Oder fragst den Politiker deines Vertrauens nach Staatshilfen.
p.s.:
schlampige Quellenangabe… Nr.22 S.107
Dann fällt mir grad noch ein: im Grundgesetz steht z.B. in Art.20, 1:
die Bundesrepublik ist ein demokratischer und SOZIALER Bundesstaat.
In den Kommentaren zum GG ist “sozial” als Blankettnorm etikettiert, d.h. eine festgelegte DEFINITION von “sozial” wurde – bewußt ? – vermieden.
Auch Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind Blankettnormen. Wird von jeder/jedem anders verstanden und mit Leben gefüllt. D.h. in Kommunikationsprozessen muß der Bedeutungsgehalt immer wieder neu verhandelt werden.
“Freedom´s just another word for nothing left to loose”, darüber würd ich z.B. gern mit Janis Joplin diskutieren.
@Mafalda, ich mach’ mir keinen Kopf über das Geschäftsmodell und wenn, verkauf’ ich es als Start-up. Nein, ich denke an den Einstieg via Gesellschaftsmodell, das war ja der Anreger von MM. Und da bist Du schon auf dem richtigen Weg. Ich schrieb es bereits (plase read a little bit from time to time), dass jede Generation es neu definieren, selbst bestimmen, im Konsens klären muss, wie sie miteinander leben will. Das findet im Iran derzeit extremer statt, als derzeit bei uns, wir haben es nur schon hinter uns in der Art, aber das Grundsätzliche, die o.a. “Kärnerarbeit”, muss immer wieder geleistet und die Begriffe inhaltich neu festgelegt werden, weil z.B. Liberalismus 1945 anders als 1968, anders als 2001 und 2009 verstanden und gelebt wird. Und am Beispiel Iran zeigt sich, wie wesentlich “Neue Medien”, hier eher technische Instrumente, sind, vgl. EL TIEMPO und TIMES OF INDIA, die zeigen, wie entscheidend die Informationsübermittlung den Prozess voran bringt. Doch das heisst nicht, dass es danach, wenn das neues System sich zu etablieren beginnt, der gut recherchierten, gedanklich durchgearbeiteten Analysen und Empfehlungen, Perpsektiven des Journalismus nicht bedarf, ganz im Gegentei, es braucht diese “Treibkraft”, damit eine Richtung gefunden wird, an der sich demokratische Mehrheiten orientieren können. Das meinte ich mit Verschränkung. Man kann mit Twitter und Blog, siehe bei uns, nicht die Komplexität eines gesellschaftlichen Systems abbilden, abhandeln, dazu braucht es entsprechende Medien und worauf die auszurichten sind in ihrer “Marktform”, richtet sich nach dem Entwicklungsniveau der jeweiligen Gesellschaft und ihrer technischen Möglichkeiten. Es taten mal Leuchtfeuer, mal Rauchzeichen, mal reitende Boten usw. Und daher stimme ich ja MM zu, nur die Reihenfolge sehe ich anders: zuerst das Gesellschaftsmodell, dann das Geschäftsmodell, wobei es in Übergangs-und Findungszeiten eine gewisse Parallelität sein wird, bis, nach der “reset-Phase”, die Reifungsphase kommt, die dann von der Abstiegsphase abgelöst wird, weil die Dynamik der Systeme neuen Interpretationen verlangt.
@Mafalda, Nachtrag, nicht mit Janis, bleib’ Du uns noch etwas erhalten, wir sind vielleicht nicht so gut wie Janis, aber versuch’s doch mit uns. Und dieser von Dir angeführte “Kommunikationsprozess” ist es, den ich von den Volksvertretern einfordere und zwar so, dass die Initiative, die Aufforderung nicht erst des Ganges zum Verfassungsgerichtes bedarf. Aber ich will mich nicht wiederholen.
