MM_Einstein
Zu den Kommentaren
1. September 2009, 9:57 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Das neue Kollektiveigentum

George Orwell hat sich viel vorstellen können. In seinem Roman „1984″ kreiert er die Vision eines Überwachungsstaats, der Zugriff auf alles hat, das menschliche Handeln und Denken, die Privatsphäre und das Eigentum. Er hätte sich wohl kaum vorstellen können, was mit diesem Roman kürzlich in den USA geschehen ist.

Kunden des Online-Buchhändlers Amazon mussten überrascht feststellen, dass der von ihnen zum Lesen auf dem E-Book Kindle rechtmäßig erworbene Roman „1984″ in digitaler Fassung über Nacht einfach verschwunden war. Amazon hatte nicht die Nutzungsrechte an dem Orwell- Klassiker. Also löschte das Unternehmen per Zugriff auf die Kundengeräte einfach die digitalen Kopien. Das Urheberrechtsproblem schien gelöst, aber Amazon hat für das Vorgehen mit einem Skandal und Reputationsverlust bezahlt.

Das Beispiel zeigt, mit welchen Problemen wir es zu tun bekommen, wenn wir altbekannte Grundformen und Rechtsnormen menschlichen Daseins auf das Internet übertragen wollen, zum Beispiel das Eigentumsrecht. Wenn ein Käufer in einen Buchladen geht und ein Buch kauft, dann gehört ihm das Buch. Er muss nicht damit rechnen, dass der Buchhändler nachts in seine Wohnung einsteigt, um das Buch zurückzuholen, weil er es gar nicht verkaufen durfte. Im Netz kann man sich dagegen schnell in den Wirrnissen der digitalen Welt verfangen.

„Das Eigentum ist gewährleistet”, heißt es einfach und klar in Artikel 26 der Bundesverfassung der Schweiz. Die meisten demokratischen Staaten haben ähnliche Sätze in ihre Verfassungen aufgenommen. Doch so einfach, wie dort formuliert, scheint es heute nicht mehr zu sein. Die digitale Ware wechselt längst nicht mehr im Wortsinne den Besitzer und geht förmlich an den neuen Eigentümer über, der sie erworben hat. Der erwirbt vielmehr ein Nutzungsrecht an einem digitalen Buch, einer Software, einem Musikstück. Selbst die Daten, die dabei notwendig und betroffen sind, verlagern sich nicht unbedingt auf den Computer des Käufers, sondern bleiben häufig im Netzwerk, auf das der Käufer dann Zugriff hat.

Cloud Computing heißt diese Form der dezentralen Datenverwaltung und -verteilung, die unsere tradierte Vorstellung von Eigentum verändern wird. In der Wolke ist jederzeit alles für jeden verfügbar. Computer, Mobiltelefone, Alltagsgeräte und Produkte sind miteinander vernetzt und verständigen sich über die Wünsche des Nutzers oder Käufers. Der bekommt über das Netzwerk dann das zugespielt, was er gerade braucht.

Der amerikanische Wirtschaftsforscher Jeremy Rifkin hat schon zur Jahrtausendwende das Ende des Eigentums prognostiziert. Das Internet werde den Zugang zu und Zugriff auf Ideen, Produkte und Dienstleistungen zum entscheidenden Momentum wirtschaftlicher Entwicklung machen. Der Besitz eines Produkts oder das Eigentum, an einer Sache gehöre dagegen zur schwerfälligen und vergangenen analogen Welt.

Diese Prognose wird im Cloud Computing wahr. Und das ist die Herausforderung der digitalen Wolke: Wenn sich der Produzent oder auch Konsument nicht mehr sicher sein kann, dass er ein Recht an einer Idee oder Sache hat oder erwirbt, dann erlahmt ein wichtiger Treiber gesellschaftlichen Forschritts – die Erwerbsmöglichkeit aus Kreativität und Produktivität. Welche Konsequenzen das haben kann, sehen wir derzeit an der Debatte um Urheberrechte im Internet und Open Access – mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen und Folgen. Die Verfechter der totalen Vernetzung sehen es als Chance, wenn jeder auf alles Zugriff hat und dafür nicht mal zahlen muss. Aber wer keine Rechte an eigenen Ideen und Produkten reklamieren und damit Geld verdienen kann, verliert die Motivation. Eine Gesellschaft, die sich hauptberufliche Kreativität und Produktivität nicht mehr leisten kann, verarmt in ihren Ideen und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.

Was das heißt, lehrt uns übrigens ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte vieler Ländern Osteuropas. Kollektives Eigentum hieß das dort und war noch auf das materielle Wirtschaften beschränkt. Funktioniert hat es auch da schon nicht.

94 Reaktionen

  1. 1. September 2009, 10:45 Uhr, von Miranda
    01

    Guter Artikel, welche Zeitung?, tippe mal auf sueddeutsche…

    Ja die Piratenpartei propagiert es ja, freier Zugriff, aber ich finde es eine Gefahr auch wenn es schwerfälliger ist und unzeitgemäßer, ich will auch was erwerben was dann wirklich mir gehört…das Netz verwischt die Grenzen, was mit Napster und Kazaa begann und mich in Euphorie hinreissen ließ,hatte schnell einen schlechten Nachgeschmack, ich dachte vor 10 Jahren nicht daran das ein mp3 Song mal meine gut sortierte Platten und CD Sammlung bedroht,jetzt denke ich manchmal wenn ich so meine Ansammlung an Büchern und Tonträgern sehe und gleichzeitig den Platz unserer Wohnung betrachte, dass es sinniger ist es auf dem Datenträger zu archivieren, so sammele ich stolz, bin guter Kunde bei Amazon und I tunes aber letzlich ist es nicht dass gleiche…und ich darf es zwar es benutzen aber habe keine Rechte…finde dass alles verwirrend aber ich glaube wir sind erst am Beginn dieser digitalen Revolution und man sollte wirklich sich mit dem Wert des geistigen Eigentums auseinandersetzen…

    So auch dass geschriebene Wort , die ganze Sorge um die Zukunft des Jouranlismus begründet sich doch damit, dass man Angst hat dass durch das Netz sich der Wert des geschriebenen Wortes verringert aber letzlich sind wir gerade alle am Umdenken, die ganze Verknüpfung der Links auf fundierte Themenbezogenheit, ist doch ein unheimliches Geschenk.
    Wer hat denn vor 15 Jahren die Möglichkeit gehabt, so schnell und kompakt auf Informationen gebündelt zurückgreifen zu können.
    Mir ging dass jetzt bei Stephane Hessel so, da war ich über diese Vernetzung der Informationen über ihn und sein Leben so unglaublich dankbar und habe dann online auch gleich die Biographie bestellt…aber die gebundene Form, die dann auch mir gehört und meine Regal weiter sprengen wird…

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  2. 1. September 2009, 10:47 Uhr, von Miranda
    02

    aber jetzt an den See, den Spätsommer geniessen…

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  3. 1. September 2009, 10:58 Uhr, von Mafalda
    03

    Wieder ein Glaubenskrieg. So sehr mich Möglichkeiten der digitalen Welt manchmal faszinieren, so sinnig ich Bündelung und Vereinfachung des Zugangs zu Informationen und Dienstleistungen finde, so sehr stößt mich ab wenn es “total” werden soll.

    Wenn ich nicht wirklich nachvollziehen kann, wer mir da nun tatsächlich über die Schulter guckt, derweilen ich dies schreibe. Es ist mir unheimlich, wenn mir jemand vermeintlich erwünschte Dienste auf den Schirm bringt, nur weil mein “Surfprofil” das scheinbar hergibt. Da fühl ich mich gedrängt, genötigt und bin abgestoßen. Andererseits besteht sicher auch die Möglichkeit, mir virtuelle Zugänge zu verweigern weil ich vielleicht mal auf “unerwünschten” Pfaden gewandelt bin. Das stößt mich auch ab. Kurz: in der virtuellen Welt “bewege” ich mich mit Paranoia. Nutze sie gern, soweit sie mir real hilfreich ist. Doch will auch künftig nicht allein davon abhängig sein.

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  4. 1. September 2009, 12:28 Uhr, von anin
    04

    So gerne ich mich privat in das Netz begebe, so ungerne tue ich es beruflich. Und durch Gespräche mit Geschäftspartner habe ich festgestellt, dass ich damit nicht alleine bin.
    Als es Ende der 90er Jahre aufkam, die eigene Unternehmung mittels homepages im Netz zu presentieren (mit den Produktpaletten & ggf. sogar Preisangeben), haben viele Produzenten genau dies getan oder über die Zeit nachgezogen.
    Mittlerweile ist das Ganze jedoch rückläufig. Denn all zu oft wurden Ideen durch die bloße Darstellung von Fotos geklaut, nun vergleichbare Preise gegenseitig unterboten etc..
    Informationen und Betriebsinterna, die dem Konsumenten nützen und dienlich sein sollten, wurden zum Kollektiveigentum umfunktioniert und letztlich, aus Produzentensicht, missbraucht…

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  5. 1. September 2009, 13:39 Uhr, von Noisa
    05

    Ein interessanter Text.
    „Eine Gesellschaft, die sich hauptberufliche Kreativität und Produktivität nicht mehr leisten kann, verarmt in ihren Ideen und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.“ Ich glaub das irgendwie nicht… Gerne später.

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  6. 1. September 2009, 13:41 Uhr, von Dowanda
    06

    Grausige Vorstellung … das da irgendwo jemand mit einem virtuellen Saugrohr hockt und die rechtmässig erworbenen Daten wieder einsammelt.

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  7. 1. September 2009, 14:09 Uhr, von Noisa
    07

    Sehenswert: Thomas Hoeren, “Der Kampfbegriff Geistiges Eigentum ist falsch.�
    http://www.elektrischer-reporter.de/rohstoff/video/143/

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  8. 1. September 2009, 14:12 Uhr, von Noisa
    08

    Und aus den Staaten schreibt er auch gerne dazu: http://futureoftheinternet.org/about

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  9. 1. September 2009, 15:16 Uhr, von Noisa
    09

    Auf diesen Satz aus dem Posting muss ich noch mal zurück kommen: „Eine Gesellschaft, die sich hauptberufliche Kreativität und Produktivität nicht mehr leisten kann, verarmt in ihren Ideen und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.“

    Was heißt, „sich hauptberufliche Kreativität und Produktivität nicht mehr leisten“ können?

