MM_Perse
Zu den Kommentaren
28. Juni 2009, 21:26 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Urteil und Vorurteil

Manchmal offenbart die Betrachtung eines globalen Ereignisses, wie des Todes von Michael Jackson, kleine aber feine Differenzen mit großer Wirkung. Jacksons Tod hat über Tage die Schlagzeilen und Hintergründe in allen Medien beherrscht. Das ist die oberflächliche Gemeinsamkeit, die schnell deutlich wird. Bei genauerem Hinsehen und Hinlesen zeigen sich journalistische Feinheiten, die auf Grobes schließen lassen.

„Es war eines jener seltenen Ereignisse, die … das hysterische Flackern des Feuerwerks aus Starkult, Promigeilheit und öffentlicher Schadenfreude zu einem Moment der Trauer herunterdämpfte, dem kaum jemand in die emotionale Sicherheit des Zynismus und der Ironie entkam.” So schreibt die Süddeutsche Zeitung am Samstag auf Seite drei. Kaum jemand, aber mancher eben doch.

Eine der schwierigsten Interpretationsaufgaben der Person und Konstruktion „Michael Jackson” war sicher seine flirrende sexuelle Identität, sein Spiel mit Identitäten und deren Repräsentationen bis hin zu den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs, die zweimal Gegenstand eines Prozesses waren. Der erste Prozess endete mit einem außergerichtlichen Vergleich über 22 Millionen US-Dollar, der zweite mit einem Freispruch für Jackson. Zu diesem Thema schreibt die NZZ am Sonntag in einer auch ansonsten an Facettenarmut reichen Kurzbiographie des Stars: „Das Peter-Pansche Wunderland wird ihm zur Selbstzerstörungsklinik, er wird sexuell abartig, geht pleite.”

Das lässt sich auch anders beschreiben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung gibt sich in ihrem Feuilletonaufmacher von Samstag die Mühe, Michael Jacksons Leben vorsichtig und intellektuell differenziert zu interpretieren: „Die gleichsam frühreife Erotik, die heute in Zeiten von Casting- und anderen Demütigungsapparaten schon gar nicht mehr auffällt, hat womöglich mit dazu geführt, dass sich seine Karriere insgesamt als eine komplizierte Phasenverschiebung lesen lässt; ganz sicher trug sie dazu bei, dass die Figur mehr als jede andere als Projektionsfläche für allerlei Abnormitäten betrachtet wurde.”

Was die FAZ analysiert, dem fällt die NZZ am Sonntag anheim – das Objekt der journalistischen Betrachtung als Projektionsfläche: „Das Häufchen Elend, das früher als King of Pop bekannt war, endete so schäbig wie einst der King of Rock – als Notfall in einem Krankenhaus. … Michael Jackson starb wie Elvis Presley. Zuletzt waren sie nur noch tragische Lachnummern, verfettet der eine, brandmager der zweite, verwirrt, vereinsamt und medikamentensüchtig alle beide. Und bei beiden ging ob der traurigen letzten Jahre ihre grandiose künstlerische Leistung vergessen.”

Das ist nicht nur faktisch in der Schlussfolgerung eine grandiose Fehleinschätzung, sie zeugt auch von jenem Zynismus, der im Angesicht des Todes einfach fehl am Platze ist. Michael Jackson verdient als Person und Phänomen eine andere Beschreibung, die die Süddeutsche Zeitung in einem Wort auf den Punkt bringt: „Tragik”.

Das zu beschreiben setzt mehr voraus als ein schnelles journalistisches (Vor)urteil. So wie viele andere komplexe und vielschichtige Erscheinungen menschlichen Daseins bedarf sie der professionellen Beobachtungsdistanz, der Faktentreue und der Fähigkeit zur Empathie. Das gilt für „normale” Menschen ebenso wie für Journalisten.

94 Reaktionen

  1. 28. Juni 2009, 21:46 Uhr, von clara
    01

    Michael Jackson war ein großartiger Musiker und Künstler – und wie Künstler eben häufig sind: sie stechen aus der Masse heraus und machen sich dadurch “interessant” und auch “angreifbar”. Was die Medien aus einem Menschen machen können, dafür gibt es viele prominente Beispiele wie Britney Spears. So scheint das Spiel eben zu funktionieren, auch wenn das sicher oft nicht einfach ist.
    Michael Jackson war nicht unfehlbar – niemand ist das! Zumindest der Tod sollte jedoch soweit respektiert werden, dass Häme und Spott “draußen bleiben”…

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  2. 28. Juni 2009, 21:58 Uhr, von Mafalda
    02

    Michael Jackson – ein Künstler.

    An der Schnittstelle zwischen Legendenbildung à la Monroe oder Presley, wo es immerhin noch (scheinbar) Geheimnisse gab, und minutiöser medialer Ausleuchtung.

    Die Legendenbildung ist schon schwer auszuhalten, wenn man deren Objekt ist. Um wieviel weniger das ewige Rampenlicht – nicht zuletzt befeuert durch aggressives Marketing – was bis Jackson ohne Beispiel war.

