MM_Picasso
Zu den Kommentaren
11. September 2009, 12:19 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Deutscher Politsadomasochismus

Über das gestörte Verhältnis der Deutschen zu ihren Volksvertretern

Das wäre ein Coup: Ulla Schmidt als Gast bei einem Promispezial von „Wer wird Millionär” und sie bekommt die wahnsinnig witzige Spezialfrage: „Wie viel kostet eine Mercedes S-Klasse pro Tag bei einer spanischen Autovermietung?” Sie weiß das nicht? Natürlich weiß sie das! Nichts weiß sie genauer als das. Hat sich die SPD-Bundesgesundheitsministerin doch seit Wochen mit kaum einer Frage intensiver beschäftigt als mit den Kosten für Dienst- und Leihwagen und deren sachlicher und moralischer Rechtfertigung. Das ist ungefähr der Humor, mit dem Politiker in Deutschland inzwischen rechnen müssen, und – ganz ohne Witz – Teil einer Blaupause für die Verfertigung des Politischen beim Regieren ohne Anzuecken.

Man hätte diese Entwicklung erahnen können, als Gerhard Schröder, damals SPD-Bundeskanzler, bei „Wetten dass” seine Steuerungsfähigkeiten beweisen musste, indem er seinen Dienstwagen rückwärts aus dem Studio herausdirigierte. Anecken wäre auch da schlecht gewesen. Auch die wenigen Meter, die das Auto gefahren ist, musste Schröder nicht abrechnen – weder dienstlich noch privat – er saß ja nicht im Wagen. Und hätte der damalige Kanzler einen Satz gesagt wie „das steht mir zu”, man hätte sich wissend lächeln abgewendet, ein wenig irritiert von der Großkotzigkeit, die aber damals bei diesem Mann als Kanzler irgendwie noch im Rahmen des Erwartbaren lag.

Bei Ulla Schmidt ist etwas aus diesem Rahmen gefallen. Vielleicht hat sich aber auch der Rahmen zusammengezogen wie trockenes, rissiges Holz, das keinen Spielraum mehr lässt und bricht, wenn an einer Stelle mal ungehörig gerüttelt wird. Sicher, sie hat ungeschicktes Krisenmanagement betrieben. Die Tatsache, dass Politikern, gar Politikerinnen etwas zustehen könnte, ist in Deutschland weitgehend verpönt. Und wenn es dann sachlich doch so ist, dann hat der Politiker darüber bitte den Mund zu halten.

Die meisten Politiker haben diese Lektion längst gelernt. Deshalb sind die Parlamente voll mit Menschen, die lieber selten den Mund aufmachen und wenn, dann um etwas zu sagen, das andere auch schon gesagt haben. Die etwas mutigere Variante davon perfektioniert der Bundeswirtschaftsminister derzeit blendend. Er sagt zu vielem „ich bin dagegen” und inszeniert sich auf der Bühne des Wahlkampfs als Widerstandskämpfer gegen die politische Kultur der Duckmäuserei. Dabei genügte bei der vermeintlichen Opelrettung schon ein Zwergenaufstand, um sich als Haltungsriese zu inszenieren. Folgen hatte dieser Widerstandskampf keine. Aber um das, was im politischen System der USA als „walk your talk” eingefordert wird, geht es hier auch nicht. Der Wirtschaftsminister wusste zu genau, dass sein angebotener Rücktritt vor der Bundestagswahl für die Union nun wirklich völlig ausgeschlossen ist.

Zu Guttenberg fällt deshalb so auf, weil viele andere so abfallen und hinab gleiten an den feuchten und rutschigen Kanten der politischen Stammtische. Wir lernen von den Repräsentanten der politischen Klasse in diesem Wahlkampf, dass sie Busen und Hintern haben („wir haben mehr zu bieten”), nicht aber wie man den eigenen Kopf einsetzten kann. Wir lernen, dass auch solche Politiker, die sich bis in die feinsten Verästelungen des Gesundheitssystems hinein auskennen, lieber über gesundes Grillen als über den Gesundheitsfonds sprechen. Wir lernen, dass die Regierenden Kraft haben, aber nicht wofür. Und über all der Inhaltsleere liegt der Schleier des Menschlichen. Politiker müssen sich nicht als politikfähig beweisen, sondern als lebensnah. Deshalb misst Karl Lauterbach (SPD) vor der Kamera Patienten den Blutdruck. Deshalb versucht Jürgen Bosbach sich an der Wiedereingliederung von jungen Straftätern in der Jugendstrafanstalt. Deshalb zerrt Renate Künast auf einem Bauernhof ein störrisches Kalb über die Wiese. Deshalb verabreden sich junge Politiker mit ihren potentiellen Wählern zum Speeddating. Sechs Minuten reden, dann muss klar sein, wofür der Politiker steht.

