MM_Einstein
Zu den Kommentaren
9. Oktober 2009, 17:55 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Ein Text ist ein Universum

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Rede zur Verleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2009

„Bis vor kurzem wusste ich nicht, was ich war. Ich bin leer geboren, wenn ich mich so ausdrücken darf. Ich konnte nicht einmal „ich“ sagen. Dann ist etwas in mich eingeströmt, ein Fluss von Buchstaben, ich fühlte mich voll und fing an zu denken.“

Das könnte eine Beschreibung der ersten Jahre eines jeden Menschen sein. Wenn wir geboren werden, sind wir zwar biologisch und genetisch „vollständig“, aber noch von jedweder Sozialisation unbefleckt. Wir brauchen etwas, das in uns einströmt, um uns zu Menschen zu machen. Das sind Informationen, Wissensbestände, Lernprozesse, natürlich auch die Zuwendung und Zuneigung anderer Menschen und die Erfahrungen und Lernprozese der Interaktion. All das macht uns voll und wir fangen an zu denken.

Der kleine Text, den ich soeben zitiert habe, beschreibt allerdings nicht die Geburt des Menschen, sondern er beschreibt den „inneren Monolog“ eines E-Books, den Umberto Eco kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (27.12.2008) veröffentlicht hat. Das Buch spricht mit sich selbst und befragt sich in seiner Existenz als digitale Plattform. Es hat von anderen Büchern gehört, die auf Papier gedruckt sind und versucht, sich in der Unterscheidung von ihnen als besonders zu verstehen.

Vom E-Book wird hier auf der Frankfurter Buchmesse in den kommenden Tagen viel die Rede sein. Dabei geht es weniger um die Frage, wie Texte in das Buch hineinkommen, als darum, wie sie über die elektronische Plattform E-Book verkauft werden können, wie die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle aussehen, ob die Leserinnen und Leser eigentlich diese Form des Lesens annehmen werden und was all das für unsere Lesekultur bedeutet.

Wie bei allen technischen Neuerungen haben wir es auch beim E-Book wieder mit dem Problem der Interoperabilität zu tun, also mit dem Variationsreichtum technischer Plattformen. Wenn ich mich heute entscheide, ein E-Book zu kaufen, muss ich mir sehr genau überlegen, welche Bücher ich eigentlich darauf lesen möchte, denn nicht alles gibt es auf jeder Plattform. Wir haben unterschiedliche Anbieter mit unterschiedlicher Software und natürlich unterschiedlichen Produkten, die für diese Software tauglich und anwendungsfähig sind. Kurzum: Es wird wieder alles ziemlich kompliziert und die eigentlich einfache Plattformstrategie, die das Internet uns anbietet, wird bei diesem Medium erst einmal lie-ber nicht genutzt.

Das ist nicht neu. Wir kennen das vom Videoplayer, von den verschiedenen Discformaten, vom MP3-Player und vielem mehr. Dieses Problem der technischen Interoperabilität ist altbekannt – was die Märkte und Anbieter nicht davon abhält, es erst einmal gründlich auszukosten, um die Verbreitung zu einem nicht allzu dynamischen Prozess werden zu lassen. Aber es ist nicht das Spannende an dem, was mit dem E-Book entsteht.

II

Bleiben wir einen Moment bei der Interoperabilität. Dieser Begriff beschreibt die Fähigkeit zur Zusammenarbeit von verschiedenen Techniken, Systemen oder Organisationen. Dazu ist es in der Regel notwendig, dass gewisse Standards eingehalten werden, auf die alle Be-teiligten sich verlassen können, damit sie kompatibel sind. Was erst einmal technisch klingt, geht bei weitem über die technische Dimension hinaus. Am Beispiel Buch lässt sich schön beschreiben warum. Und der heutige Abend ist eine gute Gelegenheit dazu.

In der Papierzeit hatten wir kein Problem mit der Interoperabilität. Papier ist die Standard-applikation, auf der alles gedruckt werden kann. Und deshalb bin ich übrigens der Mei-nung, dass Papier auch in Zukunft überleben wird, für das Buch ebenso wie für die Zeitung oder auch für den persönlichen Brief. Vielleicht wird es unter Gesichtspunkten der Vermarktungsbreite nicht mehr die Standardapplikation sein, sondern eher zu einer Premium-Applikation werden, die besondere Inhalte für besondere Zielgruppen in besonderen Nutzungssituationen produziert. Aber die wird es geben.