    Von meiner Seite: Mögest Du nun Deinen Frieden gefunden haben, Michael Jackson. Ruhe.

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  3. 28. Juni 2009, 22:47 Uhr, von Miranda
    03

    Habe es auch schon getwittert aber auch gerne nochmal hier, sorry wenn ich jetzt ein Wort schreibe was mir sonst nie auf die Tastatur kommt:

    Welches Ar…….fotografiert den toten oder bewußtlosen Michael Jackson und verkauft das Photo..Schande über die Bild Zeitung die gestern dass Bild brachte…
    Habe dass auf dem Markt im Vorbeigehen gesehen und da kamen bei mir Tränen hoch über soviel Würdelosigkeit in den Medien !!!

    Ich kannte diesen Mensch nicht, aufgewachsen bin ich natürlich mit Musik von Ihm, ich mag es nicht zu beurteilen aber ich glaube er war ein Opfer seiner nie ausgereiften Persönlichkeit und seiner fehlenden Selbstliebe, ein Kinderschänder agiert anders wie er…
    Ich glaube er war ein sehr einsamer Mensch…ich habe schon beim letzten Posting kurz über das Phänomen der Massentrauer geschrieben als Symptom für sich gemein machen mit öffentlicher medialer Trauer, da Traurig sein sonst nicht so en Vogue ist…
    Ich kann nicht um ihn trauern, da ich ihn nicht kannte, aber ich kann ein Gespür haben dass da ein sensibler wertvoller Künstler die Erde verlassen hat, ich hoffe er findet jetzt Frieden und Liebe!

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  4. 28. Juni 2009, 23:29 Uhr, von Walter
    04

    Jetzt, da er tot ist, erfahren wir mehr über Michael Jackson als zu seinen Lebzeiten. Als illusionäre Popfigur und Zauberer war er gleichzeitig präsent und ungreifbar, irgendwie nicht von dieser Welt. Mit Marilyn Monroe oder Elvis Presley würde ich ihn nicht vergleichen, wie die FAZ dies tut.
    Obwohl ich in den letzten Jahren so gut wie nie bewusst an Michael Jackson gedacht habe- das letzte Mal wohl anlässlich seines Prozesses, der mit einem fragwürdigen Freispruch endete- hat mich sein Tod betroffen.
    Irgendwie gehörte er wohl doch zum ganz besonderen und einzigartigen Inventar dieser Welt, auch weil er oft und immer wieder Grenzen überschritten hat.

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  5. 28. Juni 2009, 23:33 Uhr, von Angela Weibel
    05

    Der Mangel an Empathie, welcher gar in Zynismus abgeschmackt wird, erschüttert und stimmt nachdenklich. Mit welchem Recht wagen gewisse “Schreiberrüpel” in Momenten des Leides Urteil zu fällen?
    Die schriftliche Dokumentation Michael Jacksons Ableben entpuppt sich als letztes Gericht für den King of Pop und schmückt sich dabei mit Bildern, die pietätloser nicht sein könnten.

    “Ou est la morale, ou est le tact?”

    Eine berechtige Frage, welche Romy Schneider 1982 vor laufender Kamera stellte, nachdem sie erfuhr, dass ein als Krankenpfleger verkleideter Paparazzo ihren toten Sohn in der Morgue fotografiert hatte.

    Beantwortet wurde die Frage nach der Moral auch damals von Deutschlands auflagestärkstem Schandblatt, welche den toten David auf der Titelseite druckte; der Bild-Zeitung…

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  6. 28. Juni 2009, 23:47 Uhr, von Triple-A
    06

    “… sie zeugt auch von jenem Zynismus, der im Angesicht des Todes einfach fehl am Platze ist.”

    Und völlig unerträglich sind geheuchelte Anteilnahme und die Betroffenheitsphrasen,
    die an allen Ecken und Kannten kundgetan werden. Da ist mir ehrlicher Zynismus allemal lieber.

    „Das riecht nach Diana, da lässt sich noch so manche Sendestunde füllen. An den Stätten, an denen Fernsehkameras auftauchen, sind die Schamlosen nicht weit, die sich für 15 Sendesekunden ein Jacko-Bild ins Gesicht und ein paar Tränen aus den Augenwinkeln pressen. “Seit Elvis”, feuern die Nachrichtenagenturen sich gegenseitig zu immer irrsinnigeren Superlativen an, habe “die welt” nicht mehr so einhellig getrauert. John Lennon lebt. Kurt Cobain ist nie gestorben.

