MM_Naisbitt01
Zu den Kommentaren
23. August 2009, 15:25 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Alles hat seine Zeit

Vielleicht ist es ein Zeichen der Wirtschaftskrise, die das Verlagswesen und den Buchhandel hart getroffen hat. Vielleicht ist es ein Problem der Globalisierung, die es einem Schweizer Verleger abverlangt, in der Schweiz zu hohen Kosten zu produzieren, aber eine Vielzahl seiner Bücher in Deutschland und Österreich verkaufen zu müssen, wo deutlich niedrigere Preise erzielt werden. Und vielleicht ist es ein weiterer Beleg für die These, dass kleine und mittelständische Unternehmen es in diesen Zeiten schwer haben, allemal solche, die Kultur produzieren.

Vielleicht hat aber auch jemand einfach das Wort „Lebenswerk“ individuell ernst genommen. Egon Amman, der gemeinsam mit Marie-Luise Falmmersfeld seit fast 30 Jahren Bücher verlegt, hat angekündigt, er werde den Verlag zu Mitte des nächsten Jahres aufgeben. „Zum 30. Juni 2010 wird der Ammann Verlag seine publizistische Verlagsarbeit beenden.“ So einfach und klar ist die Entscheidung im ersten Satz der Erklärung in eigener Sache auf der Verlagswebsite formuliert.

Wer Bücher liebt, kann ob dieser Aussicht ein bisschen traurig werden. Denn schade ist es um jeden Verlag, der sich über Jahre bemüht, zur publizistischen Vielfalt, zu den Erzählvarianten der Welt und zum schriftstellerischen Überleben der Autorinnen und Autoren beizutragen. Ammann hat wunderbare Literatur verlegt, darunter beispielsweise den Schweizer Autor Thomas Hürlimann, dessen „Fräulein Stark“ die Leser in ganz besonderer Manier auf St. Gallen und die Schweiz einstimmt.

So wie ein Verleger immer wieder die Tragfähigkeit einer Geschichte (publizistisch und kommerziell) prüfen muss, so gilt dies auch für die eigene Lebenserzählung. Wenn ein Lebenswerk erzählt ist, mag jede weitere Wendung den Bogen überspannen. „Ein Verlag mit dem Profil des Ammann Verlags ist eng an die verantwortlichen Personen gebunden und kann ohne sie nicht fortbestehen. Marie-Luise Flammersfeld und ich haben gegeben, was wir zu geben hatten. – Alles hat seine Zeit.“ So endet die Erklärung in eigener Sache.

Ein Nachtrag bleibt erlaubt: Bücher haben immer ihre Zeit. Sie können mit ihren Erzählungen in bedrucktem Papier auch materiell fast alles überdauern (anders als die digitalen Datenspeicher). Die Institution Verlag mag im Falle Ammann nun am Ende ihrer Geschichte angekommen sein, die Bücher sind es nicht. Sie gehören zum kulturellen Gedächtnis unserer Gesellschaft. Ruth Schweikert, Autorin des Ammann-Verlags hat das in der NZZ als Wunsch beschrieben: „Dass niemand unersetzlich ist, dass wir alle es sind, davon und vom Schmerz, der die beiden Tatsachen verbindet, handelt bekanntlich die Literatur. Von der Sterblichkeit und vom Wunsch, etwas möge über unsere Lebensspanne hinaus Bestand haben. Das wünsche ich den fast tausend Büchern, denen der Ammann-Verlag eine Heimat gegeben hat.“

Be Sociable, Share!

41 Reaktionen

  1. 23. August 2009, 16:33 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    01

    Hm, was könnten die Hintergründe sein, das Verlagsgeschäft zum 30.06.2010 einzustellen?

    „Die Entscheidung, den Verlag in der jetzigen Situation nicht zu verkaufen und ihn dann als Imprint von einem anderen Haus weitergeführt zu sehen, ist konsequent – auch wenn die Holtzbrinck-Erbin und S. Fischer-Verlegerin Monika Schoeller als stille Mehrheitsgesellschafterin privat seit Anfang der neunziger Jahre zur relativen ökonomischen Stabilität bei Ammann beigetragen haben dürfte.“ aus FAZ am 11.08.2009: http://tinyurl.com/lk2unj

    Ungewöhnlich diese Entscheidung, vielleicht eigensinnig? Oder man kann es sich leisten? Gibt es denn keinen Verlag, der im Sinne von Egon Ammann Nutzungsrechte erwerben kann? Was sagen die Autoren? Es muss nicht ein ganzer Verlag übernommen/geschluckt werden, insbesondere wenn es sich um ein beachtliches Lebenswerk handelt.

    Antworten
  2. 23. August 2009, 19:05 Uhr, von Steffi Gefällt einem Leser
    02

    Ich kenne diesen Verlag nicht. Sie haben mich aber nun neugierig darauf gemacht. Danke!

    Antworten
  3. 23. August 2009, 19:49 Uhr, von Anja Gefällt einem Leser
    03

    Auf den ersten Blick halte ich es zuerst einmal losgelöst vom wirtschaftlichen Umfeld für eine egoistische Entscheidung. Grundsätzlich hat der Amman Verlag ein sehr literarisches und solides Verlagsprogramm. Sie konnten dort in den letzten Jahren sogar ein paar richtig gute Bestseller verzeichnen, fern ab vom Mainstream. Und gleich dahinter kommen noch unzählige weitere gute und bekannte Autoren.
    Selbst große Buchhandlungen fördern wieder mehr unabhängige Verlage. Gerade in Krisenzeiten wird wieder mehr nach Qualität verlangt, das gilt auch fürs Buch.
    Ein großer Fehler war allerdings die Aufhebung der Buchpreisbindung in der Schweiz. Dies hat eine Vielzahl kleinere Verlage und Buchhandlungen zur Aufgabe dort gezwungen. Einige Versuche die Preisbindung wieder einzuführen sind gescheitert, noch in diesem Jahr soll es die nächste Entscheidung hierzu geben. Es ist zu hoffen, dass ein positives Signal gesetzt wird, denn nur so kann wertvolle und gute Literatur auch weiterhin angeboten werden.

    Trotzdem bin ich der Meinung, dass für unabhängige Verlage mit Ihren hochwertigen Autoren die Zeichen der Zeit gerade gut stehen!

    Antworten
  4. 23. August 2009, 20:29 Uhr, von Anja Gefällt einem Leser
    04

    „Bücher haben immer Ihre Zeit“

    übrigens haben Bücher stets Zeit. Sie warten grundsätzlich, bis wir dann auch mal Zeit haben sie zu lesen;-)

    Antworten
  5. 23. August 2009, 22:54 Uhr, von Arlette Gefällt einem Leser
    05

    Es ist schade, dass der Ammann-Verlag aufgibt! Aus welchen Gründen auch immer. Er wird aber bestimmt nicht der einzige noch der letzte Verlag sein, der verschwindet. V.a. in der französischen Schweiz passiert dies schon seit einigen Jahren.

    Die Wiedereinführung der Buchpreisbindung könnte auch nach hinten losgehen. Schon jetzt gibt es Stimmen, die damit „drohen“ wieder vermehrt div. Literatur in Bibliotheken auszuleihen, statt zu kaufen. Letztere haben mittlerweile eine ziemlich gute Bandbreite an Literatur sowie Hörbüchern im Angebot.

    „Zeit ist immer“! Auch die Zeit für den Schönheitsschlaf… :)

    Donc, alors… bonne nuit!

    Antworten
  6. 24. August 2009, 8:10 Uhr, von urs bürgi Gefällt einem Leser
    06
    Antworten
  7. 24. August 2009, 9:07 Uhr, von urs bürgi Gefällt einem Leser
    07
    Antworten
  8. 24. August 2009, 11:17 Uhr, von Johannes Gefällt einem Leser
    08

    Wenn Sie „Bücher“ oben durch „Texte“ ersetzen, kann ich das so unterschreiben. Der Ammann-Verlag hat sich primär durch die Publikation lesenswerte Inhalte einen Namen gemacht – dass diese in Buchform daher kamen, ist der Zeit geschuldet.

    Auch (und gerade) abseits des Trägermediums Papier haben die Texte eine Zukunft, können in digitaler Form ungleich mehr Verbreitung finden.

    Viele Grüße
    Johannes Haupt

    Antworten
  9. 24. August 2009, 12:53 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    09

    @Urs, Kommentare ohne Worte haben auch was. ;) Danke für die Links! :)

    Antworten
  10. 24. August 2009, 13:28 Uhr, von urs bürgi Gefällt einem Leser
    010

    @Noisa, es sind zwei Informationen, und die Texte sprechen für sich, insbesondere das Interview. Einfach, um MM vielleicht zu ergänzen, zu relativieren, das Spektrum ein wenig zu erweitern, bevor wieder zu viel Fantasie, Mutmassung, u.dgl. publiziert wird. -;)

    Antworten
  11. 24. August 2009, 13:31 Uhr, von Ramona Gefällt einem Leser
    011

    Die Situation der Verlage in der Schweiz ist mir nicht bekannt
    Ich kann nur für die ‘Verlagsstadt Leipzig‘ sprechen. Hier haben in den letzten Jahren viele renommierte Verlage aufgegeben oder sich aus Leipzig zurückgezogen. Der Insel-Verlag, Edition Leipzig, der Gustav Fischer-Verlag, Kiepenheuer, Reclam, der Berliner Kinderbuchverlag zu Letzt ansässig in Leipzig um nur einige zu nennen. Am schmerzlichsten war der Verkauf des Traditionsverlages F. A. Brockhaus an Bertelsmann.
    Ich glaube jedoch auch, das Literatur, dass das Buch, immer Bestand haben wird.
    In der Zeit, wo Verlage, Autoren und der Buchhandel auf das E-Book starren, muss sich das Buch stärker auf seine haptischen, sinnlichen Qualitäten besinnen. Ein gelungener Umschlag zum Beispiel, an dem das Auge hängen bleibt und dazu reizt, das Buch in die Hand zu nehme. Ein Buch muss zu Kauf verführen, auch über den Umschlag.
    Kein digitales Lesegerät kann die Schönheit ausgefallener Einbände und Umschläge vermitteln.
    Und ich denke, der Leser ist auch bereit einen entsprechenden Preis dafür zu zahlen.

    Antworten
  12. 24. August 2009, 13:33 Uhr, von Ramona Gefällt einem Leser
    012

    Schön @Urs, dass noch ein Satz nachfolgt:-)))

    Antworten
  13. 24. August 2009, 13:41 Uhr, von urs bürgi Gefällt einem Leser
    013

    Für @Ramona, not a covergirl (hihihi)
    http://tinyurl.com/lkcthg

    Antworten
  14. 24. August 2009, 14:00 Uhr, von Ramona Gefällt einem Leser
    014

    :-))

    Antworten
  15. 24. August 2009, 14:39 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    015

    @Urs, danke für Deine Sätze. :)
    Bei der momentanen Beteiligung hier scheinen alle zu lesen oder es ist schlichtweg zu warm. ;))

    Antworten
  16. 24. August 2009, 15:08 Uhr, von anin Gefällt einem Leser
    016

    Die seit einiger Zeit missliche Lage der Verlage – die im Resultat mit der Aufgabe einer Vielzahl derer verbunden ist – ist eine Schande! Allerdings gilt dies nicht nur für die Verlagsbranche. Das jahrelange Sterben der „Tante Emma Läden“, die permanente Reduzierung der regional ansässigen Handwerksunternehmungen etc. hat leider (ebenfalls) viel zu wenig Menschen wirklich tangiert, so dass auch dies schweigend hingenommen wurde. Und die Wertigkeit eines Lebenswerkes scheint durch die mangelnde (öffentliche) Wahrnehmung und den fehlenden Respekt für die tagtäglich erbrachten Leistungen zunehmend verloren zu gehen – wie allerdings auch die damit verbundenen Arbeitsplätze…

    Antworten
  17. 24. August 2009, 16:40 Uhr, von Ramona
    017

    OT oder doch nicht ganz
    Auch das noch, aber das musste ja so kommen:-)
    Nach dem SMS- oder Email-Roman nun er erste Twitter-Lyrikband!
    Der Versuch, neue mediale Formen in traditionelle zu überführen, gelingt meist nicht!
    Man/frau muss ziemlich schmerzunempfindlich sein, sich das anzutun:
    http://www.twitter-lyrik.de/wp-content/uploads/2009/08/twitter-lyrik-ebook.pdf

    Wenn so, die von den Herausgebern viel gepriesene Beteiligung der Allgemeinheit an der Kultur aussieht, dann Halleluja:-)))

    Antworten
  18. 24. August 2009, 17:09 Uhr, von Walter Gefällt einem Leser
    018

    Auch das, Noisa. (14:39)

    Bücher sind Manifeste und das Lesen von Büchern ebenso. Bücher, ihre Herstellung und ihr Gebrauch, selbst ihre Verwahrung, sind Teil von Kultur. Es gibt nicht viele Gesellschaften, die keine Bücher kennen, unter den hochtechnisierten keine.
    Der Ammann- Verlag ist eine sehr persönliche Angelegenheit, wie auch das Interviews in der FAZ und der NZZ- Artikel belegen. „Die Gründe für diesen Entschluss liegen im fortgeschrittenen Alter der Verleger und in einer Marktsituation, die für Literatur zunehmend schwieriger wird“, heißt es beim Verlag. „Literatur als Kunst“ gegen einen literarischen „Gemischtwarenladen“ oder die „Aldisierung“.
    Soweit die Bestandsaufnahme.

    Dann seien jetzt auch Fantasie und Mutmassung erlaubt, Urs Bürgi.

    Gibt es eine Krise des Buches oder gar der Literatur?
    Ja, offensichtlich, meint Egon Ammann: „Genauer aber ist, dass eine Verschiebung stattfindet, Techno und Rap, Pop, Glamour, Fun schieben sich vor das Ernstere. Zerstreuung, Abenteuer, Fantasy, Selbsterfahrung, Internet verbauen den Blick auf das Wesentliche, das wir eines Tages wieder benötigen, wenn viele dieser Phänomene ihre Anziehungskraft verloren haben.“
    Er verbindet das Ernstere der Literatur mit dem Wesentlichen und die Zerstreuung mit Oberflächlichkeit.
    Trifft dies überhaupt zu oder haben sich nicht im globalen Maßstab unsere so Koordinaten verschoben, dass das Ernste in der Oberfläche und die Zerstreuung in der Tiefe liegen?

    Zwei Schlüsselbegriffe sind die der Kultur und der Zivilisation, die miteinander im Wettstreit liegen, wie nicht nur Terry Eagleton meint.
    Stuart Hall (tinyurl.com/md7qey)- ich finde in diesen Zusammenhang passen seine Gedanken ebenso gut wie als satirische Anspielung auf den derzeitigen „Sitzwahlkampf“- schreibt in „Die Bedeutung der Neuen Zeiten“ (New Times) zur Wiederkehr des Subjekts:

    „Eine Grenze, die die „Neuen Zeiten“ mit Sicherheit verschoben haben, ist die zwischen den „objektiven“ und den „subjektiven“ Dimensionen der Veränderung. Das ist der Aspekt der so genannten „Revolution des Subjekts“. Das individuelle Subjekt ist wichtiger geworden als kollektive Subjekte, wie Klassen oder Nationen oder ethnische Gruppen: Es ist segmentierter geworden und „pluraler“…Zugleich haben sich unsere Modelle des Subjekts verändert. Wir können [in Anlehnung an Antonio Gramsci: Prison Notebooks, Walter] „das Individuum“ nicht mehr als ganzheitliches, zentriertes, stabiles und vollendetes Ich oder als autonomes, rationales „Selbst“ betrachten. Das „Selbst“ wird als fragmentiert und unvollendet, zusammengesetzt aus vielen „Selbsten“ oder Identitäten konzeptualisiert, die in Beziehung stehen zu den verschiedenen Welten, die wir bewohnen. Das „Selbst“ hat eine Geschichte, die im Prozess des Werdens „produziert“ wird. Das „Subjekt“ wird durch verschieden Diskurse und Praktiken verschieden positioniert.“
    Hall bezieht sich auch auf Marshall Bermann: „…moderne Umwelten und Erfahrungen überschreiten alle Grenzen der Geographie, der Ethnizität, der Klasse, der Religion und der Ideologie- sie zerstören sie nicht vollständig, aber sie schwächen, unterminieren und lösen die Grenzlinien der Gemeinwesen auf, die bislang unsere sozialen Identitäten stabilisiert haben.“ (Marshall Bermann, All That is Solid Melts into Air)

    Die „Neuen Zeiten“ der Postmoderne stellen die Literatur vor Herausforderungen, da sich mit Veränderung und Fragmentation von Identität das Bild des Menschen geändert hat. Analog zu „Form follows Function“: „Literature follows Form“. Vielleicht daher die Anbetung der Oberfläche als Gefäß der vielfältigen Identität?

    Die Herausforderung, die sich für uns Betroffene und exemplarisch für die Schriftsteller ergibt formuliert Terry Eagleton:
    „… die Aporie, Sackgasse oder Unentscheidbarkeit einer transitorischen Epoche, die sich offensichtlich herauskämpft aus einer zunehmend diskreditierten, historisch überkommenen Ideologie des „autonomen Menschen“ (fast das gleiche wie der sozialistische Mensch), ohne schon eine klare Vorstellung darüber zu haben, welcher Weg uns aus diesem Ruinenhaufen zu einem reicheren menschlichen Leben führt und welcher zur unvorstellbaren Endstation irgendeiner modischen, neuen irrationalen Barbarei.“
    (Terry Eagleton , Identity)
    Vor dieser Herausforderung stehen Verlage und Autoren als vorausdenkende Rezipienten der postmodernen Gesellschaft.
    Es geht nicht nur ums Einkommen, sondern auch um das Auskommen mit dieser Zeit, die sich in der geistigen Nachfolge von Marx, Nietzsche und Freud immer noch im Kreise dreht.

    PS: Ich bitte wegen der Ausführlichkeit der Zitierung um Nachsehen, jedoch nicht wegen der möglichen Provokation.

    Antworten
  19. 24. August 2009, 17:42 Uhr, von PP Gefällt einem Leser
    019

    „Alles hat seine Zeit“

    aus dem Buch Kohelet

    1 / 8 „Alles verändert sich so schnell, daß man mit dem Hören und Sehen gar nicht nachkommen kann; und es in Worte zu fassen, ist erst recht nicht möglich.“

    3 / 9 „Was hat der Mensch von seiner Mühe und Arbeit?“

    3 / 12 „Ich war zu der Erkenntnis gekommen: Das einzige Glück für den Menschen ist, daß er sich seines Lebens freut, solange er es hat.“

    3 / 22 „So habe ich eingesehen, daß der Mensch nichts besseres tun kann, als den Ertrag seiner Arbeit zu genießen.“

    Das wünsche ich den Verlagsgründern.

