MM_Japanische-Lebensweisheit
Zu den Kommentaren
20. September 2009, 11:43 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Wenn ich mir was wünschen dürfte …

Kein Anschluss unter dieser Nummer“ – das ist die klare Kennung eines fehlgeleiteten Anrufs im traditionellen Telefonsystems. Dann hat man sich verwählt. Am 27. September gibt es dafür keine so klare Kennung. Für eines der wichtigsten Themen der Innovations- und Zukunftsfähigkeit Deutschlands aber verwählen wir uns in jedem Fall.

Keine Partei bietet ein echtes Zukunftsprogramm für Deutschlands Weg in die digitale vernetzte Gesellschaft (mit Ausnahme der Piratenpartei, aber die hat für alle anderen Politikfelder kein Programm). Natürlich finden wir in den Wahlprogrammen viele hehre Sätze zum Schutz des geistigen Eigentums oder einer Kulturflatrate im Netz (SPD), zur Förderung der Hochtechnologie (CDU) oder zum Schutz der Privatsphäre (Grüne). Aber nicht ein Programm nimmt sich des Themas an, das uns in Zukunft beschäftigen und bestimmen wird, ob wir wollen oder nicht.

Das Internet ist kein Medium, das wir nutzen können oder nicht. Die digitale Vernetzung wird unser Leben verändern. Es wird die Gesellschaft herausfordern und verwandeln in Politik, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Wissenschaft und Kultur. Die Anzeichen dafür sind längst sichtbar. In der Wirtschaft brechen traditionelle Geschäftsmodelle weg (besonders die Medien leiden darunter), aber die Unternehmen versuchen lieber, mehr vom Alten in den Markt zu pressen statt sich herauszufordern und Neues zu probieren. In der Politik werden wir mit Blogeinträgen, Tweets und Videos der Spitzenkandidaten bombardiert, aber keine Partei hat wirklich begriffen, dass das Netz eine Plattform politischer Aktivierung sein kann, die vor allem die junge Generation motiviert. Den Obama-Effekt gibt es in diesem Wahlkampf nicht. In der Wissenschaft diskutieren wir furios über Open Access, anstatt uns zu fragen, wie sich deutsche Forscherinnen und Forscher über die digitale Vernetzung erfolgreicher als bisher in der globalen akademischen Gemeinschaft positionieren können. Und im Bildungssystem ist es in Deutschland noch immer ein schulischer „Standortvorteil“, wenn Kinder an einem veralteten Computer arbeiten können.

Internationale Vergleichsstudien zeichnen dementsprechend ein trauriges Bild von der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Das „World Economic Forum“ ordnet uns aktuell auf Platz 20 ein im „Networked Readiness“ Ranking hinter den USA und vielen asiatischen Ländern, aber auch schlechter als Österreich, England und Frankreich. Beim aktuellen „E Readiness“ Ranking der „Economist Intelligence Unit“ liegt Deutschland auf Platz 14. Das ist eine Schande für ein Land, das sich stets der Innovationsfreude rühmt. Es ist aber vor allem ein Schuldschein auf Kosten der zukünftigen Generationen, für den diese irgendwann die Quittung bekommen.

Das Internet ist nicht allein technologische Innovation, nicht nur eine weitere Kommunikationsplattform, nicht Spielplatz für Verrückte und Exhibitionisten. Die digitale Vernetzung bedeutet eine Zeitenwende. Eine Bundesregierung, die das versteht und politisch gestaltet, die wünsche ich mir.

Um sie zu gestalten brauchen wir technischen Breitbandanschluss für alle, höhere Investitionen in Forschung und Technologie und die Ausbildung zur digitalen Teilhabe in den Schulen. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass unsere Gesellschaft nicht nur technisch, sondern auch sozial anschlussfähig ist. Es geht heute nicht um Medienkompetenz, wenn wir das Internet in die Schulen bringen. Es geht um die Lebensfähigkeit in der digitalen Gesellschaft der Zukunft.