    Nach dem Urheberrechtsgesetz in Deutschland, welches nach Hoeren heutzutage veraltet ist und insoweit durch Rechtsfortbildung (de.wikipedia.org/wiki/Rechtsfortbildung) angepasst wird, sind solche Werke geschützt: http://bundesrecht.juris.de/urhg/__2.html . „Werke im Sinne dieser Vorschrift sind nur persönliche geistige Schöpfungen.“ Die soll sich eine Gesellschaft nicht mehr leisten können?

    Gegen die These von Frau Meckel könnte sprechen:
    - Wenn die Qualität eines Werkes erkannt wird, ist der Konsument grundsätzlich bereit dafür zu zahlen.
    - Auch ein Laie ohne kommerzielle Absichten kann ein qualitativ hochwertiges Werk schaffen, was die Angebotsvielfalt erweitern dürfte.
    - Die Nutzung von qualitativ hochwertigen Werken macht auf den Urheber aufmerksam, für welchen sich als Produzent/Experte Folgeaufträge anschließen können.
    - Wir als „Gesellschaft“ sind zunächst nicht die Nutzer eines Werkes, sondern der einzelne Konsument, ggf. zusammengefasst in einer Zielgruppe.
    - Werke, die hingegen geeignet sind, verfassungsrechtliche Ziele (Zugang zu Bildungsinformationen, Kultur, Politik etc.) zu erfüllen, können über staatliche Maßnahmen (s. GEZ) oder auch unternehmerische Maßnahmen (Zusammenschluss von Verlagen in Portalen, die sich über Werbung etc. finanzieren) unterstützt werden, damit die Finanzierbarkeit gesichert ist. Hier erst sollte die „Gesellschaft“ ins Spiel kommen.

    Solange Qualität erkennbar ist, werden Werke von Profis bzw. Expertenwissen konsumiert und auch bezahlt; dann dürfte es kreative Berufe weiterhin geben.

    Wenn der Konsument allerdings nicht mehr unterscheiden kann, vom Angebot „erschlagen“ wird, ggf. meint, vieles selbst machen zu können, dann könnte die Nachfrage nach Werken von Profis abnehmen.

    In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ich es bedenklich finde, wenn die Wissenschaft mit einem IT-Unternehmen, dem Marktführer Google (Beispiel: netzwerk) eng kooperiert, denn damit kann beim Laien/Konsumenten der Eindruck vermittelt werden, der Marktführer Google sei das Nonplusultra. Das fällt bei mir unter „Gesellschaft … verarmt in ihren Ideen“, weil wir von Profis unterschwellig vorgesetzt bekommen, was „gut“ sein soll, obwohl es möglicherweise um ganz andere Dinge, die Finanzierbarkeit eines Projektes, geht.

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  10. 1. September 2009, 15:20 Uhr, von Noisa
    010

    Sorry, nicht …werk, sondern netzwert.

    Antworten
  11. 1. September 2009, 16:14 Uhr, von Timur
    011

    @Miranda
    Tages-Anzeiger (Zürich) und leider verabschiedet sich MM mit diesem Beitrag aus dem Kolumnisten-Team schade, schade

    Antworten
  12. 1. September 2009, 17:22 Uhr, von Triple-A
    012

    “In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ich es bedenklich finde, wenn die Wissenschaft mit einem IT-Unternehmen, dem Marktführer Google (Beispiel: netzwerk) eng kooperiert, denn damit kann beim Laien/Konsumenten der Eindruck vermittelt werden, der Marktführer Google sei das Nonplusultra. Das fällt bei mir unter „Gesellschaft … verarmt in ihren Ideen“, weil wir von Profis unterschwellig vorgesetzt bekommen, was „gut“ sein soll, obwohl es möglicherweise um ganz andere Dinge, die Finanzierbarkeit eines Projektes, geht.”

    @Noisa
    Google ist einer der führenden Cloud Computing Provider (Google Apps.) und gerät mit seinem Buchdigitalisierungsprojekt wegen des Urheberrechts zunehmend in die Kritik.
    Na und? In schwierigen Zeiten wie diesen muss man eben besonders geschmeidig sein ;-)

    Antworten
  13. 1. September 2009, 17:56 Uhr, von Noisa
    013

    @Triple-A, danke, ja, geschmeidig und ich meine auch entspannt sollte man derzeit sein. Besonders entspannt fände ich ein Projekt mit Google (durchaus Google), WordPress, Microsoft (windowslive.de, http://www.mesh.com , coole Sache), Sun (open office) etc. nach dem Motto „open“, wir von der Uni öffnen uns. Aber nur Google ist echt krass. ;)

    Antworten
  14. 1. September 2009, 20:27 Uhr, von Dowanda
    014

    @Timur
    Na ja, FAZ und Tagi vertragen sich ja nicht allzu gut :-)
    Hoffen wir, dass uns die immer wieder genialen Texte zumindest in ersterer erhalten bleiben.

    Antworten
  15. 1. September 2009, 22:59 Uhr, von Antje
    015

    Das, was ich gerade wahrnehme, und, was mich sehr beruhigt, ist, dass sehr viele Menschen sich, nach einer Weile des “Hineinbegebens” in die virtuelle Welt, doch sehr auf analoge Kontakte besinnen.
    Das “worst case scenario”, dass wir alle nur noch vor einer Maschine hängen, dem virtuellen Informationsfluss ausgeliefert, wird so nicht kommen. Natürlich müssen wir aufpassen, ich hatte das in meinem Beitrag zum letzten Posting geäußert, dass wir die demokratischen Rahmenbedingungen erhalten. Das ist für mich das Wichtigste! Aber ich persönlich glaube, dass der Trend zu “virtuellem Einheitsbrei” vielleicht sogar neue Zeitungen, Austauschplattformen im realen Leben, etc. hervorbringen wird.
    Weder die großen Firmen – wie google – noch die Politik, sollte die Menschen unterschätzen. Das ist, glaube ich, der größte Fehler, den viele begehen.
    Erfolg haben werden nur solche Unternehmen, die den richtigen “Mix” zwischen “virtueller Welt” und “realer Welt” finden werden. Also zum Beispiel Interesse wecken für ein Thema über Videos, was dann in einem Symposium mündet.
    So war es ja auch im vielzitierten Obamawahlkampf. Der “Anstoß” kam über das Internet, aber dann sind reale Wahlhelfer realen Menschen, die dann real zur Wahl gingen begegnet.
    Das Kollektiveigentum ist auch genau daran gescheitert. Die Menschen lassen sich nicht steuern, auch nicht für vermeintliche “Existenzzusagen”.
    Was “cloud computin” und “open access” betrifft, bin ich auch eher entspannt. Die Menschen sind viel vernünftiger, als all die “Geiz ist geil und Kostenlosjünger” glauben.
    Natürlich sind wir alle anfällig für “kostenlos”, wer will sich davon frei machen? Trotzdem werden wir weiter Bücher kaufen, weil das “Haptische” einfach eine andere Qualität hat und durch eine schöne Buchhandlung zu streifen ein Erlebnis ist. Ich glaube, dass die Entwicklung gerade, oder zumindest hoffe ich das, zu einer Qualitätsverbesserung führen wird.

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  16. 2. September 2009, 8:04 Uhr, von Noisa
    016

    Geht es nicht um geistiges Eigentum? „Kollektives geistiges Eigentum“ ist für mich schwer vorstellbar, denn derjenige, der ein Werk „geschaffen“ hat versucht (1) den für sich geeigneten Weg zu finden, um es nutzbar zu machen und kann (2) bei Missachtung seiner Nutzungsrechte (theoretisch, wenn auch äußerst schwierig) dagegen vorgehen.

    Letztendlich findet sich im Internet eine Masse an Informationen, Tools, Java-Anwendungen, auf die über Suchmaschinen und Werbung aufmerksam gemacht wird. Der Nutzer steht vor der Herausforderung, aus diesem Wust das für ihn Geeignete herauszufischen und der Urheber sollte hieran partizipieren, indem
    - die Informationen Werbung für den Urheber sind.
    - eine Nutzungsentschädigung (über den Betreiber der Web-Seite (Verlag etc.), über einen kostenpflichtigen Download, über Anzeigen auf einer eigenen Web-Seite) an den Urheber fließt.

    Wenn über Verlage/private Fernsehanstalten entschieden wird, wie auf dem eBook, Player oder der Festplatte des Konsumenten Daten (Buch, Video, Musik, TV-Sendungen) verbleiben dürfen – sogar die Löschung ermöglicht sein soll –, muss sich der Konsument darauf einstellen können. Nur ein kundenfreundliches Angebot dürfte auf Dauer Bestand haben. Wenn regelmäßig digitale Bücher vom eBook verschwinden, wird der Konsument sein eBook irgendwann in die Ecke packen.

    Dann bleibt es jedem Konsumenten grundsätzlich unbenommen, eine analoge Form der Daten herstellen zu lassen oder selbst herzustellen. Eine PDF-Datei ließe sich ausdrucken und zu einem schönen Buch binden. Es gibt nur kaum noch Buchbinder. Bücher können im BoD-Verfahren bezogen werden.

    Für mich erweitert das Web das Angebotspektrum. Manches gefällt mir, manches nicht. Cloud Computing finde ich für Teilbereiche praktisch: Daten zentral abzulegen, die auf mehreren Rechnern synchronisiert werden, ein mobiles Arbeiten als auch ein Arbeiten im Team ermöglichen, ist effizient. Aber sämtliche Infos irgendwo im Netz abzulegen, sich in die Abhängigkeit eines IT-Anbieters zu begeben, finde ich bedenklich.

    Ich glaube nicht, dass es „geistiges Kollektiveigentum“ irgendwann geben wird. Den Gedanken des Kollektiveigentums hier zu bringen, finde ich gut. Thematisch ist es aktuell und kommt beispielsweise mittelbar bei der aktuellen Diskussion zur Einführung der Vermögenssteuer inkl. Substanzbesteuerung zum Tragen. Ok, das wäre ein anderes Thema. Aber eine Besteuerung insbesondere von unbeweglichen und beweglichen Vermögenswerten (geistiges Eigentum ist schwer zu bewerten) führt langfristig zum Kollektiveigentum, etwas überzogen dargestellt. ;)

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  17. 2. September 2009, 8:39 Uhr, von Miranda
    017

    4o Jahre Internet ( natürlich kam das World Wide Web viel später)

    http://www.merkur-online.de/nachrichten/welt/chronologie-einer-revolutionaeren-erfindung-mm-457536.html