Und nun auf gen Francoforte, dort geht die Post ab, oder nicht, Miranda mit dem Doppel-ss? A whiter shade of pale….und dann rock ich Ramona im Arm, later on, esse Würstchen von Noisa und trinke auf Miranda’s Wohl mit ihr, der Gastgeberin, einen Roten von Pio aus Alba. cin,cin.
jeff jarvis & co auf trüffelsuche: lohnenswerte modelle für journalismus & co
“The project is researching best practices in the business of journalism online, gathering new ideas and experiments in revenue for news. We will build complete business models to share with the industry and with the journalists, communities, entrepreneurs, technologists, and investors who will create the future of news.”
http://www.buzzmachine.com/2009/06/19/new-business-models-for-news-project/
@ urs bürgi
danke für das Korrektiv :-), wirklich! Sieh es mir nach, daß ich kommunikationswissenschaftlich dilettiere. Aber ich lerne… und das gerne.
Eher sollt ich weniger lesen, damit sich der Gedankenstaub manchmal legen kann :-).
@Seantie Moenes, manno OPEL braucht dringend Kunden!
Ehmm… ja app., hast Du schon eine Kunden-Nr.? Oder willst Du mich werben, da gibt es doch immer so nette Geschenke:-))
Oh neeee, frau merkt es ist
Freitagnachmittag.
Ich wünsch Dir ein sonniges Wochenende und viel Spaß beim Katalog blättern!:-))))
@ Urs nochmal
oh, die Gelegenheit mit Janis wird sich irgendwann mal ergeben – hab keine Eile.
Und ganz sicher schätze ich den Austausch im Hier und Jetzt mit Euch.
@Urs, wer von uns beiden Hübschen führt? Das muss vorher geklärt werden.
Dann bis morgen Abend:-)))
@Mafalda, you are allright, go on like that ;-))) und ein schönes weekend 4you
@Urs, wau: „Und nun …. cin,cin.“ :))
Allen ein nettes Wochenende. :)
Ich freu mich auf euch alle…Francoforte Paradiesgarten…und bringt bitte morgen Sonne mit…
die Party steigt…
@und Urs mit der Gastgeberin tanzt du doch auch einmal, wenn jemand so charmant schreibt, dann kannst du bestimmt auch charmant tanzen und John Coltrane spiel ich zur Einstimmung…später aber wird es dann aber schon tanzbarer ;
Motown, 70/80, ganz unter dem Motto
http://www.youtube.com/watch?v=vkUG4fc-WV0
und Sonntag dann wieder Klassik…
@Mafalda
In den meisten Fällen ist der Internetauftritt eine reine Transformation von analog zu digital.
Mir fehlt hier tatsächlich der Mehrwert, für den die Nutzer bereit wären zu zahlen. Nur kostenlose Netzinfos können auf Dauer der Qualität und Sorgfalt nicht gut tun. Galore hat nach wie vor 3 Mitarbeiter für den Internetauftritt. Das soll sich alleine durch Anzeigenwerbung finanzieren? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Oder sind die „Interviewten“ mittlerweile so dankbar für gut vorbereitete Fragen in netter Atmosphere, dass sie zukünftig dafür bezahlen? Irgendjemand muss doch mal anfangen für journalistische Inhalte im Netz Geld zu verlangen, sonst sind Journalisten der Zukunft doch nur noch ehrenamtlich tätig.
Der Internet Auftritt von „der Freitag“ z.B. ist mit Sicherheit schon einer der besseren, allerdings sehe ich selbst hier nicht, dass der Unterschied zum Print Produkt besonders groß ist. Nur Blog und Kommentarfunktion reißen mich dann auch nicht vom Hocker. Und dafür würde auch niemand bezahlen. Deshalb sehe ich hier einen entscheidenden Punkt, wenn über Zeitungssterben diskutiert wird.
Und das meine ich auch, wenn ich von fehlenden Ideen spreche.
@ Ramona, ach, ich fände so ein Geschenk aus dem Insolvenzlager von Karstadt schon ganz sympathisch, bevor alles weggeschmiessen wird. Wir können es ja auch gerecht in der Mitte teilen. Und was Opel angeht, ich finde Staatshilfeunternehmen ( a new word is born – muss in den Duden) sollten sich gegeseitige unterstützen. Es heißt doch immer man muss neue Märkte erschließen. Warum soll Opel den in die Ferne schweifen (Russland), wenn die Kunden so nah sind.
Wünsch dir auch ein wolkenfreies Wochenende!!!