Wir haben es in diesem Prozess der gesellschaftlichen Transformation durch Technologie und Medienwandel mit sehr verschiedenen Problemen der Interoperabilität zu tun. Der Medienwandel ist nur eines der Probleme, der den Übergang vom klassischen Buch auf das E-Book betrifft. Alle diejenigen, die mit Medien zu tun haben, Verleger, Journalistinnen und Journalisten, Musikproduzenten und viele andere sind, von diesem Prozess betroffen. Interoperabilität heisst in diesem Zusammenhang: etwas funktioniert zusammen. Und das ist eben genau unter ökonomischen Gesichtspunkten in unseren Medienmärkten derzeit nicht der Fall. Die Geschäftsmodelle der traditionellen Medien und die Wertschöpfungsketten im Internet passen noch nicht recht zusammen. Das, was online entsteht, kann das, was offline wegbricht, nicht kompensieren. Insoweit haben wir hier also ein ökonomisches Interoperabilitätsproblem, für das es bislang keine Generallösung gibt. Es wird aber eine geben müssen. Warum, das möchte ich an zwei anderen Problemen der Interoperabilität erläutern.

Wir können diesen technischen Begriff auch auf unsere Gesellschaft anwenden. Dann sagt Interoperabilität nichts anderes, als dass wir als Menschen miteinander in dieser Gesellschaft irgendwie „funktionieren“ müssen, uns verständigen und verstehen müssen, um ein politisches System, ein Wirtschaftssystem, kulturelle Institutionen, die Wissenschaft, einen Markt am Laufen zu halten. Kurzum: Wir müssen kompatibel und anschlussfähig sein, um eine funktionierende Gesellschaft zu erhalten. Es geht nicht nur um technische Standards. Es geht um gewisse Standards der gesellschaftlichen Teilhabe, die notwendig sind, um dem demokratischen Informations- und Meinungsbildungsprozess in unserer Gesellschaft in Gang zu halten. Ich habe durchaus einige Zweifel, ob diese soziale Kompatibilität noch durchgängig gegeben ist.

Wenn wir uns alleine den Unterschied zwischen verschiedenen Generationen und Nut-zungsgruppen in Deutschland anschauen, merken wir schnell, dass wir es mit Formen einer digitalen Spaltung zu tun bekommen oder eher mit Ausprägungen eines „Participation Gap„, also mit einer Lücke, die zwischen den sozial Angeschlossenen und den sozial Abgekoppelten in dieser Gesellschaft besteht. Und diese Unterscheidung trifft zumeist in ihren neuen Benachteiligungen genau die Menschen, die auch in der realen Welt schon mit Anschlussschwierigkeiten zu kämpfen haben – weil sie keinen Job haben, weil sie nicht gut genug ausgebildet sind, weil ihnen das Geld für die Dinge fehlt, die über die materielle Lebenssicherung hinausgehen. Als politische Herausforderung heißt das: Wir müssen die Digital Natives, die Digital Immigrants und die Digital Homless zusammenbringen, damit wir als Gesellschaft auf Dauer weiterhin miteinander funktionieren können.

III

Wenn gesellschaftliche Vernetzung nicht mehr klappt, dann klappt es auch mit der Verständigung nicht recht. Ein drittes Problem der Interoperabilität zeigt sich zwischen den sogenannten Spezialisten in unserer Gesellschaft und den Experten mit der Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich einer Verantwortung zu verschreiben, die mehr im Blick hat, als den individuellen beruflichen Erfolg oder das eigene Bankkonto. Diese Interoperabilitätsprobleme zeichnen nicht zuletzt für die globale Finanzkrise verantwortlich. Wir dürfen uns getrost auch gut ein Jahr nach dem durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers initiierten Erdbeben an den Kapitalmärkten die Frage stellen: Warum hat niemand so recht vorher etwas bemerkt? Oder: Warum sind diejenigen, die etwas bemerkt haben, wie zum Beispiel der New Yorker Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini, im globalen Mediengetöse, aber auch in der Finanzwirtschaft oder -wissenschaft nicht gehört worden?