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  18. 2. September 2009, 11:41 Uhr, von Cate
    018

    Der Vergleich mit der osteuropäischen Wirtschaftgeschichte hinkt, wurde hier schließlich nicht der Eigentumsgedanke an sich durch kulturelle Veränderungen verhindert, sondern einfach eine äußere Wirtschaftswelt um die unveränderte Besitzvorstellung eines einzelnen Menschen herumgemauert. Darin lag ja auch der Irr- und Unsinn dieser Wirtschaftsform. An sich sehe ich in der Reformation der Vorstellung von Eigentum schon eine Notwendigkeit, um gewisse Konflikte lösen zu können. Oft ist genau die uneingeschränkte Abgrenzung des Eigenen der Kern vieler (größerer oder kleinerer) Probleme. Das ist natürlich eine rein theoretische Überlegung. Ich gehe nicht davon aus, dass diese Grundvorstellung gesellschaftlicher Ordnung (in unseren Kulturkreisen) jemals anders sein wird. Somit werden auch die Konflikte nicht enden. Aber ich finde den Gedanken schon spannend, was mehr möglich wäre, wenn Besitz nicht mehr im Vordergrund stünde. es geht mir nicht um Solidarität oder Kommunismus (das habe ich bewusst getrennt aufgezählt), sondern um ein rein theoretisches Gedankenexperiment. Nicht umsonst sagt man ja, dass Besitz unfrei macht. Alle Menschen streben nach viel Besitz und viel Freiheit. Ein unlösbarer Konflikt, oder? Ich bin nun schon seit einigen Monaten hier und da unterwegs und mein “Gesamtbesitz” (meine Möbel, meine ganzen Klamotten, mein Klavier etc.) stehen teils in Hamburg, teils in Berlin und langsam fange ich an überhaupt nichts zu vermissen und mich mit meinem Reiserucksack und meinem Koffer mehr als zufrieden zu fühlen. Fast schon graut mir vor dem Tag, an dem ich mit Sack und Pack wieder irgendwo komplett einziehen muss. Besitz macht wirklich unfrei. Ich bin keine Kommunistin oder so, es geht mir gar nicht um Politik. Es ist nur eine persönliche Feststellung und eine vielleicht philosophische Hinterfragung. Vor einiger Zeit habe ich mir in der Woche ungefähr 20 CDs gekauft und schön fein säuberlich ins CD-Regal gestellt oder in den CD-Koffer einsortiert. Diese “Eigentumspflege” ist mittlerweile völlig eingebrochen und ich habe die meisten meiner CDs auf mein itunes geladen und abgetreten. Wenn mein Rechner abstürzt oder ich nachts heimlich von itunes beklaut werde, ja, das würde mich schon ärgern. Aber es wäre eher ein pragmatisches Ärgernis. Ich könnte die Musik eben nicht mehr hören, was tragisch wäre. Es wäre kein prinzipielles Ärgernis. Ich hätte nicht das Gefühl, das mir Besitz genommen wird. Mir wird eine mögliche Handlung genommen, nämlich die des Hörens dieser Musik.

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  19. 2. September 2009, 12:39 Uhr, von Mafalda
    019

    Ja, diese Daseins- und Lebensform kenn ich auch @Cate. Erstaunlich ist, sobald ich dann – und sei es nur für 3 Jahre – irgendwo “seßhaft” war, da sammelte es sich wieder: Bücher, CDs, Kleidung etc.. Was dann zur Folge hatte, beim Weiterziehen aussortieren zu müssen/wollen…

    Nochmal zum “neuen Kollektiveigentum”. Derweilen setzt ja jede/r seine Geistesproduktion ziemlich zielgerichtet ins Netz. (Aber nicht allein dahin, wenn es um ausführlichere Abhandlungen geht.) Hat dabei auch in der Regel eine klare Zielgruppenvorstellung, die bei Analyse der NutzerInnen durchaus erweitert wird. Diese NutzerInnen haben ihrerseits eine – in der Regel – klare Vorstellung was sie wofür nutzen wollen. Möglicherweise auf Grund ihrer eigenen Zielvorstellung bereit sind, auch zu investieren. Und zu welchen Bedingungen.

    Geistesprodukte leben ja davon, (mit-)geteilt zu werden. Leben auch durch Input von außen. Gefährlich wird es allerdings, wenn es Monopolstellungen von Plattformen für die “Performance” gibt. Und eine Monopolstellung räume ich der virtuellen Wissens-Welt nicht ein, weder im Nutzen noch im nutzbar Machen.

    Eine andere Gruppe ist die von @ anin beschriebene: Offerten von Dienstleistungen, deren Profilierung und vor allem Preis. Sowie Offerten von “realen” Produkten, deren besondere Merkmale und Preise. Da grassiert “Spionage” und “Ideenklau”, die sehr schnell mögliche Alleinstellungsmerkmale zunichte machen. Was die Netznutzung dann kontraproduktiv für die Anbieter macht. Die Nachfragenden KÖNNEN, müssen nicht unbedingt Nutznießer sein. Denn noch muß sich das “Objekt der Begierde” real bewähren. Insofern wären auch hier für die Anbietenden sozusagen “Filter” im Vorfeld notwendig, um nicht “die ganze Karte” zu verraten. Das Netz sozusagen als “Teaser”, der durch “reale Performance” das Produkt, die Dienstleistung erst komplett macht.

