MM_Obama
Zu den Kommentaren
24. Juni 2009, 20:26 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

“fight public opinion” – and it might fight back

“We hear a great deal at the present day about ‘mandates’, and mandate seems to be regarded not simply as a declaration of the will of majority which must, in point of fact, be obeyed, but as the offical utterance of an infallible Church which cannot, in point of logic, be erroneous. [...]

I believe that a man is often doing invaluable service who resists the dominant current of opinion, who denounces fallacies when they are growing and flourishing, and points out that a revolution in belief, even though it be inevitable for the time, and even though it contain an element of right reason, may yet contain errors and hasty judgements and deviations from the true line of progress, which require exposure the more unsparing in proportion to their temporary popularity. [...]

The man who would try to raise himself above the position of the mere pander to passing antipathies must widen his intellectual horizon. He must qualify himself and take broad views; he must learn that his little list of commonplaces do not represent real thought, but is often the embodiment of mere predjudice, or perhaps the deposit of words left by thinkers of past generations; he must do more than merely dish them up with a new sauce; he must concentrate his abilities upon definite problems, consider how they have arisen, and what is their relation to the past and the future.”

Leslie Stephens in The National Review

(published in the New York Times on June 10, 1894

in the category “best literature of the day”)

126 Reaktionen

  1. 26. Juni 2009, 23:28 Uhr, von Antje
    051

    Sorry, @ na ich, der Artikel ist in meinen Augen, schlecht! Schlecht, weil er wieder nur dem oberflächlichen Hype huldigt: “Ich bin dagegen!” und” ich kann aber als toller Zeitungsmensch, der hip ist, ein paar Blogs nenen :-(” , aber keine wirklich gute Information liefert.
    Bis heute habe ich zu dem Thema noch keinen wirklich guten, allumfassenden Artikel gelesen. Die Meinungen in der “Blogosphäre”, und auch viele Kommentare dazu, waren viel differenzierter.
    Ich habe die Bundestagsdebatte zum
    http://www.zugerschwg.com/ komplett gesehen. Da waren Ansätze von Diskussion, aber viel zu wenig.
    Das Gesetz ist “handwerklich” so schlecht gemacht (verfassungsrechtlich), dass ich sehr hoffe, dass es zum BVerfG geht.

    Antworten
  2. 27. Juni 2009, 12:47 Uhr, von Walter
    052

    The Strong Are Saying Nothing

    The soil now gets a rumpling soft and damp,
    And small regard to the future of any weed.
    The final flat of the hoe’s approval stamp
    Is reserved for the bed of a few selected seed.

    There is seldom more than a man to a harrowed piece.
    Men work alone, their lots plowed far apart,
    One stringing a chain of seed in an open crease,
    And another stumbling after a halting cart.

    To the fresh and black of the squares of early mould
    The leafless bloom of a plum is fresh and white;
    Though there’s more than a doubt if the weather is not too cold
    For the bees to come and serve its beauty aright.

    Wind goes from farm to farm in wave on wave,
    But carries no cry of what is hoped to be.
    There may be little or much beyond the grave,
    But the strong are saying nothing until they see.

    (A Further Range, 1936)

    “fight public opinionâ€? – and it might fight back
    Jenseits aller Verletzlichkeit liegt Relevanz.
    Wie sollte sich etwas ändern, wenn vorgefasste Meinungen nicht thematisiert und erprobte Haltungen in Frage gestellt werden? Gehört es nicht auch zum öffentlichen Auftrag, den öffentlichen Auftrag zu hinterfragen? In welchen Köpfen sollte sich etwas ändern, wenn nicht in allen?
    Natürlich sind die Beharrungskräfte groß, besonders die der Mandatsträger und ganz besonders die der moralisch (selbst) Legitimierten unter ihnen. Aber ist es nicht auch spannend und bewegend zu streiten- wenn ein Streit denn möglich ist?
    Ich verbleibe gespannt und weiterhin hoffend konkreteres zu erfahren.

    Antworten
  3. 27. Juni 2009, 13:34 Uhr, von Fabian
    053

    @ na ich (endlich entwickelt sich hier mal so etwas wie eine Diskussion, bzw. ein schönes Gespräch!)

    ja, darüber habe ich auch nachgedacht in der Tat. Und MM liefert auch in der Tat einige Denkanstöße und mein Wunsch richtet sich sicherlich nicht explizit an MM! Mein Wunsch richtet sich allerdings gegen vorgefertigte Meinungen, das ständige Wiederkäuen und die grenzenlos flachen Selbstdarstellungstendenzen im Web 2.0.