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80 Reaktionen

  1. 21. September 2009, 22:28 Uhr, von Fabian Gefällt 2 Lesern
    051

    Ach, das lese ich ja jetzt erst:

    „Um die Chancen für Unternehmen praxistauglich zu verdeutlichen, führen die Universität St. Gallen, Google und das Handelsblatt nun die Expertise ausgewiesener Hochschul- und Branchenexperten unter dem Dach eines gemeinsamen YouTube-Kanals zusammen.
    (…) Professor Dr. Miriam Meckel, geschäftsführende Direktorin am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen, zählt zu den ersten fünf Hochschulexperten, die in einer Reihe von Videobeiträgen zu einer Diskussion auf dem „Netzwert“-Kanal einladen.“

    Quelle: http://www.wissensmanagement.net/online/news/2009/9/611.shtml

    via Knüwerblog

    Na denn, das erklärt natürlich manches…

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  2. 22. September 2009, 7:04 Uhr, von Dowanda Gefällt einem Leser
    052

    @Miranda
    Ich nehme mir die Freiheit „Kindergärnterinnen“ zu sagen solange und so oft ich will. Ich werde auch oft genug als Bankbeamte bezeichnet, was ebenfalls hinten und vorne nicht differenziert genug ist. Damit muss man leben … kann man wohl auch.

    Wo ich Dir allerdings recht gebe: Pädagogische Jobs – es sei denn man darf einen Professorentitel führen – bekommen in der öffentlichen Wahrnehmung schon oft die Aura eines Jodeldiploms verpasst. Frei nach dem Motto „Ein bisschen Malen kann ja jeder“. Nein, kann er nicht. Das Ergebnis sieht man an der zunehmenden Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen, weil die Eltern ihre Verantwortung zunehmend nicht wahrnehmen wollen oder können.
    Eine Aufwertung und mehr Respekt vor der Profession (schlag mich jetzt meinetwegen, Miranda) der KindergärtnerInnen, LehrerInnen etc. tut not. Auch wenn, diese Differenzierung ist auch notwendig, ein Diplom nicht unbedingt immer auf die Fähigkeit für diesen Beruf schliessen lässt – ist aber überall so.

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  3. 22. September 2009, 7:16 Uhr, von Arlette
    053

    @Fabian
    Na ja, wer die neuen Medien richtig nutzt, v.a. im wirtschaftlichen u. politischen Sektor, scheint schon halb gewonnen zu haben. Schliesslich leben wir heute schon im digitalen Zeitalter und nicht erst morgen.

    Nutze den Tag, den analogen sowie den digitalen! ;)

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  4. 22. September 2009, 7:46 Uhr, von Noisa
    054

    Anknüpfend an @Fabian: Allerdings wirkt der netzwert-chanel so, als wenn überwiegend Großunternehmen die Zielgruppe sein sollen. Die haben nur meistens eigene Marketingabteilungen und PR-Fachleute. Der Mittelstand wird mit dem Chanel offenbar weniger angesprochen – man sieht es an den Klicks. Die Probleme des Mittelstands scheinen den Experten dort weniger bekannt. Meine Kritik an der engen Zusammenarbeit mit Google wiederhole ich nicht schon wieder…

    Dann noch zu dem Knüwer-Posting: Ich sehe keinen Sinneswandlung bei Frau Meckel. Ich vermute, dass Herr Knüwer Frau Meckel damals schon nicht verstanden hat als sie Qualitätsjournalismus forderte.

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  5. 22. September 2009, 7:49 Uhr, von Noisa
    055

    Sinneswandel, sorry.

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  6. 22. September 2009, 7:54 Uhr, von Fabian
    056

    Möchte mich für meinen Ton entschuldigen, der war an manchen Stellen wohl etwas zu aggressiv…

    Ein guter Artikel passend zu dem Thema stand vorgestern im übrigen Tagesspiegel: „Spießer in den Cyberspace, ein Plädoyer für das bürgerliche World-Wide-Web“

    Arlette, dass derjenige, der die neuen Medien richtig nutzt, im politischen Sektor schon halb gewonnen zu haben scheint, halte ich allerdings für eine steile These. So gesehen müssten die Grünen die Bundestagswahl mit weitem Vorsprung gewinnen und ich kenne so manches Unternehmen, dass sehr analog einen Millionenumsatz einfährt. :-)

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  7. 22. September 2009, 8:24 Uhr, von Mafalda
    057

    hmmm, @ Fabian, aber auch dieses Unternehmen wird nicht auf Kommunikations- und Abläufeunterstützende IT-Mittel und – Werkzeuge verzichten ;-)

    Eure Kommentare brachten mich auf diesen Gedanken:

    um das Netz ist – nicht zuletzt auf Grund der rasanten Entwicklung – im Moment sicher ein ziemlicher Popanz entstanden, eine „Blase“ ;-). Und ich meine, es ist an der Zeit, den zu entblättern und die Wahrnehmung im Sinne von weiter oben schon mal erwähnter Nützlichkeit und zielgerichteten Einsatz hin zu schärfen. Miriam Meckel weist zu Recht darauf hin, daß die analoge Welt sicher von der Netzwelt durchsetzt worden ist und weiterhin wird. Ob zum Schaden oder Nutzen liegt letztendlich bei uns allen.

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  8. 22. September 2009, 9:14 Uhr, von Arlette
    058

    Fabian, immerhin haben die Grünen zugelegt, wenn auch wenig. Umweltpolitik und Klimaschutz waren schon immer eine teure Angelegenheit, in der heutigen Misere sowieso, da kann man keine bahnbrechenden Umwälzungen erwarten.

    Und nichtsdestotrotz finde ich analog erzielte Mio.Umsätze im Übrigen fantastisch. Jeder so wie er kann!

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  9. 22. September 2009, 9:24 Uhr, von Mafalda
    059

    @ Arlette
    im Netz ist es vermutlich wie auf der Strasse, was den Wahlkampf angeht. In meiner lokalen Tageszeitung ist heute ein Interview mit der Münsteraner Kommunikationswissenschaftlerin Sarah Zielmann, die die Werbestrategien von Parteien erforscht. Wahlplakate – zumal inhaltsfreie – seien „die am wenigsten effizienten Werbemittel“. Nur den Grünen spricht sie zu, daß diese „mit dem Atomzeichen noch eine präzise inhaltliche Botschaft“ habe und damit für den Themenwahlkampf stehe.

    Schätze mal, mit themenfreien Netzverlautbarungen ist das ähnlich ;-)

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  10. 22. September 2009, 9:30 Uhr, von Dowanda
    060

    Kurzer Einwurf zu den Umsätzen:
    Die höchsten Umsätze, ob analag oder digital oder komplett virtuell, erzielt man nicht nur Wahlkampftagen mit Angst und schlechtem Gewissen. Dazu sind nach Möglichkeit in regelmässigen Abständen wabbernde Wolken der Zerstörung der Zivilsation hervorzuzaubern (SARS, Schweinegrippe, Klimawandel, etc.). Die daraus lukrierten Umsätze lassen sich dann teilweise bestens in Steuern zwecks Stopfung der Haushaltslöcher umwandeln. Da wird uns gerade nach der Wirtschaftskrise einiges blühen.

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  11. 22. September 2009, 9:30 Uhr, von Mafalda
    061

    Noch zum „Popanz“. Damit meine ich die Diskussionen im technischen Bereich (Breitbandanschlüsse flächendeckend), die Marketingschlachten um immer neue Hilfsmittel (Net-Books, Smartphones etc.pp) – wenn ich einen High-Tech-Badeanzug oder ein Carborennrad habe kann ich nicht notwendigerweise schwimmen oder radfahren – und eben auch die ideologischen „Schlachten“.

    Antworten
  12. 22. September 2009, 9:30 Uhr, von Fabian
    062

    Ich sag ja nur, denn das:

    „Guardian News & Media has lost £20 million from Guardian.co.uk in the last seven years. Editor-in-chief Alan Rusbridger wrote on the site: “Since 2002/3, our spending on Guardian.co.uk (operational and capex) has exceeded revenue by just £20m.

    “There’s a crisis in the industry, and the Guardian is no more immune than anyone else, but it’s a myth that we’ve plouged lunatic sums into digital.? He was responding to a comment – left on Roy Greenslade’s blog post about our exclusive PCUK/Harris poll – that had said: “It’s ploughed so much into its internet operation that it is now having to lay off journalists.?

    … ist leider auch eine digitale Wahrheit – und zwar eine sehr bittere.