    Antworten
  20. 2. September 2009, 12:42 Uhr, von Mafalda
    020

    Deutsche Sprach, schwere Sprach: “… erst komplett gemacht wird.” soll es heißen.

    Antworten
  21. 2. September 2009, 14:02 Uhr, von Yolande Langendijk
    021

    „Eine Gesellschaft, die sich hauptberufliche Kreativität und Produktivität nicht mehr leisten kann, verarmt in ihren Ideen und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.“ ???
    Don Tapscott rebuilds the world: http://vimeo.com/5727784 /mmeckel on twitter um 19 AM 24 July from web
    Don Tapscott Plädiert für ein sehr notwendige grundsätzliches Umdenken/Umformen von unseren Gesellschaft die unumgänglich aber glücklicherweise auch durch die neue kommunikations- Welle schon unabwendbar im Gang gesetzt ist, da ist kein Weg zurück, und nennt in diesen Zusammenhang solch neues Kollektiveigentum „capitalism at its best….“

    Antworten
  22. 2. September 2009, 14:53 Uhr, von Siegmund
    022

    Ok, es gibt sehr viele Vorteile dieses neuen Modells.
    Auch ganze, kostenlose Softwarepakete wurden ja auf diese Weise geschaffen, siehe Open Office.

    Aber wer ist dann wirklich noch bereit, qualitativen Journalismus zu liefern, wenn das Ergebnis eben kein Eigentum, und damit auch nicht mehr bezahlbar ist.
    Dann haben wir wirklich nur noch Bürgerjournalismus. Jeder kann berichten, so wie jeder Künstler sein kann (Beuys).
    Mal ganz abgesehen von der Frage, ob jeder dazu die Qualifikation hat, ist ebenfalls darüber nachzudenken, wer dann wirklich einen beträchtlichen Teil seiner Lebenszeit eben für jenen Zweck verwenden will, wenn der Beruf Journalist dann gar nicht mehr existiert.
    Er wird sich ein anderes Betätigungsfeld suchen. Etwas, was heute noch lukrativ ist.
    Mediziner, Versicherungsvertreter, Politiker, Investmentbanker.

    Antworten
  23. 2. September 2009, 15:24 Uhr, von Mafalda
    023

    Hmmm @ Siegmund, so schwarz würde ich es nicht sehen wollen. Wie Yolande Langendijk zu recht sagt, ändern sich die Rahmenbedingungen.

    Honorarverträge oder Arbeitsverträge für seriöse, fundierte Veröffentlichungen z.B. richten sich nicht allein mehr nach Auflagenstärken sondern nach abgerufenen Datenvolumina. Wie weiter oben schon z.B. von @ Miranda oder @ Antje beschrieben gibt das Netz durchaus auch Anregung zum Kauf in der realen Welt. Die Online-Redaktionen versuchen, wie ich es sehe, ebenfalls einerseits ein Äquivalent der inhaltlichen Qualität des Prints zu sein, andererseits durch eine gewisse Eigenständigkeit auch neugierig auf eben jene Prints zu machen.

    Antworten
  24. 2. September 2009, 15:30 Uhr, von Mafalda
    024

    So heftig die Assoziationen durch die Amazon-Aktion (AUSGERECHNET bei dem Buch!) sein mögen, vielleicht kam diese dunkle “Wolke” zur rechten Zeit um die Bedingungen von Veröffentlichungen im Netz zu dikutieren. Von Einzelheiten dieser Netzwelt weiß ich nun nicht wirklich sooo viel. Doch hab die Beiträge von @Noisa und @Triple-A sehr interessiert gelesen und wieder ein Puzzleteilchen mehr gelernt.

    Antworten
  25. 2. September 2009, 15:36 Uhr, von Noisa
    025

    Danke, @Mafalda, ich lerne hier – eLearing, noch gratis. Ich habe aber schon ZWEI Bücher von Frau Meckel gekauft. :)

    Antworten
  26. 2. September 2009, 15:47 Uhr, von Mafalda
    026

    P.s.: auch die Bedingungen vom KAUF von Veröffentlichungen.

    Antworten
  27. 2. September 2009, 16:46 Uhr, von Ramona
    027

    Die Springer AG hat der Kostenloskultur im Internet den Kampf angesagt und will ihre Leser für digitale Inhalte künftig zur Kasse bitten.
    Im ersten Schritt will Springer an die Smartphon- Nutzer ran. Sie sollen für kleine Multimedia-Anwendungen zahlen. Für seine Regionalzeitungen arbeitet der Medienkonzern an einem sogenannten Freemium-Modell. Der Klick auf normale Artikel ist umsonst, für Exklusiv-Geschichten oder Premium-Inhalte (was immer das ist), soll der Leser eine kleine Summe berappen. Mal abwarten, wie die Online-Nutzer reagieren.
    Schon einige Medien haben versucht, ihren Lesern den Gratisglauben auszutreiben. Meist ohne Erfolg.
    Die Verlage haben bislang noch keine Formel für finanziell erfolgreichen Online-Journalismus gefunden.

