
18. Oktober 2055
Ich habe heute beim Aufräumen im Keller einen Karton gefunden. Mit Papier. Darin waren Bücher, gedruckte Bücher. Könnt Ihr Euch erinnern? Ich hatte sie ganz vergessen über die Jahrzehnte, die ich schon elektronisch-digital lese. Ein Buch habe ich herausgenommen. Es war etwas aufgeweicht durch die Feuchtigkeit im Keller, das Papier, auf das damals noch gedruckt wurde. Aber es roch trotzdem gut. Durch den Geruch habe ich mich erinnert an das, was Bücher waren. Und dann kam vieles zurück.
Es sind “weiße Geister”, von denen das Buch erzählt, das ich in dem Karton gefunden habe. Die “weißen Geister”, zwei junge Mädchen, die als Geschwister mit ihren Eltern in Hongkong leben, der Vater Kriegsfotograf in Vietnam, geschickt von US-Magazinen auf der Jagd nach gute Bildern. Keines der Bilder ist in dem Buch, nur Text. Nichts als gedruckter Text. Doch er lässt alle Bilder entstehen – die Fotos des Vaters und die Erlebnisse der beiden Kinder, von denen die Autorin erzählt, die vielleicht selbst eines der Mädchen war.
Als ich das Buch aus der Kiste nahm, fiel ein kleines Stück Papier heraus. Ein Bordkartenabschnitt. Ich erinnere mich noch daran, dass es die gab. Dass Flugtickets damals auch noch gedruckt wurden auf so ein festes Papier (ich glaube, irgendwann konnte man sie selbst zuhause ausdrucken, bevor wir uns daran gewöhnt haben, einfach den Barcode unserer ID-Card beim check-in vor den Scanner zu halten). Jedenfalls kann ich noch lesen, wohin die Reise damals ging. Ich erinnere mich tatsächlich auch daran, wie ich das Buch auf diesem Flug gelesen habe und wie es mich eine lange Zeit beschäftigt hat. Es ist kaum zu glauben, aber ich kann die Situation wieder vor mir sehen. Wie ich sitze in einem Liegestuhl, wie die Blumen blühen am Ende des Gartens, wie eine große Hummel über mir schwebt, nicht an mir interessiert, sondern an dem Blütenstaub der hängenden Sträucher neben mir. Wie kann es sein, dass ich mich an all das erinnere, wo ich doch die Bücher selbst schon vergessen hatte?
Ich habe früher mehr gelesen. Nicht nur weil meine Augen besser waren (sie wurden ja auch gefordert und gebraucht). Ich erinnere mich plötzlich auch, dass ich immer auf Flugreisen gelesen habe (deshalb lag wohl auch die Bordkarte in dem Buch). Gleich nachdem ich meinen Platz eingenommen hatte, habe ich mein Buch ausgepackt und gelesen, solange bis das Flugzeug wieder gelandet war. Ich glaube, das hat sich geändert, weil wir das E-Book immer beim Start und bei der Landung ausschalten mussten, denn es sind ja keine elektronischen Geräte erlaubt. Und als als das E-Book in Verdacht geriet, als Nachfolger des Mobiltelefons auch zur Fernzündung von Sprengstoff geeignet zu sein, war es ganz vorbei mit dem Lesen im Flugzeug.
Als ich das etwas feuchte, alte Buch durchgeblättert habe, dessen Seiten immer wieder zusammenklebten, habe ich einige feine Bleistiftstriche am Rand gefunden. Da habe ich dann noch einmal genauer gelesen. Und siehe da: Die Bleistiftstriche waren von mir. Ich habe damit die Stellen markiert, die mir besonders aufgefallen waren, die ich mochte oder später einmal zitieren wollte. Und das Schönste ist: Ich kann auch jetzt beim Lesen jeder einzelnen dieser Stellen verstehen und nachempfinden, warum ich damals das kleine Merkzeichen an den Rand gemacht habe. Ich bin ich geblieben auch nach so vielen Jahrzehnten. So wie das Buch das Buch geblieben ist. Die Seiten etwas gelblicher und verblichen, aber noch immer gefüllt mit schönen Texten. Und wir beide, das Buch und ich, wir sind damals im Lesen eine Beziehung eingegangen, die bis heute gehalten hat, obwohl wir uns so lange Jahre nicht gesehen haben.
Angesicht der Bleistiftmarkierung ist mir wieder eingefallen, dass ich etwas Ähnliches anfangs auch bei den digitalen Büchern gemacht habe. Ich glaube, die ersten Versionen elektronischer Bücher konnten das nicht, aber später dann konnte man Textstellen markieren. Ich war immer ein Anstreicher im Geiste und so habe ich es auch bei den digitalen Texten gehalten. Aber nach dem Millenium-Bug in der Silvesternacht 2033/34, der alle Einstellungen unserer sämtlichen vernetzten Geräte auf default zurückgestellt hat, habe ich damit aufgehört. Ich weiß, dass ich damals sehr traurig war. Die Texte in den E-Books waren zwar noch da. Aber alles, was sie zu meinen, zu von mir gelesenen Texten gemacht hatte, war gelöscht. Es gab keine Wegmarken mehr auf meiner Strecke des Lesens. Ich war damals auch schon 66 Jahre alt und hatte einfach keine Lust mehr, wieder von vorne zu beginnen.