Lionel Barber, Chefredaktor der Financial Times, hat im April dieses Jahres einen sehr selbstkritischen Text zu dieser Frage veröffentlicht. Darin beschreibt er „die Blindheit der Journalisten“ und er reflektiert den Vorwurf, dass die Wirtschaftsmedien „am Steuer eingeschlafen“ seien und „im Wolken-Kuckucksheim gelebt hätten“, dabei hätten gerade sie eine „arglose Öffentlichkeit vor der nahenden Katastrophe warnen müssen“. Ich finde es durchaus lobenswert, dass auch ein meinungsführender Journalist diese Frage sehr explizit stellt und sich mit der Rolle der Medien in der Finanzkrise auseinandersetzt. Aber es hilft in diesem Zusammenhang auch überhaupt nichts, die eine Gruppe der Sündenböcke zu suchen, um sich dann wieder entspannt zurücklehnen zu können: man weiss ja, wer schuld war.

Aus meiner Sicht hat es durchaus kritische Fragen zu den Exzessen an den Kapitalmärkten gegeben, aber sie haben tatsächlich keine grosse Resonanz erzeugt. Ich glaube vielmehr, dass wir es hier mit einem Problem zu tun haben, das nicht nur Journalistinnen und Journalisten trifft. Das Geschehen an den Finanzmärkten (wie in vielen anderen Lebensbereichen) ist inzwischen so kompliziert und undurchsichtig geworden, dass man mit erheblicher Mühe, erheblichem Zeit- und Arbeitsaufwand antreten muss, um sich den Durchblick zu verschaffen. Dass sich dies viele Medien und Journalisten nicht mehr leisten können und wollen, liegt nicht zuletzt an der Interoperabilitätsproblematik Nr. 1, die ich anfangs erwähnt habe: die fehlenden Geschäftsmodelle im Internet und die wirtschaftlichen Einbrüche bei den traditionellen Medien. Wenn überall gespart werden muss, bleibt wenig Zeit und Raum für intensive Recherche. Ohne die aber geht es nicht.

Wer wirklich zu einem Experten für ein komplexes Thema werden will, muss ein solches Thema über Jahre, vielleicht Jahrzehnte begleiten, muss sich immer wieder mit neuen In-formationen und Wissensbeständen auseinandersetzen, muss den Blick über die fachspezifische Betrachtung der Probleme hinaus erweitern und versuchen, sich in andere Perspektiven zu versetzen, um wirklich zu verstehen, was geschieht. Jede Redaktion druckt lieber Texte, die verständlich sind und auf klare Einschätzungen und Faktendarstellungen hinauslaufen. Leider ist das Leben anders und die Wirklichkeit in der deutschen Gesellschaft ebenso wie in der globalisierten Welt auch. Wenn aber dann aus verständlich machen unzulässiges Vereinfachen wird, entstehen Fehleinschätzungen.

Daraus folgt für mich: Wir brauchen mehr Wirtschaftskompetenz – in den Medien, in den Universitäten, in den Schulen, in den sozialen Lebensfeldern, in denen jeder von uns alltäglich unterwegs ist. Wirtschaft ist in Deutschland in vielerlei Hinsicht ein schwieriges Thema, leider auch ein Thema, mit dem man keine Punkte machen kann. Gelegentlich erfahre ich, dass schon die Grundannahme, ein Unternehmen müsse Gewinne machen, um einen gesellschaftlichen Beitrag leisten zu können, jenseits der konsensuellen Demarkationslinie unseres gesellschaftlichen Diskurses liegt.

Das ist tragisch. Wenn wir nicht mehr über Wirtschaft, über die Zusammenhänge an den Märkten, an den Kapitalmärkten und über die dortigen Akteure verstehen, können wir uns nicht wundern, wenn sich die Geschichte wiederholt. Aber wenn wir mehr verstünden, dann würden alle diejenigen, die jetzt unter der Finanzkrise erheblich gelitten haben, aber auch an ihr beteiligt waren, in einen anderen Aggregatszustand der Handlungsfähigkeit versetzt: der Journalist, weil er besser den Finger in die Wunde legen und über die Probleme berichten kann, der Kunde, weil er besser versteht, wie Produkte strukturiert sind und welches Risiko sie beinhalten, der Bankberater, weil er tatsächlich erklären muss, welche Anlagestrategie der Kunde verfolgen sollte und welche Produkte dafür geeignet sind. Und wir alle wären anders, vielleicht besser in der Lage zu erkennen, wie sich mancher aus dem Motiv der bonusgetriebenen Renditesteigerung heraus sehr bewusst das fehlende Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zunutze macht.

Sie mögen diese These als Hirngespinst betrachten, gerne auch als Hirngespinst einer Kommunikationsexpertin, die ja leicht reden hat. Ich glaube, es ist kein Hirngespinst, ich glaube es ist das, was wir aus dieser Finanzkrise lernen müssen. Ökonomisches Wissen ist eine existenzielle Voraussetzung für die soziale Interoperabilität unserer Gesellschaft und ich wünsche mir sehr, dass dieses Thema künftig eine andere Bedeutung im Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Bildungsinstitutionen bekommen wird.

IV

Das Buch ist in vielerlei Hinsicht die Schnittstelle für die verschiedenen Dimensionen der Interoperabilität, über die ich gerade gesprochen habe. Das Buch hilft uns, die Verständi-gungsprobleme in der Gesellschaft zu benennen, zu thematisieren, ja zum Teil sogar zu lösen. Es ist ein Medium unseres gesellschaftlichen Erlebens und Erfahrens, und es ist eine Plattform, analog wie digital, für das kulturelle Gedächtnis einer ganzen Gesellschaft.

Ich habe kürzlich im Daily Telegraph die Auflistung von fünfzig Dingen gelesen, die durch das Internet verschwinden. Und dann habe ich besonders bei der Nummer 13 gestockt: „Memory“. Weil wir heute in Sekunden durch Google und Wikipedia alles finden können, verliert das Wissen und seine Speicherung an Bedeutung. So lautet die Begründung dafür, dass Gedächtnis in Zeiten des Internets verschwinden wird. An der Stelle fange ich an, mich zu gruseln, und ich hoffe, es geht Ihnen genauso. Es mag durchaus sein, dass unser Gedächtnis sich durch das Internet verändern wird, aber es wird sicherlich nicht ver-schwinden. Und verschwände es, wir würden zu einer Ansammlung kleiner herumfloatender und gelegentlich sich sozial flexibel verbindender Teilchen in einem Universum, in dem wir keine Bedeutung haben und das keine Bedeutung für uns hat. Gedächtnis kann und darf nicht verschwinden und auch deshalb brauchen wir das Buch.

Wenn über diese Finanzkrise nun viele Bücher geschrieben werden, dann trägt das wesentlich dazu bei, dass sie uns im Gedächtnis bleibt und dass vielleicht manche Fehleinschät-zungen oder auch fehlende Einschätzung von Problemen an den Kapitalmärkten in Zukunft anders aussehen können. Wir haben heute hier eine Reihe von Büchern auf der Shortlist des Wirtschaftsbuchpreises, die sich mit der Finanzkrise auseinandergesetzt haben und genau diesen Beitrag leisten. Und allen Autorinnen und Autoren, die es auf die Shortlist geschafft haben, gratuliere ich sehr herzlich!

Das ist die soziale Interoperabilität, über die ich gesprochen habe. Und um die zu gewährleisten, brauchen wir die technische Interoperabilität. Das bedeutet, wir brauchen Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsmöglichkeiten, die auch im Internet Inhalte wertvoll bleiben lassen. Eine Gesellschaft, die sich Inhalte nichts mehr kosten lässt, darf sich nicht wundern, wenn sie geistig verarmt. Wer mit Ideen und Inhalten kein Geld mehr verdienen kann, muss anderes tun. Wenn wir so weitermachen wollen, bewegen wir uns in eine Gesellschaft, die sich hauptberufliche Kreativität und Produktivität von Musikern, Regisseu-ren, Schriftstellern, Journalisten und vielen anderen Gruppen nicht mehr leisten kann. Diese Kreativität brauchen wir aber, um uns verstehen und verständigen zu können.

V

Die amerikanische Forscherin Maryanne Wolf hat soeben ein Buch über das „Lesende Gehirn“ vorgelegt. Sie beschreibt darin, wie sich die Architektur des menschlichen Gehirns durch das Lesen-Lernen bildet. Wie wir beim Lesen nicht nur Informationen aufnehmen, sondern unsere gedankliche Welt ausbilden und ein „neuronales Recycling“ betreiben, das den Leser in die Lage versetzt, nicht nur in physiologischer Hinsicht sein Gehirn zu bilden, sondern auch auf intellektueller Ebene neue Stufen und Formen des Denkens zu entwickeln und über sich hinaus zu wachsen.

Und damit wären wir wieder beim Anfang und bei Umberto Eco: Ohne die Fähigkeit zum Lesen, ohne die Möglichkeit, sich über das Lesen eine Welt zu erschliessen, könnten wir nicht einmal „ich“ sagen. Erst wenn etwas in uns einströmt, darunter auch ein Fluss von Buchstaben, füllen wir uns an und fangen an zu denken. Das gilt in technischer Hinsicht für das E-Book, vielmehr aber gilt es in sozialer Hinsicht für den Menschen. Er kann dann – ebenso wie das E-Book im inneren Monolog Umberto Eco’s – zu sich sagen: „Ich bin etwas Wunderbares: ein Text ist ein Universum“.

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137 Reaktionen

  1. 15. Oktober 2009, 20:16 Uhr, von Ramona
    051

    Ohje,Guttenberg und Gutenberg ein schrecklicher Vopas:-))))

    Antworten
  2. 15. Oktober 2009, 21:14 Uhr, von na ich
    052

    @fabian und die teilnehmerinnen und teilnehmer der umfrage zur „wahlwerbung online“ in diesem blog (ist schon etwas her ;-) )

    danke für die teilnahme et

    voilà die ergebnisse http://wp.me/py6HH-1D

    Antworten
  3. 15. Oktober 2009, 22:01 Uhr, von Miranda Gefällt einem Leser
    053
    Antworten
  4. 17. Oktober 2009, 17:06 Uhr, von Mafalda
    054

    Huhu! Offenbar schläfern entweder die Koalitionsverhandlungen oder die Wirtschaftsdaten ein.Tja…alle Erklärungen post mortem.Und worüber sollte mensch sich noch echauffieren, nachdem die aleas alle gefallen sind…Was schön, gibt es noch Musik, Tanz, Poesie, Malerei.Und Regenbögen, die das alles verbinden.

    Tun wir mal andante
    http://www.youtube.com/watch?V=cU_2uspV4V8

    Antworten
  5. 17. Oktober 2009, 17:08 Uhr, von Mafalda
    055

    Huhu! Offenbar schläfern entweder die Koalitionsverhandlungen oder die Wirtschaftsdaten ein.Tja…alle Erklärungen post mortem.Und worüber sollte mensch sich noch echauffieren, nachdem die aleas alle gefallen sind…Was schön, gibt es noch Musik, Tanz, Poesie, Malerei.Und Regenbögen, die das alles verbinden.

    Tun wir mal andante
    http://www.youtube.com/watch?V=cU_2unspV4V8

    Antworten
  6. 17. Oktober 2009, 17:15 Uhr, von Mafalda
    056

    kann mir mal jemand sagen, wieso das nicht geht?
    Sicher wieder so ein subversiver Buchstabe.
    http://www.youtube.com/watch?v=cU_2nspV4V8