    Michael Jacksons Tod ist nach dieser Lesart der 11. September der Pop-Musik. “Urplötzlich” und “völlig unerwartet” sei der Tod gekommen, heißt es – als habe Jackson nicht schon bei der Pressekonferenz zur Ankündigung seiner Comeback-Konzerte gewirkt wie ein Toter auf Urlaub.“
    Die Stunde der Heuchler

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  7. 29. Juni 2009, 8:14 Uhr, von Siegmund
    07

    Da bin ich ganz anderer Meinung.
    Die von MM zitierte Textpassage:

    “Das Häufchen Elend, das früher als King of Pop bekannt war, endete so schäbig wie einst der King of Rock – als Notfall in einem Krankenhaus”

    Es will mir gerade nicht in den Kopf, was daran so schäbig ist, ein medizinischer Notfall zu sein. Das passiert in Deutschland täglich tausende Male, Millionen Bundesbürger mussten schonmal diese Erfahrung machen.
    Selbst eine Geburt ist ja ein “Notfall”…
    Dies als “schäbig” zu brandmarken, sagt mehr über den Autor als über Michael Jackson aus.
    Aber auch Journalisten müssen hart für ihren Broterwerb arbeiten, und wenn dann einem nichts einfällt, hilft eine zynische, sprich: dumme Schreibe manchmal weiter.

    Aber davon unabhängig wage ich mal zu behaupten, dass MJ nicht wegen seiner Skurrilitäten sondern trotz derer so erfolgreich war.
    Zu Zeiten von “Beat it” war davon ja noch kaum die Rede, und doch war dies die erfolgreichste Zeit.
    Ganz am Ende überwogen die obskuren Meldungen, und das letzte Album war auch das bisher erfolgloseste.
    MJ hätte die Zeit nutzen können, um wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren, aber offensichtlich hat er es nicht geschafft.

    Antworten
  8. 29. Juni 2009, 8:21 Uhr, von Lizzy
    08

    @Miranda 22:47 Uhr “Welches Ar…….fotografiert den toten oder bewußtlosen Michael Jackson und verkauft das Photo. Schande über die Bild Zeitung die gestern dass Bild brachte…”
    Es betrifft doch nicht nur Fotos von Michael Jackson. Was ist mit den Opfern des Flugzeugunglücks? Deren Bilder wurden auch in Bild, Stern, … abgedruckt.
    Und was ist mit Michael Jackson & Co.? Die Medien wissen alles, wissen im Grunde aber gar nichts und berichten trotzdem über alles. Hauptsache die Zeitungen werden verkauft und die TV-Sendungen werden gesehen. Was berichtet wird, ist egal. Irgend jemand wird es schon lesen und glauben.

    Antworten
  9. 29. Juni 2009, 10:13 Uhr, von Miranda
    09

    @Lizzy

    ja du hast Recht, bin nur schockiert dass man in so einem Moment an der Krankenbahre dass Handy oder die Kamera zücken kann…wenn ich daneben stehen würde würde ich da handeln…

    Habe die anderen Bilder zum Glück nicht wahrgenommen, lese die Bild nicht und schaue auch nicht jeden TAg auf die Titelseite…lese Spiegel und Zeit, da waren so Bilder nicht zu finden.
    Habe heute morgen die Geschichte vom Spiegel gelesen über Michael Jackson.

    Mich interessiert eher warum es zu einem Phänomen der Massen Trauer kommen kann.

    Letzte Woche hat doch keiner über Michael Jackson mehr nachgedacht.

    Und ich frage mich wenn er wirklich so krank gewesen ist, medikamentenabhängig, wie konnte dann der Konzertveranstalter eine Versicherung für die Konzerte bekommen und warum wenn es alle wußten hat Ihm keiner geholfen???

    Antworten
  10. 29. Juni 2009, 12:38 Uhr, von Dowanda
    010

    Ich denke, woran die Medien bei Jackson scheitern ist seine Wandelbarkeit. Er hatte das “Pech” erst mit 50 zu sterben und bis dahin schon einige Kehrtwendungen, Wellenberge, Tränentäler etc. hinter sich gebracht.
    Konnte man Lady Di oder Marilyn Monroe noch relativ einfach unter “tragische Figur durch fremdgesteuerte Interessen” abbuchen, ist das bei Michael Jackson schon weitaus schwieriger. Einer solchen Betrachtung sind die Medien unserer Zeit nicht mehr gewachsen. Dazu muss man unbedingt mit dem ticker-Stakkato zur Gebarung um den Leibarzt Schritt halten. (Ausnahmen bestätigen leider nur die Regel, sie setzen keinen Gegentrend).
    Interessant wäre zu wissen, wie die Berichterstattung damals um Elvis’ Tod war? Habe das leider nicht mitbekommen, weil ich da noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gerannt bin. Walter …?

    Antworten
  11. 29. Juni 2009, 14:30 Uhr, von Fabian
    011

    Ich gebe zu, das Wort “Empathie” irritiert mich in diesem Zusammenhang – kann nicht mal genau sagen, warum. Aber Massenmedien und Empathie scheinen auf den ersten Blick wirklich nichts mehr miteinander zu tun zu haben.

    Unsere Sekretärin sagte zum Tod von MJ: “Ein bisschen wie bei Elvis.” Und ich dachte erst, so ein Quatsch, aber dann besann ich mich eines Besseren und dachte: “Stimmt doch!” MJ hat eine Generation popmusikalisch begleitet und mit seinem Tod stirbt auch ein Stück Jugend in einem selber ab, ich denke das ist es, was einen etwas Anteil nehmen lässt.

