MM_Dickinson
Zu den Kommentaren
6. November 2009, 17:03 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Vier Minuten

041120091681

Das ist einer der verführerischsten Buchläden auf der ganzen Welt. Alteingesessen, unabhängig betrieben und chaotisch. Wer den Harvard Bookstore als Buchliebhaber betritt, kann darin ganze Nachmittage verbringen. Wen es in das untere Stockwerk in die Abteilung „used books“ verschlägt, kann dort auch aus Versehen übernachten. Ohne das wegweisende Tageslicht, das einem zeigt, es ist schon sehr spät geworden, verliert man zwischen den Büchern vollends das Gefühl für Zeit.

Das kommt seit dem 29. September leichter zurück, wenn der Besucher gleich beim Betreten des Bookstores oder dem Wiederautauchen aus dem Keller auf das Computerterminal im Eingangsbereich zusteuert. Seit diesem Tag bietet der Harvard Bookstore „print-on-demand-“-Books an. Aus 3,6 Millionen Büchern, die zum Teil seit langem nicht mehr erhältlich sind, können die Nutzer auswählen. Vier Minuten später liegt das Buch auf der Ladentheke und kostet acht Dollar.

Ich entscheide mich für „Gutenberg and the art of printing“ von Emily C. Pearson aus dem Jahre 1871. Damals wurde das Buch in Boston gedruckt. Heute auch wieder, allerdings unter anderen Vorzeichen. Das passt irgendwie alles.

Nach der Buchsuche am Computerterminal und der Abgabe des Druckauftrags bei einem wirklichen Menschen an der Ladentheke, kann ich meinem Buch beim Gedrucktwerden zuschauen und zuhören. Seite für Seite produziert die riesige Maschine im hinteren Teil des Harvard Bookstore. Das leicht gelbliche Papier (das laut Aussage der freundlichen Dame im Store gewählt wurde, weil es allen am besten gefiel und an richtige Buchseiten erinnert) wird mit einem langgezogenen dumpfen Zischen durch die Maschine gezogen, bedruckt und landet dann mit einem hellen Klacken, wenn der Rand des Papiers auf die metallene Begrenzung des Ausgabefachs trifft, auf dem fertigen Stapel.

Das Buch, das ich nach vier Minuten in den Händen halte, ist ein richtiges Buch. Paperback zwar, nicht gebunden, aber ein Buch – mit Widmung: „To the gifted inellects, willing hearts, and dexterous fingers engaged in making the great art a blessing to the world.“ Eine Verlagsangabe entfällt. Das liegt in der Natur des „print-on-demand“-Vorgangs. Stattdessen steht dort: „Supplier: Google“.

Es ist phantastisch, dass man ein solche Buch heute wieder bekommen und lesen kann als gedrucktes Werk, dass die Gedanken und Argumente einer vergangenen Zeit darin wieder auffindbar sind. Im Vorwort des Buches schreibt die Verfasserin: „Printing has been styled »The telescope of the soul«.“ Als solches bringt der Druck längst vergessener Bücher uns wieder entfernte Gedanken und Welten näher, lässt uns auf sie focussieren und für die Zeit des Lesens in ihnen verweilen.

Wenn wir – jeder für sich – die eigenen Telescope ausfahren und ausrichten können, brauchen wir keine Sternwarten mehr. Wenn ich im Keller dieses Bookstores herumstöbere, finde ich das dann doch wieder schade.


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41 Reaktionen

  1. 6. November 2009, 17:28 Uhr, von MESM Gefällt 3 Lesern
    01

    Lovely photo……at first glance I thought; must be the MM basement in 2055? ;-)))

    Antworten
  2. 6. November 2009, 17:40 Uhr, von Anna Gefällt 2 Lesern
    02

    “Die Gedanken und Argumente einer vergangenen Zeit” sind auch wieder auffindbar, wenn man sich die Quelle auf sein Kindle lädt und mit diesem Stück Sachgut (mit dem man quasi den Buchladen schon betreten hat) aus dem Laden wieder hinaus geht. Um ein paar MB schwerer, anstatt um einige Gramm Papierseiten. Über Stichworte ist viel schneller gefunden, was gesucht wurde, weil eine Suchmaschine hilft. Zeit, die man spart und hernehmen kann, wenn man sich dann mit dem Kindle und einer Tasse Tee gemütlich zurückzieht und liest.

    Das hat den Vorteil, dass die Billyregale zu Hause nicht ständig erweitert werden müssen, dass bei einem eventuellen Wassereinbruch im Keller nicht Unmengen von klebrig-grauer Zellulosemasse beseitigt werden müssen, dass die Koffer auf dem Rückweg sämtlicher Reisen nicht noch voller sind, dass man bei den obligatorischen zwei Umzügen pro Jahr kein Unternehmen beauftragen muss, das erstmal eine Ladung Bücher heraus und wieder herein trägt, dass man weniger besitzt und doch mehr davon hat.

    Auf der anderen Seite ist es schön Papier in der Hand zu haben – mit schwarzen Buchstaben drauf, viele Seiten voller Gedanken – gepresst zwischen zwei Pappdeckel. Oder die Zeitung zu kaufen und mit ihr in einen Zug zu steigen, oder in einem Café zu sitzen. Seit kurzem lasse ich sie dort immer liegen, weil ich weiß, dass ich nach dieser kurzen, freien Papierlesezeit nie wieder in der gleichen Zeitung lesen werde -experience has shown that- auf dass sich ein anderer freut, wenn er sie entdeckt. Hätte ich die Zeitung auf dem Kindle, mit verschlagworteten Artikeln, wäre die Chance höher, irgendwann doch wieder einen Artikel aus dieser Ausgabe zu lesen – quasi, ein DIZ-to-go.

    Hätte ich allerdings wirklich nur diese vier Minuten “to save the world”, würde ich mich an Herrn Timberlake und Frau Madonna halten … auch wenn der Gedanke an einen Keller im Harvard Bookstore sehr verführerisch klingt.

    Antworten
    • 7. November 2009, 15:47 Uhr, von US
      02.1

      Hallo @Anna,
      danke für deine Zeitungen die du immer im Zug liegen läst. Ich hab mich schon gewundert, was für ein Geschenk ich da immer bekomme.”ggg”
      MfG

      Antworten
  3. 6. November 2009, 18:19 Uhr, von lizz Gefällt 6 Lesern
    03

    Wie riecht denn das Buch?
    Das ist doch einer der größten Verluste im digitalen Zeitalter: der Duft von frischen oder alten Büchern, eben der Geruch der Zeit in ihnen.

    Antworten
  4. 6. November 2009, 19:16 Uhr, von lizz Gefällt einem Leser
    04

    Beim nochmaligen Lesen fällt mir auf “Verliert man zwischen den Büchern vollends das Gefühl für Zeit” stimmt eigentlich nicht. Wenn ich so darüber nachdenken, wie unsere Zeit ansonsten so getaktet und zerstückelt ist, wie sie sich anfüllt mit gleichzeitigen Anforderungen, wie sie in dem Versuch, immer mehr hineinzufüllen, immer leerer zu werden scheint…wenn ich über die sonstige Zeit so nachdenke, dann scheint mir ist im Harvard Bookstore nicht das Gefühl für Zeit verloren gegangen, sondern wieder zurück gekehrt.

    Antworten
  5. 6. November 2009, 19:28 Uhr, von Larah Gefällt einem Leser
    05

    Bei Anruf Buch! Man kann sogar die Schriftgröße und -art wählen. 2055 gibt es dann wahrscheinlich keinen einzigen Buchladen mehr, sondern nur noch PoD-Drive-In Schalter. :-D

    Antworten
  6. 6. November 2009, 20:20 Uhr, von Anja Gefällt 6 Lesern
    06

    Shakespeare and Company
    http://tinyurl.com/yfknpxx
    ist meine Lieblingsbuchhandlung und befindet sich in Paris, gleich neben Notre Dame.
    Hier vergesse ich immer die Zeit, verliere sie aber nicht, sondern gewinne davon jede Menge!

    Computerterminals und Print on Demand Books gibt es dort noch nicht, aber immer genug zu entdecken und zu stöbern.
    Für mich einer der schönsten Orte der Welt…

    Antworten
  7. 6. November 2009, 21:30 Uhr, von na ich Gefällt 2 Lesern
    07

    harvard?

    Antworten
  8. 6. November 2009, 22:03 Uhr, von na ich
    08

    aha, die ef connection … schön! :-)

    Antworten
  9. 6. November 2009, 22:40 Uhr, von Martina
    09

    Jemand in der Vergangenheit wüsste schon was von dem Zukunft…

    Amusing Ourselves to Death, 1985
    Wir amüsieren uns zu Tode, 1985 Neil Postman.

    Antworten
  10. 6. November 2009, 23:08 Uhr, von Arlette
    010

    Ich kenne den Harvard Book Store zwar nicht, aber dafür Harvard Graphics zu genüge… ;)

    Gibts denn dieses pod-Verfahren auch hier in Europa? Weiss das jemand? Wäre ja genial.

    Buchhandlungen sind ja mitunter die grössten, aber auch schönsten Zeitfresser, die es gibt. Kaum ist man drin – schwuppdiwups – schon sind 2-3 Std. wieder vorbei, ohne das oder die begehrten Exemplare in Händen zu halten. Ich lasse mich aber auch zu gerne ablenken!
    Hach, all die schönen Bücher und Welten, passen zeitlich eigentlich gar nicht in ein einziges Leben rein!

    Antworten
  11. 7. November 2009, 0:16 Uhr, von Miranda Gefällt einem Leser
    011

    wie schön sie sind in Boston gerade, war vor 10 Jahren dort, auch in Harvard und auch in dem Bookstore aber da gab es so ein Angebot noch nicht…

    Habe da wunderbare Erinnerungen an einen sehr alten jüdischen Hostelbesitzer der Anfang der 30er jahre nach Boston ausgewandert ist und mir so von dem Berlin der 20… vorschwärmte..

    mochte Boston sehr…finde die Idee sehr schön sich Bücher drucken zu lassen…

    War mit den Kindern neulich im Guttenberg Museum in Mainz, da haben wir dass mit einer alten Presse selbst machen können…
    http://www.mainz.de/gutenberg/museum.htm

    Antworten
  12. 7. November 2009, 8:25 Uhr, von Siegmund Gefällt 2 Lesern
    012

    Es gibt ja jetzt übrigens in den USA einen “Schreibautomaten”, der selbstständig journalistische Texte verfasst.
    Dazu passt folgendes:

    http://www.zeit.de/newsticker/2009/11/6/iptc-bdt-20091106-774-22924234xml

    Die Netzeitung schließt, Redaktion wird entlassen und es folgt eine “automatisierte Nachrichtenerstellung”.

    Antworten
  13. 7. November 2009, 8:29 Uhr, von Siegmund Gefällt 3 Lesern
    013

    Insofern ist zu fragen, ob die kreative Arbeit an schriftlichen Texten, ob in Buchform oder als Artikel, zunehmend ausgehöhlt wird, weil sie nicht mehr wirtschaftlich ist.
    Schreiben als Hobby ? In der Literaturgeschichte ist immer vom “armen Poeten” die Rede, aber nie vom Poeten “für lau”.
    Das scheint mir eine noch viel größere Bedrohung zu sein als durch google books oder durch E-book-reader.

    Antworten
  14. 7. November 2009, 11:05 Uhr, von Charlotte Gefällt 6 Lesern
    014

    Das Bild erinnert mich an das Antiquariat “Strand” in New York, das mit dem Slogan “18 miles of books” wirbt.
    http://www.strandbooks.com/app/www/p/aboutus/
    Dieser Laden am Broadway hat definitiv auch einen Platz verdient auf der Liste der verführerischsten Buchläden der Welt!

    Überhaupt, die Idee gefällt mir: eine Liste der verführerischsten Buchläden der Welt. Zugleich zeigt sie auch wieder den sinnlichen Unterschied zwischen Print und Online. Analoge Bücher in einem stationären Buchladen können verführen, egal, ob es neue oder antiquarische Bücher sind, die auf den Regalbrettern stehen: Sie unterscheiden sich. Schon ihre Cover, ihre Haptik, ihr Umfang. Dazu die Möglichkeit, am Regal stehend hineinzulesen, sei es in das Inhaltsverzeichnis, das sie einem bewusst entgegenhalten, um von sich zu erzählen, oder an willkürliche Stellen im Fließtext, die fast ein wenig indiskret individuelle Eindrücke gewähren. Dazu die Architektur des Ladens, die Atmosphäre, das Personal, die der Suche einen individuellen Rahmen geben: Fühle ich mich beobachtet? Gedrängt? Oder bin ich unbeobachtet und habe alle Zeit der Welt? Vergesse ich die Zeit oder hab ich den Ladenschluss im Rücken? Will ich beraten oder mich treiben lassen? Die freie Suche nach einem Buch in einem verführerischen Buchladen ähnelt einem Flirt an einem öffentlichen Ort, in einem Café, einem Museum oder anderso. Ausgang offen.

    Das Comupterterminal mit seinen 3,6 Millionen verfügbaren und print-on-demand-fähigen Titeln verführt auf eine andere Weise: durch (nahezu) unbegrenztes Angebot. Alles liegt gleichwertig vor der Nutzerin oder dem Nutzer. Wer sich entscheiden will, muss Fragen stellen, über Suchmasken immer kleinere Schnittmengen erzeugen. Genre? Erscheinungszeitraum? Thematik? Vielleicht gar Autor oder Titel? Das passende Buch zu finden, das man immer schon gekannt hat, wird leicht und mit hoher Wahrscheinlichkeit und Präzision möglich, so alt oder entlegen es auch sein mag.

    Zufallsfunde werden schwieriger. Ausgang allzu absehbar, zumindest in den meisten Fällen. Ich finde, was ich gebrauchen kann, was mich bei der Recherche, der Lebensfrage weiterbringt, über der ich länger schon brüte. Ich finde neue Leseerfahrungen in Genres, die ich ohnehin lese. Mir entgeht die Überraschung, das Buch, nachdem ich nur greife, weil die Geschichte, die das Foto auf dem Cover erzählt, mich anspringt. Weil es mir ins Auge fällt, weil es zufällig auf Augenhöhe platziert ist oder auf der Unterkante Regals, auf die mein Handschuh fällt, als ich ihn beinah verliere.

    Es sind gerade die zufälligen Begegnungen – ob es nun um Bücher oder Menschen geht – die unseren Leben an ihren entscheiden Stellen einen Dreh geben. Auch ein Grund, sich von Herzen zu wünschen, dass die verführerischen Buchläden nicht ganz verschieden, nachdem die Print-on-demand- und die E-Book-Terminals in ihnen Einzug gehalten haben.

    Antworten
  15. 7. November 2009, 12:13 Uhr, von Anja Gefällt 2 Lesern
    015

    Espresso Book machine, hier ein ganz interessantes Video
    http://tinyurl.com/yckeubs
    Wow, da kann einem schon der Atem stocken. Natürlich ist dies eine wirklich geniale Entwicklung. Und ein gedrucktes Buch in nur 4 Minuten in den Händen zu halten, ist eindeutig rekordverdächtig. (Ein lecker gezapftes Pils braucht immerhin 7 Minuten;-))
    Das lässt ahnen, wie in der Zukunft Print und Digital sinnvoll verknüpft werden kann. Aber nur, wenn in dieser ganzen Vermarktungskette die Autoren nicht vergessen werden. Ohne gute Inhalte wird auch die Espresso Machine recht laue Seiten ausspucken. Und nur urheberrechtsfreie Klassiker von 1817 ist auf Dauer auch nicht zukunftsfähig.

    Was mich allerdings ein wenig nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass uns sämtliche Rückzugsmöglichkeiten abhanden kommen. Natürliche Möglichkeiten zur Erholung von Körper und Geist gehen aufgrund der digitalen Zukunft und Schnelligkeit verloren. Das Leben wird immer rasanter. Ich war die letzten 2 Wochen viel unterwegs und manchmal hätte ich mir gewünscht, ich hätte in einer Dampflok gesessen. Mit Sicherheit wäre ich dann jetzt nicht so abgerockt;-)
    Also, die Google/Espresso Variante ist nur ein Mosaikstein, wie sich unser Leben verändern wird. 
    In einigen Jahren werden wir das Buch “Das Glück der Unerreichbarkeit” als Meditationsbuch zum einschlafen lesen;-) 
    …damit wir morgens fit genug sind, um uns die Zeitung selbst auszudrucken! 

    Antworten
    • 7. November 2009, 16:25 Uhr, von US Gefällt 2 Lesern
      015.1

      Hallo @Anja, da kann einem wirklich der Atem stocken, da hast du recht.
      Wir haben sowas in unserer Firma, ich stell die Schulungsdokumentationen zusammen, dann geb ich sie über den Computer zu dieser Maschine ein, je nach dem wieviel Schulungsteilnehmer kommen und nachmittags kann man sie fertig abholen. So 10 bis 20 Exemplare,”ggg”, wenn diese Maschine zwischendurch nicht anfängt zu streiken.
      MfG

      Antworten
  16. 7. November 2009, 13:15 Uhr, von Noisa Gefällt 5 Lesern
    016

    Diese enthusiastischen pro Buch-Postings von Frau Meckel lese ich hier gerne, auch wenn ich selbst kein Bücherfreak bin.

    Momentan fasziniert mich, wie Kinder mit Büchern umgehen. Wenn ich mit unserem Sohn in eine Buchhandlung gehe und das kommt häufig vor, ist es wirklich schön zu beobachten, wie Bücher entdeckt werden, darin gelesen wird, abgewogen wird, welches Buch später mitgenommen werden soll. Ich bin dann schon längst fertig und muss warten, bis der Einkauf erledigt ist. Gut, das Verlage die preiswerteren Sammelbände für kleine Leseratten herausgeben. ;) Wenn es irgendwann keine echten Bücher in Buchhandlungen mehr geben sollte, würde etwas Wesentliches verloren gehen. BoD wäre für Kinder jedenfalls nichts.

    Nun denn, ein nettes Wochenende! :)

    Antworten
  17. 7. November 2009, 15:31 Uhr, von PP Gefällt 3 Lesern
    017

    Letztens sagte ein junger Mann zu mir, dass er in seinem Leben noch nie ein ganzes Buch gelesen hätte.
    Nach dem ersten Schock, habe ich mir versucht vorzustellen, wie mein Leben ohne Bücher aussehen würde. Mir fehlte dazu die Fantasie. Mein Bankkonto würde verwundert denken: “Was ist denn nun los?“

    Ein Leben ohne Bücher(und die Magie der Buchläden), was wäre das für ein Verlust.

    Antworten
  18. 7. November 2009, 15:37 Uhr, von seymour
    018

    The advances of technological progress to the discovery of all possibilities casts a painful shadow om poetry – it creates an immaterial wall of inconceivable horror. For that which seems indestructible because of its sacred dreams can be touched unafraid of the contamination of the hand. The act of reconciliation between poetry and all men. Technology cannot place in the hands of man, the tenderness in every child who for the first time contemplates the stars, or the first draft of Shakespeares Romeo and Juliet, written in pencil and covered with corrections in Shakespeares handwriting, letters filled with passionate undying love and inescapable death, condemnation of pointless hatred, a denunciation of all barbary and the solemn consecreation of all peace. Holding Romeo and Juliet or Lorca´s unbelievable universe, my hands are filled with fragrance and blood, with flowers and sorrows, with mortal tresures. It is my pleasure to turn the pages. We are the heirs to he poets great dreams, technology is incapable of decanting.

    Antworten
  19. 7. November 2009, 16:38 Uhr, von irgendeine Userin Gefällt 8 Lesern
    019

    Na, das klingt ja mal versöhnlich mit der Gegenwart der Literatur. ;-)

    Und hier wird die Moderne abgeholt und ins Abo gebracht: Wie geil ist das denn.

    Viel Spaß damit. :-)

    Antworten
  20. 7. November 2009, 17:39 Uhr, von Nina Gefällt 3 Lesern
    020

    Vier Minuten.

    Und ich mache eine dreijährige Ausbildung, um zu lernen, wie man Bücher richtig bindet…

    Antworten
    • 8. November 2009, 23:07 Uhr, von Miriam Meckel Gefällt 3 Lesern
      020.1

      … die sind ja dann auch GEBUNDEN. Diese sind “nur” paperbacks. Ich mag gebundene Bücher viel lieber.

      Antworten
      • 11. November 2009, 17:54 Uhr, von Nina
        020.1.1

        Wobei auch diese Herstellungsart Teil der Ausbildung ist. Einfach mal vollkommen stupide in die Maschine knallen. Ist eben schnell und billig.
        Was anderes ist es, wenn man sich hinsetzt und alles von Hand macht: Lagen heften, Kapital stechen, Decke fertigen, beziehen… Mit den unterschiedlichsten Materialien hantieren. