Aller Anfang ist die Promenade. Sie verläuft entlang des roten Teppichs und dauert einige Minuten. Vielleicht sind es die 15, von denen Andy Warhol gesagt hat, jeder Mensch werde sie irgendwann erleben. Mir scheinen diese 15 Minuten auf dem Teppich wie gefühlte 50. Aber sie gehen vorbei.
Sehen und gesehen werden, die gesellschaftliche Funktion der Promenade, sie wird hier verdichtet wie durch ein Brennglas. Ich blicke in 100 Augenpaare, versteckt hinter 100 Linsen. 300 Augen und Linsen starren zurück. Die gesellschaftliche Promenade hat die Form des Spaziergangs, diese hier ist ein Spießrutenlauf.








@Walter
Das glaube ich wohl auch, dass sich in Berlin deshalb niemand mehr die Nase platt drückt. (Hoffe ich zumindest…) Aber ich gebe zu, ich bin auf dem Lande gross geworden. Und es ist noch gar nicht sooo lange her, dass ich beobachtete, wie in einer deutschen Großstadt am Straßenrand Menschen mit offenem Mund stehen blieben und den beiden gerade Hand in Hand über die Ampel laufenden Männern nachgafften…
Und ich weiss, dass das viele heute noch tun. Vielleicht nicht mehr ganz so offensichtlich…
Deshalb gilt mein Respekt allen, die dazu beitragen, dies in der Öffentlichkeit mehr und mehr zur Normalität werden zu lassen. Und ein Fortschritt ist in dieser Hinsicht schon zu verzeichnen. Da gilt es abzuwägen zwischen “das geht Euch nichts an” und “jetzt erst recht”.
Insofern gilt Frau Meckel und Frau Will mein höchster Respekt hier eine Mischung gefunden zu haben, die glaubhaft und würdevoll ist.
„Mit dem iPhone Paparazzi knipsen, das klingt wie mit Spatzen auf Kanonen schießen, na ja… Frau Meckel…â€?(@Fabian)
„Mir ist, als ob es tausend Linsen gäbe. Und hinter tausend Linsen – nicht meine Welt.“
„der Eingang zum Coloneum in Köln-Ossendorf. Ein gänzlich charmefreies Gebäude. Aber es rettet uns, raus aus dem Rummel und Blitzlichtgewitter.“
Ich habe mir die Photogallerie von zurück geschossenen Paparazzi am Roten Teppich angeschaut. Ist doch beeindruckend.
@Walter: „Ich finde es interessant und spannend, wenn MM als beteiligte Beobachterin die Rollen wechselt und der Öffentlichkeit ihre gesellschaftskritischen Wahrnehmungen und Gedanken mitteilt.“
Das MM die Pap. einfach zurück schießt habe ich hier im Blog schon mal gelesen. Die Idee fand/finde ich einfach fabelhaft, spitze. Typisch auch. Schön darüber etwas zu lesen heute; @Walter und alle jubeln, da stimme ich ganz zu. MM’s schreiben darüber mit die Photos ist gleich auch eine art ‚Cours Rote Teppich’. Obwohl die meisten von uns darüber nie gehen müssen, arten von Spießruten Situationen im öffentlichen Raum kommen gelegentlich doch vor.
Stolpern auf viel zu hohe Schuhen; Achten auf möglich rutschende BH oder keine; Zu knappes Kleid; Und wie man sich am besten verhältst: Liebe MM und AW, Sie sehen da aber super schön aus. Letztes Jahr einige Flashes mit Ihnen im Fernsehen gesehen beim Deutsche Fernsehe Preis. Über die Damen in schönem Kleid allerlei war auch eine kurze etwas satirische Reportage; Da tauchten wir Bildlich kurz im super Dekolleté BS. Die muss davon was gespürt haben weil sie die später mit ihrem Programm Buch abschirmte obwohl in dem Moment gar keine Dekolleté Close-up statt fand. BB und auch Cordula Strattmann (danach im nächsten Kölner Treff) waren etwas erkältet weil naja wahrscheinlich dieses Damenhafte Gelegenheitskleidung meistens nicht viel kleidet droben. Schön aberrrrr!
Im Niederländische Fernsehen hatten wir einem Herr Dröge der auf satirische weise Boulevard Reportage’s machte von allerlei Veranstaltungen und Festen.
Im Youtube ist eine ‚zurück geschossene’ video zu sehen von
Ellen und Portia auf Honneymoon in Italy mit darin zwei snapshooting Papparazi die dabei mit den gehelmte Köpfen aufeinander prallen.
Freundlichen Grüssen,
Der Artikel ist klasse.
Ich hab so gelacht! :)
Fragen über Fragen:
Stehen am roten Teppich wirklich Paparazzi (tinyurl.com/nz66va) – männliche und weibliche, nicht vielmehr auch ehrbare Fotoreporter und Pressefotografen?
Es ist nicht dasselbe, öffentlich privat fotografiert (= erbeutet) zu werden oder öffentlich öffentlich.
Die Fotos vom roten Teppich sind eher Dokumente der Zeit- und Mediengeschichte als Not- und Gegenwehr (Das Recht am fremden Bild)
Neugierig aber nicht indiskret: Was ist das für ein Gefühl- allein gegen alle- der Fotografenmeute entgegenzutreten und den Spieß umzudrehen? Wie mit Spatzen auf Kanonen zu schießen (Fabian) oder eher eine subversive, vielleicht sogar aggressive Tat? Gibt es wirklich ein Jäger- Beute- Schema oder ist das Ganze nur Bestandteil eines Spiels in und mit den Medien, eine Inszenierung der Inszenierung? – Spleens sind ja auch interessant und werden gerne gesehen und kommentiert.
Vielleicht gibt es ja eine Komplizenschaft zwischen Objektiv und Objekt? Zumindest würde sie beiden Seiten die Situation erleichtern.
Was wohl die Fotografen dachten und fühlten als sie ihrerseits fotografiert wurden?
Die Fotos, besonders auch die verwischten sind eindrucksvoll, zum Teil sogar bedrohlich. Sie könnten auch mehr hergeben als einen Artikel im SZ- Magazin und ein Posting im Blog.
@ Walter
was mir nach Hingerissensein als 2. Gedanken in den Kopf kam: Arbeitsfeld (Kommunikation) analysieren und, zur Weiterentwicklung und vor allem Erhalt der Profession neue Arbeitsfelder kreieren.
@ Fabian
ja, hast Du recht bezüglich des Persönlichen. Im Grunde ist das ja Ausgangspunkt zur Abstraktion: das persönliche Interesse, die persönliche Involviertheit aus welchen Gründen auch immer. Doch auch die Abstraktion kann viele Sternschnuppen enthalten, die inspirieren. Denn sie erlaubt mir als Leserin der Abstraktion, meinerseits weiter zu gucken. Ohne mich von der Persönlichkeit der Urheberin/des Urhebers begrenzen zu lassen.
—-
Las heute in der FAZ von Karl Polanyi (FAZ 4.7.09/Bilder und Zeiten), geschrieben von Rainer Hank. Polanyis These ist, daß sich selbst regulierende Märkte von einer großen Illusion zehrten. Land, Geld und Arbeit sind für Polanyi nichts als “virtuelle Ressourcen”, die nicht wie “normale Güter” behandelt werden dürften. Polanyi postuliert, so lt. d. Artikel, daß, wer sie dem wettbewerblichen Preismechanismus ausliefere, die Welt zu Grunde richte.
Ich meine, daß auch das Nachrichtenwesen mit seinen Auswüchsen eine virtuelle Ressource ist. (Nicht sonderlich originell, ich weiß, bewegen wir uns ja hier absolut im Virtuellen.) In der Systematik von Polanyi Meta-Virtuell. Geht es doch um BERICHTE über Land(Immobilien), Geld (Aktienmarkt) und Arbeit (Arbeitsmarkt – Kostensenkungen).
Ich kann es nicht (kommunikations-)wissenschaftlich aufdröseln – vielleicht gibt es Hilfe.
Nachrichten flottieren als handelbares Gut. Auch Bilder. Beides schon immer. Doch noch nie so hypermerkantilisiert. Und damit unmenschlich.
Sie, Frau Meckel, hatten den Anstand, ihre Gegenüber unkenntlich zu machen. Nicht um zu entmenschlichen, nehm ich mal an, sondern um ein Minimum an Respekt zu wahren. Weil es um Mechanismus geht, nicht um Menschen.
Gedanken tragen wohin sie wollen…
Verbindend zu Polanyi ist möglicherweise das Menschenbild der ökonomisierten Gesellschaft, deren Werte Beachtung und Geld wenig mit gesellschaftsstiftenden Werten wie Toleranz, Respekt und Nächstenliebe zu tun haben. Eine Verbindung wäre auch die Rücksichtslosigkeit mit der eigene Interessen auf Kosten anderer durchgesetzt und zynisch gerechtfertigt werden.
Wenn Polanyi die Trennung der Ökonomie von der Gesellschaft als Geißel beklagte, so sind wir jetzt 60 Jahre weiter und das ökonomische Denken- in Profitoptimierung und Eigennutz- hat viele unter uns infiltriert und erscheint paradoxerweise als Grundlage von Gesellschaft schlechthin.
Während auf den roten Teppichen der Welt gemeinsame Regeln gelten, gelten dies nicht für die öffentliche Privatheit. Hier liegt ein Problem für das alltägliche Leben, das MM bereits im Bildblog beschrieben hat. Es scheint sich seitdem nichts entscheidendes geändert zu haben.
Ich kann mir vorstellen, dass die dauernde Vorsicht und Wachsamkeit zu Verhaltensänderungen führt.
Wie ausgeprägt die persönliche Beeinträchtigung ist und ob nicht- je nach Charakter und Entschlossenheit- ein dennoch und jetzt erst recht resultieren, vermag ich nicht zu beurteilen.
Ja, ich habe den Artikel über Polanyi auch gelesen. Man könnte sein Postulat auch als das eines gemäßigten Kapitalismus, eingeordnet in ein festes Wertesystem, das auch im täglichen Handel zum Tragen kommt, bezeichnen.
Also: Ein innerer Wertekompass, der auch gesellschaftlich “honoriert” wird, nicht in Form von Tantiemen, sondern von gesellschaftlicher Hochachtung.
Dieser ist verlorengegangen.
Im unkontrolliertem Wirtschaftsleben von heute und auch allzuoft im Journalismus von heute.
Diese “innere Stimme” sollte schon manchmal übertriebenem Boulevard Einhalt gebieten und dazu bewegen, zum eigentlichen Nachrichtenjournalismus zurückzukehren, der hier einmal excellent durch BBC-Reporter an den jorunalistischen Nachwuchs im Nachkriegsdeutschland weitervermittelt wurde. Davon ist nur wenig übriggeblieben. Allerdings immer noch genug, um einen Neuanfang in dieser Hinsicht zu wagen.
@ Siegmund
so denk ich auch.
p.s.: auch und gerade in der Nutzung der sogenannten “Neuen Medien”, die – ma, das hab ich schon so oft gesagt, der Illusion unterliegen, sich selbst zu regulieren.
Den inneren Wertekompass gibt es nach wie vor, denn ohne Werte wären unsere Handlungen ziel- und sinnlos.
Verändert haben sich die Werte. Gut und böse wurden zu richtig und falsch, dann zu nützlich und schädlich. Verändert hat sich das Sinngefüge unseres gesellschaftlichen Lebens.
Es nutzt wenig, die Vergangenheit restituieren zu wollen, wenn unsere Zukunft in der Zukunft liegt.
Wäre es nicht Sinnvoller, den alten Werten einen neuen, ebenso individuellen wie allgemeinen Sinn zu geben?
Ein gerader Weg führt immer nur ans Ziel.
André Gide
Vielleicht hat die ungerade Promenade auf den roten Teppichen auch ihren Sinn, vielleicht gerade durch die Beobachtung und Beachtung? Kann das Nützliche nicht auch das Gute sein?
It is true what @Mafalda is writing that I have made comments about walking red carpets and celebrity culture before. (12/10/08, 20.04, in the posting “Snail mail� and again 15/10/08, 07:27 in the posting “Mehr bewegungsfreiheit�).
In fact I might be considered somewhat of an expert on red carpets because I have been in contact with lots of different ones during my thirty-five years of working in the cinema business. Some I guarded, some I laid and some I walked. Only once has it been blue, that was at a recent opening of the movie “Milk� – everyone is free guess why :-)
One of the most famous “red carpets� is the one covering the steps in front of the festival Palais in Cannes. I have walked on that carpet many times, sometimes at 8 o’clock in the morning wearing shorts and sandals, sometimes at 8 o’clock in evening all dressed up. The carpet is the same but the context is different.
In the morning the audience consist of journalist and people that for different reasons watch movies, they buy movie rights, program film festivals or work in cinema exhibition like I do. Everything is calm; maybe a little pushing and shuffling in the line if it’s an “important� movie that everyone wants to see but a part from that everything is nice and quiet. There is not a photographer in sight.
In the evening its different, everything is much more hectic and there is a dress code “smoking, Tenue De Soireeâ€? as it is written on the tickets. (It goes for both journalists, photographers and the audience). The officially selected photographers are lined up on two podiums on both sides of the carpet and the “starsâ€? arrive by car one by one, the rest of us – the “mortalsâ€? – arrive on foot.
To avoid getting the Stars and the “mortals� mixed up, most of the “mortals� are allowed in from the side – you still get to walk “the carpet� but not for as long as the “stars�. There is a clear hierarchy, the closer you are to being “somebody�, the longer you get to stay on the carpet :-). And should you by accident get caught between a “star� and the cameras, there is only one thing to do, duck down and walk very fast. For some people it might seem silly to get dressed up like that for going to the cinema, but is like the blog-owner describes it, you play along or you don’t go. Personally I try to avoid it, because its just so much work, all-in-all you might have spend 4-5 hours watching a two hour movie and if you have already watched 3 or 4 that day, it takes both patience and determination to survive the ordeal.
The above describes the official set-up, shown on television or reported in newspapers and magazines but besides that there is the un-official set-up. That consists of people standing on ladders in front of “the carpet� but on the street outside the official enclosure. These people are a strange mixture of paparazzi´s , autograph-hunters, nerdy fans, ordinary looking housewife-types and tourists that just wants to see a “star� for real. The ladders are set up before the festival starts and chained to each other, so they can not be moved. Once you got your space, you get to keep it for the rest of the festival. Everyday for 10 days between 5.00 pm and 1.30 am, these people will be there hoping to get a glimpse and hopefully a photo of someone “famous�.
In my opinion these two setups describes the so-called celebrity culture quite accurate. There are two levels, the official “red-carpet� one and the un-official “ladder-one�. The first is a controllable game with defined or negotiable rules; the other one is much more concealed and driven by greed, envy and voyeurism. (You could argue that the first one is too :-). Not the most pleasant human characteristics. It’s a game with no rules and invading other people’s privacy is considered totally all right. (Even though in this case it would be fair to say that the “ladder-people� in Cannes participate on the “red-carpet-peoples� conditions).
We all play a part in this “game� both the ones participating as “objects�, the ones making the set-up’s and creating the hype (like the Cannes Film Festival) and the people that buy or read gossip whether its in a magazine or on the internet.
For someone like the blog-owner it´s not a question of wanting to participle or not but a question of finding a way to live with the phenomenon. Photographing back and writing a stories about it afterwards seemed to me at very nice way to put the whole thing in perspective and at the same time stating, this is the line, don’t cross it!
…and as I have written before, this “celebrity-famous-people-red-carpet-stuff� is all an illusion because underneath whatever clothes we are wearing we are all just human beings and it doesn’t matter if you name is Miriam Meckel or Paris Hilton ;-))
oh @mesm, just saying thanks for this :-)
(but – how dare you … mention mm and ph in ONE sentence!)
Für mich ist es schwierig den Sinn des Roten Teppichs überhaupt zu erkennen. Dient er doch nur den Menschen, die darauf herumspazieren. Die Fotografen Meute drum herum ist Mittel zum Zweck. Je mehr Interesse der Fotografen an der eigenen Person, desto höher steigt der eigene Wert. Diese Wertsteigerung sorgt dann wieder für neue Jobangebote, Interviewanfragen, Werbeverträge und Einladungen zum nächsten Event. Das betrifft diejenigen, die nicht über den Teppich wandeln, weil sie herausragende Leistungen erbracht haben, sondern weil sie ihr Geld durch Selbstinszenierung verdienen. Und die voyeuristische Gesellschaft macht da mit. Ich denke da z.B. an Frau Meyer-Wölden (hallo? Was interessiert mich ein Foto von ihr?) oder mittlerweile auch Boris Becker. Mit 12 Jahren war ich riesengroßer Becker Fan, bin so selbst zum Tennis gekommen und habe ihn schlichtweg angehimmelt. Heutzutage nutzt er das öffentliche Interesse für sich, um Millionenbeträge zu verdienen. Allein dadurch, dass er eine Fernsehsendung für einen Heiratsantrag nutzt, steigt sein persönlicher Aktienkurs und somit die Anzahl der Augen und Linsen beim nächsten Auftritt. Das ist schon ziemlich pervers.
Deshalb denke ich, sind ihre Eindrücke vom Roten Teppich, Frau Meckel, nicht unbedingt auf andere Promis übertragbar. Denen fällt das Lächeln mit Sicherheit leichter, da jede Beachtung Ihren Wert steigert und ihr Konto füllt. Sie, Frau Meckel, könnten tatsächlich durch den Hintereingang reingehen, es würde nämlich an ihrer Person, an Ihrem Job oder ihren Projekten nichts ändern. Aber bleiben Sie bitte drauf, sonst würde der arme Teppich bald verblöden ;-)
:-D @na ich. What do you mean? As I see it the only difference between Miriam Meckel and Paris Hilton (okay, almost ;-)) is that as far as I know Miriam Meckel have never been to prison? Even though according to this video, she might enjoy it, no mobile-phones allowed and no e-mails to answer. The ultimate “Glück der unerrichbarkeitâ€? :-))
Das ist mal ein interessantes Posting, hätte ich nicht gedacht.
Zitat:
Es sind einfache Regeln der Selbstdarstellung, aber sie strengen mich dennoch an: Kopf hoch, Kinn gerade, Bauch einziehen, Schultern zurück (dabei darauf achten, dass die BH-Träger, sofern es überhaupt welche gibt, nicht abhanden kommen) und lächeln. Immer lächeln.
Tapfer, Tapfer. Zitat Ende.
So ungefähr wandle ich jeden morgen (zwar nicht auf einem roten Teppich) die Straße entlang in die Firma in der ich arbeite. Und das schon seit 43 Jahren.
MfG
Red carpet impressions.
Glamour und Show haben ihre Spielregeln, Inszenierung mit Datum und Uhrzeit.
Eine Seite der Medaille.
Für die andere Seite hat Paris Hilton angeblich eine eigene Strategie der Kooperation in Form einer inszenierten Inszenierung.
Ihr Modell scheint nicht auf diejenigen übertragbar, die versuchen unerreichbar glücklich zu sein.
Hi
schreibe vom Neumarkt, wo ist hier der Lampenladen?
Habe es mit Andy W. gehalten und mich zum ersten mal im Leben gemein gemacht, 5 Stunden auf einem Wagen bejubelt zu werden, war anstrengend… aber auch ein Erlebnis…
Habe die Fahne geschwenkt, nicht nur um Party zu erleben sondern um Farbe zu bekennen…
Köln ist einfach großartig, soviele Menschen und doch eine friedliche Stimmung überall, auch meine Befürchtung dass nur Betrunkene herumfallen hat sich nicht bestätigt.
Die schönste Stimmung war in der Apostelstr/Ehrenstrasse, aber jetzt nach all dem im Internet Cafe, möchte ich direkt einen Hubschrauber nach Spiekeroog und zwei Tage nur wenig Menschen sehen…
Köln Aloha…Viva Colonia
and remember:
“Homophobie ist heilbar…”Heterosexualität leider nicht…
Für begeisteret Fans, weil’s so schön ist, sie anzusehen, wie sie sich in Szene setzen kann, pubilicity counts.
http://www.nzz.ch/hintergrund/standpunkte
Sehr interessantes Posting.
Aber haben Sie und Frau Will nicht im November
2007 eben diese Medien fuer Ihre Zwecke
gebraucht?!
Damals gab es mediales Interesse, aber keinen roten Teppich- oder doch?
Danke für den Tipp, Urs Bürgi. MM gab sich redlich Mühe, den beiden Herren hie und da ein Lächeln zu entlocken, abgesehen von der missionarischen Aufgabe, ihnen ihr schlechtes Gewissen für zu spät beantwortete eMails auszureden: “Wir müssen den Mut haben, manchmal ignorant zu sein.”
Die Gedanken über schulvermittelte Medienkompetenz sind interessant und verdienen Verbreitung, auch im Sinn von Peter Glotz.
@ mesm
thank you for lighting up a candle, that gives me – and I think for others too – the opportunity to see more facettes of the “red carpet”-menuet. And the abysses aside.
@ Miranda
Bei aller Begeisterung und Erschöpfung: es besteht keine Notwendigkeit für Heterophobie. Dieser Virus existiert. Ist aber auch heilbar ;-))
Kapitulation, nein, die einzige ehrliche Antwort auf das Theater wäre die Hintertür. Gehen Sie zu einer Veranstaltung wegen dem roten Teppich oder eben wegen dieser Veranstaltung?
Vielleicht bin ich zu naiv, um die gesellschaftliche Funktion der Promenade zu erfassen, aber wird durch die „Selbsterhöhung“ nicht nur Neid geschürt oder eben die Fotografen-Hetzjagd damit erst begonnen?
Welche Kontakte sind denn wirklich wichtig im Leben und werden sie gerade dort geknüpft?
Früher war der rote Teppich ein Zeichen der Ehrerbietung für eine höhergestellte Persönlichkeit und ich finde, da gehört er auch hin.
Da ich die Presseartikel nicht konsumiere, wo solche Bilder gezeigt werden, kann ich mir vielleicht auch gar keine umfassende Meinung über deren Auswirkungen bilden, aber man/frau muss sich nicht zum Sklaven machen oder machen lassen oder doch???
@Walter “Die Gedanken über schulvermittelte Medienkompetenz sind interessant und verdienen Verbreitung” Dem kann ich nur zustimmen. Was allerdings – auch aber nicht nur hier – ungemein wichtig ist, das ist der Austausch der Generationen. In Gesprächen mit meiner Tochter tausche ich Lebenserfahrung gegen aktuelles Medienwissen. Wobei die Seiten auch durchaus mal wechseln. In jedem Fall haben wir am Ende beide dazugelernt.
soweit ich informiert bin, finden die gedanken zur medienkompetenz in schulen und der universitären ausbildung (lehrerinnen und lehrer) bereits verbreitung und sogar umsetzung. allerdings lange nicht in ausreichendem maße. generelle tendenz – glücklicherweise: stark zunehmend!
anstelle eines schulfaches “medienkompetenz” macht es jedoch meiner meinung nach sinn, das aktuelle lehrsystem zu überdenken und digitale medien (nicht nur den pc!) möglichst in jedes fach und den lernprozeß einzubinden (auch in der universitären lehre).
nach wie vor gibt es – auch an der uni – viel zu oft frontalunterricht. d. h. ein mensch steht vor den anderen und erklärt die welt. dies entspricht jedoch nicht der welt der menschen, die es zu unterrichten/”bilden” gilt.
es entspricht also nicht der art und weise der kommunikationsprozesse der “nachwachsenden” generationen. diese sind vernetzt untereinander (online und somit gedanklich). befruchten sich entsprechend auch gegenseitig (jaja, nicht immer positiv ;-) ), sind dezentral organisiert, etc. etc.
die welt der schüler-innen und studenten-innen ist somit oftmals eine andere als die der lehrkäfte. es gilt, die menschen, die etwas lernen wollen, abzuholen, wo sie stehen. ihre welt, bzw. die struktur dieser welt – den netz-werk gedanken – gilt es, zukünftig auf das lehr- und lernsystem zu übertragen und abzubilden.
nicht als einzelnes fach, sondern fächerübergreifend und “fächerintegrativ”. dazu müssen z. b. sowohl die infrastruktur (z b ausreichende und funktionierende pcs im unterrichtsraum, derzeit eine utopie) sowie die notwendige software-struktur existieren als auch interdisziplinarität (also: fachlich inhaltliche vernetzung und “entgrenzung!”) von lerninhalten möglich sein.
vor allem aber müssen die lehrkräfte die notwendige offenheit und motivation mitbringen, bestehende systeme (oftmals ihre eigenen, recht “verstaubten”) zu verändern und sich auch gedanklich zu bewegen. (ot: da haben wirs wieder: mit bildung alleine lässt sich die welt nicht ändern, gebildet ist ja die/der durchschnittliche lehrer-in, dozent-in, lehrbeauftragte ;-) )
vorstellbar ist, dass sich die zukünftigen stätten der vermittlung von wissen möglicherweise zunächst dadurch auszeichnen, dass lernprozesse auch im gegenseitigen austausch und im rollenwechsel stattfinden.
die rolle der lehrerin und des lehrers, der dozentin und des dozenten sowie der lehrbeauftragten wird aufgeweicht und wird sich dadurch auch ändern.
lehrende stehen nicht länger im zentrum des geschehens, sondern vollziehen zeitweise einen wechsel vom lehrenden zum lernenden. toll! das motiviert auch diejenigen, die sich sonst immer noch viel zu oft berieseln lassen (müssen) und passiv konsumieren /bzw. ihren gedanken nachhängen ;-) ).
ich stelle mir vor, dass es langfristig so auch möglich ist, eine gesellschaft zu kreieren, die wesentlich aktiver “dinge” anpackt, als es derzeit geschieht. (ich träume halt gerne ab und zu ;-) )
vielleicht interessant hierzu: in der schweiz ist man in bezug auf die neuen lern- und lehrformen in der schule deutlich weiter als in deutschland. vor allem aber die usa sind den deutschen meilenweit voraus.
Schönen Urlaub, Frau Meckel … spekuliere ich jetzt mal.
OT @Miranda
5. Juli, 15 Uhr
Ich bezweifle, dass Sätze – mögen Sie auch flapsig gemeint sein – wie, Heterosexualität sei nicht heilbar der Sache dienen. Genauso wie umgekehrt die Umdreh-Lehrgänge von Betbrüdern und -schwestern jeder Couleur. Ich hoffe, das war kein offizieller Slogan?
maybe is better to be anonimous
(tinyurl.com/pkf3yu)
@all: happy holidays!
sorry: http://tinyurl.com/p5vwkd
@Tatjana
Sehe ich auch so.
Solange die Medien den eigenen Interessen dienen, ist alles o.k.
Läuft es aber nicht wunschgemäß,dann ist es immer die “böse Presse”……………
@Maria @Tanja
Gibt es einen Beruf, auch wenn man ihn selbst erwählt hat, der einem zu 100 % zu jedem Zeitpunkt nur Angenehmes bietet? Habt Ihr diesen Beruf? Wenn Ja: Herzlichen Glückwunsch. Damit zählt Ihr wohl zu den geschätzten 1 % der Bevölkerung.
Ansonsten schlage ich vor, einmal in sich zu gehen und sich zu fragen ob man nicht auch schon mal bei anderen darüber gejammert hat, was einen im Moment gerade besonders nervt oder herausfordert.
Falls das der Fall ist, bitte ich das Steinchen wieder sinken zu lassen und aus dem Glashaus zu kommen.
Die Puritanerkeule ist hier wirklich übrig.
War kein politisch korrekter Slogan…war flapsig gemeint…
@ Miriam Meckel
Schliesse mich den Urlaubswünschen an….ganz viel Unerreicharkeit und Zeit für die wesentlichen Dinge !
Mir ist es zwar zuwider ein Link von der Bild Zeitung zu setzen, hab nur dass eben entdeckt…
http://www.bild.de/BILD/politik/2009/07/06/anne-will-oder-frank-plasberg/streit-ueber-moderator-kanzler-duell.html
Mir wär´s sowohl als Moderator als auch als Zuschauer wurscht …
Von mir aus moderiert Kermit der Frosch ;)
@Siegmund
Ich bin sicher, es gibt eine salomonische ARD-Lösung … was ein Widerspruch in sich ist ;-)
in der föderalen ARD-Struktur zanken sich WDR-Intendantin und NDR-Intendant; ihre “Waffen” sind die Ikonen der jeweiligen Sendeanstalt.
Ich bin sicher, MDR und RBB oder…, oder… haben ebenfalls Moderatoren und Moderatorinnen, die zudem gewährleisten würden, dass die Konzentration beim sogenannten “Kanzlerinnen-Duell” bliebe.
Hier wird das Sommerlochhema Will oder Plasberg wieder hochgekocht.
@Maria
Klappern gehört zu diesem Mediengeschäft, dass weiß MM nur zu gut. Aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt, hier ist es der rote Teppich. Alle sind an dieser Stelle bereit, sich der Presse zu zeigen und sich anzubieten.
Wenn aber ‘Wegelagerer’ versuchen, mit miesen und unwürdigen Aktionen, in das Privateste einzudringen, hört der Spaß auf. Und das ist der Grundtenor MM’s Artikel!
Ja, dann mal gute Erholung, Frau Meckel.
Ich hab auch die letzte Woche! *freu*
OT
Heute ist übrigens der Tag der rutschenden BH-Träger. Und das auf grauer Auslegeware.
Fazit: Vor Gott und dem Teppich sind alle BH-Träger gleich.
Leise fluchende Grüsse, Dowanda
@Dowanda
:-D
@Dowmada and everybody else – you finally got IT!
The most important qualification for being a true celebrity is the ability to keep you bra in place in critical situations and whenever needed.
Off course this only goes for female celebrities – and maybe a few male? – I think ;-)))
„Solange die Medien den eigenen Interessen dienen, ist alles o.k.“
Die beiden Damen hatten es für ihre Karrieren doch gar nicht nötig mit ihrem Privatleben in den Boulevardzeitungen vorzukommen.
Interessant, was eine seriöse Zeitung wie die FAZ, kurz bevor AW mit ihrer Talkshow auf Sendung ging, schrieb. Klingt fast wie eine Drohung:
Und sie legt Wert auf Distanz. Auf eine Distanz, die sie selber hält, vor allem zu den Politikern, die man aber auch zu ihr halten möge.(…)
Doch sie ist nun auch eine noch öffentlichere Person, als sie dies zuvor in ihrem Job bei den „Tagesthemen“ war. Mit dem Interesse an ihrer Talkshow wächst das Interesse an ihrer Person. Wer das nicht schlankweg bedient und nicht selber Auftritte privater Natur hinlegt, bekommt heutzutage schnell zu spüren, welche Ansprüche die lieben Kollegen auf der Suche nach einer Geschichte stellen, und zwar nicht nur die von den bunten Blättern.“
FAZ
Fakt ist, das beide 2007 die Bildzeitung benutzt
Haben. Gerade die “Bild“! Auch die jagen die VIP
Fuer “das“ Foto.
Mein Beruf @ Dowanda steht hier nicht zur Debatte
und ich beklage mich auch nicht oeffentlich ueber
dessen Nachteile.
Fakt ist, dass plötzlich mal wieder tanja auftaucht, 2009, und das MM Blog benutzt.
Honni soit qui mal y pense
In der Süddeutschen Zeitung kommentiert ein Leser diesen Artikel wie folgt:
“Mein Mitleid hält sich in Grenzen.”
Der Mann hat recht.
herr, wirf dies vom himmel!
@ antje
Ich muss nicht staendig hier mitmischen.
Was nicht heisst das ich den Blog nicht genau
verfolge. Und wenn ich meine hier meine
Meinung ab zu geben, dann tue ich dies ob
es dem Ein oder Anderen gerade passt oder
nicht!
Es haben leider schon einige den Blog verlassen
“ich stelle mir vor, dass es langfristig so auch möglich ist, eine gesellschaft zu kreieren, die wesentlich aktiver “dingeâ€? anpackt, als es derzeit geschieht.”
(na ich am 5. Juli 2009 um 23:17 Uhr)
Wie könnte das gehen? Im und durch das Internet, jedoch ohne profitorientierte Manipulation?
Unter Aufhebung der Gegensätze in unserer Mediendemokratie? (tinyurl.com/mdqkdx)
Indem wir mehr zusammenrücken, etwa durch die Idee des Grundeinkommens? (grundeinkommen.de/die-idee)
Oder unter einer starken Regierung, die endlich einmal “durchregiert”?
Der Zweck darf nicht die Mittel heiligen, sowenig wie die öffentliche Beachtung in einer Aufmerksamkeitsökonomie.
Wie wäre es mit einer Gesellschaft, die diesen Starkult nicht mehr nötig hat, weil ein Mensch als Mensch geschätzt wird und nicht erst als Celebrity (celebrity.de) oder Promi oder wie auch immer?
Vielleicht würden einige dann weniger verdienen, aber vielleicht hätten viele auch mehr davon.
@ na ich
oh ja, BITTE!!!
@ Walter
Meine, diese “Gesellschaft” besteht – jedoch nicht als großangelegter Entwurf für ALLE gültig. Allerdings als Mikroentwürfe, die ganz sicher ihre Auswirkungen auf Makroebenen haben. Internet KANN da eine Transmitterrolle spielen – sofern Membranen mindestens nach einer Richtung permeabel sind. Doch viel mehr kommt es doch auf das Miteinander im “richtigen Leben” an!
Der Wunsch nach einer “durchregierenden Regierung” lässt meine Nackenhärchen sich rühren. Denn das geht so nicht mehr – hoffe ich – nachdem der europäische und der globale Geist aus der Flasche sind.
Ein Grundeinkommen klingt sehr verlockend – allerdings ist es nicht gleichbedeutend mit “Zusammenrücken”, da es allein auf monetärer Basis beruht.
Las gerade im aktuellen Spiegel die Artikel über die BIZ, die Bank aller Notenbanken in Basel und – dramaturgisch echt erhellend – den gleich auffolgenden über die Verurteilung von Mr. Madoff.
Kurz mein Resumee: der exklusive BIZ Zirkel huldigte anscheinend Herrn Greenspan – entgegen aller warnender Stimmen. Möglicherweise einfach weil er psychologisch gesehen DIE Celebrity war. Den warnenden Präsentationen eines Kanadiers namens William White, die ab 2003 pointierter wurde begegnete Herr Greenspan mit Ignoranz. Gefolgt von einem großen Teil der “ehrenwerten” Gesellschaft BIZ, die White als “Sonnenscheinchen”verspottete. So: die Krise demaskiert nun Schein und Sein.
Nun Herr Madoff: zu recht verurteilt. Doch scheint es unklar, welchen Flurschaden er tatsächlich verursacht hat. Dieser möglicherweise auch aufgeplustert wurde wie zuvor der “Erfolg”.
Was ich sagen will: es gibt Red-Carpet Bank-/Wirtschaftsmenschen, Red-Carpet Politikmenschen, Red-Carpet Medienmenschen und wieviele Red-Carpets immer. Einen interessanten Ansatz dieses Postings sehe ich darin, zu gucken, wer all dies Menschen warum zu Red-Carpet-Menschen macht. Auch runterzubrechen bis dahin, welches mein Anteil ist. Mich zu hinterfragen, warum ich wem den roten Teppich ausrolle. Oder für wen ich ihn gerne ausgerollt wüßte.
Oder warum sich Menschen klein machen, damit andere größer wirken.
Vielleicht bewirkt die Ambivalenz- sich klein fühlen, dabei groß sein wollen, dieses Star- System? Die Medien fokussieren auf einzelne, schneiden sie förmlich heraus aus der Gruppe und Gemeinschaft. Unsere Gesellschaft setzt diese Handlung fort und unterscheidet zwischen beachteten Prominenten- früher Herausragenden- und der unbeachteten aber notwendigen Masse aus Bewunderern, Fans und auch Gleichgültigen.
Das Star- System vor Ort durch eine Umkehrung der Perspektive in Frage zu stellen, ist im Grunde subversiv und- allein gegen alle- auch mutig.