Was zeigt sich da? Diese Form der politischen Repräsentation ist Ausdruck eines Politsadomasochismus, bei dem einem angst und bange werden kann. Offenkundig wird von Politikern in Deutschland gar nicht mehr erwartet, dass sie Vorbilder im Politischen sein könnten, dass sie Themen setzen und anecken könnten, dass sie besser und qualifizierter sind als der Durchschnittsbürger und gerade deshalb in ein politisches Amt gewählt wurden. Die Deutschen scheinen von ihren Politikern zu erwarten, dass sie sich unterdurchschnittlich begabt zeigen und ihnen möglichst oft nach dem Mund reden. Sie wählen sie, weil sie möchten, dass von diesen Politikertypen keine Bedrohung wirklichen Wandels ausgeht. Damit sie auf sie herabsehen und sie niedermachen können, wann immer sich ein Anlass dazu bietet. In der Wirtschaft gibt es dafür einen eingeführten Claim: „First men hire first men. Second men hire third men.” Die Deutschen, ein Volk der Zweitklassigen, die sich nur durch Drittklassigkeit vertreten lassen wollen?

Natürlich spielen die Politiker das Spiel – meistens – mit. Akzeptieren die Kluft zwischen eigentlicher politischer Aufgabe und dem, was das repräsentierte Volk dem Repräsentanten dafür zugesteht. In diese Kluft ist Ulla Schmidt mit ihrer Dienstlimousine in vollem Tempo reingerauscht. Vielleicht weil sie bockig ist. Vielleicht weil sie wusste, dass der Bundesrechnungshof kein Vergehen finden würde. Vielleicht auch weil sie nach acht Jahren Tätigkeit als Abgeordnete und Bundesgesundheitsministerin und ebenso langen Kämpfen mit den mächtigsten Lobbygruppen dieser Republik einfach keinen Bock mehr hatte, die Position als Volksabtreterin zu akzeptieren.

Die meisten tun das aber. Sie sind inzwischen gedrillt auf den Mangel an Respekt, der der politischen Klasse in Deutschland entgegenschlägt. So sehr, dass sie freiwillig durch die sumpfigen Lachen unter den Biertischen kriechen, den Kopf eingezogen, damit kein Fußtritt des pöbelnden Volkes sie trifft, während sie versuchen, ein wenig vorwärts zu kommen. Dieses Spiel der Entwertung des Politischen durch Skandälchen, Neid und Nickeligkeiten, angetrieben auch von den Medien als Verstärker, hat Deutschland perfektioniert. Dagegen hilft nur eine große Portion Zynismus und Unabhängigkeit vom Amt oder ein Adelstitel. Die große Repräsentation scheint in Deutschland eher gesellschaftsfähig, wenn sie mit Herkunft begründet werden kann. Das ist leider ein der Demokratie eher fremdes Kriterium, hält sich aber beharrlich.

Diese Mechanismen erzeugen einen blinden Fleck unserer Gesellschaft. Die Deutschen sehen den Spiegel nicht mehr, der sich da vor ihnen aufgebaut hat. Die Bürgerinnen und Bürger merken nicht einmal, wie sie mit diesem kleingeistigen Artilleriefeuer gegen ihre Repräsentanten auch sich selbst treffen. Es muss doch im Interesse einer aufgeklärten demokratischen Gesellschaft liegen, dass die besten ein politisches Amt ergreifen, um die Geschicke des Landes in Zeiten komplexen Wandels in die richtige Richtung zu steuern. Dass dies Menschen sind, die – ganz im Sinne Max Webers – sich durch drei Eigenschaften aufzeichnen: Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß.