    Quelle

    Antworten
  13. 22. September 2009, 9:41 Uhr, von Fabian
    063

    Vielleicht könnten wir hier mal eine kleine Umfrage starten: Wer von Euch hat sich die Parteien im Web angesehen, bzw. wen von Euch hat der Internetwahlkampf der Parteien in irgendeiner Form beeinflusst oder motiviert? Also jetzt mal abgesehen von diesen ganzen peinlichen Wackelvideos, als Cowboy verkleideten SPD-Abgeordneten, peinlichen JU-Songs, Comedians, die mal für die PDS, mal für die CDU werben und, und, und da waren ja wirklich Schoten dabei…

    Ich habe mir immerhin Angies Wahlwerbespot nochmal auf YouTube angesehen, weil ich den echt gut finde und ihn im Fernsehen nur halb mitbekommen habe.

    Antworten
  14. 22. September 2009, 9:43 Uhr, von Dowanda
    064

    @Fabian
    Hab mir auch nur den Spot von Merkel fertig angesehen.

    Antworten
  15. 22. September 2009, 10:08 Uhr, von Arlette
    065

    @Mafalda
    „Wenn ich einen High-Tech-Badeanzug oder ein Carborennrad habe kann ich nicht notwendigerweise schwimmen oder radfahren“.

    Hmm, aber mit dieser optimalen Ausrüstung wärst du bestimmt schneller als alle anderen. :-)

    Den Merkel-Spot finde ich übrigens auch gut. Kommt angenehm -beinahe edel- rüber.

    Antworten
  16. 22. September 2009, 10:33 Uhr, von na ich
    066

    keine zeit, keine zeit, nur für die kleine umfrage … ;-)

    fabis anregung aufgegriffen und husch husch gemacht, hoffe auf rege teilnahme!

    http://surveys.polldaddy.com/s/16BAD773DB3B3454/

    Antworten
  17. 22. September 2009, 10:43 Uhr, von Fabian
    067

    na ich! Das ist ja der Hit! Danke dafür! Hach, für solche Sachen liebe ich das Netz.

    Antworten
  18. 22. September 2009, 10:44 Uhr, von na ich
    068

    zur umfrage:

    es sind nur fünf (5) fragen zum thema „wahlwerbung online“ … teilnahme dauert ca 30-60 sekunden

    Antworten
  19. 22. September 2009, 11:15 Uhr, von na ich
    069

    ach ja: die 5. Frage (nach den ) ist wieder eine gaaaanz einfache frage.

    bitte diese auch beantworten, damit alle teilnahmen in die statistik einfließen …

    die ergbnisse gibts dann auch – wieder hier …. in kürze (es sollte jedoch etwas repräsentativer sein, d.h. es werden mehr tn benötigt – – vielleicht informiert ihr mal per twitter oder so?)

    merci!

    Antworten
  20. 22. September 2009, 11:18 Uhr, von Mafalda Gefällt einem Leser
    070

    @ Fabian 9.30 „Guardian“
    Vorbemerkung: Bin nur interessierte und beobachtende Laiin.

    Sehe, nahezu jedes Printmedium sieht zu, auf den Online-Zug zu springen und „Internetpräsenzen“ zu kreiieren und zeigen. Nun ist es mit den Rechnern und der Rechnerwelt so, sie generieren und „produzieren“ lediglich das, was mensch von ihnen will. Die die Printwelt prägenden Strukturen und daraus entstehenden Erscheinungen sind jedoch andere, als Netzstrukturen.

    Ich meine, daß im lediglichen „aufspringen“ auf den Zug die strukturelle Arbeit noch nicht getan ist, egal wie viel Geld in die Hand genommen wird, egal wie qualitativ hochwertig die Inhalte sind. Schätze, das meint Miriam Meckel auch, wenn sie davon schreibt, daß „zu viel Altes“ mehr oder weniger 1:1 in die Netzwelt übertragen wird.

    Es ist grausam, was solche Irrtümer letztendlich kosten. Ein Blick zurück: in der Zeit der „industriellen Revolution“ war das auch nicht anders. Und wie lange dauerte es, bis diese einigermaßen sozialverträglich integriert war, bis alle Facetten der lebensweltlichen Auswirkungen in gegenseitigem Einfluß „beackert“ und fruchtbar gemacht werden konnten.

