MM_Duerrenmatt
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7. Juli 2009, 11:21 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Der Wert der Bewertung

Als ein Freund von mir kürzlich nach Berlin reiste, hatte er wie immer seine Hotelbuchung im Vorfeld über das Internet getätigt. Beim check-in in einem neuen Fünf-Sterne-Plus-Hotel zeigte er seinen Buchungsbestätigung vor und stiess auf Unverständnis. Man habe leider keine Reservierung vorliegen und daher auch kein Zimmer für ihn, das Hotel sei vollständig ausgebucht. Mein Freund insistierte und verwies auf seinen Ausdruck – ohne Erfolg. Nach minutenlangen vergeblichen Verhandlungen bat er, wenigstens kurz das Businesscenter des Hotels nutzen zu dürfen. Was er dort wolle, fragte der Herr an der Rezeption. Er wolle nur kurz seine gerade gemachte Erfahrung bei tripadvisor.com eingeben, antwortete mein Freund. Er hat dann doch noch in dem Hotel übernachtet – in einer Suite, aber zum regulär gebuchten Preis.

Die Übernachtung in der Suite mag er mit 200 Euro bezahlt haben. Die mehreren hundert Euro, die sie normalerweise gekostete hätte und die mein Freund nicht begleichen musste, berechnen sich in einer anderen Währung. Ihr Name ist Aufmerksamkeit und mit ihr wird ein Wert festgesetzt, der im Internet täglich wächst. Er ergibt sich aus Beurteilungen, wie sie mein Freund als Kunde abgibt, im Internet veröffentlicht und anderen potentiellen Kunden zugänglich macht.

Im globalen Netz entsteht derzeit ein System umfänglicher Bewertung von Produkten, Dienstleistungen, Kontakten und ihrer jeweiligen Qualität durch Nutzer und Kunden. Mit diesen Ratings bekommen die Kunden neue Macht. Denn sie werden zu Wegweisern für nachfolgende Nutzer und Kunden, die sich an diesen Bewertungen orientieren. Wird ein Hotel beispielsweise mehrfach schlecht beurteilt, weil Zimmerqualität und Serviceleistung nicht dem Übernachtungspreis entsprechen, werden nachfolgende Gäste nach Alternativen suchen – zu ihren Gunsten und zum Schaden des Hotels.

Der Philosoph Georg Franck hat vor mehr als zehn Jahren in seinem Buch zur „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ bereits theoretisch vorhergesagt, was die vernetzte Gesellschaft des Internetzeitalters nun konsequent in die Praxis umsetzt: Was nicht (positiv) beachtet wird, ist nichts wert – auch kein Geld. Deshalb wird im Internet inzwischen fast alles bewertet: Hotels, Restaurants, die öffentlichen Verkehrsmittel, Fluglinien, Ärzte, Professoren, Lehrer, der Friseur um die Ecke oder der Bäcker und seine Weggli.

Schon 2007 hat das US-amerikanische „PEW Internet & American Life Project“ herausgefunden, dass jeder Dritte Amerikaner im Internet regelmäßig etwas bewertet. Fast die Hälfte aller Amerikaner suchen im Netz nach Bewertungen, mit deren Hilfe sie ihre Entscheidung überhaupt erst treffen oder verbessern können.

Für den einzelnen Kunden ist das eine erfreuliche Entwicklung, kann er doch mit Hilfe der Fremdbewertungen im Netz herausfinden, welches Angebot ihm in seiner jeweils aktuellen Nachfrage am besten entspricht. Und generell führen solche Bewertungen zu einer öffentlich sichtbaren und nachvollziehbaren Qualitätskontrolle, der sich kein Anbieter mehr entziehen kann, will er sein Business nicht nachhaltig in Gefahr bringen. Inzwischen muss selbst ein Arzt, der seine Patienten regelmässig zwei Stunden warten lässt, ebenso damit rechnen, dass diese Form der Behandlung kommuniziert und kritisiert wird, wie ein Professor, der seine Studenten mit abgelesenen Texten in der Vorlesung langweilt.

Auch das Spektrum von Bewertungskriterien setzen die Kunden selbst fest und gehen dabei ungewöhnliche Wege. Wie man für sich als Professor das Kriterium „Hotness“ operationalisiert, das die amerikanische Plattform „RateMyProfessors“ vorsieht, ist mir auch noch nicht ganz klar. Die Scorecard des derzeitigen Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman, Professor in Princeton, zeigt in dieser Kategorie eine Null. Bewertungen bleiben auch im Internet relativ.

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99 Reaktionen

  1. 8. Juli 2009, 12:55 Uhr, von Arlette
    051

    Wer bewertet eigentlich die Bewerter? ;-)

    (Sollte dies schon irgendwo in den obigen Kommentaren besprochen worden sein, so möge man mir verzeihen – hatte keine Zeit, um alles zu lesen)

    Antworten
  2. 8. Juli 2009, 13:05 Uhr, von Jon
    052

    „wenn man sich dann noch die Frauenquote betrachten, dann liegen die ja völlig daneben“

    Zur Frauenquote: durchgesetzt hat sich die Intendantin des WDR.

    Ich finde Plasberg ziemlich gut – Thema Bewertung ;) – gut als Unterhalter. Ob er das intellektuelle Format für so eine Sendung hat, bezweifle ich – noch.