    Ansonsten finde ich das mediale Tam-Tam um MJ einfach nur abstoßend.

    Danke im übrigen für die vielen guten Kommentare. Kann allen Positionen etwas abgewinnen.

    Antworten
  12. 29. Juni 2009, 15:15 Uhr, von jette
    012

    >> MJ hat eine Generation popmusikalisch begleitet und mit seinem Tod stirbt auch ein Stück Jugend in einem selber ab, ich denke das ist es, was einen etwas Anteil nehmen lässt. <<

    “begleitet” auf jeden fall aber da stirbt nichts ab. im gegenteil, irgendwie verfestigt sich gerade jetzt der musikus jackson in einem, fernab all dem anderen gesülz rund um ihn. geht zumindest mir so.

    Antworten
  13. 29. Juni 2009, 15:34 Uhr, von Cate
    013

    Ich finde es eher erschreckend, wie sich der Tod eines Weltstars wie Michael Jackson anfühlt. Irrational. Das ist nicht gut. Und nicht gesund. Ikonen vom MJ-Kaliber werden in unseren Köpfen zu Übermenschen, die immer perfekt sind und niemals sterben. Und diesem Schrott kann man sich noch nichtmal entziehen…

    Antworten
  14. 29. Juni 2009, 15:39 Uhr, von Cate
    014

    Ich habe eimal geweint, als ein Musiker gestorben ist bzw. später, als ich die Fragmente seines unfertigen Albums gehört habe. Aber ich abe nicht um Jeff Buckley geweint, einen Menschen, den ich nicht kannte, sondern um die Musik, die er nicht mehr schreiben konnte… Die kannte ich sehrwohl und die war mir auch sehr nahe.
    es ist nicht so, dass mir das sofort bewusst war. Um die Dinge zu akkurat zu sortieren, muss man schon ein bisschen länger nachdenken. Es ist aber wichtig, dass man darüber nachdenkt, denn – wie gesagt – es ist mitunter erschreckend, welche Züge der Kult um eine öffentliche Person annehmen kann. Als Kind habe ich auch MJ vergöttert. Aber da war ich ja auch ein Kind…

    Antworten
  15. 29. Juni 2009, 15:43 Uhr, von jols
    015

    Hallo Miriam Meckel.
    Ich kann nur sagen: right on, right on. Danke für diesen Text.

    Und @Triple-A: Ich weiß nicht, was an Zynismus “ehrlich” sein soll. Zynismus ist ein armselig verklemmter Affekt von und für Leute, die eben nicht mit Ehrlichkeit – zum Beispiel emotionaler Offenheit – umgehen können.

    schöne grüße
    j.

    Antworten
  16. 29. Juni 2009, 15:43 Uhr, von Ramona
    016

    Dass Millionen Menschen rund um den Erdball um ihr Idol trauen, verdient Respekt. Doch jeder weiß, Trauer vernebelt den Blick für die Wirklichkeit.
    Ich gebe zu, ich bin kein MJ-Fan, aber seine Musik hat mich in meiner Jugend begleitet.
    Das MJ bis etwa vor 10 Jahren ein genialer Musiker war, ist unbestritten. Aber ab diesem Zeitpunkt machte er leider durch andere Dinge Schlagzeile. Sein letztes Album lag in den Regalen, es verkaufte sich nicht mehr.
    Was sich derzeit in der Welt und den Medien um den Tod von MJ abspielt, nimmt wahrlich groteske Züge an. Sind das wirklich trauernte Fans, die weltweit Fotos, Sticker und sonstigen MJ-Ramsch zu barer Münze machen? Auch die Medien verdienen kräftig mit. Eine mediale Ausschlachtung des Ereignisses ohne Gleichen.
    Und die Spekulationen um seinen Tod schossen ins Kraut, bis hin, dass er von Al Kaida ermordet worden sei. Wir wissen jetzt, dass er seit Jahren schwerst medikamentenabhängig war. Wo waren da die jetzt, ach so trauenden Freunde, Jessy Jackson, Paul McCartney, Lenny Kravitz, Madonna? Oder seine Familie? Da reicht keine von der Staatsanwaltschaft angeordneter Autopsie, nein, da lässt die Familie, in den Medien lauthals verkündet, den Leichnam gleich noch ein zweites Mal aufschneiden.
    Wo bleibt da der Respekt vor dem Toten? Das ist alles eine unappetitliche Inszenierung. Einfach grässlich.
    MJ haben Wucht und Konsequenz seines Ruhms erdrückt, die Omnipräsenz geifernder Presse, die in Bäumen auf Motive für Sensations-Bilder warteten und jeden Schritt dieses ängstlichen, androgynen Homunculus verfolgten. Jackson ist Opfer und Täter in einem, denn zu gern nutzte er die Medien als Inszenierungsfläche, als Katalysator für Vermarktung. Sein Verlust von Realität und Kontrolle über die Maschinerie lief parallel ab.
    Jackson plante noch eine letzten großen Showdown, das ist ihm, wie auch immer gelungen.