    Antworten
  28. 2. September 2009, 19:14 Uhr, von Anja
    028

    Es ist spannend, wie unterschiedlich jeder für sich, den von Cate beschriebenen Eigentumsgedanken in Bezug auf die persönliche Freiheit sehen kannn. Für mich gehört Besitz und Eigentum (geistig und körperlich) z.B. zu meiner Privatsphäre und damit zu meiner eigenen Freiheit. Wenn ich überlege, empfinde ich die höchste Freiheit, wenn ich meine Wohnungstür aufschließe und meine persönlichen Dinge, Musik, Bücher, Sofa, Bett und auch meine Gedanken für mich habe. Auch die Freiheit, einfach mal zu bestimmten Dingen (Was kochen wir?;-)) keine Meinung zu haben. Das bedeutet für mich Freiheit. Rucksack-Wohnen wäre also für mich gar nichts!
    Wenn im Netz zukünftig jeder auf alles zugreifen kann, nicht dafür zahlen muss und folgedessen auch niemand bezahlt wird, dann wird die Qualität darunter ziemlich leiden. Und das wird langfristig auch niemand wollen. Dann ist das so, als würden wir nur noch GEMA freie Musik hören und “GEMA” freie Texte lesen. ( gähn….) und “GEMA” freie Gedanken haben

    Antworten
  29. 2. September 2009, 19:23 Uhr, von Anja
    029

    Na, bei diesen Aussichten http://tinyurl.com/nb7wb7
    kann sich jeder glücklich schätzen, der sich mit eigenem Blockflöten spielen über Wasser halten kann;-)
    Klavier wäre natürlich absoluter Luxus…

    Antworten
  30. 2. September 2009, 20:41 Uhr, von PP
    030

    Mein Vater hat vor kurzem alle seine Patente freigegeben, weil er keine Lust mehr hatte, die jährlich steigenden Patentgebühren zu zahlen. (da er nicht den Reißverschluß sondern nur Spezialmaschinen erfunden hat, machte das Ganze mit dem Schutz des geistigen Eigentums keinen Sinn mehr)

    @Anja
    das mit dem Eigentum und mit dem Rucksackwohnen empfinde ich auch so.

    Ich bin glücklich und frei wenn ich die Tür zu unserem Haus aufschließe, wenn ich im Garten buddle, wenn ich der Nachbarin, die ich seit vielen Jahren kenne, bei der Trauerarbeit helfe, wenn ich mein Akkordeon abends um neun quäle und und und.

    Ich kann mir das Leben in einer Mietwohnung und das ständige Umherziehen nicht mehr vorstellen.

    Antworten
  31. 2. September 2009, 22:06 Uhr, von PP
    031

    @Anja 19:23

    zum Glück wurde der 4/4 Takt erfunden.

    Nein, ich habe nicht in alle Stücke reingehört, aber was ich gehört habe reicht mir zur Meinungsbildung.

    Antworten
  32. 2. September 2009, 23:28 Uhr, von Cate
    032

    @Anja:
    Ich verstehe, was du meinst. Aber bist du dann für dieses Freiheitsgefühl nicht abhängig von festgelegten Umständen und wiederum nicht frei? Ich meine, ich kann meinen Zustand überall haben. Das erinnert mich an Herrn K.: “Ich kann überall hungern.” Aber das hatte ja eine andere Bedeutung…

    Antworten
  33. 2. September 2009, 23:47 Uhr, von Miranda
    033

    Denke ernsthaft über dass Wohnen im Beduinenzelt nach…

    http://www.sommerwerft.de

    müßte nur wie beim Antagon Festival eine Chai Bar geben, mit frischem Obst…bin gerade so beseelt von dem Festival dass ich geistigen Eigentum gerademit allem teilen will die mir am Herzen liegen…

    Antworten
  34. 3. September 2009, 0:14 Uhr, von Cate
    034

    “Aber wer keine Rechte an eigenen Ideen und Produkten reklamieren und damit Geld verdienen kann, verliert die Motivation.”

    Nein. Dann ist die Motivation nur eine andere und die ist, finde ich, eher qualitätsteigernd…

    Antworten
  35. 3. September 2009, 7:28 Uhr, von Dowanda
    035

    @Cate
    Mein Freiheitsgefühl deckt sich sehr mti dem von Anja und PP.
    Freiheitsgefühl für mich ist es, mich nicht um solche Kinkerlitzchen kümmern zu müssen wie jedesmal an einem anderen Ort unterkommen zu müssen und dort meine Mindestinfrastruktur aufzubauen oder bei mir zu tragen.
    Man muss nicht zwangsweise von Eigentum frei sein, um Freiheit zu spüren. Und umgekehrt aber sicherlich auch.

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  36. 3. September 2009, 7:29 Uhr, von Dowanda
    036

    Nachtrag:

    Oder einst Kris Kristofferson meinte:
    “Freedom is just another word for nothing left to lose”

    Antworten
  37. 3. September 2009, 10:28 Uhr, von Cate
    037

    @Dowanda:
    Bei allem Respekt und Verständnis, ich finde das sehr traurig, was du, Anja und PP als Freiheit empfindet. Und die Textzeile interpretiere ich auch ganz anders als du. Ich will euch nicht zu nahe treten, sicher hat alles seine Berechtigung und ich weiß nicht, in welchem Lebensabschnitt und in welcher beruflichen Situation ihr steckt. Möglicherweise bin ich noch nicht genügend ausgelastet, um so zu denken. Aber das fände ich auch wiederum traurig…

    Antworten
  38. 3. September 2009, 10:33 Uhr, von Cate
    038

    Noch Nachtrag:
    Es ist ein Unterschied, ob man wirklich frei ist oder sich leisten kann, sich jederzeit frei zu fühlen.