Nur noch ein Tipp: Wenn du deine Katalog durch hast, eignet er sich noch hervorragend als Brennmittel fürs geplante Lagerfeuer. Dann hast du wenigstens was von deinen Steuergeldern.
@ anja
“In den meisten Fällen ist der Internetauftritt eine reine Transformation von analog zu digital.” Das ist ein Eindruck den auch ich habe.
Bislang scheint es so zu sein, daß “Nachrichtenverteilorganisationen”, seien es Verlage oder eigens Nachrichtenagenturen – in der Regel Gesellschaften des bürgerlichen bzw. Handelsrechts – die Professionalisierung des Journalistenberufs – zu Recht!!!! – vorantrieben. Somit Informationsfluß systematisiert und, Basis: Presserecht, legalisiert wurde.
Ich hüpf mal eben auf eine andere Plattform: meine Profession ist Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin. Auch diese ringt darum, daß die seit Beginn des 20. Jahrhunderts systematisierte Ausbildung anerkannt und wertgeschätzt – sprich: AUCH bezahlt wird. S.a. Aktuelle Streiks… Noch stets sieht sich mein Berufszweig Legitimationsproblemen gegenüber. “Wofür wirst Du eigentlich bezahlt?” eine Frage, die durchaus auch von KlientInnen kommt, wenn ich banale Alltagsdinge mit ihnen verrichte, die sie selbst ohne Anleitung nicht hinbekommen. Die administrative Arbeit, die für die Begleitleistung erforderlich ist, zeigt sich nicht beim Kochen. Daß eine Waschmaschine in der Einrichtung von irgendwoher finanziert werden muß und damit Papierkram verbunden ist, zeigt sich nicht, wenn ich zum 365.Mal gemeinsam mit ihr oder ihm die Wäsche sortiere.
Zurück zum Journalismus: sicher kann ich im Netz nun scheinbar frei flottierende Nachrichtenschnipsel einfangen – doch die Arbeit, diese zu systematisieren und in einen Zusammenhang zu setzen, dafür zahl ich gern, daß andere, die das können, für mich tun. Allerdings brauch ich dazu nicht wirklich das Netz, gebunden an Hardware. Und T-Com Dienstleistungen. Bzw. ich WILL es nicht brauchen MÜSSEN.
MEIN Part beim Zeitungslesen ist DANN immer noch, zu wissen, wer dahinter steht, welche “Färbung” der Nachrichtensystematisierung zugrunde liegt. Möglicherweise mehrere nebeneinander zu lesen, um annäherungsweise MEINE Meinung zu bilden. Das ist meine Selbst-Verpflichtung angesichts der Pressefreiheit.
Ich bin gerade vom Urlaub zurückgekommen und muss feststellen, dass in der Zwischenzeit tolle Beiträge eingegangen sind.
Das Magazin kenne ich übrigens. Kann ich nur empfehlen.
Ich selbst habe die Zeit im Urlaub ganz ohne Medien genossen: kein Handy, kein Internet; dafür die intensive Wahrnehmung, Menschen zu sehen und sie kennzulernen, um dann (vielleicht) zu erkennen, wer sie sind oder wie MM sagte, ein “Mehrwert”.
Für alle passionierten Kinogänger/innen: habe soeben “State of Play” gesehen und kann ihn wärmstens empfehlen. Ein gutgemachter Verschwörungsthriller ohne viel Effekthascherei – eine intelligente Story (Medien & Macht) mit klugen und frechen Dialogen sowie überzeugenden Darstellern (v.a.Russell Crow) :)!
Die Brisanz des Qualitäts-Journalismus oder die Glaubwürdigkeit des Journalismus in der Krise, wird hier (sofern ich dies beurteilen vermag) glaubhaft und ohne allzu viele
Klischees rübergebracht.
Der Film ist gewiß kein”must”, aber sehenswert auf jeden Fall!