Wenn ich es genau überlege, dann käme heute kein Mensch mehr auf die Idee, in einem Text etwas anzustreichen. So wie ich das noch gelernt und gemacht habe, geht das heute ja auch gar nicht mehr. Aber wozu auch? Wenn ich heute einen Text über mein Implantat lade und mich dann hinlege um mit geschlossenen Augen zu lesen, dann weiß ich: Wann immer ich etwas suche, wird mein Gehirn es schnell googlen und dann habe ich die Stelle. Das ist schon sehr praktisch, denn ich muss kein E-Book mehr mit mir herumschleppen. Ja, und natürlich kein Papier. Meine Güte, waren das Zeiten als ich all dieses Papier mit mir herumgetragen habe.
Als ich kürzlich in Paris war, da habe ich all die schönen Plätze wiedergesehen, an denen ich schon so oft gewesen bin. Und ich habe im Café Les Deux Magots gesessen, wo ich schon so oft einen Tee getrunken habe. Ich habe sogar die alte Antiquitätenhandlung auf dem Montmartre wiedergefunden, in der ich die beiden großen Spiegel gekauft habe, die seit Jahren in meiner Wohnung hängen. Nichts habe ich dafür mitnehmen müssen. Alles ist ja in meinem Kopf gespeichert und bei Bedarf dort oder aus dem globalen Netz abrufbar. Ich war dann aber doch froh, nach zwei Tagen wieder zuhause zu sein. Irgendwie beginne ich heute schneller mich zu langweilen. Das muss am Alter liegen.
Heute ist ein besonders schöner Tag. Dass ich diese Kiste im Keller gefunden habe, ist eine wunderbare Überraschung. Sie ist voll mit altem Plunder, den ich völlig vergessen hatte. Darunter auch dieses Buch. Zwei weiße Geister, die plötzlich durch das Dunkel meiner Erinnerung toben.







Genau das Richtige in der letzten ruhigen Nacht vor einer anstrengenden Woche :)
42 Jahre? Doppelt so alt wie ich.
Welch schöne Liebeserklärung an das Buch! Solange es noch Menschen gibt, die so fühlen, sehe ich das E-Book nicht als ernsthafte Konkurrenz.
Oh Frau Meckel, welch’ schöne Geschichte und zugleich so düstere Zukunftsausichten, die Sie hier beschreiben… aarrrgghh!!!
Bücher sind etwas Liebenswertes. Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass sie eines Tages verschwinden sollten. Nein, ich bin felsenfest überzeugt davon, dass sie NICHT verschwinden werden! Kein Mensch kann auf die Dauer von morgens bis abends unbeschadet in einen Display starren, seien die Dinger auch noch so hoch entwickelt!
Und wenn ich mal alt bin dann lass ich mir die Zeitung vorlesen, von einem schönen Vorleser… ;)
tsss, ich meinte natürlich “Bücher vorlesen lassen und nicht Zeitungen”, obwohl die eigentlich auch gingen (it’s monday morning!).
Tja ja, die Erinnerung, die Erinnerung… “50 things that are being killed by the internet” – es wird viele schöne Geschichten nicht mehr geben.
Eine nette Geschichte!
Leser der Zukunft: http://tinyurl.com/yk4t3jc :)
ich lese, ich bin im Zug, ich drücke mein Buch ganz fest an meine Brust, es geört mir, mir ganz alleine,ich liebe es die Seiten voller Hoffnung, wo werde ich diese in 55 Jahren finden oder aber wer?? Können die Finder meine Notizen verstehen?
Books (of paper)are friends.
Hands of my family on them,
and underlining,and a fold in the corner..
I love my books like people
Sehr schön!
Stelle mir gerade vor, wie ich 2055 zusammen mit meinem Neffen in den Keller krieche. Vermutlich schaffe ich es dann nicht mehr alleine. Meine Augen sind viel zu schlecht vom vielen lesen und der ganzen PC Arbeit bis spät in die Nacht, meine Beine wollen auch nicht mehr so, vom vielen laufen und naja, mein Herz schwächelt auch, da ich immer gedacht hatte, es ist unkaputtbar….
Mein Neffe sagt, als er meine Bücherkisten sieht: “Weißt Du noch, wie oft das Buch totgesagt wurde? Und heute gibt’s das immer noch! Irgendwie mag ich die Dinger ja! Ich weiß noch, welches mein erstes Buch war, das Du mir geschenkt hast. “Pitje Puck”, über diesen trotteligen Briefträger, aber ganz cooler Typ!
Das war ja ganz schön ätzend, als es ein Jahr gar keine Neuen Bücher gab, auch keine e-books. Als alle Schriftsteller gestreikt haben und erst wieder angefangen haben zu schreiben, als Ihnen zugesichert wurde, dass jedes e-Book auch weiterhin als Papierausgabe in kleinerer Auflage erscheint!
Und was liegt da in der Ecke, Tantchen?”