    Antworten
  7. 18. Oktober 2009, 10:43 Uhr, von Anja Gefällt 2 Lesern
    057

    Komme gerade von der Frankkfurter Buchmesse und beschäftige mich nochmal mit einem Artikel aus der SZ diese Woche, der mich sehr wütend gemacht hat und auch etwas ratlos zurückläßt. Vielleicht hat ihn der ein oder andere auch gelesen. Würde mich mal interessieren.
    http://tinyurl.com/ykydnrj
    Darf man einen so einseitig und vor allem fehlerhaften Artikel drucken, aus dem es zudem noch vor persönlichem Hass des Autoren, bezogen auf eine bestimmte Person, nur so trieft? Ohne Möglichkeit der Gegendarstellung?
    Sind es Überschriften wie „Ein Text ist ein Universum“ oder gar die reduzierte Mehrwertsteuer, die dem Betrachter die Wörter Buch und Handel  wie zwei verschieden Universen vorkommen lassen? Nun, ich habe beruflich nichts mit Thalia zu tun, möchte aber unterstreichen, dass auch dort ganz ambitionierte Buchhändlerinnen und Buchhändler arbeiten, die sich für ihre Bücher und ihre Kunden den Allerwertesten aufreißen. Und gleichzeitig gibt es auch kleine Buchhandlungen, da möchte ich schreiend wieder herauslaufen. 
    Nun mag der Autor des SZ Artikels Birk Meinhardt recht haben, wenn er die hohen Rabatte oder Geschäftsgebarden anprangert, sofern sie auch nur ansatzweise stimmen mögen. Allerdings ist dies aus wirtschaftlicher Sicht nicht ungewöhnlich und im Vergleich zu anderen Branchen sogar noch sozialromantisch!
    Im Grunde prangert er nämlich, ohne das es ihm vermutlich bewusst ist, die Gesellschaft, die Gier nach immer mehr Gewinn in allen Bereichen und letztendlich die Kunden an. Jeder hat die persönliche Freiheit, dort seine Bücher zu kaufen, wo es ihm am besten gefällt. Denn in dieser Branche sind sogar, durch die Preisbindung, die Preise überall gleich. 
    Also, große Buchhandlungen sind toll, aber bitte nur, wenn sie wirtschaftlich durch die „blaue Blume“ geleitet werden,  immer mit wenigstens einem Fuß in der Pleite stehen, der Oma von nebenan mindestens den Oblomow verkaufen und am besten ganz auf Rolltreppen verzichten, damit es niemals auch nur den Anschein von „Erpressung“ haben kann!
    Ach und wo wir gerade dabei sind, vielleicht könnten auch alle Buchhandlungen die ebook-Lesegeräte aus dem Verkauf nehmen, damit das „Buch“ auf jeden Fall überlebt und Verlage sich nicht unnötigerweise damit beschäftigen müssen, wie sie die Bücher ihrer Autoren auch elektronisch vermarkten können. Vielleicht könnte man dazu die Stoppschilder nehmen, die für verbotene Internet Seiten gedacht waren, aber nun vermutlich doch nicht mehr gebraucht werden. Könnte man auf ebooks, große Buchhandlungen, ungebildete Kunden und sogar auf Rolltreppen kleben;-) 
      
     

    Antworten
    • 18. Oktober 2009, 13:31 Uhr, von Dowanda Gefällt einem Leser
      057.1

      Wow, super geschrieben und ich kann nur beipflichten. Das Dogma „Small is beautiful“ ist genauso wenig zwangsweise wie das Gegenteil.
      Ich kenne zwei Buchläden hier in meiner Nachbarschaft, die keine Ketten sind und trotzdem überleben – durch gute Beratung, hervorragenden Service und ein Sortiment das neben dem absoluten Must der Bestsellerlisten auch Bücher abseits des Mainstreams enthält.

      Antworten
  8. 18. Oktober 2009, 13:51 Uhr, von Fabian
    058

    Anja, das FAZ-Bashing gegenüber Herrn von Hirschhausen ist auch nicht von schlechten Eltern. Man kann über diesen Menschen ja denken, was man will, aber das ist wirklich niedrigstes BILD-Niveau, was die Kollegen da abliefern.

    Antworten
  9. 18. Oktober 2009, 13:55 Uhr, von Fabian Gefällt einem Leser
    059

    Und ja, unbedingt Stoppschilder, das ist überhaupt die Lösung aller Probleme! :-D

    http://www.cga.edu/uploadedImages/stop_sign_wo_text.gif

    Antworten
  10. 18. Oktober 2009, 17:23 Uhr, von Ramona Gefällt einem Leser
    060

    Und noch eine Meldung, die ich bedaure:
    Elke Heidenreich stellt ihre Online-Bücher-Sendung „Lesen“ ein.
    Sie hat ihr Publikum im Internet nicht erreicht.
    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,655677,00.html

    Antworten
    • 18. Oktober 2009, 17:39 Uhr, von Mafalda
      060.1

      Hmmm. Offen gesagt – seit dem Fernsehpreis im letzten Jahr fiel mir Frau Heidenreich eher peinlich auf.