    Antworten
  20. 24. August 2009, 18:10 Uhr, von Anja
    020

    @Anin
    „Alles hat seine Zeit“ – auch der Tante Emma Laden.
    Und wie immer bei Veränderungen, will der Mensch, nachdem er einige Zeit das „Neue“ genossen hat, am liebsten das „Alte“ wieder zurück. Aber erst, wenn er merkt, das ihm das Neue nicht mehr gut tut. Gerne wird gemeckert, dass die Supermärkte auf der grünen Wiese die Tante Emma Läden verdrängt haben. Aber wir waren es, die nach Angeboten suchend, in die großen Supermärkte rannten.
    Noch unverständlicher verhält es sich bei den Buchhandlungen. Glaubt man Umfragen, gehen alle lieber zu Ihrem kleinen unabhängigen Buchhändler um die Ecke, wegen der Kompetenz… Glaubt man Marktanteilen, geht der Großteil lieber in die großen Buchhandlungen. Da es in Deutschland die Buchpreisbindung ja bekanntlich gibt, kann es hier zumindest nicht am Preisvorteil liegen. Sondern doch vielleicht eher an der Bequemlichkeit und Hang zum Fortschrittlichen des modernen Menschen.
    Ich denke, würden alle so viele Klassiker und unbekannte, literarische Autoren lesen, ginge es den kleineren Verlagen und Buchhandlungen deutlich besser.
    Leider ist der Mensch dann aber wohl doch nicht so kulturell veranlagt und Gemeinwohlorientiert, wie er es im tiefsten Herzen von sich selber glaubt.
    …ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt…(der Pippi-Effekt;-))

    @Noisa
    oder man muß/möchte arbeiten

    Antworten
  21. 24. August 2009, 19:22 Uhr, von Anja Gefällt einem Leser
    021

    Ich kann übrigens nicht nachvollziehen, dass das Ende des Ammann Verlages eine persönliche Angelegenheit sein soll. Es geht um Arbeitsplätze, um die Zukunft der Autoren (die bekannteren werden unterkommen, aber der Rest?), um Kultur, um gute Literatur und nicht zuletzt um das Buch selbst. Alles sehr „öffentliche“ Punkte, finde ich.

    Antworten
  22. 24. August 2009, 19:45 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    022

    Anknüpfend an @Anja

    Irgendwie kann ich die Entscheidung zur Einstellung des Verlagsgeschäfts weiterhin nicht verstehen:

    Wenn ich mir die Webseite des Ammann Verlags anschaue, die aktuellen Zeitungsartikel lese, dann vermittelt dieser Verlag was Eigenes, was Eigenständiges, was Persönliches – möglicherweise wegen der mit dem Verlag eng verbundenen Verlegern Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld.

    Ob „Ammann Verlag“ als Marke geschützt ist, weiß ich nicht, aber als Marke für besondere Literatur scheint dieser Name sich etabliert zu haben.

    Bei einer Einstellung der Verlagstätigkeit fallen vermutlich die Nutzungsrechte an die Autoren zurück. Jeder Autor müsste für sich überlegen, wie er sein Werk verlegen lassen kann. Die Marke „Ammann“ gibt es dann nicht mehr. Eine Vielzahl von Büchern, die über eine Marke verbunden waren, werden zerrissen. Das kann nicht von den Verlegern gewollt sein. Oder haben die Autoren aufgrund irgendwelcher Vertragsklauseln keine Chance, Einfluss auf die Nutzung ihrer Werke zukünftig zu nehmen?

    Wenn der Markt derzeit ausgesprochen schwierig ist, müsste nach anderen Vertriebswegen gesucht werden, die zeitgemäßer sind (…). Bücher könnten im BoD-Verfahren gedruckt werden… Ich kann nicht verstehen, dass ein etablierter Verlag nicht in irgendeiner Form fortgeführt werden kann, auch im Sinne von Ammann und Flammersfeld.

    Aber vielleicht haben die beiden doch ein Konzept und überraschen Mitte nächsten Jahres.

    Schönen Abend! :)

    Antworten
  23. 25. August 2009, 9:06 Uhr, von Walter Gefällt einem Leser
    023

    Im Gespräch mit der FAZ kommen die persönlichen Motive zum Ausdruck. Sie sind eher idealistischer als pragmatischer Natur, auch wenn das Alter mit als ein Grund angeführt wird.
    Die Verleger fühlen sich zu alt, um es mit der heutigen Zeit weiter aufzunehmen, die auf Zerstreuung und Oberfläche, statt auf Ernst und Tiefe setzt. Sie sind stolz auf ihr Werk und nicht bereit, ihren Namen als Imprint- Wortmarke- einer Verlagskette, am Ende Bertelsmann zu überlassen, die die von ihnen begonnene Arbeit sehr wahrscheinlich in ihrem Sinn auch weiterführt. Sehr deutlich ist die Zeitkritik dahinter, die sich mehr symptomatisch auf die Konzentration und Durchökonomisierung des Verlagswesens richtet, darunter liegend jedoch den „Zeitgeist“ meint, mit all seiner zerstreuten Oberflächlichkeit. Literaturkritik als Zeitkritik.
    Wieweit ist Literatur heute noch geeignet als Spiegel ihrer Zeit, ist sie mittlerweile nicht eher eine Ansammlung von Scherben, die nicht mehr zusammen passen? Was suchen Menschen heute in der Literatur, was erwarten sie und warum werden sie so oft enttäuscht, dass sie sich von Büchern abwenden? Welchen Erziehungswert hat Literatur überhaupt noch, im Vergleich mit den „Bildungsromanen“ und unseren „Klassikern“? Verweigern sich die heutigen Autoren nicht fast geschlossen dem Streben nach Exzellenz und Dauer? Sind ein Thomas Mann, eine Virginia Woolf oder selbst ein Thomas Bernhard heute überhaupt noch vorstellbar?
    Spiegelt nicht die Fragmentation der zeitgenössischen Literatur und ihrer Erzeuger die Fragmentation unserer Zeit wider? Ist Zerstreuung nicht nur die Metapher für das fragmentierte Ich, das sich in Selbstspiegelungen und auch im social web immer wieder neu und anders zusammensetzt.
    Wenn Literatur ihre Zeit erfassen will, steht sie heute vor einer ebenso gewaltigen wie unlösbaren Aufgabe.
    Ich gebe Terry Eagleton recht, wenn er meint, dass jede und jeder von uns selbst zu entscheiden haben zwischen „einem reicheren menschlichen Leben“ oder der „unvorstellbaren Endstation irgendeiner modischen, neuen irrationalen Barbarei.“
    Dabei kann uns Literatur nicht mehr, wie noch vor 30 oder 50 Jahren, vorbildhaft führen und leiten; aber sie kann uns Fragmente, Szenen, Gefühls- und Gemütsbeschreibungen liefern, wie es sein könnte- oder auch nicht.