“Ah, das ist das Kindle von Amazon, das war ein Lesegerät für E-books, ist dann aber irgendwann vom Markt genommen worden, die haben einfach den Datenschutz nicht in den Griff bekommen und hatten immer wieder Trouble mit dem Urheberrecht!
“Hey, schau mal, was hier für ein Bildband liegt: “Mond – der unbewohnte Planet”
Na, das kannste aber wegschmeißen!!!”
;-))
2055 – da bin ich 81 Jahre alt. Ich hoffe, dass ich den Weg zum Keller unbeschadet schaffe ohne dabei über meine Bücher zu fallen, die wahrscheinlich alle rumliegen, da ich meine chaotische Art wahrscheinlich nie loswerde. Vielleicht gibt es ja bald ein Gerät, welches die Bücher einscannen kann und per ausgewählter PC-Stimme (dann eine wirklich attraktive weibliche Stimme ;-))diese vorlesen kann. Das nenn ich dann Nostalgie ;o)
@Nicole, noch schöner wäre es, man könnte sich das Hologramm seiner Wunschvorleserin/Vorlesers herbei beamen:-))
@Ramona ..auch eine schöne Vorstellung…;o)
Der Bücherfreund
Ob ich Biblio- was bin ?
Phile? “Freund von Büchern” meinen Sie ?
Na, und ob ich das bin !
Ha ! und wie !
Mir sind Bücher, was den anderen Leuten
Weiber, Tanz, Gesellschaft, Kartenspiel,
Turnsport, Wein und weiß ich was, bedeuten.
Meine Bücher — wie beliebt ? Wieviel ?
Was, zum Henker, kümmert mich die Zahl.
Bitte, doch mich auszureden lassen.
Jedenfalls: viel mehr, als mein Regal
Halb imstande ist zu fassen.
Unterhaltung ? Ja, bei Gott, das geben
Sie mir reichlich. Morgens zwölfmal nur
Nüchtern zwanzig Brockhausbände heben —
Hei ! das gibt den Muskeln die Latur.
Oh, ich mußte meine Bücherei,
Wenn ich je verreiste, stets vermissen.
Ob ein Stuhl zu hoch, zu niedrig sei,
Sechzig Bücher sind wie sechzig Kissen.
Ja natürlich auch vom künstlerischen
Standpunkt . Denn ich weiß die Rücken
So nach Gold und Lederton zu mischen,
Daß sie wie ein Bild die Stube schmücken.
Äußerlich ? Mein Bester, Sie vergessen
Meine ungeheure Leidenschaft,
Pflanzen fürs Herbarium zu pressen.
Bücher lasten, Bücher haben Kraft.
Junger Freund, Sie sind recht unerfahren,
Und Sie fragen etwas reichlich frei.
Auch bei andern Menschen als Barbaren
Gehen schließlich Bücher mal entzwei.
Wie ? – ich jemals auch in Büchern lese ??
Oh, sie unerhörter Ese—
Nein, pardon! – Doch positus, ich säße
Auf dem Lokus und Sie harrten
Draußen meiner Rückkehr, ach dann nur
Ja nicht länger auf mich warten.
Denn der Lokus ist bei mir ein Garten,
Den man abseits ohne Zeit und Uhr
Düngt und erntet dann Literatur.
Bücher – Nein, ich bitte Sie inständig:
Nicht mehr fragen ! Laß dich doch belehren !
Bücher, auch wenn sie nicht eigenhändig
Handsigniert sind, soll man hochverehren.
Bücher werden, wenn man will, lebendig.
Über Bücher kann man ganz befehlen.
Und wer Bücher kauft, der kauft sich Seelen,
Und die Seelen können sich nicht wehren.
Joachim Ringelnatz, (1883 – 1934)
Armer Bücherfreund, wie sehr deinem pragmatischen Wesen die Begegnung mit echten Büchern fehlen wird. Traurig wirst du ins Fitness-Studio rennen, deinen Innendekorateur um Schmückendes bitten und dein Herbarium verstauben lassen. Traurig wirst du vor deinem Apparätchen sitzen, dein Gesicht hell erleuchtet von einem weissen LCD-Grund, der schwarze Buchstaben widergibt. Buchstaben, denen weder Geruch noch Fett etwas anhaben können. Kein versteckter Liebesbrief, keine Einkaufsliste und auch kein Flugticket wird sich je zwischen ihren Zeilen finden. Einzig ein weisser Text mit schwarzen Buchstaben wird die Jahre überdauern, ohne Geschichte, ohne Seele…
(…Bordabschnittkarte)
Als Lesezeichen nehme ich zum Beispiel Eintrittskarten von schönen Veranstaltungen, die ich mit Familie oder Freunden besuchte oder an mich adressierte Postkarten von schönen Urlauben oder auch mal eine Geburtstagsglückwunschkarte, wenn der Absender mit das Buch schenkte. Das mache ich schon eine ganze Weile – deshalb ist es für mich schon eine Zeitreise, mal ein vor Jahren gelesenes Buch in die Hand zu nehmen. Und zwischen damals und heute liegen noch keine 4 Jahrzehnte (allerdings habe ich meine Lern-Fibel aus der 1. Klasse noch und das ist 36 Jahre her)
Mir geht es da genauso. Ich hebe Theaterkarten, Opernkarten oder auch Konzertkarten auf. Falls ich auch ein schönes Erlebnis damit verbinde,hänge auch gerne Bilder von Freunden auf. Zu Zeiten des digitalen Bilderrahmens ist ein Foto nun auch schon fast “Nostalgie”.