    Ich will es mal so sagen: Im Netz finden sich derzeit viele “Gedänkchen”, das ist schön, das ist amüsant, kurzweilig und nett. Aber vieles ist auch sehr kurz gesprungen. Nehmen wir als Beispiel mal MM (wo wir schon gerade hier sind :-) Sie werden sicherlich entschuldigen, Frau Professor!):

    Frau Meckel liefert durchaus interessante Gedanken beispielsweise zu den neuen Medien, zu den Entwicklungen der Zukunft und warum wir weiterhin Qualitätsjournalismus brauchen. Das ist toll und diese Artikel gefallen mir zweifelsohne mit Abstand am Besten. (Es allerdings auch die Artikel, die Parallel irgendwo in der FAZ oder in sonstigen Zeitungen erscheinen.) Allerdings ist es ein bisschen autark. Will sagen: Frau Meckel hat eine Meinung und diese wird nun anhand von Beispielen abgearbeitet. Ja, auch das ist das eigentliche Sujet eines Essays, ich weiß, aber im Unterschied zu einem Essay fehlt mir noch ein bisschen mehr Eigenes, sprich Gedanken, warum man zu welchem Gedanken, warum man zu welcher Einschätzung gelangt ist. Dazu gehören vielleicht ganz persönliche Lebenserfahrungen, Quergedanken, Gespräche etc., die dem ganzen ein bisschen mehr Dynamik verleihen. Sprich: Die Texte könnten ein bisschen mehr verdeutlichen, wie sich Autoren an einem Thema gedanklich “abarbeiten”, was sie bewegt, was sie beschäftigt, warum sie manchmal so widersprüchlich agieren – wie MM es ja zweifelsohne tut.

    Ich gebe zu, ich las gestern folgenden Essay von Götz Aly auf Perlentaucher.de und er hat mich sehr begeistert. Und das vor allem, weil Aly – bevor er auf die sachliche Ebene geht – ganz persönliche Erfahrungen schildert und bewertet – ja, zugegebenermaßen recht einseitig.

    Aber genau diese persönliche Komponente fehlt mir einfach, sehr sogar. Jenes persönliche, am liebsten differenzierte oder gar widersprüchliche Abarbeiten an einem Thema – was man aus meiner Sicht (im Gegensatz zu Zeitungsartikeln) in Blogs hervorragend leisten könnte, nur fehlt den meisten deutschen Blogautoren dazu offenkundig der Mut. Aber gerade hier begänne ein Blog spannend zu werden.

    Warum fehlt den Bloggern der Mut? Aus Angst vor dem Widerspruch? Vor der Selbstentblößung? Aus Angst, die Meinungshoheit über ein Thema zu verlieren, wenn man eingestünde, dass man auch selber so seine Zweifel an diesem oder jenem hat? Angst vor möglichen Konsequenzen (den Romtext von Frau Meckel jedenfalls fand ich in seiner Verschleierung des eigentlichen Themas – so zumindest meine Vermutung – schon sehr ängstlich zurückgenommen und deshalb sehr traurig!)? Man will gerade MM in solchen Situationen zurufen: Mehr Mut! Oder auch das taz-Interview. Mehr Mut! Jeder macht mal Fehler im Leben und jeder kann auch seine Meinung mal ändern. Mich hinterlässt das immer einigermaßen ratlos, wenn ich ehrlich bin.

    Und ich finde das zugegebenermaßen auch ein wenig schwach. Schwach insofern, als dass ich das Web 2.0 schon als mediale Revolution bezeichnen und die Protagonisten durchaus als Avantgarde sehen würde, nur kommt da inhaltlich so äußerst wenig!

    Ich glaube, dass hierin eine riesige Chance für Blogs läge…

    Und ja, ich gebe zu, ich hätte manchmal schon ganz gerne mal was Neues, was Anderes, was wirklich Mutiges. Auch der Bachmann-Preis war ja in weiten Teilen an Mittelmäßigkeit und textlichen Plattitüden kaum zu ertragen, sind wir alle wirklich so langweilig und bieder und angepasst geworden?