      Das letzte: daß sie Frau Müller eine neue Frisur anrate. Weiß nicht, ob´s stimmt. Aber: inhaltlich, tut mir leid, kam nun wirklich lange nix, was überzeugte.

      Und ich fürchte, Frau Westermann, so sehr ich sie schätze, trüddelt auch auf dieser Schlittenbahn rum.

      Antworten
      • 18. Oktober 2009, 19:11 Uhr, von Ramona Gefällt einem Leser
        060.1.1

        @Mafalda, ich klammere mal das Drumherum um Frau Heidenreich aus. Die Heidenreich ist eine streitbare Person:-)))
        Mir geht es ausschließlich um die Literatursendung, die nun gänzlich verloren geht. Elke Heidenreich lebt Literatur und Bücher. Keine wie sie hat es vermocht, einer großen Masse von interessierten Literaturfans, das Lesen von Büchern ans Herz zu legen. Das ist einfach so! Ihre Sendung war mir immer eine gute Orientierungshilfe.

      • 18. Oktober 2009, 20:46 Uhr, von Mafalda
        060.1.2

        Da zanke ich sicher nicht mit Dir, geht es um streitbare Personen. Auch Christine Westermann schätze ich sehr. Bin grad nur nicht sicher, vetrüddeln sie sich selbst oder werden sie vertrüddelt. Bin ehrlich ratlos. Und gucke halt.

  11. 18. Oktober 2009, 17:32 Uhr, von Mafalda Gefällt einem Leser
    061

    Anja, sprichst ein großes Wort an: die Buchpreisbindung. Und wie diese anscheinend auch unterlaufen wird. Stehe achselzuckend, ratlos da. Hab die Buchhandlung meines Vetrauens, die mir Empfehlungen gibt, die köstlich sind.

    Tja, und dann gibt es Thalia, wo ich durchaus auch kaufe. In der letztwöchentlichen Zeitungsbeilage von Thalia: nix von Frankfurt, nix von Nobelpreisen. Dafür Krimi und Fantasy – as it sells big.

    Natürlich ist Literatur (war es eigentlich immer, wie sich z.B. im SPIEGEL letzter Woche nachlesen lässt, in der ZEIT dto.)auch ein Gezottel zwischen Verleger/in und Auto/in, mithin schon immer Geschäft gewesen. Es geht um Eitelkeiten, um Renommee. Und dann funkt in diesem Feuerwerksladen auch noch ein Grossist rum, sprich ein 3. Faktor, der das Geschäft so betreibt, wie er es versteht – als Geschäft. Wo Masse zählt, nicht Genie und Schön- oder Entdecker-, Entwicklergeist.

    Und was wollte Herr Meinhardt?

    Antworten
    • 18. Oktober 2009, 17:54 Uhr, von Anja
      061.1

      Ja, was wollte Herr Meinhardt?
      Enthüllungsjournalismus bieten, à la Bild-Zeitung.
      Mit meiner Vorstellung von Qualitätsjournalismus aud “ der Seite Drei“ hat dies nicht unbedingt etwas zu tun. Und wenn ich die Definition der SZ lese, mit derer auch nichts!
      Die SZ widmet der Reportage in jeder Ausgabe die SeIte Drei. Sie ist ein Garant dafür, dass die Süddeutsche Zeitung dem modischen Prinzip des „Häppchenjournalismus“ widersteht. Das Reportagekonzept der Seite Drei ist ein wesentlicher Grund für das internationale Ansehen der Süddeutschen Zeitung. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die Geschichte, manchmal sogar Weltgeschichte machen – nicht abstrakte Daten. Die Autoren und Autorinnen wurden mit nationalen und internationalen Journalistenpreisen ausgezeichnet. Zum Beispiel mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis oder mit dem Theodor-Wolff-Preis.