Wer die als Politiker entwickeln will, sich als politische Persönlichkeit dem Dienst an Volk und Staat verschreiben will, muss die Chance haben, dies hauptberuflich zu tun und dafür vor sich selbst gute Argumente zu finden. Das heißt, er muss – wieder nach Max Weber – für die Politik und von der Politik leben können. Beides ist in Deutschland nicht unbedingt selbstverständlich. Politiker rangieren auf der Liste der meistangesehenen gesellschaftlichen Gruppen regelmäßig am Ende der Reputationsskala. Dabei übernehmen sie eine Aufgabe, die im Sinne von Berufung eben mehr sein soll als ein Job. Die oft sieben Tage Arbeit die Woche bis zu 16 Stunden pro Tag verlangt für ein Gehalt, für das ein Vorstand in der Wirtschaft nicht einmal ein Bein aus dem Bett hebt. Und wehe, es wird dann auch nur eine einzige Dienstfahrt falsch abgerechnet. Oder die Bundeskanzlerin gibt ein Abendessen im Kanzleramt, an dem außer ihr selbst auch einige weitere Führungspersönlichkeiten dieses Landes teil nehmen.

Wir dürfen uns also nicht wundern, dass wir vergeblich nach den kantigen, meinungsfreudigen und durchsetzungsfähigen Politikern suchen, die in die Parlamente und Regierungen strömen. Wenn es keinen reputativen oder materiellen Mehrwert bedeutet, in die Politik zu gehen, dann bleibt nur ein Antrieb übrig: die Macht. Und dann müssen wir uns fragen, welcher Typus Mensch das sein mag, der vor allem die persönliche Macht als Mehrwert schätzt, die ihn in der Politik hält. Sesselkleber und Intriganten dürfen frohlocken.

Wer kürzlich das ZDF-Unterhaltungsformat „Ich kann Kanzler” angeschaut hat, konnte die Selbstselektion des politischen Systems in Deutschland fernsehtauglich beobachten. Da traten smarte junge Menschen gegeneinander an, die in stromlinienförmiger Anpassung an die politischen Floskeln ihrer Parteivorbilder zu den bekannten Themen fast fehlerfrei in die Kamera sprechen konnten. Und befragt wurden sie von dem beliebtesten Deutschen, den das Volk sofort zum Kanzler wählen würde: Günter Jauch. In spießiger Besserwisserhaltung versuchte Jauch, die Jungpolitiker auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Was für einen Politikbegriff er dabei zugrunde legte und ob die Kandidaten nun eher anpassungsfähig oder meinungsfreudig daher kommen sollten, blieb schwankend und weitgehend unklar.

Als Oberfragen- und antwortenverwalter verteilt Jauch das Geld für die, die richtig liegen. Das langt für höchste Popularität. Da sind die Deutschen in ihrer Wertschätzung dann konsequent. Ein Volk, das seine politischen Repräsentanten weitgehend verachtet, wählt am liebsten einen Nichtpolitiker. Hoffen wir nur, dass der niemals mehr als eine Quizfrage beantworten muss. (siehe in Auszügen FAZ v. 9. September 2009)

78 Reaktionen

  1. 13. September 2009, 12:07 Uhr, von Ramona
    051

    @Noisa, um ehrlich zu sein, halte ich dieses Kanzlerduell nur für ein riesen Medienspektakel. Ein Muster ohne Wert!
    Dem noch unschlüssigen Wähler wird es keine Entscheidungshilfe sein.
    Ich werde mir dieses ‚Theaterstück‘ nicht ansehen!
    Und ob in dieser Zusammensetzung der Runde bei AW, tatsächlich eine konstruktive Aufarbeitung es Duells erfolgen kann? Ich bin nicht sicher.

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  2. 13. September 2009, 12:22 Uhr, von Noisa
    052

    Ein „riesen Medienspektakel“ wird es sein, das denke ich auch, @Ramona. Ich werde es mir nebenbei im kleinen Bildschirm anschauen oder vielmehr rein hören, damit ich mich nicht allzu ärgere, wenn ich Steinmeier Parolen schmettern sehe und Merkel rumgluckt und wenig sagt. Dabei freuen sich die Beiden auf die kommende Legislaturperiode.

    Und es ist m.E. irreführend, reißerisch, dass bei öffentlich-rechtlichen Sendern – wie der ARD – noch weiterhin von Duell gesprochen wird, denn es ist keins… Aber die öffentlich-rechtlichen Sender kommen aus meiner Sicht überwiegend schon lange nicht mehr hinreichend ihrem Auftrag laut Rundfunkstaatsvertrag nach. Im Ergebnis sammeln sie Gelder über die GEZ bei uns Bürgern und – jetzt bitte hinsetzen – veruntreuen den überwiegenden Teil der Gelder (http://dejure.org/gesetze/StGB/266.html). Da die „Kontrollinstanz“ überwiegend von Politikern besetzt ist und das Programm diesen offenbar genehm ist, wird sich auch nichts ändern. Irgendetwas – wenn nicht eine ganze Menge – läuft schief in unserer Demokratie.

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  3. 13. September 2009, 12:38 Uhr, von Noisa
    053

    Für Menschen, die sich nicht schnell ärgern – war zur HRE: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,648672,00.html

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  4. 13. September 2009, 12:43 Uhr, von Dowanda
    054

    Bei diesem KanzlerInnenduell wird erstmals der Fall eintreten, dass von Seiten der Moderation mehr heisse Luft produziert wird als von den beiden, theoretischen, Hauptdarstellenden.

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  5. 13. September 2009, 12:44 Uhr, von Noisa
    055

    3. Versuch:
    Hm, vielleicht klappt es nun mit der Freigabe meines Kommentars:

    DAS hier wurde nun geklärt (‘Hier’ wurde bereits ähnlich darüber vor Monaten geschrieben.):

    bundestag.de/presse/hib/2009_07/2009_226/02.html

    Einen schönen Sonntag! :)

    Antworten
  6. 13. September 2009, 12:47 Uhr, von Noisa
    056

    Pfandbriefe “das sicherste Wertpapier am Kapitalmarkt”
    Finanzen/Antwort – 31.07.2009 unter: bundestag.de/presse/hib/2009_07/2009_226/02.html

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  7. 13. September 2009, 12:52 Uhr, von Yolande Langendijk
    057

    “Ich werde mir dieses ‚Theaterstück‘ nicht ansehen!
    Und ob in dieser Zusammensetzung der Runde bei AW, tatsächlich eine konstruktive Aufarbeitung es Duells erfolgen kann? Ich bin nicht sicher.” @Ramona, Jawèl, dat wordt leuk, evengoed spannend.

    Antworten
  8. 13. September 2009, 14:57 Uhr, von Mafalda
    058

    @ Noisa
    Mit Interesse lese ich Deine Hinweise hinsichtlich Medienrecht etc.. Leider scheint es mehr Gesetzesanwendungsverhinderer und Gesetzeslückensucher und -reinspringer zu geben als konsequente Anwender derselben.

    Hinsichtlich des Polittheaterabends: bin mir noch nicht eins, ob ich mich in welche Reihe auch immer setze. Wie oben irgendwann schon mal geschrieben, hab ich keine großen inhaltlichen Erwartungen und es steht zu befürchten, daß ich mich ärgere wie über ein schlechtes Fußballspiel. :-)

    Bin andererseits halt auch neugierig und immerhin könnte es ein durchaus interessanter “Forschungsabend” werden. Oder gar politisches Kabarett. ;-)

    Antworten
  9. 13. September 2009, 15:55 Uhr, von Ramona
    059

    app. politisches Kabarett:
    @ Mafalda entscheide Dich, wenn Du lachen willst, lieber hierfür:-)))
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/834990?inPopup=true

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  10. 13. September 2009, 15:59 Uhr, von Noisa
    060

    @Mafalda, Kritik wird in diesem Bereich naturgemäß nicht publik gemacht. Wie auch? Über eine Sondersendung im öffentlichen-rechtlichen Fernsehen zum Umgang mit GEZ-Gebühren? ;) Da muss schon ein Skandal richtig hochgekocht sein, wie beim NDR, Tatort…, damit wir was mitbekommen. Die Bürger in Bayern, die für mehr Transparenz stimmen, für etwas SELBSTVERSTÄNDLICHES, werden überstimmt, weil Transparenz nicht gewünscht ist: Bayern ist was besonders, dort ticken die Uhren bei Weißbier und Weißwürstl eben anders. ;)

    Die Symbiose zwischen Politik und Medien soll bitte aufgebrochen werden, indem die Medien ihre Aufgabe in dem gebotenen Maße erfüllen: zu informieren, zu kritisieren und Meinungen zu äußern. Indem stets das, was unsere Politiker unternehmen im Ergebnis hinterfragt wird. Das mag ein nicht erfüllbarer Wunsch sein, aber ich wünsche mir ja gerne immer was.

    Das Web trägt zur Aufklärung bei. Mit der Zeit kann sich was bewegen, wenn das Netz offen bleibt und die Politiker den Informationsfluss nicht durch mehr staatliche Kontrolle einschränken.

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  11. 13. September 2009, 17:04 Uhr, von Mafalda
    061

    @ Ramona
    :-))) Grandios!

    So inhaltsreiches Lachen wird´s heut abend sicher nicht. Eher Realsatire… ;-) Und ich fürchte, sollte ich einen Livestream im Netz finden, werde ich meiner Neugier nachgeben. Hab festgestellt, auch bei schlechtem Spiel ist es immer noch besser, es “Original” zumindest zum Teil gesehen zu haben als auf Berichte vom 2., 3. 4. Aufguss zu warten.

    @ Noisa

    Das Schlimme an dem publikgewordenen Skandal beim NDR ist, daß es offenbar Usus zu sein scheint – und nicht nur beim Fernsehspiel. Mensch erinnere sich auch an den HR und Herrn Emig im Sport. Würden die sogenannten Kontrollorgane ihrem Auftrag gerecht, flöge sicher noch manch anderes Deckelchen von lukrativen Töpfchen…

    Antworten
  12. 13. September 2009, 17:18 Uhr, von Mafalda
    062

    Interessant übrigens die “Staatsbürgerkunde” in Ramonas Link von 15:55. Der Umgang mit dem Afghanistankrieg wäre relativ klar (sofern im Zusammenhang mit Kriegen irgendwas klar sein kann, aber das ist ein anderes Thema), fänden die Art.26GG [Verbot des Angriffskrieges] i.V.m. Art.115aff GG [Feststellung des Verteidigungsfalls] Anwendung. Im Falle der Feststellung von letzterem würden keine Bundestagswahlen stattfinden (Art.115h GG)…

    Antworten
  13. 13. September 2009, 17:23 Uhr, von Noisa
    063

    @Mafalda, das ist, ich schreib‘s nicht… :(
    Die Deckelchen zu lüften, oh, das kann spannend sein. Gibt bestimmt ´nen paar Profis, die sowas können. Auweia.

    Antworten
  14. 13. September 2009, 17:31 Uhr, von Noisa
    064

    Wieder was aus der FAZ zu Opel:
    http://tinyurl.com/mkaoud
    Entlarvend. Leider haben Frau Merkel und Herr Steinmeier vermutlich keine Ahnung von dem, was hinter den Kulissen abläuft. Da gibt es doch immer ein paar Mittelsmänner, die ordentliche Honorare einkassieren, insbesondere wenn es um Geschäfte mit Rußland geht…

    Antworten
  15. 13. September 2009, 17:32 Uhr, von Noisa
    065

    “Russland”

    Antworten
  16. 13. September 2009, 18:01 Uhr, von Dowanda
    066

    @noisa
    Du vergisst, das es sich bei Russland um eine lupenreine Demokratie handelt

    Antworten
  17. 13. September 2009, 18:08 Uhr, von Noisa
    067

    @Dowanda, ich muss lachen. ;) Nein, ist das alles gruselig. Es gibt bestimmt einige, die aus dem Nähkästchen plaudern könnten.

    Eigentlich sollte das dilettantische Verhalten von Merkel und Steinmeier bei Opel und bei Merkel zusätzlich noch bei der HRE ein Grund sein, sich dieses bekloppte Duell heute nicht anzuschauen. Aber mich bestärkt die Show dann wahrscheinlich darin, doch besser die Grünen, liebäugel auch mit der FDP (Nein, besser nicht, obwohl? Und bloß nicht Links, oder doch?), zu wählen.