    Antworten
  4. 27. Juni 2009, 13:40 Uhr, von Fabian
    054

    Mir fällt grad auf: Ich glaube, ich habe einen etwas sehr neurotischen Fimmel für die 20er Jahre. :)

    Antworten
  5. 27. Juni 2009, 15:42 Uhr, von Siegmund
    055

    Es gibt inzwischen so eine Vielzahl von Blogs, dass ein Großteil von ihnen gar nicht mehr wahrgenommen wird. Wer mal bei blog.de guckt, der sieht, dass ein neuer Beitrag oft nur 3 Min. sichtbar bleibt, dann kommen schon die nächsten.
    Es gibt eine regelrechte Überschwemmung mit Blogs, weniger wäre hier vielleicht mehr.
    Dann würden auch die Verfasser mehr in ihre Beiträge investieren, mehr Zeit, mehr Recherche, mehr Ideen.
    Umsetzen kann man das natürlich nicht, eine “Blog-Beschränkung” ist mit der Freiheit im Internet nicht vereinbar.
    Gleichzeitig finde ich aber, dass gerade die Verlage den Entwicklungen hinterherlaufen.
    Man springt vom fahrenden Zug ab und versucht hinterher, wieder aufzuspringen.
    Einzelne Blogs, die nur die täglichen Nachrichten diskutieren, können nicht die richtige Antwort sein. Sie zeigen nur, dass die Zeitungen das Internet noch immer nicht richtig angenommen haben.

    Antworten
  6. 27. Juni 2009, 16:33 Uhr, von Mafalda
    056

    @ Fabian

    in Blogs ist es wie im richtigen Leben: je größer die Gruppe, die diskutiert, um so eher ist eine gewisse Diskussionsdisziplin einzuhalten. Und differenzierter lässt es sich z.B. in WG-Küchengesprächen (@ Antje, das hab ich für mich auch als eine große Bereicherung empfunden) diskutieren, bzw. Gedanken entwickeln. Selbst die Salons der 20-er oder früher hatten eine Selbstbeschränkung in der Personenanzahl, um die “Fruchtbarkeit” zu gewährleisten.

    Bei diesem Blog hier schätze ich den oft originellen Gedankenanschubser, der unmoderiert Blüten und Verästelungen nach sich zieht. Auch mal außerhalb meines Tellerrands. Doch ich erwarte keine Essayflut danach. Könnt ich gar nicht verkraften ;-).

    Finde im Gegenteil spannend, wie so viele “kleine” Gedankenschnipsel, die aus so vielen Sphären hier zusammentreffen, durchaus auch ein eigenes Netz ergeben. Auch kurze Hüpfer können voranbringen. Jede/r springt so gut es geht. Und wer sei ich, Weitenrichterin zu spielen?

    Antworten
  7. 27. Juni 2009, 16:45 Uhr, von Mafalda
    057

    Manchmal gelingt ein schönes Netz, manchmal eben nicht. That´s life. Nicht in jeder Muschel findet sich eine Perle. Deshalb ist sie aber nicht weniger Muschel.

    Und jeder Kopf bewegt sich anders.

    Antworten
  8. 27. Juni 2009, 16:50 Uhr, von Mafalda
    058

    zu dem Bild fällt mir ein:

    was ist Mord? Wenn ein solcher benannt wird oder wenn der Bote durchstochen wird?

    Antworten
  9. 27. Juni 2009, 16:53 Uhr, von Mafalda
    059

    Mir erscheint das Bild als Patt:

    das Blatt, das Mord als solchen benennt, wird – aus welchem Grund auch immer – symbolisch gemordet.

    Das Medium öffentlicher Meinung wird von dieser (?) gekillt.

    Antworten
  10. 27. Juni 2009, 17:47 Uhr, von Antje
    060

    @ Mafalda
    Ich denke nicht, nein, ich bin mir sicher, dass @ Fabian nicht meinte, dass jeder von uns ein Essay schreiben soll. Das wäre mir auch definitiv zu zeitaufwendig :-). Er bezog das auf die Postings in Blogs.
    Finde den Satz:
    Afterward I went past what you had
    passed
    Before we met and you what I had passed.
    übrigens auch ausgesprochen schön und passend.

    Antworten
  11. 27. Juni 2009, 18:40 Uhr, von Mafalda
    061

    @ Fabian

    will Dich nicht kränken. Meine jedoch, daß das virtuelle Leben nicht alle Erwartungen erfüllen kann, die anderswo schon nicht einlösbar sind.