      Antworten
      • 18. Oktober 2009, 18:26 Uhr, von Mafalda Gefällt einem Leser
        061.1.1

        Das weißt Du besser als ich.

        „Enthüllt“ hat der Herr Meinhardt nix. Keine Häppchen gereicht. Auch keinen Braten. „Boulevard“ – ja. „Allgemeinwissen“ verbreitet. Jede/r Kunde/in von Thalia kann das Geschäftsmodell runterbeten und – tja, nutzt es. Auch jede Stadtentwicklungsgesellschaft.

        Hysterisch geworden, der Junge, der Herr Meinhardt, meine ich.

      • 18. Oktober 2009, 18:51 Uhr, von Anja
        061.1.2

        Ups, ab „Die SZ widmet der Reportage… gehört der Text natürlich in Anführungszeichen, da von der SZ Seite entführt! Man sollte vielleicht nicht gleichzeitig kochen, Wein trinken und schreiben ;-)

      • 18. Oktober 2009, 19:00 Uhr, von Mafalda
        061.1.3

        Um nochmal auf Deinen Zorn bezüglich S.3 einzugehen – yep, da bin ich mit. Hab grad dieser Tage wieder Gelegenheit, SZ täglich zu lesen, weil sie in meinem „Patenhaus“ abonniert ist. Wobei ich noch nicht unbedingt bei Zorn bin – sondern eher denke „uuuupsss, was ist denn da im Gange?“ – und, da Meinhardts Artikel grad im Fokus steht: nehme Ratlosigkeit wahr.

        Auch bei der ZEIT. Beim SPIEGEL. Kann noch keinen Daumen drauf legen…muß ein bißchen weiterlesen. Aber vielleicht kann die eine oder der andere weiter zu dem Mosaik beitragen.

      • 18. Oktober 2009, 19:04 Uhr, von Mafalda
        061.1.4

        ;-)) Guten Appetit und Salud, Multitaskerin.

        (Bin grad wieder mit dem Bäumchen in Konflikt geraten wo´s ums „MELDEN“ geht. Hola, wollte nur ANTWORTEN. Sorry. Auch an Dich Anja, falls nun irgeneine Meldung kommt.)

  12. 18. Oktober 2009, 21:10 Uhr, von Anja
    062

    Hallo Mafalda,
    probier es doch mal mit Fingerspielen (als kleine Motorik Schulung), dann kommst Du vielleicht demnächst am Petzliesenbutton vorbei;-)
    Hier eine kleine Anregung:

    Zippel, zappel, Fingerlein,
    wollen gar nicht stille sein,
    zappeln hin und zappeln her
    und geben keine Ruhe mehr.

    Fingerlein, jetzt aber still,
    weil ich euch was sagen will:
    noch mal hin, noch mal her,
    doch jetzt gibt’s kein Gezappel mehr!

    Antworten
  13. 27. Oktober 2009, 21:41 Uhr, von Jan
    063

    Das klingt sehr eingängig, beinahe ein bisschen apologetisch. Aber auf jeden Fall idealistisch, denn Frau Meckel versucht sich mit einer Programatik, die das Pferd versucht beim Schwanze aufzuzäumen. Und irgendwie erinnert mich das ein wenig an Habermas‘ „Theorie des kommunikativen Handelns“, in der er die allgemeine Zugänglichkeit zum herrschaftsfreien Diskurs postuliert. Die Fragen sind doch vielmehr nicht das Wie und Womit wir kommunizieren, sondern das Worüber. Und das sind die Lebensumstände jedes Einzelnen, deren Verbesserungswürdigkeit und der Drang nach gesellschaftlicher Integration und Anerkennung zum Beispiel durch identitätsstiftende Arbeit. Sprache bildet sich als frühkindliches Bedürfnis nach Interaktion, also dem kommunikativen Austausch von Grundbedürfnissen. Ich denke, an der Entwicklung und Steuerung der Bedürfnisse sollte angesetzt werden, und nicht die Interoperabiltät bedauern, die ja letzlich nur eine Erscheinung einer gespaltenen Gesellschaft ist. Die Wurzeln liegen aber woanders …

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© Miriam Meckel 2002 bis 2017