    Antworten
  21. 22. September 2009, 11:43 Uhr, von Fabian
    071

    Hm, frage mich gerade, ob die Internet-Revolution wirklich in der Tragweite vergleichbar ist mit der industriellen Revolution, schwieriger, aber interessanter Denkansatz.

    Ein weiterer Artikel zum Thema „Die Internet Revolution“

    Antworten
  22. 22. September 2009, 12:20 Uhr, von Siegmund
    072

    Wir sollten aber auch alle die Gefahren deutlich sehen.
    Nun hat sich laut Medienberichten zufolge eine 15jährige umgebracht, weil sie in Facebook und MySpace gemobbt worden ist.
    Der „Freundeskult“ nach dem Motto „Je mehr, desto besser“ und „Hast Du wenige, bist Du out“ sollte man insbesondere bei jungen Menschen nicht unterschätzen.
    Ständig präsent sein, ständig kommunizieren „müssen“, Freundesliste als Statussymbol. Das ist die Kehrseite der online-Geschichte.
    Niemand hat darüber nachgedacht, als die sozialen Netzwerke programmiert wurden. Wie auch ? Es waren Informatiker, nicht Sozialwissenschaftler.

    Antworten
  23. 22. September 2009, 12:30 Uhr, von Miranda
    073

    Ich finde diese ganze Diskussion irgendwie nicht greifbar darüber, ja wir haben eine Internet Revolution, wir sind alle Nutzer und natürlich gibt es tausend Ideen darüber wie man es noch besser nutzen könnte aber es gibt doch wirklich Wichtigeres im Leben als dass…
    natürlich bin ich dankbar für die Erleichterung darüber, schneller an Informationen zu kommen, mich mehr zu vernetzen etc aber ist dass wirklich so wesentlich?
    Es erinnert mich alles an eine großes Verkaufe…stell dich dar, mach dich präsent, flexibel, geh mit der Innovation..aber sind wir deswegen wirklich mehr open minded?
    Es mag ja für Unternehmen, für Werbung, für die Politik durchaus eine Rolle spielen aber es ist doch wirklich nicht tragend…finde da tragen wir einen Stellvertreter Konflikt aus…die Wahrheit ist dass die Welt enger gerückt ist aber sich trotzdem nicht wärmer anfühlt…
    Aber aus dem meisten Kommentaren ersichtlich, dreht es sich auch nicht darum, da geht es doch mehr um Produktivität…irgendwie traurig…

    Antworten
  24. 22. September 2009, 12:39 Uhr, von Dowanda
    074

    @Siegmund
    Die Frage bleibt auch nach dem Vorhandensein der realen Netzwerke. Und wie diese funktionieren.
    Im vergangenen Jahr ist mir ein lesbischer Setzling zugefallen, um es mal so zu sagen. Eine 19-jährige auf dem Weg zur eigenen Identität, aus guten Verhältnissen mit einem grossen Freundeskreis und einem funktionierenden Familienverband. Theoretisch. Praktisch gesehen ist es offenbar so, dass sie aber über das was in ihrer Selbstfindungsphase faktisch mit niemandem aus ihrem Umfeld (facebook, myspace und handy-Kontakte eingeschlossen) darüber reden konnte. Im Gegenteil. Nach aussen hin – soweit ich es beobachten konnte – war alles easygoing und grundsätzlich mit ein paar Vodka RedBull zu lösen. Intern hiess es dann: Komm wieder wenn Du normal bist.

    Antworten
  25. 22. September 2009, 12:41 Uhr, von Mafalda
    075

    Ein wichtiger Punkt @ Siegmund, die Interdisziplinarität. „Berührungsängste“ zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften und IT-Disziplinen sind eher kontraproduktiv, kann sich im Grunde keine Disziplin leisten.
    Biotechnologie, Rechtsinformatik, Medizintechnologie, Computerlinguistik sind Beispiele für Disziplinkooperationen. Ähnlich populäre Konnexionen mit den Geistes- und Sozialwissenschaften hab ich bislang noch nicht gefunden.

    Antworten
  26. 22. September 2009, 12:52 Uhr, von Heike
    076

    @na ich – das ist klasse! bin ein umfragemuffel, aber hier gleich voller tatendrang eingestiegen.

    zwar wird die umfrage nicht sehr repräsentativ sein – schliesslich sind hier im blog die internetuser wohl wesentlich stärker vertreten als der bürgerduchschnitt, aber dennoch.

    interessant ist aber doch sicherlich die frage: informieren wir uns tatsächlich objektiv parteiübergreifend und interessieren wir bürger uns wirklich unvoreingenommen für die verschieden parteiprogramme? oder gucken wir uns nur das an, was wir sehen wollen? vielleicht hören wir sogar nur das, was wir hören wollen?

    Antworten
  27. 22. September 2009, 14:21 Uhr, von Hanna
    077

    Danke @Fabian für den Link zu Netzwert. Das relativiert den Knüwer-Artikel tatsächlich…
    Ich kann übrigens auch einen Sinneswandel feststellen. Wenn man sich mal an den FAZ-Artikel erinnert auf den Niggemeier dann geantwortet hat…
    Ich fand den originalen Merkel-Spot schon so übertrieben pathetisch, dass ich kurz überlegt habe, ob das vielleicht doch Satire ist (wie bei einem Großteil der diesjährigen CDU-Werbung)… Auch wenn ich jetzt überall das Plakat von Frau Merkel mit ihren zum Dreieick gefalteten Händen sehe, frage ich mich, ob sich die Agentur-Fuzzis heimlich einen Spaß draus machen.
    Gut übrigens die Grünen-Version des Kanzlerinnen-Spots: http://www.sueddeutsche.de/politik/936/488334/text/
    (auf der 2. Seite)

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  28. 22. September 2009, 15:52 Uhr, von Walter
    078

    Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
    Albert Einstein

    „Das Internet ist kein Medium, das wir nutzen können oder nicht. Die digitale Vernetzung wird unser Leben verändern. Es wird die Gesellschaft herausfordern und verwandeln in Politik, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Wissenschaft und Kultur.“
    Kein Futur, sondern Präsens.
    Wir sind herausgefordert, unser Leben ist verändert, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht.
    Second life ist real geworden, die Grenzen zwischen Cyberspace und der Welt als Wille und Vorstellung existierten nur in unserer Vorstellung, virtuelle Realität und reale Virtualität sind eins.
    Das Thema ist Exklusion, digital divide.
    In Deutschland verläuft die Grenzlinie der Akzeptanz des Internet weniger entlang der technischen Verfügbarkeit als der mentalen und der wirtschaftlichen. Alter, Geschlecht und Schulabschluss entscheiden mehr über drinnen und draußen, vernetzt und unvernetzt (Jeremy Rifkin: Access, tinyurl.com/l5l9lz), als eine Übertragungsrate in Kilo- oder Megabyte. Wie sehr sich reale und virtuelle Welt durchdringen, zeigt eine Studie über die Flächennutzung und Freizeitperspektiven der Alpen: Rückzug aus der Fläche. (tinyurl.com/lcfvuz)
    Rund 430 Städte und Gemeinden sind in Deutschland nur über ISDN ans Netz angeschlossen, noch nicht über DSL. Vor zwei Jahren waren es noch fünf Mal so viele.
    Manhattan verfügt über mehr Telefonleitungen als ganz Afrika.
    Exklusion ist auch eine Frage des Standpunktes.

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  29. 15. Oktober 2009, 19:22 Uhr, von Ergebnisse der Umfrage zur Wahlwerbung Online – Bundestagswahl 2009 « politik & wunschkonzert
    079

    […] die anstehende Wahl. Das Thema „Wahlwerbung Online“ ergab sich in Folge des Blog-Postings „Wenn ich mir was wünschen dürfte „target=_blank““. Im Verlauf dieser Unterhaltung wurde der Ruf laut nach einer Umfrage zum Thema „Online […]

    Antworten
  30. 2. Februar 2010, 9:54 Uhr, von Schirrmacher, Meckel, Buchholz und ein bisschen Zeitenwende
    080

    […] hat in gewissen Kreisen großen Einfluss. Bisher stand sie eher auf der Seite der Digital-Skeptiker. Nun aber fügt sie in ihrem Blog zusammen, was jenen, die sich viel im Web tummeln, schon lange klar ist. Das Internet ist nicht nur Spielzeug […]

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