    Antworten
  3. 8. Juli 2009, 14:39 Uhr, von Siegmund
    053

    Es gibt ja auch uni-eigene Evaluationen. Bei uns hat der Prof eigenhändig den Link zum Bewertungssystem verteilt und uns sogar aufgefordert, daran teilzunehmen.
    Professionell, ohne Angst vor schlechten Noten von Studierenden.
    Deswegen verstehe ich auch die Bedenken nicht. Dass es Lehrer gibt, die bis vors BGH ziehen … als ob es keine anderen Probleme (auch in der Schule !) gäbe.
    Ich glaube, dass die Wirkung solcher Bewertungen überschätzt wird. Selbst wenn jemand schlecht bewertet wird, hat dies kaum Konsequenzen. Und positive Einschätzungen sind ohnehin die Regel.
    Man muss aber auch sehen, dass die wirkliche, reale Kontrolle auch erhebliche Defizite aufweist. Etablierte Profs sind quasi unangreifbar. Beschwerden von Studierenden so gut wie chancenlos.
    Das Beispiel hinsichtlich der Bio-Lehrerin fand ich treffend, auch bei Lehrern herrscht oft Uneinsichtigkeit.
    Da also eine reale Kontrolle kaum möglich ist, greift fast zwangsläufig eine selbstorganisierte, virtuelle Kontrolle über das Internet. Ein wirklicher Ersatz ist dies jedoch nicht.
    Mehr Zivilcourage im wirklichen Leben wäre die Lösung.

    Antworten
  4. 8. Juli 2009, 15:50 Uhr, von Susa
    054

    @ Siegmund
    Die Bewertung hat bei uns wirklich kaum Konsequenzen.

    Heute morgen durfte ich eine weitere Vorlesung bewerten und ich glaube, dass die Evaluation wieder dasselbe ans Tageslicht bringen wird, wie letztes Jahr. Der zu bewertende Prof. ist schon „etwas“ länger dabei und man brauch gar nicht seinen Namen nennen, es reicht der Veranstaltungstermin, und jeder weiß, wer es ist.
    Er hat eine notorische Abneigung gegen Mikros und in Säalen mit über 200 Leuten ist es nicht ganz einfach ihn ohne Mikro in der letzten Reihe zu verstehen. Der Drang in der ersten Reihe zu sitzen, ist doch sehr groß.
    Die Folien sind von anno Tobak. Irgendwann aus den 90er-Jahren. Eine Kommilitonen hatte sich vor Jahren schon mal diese Vorlesung gemacht und hat dies bestätigt, dass sich nichts geändert hat.
    Glücklicherweise hat er ein Buch geschrieben, in dem alles genaus so, wortwörtlich, gedruckt ist, wie er es in der Vorlesung referiert. Man könnte sich diese auch sparen und nur das Buch bearbeiten, das Ergebnis wäre dasselbe.
    Letztes Semester nach der Evaluation meinte er, er will sich bessern, was ist passiert? Nichts! Ich glaube, da kann man sich noch so oft beschweren, dass interessiert nicht.
    Die Forschung geht dann wohl doch über die Lehre!

    Bin gespannt, ob wir unser Exzellenz-Titel weiterbehalten dürfen, auch wenn sich der jetzige nur auf die Forschung bezieht. In der Lehre werden wir ihn bestimmt nicht bekommen

    Antworten
  5. 8. Juli 2009, 16:19 Uhr, von Dido
    055

    @Ramona….
    Lehrer bewerten ihre SchülerInnen aber nicht im Internet. Die SchülerInnen erhalten ihre Bewertungen persönlich. Ihre Noten werden nicht für alle Welt öffentlich gemacht – ein direktes Gespräch in angemessenem Ton ist doch immer zu bevorzugen und wird mehr zum Nachdenken anregen als öffentliches an den Pranger stellen!!!!!

    Antworten
  6. 8. Juli 2009, 16:46 Uhr, von Ramona
    056

    @Dido, natülich ist das persönliche Gespräch zwischen Lehrer und Schüler immer die bessere Lösung.
    Aber jeder von uns kennt Situationen, wo ein völlig frustrierter Lehrer Mitschüler unqualifiziert vor versammelter Klasse zusammengefaltet hat.

    Das an den Pranger stellen ist eben bei spickmich.de nich erwünscht und nicht möglich. Sonst hätte das BGH nicht so entschieden, wie es entschieden hat.
    Lies bitte meine Einträge nochmal nach.

    Antworten
  7. 8. Juli 2009, 17:45 Uhr, von US
    057

    Spickmich-Urteil gefährdet Meinungsmacher im Web.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,632168,00.html

    Hallo @ Ramona,
    da ist noch nicht alles entschieden.

    Schönen Abend noch euch allen.

    Antworten
  8. 8. Juli 2009, 18:16 Uhr, von Miranda
    058

    Probiere gerade nicht ständig zu werten bei Plasberg fällt es mir schwer),da es alles nur subjektiv ist und oft hat Wertung auf der persönlichen Ebene eben auch mit Verletzung zu tun, auf der sachlichen Ebene lässt es sich streiten, dass was ich als gut empfinde, kann ein anderer doch völlig daneben finden´.
    Wo will man denn da die Trennlinie in der Objektivität ziehen?

    Antworten
  9. 8. Juli 2009, 18:34 Uhr, von Dowanda
    059

    @Miranda
    Weil es keine unbedingte Objektivität geben kann. Wir alle haben unterschiedliche Standpunkte. Und wenn wir gleiche Standpunkte haben, heisst das noch lange nicht das wir sie aus dem selben Grund haben. Trotz gleicher Standpunkte und gleicher Motive kann aber unser gewünschtes Ziel unterschiedlich sein.
    Ich denke, da gibts keine Lösung und keine Antwort. Aber hunderte von beidem.

    Antworten
  10. 8. Juli 2009, 19:41 Uhr, von Martina
    060

    Ich kann mich nur anschliessen mit alle die an freunde die Bewertung fragen, freunde wissen was ich mag und was nicht, und umgekehrt. Nur wer dich kennt kann dir was nützliches empfehlen!

    Wegen der Bewertung an den Lehrern kann ich nichts dazu sagen aber…

    Seit Jahre bekomme ich eine jährliche Bewertung wo ich 2 oder 3 punkte unten dem “Ziel? bin (und so wird auch bleiben wegen meine tiefen Grunde). Jedes mal gehe ich raus (das habe ich jetzt gelernt, früher habe mich sehr aufgeregt!) von Gespräch und lasse es glauben “dass ich glaube? dass sie mich “konstruktive? bewertet haben!
    Wenn aber wir dem Bewertung Formular von meine “Chefin? bekommen, kommt erst eine Email wo man sie sich soooooooooooooooooo aufregen kann (oder man lernt weiter), da steht ein Satz wie “Bitte achten dass die Bewertung ist genau für diese Person gemeint und nicht für die Firma, für die Krisensituation oder für wem wir arbeiten (unsere Kunde)?, danach kommt die Chefin selber und sagt an jeder von uns das gleiche.
    Am ende kommt die Bewertung erst in einen Meeting wo um die “nicht gutes Grafik Bereich? Kommentar wie “die kennen mich nicht- die sind die neue/die haben bestimmt die Situation oder das System welche wir zum arbeiten benutzen bewertet? ausgelassen werden und man macht sich selbst als “WONDERWOMAN? über die gute Bewertung Grafik Bereich.
    Nach etwa 2 Stunden nach dem Meeting kommt online (intern) die Bewertung Resultat wo erst die .xls Tabelle sich leer öffnen (Upload-kann man lernen:-)) und ich (und nicht nur ich) frage mich dann: Wozu eine Bewertung?
    Ich weiß das dass eine untypisch situazion ist, aber das lässt mich immer mehr lernen ;-)

    P.S. Wer hat den Sommer geklaut???

    Antworten
  11. 8. Juli 2009, 20:07 Uhr, von Mafalda
    061

    Bewertung kann auch so gehen. War mal Schichtleiterin in der Küche eines 4-Sternchen-Hotels einer Kette. Eine großangelegte Qualitätsoffensive schloß auch die interne, unangemeldete Kontrolle durch ein renommiertes Hygieneinstitut XY ein. An einem Vormittag, klingelte das Telefon. Eine Kollegin ging ran. Kam dann zu mir und sagte, „Du das … [„Ketten-Schwesterhotel in der Nähe“] hat angerufen. Ob XY schon bei uns waren. Der Küchenchef war grad im Abteilungsleitermeeting bei der Hotelchefin. Ich rief im Sekretariat an und sagte „Bescheid“. So schnell war ein Leitungsmeeting nicht aufgelöst worden. ALLE, vom Küchenchef bis zur ersten Hausdame, dem Food&Beverage-Manager bis zum Restaurantchef und natürlich alle anwesenden Küchenposten wuselten durch Kühlhäuser (Abdecken; Mindesthaltbarkeit checken], durch die Postenkühlschränke (Sauberkeit), auf den Arbeitsflächen und in der Spülküche rum. Nach etwa 30min kamen die VertreterInnen des Instituts in Begleitung der Direktorin und entnahmen ihre Proben. Ein paar Tage später kam der Küchenchef auf mich zu mit dem Auswertungsbogen und verwies stolz auf den hohen Hygienestandard, den dieser dokumentierte. Ich dachte, ich sei im falschen Film …

    Antworten
  12. 8. Juli 2009, 20:42 Uhr, von Martina
    062

    O.T.: G8 aus Acquila:

    http://tinyurl.com/kqel6a

    Antworten
  13. 8. Juli 2009, 20:47 Uhr, von Mafalda
    063

    @ Martina
    Isn´t it cynical to organize an expensive, ressource-demanding G8-Meeting in a region, that lacks ressources to overcome an earthquake-ramp? Oh Mr. Berlusconi, what are you doing to and with your country?

    Antworten
  14. 8. Juli 2009, 20:53 Uhr, von Dowanda
    064

    @Mafalda
    Würde er in einem Luxushotel auf Capri absteigen, würde es heissen es prasst während dort die Leute in Zelten schlafen.

    Antworten
  15. 8. Juli 2009, 21:11 Uhr, von Martina
    065

    Bis jetzt Zelt nur wer von erdeben betroffen worden ist, wie lange noch? who knows? certainly not me!
    Mr.Berlusconi Liebe Mafalda hat NUR gesagt dass alle die jüngere Leute die in Italien keine Job haben, zu dem Linke Partei gehören, also aufwachen und für die nächste Wahl…und danach gibt es sofort ein Job für alle ;-)))

    Antworten
  16. 8. Juli 2009, 22:44 Uhr, von Mafalda
    066

    @ Martina
    …. – sagt alles

    @ Dowanda
    Was meinst Du? Erklärs mir bitte.

    Hab es so verstanden:

    Capri hat, neben Fischerei allein Tagestourismus als Einnahmequelle. Und Fischerei gehört inzwischen zu „Folklore“(nicht abwertend gemeint, eher traurig. Kenne das von La Gomera.) Sozusagen Langzeit-Ramp. Deren gibt es viele in Italien. Martina ist die Expertin.

    Fände es fatal, wenn ein Notstand gegen den anderen ausgespielt würde.

    Doch es ist Zynismus, daß Berlusconi gerade in den aktuell präsentesten Notstand einlädt, um – das ist nun Spekulatius – Geld zu aquirieren für sein Medienimperium. Oder noch schlimmer: um zu „dokumentieren“, wie eifrig er doch ist beim „helfen“. Und danach bewertet wird…

    Antworten
  17. 9. Juli 2009, 7:36 Uhr, von Dowanda
    067

    @Mafalda
    Ich meine nur, dass es schwierig ist, sich nach so einer Katastrophe für einen angemessenen Ort zu entscheiden. Ich denke, man kann in solchen Situationen wenig richtig machen. Berlusconi noch weniger weniger, als viele andere.

    Antworten
  18. 9. Juli 2009, 7:43 Uhr, von b
    068

    …sie sind v.a. selbstselektiv…und daher etwas problematisch.

    wenn man selbst nichts messen möchte, muss man doch gar nichts operationalisieren…

    Antworten
  19. 9. Juli 2009, 8:30 Uhr, von Dowanda
    069

    … ich sollte mehr Kaffee trinken, was ich an Schreibfehlern produziere. Da graut dem Morgen.

    Antworten
  20. 9. Juli 2009, 10:06 Uhr, von Miranda
    070

    Über den Titel des momentanen Postings könnte ich lange nachdenken…

    Wertvoll, die Definition von Wert alleine ist so vielfältig, ich verbinde mit Werte eher die ideele Definition, aber vergesse dabei dass Werte auch rein pragmatisch sein können.

    Den Wert einer Rolex oder die eines neuen Mercedes ist klar messbar.

    Die Wertung nach den besten Hotels in einer Ranking Liste oder die der best getesteten Kamera kann ich ja noch nachvollziehen aber die Bewertung von anderen Personen ist auf manche Weise seltsam.
    Besonders in Kategorien die die Medien ansetzen.
    Ich finde es zum Teil anmaßend über alles und jeden eine Wertung abzugeben, nicht dass ich dss noch nie gemacht hätte, aber ich hinterfrage dass einfach jetzt sehr viel mehr als früher.

    Habe dazu ein Beispiel, dsap am Wochenende in einer „angesagten“ Kölner Szenekneipe ( wer hat die jemals auf eine Ranking Liste gesetzt?, wer entscheidet was angesagt ist?…) und bemerkte dass rundrum bei Nachbartischen dass Lieblingsthema war, herzuziehen über vorbeilaufende Passanten…so Sätze wie: „dass geht ja gar nicht“,
    und andere dumm dreiste Sprüchen von eigentlich vernünftigen Enddreissigern zu hören hat mich ehrlicherweise abgestossen…

    Dieser Trend Strömungen hinterherzulaufen, mich angesagt zu kleiden, diese Labellisierung, nicht dass mir dass ganz fern ist aber wer bestimmt da mit?Und warum gibt es so wenig Individualisierung sondern eher Angepasstheit ( wieder eine Wertung meinerseits)

    Aber Wertungen über andere abzugeben ist auch leichter als einfach mal bei sich zu bleiben..aber vielleicht ist da die Angst vor der eigenen Leere auch nur zu groß…

    Antworten
  21. 9. Juli 2009, 10:08 Uhr, von Miranda
    071

    Oh oh ich schreibe ohne Komma…

    Antworten
  22. 9. Juli 2009, 10:27 Uhr, von Dowanda
    072

    @Miranda
    Eine meiner Lieblingskategorien im ZDF-Teletext ist „In/Out“. Sagenhaft, was die sich da alle Tage aus den Fingern saugen. Das hat für mich schon Suchtpotential: Reingucken und Ereifern.

    Antworten
  23. 9. Juli 2009, 14:38 Uhr, von Dido
    073

    Noch mal zu Ramona:
    Ich las Deinen Text genau und bleib dabei:
    Lehrerbeurteilungen haben nichts im Internet verloren.
    Von mir aus sollen Kritikpunkte schulintern geäüßert und bearbeitet werden. Damit wäre es in einem angemessenen Forum.
    Wie gesagt: Ich stelle Schülerzeugnisse auch nichts ins Internet.
    Auch qualifizierte Kritik an meiner Arbeit möchte ich nicht – und sicher Du auch nicht- im Internet, für jeden lesbar, finden.
    Das muss alles in einem angemessenen Rahmen stattfinden – dann erst macht es Sinn und kann zu Veränderungen führen!

    Antworten
  24. 9. Juli 2009, 14:45 Uhr, von Dowanda
    074

    @Dido
    Vielleicht ist es mit den Bewertungen des Lehrkörpers durch die Schüler ähnlich wie mit dem Rauchverbot in Deutschland.
    Bei letzterem gabs ja zuerst von Seiten des Gesetzgebers die Hoffnung, dass durch eine freiwillige Selbstverpflichtung Nichtraucherräume geschaffen werden und generell der Schutz vor Passivrauch durch die Wirte in Eigenregie umgesetzt wird.
    Passiert ist nichts. Das Resultat davon ist nun ein Nichtraucherschutz, der zum Teil aus Absurdistan grüssen lässt.

    Ähnlich vielleicht in den Schulen und Universitäten. Bis auf wenige Ausnahmen, die es geben mag, ist mir bisher noch nie von einem Bewertungmodus zu Ohren gekommen, den eine Schule freiwillig eingeführt hätte. Eine Chance zu einem konstruktiven Feedback, das Schüler ihren Lehrern geben können. Ein Feedback, dass auch Ernst genommen wird und aus dem auch Konsequenzen abgeleitet werden und Schritte gesetzt. Nun gibt es also vermutlich als Reaktion darauf diese online-Plattformen.

    Antworten
  25. 9. Juli 2009, 15:17 Uhr, von Jojo
    075

    nur so am Rande
    eben auf der T-online Seite gesehen

    Yoga-Guru will Schwule „heilen“Erschienen am 09. Juli 2009
    Mit Atemübungen und Meditation will Indiens bekanntester Yoga-Experte die nach seiner Ansicht „unnatürliche“ Homosexualität bekämpfen. Schwuler Sex sei eine „Krankheit“, die durch Yoga geheilt werden könne, führte der aus dem Fernsehen im ganzen Land bekannte Swami Baba Ramdew aus.

    Yoga eben

    Antworten
  26. 9. Juli 2009, 15:25 Uhr, von Dowanda
    076

    @jojo
    Bin ich froh, bin ich ne Lesbe …

    Ich finds immer schön, wenn sich Religionen, Staaten, Ethnien so sehr mit sich selber beschäftigen – das ist dann immer selbst erklärend, weshalb sie auf keinen grünen Zweig kommen. So soll es beispielsweise in Teilen Afghanistans deswegen keine Telekommunikationsinfrastruktur geben, weil die Dorfältesten Angst haben, Männer (also wohl sie selber) könnten auf die Masten klettern und die Frauen in den Höfen beobachten.

    Antworten
  27. 9. Juli 2009, 15:37 Uhr, von Dido
    077

    Soll ich dann noch Yogi-Tee trinken?

    Antworten
  28. 9. Juli 2009, 16:08 Uhr, von Miranda
    078

    @Dido

    dass überlege ich auch gerade, trink den eigentlich gerne???

    Antworten
  29. 9. Juli 2009, 16:35 Uhr, von irgendeine Userin
    079

    @Dowanda

    Käme bei Lehrkörperbewertung auf das Alter der Schülerinnen an, mutmaße ich mal.
    Wobei ich denke, eine frühe Kulturvierung von Feedbacks würde schon einiges bringen. Brächte Fremd- und Eigenbild ein bisschen zusammen.

    Ich kenne Bewertungsbögen für Trainerinnen in Seminaren.

    Und was das Nichtrauchendeschutzgesetz angeht, geht es mir hier in Hessen/ Rhein-Main-Gebiet seitdem recht gut.
    Ich hab auch das Gefühl, dass es gut umgesetzt wird – von beiden Seiten.
    Okay, wirklich bewerten kann ich es nicht, da ich selten in Kneipen gehe, in denen das Rauchen erlaubt ist.
    Aber in einem „Szene“lokal in Ffm wurde einfach ein Teil zum Rauchbereich abgeklemmt, so dass Essen rauchfrei stattfinden.
    Im Sommer ist es sowieso relativ, da alle im Garten sitzen.

    (Auch wenn ich jetzt Schelte bekomme: Ich hätts am liebsten, wenn Rauchen auf offener Straße gänzlich verschwände…
    Okay, das ist mein Wohlbefinden. Weil Rauch fliegt witzigerweise immer in die Richtung der Nichtrauchenden…)

    Antworten
  30. 9. Juli 2009, 16:37 Uhr, von irgendeine Userin
    080

    @Dido

    Meine volle Zustimmung. :-)

    Besagte Bewertungsbögen für Trainerinnen bekommen diese auch nur persönlich.

    Antworten
  31. 9. Juli 2009, 16:42 Uhr, von Jojo
    081

    @irgendeine Userin am 9. Juli 2009 um 16:35 Uhr…

    …und Hunde immer zu denen die keine mögen…

    Antworten
  32. 9. Juli 2009, 17:10 Uhr, von irgendeine Userin
    082

    @Jojo

    Ja.
    Das Schicksal ist gemein und ungerecht! ;-)

    Antworten
  33. 9. Juli 2009, 17:24 Uhr, von Dowanda
    083

    Na, na …. Mädels, ich stelle mal ein virtuelles Kännchen mit Sweet Chai in Mitte. Wir wollen uns doch den Yogi Tee nicht verderben lassen, nur weil offenbar jemand sehr tief einatmet. Wie wir wissen, muss das was man tief einatmet auch wieder raus. Manchmal ist es soviel, dass eine Öffnung für den Druckabbau nicht reicht … das hört sich dann eben so an.
    Zugegeben, kann ich leicht flapsig sein. Sagt bei uns der Papst so was intelligentes, rennt wenigstens nicht unbedingt ein wütender Mob hinter uns her.

    Antworten
  34. 9. Juli 2009, 17:25 Uhr, von Dowanda
    084

    Wer keine kleinen Kinder und keine Hunde mag, kan kein schlechter Mensch sein.
    Hab leider vergessen wer das gesagt hat :-) Tucholsky?

    Antworten
  35. 9. Juli 2009, 20:39 Uhr, von Antje
    085

    Wenn man das liest, kann man sich über die beschriebene Erstreaktion nur sehr wundern.
    http://www.zeit.de/2009/29/Krisenhotels

    Antworten
  36. 9. Juli 2009, 22:32 Uhr, von Mafalda
    086

    Meist hab ich bei dem Bewertungswahn das Gefühl:

    it´s just faking evidence.

    Das Copyright liegt in dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“.

    Antworten
  37. 10. Juli 2009, 8:25 Uhr, von Lucia
    087

    Vor allem einige Referendare, aber auch einige andere Lehrer, praktizieren diese Rückmeldung durch Schüler. Ich mache das auch, z. T. mithilfe von detaillierten Feedback-Bögen, z. T. in offeneren Formen (bisher immer anonym). Ich habe bisher nur positive Erfahrungen damit gemacht, vielleicht auch deshalb, weil ich selbst sehr darauf achte, dass in meinem Unterricht eine konstruktive Kritikkultur vorhanden ist. Die SuS sollen ihre Arbeiten untereinander konstruktiv kritisieren und ich tue dies auch, wenn Bedarf besteht. Genauso sollen sie mich kritisieren. Ich gewinne gute Hinweise dadurch, kann einige blinde Flecken besser erkennen, gewinne aber auch Selbstbewusstsein. Ich sage den SuS jeweils, welche Schlüsse ich aus ihren Rückmeldungen ziehe, was ich nicht ändern kann/möchte, was ich verbessern möchte (immer mit dem Zusatz, dass ich mich bemühen werde, aber nix versprechen könne;)) und womit ich zufrieden bin.
    Andere Kollegen stehen dem Procedere durchaus nicht ablehnend gegenüber, warnen mich aber auch z. T. davor und befürchten ein Wunschkonzert etc. Ich habe noch keine langjährige Erfahrung, kann mir aber auch vorstellen, dass es in einigen Gruppen sehr schwierig sein kann.

    Antworten
  38. 10. Juli 2009, 9:15 Uhr, von Yolande Langendijk
    088

    My Professor:

    Meine Professor ist obwohl 25 Jahre alter viel Junger und ‘hotter’ als ich. ‚Hotness’ ist eine total unapropriate rating Kriterium. Kein wunder es wird da kaum ge-rated. Beware, you might burn yourself! *g*

    Unsere Professor

    Also: Gute Morgen; Wie geht’s; Wie gehen eure ‚Skales’?

    Freundlichen Grüssen,

    Antworten
  39. 10. Juli 2009, 11:20 Uhr, von Walter
    089

    Vielleicht werden wir in eine Falle gelockt, wenn wir uns an Ratings ebenso uneingeschränkt wie unkritisch beteiligen, sogar im social web. Mit statistischen Methoden und der Omnipräsenz komplexer Suchmaschinen ist data mining, die Erfassung und Auswertung von Daten nicht nur auf speziellen Bewertungsseiten sondern auch auf den Textseiten von Blogs und Twitter möglich.
    Dies scheint erst der Anfang:

    „Today’s ratings are only the raw material for what’s to come. Rearden Commerce’s Web-based personal assistant already helps employees in corporations like ConAgra make travel plans, by quizzing them about their age, income, job, family situation, lifestyle, and preferences like favorite types of restaurants. (JPMorgan Chase will roll out a Rearden-based travel adviser to its credit-card customers later this year.) The next step, says Rearden CEO Patrick Grady, is to pull in ratings from all over the Web and mash them up with anonymous information from Rearden users. Then, if a beef-loving cat-litter salesman is traveling to Dallas, the system can recommend a top-rated steak house where other cat-litter reps have had luck taking pet-shop owners to close deals.“

    Am Ende kommt nicht nur der gläserne Konsument zum Vorschein- eigentlich paradox, wo doch die Bewertungen und nicht die Bewertenden (vermeintliches) Ziel der Aktion sind- sondern die Manipulation seiner Wünsche und Erwartungen als ultima ratio.

    Wenn aus unseren statistisch erfassbaren Eigenschaften, unseren Einstellungen und Bewertungen, ein Bild von uns erschaffen wird, das uns in Form von Angeboten wieder vorgesetzt wird und durch fortschreitende Anpassung immer weiter unseren Wünschen angenähert wird, so werden wir vermutlich auch unsere Wünsche den verlockenden Angeboten anpassen.
    Wie groß das Interesse der Firmen an unseren Daten ist, lässt sich an der Entwicklung des Datenhandels und der Bedeutung des Datenschutzes ermessen. (datenschutz.ch/themen/themen_datenschutz_1177.pdf)

    Das größere Problem scheint mir weniger in der Optimierung des Angebotes zu liegen, die durchaus im Interesse der Konsumenten liegt, sondern in der Uniformierung der Angebote unter der Maxime der „Optimierung“. Daraus kann eine neue Definition von Mainstream resultieren, die dem menschlichen Individualismus und dem Zufall, der das Leben erst richtig interessant und spannend macht, vielleicht endgültig einen Riegel vorschiebt.

    Natürlich ist es „sicherer“, immer nur das zu finden, was ich suche und offensichtlich auch „will“. Doch wo bleiben die Freiheit der Entscheidung und die Chance, die eingefahrenen Gewohnheiten auch einmal zu verlassen, wenn wir immer nur die Angebote erhalten, sie statistisch perfekt zu uns „passen“?

    Antworten
  40. 10. Juli 2009, 12:38 Uhr, von LutzOpperman
    090

    Der Wert der Bewertung ist ungleich. Aus therapeutischer Sicht gilt die Regel: Nicht zu bewerten, keine Wertungen abgeben, niemand ist schlecht, noch ist er gut. Wenn, dann Kritik am Verhalten, an der angewandten Strategie. Die Frage ist dann: Was stört dich an mir? Und ich denke, hier ist in den o.a. Kommentaren alles gesagt. Langatmig ist auch eine Beschreibung und sie ist Subjektiv. Macht mich müde, langweilt, lässt mich träumen, fordert meine Neugierde, motiviert oder inspiriert, bringt mich auf andere Gedanken, ist sorgfältig, nachhaltig, einfühlsam. Nicht gut, nicht schlecht – Wie geht es dir? Ja, ruhig weiter bewerten, wenn es nicht um den Menschen geht, sondern um den Wettbewerb, wenn wir alle nur noch zu Vertriebs- und Verkaufsfreaks mutieren. Kommunikation lebt von der Ansprache, der Aufmerksamkeit und der daraus resultierenden Aktivität. Wie z.B. bei der Hotelreservierung beschrieben – eine erfolgreiche Strategie. Er hat sein Zimmer und dann auch noch zu einem Top Preis. Treten wir also alle in einen Wettbewerb, konkurrieren wir. Für das Miteinander der Menschen, für die Gestaltung liebevoller Beziehungen sind diese Strategien ungeeignet. Hier wären alle Teilnehmer eines 100meter Laufs für sich zu betrachten und alle die starten einmalige Laufsubjekte, die es gelte für sich zu betrachten und da wäre der Faktor gelaufene Zeit nur noch ein Kriterium unter vielen.
    Wieso sollte ein Fußballspiel nicht auch mit zwei Bällen attraktiv sein?

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  41. 10. Juli 2009, 15:05 Uhr, von PollyPanther
    091

    Das Ganze ist für mich nur relativ zu betrachten, zum einen kann man / frau
    eine Menge Geld und Nerven durch Meinungsportale sparen, es werden aber auch
    (manchmal) Fragen aufgeworfen, die man vorher nicht hatte.

    Da ich seit einigen Jahren mehr oder weniger auf solchen Portalen zu Besuch
    bin, sind mir einige Besonderheiten der Schreibenden aufgefallen.

    Die Vielschreiber mit mehreren Erfahrungsberichten am Tag sind mir suspekt.
    Die Erfahrungen können sie nicht im realen Leben gemacht haben, denn dann
    würden sie nicht den ganzen Tag hinter der Kiste klemmen.
    Bei einigen kann man sicher von Suchtverhalten sprechen. Wenn alles schon
    durchbewertet wurde und zum Schluss die Pfotenwärmer von Nachbars Lumpi dran
    glauben müssen, spätestens dann kann ich mir diese Meinung in die Haare
    schmieren.

    Ich finde die Portale trotzdem wichtig. Die Pro-und-Kontra-Diskussionen
    helfen mir, meine Standpunkte zu festigen oder zu hinterfragen. Ich kann in
    kürzester Zeit mit vielen unterschiedlichsten Menschen Informationen und
    Gedanken tauschen.

    Auf die Meinung der Menschen in meiner direkten Umwelt bin und bleibe ich
    trotzdem neugierig und gespannt.

    Bei der „Hotness“- Bewertung hätte ich ein Problem. Bei den wenigen Professoren, die ich in meinem Leben kennen gelernt habe fällt mir spontan keiner ein, den ich auch nur ansatzweise mit diesem Wort in Verbindung bringen würde. ;-)

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  42. 10. Juli 2009, 15:34 Uhr, von Ramona
    092

    @Dido, wir müssen bei solch eine Diskussion nicht immer einer Meinung sein. Kontroverse Meinungen durchlüften:-)
    Mein Maßstab ist ein anderer. Ich muss mich als Trainerin immer der öffentlichen Meinung bzw. Bewertung stellen und habe sogar die Pflicht, mich vor meine Schützlinge zu stellen. Ob mir das passt oder nicht. Da muss ich in der Presse auch mal Kritik lesen und aushalten. Ich kann deshalb die Zeitung nicht verbieten lassen.

    Aber egal, ich habe ab heute Urlaub und verabschiede mich für die nächsten Wochen von Euch! Wer das
    gleiche Vergnügen hat, dem wünsche ich gute Erholung und lasst die Seele baumeln.
    Tschüüüüüss!

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  43. 11. Juli 2009, 8:40 Uhr, von Anja
    093

    Durch die Beurteilungsmöglichkeiten im Internet wird Aufmerksamkeit eingefordert, die von Unternehmensseite selbstverständlich sein sollte. Und in guten Unternehmen ist dies auch so, auch ohne „Drohung“.
    Die Aufmerksamkeit in Form einer Suite, die Ihr Freund letztendlich erfahren hat, dürfte nicht besonders befriedigend sein. Es ist fast so, als hätte er beim Armdrücken gewonnen, aber ein leichtes Ziehen im Oberarm bleibt trotzdem…
    Der Wert der Bewertung ist mit Sicherheit unbezahlbar, die richtige Art der Beschwerde allerdings auch. Früher hätte man nach dem Hotelmanager verlangt und dieser hätte das Problem gelöst. Da bin ich mir relativ sicher, bin so auch schon in den Genuss gekommen, in einer Hochzeits-Suite zu übernachten. (Was alleine allerdings auch gar nicht so spaßig ist.)

    Im geschilderten Fall scheint das Personal absolut ungeschult zu sein. Da das Hotel recht neu ist, gehe ich davon aus, dass sämtliche Planungsschwerpunkte, wie so oft, in Richtung Einrichtung, Design und Luxus gingen, die Personalkomponente aber vermutlich unter den Tisch gefallen ist. Dies ist im „Big Brother Bewertungs Zeitalter“ absolut fatal.

    Prinzipiell finde ich die unbegrenzte Bewertungsmöglichkeit im Internet sehr gut. Ich schaue mir diese bei der Auswahl von Hotels und Produkten auch an und lasse diese in meine Urteilsfindung mit einfließen. Soll heißen, Bewertungen sind mit Sicherheit nicht das einzige Kriterium für meine Entscheidung.

    Ein anderer Aspekt ist allerdings, dass so Unternehmen auch gezielt geschadet werden kann. Und einmal im Netz verbreitet, lassen sich auch ungerechtfertigte negative Einträge kaum noch stoppen. Allerdings hoffe ich mal, dass wir Kunden auch zukünftig noch in der Lage sein werden und vor allem den Anspruch haben, uns unser eigenes Bild von den Dingen zu machen.
    Wer weiß, was wir sonst alles verpassen würden im Leben…

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  44. 11. Juli 2009, 9:38 Uhr, von Walter
    094

    RateMyProfessors ist auch Spiel und Spass, community building. Zu den Spielregeln gehört auch, dass die Lehrer zurück schlagen können (und sollen). – Insgesamt mehr soziale Interaktion und Identitätsfindung als professionelle Bewertung, daher auch solche Kriterien wie „Hotness“ statt coolness, die eigentlich den Jungen soviel wichtiger ist. Hotness versus coolness symbolisiert auch den Kontrast und Abstand, den junge Leute brauchen, um mit Älteren in einen Dialog treten zu können. Damit wird Macht auf eine ironische Form relativiert und in einen Bestandteil des sozialen Spiels verwandelt; Respekt ist dann weiterhin vorhanden. Die Seite ist auf die USA und das UK beschränkt und reflektiert das jeweils eigene und offene Schüler- Lehrer- Verhältnis im anglo- amerikanischen Raum.

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  45. 11. Juli 2009, 10:00 Uhr, von Walter
    095

    Joseph Stiglitz’s Scorecard: Kein bisschen hot und gelegentlich zynisch, genial aber uncool.
    Hat nicht jede „Klasse“ ihre eigenen Maßstäbe? Erwarten nicht Touristen etwas (ganz) anderes als Leute im „business“?
    Subjektive Bewertungen sind eben subjektiv.
    Strukturierte Informationen beschaffen Checklisten. Doch die sind viel zu unhandlich und übergenau, werden nur von Profis angewandt.
    So bleibt die Vermutung, dass es bei den Bewertungen mehr um die Verbreitung persönlicher Gefühle und Einstellungen unter dem Vorwand einer Bewertung geht; Objektivität bleibt definitiv nachrangig .

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  46. 11. Juli 2009, 10:01 Uhr, von Walter
    096
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  47. 12. Juli 2009, 10:47 Uhr, von claudia
    097

    is professor meckel hot ?

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  48. 13. Juli 2009, 6:34 Uhr, von Regina
    098

    yes, she is!

    Ich habe gerade auf „Jameda“ Ärzte und Heilberufler bewertet: Herrlich, mich bei denen, die mir wirklich sehr geholfen haben und von denen ich viel halte, auf diese Weise erkenntlich zeigen zu können und denen, die ihre Inkompetenz durch dummes Geschwätz kompensieren, mal auf diesem Weg die Meinung sagen zu können. Zumal diese Seite häufig zu Informationszwecken genutzt wird und daher tatsächlich eine Kontrollfunktion hat, die die Heiler zusätzlich oder auch überhaupt motiviert, sich ein bischen mehr anzustrengen.

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  49. 19. September 2009, 14:15 Uhr, von trustyou
    099

    Ist unglaublich wie viele Kommentare diesen Artikel bewegt hat, da sieht man, dass Hotelbewertungen doch etwas wichtiges sind, was viele Menschen beschäftigt. ich finde wie bei allen Dingen, es ist leider nun mal so, man kann gute Sachen erfinden, ob die Menschen dann sie gut nutzen oder schlecht ist eine andere Sache…

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