    Antworten
  24. 25. August 2009, 9:41 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    024

    „Wenn Literatur ihre Zeit erfassen will, steht sie heute vor einer ebenso gewaltigen wie unlösbaren Aufgabe.“ Das sind düstere Aussichten für unsere Zeit, @Walter.

    Dabei gibt es im Informationszeitalter genügend Gegenbewegungen, die das Individuelle und Besondere, das Analoge hervorheben, die für einen bewussten Umgang mit Konsum stehen (z.B. „LOHAS“). Die Konsumenten sind da, auch für Literatur. Sie müssen „nur“ erreicht werden, vielleicht mit anderen Konzepten.

    „Alles hat seine Zeit“ ist mir zu einfach, ggf. ist es bequem…

    Antworten
  25. 25. August 2009, 9:50 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    025

    (Was den „Zeitgeist“ angeht, finde ich beispielsweise diese Aussagen gelungen:
    http://blogs.harvardbusiness.org/haque/2009/07/today_in_capitalism_20_1.html )

    Antworten
  26. 25. August 2009, 10:03 Uhr, von urs bürgi Gefällt 2 Lesern
    026

    Da geht es lang, oder: sowohl, als auch. Form? Inhalt? Chacun a son gout.
    http://tinyurl.com/lyszno

    Antworten
  27. 25. August 2009, 10:48 Uhr, von anin
    027

    @Anja
    „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ – Das war eine tolle Zeit, als man als Kind völlig unberührt von Wirtschaft und deren Politk durch´s Leben gehen konnte! Allerdings glaube ich, dass sich diese Aufhebung von Naivität und des dazugehörigen Egoismus nicht bei allen eingestellt hat.
    Will sagen, dass nicht jeder Konsument seine Entscheidungen und daraus resultierende Ereignisse wirklich genau überlegt, oder es vielleicht tut und auf die Aktionen der anderen setzt, um diese logischen Schlüsse dennoch verhindert zu sehen.
    Auf der anderen Seite stehen die Unternehmer, die permanent nach Anpassungen an neue Herausforderungen mit ihrerseits „Gegeninnovationen“ am Markt ums Überleben kämpfen – was für viele – gerade KMU´s – zu teuer und somit unprofitabel wird. Wieso also weiterkämpfen, gerade dann, wenn man als Unternehmer zumindest in Deutschland sehr oft in der Kritik steht?! Faktoren wie Lebens-Alter und Vermögen tun ihr Übriges dazu…
    Die persönliche Entscheidung der Leitung des Ammann Verlags ist also durchaus nachvollziehbar und im Grunde eine Ableitung aus der öffentlichen Haltung, also des Verhaltens der Konsumenten.

    Die s.g. „Krise“ hat in ihren Auswirkungen wenigstens auch einige postitive Aspekte. Neben einer Bereinigung des Marktes, die zweifelsohne noch viel mehr Arbeitsplätze kosten wird, werden mehr Konsumenten über ihre Kaufentscheidung nachdenken (müssen). In der Konsequenz hieße dies, dass die Unternehmer, die – nicht zuletzt auch für das Gemeinwohl – weiterkämpfen, sozial und wirtschaftlich belohnt werden.

    Antworten
  28. 25. August 2009, 10:59 Uhr, von urs bürgi Gefällt einem Leser
    028

    Amman geht, Heidenreich kommt. Also, luck forward with confidence and believe: life goes on. :-)))
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/1020786/

    Antworten
  29. 25. August 2009, 11:04 Uhr, von urs bürgi Gefällt 2 Lesern
    029

    Tja, das Hirni war schneller, als die Fingerli: „look“ mit viel „luck“, oder sag’s halt uf dütsch, it’s easier. „ggg“.