Der Niedergang von Galore ist sicherlich nicht der Finanzkrise zuzuschreiben. Galore war von dem Moment an tot, an dem sich das Magazin dem Mainstream unterworfen und damit sein Ursprungskonzept verraten hat. Sorry, aber das war absehbar und da kann man nur sagen: Selbst schuld, entweder man ist (und bleibt!) ein herausragendes, anspruchsvolles Nischenprodukt (siehe Dummy – exzellentes Magazin!), oder man lässt es, die Zeiten des journalistischen Mainstreams im Print sind echt vorbei.
Allein das Design des Covers war früher besser und edler. Irgendwann wurde Galore etwas zu modisch und damit zu schnöde – wie auch die Inhalte (sieht man wirklich gut an der Cover-Gestaltung).
Dann haben auch wir unser Abo gekündigt. Wenn die Qualität nicht mehr stimmt und die Erwartungen der Leser nicht erfüllt werden, dann suchen die sich sehr schnell andere Medien – gibt ja genug. Sprich: Die Bindung der Zielgruppe/Leserschaft ist gerade heute schon extrem wichtig und man sollte genau wissen, was man tut, um sie nicht zu verlieren – und es ist nicht ratsam ein Heft (vor allem aus meiner Sicht ohne Not) so dermaßen umzukrempeln, wie es die Galore-Redakteure und Grafiker getan haben.
Achso ja: Und wenn der Chefredakteur dann noch in Fernsehreportagen erzählt, die ersten Hefte seien inzwischen begehrte Sammlerstücke und man bei Ebay sehen kann, dass die alle zum Preis von 1-2 Euro zu haben sind, dann fühlt man sich als Medienkonsument ehrlich gesagt auch ziemlich veräppelt…
@Steffi, toll, “that’s life” und es ist “Luxus” to be not available”. I’ll try it also, soon, to recover spirit and body and soul.
@Mafalda, 17:32 Uhr, grossartig, seh’ ich auch so. Und es zeigt, wie wichtig es ist, immer wieder das Ganze (und seine Teile und deren Zusammenwirken) zu betrachten,aufzuzeigen und zu vermitteln, nicht nur die Teilausschnitte, nach dem Motto: was ich nicht sehen kann, das gibt es nicht. Und diese “Aufklärung” über das Zusammenspiel der Kräfte, also die konkrete Darstellung und “Übersetzung” des “Systems”, bei den Schwächsten und Schwächeren der “society”,das ist es, was gefordert ist und erkannt und gewürdigt und honoriert werden muss, wenn wir uns als eine entsprechende “Gesellschaft” definieren gemäss 1789, transponiert auf 2009. Und daher dann in der Folge die Notwendigkeit der vermehrten Investitionen (Geld) in Bildung und Ausbildung und Fortbildung, in lebenslanges Lernen, weil eben mit zunehmender Reife der Gesellschaft die Anforderungen, das Ganze zu begreifen und sich darin wieder zu finden, höher werden, nahezu exponential. Ich behaupte es, bis zum Beweis des Gegenteils.
@Miranda, @Ramona, natürlich tanz ich cheek to cheek, slow, mit euch, aber “rock my baby” ist: sanft schaukeln, in den Armen wiegen, das wolltest Du doch, kuscheln, and I’ll do it for and with you, after 11 post meridian and some Barolo and Gambas with salad. Und wer führt? Das werden wir spüren, wenn es dann so weit ist.
@ Arlette
Der Film steht bei mir für Montag auf der Agenda. Abgesehen vom Thema ist es Helen Mirren, die ich sehr gerne seh…
@ alle MittsommernachtspartygängerInnen
drück die Daumen für gutes Wetter! Wünsche eine zauberhafte Nacht und habt alle den Spaß, der sich hier in einigen Kommentaren andeutet… ;-)))
Die die Nachtdienste schieben müssen: es ist die kürzeste Nacht des Jahres, wenngleich der Dienstplan das nicht berücksichtigt, leider. Wünsche, es sei eine zauberhaft ruhige Schicht!
so die Anlage steht…probiere alles über den I-pod ( 80 GB) zu steuern…schon genial nicht mehr die CDs rumzuschleppen…
hoffe auch auf eine zauberhafte Nacht, gibt zu wenig Gelegenheit zu feiern…
@ miranda
noch ein Musiktipp: “Forever Young” von Madness
@ Mafalda, dann wünsche ich einen bekömmlichem Kino-Montag, aber vorerst noch ein schönes WE! Allen anderen natürlich auch.