    Antworten
  39. 3. September 2009, 10:40 Uhr, von Dowanda
    039

    @Cate
    In diesem Fall werde ich Dein Stadium der persönlichen Reife in diesem Leben wohl nicht erreichen.
    Nun ja: Wird auch so gehen.

    Antworten
  40. 3. September 2009, 11:22 Uhr, von Cate
    040

    Mal was anderes:

    Eine Bäckerei hier wirbt mit dem russischen Sprichwort: “Ein Tag ohne Brot ist ein langer Tag.” Ich finde das irgendwie ekelhaft.

    Antworten
  41. 3. September 2009, 11:28 Uhr, von Cate
    041

    @Dowanda: ?? Ich hoffe, das war ein Scherz…

    Antworten
  42. 3. September 2009, 11:38 Uhr, von Mafalda
    042

    Ebenso wie in der realen persönlichen Lebensführung jede/r unterschiedliche Bedürfnisse an die Rahmenbedingungen hat, gibt es, mein ich auch unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse an die Bedingungen, zu denen wir uns in der virtuellen Welt mitzuteilen bereit sind – egal nun, welchen Charakter diese “Mitteilung” hat. Dennoch meine ich, gibt es “Mindestkriterien” als kleinsten gemeinsamen Nenner.

    Diese sind multidimensional: Zugang, “Communityauswahl”, Inhalte, wer bestimmt darüber, Nutzung des Veröffentlichten, “Wer” stellt “Warum” den virtuellen Raum zur Verfügung und bestimmt daher auch den Rahmen maßgeblich …

    (bitte gerne weiter vervollständigen, das meine ersten Einfälle)

    @ Cate
    Meine erste Assoziation war: Hunger lässt die Zeit lang und mühsam werden. Was ekelt Dich?

    Antworten
  43. 3. September 2009, 11:46 Uhr, von Mafalda
    043

    @ Miranda
    hmmm, macht wirklich Lust auf – was mich betrifft – erst mal als Gast mitzuerleben. Bestimmt eine sehr inspirierende Umgebung für Austausch und “Wellen” über das Camp hinaus :-))

    Antworten
  44. 3. September 2009, 12:12 Uhr, von Dowanda
    044

    @Cate
    Nein

    @Miranda
    Ich bin echt froh um diese Sommerfestivals. So ist die Theaterpause nicht so lange. Was tu ich ohne meine Kellerbühne in St. Gallen? Oder ohne unsere Stadttheater hier in der Gegend? Von denen wir – gemossen am provinziellen Touch – ein paar sehr ausgezeichnete haben.

    Antworten
  45. 3. September 2009, 12:23 Uhr, von Noisa
    045

    OT: „Burka-Trägerinnen“? ;)
    http://www.freitag.de/alltag/0936-blogger-udo-di-fabio-burka-rtl-google-anonym
    Ach so.

    Noch ein Einwurf – kurz zum Thema:
    Bei der heutigen Diskussion „was hab ich und was hab ich nicht und was hätte ich gerne und was nervt mich“, könnte zwischen Besitz und Eigentum unterschieden werden. Manchmal wird nicht ganz klar, was gemeint ist. Beides ist nämlich nicht dasselbe. ;)
    de.wikipedia.org/wiki/Eigentum

    Antworten
  46. 3. September 2009, 12:26 Uhr, von Noisa
    046

    , zu viel.

    Antworten
  47. 3. September 2009, 13:13 Uhr, von Noisa
    047

    Spontan dachte ich gerade an das Wort „Eigentumsempfinden“, das gibt es aber schon:
    „Als Dreh- und Angelpunkt erweist sich dabei das Eigentum. Genauer: das Eigentumsempfinden. Was mir gehört, verschmilzt mit meiner Identität, und jeder Versuch der Fortnahme fühlt sich wie ein Angriff auf die persönliche Integrität an. Der amerikanische Wirtschaftspsychologe Barry Schwartz nennt das den „Besitztumseffekt“, und da dieser zu unserer Sandkastensozialisation gehört („Meine Schaufel ist nicht deine Schaufel“), hat ihn schon jeder am eigenen Leib erfahren. Gier als treibende Kraft…“ aus:
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/Steuern;art772,2482640

    Antworten
  48. 3. September 2009, 13:46 Uhr, von Noisa
    048

    (Ob Google dauerhaft gratis ist, ist zweifelhaft:
    http://online.wsj.com/article/SB125192241524880801.html
    Vermutlich wird Google weiter überraschen, nicht nur im positiven Sinn.)

    Antworten
  49. 3. September 2009, 13:47 Uhr, von Noisa
    049
    Antworten
  50. 3. September 2009, 13:55 Uhr, von Noisa
    050

    „Burda baut “Google-News-Killer” und teilt mit Urhebern“, FAZ von heute: http://tinyurl.com/krwjru
    Jetzt tauche ich aber ab… :)

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