Es ist gut, nicht zu wissen, was kommt.
Diese Vision erinnert an die Matrix, an die Menschen über bio-elektronische Schnittstellen- Implantate- angeschlossen werden, um, körperlich embryonisiert, ein virtuelles Leben im Kopf zu führen. So wünsche ich mir unsere Zukunft nicht nicht.
Der Mensch lebt eben nicht nur im Kopf, sondern auch mit beiden Füßen auf der Erde. Ich glaube- wer kann es wissen?- dass das Kind in uns uns immer wieder auf die Erde und in das Leben zurück bringt. Auch in der Demenz werden die frühen Erinnerungen wieder lebendig, während die Gegenwart verschwindet wie Weiße Geister.(http://tinyurl.com/ykcl8wq)
Gut geschrieben und ziemlich traurig.
Die Idee mit dem Implantat ist leider nicht zu Ende gedacht:
Zamazon.com hatte nämlich durch einen Softwarefehler alle Einträge im Implantat gelöscht und die Autorin hat daraufhin gar nicht mehr richtig erinnern sondern nur noch wie besoffen halluzinieren können …
:-P
Ich habe den Text angefangen zu lesen, ohne das darüber stehende Datum beachtet zu haben. Zu Beginn ging ich also davon aus, dass Frau Meckel vor ein paar Tagen im Keller diesen Karton gefunden hat. Erschreckend ist nun, dass mir erst bei der Jahreszahl 2033/34 aufgefallen ist, dass sie in der Zukunft schreibt. Spricht dafür, dass ich es nicht für sonderbar empfunden habe, dass Frau Meckel nur noch von E-Book umgeben ist. Ich, Nicht-E-Book-Besitzer, kam mir sogar einen kleinen Moment altmodisch und abnorm vor, noch keines zu besitzen oder in der Hand gehabt zu haben.
@Gianna Ich hab auch kein Ebook! Und das find ich auch nicht schlimm. Ich bin ein Fan von Büchern. Ich empfinde es als sehr schön, Bücher in der Hand zu halten, hier und da mal einen kleinen Knick zu hinterlassen und etwas im Regal stehen zu haben. Und davon hab ich ziemlich viel Billy-Regale voll von. Sehe ja auch schon etwas komisch vor, wenn ich alle Bücher rauswerden würde, um mir nur ein Ebook reinzustellen. Wäre mir auch zu puristisch.
..Sehe ja auch schon etwas komisch AUS, wenn ich alle Bücher rauswerfen würde…MEINTE ICH ;o)
„Wenn ich heute einen Text über mein Implantat lade…“ :))
Nur EIN Implantat mit 88 wäre schon klasse. ;))
Langeweile per Definition beschreibt das Gehfühl, dass die Zeit ungewöhnlich langsam vergeht. Ich dachte im Alter sei die Wahrnehmung eine ganz andere. Ich bin verwirrt.
Über Twitter (twitter.com/mmeckel):
does the brain like e-books?
http://bit.ly/17bZWO
Gewöhnungssache? Ein Mensch, der keine Bücher kennt, wird auch keine vermissen. Mit dem Buch ginge uns ein individuelles Medium verloren, denn ein Buch wird zu “meinem”, wenn ich es lese und noch mehr markiere.
[...] Miriam Meckel skizziert die Zukunft ohne Bücher [...]
Frau Meckel, wenn das so eintreffen sollte, dann hake ich mich bei Ihnen unter und stütze Sie so gut es geht auf dem Weg zur Demo der widerständigen Bücherfreunde.E-Books werden dann kämpferisch zerstört (kost´ ja in den Tagen eh nichts mehr)
und Parolen wie: “Papier für alle!” gerufen.
Vielen Dank für den Buchtipp! Frau Meckel, veröffentlichen Sie doch mal eine kleine Lieblingsbücherliste (wenn Sie die preissgeben möchten), um diesen traurigen Zukunftsszenarien entgegenzuwirken und Menschen wie mir, die zur Zeit nur noch Fachbücher lesen, wieder an die Belletrisitk heranzuführen… :o)
Das Buch
Ums Buch ist mir nicht bange.
Das Buch hält sich noch lange.
Man kann es bei sich tragen
und überall aufschlagen.
Sofort und ohne Warten
kann dann das Lesen starten.
Im Sitzen, Liegen, Knien
ganz ohne Batterien.
Beim Fliegen, Fahren, Gehen -
ein Buch bleibt niemals stehen.
Beim Essen, Kochen, Würzen
ein Buch kann nicht abstürzen.
Die meisten andren Medien
tun sich von selbst erledigen.
Kaum sind sie eingeschaltet,
heißts schon: Die sind veraltet!
Und nicht mehr kompatibel -
marsch in den Abfallkübel
Zu Bändern, Filmen, Platten,
die wir einst gerne hatten,
und die nur noch ein Dreck sind.
Weil die Geräte weg sind
und niemals wiederkehren,
gibts nichts zu sehn, zu hören.
Es sei denn, man ist klüger
und hält sich gleich an Bücher,
die noch in hundert Jahren
das sind, was sie stets waren.
Schön lesbar und beguckbar,
so stehn sie unverruckbar
In Schränken und Regalen
und die Benutzer strahlen:
Hab’n die sich gut gehalten!
Das Buch wird nicht veralten.
(Robert Gernhardt)
Vielleicht sehen wir die Zukunft des Buches einfach zu pessimistisch..
Es ist nun mal eine Tatsache, die Buchbranche befindet sich in einem unaufhaltsam voranschreitenden digitalen Wandel. Romane fürs Handy, Sachbücher und Belletristik für elektronische Lesegeräte – so könnte die neue Bücherwelt aussehen. Diese Entwicklung lässt sich nicht aufhalten.
Irgendwann wird nicht mehr der Lesesaal Mittelpunkt einer Bibliothek sein, sondern die Chill Out Area, in der man mit einem Notebook surft und nebenbei Kaffee trinkt. Warum nicht?
Ich glaube das gedruckte Buch, wird es neben Kindl und Co. in irgend einer Form weiter geben. In seiner Gestalt als Codex, mit der Verbindung aus Buchstaben und Papier, mit Seiten, die so geheftet und gebunden sind, dass man darin blättern kann, ist das Buch aus unserer Kulturgeschichte nicht wegzudenken.
wie war das noch gleich mit dem rieplschen gesetz? ;-)
2055 bin ich 84 und hoffe dann noch einen Keller besitzen zu dürfen und nicht in einem ALtersheim vor mich hin zu vegetieren…
Habe mir auf der Buchmesse am Freitag dass erstemal diese E-Books angeschaut…fand sie einfach doof…aber ich habe ja auch noch meine Platten, deshalb wird dass hoffe ich an mir vorbeigehen, bis es dann irgendwann heißt, dass neue Buch gibt es nur noch digital zu erwerben…aber dann lese ich es einfach nicht.
Für Zeitungen, ja dass könnte ich mir vorstellen, verzweifele über dass Format der “Zeit”, hatte die am Samstag in der Sauna mit…war höhere Mathematikaufgabe diese Zeitung mal wieder zu lesen…genau wie FAZ und Süddeutsche auch…
dass einzige was ich schwierig finde gerade nach den Eindrücken der Buchmesse, wo sollen die Bücher die ich noch lesen will, nur alle hin??? Aber sie in einen Reader digital zu speichern ist eine seltsame Vorstellung!
Eine Ächtung der Digitalisierung wäre ein Holzweg.
Bücher aus Papier sind ein Werk der Kultur, wie auch die digitale Technik. Veränderung und Entwicklung schaffen Kultur und führen sie fort. Technik lässt sich demokratisch bändigen, kann dem Menschen dienen ohne ihm seine Individualität und Einzigartigkeit zu nehmen.
Durch die Digitalisierung der Bücher können diese Werke bewahrt und einer größeren Zahl von Lesern zugänglich gemacht werden. Zur Respektierung des Urheberrechts und der kulturellen Vielfalt bedarf es Regeln, auch in Europa. 2056 könnte White Ghost Girls von Alice Greenway auch zu den “verwaisten Werken” gehören- und dann?
Was ist Kultur,(tinyurl.com/yjzbao5)was Nostalgie? Geht es bei dem Rückblick nicht auch um eine Suche nach der verlorenen Zeit, die nicht mehr wiederkommt und nur aus unserer Erinnerung besteht? Damit gleicht das Schicksal der Bücher dem der Menschen. Kann unserer Erinnerung nicht auch gelöscht und verändert werden, bevor sie mit uns verschwindet? Alte und verwaiste, vergessene Bücher als Metaphern unserer eigenen Vergänglichkeit.
eBooks sind nicht die Feinde der Bücher, sondern eine ihre neuen Gestalten, mit neuen Möglichkeiten.(tinyurl.com/yk99ml6)
Menschen sind nicht so leicht digitalisierbar wie Bücher, immerhin. Das hat auch Craig Venter erfahren.(sueddeutsche.de/wissen/537/490909/text/)
Stimme hier voll zu. Aber, bei einer Sache versetzt es mir einen Stich ins Herz: Wie kann man nur etwas in einem Buch anstreichen ??
Ich weiß, das machen viele. Aber das ist ungefähr so, als ob man bei einer CD die Lieblingsstellen ankreuzen würde !
Das verstehe ich auch nicht. Als Kind und als Jugendliche bin ich in die Bibliothek gegangen und habe mir das Buch, das ich mir gerade gekauft habe, ausgeliehen. Nur, damit meinem Buch nichts “passiert” und es weiterhin ganz ordentlich, eben wie neu, aussieht.