So, nun aber raus aus dem Netz… :)
@ steffi
“die intensive Wahrnehmung, Menschen zu sehen und sie kennenzulernen” – that´s the state I´m always in. Für mich ist das Leben und leben – Sein und tun. Und ich hoffe und wünsche für Dich, die Blogbetreiberin und Alle, daß diese “Banalität” über “Professionalität” nicht verloren geht – sie ist kein Luxus sondern lebensnotwendig.
@Miranda, danke, war ‘ne tolle Party. Musik war super.
@Urs, entschuldige wenn ich Deine Aufforderung abgelehnt habe, aber ich wollte tanzen und Dich nicht stützen:-)))
Einen schönen Sonntag!
Und gleich noch eine Branche ohne neue Ideen; die Musikbranche. Als Höhepunkt der Ideenlosigkeit wurde nun die Popkomm abgesagt, um wenigstens die Politik unter Druck zu setzen, wenn man selbst es nicht schafft, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln. Ich fürchte nur, dass der Schuss nach hinten losgehen wird. Ich möchte keine Genugtuung aufkommen lassen, aber nach dem plötzlichen Weggang aus Köln, hin zur politischen Schaltzentrale und Musikhauptstadt Berlin, hat die Popkomm keine 5 Jahre durchgehalten. Und Schuld ist wieder das Internet und nicht die eigene Kurzsichtigkeit oder fehlende Innovatinsbereitschaft.
Ich warte ja darauf, dass bald jemand der Gestrigen den riesengroßen Netzstecker zieht, damit alle so gemütlich weitermachen können, wie früher;-) …ich glaube, ich muss dringend meinen Plattenspieler wieder anschließen…
Gute Idee @Anja, Venyl ist Venyl!:-)) Wobei ich aber glaube, dass das illegale Herunterladen die großen Musikunternehmen noch wegstecken können, die Kleinen aber nicht. Die gegen daran kaputt und die sind in der Mehrzahl bei der Popkomm vertreten.
Es ist vielleicht nicht schlecht mal ein Jahr auszusetzen. Das ist für die Macher die Change, ihr Konzept zu überdenken.
Ein 30 qm großer Stand auf der popkomm kostet über 4.860,00 € netto. Die kleinen Unternehmen werden sich diese Kosten (zzgl. Nebenkosten, Stand, Standaufbau, Personalkosten, Werbung) wohl nicht immer leisten können. Da mag ein ausgeklügelter Vertriebsweg übers Web und über Konzerte momentan sinnvoller sein. Als die popkomm noch in Köln war, hatte ich das Glück mit Fachbesucherticket reinzuschnuppern, vielmehr reinzuhören… :)
Ich denke, die Veranstalter der popkomm müssen ihr Konzept überdenken.
@Ramona, dass das Alter die Jugend stützen muss, kommt doch nur in Fällen der Sozialhilfe vor, und wie Du mit “Stütze” tanzt, ist mir “schleierhaft”. Den kannst Du ja dann lüften, oder? *ggg* Gut, dass die Gastgeberin, die mustergültig war in der Organisation, diametral zu Deiner Auffassung war. Und so hatten alle etwas von dem Event. ;–))))
(Das kam damals mit der popkomm etc. nicht gut:
handelsblatt.com/politik/deutschland/nrw-medienpolitik-sorge-bereitet-der-sog-nach-berlin;900898 )
Ja, ich hoffe, dass an neuen Konzepten gearbeitet wird (wenn auch ein paar Jahre zu spät) und nicht nur Druck ausgeübt werden soll, um Inernetsperren durchzusetzen. Das wäre kein gutes Signal und würde letztendlich auch nicht helfen
Bevor wir uns “ver-dschungeln”:
Back to the roots: Untergang der “Galore” und was dazu beigetragen haben und was helfen kann, derartige Vorgänge zu vermeiden:
http://tinyurl.com/kln5d8
In dem vorstehenden Artikel (s. Link von @Urs) heißt es:
“Fatal ist dabei die zunehmende Fixierung der Presse auf Personen, die “Verherrlichung” der Unternehmenslenker, wie Morgenson sagt.”
Bezogen auf’s Posting: Das Galore-Konzept baut als Interview-Magazin auf Personen auf, nicht auf Themen. Das mag nicht jeder, zumal der Leser nie erfahren kann, ob Interviews geschönt wurden. Die Realität (auch das “Ich” eines Interviewten) sieht oft anders aus als das, was einzelne `Personen´ vermitteln wollen. Mehr Schein als Sein… Sorry, aber bei meinem unangenehmen `Bauchgefühl´ kann ich hier nicht rumkünsteln und gefällig schreiben.
Ist auch meine Meinung @Noisa. Mir persönlich ist dieses in Szene setzen von Personen einfach zu wenig und auf die Dauer uninteressant.
@ noisa @ ramona
so auch meine Tendenz.
Empfinde/empfand “Galore” – und nicht nur diese Zeitschrift – als Lifestyle-Multiplikatorin.
@ urs
Hups, schon wieder Geschichte ;-).
Mittlerweile löst das fortwährende Posaunen von “Transparenz” bei mir Bauchgrimmen aus. Meist ist das dann ein subtiler Hinweis darauf, daß gelogen und manipuliert wurde. Und das dies in absehbarer(?) Zeit so bleibt. Weil die Beweise der praktizierten Transparenz schon wieder gefakt werden. (Frau denke nur an Herrn Kochs postulierte “brutalstmögliche Aufklärung”.)
Mag sehr pessimistisch klingen. Ist es jedoch nicht insofern, als es – s.gestern – ja die Möglichkeit gibt, verschiedene Quellen zu nutzen, um ein Bild zu puzzeln.
Noch ein Gedanke zu Transparenz:
häufig genug werden diejenigen, die sich der Aufgabe – im wahrsten Sinn des Wortes – verschrieben haben, mundtot gemacht oder es erfolgen jedenfalls massive Versuche. Wie bei den beiden Journalistinnen in Nordkorea. Im Iran wird die Aus-/Abschaltung von Journalisten durch die Mediennutzung der Protestbewegung versucht zu kompensieren. Ersetzen wird sie sie nicht können.
Anknüpfend an die von @Mafalda genannte „Transparenz“:
Der Umgang mit Journalisten im Iran und Nordkorea, aber auch China und Russland ist der Supergau in totalitären (oder diesen nahen) Systemen.
Auf Westeuropa bezogen erwarten wir Bürger Transparenz, Aufklärung durch die Medien. Transparenz setzt voraus, dass diejenigen, um die es bei dem jeweiligen Thema geht, `kritikfähig´ sind, sich öffnen und nicht abwiegeln.
Wie kritikfähig ist der Einzelne wirklich? Wer mag es schon, kritisiert zu werden, mit unangenehmen Fakten konfrontiert zu werden, ggf. Schwäche zeigen zu müssen? In unserer Gesellschaft gibt man sich taff und sprachgewand, wiegelt Unangenehmes mit rhetorischen Tricks ab oder lässt sich durch einen Sprecher vertreten oder schweigt gar. (Die Kanzlerin hat irgendwann gesagt, dass in ihrem Schweigen eine ihrer Stärken liegt. Toll!)
Ich wünsche mir eine kritikfähigere Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Jawohl.
(Sorry, ich merke, dass ich öfters Wünsche äußere. Das war dann wieder ein sonntäglicher Noisa-Wunsch. ;))
Mein erstes Morgengrauen seit langer Zeit, fast durchgetanzt,zum Schluss waren die Classics an der Reihe am Feuer…heute fühle ich mich wie 80, aber beseelt von dem schönen Fest.
Dank an alle lieben Gäste und @Urs:
den Tanz werde ich so schnell nicht vergessen:)
@Noisa
da kann ich mich Noisa nur anschliessen:
Mut zum Konflikt, nicht ausweichen, in Kommunikation zueinander treten, die meisten Mißverständnisse könnten somit eher ausgeräumt werden…
Respekt vor allen Iranern die jetzt auf der Strasse sind und für Freiheit Ihr Leben riskieren!