    Antworten
  17. 29. Juni 2009, 15:49 Uhr, von jette
    017

    >> Ikonen vom MJ-Kaliber werden in unseren Köpfen zu Übermenschen, die immer perfekt sind und niemals sterben. Und diesem Schrott kann man sich noch nichtmal entziehen… <<

    also ICH kann mich dem schon entziehen, keine sorge. wir mögen halt michaels musik, nicht mehr und nicht weniger. ;-)

    Antworten
  18. 29. Juni 2009, 17:27 Uhr, von Fabian
    018

    jette, na ja, vielleicht habe ich das in der Tat etwas zu stark formuliert. Aber für einen klitzekleinen Moment war ich schon etwas, na sagen wir mal, berührt, obwohl ich nie Michael Jackson Fan war. Das war bei mir schon so eine Art gefühlte Nostalgie. Ach schwaller, schwaller, nun is’ auch gut mit de Jung!

    Antworten
  19. 29. Juni 2009, 17:30 Uhr, von Fabian
    019

    MJ ist das Sommerloch 2009.

    Antworten
  20. 29. Juni 2009, 17:35 Uhr, von Steffi
    020

    Der FAZ Artikel v. Samstag über MJ war sehr gut. Differnzierter und noch etwas besser waren aber die Artikel in der FAZ-Sonntagsausgabe (FAS).

    Antworten
  21. 29. Juni 2009, 18:19 Uhr, von Ramona
    021

    @Fabian, das Thema wird über das Sommerloch hinaus auf uns nieder rieseln. Schön in kleinen Portionen, eine unbekömmlicher als die Andere. Das zeichnet sich jetzt schon ab.
    Und dann noch die Jahresrückblicke 2009, schön wirds:-(

    Antworten
  22. 29. Juni 2009, 19:34 Uhr, von Dowanda
    022

    Zur Unvergänglichkeit von Musik und denen, die sie gemacht haben, das für mich perfekte Lied:
    “Tower of song” von Leonard Cohen
    http://tinyurl.com/losc3u

    Antworten
  23. 29. Juni 2009, 20:35 Uhr, von Petra
    023

    @Dowanda: Das perfekte Lied unterlegt mit Naturimpressionen, die zeigen, dass Leben einfach schön sein kann. Vielleicht hätte diese Erkenntnis MJs Leben auch anders lenken können.

    Antworten
  24. 30. Juni 2009, 10:10 Uhr, von Miranda
    024

    Bin gerade am Planen der Ferien für die Kinder,

    habe was interessantes entdeckt, passt nicht zu Michael Jackson

    aber sehr interessant:

    http://www.weil-wir-maedchen-sind.de/flash/ausstellung/idee.php

    Antworten
  25. 30. Juni 2009, 15:14 Uhr, von Ramona
    025

    OT

    Nun in letzter Minute also doch!
    Das Gezerre um den Millionenkredit für Quelle war ein schlechtes Stück POLITIKWAHLKAMPF.
    Ein Ministerpräsident versucht die Bundesregierung vor vollendete Tatsachen zu stellen, um die Interessen des Wahlvolkes im eigenen Bundesland zu befriedigen.
    Ob sich Seehofer damit einen Gefallen getan hat, darf bezweifelt werden. Obwohl der 50 Mio. Euro Überlebenskredit doch noch vereinbart wurde, ist Quelle nicht gerettet, es ist nur ein kurzes Durchatmen.
    Schlimm an diesem politischen Gezerre ist, dass es wieder mal auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wurde.

    Antworten
  26. 30. Juni 2009, 15:41 Uhr, von Fabian
    026

    OT

    *hi, hi* gerade hier gelesen:

    “Gute Twitterinnen zu finden, ist schwierig. Entweder, sie haben was zu sagen und können nicht twittern (Miriam Meckel) oder andersrum (Tina Pickhardt) oder es ist nicht mein Forschungsfeld (Julia Seeliger, Franziska Heine) oder sie wollen mir nicht erklären, was Differenzfeminismus ist (Antje Schrupp) oder sie sind langweilig (Alexandra Kamp). Ich habe den #female_thursday erfunden – jeden Donnerstag empfehle ich Twitterinnen, gesetzt den Fall, ihre Tweets sind kinder-, katzen- und Heidi-Klum-frei.”

    Antworten
  27. 30. Juni 2009, 16:47 Uhr, von Mafalda
    027

    @ Ramona

    Bitter, aber war abzusehen. Hörte heute morgen die markigen Worte von Herrn zu Guttenberg und die besagten nur eines: eigentlich hätte ein solcher Deal gar nicht stattfinden dürfen. Diese Worte sprach er NICHT. Seinen Worten war jedoch zu entnehmen, daß die nun doch erfolgte Bundesbürgschaft mit einem gebißsprengenden Zähneknischen erfolgte; woran er möglicherweise einen Förderanteil hat, so als CSU-”Nachwuchskraft”.

    Ein anderes O.T.:

    Pina Bausch ist heute gestorben.

    Antworten
  28. 30. Juni 2009, 18:04 Uhr, von Ramona
    028

    @Mafalda, ich bin mir bei zu Guttenberg nicht sicher. Ich vermute er unterliegt dem Parteienzwang!

    Von Pina Bauschs Tod habe ich gerade auch gehört. Sie war eine ganz Große der modernen Tanzkunst.

    Antworten
  29. 30. Juni 2009, 18:11 Uhr, von Mafalda
    029

    @ Ramona

    Da stimme ich Dir – bei beiden – uneingeschränkt zu.

    Was ich heftig finde hinsichtlich politics: wir wissen es alle; auch die, die diese Kultur nun sehr aktiv pflegen. Trotzdem scheint es kein Dazwischenkommen zu geben, dies zu ändern.

    Eine assoziierte Anlehnung an die Systematik/Dynamik mit und um M. Jackson.

    Antworten
  30. 30. Juni 2009, 20:02 Uhr, von Ramona
    030

    @Mafalda, richtig. Zu Guttenberg hat bei Opel versucht, seinen Standpunkt zu vertreten und ist heftigst ins CSU-Glied zurück gepfiffen worden.

    Ich genieße jetzt noch den lauen Sommerabend, ich wünsche Dir das auch!

    Antworten
  31. 30. Juni 2009, 20:21 Uhr, von Fabian
    031

    Nochmal zurück zu MJ, die Pompösität (schöne Wortschöpfung, Fabian, danke, innere Stimme!) mit der MJ jetzt begraben werden soll, erinnert doch sehr an ein monarchistisches Staatsbegräbnis. (inkl. Public Viewing)

    Vielleicht sind diese Popstars ja vor allem in Amerika wirklich sowas wie Ersatzkönige für das Volk: Inszenierung, Glanz, Gloria, Pauken, Pomp und Niedergang – na ja, war nur so ein flüchtiger Gedanke.

    Antworten
  32. 30. Juni 2009, 20:42 Uhr, von Mafalda
    032

    @ Ramona

    Tu Ich. So schön, draußen zu sein in der Natur. Schönen Abend, bis zum nächsten Mal.

    Antworten
  33. 30. Juni 2009, 21:06 Uhr, von Mafalda
    033

    @ Fabian

    abgesehen davon, daß wieder manche daran verdienen, mag darin auch ein Tribut an schlechtes Gewissen liegen. Ohne in Abrede zu stellen, daß wirklich Trauer empfunden wird von vielen.

    Doch ich war wirklich baff zu lernen über sozialpsychologische Dynamiken. Wie es sich auswirken kann, z.B. zu propagieren, daß blaue Augen auf eine geringere Intelligenz hinweisen. Eine große Gruppe Menschen wurde in einem Experiment überzeugt davon. Denn blaue Augen lassen mehr Sonnenlicht durch und dieses beeinflusst die Hirnentwicklung…

    Anderes Beispiel, weniger artifiziell: Fußballstadien. Was dort abgeht, ist scheinbar nicht “normal”. Doch sozialpsychologisch – Stichwort: Gruppendynamik – sehr wohl erklärbar. Und trotz des Wissens um Erklärung der Phänomene sind Extremsituationen nicht zu verhindern.

    Antworten
  34. 30. Juni 2009, 21:25 Uhr, von Walter
    034

    Alles Schreiben zu dem Thema ist Spekulation.
    Zur Tragik: Lieben wir nicht die tragischen Figuren, brauchen sie geradezu in unserer profanen gefühlsarmen Welt. Das Leben Michael Jacksons scheint scheint als Geschichte einer fortgesetzten Flucht, vor seinem Vater, seiner Geschichte, seiner Hautfarbe.
    Seine Wege scheinen so fremd- strange, dass Erklärungen zu Klischees geraten und das mediale Vokabular das Phänomen nicht fassen können.
    Die Tragik liegt auch- und für uns in erster Linie- im Missverständnis unserer Wahrnehmung.

    Antworten
  35. 30. Juni 2009, 22:26 Uhr, von Mafalda
    035

    @ Walter

    Liegt das Mißverständnis nicht eher darin, das Menschen meinen, zu wissen, was wir wie wahrnehmen sollen? In meiner Wahrnehmung liegt da der Spekulatius.

    Antworten
  36. 30. Juni 2009, 22:46 Uhr, von Mafalda
    036

    P.s.: und ich meine nicht, daß “unsere Welt” profan und gefühlsarm ist. Dazu gibt es zu viele Gegenbeispiele. Doch finden diese vielleicht nicht so viel Platz in Berichterstattungen. Vielleicht sollte das auch nicht so sein und Berichterstattung bläht sich mehr auf als gerechtfertigt.

    Antworten
  37. 1. Juli 2009, 6:49 Uhr, von Dowanda
    037

    @Mafalda
    Liegt darin nicht der grundlegende Baustein für Missverständnisse aller Art: Das Menschen (also auch Du und ich) meinen zu wissen, was die anderen wahrnehmen sollen?
    Allerdings ist das auch eine Voraussetzung dafür Empathie empfinden zu können. Das Maß machts wohl. Eine lebenslange Aufgabe! *g*

    Antworten
  38. 1. Juli 2009, 7:10 Uhr, von Miranda
    038

    Wahrnehmung ist immer subjektiv, wir können leider nur aus unseren Augen die Welt wahrnehmen und bringen bei unserem Blick unsere eingefärbten Erfahrungswelten mit in die Wahrnehmung.

    Emphatie bedeutet für mich, zumindestens zu probieren mal sich aus dem Muster zu bewegen und den anderen zu betrachten, ohne unsere Wertungen, die wie Jalousien vor den Augen liegen.

    Antworten
  39. 1. Juli 2009, 7:50 Uhr, von Dowanda
    039

    OT
    Wieder mal was neues von der geschätzten Drogenbeauftragen Sabine Pätzing.
    Die Dame selber gehört auch verboten, sie erweckt in mir – und zweifelsohne in vielen anderen – die Sucht, ihr mittels ein paar Backpfeifen Augenmaß einzubläuen.
    http://tinyurl.com/mcknxy

    Antworten
  40. 1. Juli 2009, 8:36 Uhr, von Ramona
    040

    Guten Morgen Euch @allen.

    @Mirande, ich weiß, das ist jetzt sehr provokativ:
    “Emphatie bedeutet für mich, zu mindestens zu probieren mal sich aus dem Muster zu bewegen und den anderen zu betrachten, ohne unsere Wertungen, die wie Jalousien vor den Augen liegen.”

    http://meaningfuldistractions.files.wordpress.com/2008/07/michael-jackson_loses-neverland.jpg

    Beim Betrachten zum Beispiel dieses Bildes, fällt mir ein wertungsfreies Herangehen sehr schwer. Da frage ich mich schon, was einen Menschen dazu bewegt, so etwas aus sich machen zu lassen.

    @Dowanda aus dem Urlaub zurück? Nicht gleich wieder aufregen, sonst ist der Erholungswert gleich wieder hin.
    Tipp: Darauf eine gute Havanna:-))

    Antworten
  41. 1. Juli 2009, 9:14 Uhr, von Dowanda
    041

    @Ramona
    Gute Idee gggg Aber erst heute abend! Nach dem Radfahren.

    Hier noch ein Artikel, leider OT, aber ich finde ihn so gut geschrieben, dass ich ihn hier reinstellen möchte.
    Vince Ebert zum Kult um den Dalai Lama.
    http://tinyurl.com/losabo

    Antworten
  42. 1. Juli 2009, 10:01 Uhr, von Miranda
    042

    @Dowanda

    interessante Betrachtung, sehr nachdenklich stimmend:besonders dieser Satz:

    Da ein Auf- bzw. Abstieg im aktuellen Leben nicht möglich ist, ist es eine perfekte Ideologie, um Vorurteile und Rassenunterschiede zu zementieren.

    Danke für den Link, habe mich beim Vorbeigehen an den Plakaten für die Besuche des Dalai Lamas auch schon still aufgeregt.
    Finde dreimal ein Fußballstadion zu füllen wie die Stones trägt nicht gerade zur Erleuchtung bei sondern eher zu Stilisierung eines Kultes…

    Habe Bücher von Ihm gelesen und kann Teilen der inneren Einkehr etwas abgewinnen aber nicht der ganzen Lehre…

    Finde die Idee auch wiedergeboren zu werden eher schrecklich…will nicht nochmal 16 werden und merken dass ich zu einer Randgruppe gehöre…

    Das klingt jetzt traurig, bin immer noch sehr bei dem Thema das die Homophobie immer mehr wächst, genau auch wie die Tendenz sich auszugrenzen.

    Da würde ich mir manchmal wünschen, dass mehr Leute die eine größere mediale Präsenz haben sich einsetzen dafür !

    Und plädiert der Buddhismus nicht für sexuelle Enthaltsamkeit…also wieder eine Weltanschauung die es negativ besetzt.

    Mir fällt es als Leitungsposition nicht leicht immer Gesicht zu zeigen in dieser anderen privaten Rolle,dennoch fahre ich am Sonntag stolz in Köln auf einem Wagen mit…

    denn Homophobie ist heilbar !

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  43. 1. Juli 2009, 10:04 Uhr, von Miranda
    043

    @Ramona

    kann mich über dieses Bild nicht aufregen, mich stimmt es eher traurig, er war ein Stück weit verwirrt und krank und schade dass Ihm keiner geholfen hat .

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  44. 1. Juli 2009, 10:22 Uhr, von Dowanda
    044

    @Miranda @Ramona
    Dieses Bild von Michael Jackson ist eigentlich der Beginn eines Trends. Wenn man sich heutzutage durch das TV-Programm zappt und auf die diversen CSI-, Gerichtsmediziner- und Krankenhausserien kommt, kann ich als unregelmässige Seherin erst nach längerer Zeit unterscheiden um welche Serie es sich handelt.
    Alle haben die gleichen Frisuren, alle die gleichen Schönheitschirurgen, alle die gleichen Sets, alle die gleichen Cuts und frei nach hollywoodscher Gewerkschaftsdiktatur auch die gleichen Drehbuchautoren. Die Vereinheitlichung der Gesellschaft läuft auf vollen Touren: Einheitsgesicht, Einheitsstimme (nicht zu laut, bisschen bestimmt – aber so das niemand nervös wird), Einheitsbrüste, Einheitsschamlippen, Einheitstattoos (gibts eigentlich noch Fussballer ohne Tattoos über Oberarm bis zum Schulterblatt?!?), Einheitsfrisuren, Einheitsmedien (abschreiben ist billiger), Einheitsessen – jede Würze vermeiden, Einheitsgetränke (23 Coffee-to-go-Sorten sehn genau gleich aus und schmecken auch genau gleich), Einheitsmode – jeder rennt gerafft und gerüscht rum … wurscht obs ihm passt oder nicht, und Glühbirnen sind böse – ganz böse!

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  45. 1. Juli 2009, 10:36 Uhr, von Mafalda
    045

    @ Dowanda/@ Miranda 6:49/7:10

    Ja es ist eine lebenslange Aufgabe, sich stets der Subjektivität unserer Wahrnehmung bewußt zu sein. :-)

    Finde die Subjektivität nicht als etwas “Schlimmes”, eher bereichernd. Haben wir doch auch – i.d.R. – die Fähigkeit, uns auszutauschen über unsere jeweilige Sicht. Zum Gelingen des Austausches ist allerdings mindestens Respekt und Empathie notwendig.

    Zu Frau Bätzing: ja, ich helfe beim Backpfeifenausteilen. Dieser Fundamentalismus ist nicht gesund und muß umgehend geheilt werden.

    Bei dem Jacksonbild erfasst mich einzig ein großes Erbarmen.

    @ Miranda

    Always Pride! Und nicht den Ursprung dieses Tages vergessen! Lesenswertes Buch, was die damalige Zeit treffend beschreibt: “Träume in den erwachenden Morgen” von Leslie Feinberg.

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  46. 1. Juli 2009, 11:59 Uhr, von Cate
    046

    Ich schmeiß mich weg. Habt ihr schonmal in einer Google Doc Excel Tabelle mit jemandem gechattet. Mir grad passiert… ;o)

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  47. 1. Juli 2009, 12:15 Uhr, von Dowanda
    047

    @Cate
    Das klingt schon so kompliziert … zu kompliziert für die EDV-Niete Dowanda ggg
    Hats weh getan?!?

    Antworten
  48. 1. Juli 2009, 12:30 Uhr, von Cate
    048

    Ja, aber dann kommt von gestern nacht. ;o)

    Antworten
  49. 1. Juli 2009, 12:30 Uhr, von Cate
    049

    DAS

    Antworten
  50. 1. Juli 2009, 16:07 Uhr, von Walter
    050

    Liegt das Mißverständnis nicht eher darin, das Menschen meinen, zu wissen, was wir wie wahrnehmen sollen?
    (Mafalda am 30. Juni 2009 um 22:26 Uhr)

    - Ja, aber wir machen einen Unterschied zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten. Michael Jackson war diese Trennung verwehrt, als globalisierter Star blieben ihm als einzige Rückzugsräume seine Märchenwelt im Nirgendwo und Nirgendwann und seine Phantasie, die wie berichtet wird von Ängsten und Schrecken bevölkert war (siehe das Thriller- Video)
    Durch den Verlust an öffentlicher Privatheit wurden diese privaten Dramen Gegenstände öffentlichen Interesses- es gab keine Grenze mehr. Beide Seiten wussten nicht damit umzugehen, nicht aus Mangel an Empathie, sondern wegen des Fehlens einer Grenze. Michael Jackson sendete die Signale seiner persönlichen Not und das interessierte Publikum, das nicht gewohnt ist, zwischen Mensch und Inszenierung zu unterscheiden verwendete diese zur persönlichen Unterhaltung- ein tragisches, aber medieninhärentes Missverständnis.
    Diese Grenzüberschreitungen in beide Richtungen durch eine Aufhebung der Grenze ist möglicherweise durch eine fehlende Persönlichkeitsentwicklung und – Reifung bedingt, die jetzt ebenfalls medial und öffentlichkeitswirksam als Peter Pan- Syndrom (tinyurl.com/nttcwh) bezeichnet wird.

    Es gibt in uns offensichtlich eine natürliche Grenze aus Empathie und Scham. Wie wir damit umgehen ist eine persönliche Entscheidung, die wir nicht den Medien überlassen dürfen. Diese ihrerseits dürfen aus der seelischen Not eines Menschen kein Geschäft machen.
    Diese Überschreitung der Grenzen der Menschlichkeit auf der Sinne nach Profit ist eine Never Ending Story in Zeiten der Massenmedien.

    Die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei ist nur schwer zu ziehen: Stecken Sie sich einen Ring in Ihre Nase, und Sie sind eine Wilde; stecken Sie sich zwei Ringe in Ihre Ohren, und Sie sind zivilisiert.
    Pearl S. Buck

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