Ich finde das völlig legitim, Stellen im Buch anzustreichen…und Frau Meckel hat ja auch nur etwas von “Bleistiftmarkierungen” geschrieben ;o)
Wenn es danach geht, dürften Bücher ja dann gar nicht ausgepackt werden und ihrer Folie eingeschweißt bleiben, damit “dem Buch nichts passiert”.
Find ich etwas komisch
Da sind Menschen verschieden. Es gibt ja auch Leute, die stellen sich eine Platte nur ins Regal… :o/
eingeschweißte Bücher
Oh, bei den Comic-Fans gibt es so Verrückte, die kaufen ein Comic und lassen es eingepackt. Es wird nicht gelesen. Vielleicht mal vorsichtig präsentiert.
Zu diesen Fans gehöre ich nicht. ;)
Ein Buch, wie Comic, gehört sich gelesen und/oder verwendet (Nachschlagewerke z.B.). Und nicht nur betrachtet.
Wenn Bücher tatsächlich “dickere Briefe an Freunde” sind- kann man sie denn dann im Keller vergessen?
Glauben Sie wirklich, dass es soweit kommen wird? Ein Buch zu lesen hat doch viel mehr Charme und entfaltet die Phantasie. Menschen brauchen Bücher!
Werden unsere Kinder ihre Schulbücher in naher Zukunft auf dem ebook lesen müssen (das ist doch auch ‘ne Kostenfrage …). Das ist erscheckend!
Wie schalte ich denn jetzt nach einem anstrengenden Tag ab? Mit Laptop und E-Book? Na, ob das gelingt ….
Formfleisch, Analogkäse, Adria- Geschmacksschäume, chemische Geschmacksbomben, Gipsverstärkte Brötchen, Sägespanverstärkte Marmeladen…also, warum nicht auch Bücher analog-digital?Immerhin finden derweilen auch analog-digitale Kegelpartien auf Wii-Basis in Seniorenheimen statt…
———
Guckte heut abend im SR die Saar-Lor-Lux-Sendung: “Bio” = aus dem eigenen Garten, unverfälscht, ist inzwischen zu “Premium” avanciert – Miriam Meckel, Du hast das selbst 1 oder 2 Postings zuvor für Bücher und Briefpapier (:-))postuliert.
———
Im nachfolgenden “Aktuellen Bericht” wurde ein neuer Studiengang an der Uni des Saarlandes annonciert: “Nachhaltigkeitswissenschften”. Mal gucken: kommt ein “Studium Generale” nach lang forciertem “Spezialitätenstudium” wieder? Als “Premium” und “Alleinstellungsmarke”?
———-
Ich streiche in Büchern nicht an. Die, die ich wiederholt lese, da fällt mir immer neu was auf. Die Markierungen würden mich einschränken im Gucken :-)
Doch es ist fein, sind wir unterschiedlich. Und hat jede/r den eigenen Umgang mit dem herrlichen Medium “Buch” – es ist ja auch eine Einladung, das Papier, die Gedanken, in Buchstaben gefasst. Und die Möglichkeit, lustvoll damit rumzutoben.
Tja, und wer weiß, vielleicht würde ich mir 2055 wünschen, alle Hefte, die ich daneben mit Zitaten und Gedanken vollgeschrieben habe, wären analog-digital verfügbar, weil…ich schon heut manchmal staune, was mich dunnemals bewegte, wenn ich heut nachlese.
Ein sehr schöner Text, der mich ein klein wenig nachdenklich stimmt.
Doch was die Zukunft auch bringen mag, ICH werde meinen geliebten Büchern treu bleiben – nichts kann das Gefühl ersetzen, wenn man einen in Kisten vergrabenen Schmöker nach Jahren vom Dachboden kramt, ihn langsam öffnet und einem der zuweilen modrige Duft der Vergangenheit entgegen strömt. Man liest ein paar Zeilen. Oftmals bringen sie vergessen geglaubte Erinnerungen und Gefühle mit sich, Momente und Ereignisse aus der Zeit, als man das Buch zum letzten Mal in den Händen hielt.
Möglicherweise kann man der Neugierde nicht standhalten und ließt das Buch. Und anschließend?
Zurück in die Kiste.
Fazit: Das geliebte alte Buch ist keineswegs ersetzbar!
Und womit bestücken wir dann unsere Billys? Mit Porzellansammeltässkes? :-/
Purismus ;o)
Och, ich wüsst was::-))
http://www.wein-regale.de/images/1002796.jpg
2055 kommt der Wein aus der Steckdose :-)
Die Billy-Regale könnten um 90° gedreht werden und so umfunktioniert werden
http://www.welt.de/multimedia/archive/1245773306000/00837/corbussier_4villa_t_837684g.jpg
@Triple-A: Das wäre verhängnisvoll…… ;o)
@Cate, stimmt:-))) Das kann ganz dumm ausgehen:-)))
Strom kommt 2055 jedenfalls nicht mehr aus der Steckdose:WiTricity
@Triple-A: Irgendwie kribbelt’s bei mir grad… ;o)
Kann man mit einem Laptop in der Hängematte liegen und lesen? Theoretisch ja … aber nur solange der Akku hält.