    Antworten
  30. 25. August 2009, 11:14 Uhr, von Walter Gefällt einem Leser
    030

    „Die Konsumenten sind da, auch für Literatur. Sie müssen „nur“ erreicht werden, vielleicht mit anderen Konzepten.“ (Noisa, 9:50)
    Design- Literatur, zugeschnitten auf Zielgruppen? Lohas, Singles, Dinks, Promis, Harz IV und Bestager? Dies gibt es schon, führt aber Literatur und Kultur nicht zusammen sondern dokumentiert nur deren Fragmentation.
    Egon Ammann beklagt nicht in erster Linie einen Umsatzrückgang, sondern eine Veränderung der Gesellschaft am Beispiel ihres Bedarfs nach Unernst und Zerstreuung. Er sieht eine zunehmende Kluft, zwischen dem was Literatur sein sollte und dem, was die Menschen suchen und offensichtlich wollen. Er wirft symbolisch das Handtuch, weil er sich dem Kraftakt nicht mehr gewachsen fühlt, „seine“ Literatur zu verkaufen, wobei nicht zur Sprache kommt, ob es noch genügend Autoren gibt, die Literatur im Ammanschen Sinn herstellen und verfertigen.

    Antworten
  31. 25. August 2009, 11:17 Uhr, von Walter Gefällt einem Leser
    031

    Total off topic und auch wieder nicht:
    Multitasking hält nicht, was es verspricht: http://www.pnas.org/content/early/2009/08/21/0903620106

    Gloria Mark wird sich freuen.

    Antworten
  32. 25. August 2009, 11:55 Uhr, von anin Gefällt einem Leser
    032

    @ Walter
    „Kraftakt“ oder Kampf gehört nun mal zum Leben, auch und vielleicht gerade zum Geschäftsleben. Es stellt sich doch die Frage, ob man den Kraftakt annehmen möchte, es (noch) nötig hat, sich damit auseinander zu setzen. In diesem konkreten Fall ist das „Handtuch schmeissen“ wohl kein symbolischer Akt, sondern vielmehr die pure Aufgabe des Kampfes. Vielleicht eben auch, weil es nicht gelungen ist, einen oder mehrere passende Nachfolger, die das Unternehmen im Ammann´schen Sinne weiterführen könnten, sich über die vergangenen Jahre heranzuziehen und – ganz wichtig – auch den- oder demjenigen genügend Freiraum für die notwendigen Modifikationen zu geben, um erfolgreichen Wettbewerb betreiben zu können. Ich möchte nämlich bezweifeln, dass der Ammann Verlag zu einem non-profit Unternehmen mutieren wollte…

    Antworten
  33. 25. August 2009, 11:55 Uhr, von Siegmund
    033

    Zeitungsverlage sehen sich ja derzeit starker Kritik ausgesetzt, da sie Artikel mehrfach verwerten – ohne die Autoren dafür zu bezahlen. Siehe freischreiber.de .
    Nun ist es MM, die effizient arbeitet und mehrfach vewertet. Ich hab´ den Artikel schon letzte Woche in der Süddeutschen gelesen, wußte aber nicht, dass er von der Blogbetreiberin stammt. Dennoch hat er mich als eine der wenigen interessiert, obwohl ich den Verlag nicht kenne.
    Es ist immer traurig, wenn ein Verlag schließt, insbesondere wenn er ein ambitioniertes Programm hat.
    Aber: Alles hat seine Zeit. Viele Kleinverleger müssen ähnlich harte Erfahrungen machen. Wenn es denn nicht mehr sein soll, dann muss man sich neuen Aufgaben widmen, oder aber bei einem Glas Rotwein am Kamin seinen Lebensabend genießen und über alte Zeiten sinnieren. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst.

    Antworten
  34. 25. August 2009, 12:09 Uhr, von urs bürgi Gefällt 2 Lesern
    034

    Egon Ammann sollte es eigentlich wissen: das Pendel schwingt hin und her. Mag ja sein, dass er den Rückschwung nicht mehr erlebt,aber „alles hat seine Zeit“, modifiziert kommt alles wieder, weil so viel Neues gibt’s unter der Sonne nicht.Wer Freude an Büchern hat, wird sie kaufen, Amazon kämpft gegen Google, mal sehen, was rauskommt, und wer lesen will, liest auf seine Weise und wo er meint, es tun zu können, Parkbank, Flughafen, Strand, Cafe in Lucca, etc. Dass ein älterer Herr die Welt und deren Zukunft anders einschätzt, als junge Menschen es tun, wer kann sich davon freisprechen, wenn er mal auch so alt sein wird? Und dass Zerstreuung ein Bedürfnis ist, ist so alt, wie die Menschheit, der Roman war und ist nichts anderes. Und je mehr Arbeit, so man hat, aber auch Freie-Zeit uniformiert werden, desto mehr entsteht der Wunsch nach „Zerstreuung“ des unerfreulichen „Ernstes der Lage“, der ständigen Pessimismus- und Negativ-Informationen, der Mitteilungen über das Übel“, dem man/frau ohnmächtig gegenübersteht, siehe Krise und deren Profiteure. Wenn nahezu jeden Tag „Weltuntergang“ skizziert wird, will ich Zerstreuung und nicht weiteren „Bierernst“. Und so schön die Gedanken über das fragile Selbst und seine Findung sind, akademisch eloquent, so wenig hilft es dem Individuum, sich im Wust der veröffentlichten Orientierungslosigkeit zurecht zu finden. Es hilft nicht wirklich, die Vergangenheit zu tradieren, sondern zeigt nur, dass man, Ammann, das Gesetz noch immer nicht verstanden oder akzeptiert hat: alles ist im Fluss. Lenke und passe dich an, oder du wirst eliminiert, erforschte Darwin. Das ist die Spielregel.Worldwide.