    Antworten
  18. 13. September 2009, 18:17 Uhr, von Noisa
    068

    Mein Wunschausgang der Bundestagswahl:

    Opposition
    CDU 13%
    SPD 13%

    Regierung:
    Grüne 30%
    FDP 21%
    Linkspartei 21%

    Sonstige: 2%

    Könnt Ihr vom TV nicht was daran drehen, indem Ihr Merkel und Steinmeier heute mal richtig richtig gut befragt? Bitte!

    Allerdings müsste ich ein wenig schlucken, mir Frau Künast als Kanzlerin vorzustellen. ;)

    So, jetzt bin ich still und noch ´nen lustigen Abend. :))

    Antworten
  19. 13. September 2009, 18:19 Uhr, von Mafalda
    069

    @ Noisa

    was Opel, aber auch die Wardan-Werften angeht, ja, da ist das Getöse um die “Verpackung” größer als die sehr viel weniger schrillen, aber eher fundierten Gegenstimmen (das mit der “Verpackung” hab ich dem Kabarett-Link von Ramona entliehen) und es würde zu viel Raum einnehmen, alle Punkte hier aufzulisten und zu erklären. Aber es GIBT diese Veröffentlichungen. Mensch muß jedoch viel lesen, um die Puzzleteilchen zusammenzusetzen. Und das “Hurra”-Gebrüll ist nun mal plakativer als das “Kleingedruckte” und die Erläuterungen dazu.

    Mal ab davon: ich trüddel immer noch ein wenig mit dem Titel “Deutscher Politsadomasochismus – Über das gestörte Verhältnis der Deutschen zu ihren Volksvertretern”.

    1. Meine ich, daß das Verhältnis von Gewählten und Wählenden nicht allein in Deutschland gestört ist (Yolande Langendijk, hoe gaat het met jou en de regering Balkenende? Dowanda, wie sieht´s in Österreich aus resp. der Schweiz? Martina e Berlusconi?)

    2. Das hab ich oben auch schon gesagt – liegt es aus meiner Sicht eher andersrum: “unsere” gewählten VertreterInnen haben eher ein gestörtes Verhältnis zur Welt außerhalb der Reichstagskuppel

    3. Sadismus und Masochismus beschreiben eine UNMITTELBARE Haltung zwischen zwei Menschen(-gruppen).

    a) UNMITTELBARKEIT ist nicht gegeben

    b) Diese beiden Haltungen vermag ich so eindeutig weder bei Gewählten und Wählerinnen zu erkennen. Es ist ein plakativer Ausdruck, der dem tatsächlichen, komplexen Verhältnis nicht gerecht wird. -> S. “Verpackung” und “kleingedruckter” Inhalt
    Aber medial macht sich so ein vereinfachendes Bild natürlich gut und verstärkt populistische Positionen zum Verhältnis Regierung:Volk

    Antworten
  20. 13. September 2009, 18:49 Uhr, von Dowanda
    070

    @mafalda
    Gute Frage – bundesweit müssen wir alle 2 Jahre im Durchschnitt an die Urne, weil man sich im Wiener Wasserkopf immer wieder verkracht. Diese Pseudoschlachten, die dann letztendlich wieder in grosskoalitionärem Postenschacher enden, machen die rechten Parteien stärker. Während die Grünen sich nachhaltig leidtun und ab und an einen Oppositionsluftballon ablassen.
    Ehrlich gesagt: Bei den letzten Nationalratswahlen war ich nicht einmal mehr wählen. Weil mich diese präpotenten Nullen mit ihren Anzüglein und Plattidüden nur noch genervt haben. Ich hatte nicht einmal mehr Lust, das geringste Übel auszusortieren. Und ich denke, so geht es vielen.
    (Zu den Landtagswahlen kommende Woche gehe ich allerdings, sei zu meiner “Ehrenrettung” gesagt).

    @all
    Schlagt mich tot, aber ich skippe sowohl das Duell als auch die Nachlese bei Anne Will. Lege mich mit einem Buch in die Badewanne. Ich glaub davon hab ich mehr.

    Antworten
  21. 13. September 2009, 18:55 Uhr, von Dowanda
    071

    @noisa
    Pfui, wasch Dir sofort den Mund aus: Die Grünen vor den Liberalen … pffffffft *g*
    Oder noch besser: Wasch den Berg Geschirr in meiner Küche ab. Dann hab ich auch was davon :-)

    Die Künast als Kanzlerin? Bitte, sofort! Die mag ich gerne. Die hat Verstand, auch wenn sie immer wieder mal das Falsche damit zu folgern pflegt. Was aber Ansichtssache ist, zugegeben.
    (Aber nur wenn die Roth maximal Bildungsministerin wird … falls sie ihr Amt ausfüllt wie Annette Schavan hört man eh nichts mehr von ihr. “Eichhörnchen auf Crack” … Danke, Frau Meckel. Besser kann mans nicht beschreiben)

    Antworten
  22. 13. September 2009, 19:22 Uhr, von Noisa
    072

    @Dowanda :))) Ich fordere/wünsche oft mehr, in der Hoffnung, dass das Endergebnis einigermaßen ok ist. Ist ‘ne Mentalitätssache. ;)

    @Mafalda, ein interessanter Beitrag…
    Und, @Ramona, Deinen offenbar guten Stream-Tipp schaue ich mir morgen an. :)

    Antworten
  23. 13. September 2009, 19:45 Uhr, von Mafalda
    073

    Ist es zu fassen, mir bleibt das Radio oder der ZDF-WortWahlScanner-Live, da keine der 4 Anstalten im Netz Livestreamt. Nou ja, c´est la vie without TV. Dann halt morgen aus der Netz-Dose. Da kann ich ja dann beliebig rumschieben mit dem Vor-oder Rücklauf ;-))

    @ Dowanda
    ´ne Badewanne zu WDR2-Musikreport (samt Flashs zum TV-Geschehen), meinem Buch und dem Rotwein käm nun gut…

    Landtags- und KommunalpolitikerInnen sitzen denk ich nochmal näher dran an den Wählenden; müssen oft auch den Kopf für “die weiter weg” hinhalten.

    Antworten
  24. 13. September 2009, 20:20 Uhr, von Anja
    074

    Mafalda, probier doch auf Phoenix.de
    hier gibt’s glaube ich ein Live Stream

    Antworten
  25. 13. September 2009, 20:33 Uhr, von Mafalda
    075

    @ Anja
    Danke schön, ja. Zwar “nur” Ton, aber wie die beiden aussehen weiß ich ja ;-)

    Toll auch, daß Phoenix im TV in Gebärdensprache überträgt.

    Antworten
  26. 13. September 2009, 20:35 Uhr, von Siegmund
    076

    Steinmeier schlägt sich ganz gut wie ich finde …
    Zum Wahlsieg reicht´s wohl nicht, aber im Duell ist er eine Nase vorn.

    Antworten
  27. 13. September 2009, 20:41 Uhr, von Kathi
    077

    …Ich finde es langweilig. Das ist wirklich ein Duett, kein Duell. Schnarchnasenpolitik. Bei mir liegen beide gleich weit hinten, bin mal gespannt, wie diese Top-Kandidaten-Langweile hinterher ausgewertet wird.
    Da war die Badewann wahrscheinlich wirklich die bessere Lösung ;)

    Antworten
  28. 15. September 2009, 13:15 Uhr, von Kirsten Erlenbruch
    078

    Interessant ist, dass sich einige Politiker jetzt beleidigt darüber beklagen, wie wenig Respekt Ihnen entgegen gebracht wird (siehe die nicht ganz ernst zu nehmende Umfrage, nach der 18% der Bundesdeutschen Horst Schlämmer wählen würden).

    Respekt muss man sich verdienen, den bekommt man nicht geschenkt, auch oder gerade dann nicht, wenn man als Volksvertreter arbeitet.

    Ja, die Debatten über Dienstwägen oder Einladungen im Kanzleramt sind kleinlich und wenig sachdienlich.

    Sie zeigen aber, wie verdrossen die Bevölkerung ist. Bedauerlich nur, dass sich das in der kommenden Wahl wohl wieder einmal nicht im Ergebnis niederschlagen wird.

    Antworten


© Miriam Meckel 2002 bis 2012