    Antworten
  12. 27. Juni 2009, 19:03 Uhr, von Walter
    062

    Dieser allegorische Text erschließt sich in meinen Augen nur, wenn wir wissen, welcher konkrete Anlass gemeint ist. Da ein persönlicher Kommentar fehlt, liegt die Botschaft in der Gegenüberstellung von bildlich dargestellter Bedrohung der Pressefreiheit , allgemeiner der Journalistischen Freiheit, auch im Fernsehen, und der Verantwortung von Funktionären im öffentlichen Auftrag, die über ihre Rolle und Funktion in einem weiteren Rahmen reflektieren sollten, um ihrem Amt in einem philosophischen Sinn gerecht zu werden.
    Die Freiheit der Presse schützt Artikel 5 des Grundgesetzes:

    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
    Wer an der Spree entlang vom Jakob-Kaiser-Haus zum ARD Hauptstadtstudio geht hat beides zusammen: Die Grundrechte und eine kritische Hinterfragung des Artikels 5 in einer Fensterinstallation von Thomas Locher. (tinyurl.com/n3365e)

    Für uns war es letzten Sonntag interessant, mittags die Texte zu lesen und abends bei AnneWill zu erleben, wie die Mandatsträger des Programmbeirats der ARD begrüsst wurden, die sich “im öffentlichen Auftrag”- wessen?- ein Jahr lang sämtliche Sendungen angesehen hatten, um sich eine Meinung zu bilden.
    Wie das Gespräch verlaufen ist, werden wir hier wohl nicht erfahren, ich hoffe jedenfalls konstruktiv, für beide Seiten. Zu einem richtigen Dialog gehört die Bereitschaft, etwas dazuzulernen, offen zu sein und, vor allem, zuzuhören. Dies gilt nicht nur für Anne Will.

    Antworten
  13. 27. Juni 2009, 20:39 Uhr, von Antje
    063

    Zu Mandaten und Mandatsträgern der wunderbare Heribert Prantl. Ich hätte es nicht besser sagen können :-) (Kleiner Anfall von totaler Anmaßung meinerseits :-))
    http://bit.ly/GvvQP

    Antworten
  14. 27. Juni 2009, 20:47 Uhr, von Walter
    064

    Stephen wäre vermutlich mit unseren machtvergessenen Volksvertretern einverstanden, denn unter dem Blickwinkel der Nützlichkeit behindern sie immerhin unsere durch ihre Effektivität nützliche Regierung nicht.
    Heribert Prantl ist sicherlich kein Utilitarist.

    Antworten
  15. 27. Juni 2009, 20:49 Uhr, von Antje
    065

    Aber, @Walter, Heribert Prantl ist Demokrat und die haben wir mehr als nötig.

    Antworten
  16. 27. Juni 2009, 21:04 Uhr, von Walter
    066

    Was ist ein Demokrat? Sind wir nicht alle Demokraten, irgendwie?
    Heribert Prantl lässt sich eher durch das fassen, was er nicht ist. Er kultiviert seinen Zorn und gibt manchmal den Münchner im Himmel.
    Am nächsten ist er mir, wenn er seinesgleichen kritisiert, wie damals nach der Durchsuchung bei Cicero.

    Antworten
  17. 27. Juni 2009, 21:05 Uhr, von Walter
    067
    Antworten
  18. 27. Juni 2009, 21:10 Uhr, von Antje
    068

    Ein Demokrat ist besonders jemand, der die Freiheitlich Demokratische Grundordnung http://de.wikipedia.org/wiki/Freiheitliche_demokratische_Grundordnung immer wieder anmahnt. Wir sind eine Parlamentarische Demokratie. Das scheint einigen abhanden gekommen zu sein!

    Antworten
  19. 27. Juni 2009, 21:12 Uhr, von Walter
    069

    Noch eins drauf: Die Zeitung ist tot. Es lebe die Zeitung.

    Wir können Heribert Prantl durchaus als Mandatsträger in eigener Sache bezeichnen.

    Antworten
  20. 27. Juni 2009, 21:16 Uhr, von Walter
    070

    Wenn diese Grundordnung abgeschafft wird, worauf soll sich dann der Demokrat berufen?
    Das Dilemma nach Weimar war, dass auf einmal keine Demokratie mehr da war, die zu verteidigen gewesen wäre. Hitler ist demokratisch legitimiert zu seinem Amt gekommen, als Reichskanzler. Das war er dann nicht lange.
    Demokrat reicht nicht.

    Antworten
  21. 27. Juni 2009, 21:19 Uhr, von Antje
    071

    Ich rede von der heutigen Demokratie im Sinne des Grundgesetzes. Der Vergleich mit Hitler passt da m.E. gar nicht.

    Antworten
  22. 27. Juni 2009, 21:21 Uhr, von Mafalda
    072

    @ walter

    ich meine, Herr Stephens wäre gerade nicht einverstanden mit unseren Mandatsträgern. (S. 1. Abschnitt des Textes)

    Und Herr Prantl, selbst wenn er kein Utilitarist sein mag, beschreibt treffend den Betrieb im Bundestag. Offenbar scheint sich ein Großteil der Mandatsträger einzig und allein noch auf die Megamandatsträger zu verlassen bzw. sich ihnen zu überlassen, die qua Entscheidung “Durchblick” posieren.

    Was die Effektivität der Regierung betrifft: jedes Handeln hat Effekte. Nur ob sie effizient sind, angemessen und nützlich – time will tell.

    Antworten
  23. 27. Juni 2009, 21:27 Uhr, von Mafalda
    073

    p.s.: mithin scheint mir Herr Prantl in jedem Fall ein Journalist, der seiner demokratisch legitimierten Aufgabe nachkommt – und das nicht schlecht – zu berichten, noch dazu pointiert. Jedenfalls was die beiden Artikel betrifft.

    Antworten
  24. 27. Juni 2009, 21:51 Uhr, von Walter
    074

    Der Vergleich mit Hitler passt da m.E. gar nicht. (Antje)
    - Es ist kein Vergleich mit irgendjemandem, sondern ein historisches Beispiel, wie schnell es mit der Demokratie vorbei sein kann, wie bedroht sie ist. Demokratie braucht eine geistige und kulturelle Grundlage, eine Verfasstheit, nicht nur eine Verfassung.
    Diese staatsbürgerliche Haltung eines Citoyen (http://citizen-citoyen.blogspot.com/) ist ebenso unbequem wie notwendig, sie zieht sich auch durch alle Parteien.

    Antworten
  25. 27. Juni 2009, 21:57 Uhr, von na ich
    075

    @antje mir ging es weniger darum, auf einen guten oder schlechten artikel zu verlinken. :-)

    @fabian, mensch, ich muss erstmal sortieren.

    1) könnte es sein, dass du manche dinge besser mit frau m besprichst? deine wunschliste ist ja bestimmt angekommen ;-)

    2) in der blogosphäre kenne ich mich zu wenig aus, um differenziert zu diskutieren, ob es generell (!) zu wenig mutige stimmen gibt. mir kommt es jedoch oft im web so vor, dass ich auf sehr überschaubarem raum und damit zeitsparend plötzlich eine riesengroße auswahl an interessanten gedankengängen vor mir habe. mich bereichern sogar manche twitter-kommentare (bzw. kommentare zu zeitungs-/blog artikeln, die getwittert werden).

    3) die sache mit dem mut ist schon schwierig. ein “mandatsträger” (in welchem bereich auch immer: politik, wirtschaft, im web) der sich z b differenziert aufstellt und sich der öffentlichen meinung – dem reigen der stimmen – nicht anschließt (die öffentliche meinung ist ja eher undifferenziert und emotional begründet ), hat durchaus nachteile zu erwarten. z b reputationsverlust. oder? auf jeden fall belibt der schnelle erfolg aus …

    könnte noch mehr schreiben, bin gerade etwas faul – allerdings: finde deinen 20er jahre fimmel interessant (geht der im bereich kunst und literatur und theater zeitlich noch weiter?).

    @walter
    bitte bitte bitte bitte: kannste nicht mal direkt nachfragen bei frau meckel. ;-)))) (in puncto deine annahmen ,-) )

    son posting ist doch kein rätsel mit gewinnchance ;-) (oder doch, frau m? :-))))))))) )

    Antworten
  26. 27. Juni 2009, 21:57 Uhr, von Antje
    076

    Ja, @ Walter, da stimme ich dir 100 % zu. Aber genau deshalb ist es wichtig, dass Menschen wie Heribert Prantl “öffentlichkeitswirksam” darauf hinweisen, dass wir dabei sind unsere Demokratie zu gefährden. Bewusstmachung ist der erste Schritt zur Veränderung.

    Antworten
  27. 27. Juni 2009, 21:58 Uhr, von Antje
    077

    @ na ich, hatte ich auch nicht so verstanden :-). Habe nur meine Meinung geäußert.

    Antworten
  28. 27. Juni 2009, 22:03 Uhr, von Walter
    078

    “We hear a great deal at the present day about ‘mandates’, and mandate seems to be regarded not simply as a declaration of the will of majority which must, in point of fact, be obeyed, but as the offical utterance of an infallible Church which cannot, in point of logic, be erroneous.”
    (@ Mafalda, um 21:21 Uhr)

    Unsere Volksvertreter sind eher undogmatisch, sozusagen postmodern beliebig. Soweit sie keine Ziele für sich und ihre Arbeit definieren, sind sie eher als Werkzeug anderer Gruppen, zum Beispiel als Lobbyisten von utilitaristischem Interesse. Nein, Leslie Stephen würde sich wohl lieber an die Regierung halten, an Peer Steinbrück und Baron von und zu Guttenberg. Da weiß man, was man hat.
    Wissen wir das auch?

    Antworten
  29. 27. Juni 2009, 22:07 Uhr, von Walter
    079

    @na ich:
    @walter
    bitte bitte bitte bitte: kannste nicht mal direkt nachfragen bei frau meckel. ;-)))) (in puncto deine annahmen ,-) )

    Viel direkter geht es nicht.
    Vielleicht ist keine Antwort auch eine Antwort?

    son posting ist doch kein rätsel mit gewinnchance ;-) (oder doch, frau m? :-))))))))) )

    Ist das jetzt direkt?

    Antworten
  30. 27. Juni 2009, 22:10 Uhr, von Antje
    080

    Schlimm sind in meinen Augen auch diese “Kaderschmieden” innerhalb der Parteien. Fraktionszwang ist ja mal eines, aber wenn ich mir lauter Leute “züchte”, die noch nie das “reale” Leben, sprich Arbeitswelt – da draußen – kennengelernt haben, dann muss ich mich nur wundern. Sehr schön dazu das Gespräch, das Helmut Schmidt mit Abiturientinnen und Abiturienten gefüht hat:
    http://www.zeit.de/2008/51/Gespraech-Schueler-und-Schmidt

    Antworten
  31. 27. Juni 2009, 22:11 Uhr, von Antje
    081

    geführt :-)

    Antworten
  32. 27. Juni 2009, 22:22 Uhr, von na ich
    082

    @walter
    nein, das war nicht direkt! das war rethorisch (aber das weißt du ja … :-) )

    deine/n vorigen gedankengang/änge finde ich jedoch durchaus spannend

    Antworten
  33. 27. Juni 2009, 22:28 Uhr, von Miranda
    083

    Hoffe dass Feiern heute in Berlin hat Spass gemacht

    Antworten
  34. 27. Juni 2009, 22:33 Uhr, von Mafalda
    084

    @ walter

    ich interpretiere es so, daß wenn die Mandatsträger als “unfehlbare Kirche” was absegnen, dann gilt es. Von daher schon dogmatisch. Wie beliebig ihr Votum auch sei. Und Volk hat das zu akzeptieren. Und gefälligst nicht aufzubegehren. Denn immerhin SIND es ja die Mandatsträger.

    @ Walter @ Antje

    in dem Sinn seh ich Herrn Prantl abgesehen von seiner Profession schon als Citoyen. Dass er nebenbei noch für seine Profession ficht, unterstützt das eigentlich nur.

    Antworten
  35. 27. Juni 2009, 22:57 Uhr, von Antje
    085

    So, jetzt muss ich ins Bett. Ich danke @mafalda, @na ich, @ Walter für die schöne Diskussion und wünsche @allen eine geruhsame Nacht.

    Antworten
  36. 27. Juni 2009, 23:42 Uhr, von Fabian
    086

    Mafalda stimmt, aber trotzdem bleibe ich dabei :-)

    Antje, zum Thema Aufstieg in Parteien, hier ein hervorragender Artikel (Selbstversucht) in der SZ. Finde ich im übrigen auch eine interessante journalistische Form, die da gewählt wurde. So ähnlich könnte ich mir das auch gut in Blogs vorstellen. Na jo, s’Lebbe is kein Wunschkonzert, ich weiß.

    Antworten
  37. 28. Juni 2009, 9:30 Uhr, von Antje
    087

    Fabian,
    Durchgeschult und durchgeschliffen – erschreckend

    Antworten
  38. 28. Juni 2009, 10:05 Uhr, von Miranda
    088

    Das ist ja erschreckend, um also in der CDU politisch aktiv zu sein, wird empfohlen verheiratet zu sein und sich ein starkes “Männerthema” wie Wirtschaft als Ressort zu verschaffen???

    Mit welchen Klischees im Kopf wird heutzutage noch agiert, es ist wirklich traurig.Habe zur Zeit eher dass Gefühl wir sind im Rückschritt.
    Die Krise bedeutet sich mit Werten auseinanderzusetzen, dass unterschreibe ich, aber doch keine Rückkehr zu tradierten Gesellschaftswerten…
    Konservative Werte wie ein Teil der CDU sie propagiert ist doch gleichzeitig mit einem tradierten Frauenbild verbunden und dass ist doch erbärmlich!

    Und zum Thema Mandatsträger, habe in der gestrigen Diskussion Konkretes vermisst.
    Mich regt dieses Establishment nur noch auf und was man alles beachten soll wenn man die Karriereleiter erklimmen will…

    The man who would try to raise himself above the position of the mere pander to passing antipathies must widen his intellectual horizon.

    Diesen Weitblick vermisse ich schmerzlich, ich vermisse unkonventionelles Denken und den Mut haben neue Wege zu beschreiten, nur so kann es wieder zu einem authentischen Blick auf das Wesentliche kommen.

    Wie schön dass soviele dass Spiel mitspielen ist für viele der bequeme Weg aber auch traurig…
    Nur dass diese Trauer keiner mehr spüren will, nur so ist für mich dass Phänomen der Massentrauer um Diana oder Michael Jackson zu verstehen und den Hype den die Medien daraus machen.
    Aber Trauer um den Verlust des freien Geistes, wäre angebrachter…

    Antworten
  39. 28. Juni 2009, 10:08 Uhr, von Miranda
    089

    aus Galileo Indigo Girls…

    How long till my soul gets it right
    can any human being ever reach that kind of light
    I call on the resting soul of galileo
    king of night vision, king of insight

    And then I think about my fear of motion
    which I never could explain
    some other fool across the ocean years ago
    must have crashed his little airplane

    Antworten
  40. 28. Juni 2009, 10:11 Uhr, von Antje
    090

    Miranda,
    was meinst du damit?
    Und zum Thema Mandatsträger, habe in der gestrigen Diskussion Konkretes vermisst.

    Antworten
  41. 28. Juni 2009, 10:37 Uhr, von Miranda
    091

    @Antje

    habe jetzt erst alle verlinkten Artikel gelesen, finde dass bei einer Diskussion schwierig wen man erst immer auf irgendwelche Artikel verweist, würde mir da wünschen mehr Vertrauen in die eigene Meinung zu haben und nicht immer sich einen Background durch einen verlinkten Artikel zu schaffen…
    Würden wir bei einer Küchendiskussion auch nicht machen.
    Ich empfinde den Text von Stevens als Aufruf auch anderer Wege zu beschreiten, so war mir die Diskussion doch zu sehr auf die Mandatsträger bezogen…gerade die soll man doch hinterfragen, oder sie einfach mal außer Acht lassen…

    Antworten
  42. 28. Juni 2009, 10:45 Uhr, von Antje
    092

    Miranda,
    okay, so ganz verstehe ich es allerdings nicht, weil der Artikel von Heribert Prantl ja der “Anlass” zur Diskussion von gestern Abend war.

    Antworten
  43. 28. Juni 2009, 11:33 Uhr, von Mesm
    093

    To me reading this posting brought along a number of questions and dilemmas.

    First: what is “public opinion�, secondly how is it formed and thirdly, does the phenomenon “public opinion� give anyone, politicians, journalist or other opinion makers a “mandate� and thereby a right to make decision on behalf of everyone else, the so-called “ordinary people�?

    Public opinion is in a way like rumours, you don’t really know when it starts and you often have very little idea of its origin. Often it is also very difficult to foresee in which direction it is going to move. Marketing, lobbing and PR all have stakes in the phenomenon but fate and human lives also have an impact. The Iranian girl who was killed by the police a couple day ago is a good example, no one could have foreseen that and the way it would change the way many people look on Iran and for that matter social media, especially Twitter. And then again, could they? Because the Iranian authorities are now claiming that CIA killed her. (:-?)

    I am sure you can create “public opinion�. In my line of work we do it all the time, for instance when we want to promote a movie, we show it for free to hairdressers and nurses in the hope that they will tell everyone they meet that this is a fantastic movie. Political parties or other interest groups do it too. It’s a question of communication in the right place, to the right target group, in the right way.

    Public opinion is like a wave, a collective of opinions, it overrules everything and to make a statement against it is difficult if you don’t want to be destroyed. I think the only thing to do for an individual that has a different perspective on facts, is to stay honest (it you can and have the possibility :-). A good example of someone who did not do so well was Bill Clinton when he said: “I did not have sex with that woman�, he was going to get the beating for his silly behaviour anyway, so he might have been better off handling the “problem� up front. But its takes a large amount of integrity and courage to stand up against “public opinion� because who wants to be hung out to dry?

    Does “public opinion� provide a mandate? Theoretically it doesn’t but in real life it does. The number of lobbyists working in all levels of society proves that it does. Maybe its one of the weaknesses of democracy? But it’s also the power of the people because “public opinion� can make or break a cause.

    On one hand it´s manipulation by and with large groups of individuals, (I am sure a psychologist can provide a technical explanation to how this is possible). On the other hand having a “Public opinion� makes sure that everyone has a chance to have their say, if they dare.

    O.T. (but just a little :-) @Jon, you were asking me in the previous posting, if I thought “cyber-stalkingâ€? was okay. Off course I do not! I thought what @Fabian did was a satire but I agree it’s a very thin line that can easily be crossed and it takes a fair amount of thoughtfulness and respect not to do so. By the way – and it´s just a thought – aren’t we all a little stalking out here in cyberspace…? ;-))

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  44. 28. Juni 2009, 12:24 Uhr, von na ich
    094

    “To say that the newspaper press represents public opinion is to administer insult to intelligent men. It is the property of speculators, political leaders, large contractors and railway directors.�
    Karl Marx

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  45. 28. Juni 2009, 12:26 Uhr, von Mesm
    095

    @na ich :-D

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  46. 28. Juni 2009, 12:39 Uhr, von na ich
    096

    concerning public opinion its interesting to read e g w. lippman, the opponent chomsky (see utube and the vid on “public opinion” … ;-) ).

    but maybe we should think about how concepts of public opinion have changed due to the influence of the internet, as well …

    so it is interesting to take a look at how obama won the election (the hope issue …) who was involved there (rosenberg …: e. g. http://personaldemocracy.com/blog-entry/pdf-2009-preview-america-20-how-our-changing-demography-helping-create-new-politics)

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  47. 28. Juni 2009, 12:42 Uhr, von Mafalda
    097

    Ich finde es bedenklich, wenn – wie wieder unlängst geschehen – in einer Mammutsitzung im Bundestag Gesetzesänderungen mit hoher Schlagzahl durchgebollert werden. Diskussionen z.T. gar nicht mehr stattfinden und die Statements allein noch als Vorlagen zu Protokoll gegeben werden. Ein Hochamt der Mandatstragenden. Das sich sicher in Kürze wieder mal als Springprozession erweist. Ganz sicher im Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie. Womit z.B. in diesem, sicher nicht nur da, der Sache nicht gedient ist.

    “Public opinion” wird häufig allein über solche Reizthemen generiert. Und in dem Feuerwerk, was sich entzündet, sausen unbemerkt andere wichtige Themen unbemerkt, unkommentiert durch. Z.B. die Gesetzesänderung zum §218.

    Diese Atemlosigkeit, dieser Aktionismus stösst mir auf.

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  48. 28. Juni 2009, 12:47 Uhr, von Mafalda
    098

    @ na ich

    ja, Obama gewann durch eine ausgeklügelte Komposition auf der Medienklaviatur. Um so mehr schätze ich, daß Frau Merkel wenigstens ein kleines bißchen den Ventilator angeworfen hat, als Obama nach Berlin kam, als er noch nicht mal offiziell Kandidat seiner Partei war.

    Meine besten Wünsche an ihn, denn er hat eine politische Macchia geerbt. Und ich hoffe, er hat die Zeit, seine unbestrittenen Kompetenzen zu nutzen, der Demokratie der USA wieder ein Profil zu geben.

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  49. 28. Juni 2009, 13:06 Uhr, von Mafalda
    099

    @ mesm

    yes, public opinion can be and is often created.

    @ Fabian

    so gesehen versteh ich Deine Forderung, auch ohne Referenzrückgriffe Meinung kund zu tun. Und unterstütze sie.

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  50. 28. Juni 2009, 13:31 Uhr, von Mafalda
    0100

    Nochmal @ Fabian

    der Verzicht auf Referenzen bei meiner Meinungsäußerung ist jedoch nicht leicht. Ist sie doch ein Verstärker, ein Etikett/Gradmesser für ihre Qualifiziertheit ;-). Andererseits jedoch eine Offenlegung meiner Quellen, die auch ihre Berechtigung hat.

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© Miriam Meckel 2002 bis 2012