    Antworten
  35. 25. August 2009, 12:20 Uhr, von Yolande Langendijk Gefällt einem Leser
    035

    O.T.
    Hallo, Ich schrieb schon etwas über Nassim Haramein am 23. August 2009 um 15:47 Uhr wegen seinem Besuch in den Niederlanden. Für Interessenten; Am 26. Aug um 22. Uhr im http://www.argusoogradio.org ist er im Interview selber zu hören über seine neue Unifeid Field Theory ‚The Schwarzchild Proton’ welch für die gegenwärtige Wissenschaft ein neues Paradigma einläutet.
    Ich bin auch nicht so versed in Mathematik aber Nassim wisst uns Laie Interessenten seine Auseinandersetzungen sehr gut und klar über zu bringen. Ich sah die 8 Stunden Video im youtube einer Jahre her. Auch Wickepedia hat ihm übrigens draus gesmissen *g*, aber da wird er sicher jetzt wieder aufgenommen.
    Freundlichen Grüssen,

    Antworten
  36. 25. August 2009, 12:32 Uhr, von Walter Gefällt einem Leser
    036

    Zum Beispiel
    Der einzige Mann auf dem Kontinent von Terézia Mora, bei Luchterhand
    http://tinyurl.com/mthkvk

    Antworten
  37. 25. August 2009, 14:51 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    037

    („Design- Literatur, zugeschnitten auf Zielgruppen?“ @Walter, die Zielgruppe für Literatur würde ich offener definieren, keine bestehende „Gruppenbezeichnung“ verwenden… Im Übrigen finde ich es äußerst schwierig, über die Motive der Verleger und Begleitumstände zu spekulieren. Das, was sie als Begründung gegeben haben, ist knapp. Sie müssen sich für ihre Entscheidung nicht rechtfertigen.)

    Antworten
  38. 25. August 2009, 15:56 Uhr, von US Gefällt einem Leser
    038

    Leider kannte ich diesen Ammann-Verlag bis jetzt auch nicht, aber ich könnte verstehen, dass man diesen auf jeden Fall nicht an Bertelsmann weiter gibt.
    Den Bertelsmännern trau ich nicht über den Weg, die kommerzialisieren gleich wieder alles.

    Noch was trockenes über Verlage:

    http://www.was-verlage-leisten.de/content/view/18/68/

    MfG

    Antworten
  39. 25. August 2009, 17:28 Uhr, von Walter Gefällt einem Leser
    039

    Wozu Literatur?

    Suche nach der „Idee in den Erscheinungen“? Beschreibung der Welt und des Ich als ein Schlüssel der Erkenntnis?
    Literatur nimmt ihren Ausgang vom Subjekt, nicht von einer Idee des Verlags. Dieser fasst ähnliche Ansätze und Formen allenfalls zusammen, oder gegensätzliche. Bücher zu verlegen ist ein über Bücher hinweg Denken, eine Sinnsuche auf einer Metaebene, jenseits des Ich, im Wir. Wenn Schreiben ein individuelles Projekt ist, so ist Verlegen ein kollektives.

    Mir liegt Peter Handkes Zugang zur Welt als eine fortgesetzte Reflexion des sich bewegenden Ich, das sich kaum zu verändern braucht, da sich die Welt dauernd verändert. Für ihn ist Sprache Handwerk, auch im Sennettschen Sinn.
    Dazu Gedanken über ihn von seinem Freund Alfred Kolleritsch:

    Anschauen und Angeschautwerden: das wahre Empfinden
    Die Gier, auf Zeit die Welt zu haben

    (deutsch.tsn.at/docs/standard/handke.html)

    Antworten
  40. 25. August 2009, 17:29 Uhr, von PP Gefällt einem Leser
    040

    Wieder was dazu gelernt. Lohas, Dinks, Bestager, hääh, noch nie gehört.

    Hoffentlich passen alle in Schubladen, was wird sonst aus dem Rest?

    Antworten
  41. 25. August 2009, 17:49 Uhr, von Noisa Gefällt einem Leser
    041

    Dinks und Bestager hatte ich vorher auch nie gehört. Wie wohltuend, dass es anderen ebenfalls so ging, @PP. ;) Walter, prima, wie Du immer am Puls der Zeit bist. „…eine Sinnsuche auf einer Metaebene, jenseits des Ich, im Wir.“ gibt mir ebenfalls zu denken. ;) Schöner Beitrag um 17:28 Uhr! :)))

    Antworten


© Miriam Meckel 2002 bis 2017