Ausserdem stell ich mir, dass das mit der Zeit auf dem Bauch durch den Akku ziemlich heiss wird. Und das mitten im Hochsommer … Mein Fazit: Das Buch überlebt. Aber vielleicht wird nicht mehr jeder Erguss durch grössere Zeilenabstände und ausladende Absatzsetzung auf 180 Seiten ausgedehnt, damit der Verlag dann “Roman” auf Umschlag drucken kann. Erzählungen und Novellen verkaufen sich eben viel zu schlecht….
2055 lässt sich der Laptop wahrscheinlich mit Solarenergie laden und sogar jetzt! gibt es schon von Ikea ein Laptop-Kissen ;o)Trotz dessen bin auch deiner Meinung: Bücher überleben!
Aber unterm Baum ist Schatten, Nicole :-) Hoffentlich … vielleicht gibt es bis dahin ja neue Züchtungen!
ich dachte da eher an eine ausfahrbare Solaranlage mit Verlängerungskabel so z.B. http://www.e-squillace.com/Tech/Nettech/Images/BruntonSolarRoll-laptop.jpg
Meinst sowas in Form einer Antenne?
http://www.southparkclub.com/pix/season1/Cartman%20Gets%20an%20Anal%20Probe/1.jpg
@Dowanda Und ich dachte, ich hätte eine starke Fantasieausprägung ;o)
So könnte die Bücherwelt in der Zukunft auch aussehen…http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/vision/11792/index.html
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/vision/11792/index.html
Vielleicht klappt der Link so
Und noch was Spannendes. Dann ist auch genug ;o)
http://netzwertig.com/2008/11/11/zur-zukunft-von-gedruckten-buechern-und-e-readern/
Wird unser Leben tatsächlich virtuell?
Bei der Gegenüberstellung des Heute (2009) symbolisiert durch das Lesen in einem realen Garten mit Sträuchern, Blumen, Hummeln und Büchern auf Papier, mit einem Morgen der Virtualität, wo selbst Flüge und Urlaube über Implantate vermittelt im Kopf stattfinden, kommt die Zukunft schlecht weg. Nicht weil sie etwa bedrohlich oder beängstigend wäre, sondern weil das zukünftige Ich seiner greifbaren Umwelt entfremdet erscheint, wie in einem Traum. Dabei scheinen Gedächtnisschwäche und virtuelle Unschärfe ineinander zu fließen. Die Brücke zwischen den Welten ist das Buch, das eine Fiktion phantasievoll fassbar erzählt. In der noch erlebbaren Zukunft scheint die Integrität von Körper und Geist durch die Virtualität aufgelöst und zerstört, die Identität noch im Leben aufgehoben.
So wird aus alten Büchern das Museum einer verlorenen von fern erinnerten Welt.
Bücher sind real, doch realer ist das Leben. Der Weg sollte uns in die andere Richtung führen- nicht auf der Zeitachse, sondern in den Raum der Realität.
[...] Oktober 2009 · Kommentar schreiben und irgendwie passend zum vorigen Eintrag: Die weissen Geister, von Miriam [...]
Und da soll nochmal jemand über Großbuchhandlungen meckern! ;-)
http://tinyurl.com/yzod9up
eine schöne Geschichte, die du da erzählst.. und um ein Buch gerankt, das mir auch gut gefallen hat… es ist ein Geisterbuch, das ich nicht missen möchte…. 2055 werd ich nicht mehr erleben, aber mal schauen, wie lange ich mich an das Buch erinner…. ;-)
lg
fs
@Nicole zu 026.1.1
interessanter Text zur Zukunft des Buches.
Allerdings fällt es mir als Rheinländerin ja immer schwer, Texte ernst zu nehmen, die am 11.11. Verfasst wurden;-)
Alaaf!!!
Ich als Norddeutsche kann das gar nicht verstehen *lach
Schon wieder dieser “link” hinter meinem Namen…@Noisa…ich hab wieder nichts eingetragen…o(
Klar. :))
The Ebook Library
http://www.nytimes.com/2009/10/15/books/15libraries.html?_r=1&ref=books
Habe heute morgen auf meinen schönen Privileg Herd geschaut, und dachte, schade Quelle!
Leider die Zeichen der Zeit verpennt. Und hätte ich einen Katalog, würde ich ihn jetzt in eine Kiste in den Keller packen, um ihn 2055 zufällig zu finden…
Verstehe nicht, wieso sie nicht mit einer Schattenbilanz versucht haben, das Ruder noch rumzureißen; ach ne, das hat sich die Regierung ja schon patentieren lassen!
Die Kataloge, gute Alternative für’s leere Billy:-)))
Nach allem, was ich bislang über Arcandor-Quelle gelesen habe, hat das Management nicht unbedingt die Zeitzeichen nicht erkannt. Sie haben sie jedoch offensichtlich falsch gedeutet. Statt das “Kerngeschäft” entsprechend zu gestalten (wie es die Mitbewerber Otto oder Neckermann) gemacht haben, wurden die (verbliebenen) Mitarbeiter systematisch erpresst und Investitionen statt in die Versandinfrastruktur in ein Aufblähen des Verwaltungskopfes (durch immer neue Zukäufe) getätigt. Das dies nicht unbedingt einen schlagkräftigeren, erfolgreicheren Konzern ergibt, zeigte sich bereits seinerzeit bei Daimler-Chrysler.
Im Grunde geht es im Buchhandel ähnlich: auch wenn jetzt noch Google zum Grossisten wird und durch schlichte Masse zunächst Umsätze generiert, heißt das noch lange nicht, daß dies erfolgreicher BUCHhandel ist. Dies sollen und müssen sich diejenigen, deren Kerngeschäft eben jenes Buchhandelsmetier ist, sich in Hybridform (Papier und Netz) zunutze machen.
Schon ein Quelle- Katalog von 1963- 46 zurück statt nach vorn- würde uns in eine fremde vergangene Welt führen. Schon das Blättern in erst wenige Jahre alten Modeheften weckt Befremden. Mode wandelt sich in schnelleren Rhythmen als das Ich.
Bei Romanen ist dies anders, da sie vergangene Gefühle und Gedanken über lange Zeit wach rufen können und die Wiederleser damit zu einer Konfrontation mit ihrem damaligen, noch erinnerten Ich führen, zwischen Verwunderung und Déjà-vu.
…46 Jahre zurück…
Hatte in meinem “Patenhaus” während des Hütens wieder mal die Gelegenheit, in der umfangreichen Bibliothek (die Sammlung eines 72-jährigen Historikers und Germanisten unsystematisch ergänzt durch die ererbten Bibliotheken aus den Elternhäusern des Ehepaars) zu stöbern. Neben dem z.B. Buchinhalt faszinieren mich immer wieder die Formulierungen oder auch die alte Druckschrift.
Zwischendurch begegneten mir auch Zeitungsausschnitte z.B. von 1928 oder so. Dieser Spannungsbogen zwischen “damals aktuell” und meinem Rückblick aus heutiger Sicht ist ebenfalls sehr reizvoll. Schwer zu beschreiben.
Da werde ich ja etwas neidisch! Interessiert mich auch sehr!
2055, hmm, ich glaube noch an Entwicklung in spirituellere Dimensionen, aus dieses schreckliche zwangmassig einseitige und ineffiziente Materielle Orientierung hinaus, also wird da dann eine art Mensch Orientiertes Intranet geben wovon dass heutige Internet nur eine art sehr primitive Vorläufer ist. Implantaten braucht man dabei natürlich gar nicht. So etwas stelle ich mich lieber vor.
Freundlichen Grüssen,
Ich habe die Frankfurter Buchmesse besucht es war ein überwältigendes erlebnis.
Leute,
Ihr müsst mit der Zukunft gehen! Was ist cooler als ein digitales Buch? Kein Abstauben des Bücherregals mehr, keine Kaffeeflecken und Eselsohren mehr auf den Seiten, keine Schlepperei der schweren Bücher in die Schule und zur Uni…
Der technische Fortschritt ist enorm. Ist doch Wahnsinn, was heutzutage alles möglich ist!
In diesem Sinne, happy E-booking :-D
Dann schon lieber virtuell.
Zur Zeit wird im Bund und in den Ländern getrickst und geschoben (zeit.de/politik/deutschland/2009-10/finanzminister-bildung), was das Zeug hält.
Das Maß an Bürger- Verschaukelung erreicht literarische Dimensionen. Den Wettlauf ums Vertrauen hat die neue Regierung in spe schon verloren, bevor er begonnen hat.
Was 2055 wohl von dieser schwarz- gelben Zeit in Erinnerung bleibt?
2055 … Schwarz-Gelb???
——-
Was “spirituelle Dimensionen” angeht. Begegnete einer schönen Vorstellung (weiß nur grad nicht mehr in welchem Zusammenhang): ein Mensch ist erst dann wirklich tot, wenn die Auswirkungen seines Tuns und Lassens in der Lebenswelt keinen Widerhall mehr haben. Insofern sind diese spirituellen Dimensionen gar nicht so weit weg von uns :-))
Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: “Wer schreibt, der bleibt.” Die “Medien”, die Tun und Lassen eines Menschen transportieren sind allerding vielfältig: andere Menschen, ein Bauwerk, ein Bild, eine Musik, ein Park, eine technische Erfindungen, ein Gedicht, eine Entdeckung, ein kulinarisches Gericht …
… ein großer schwarzer Schatten (haushalt)…
oder Nazgûls / Schwarze Reiter …
037 – Antwort auf Walters Frage.
Ja, das sieht derzeit wirklich so aus als ob die schwarz-gelbe Regierung die gleiche Fiskalpolitik weiter verfolgt wie Grosse Koalition zuvor: Im Zweifelsfall über den niedrigsten Zaun. D.h. Schulden auf Kosten der unter 30jährigen und der nachfolgenden Generationen. Und das alles um den Preis, damit a) niemand den Sozialen-Kältenotstand ausruft, wie er vor den Wahlen und danach mit Verbissenheit herbeigeschrieben wird sowie b) die Wahlen in NRW nicht verloren gehen und c) die grosse Wählergruppe über 60 nicht abhanden gerät.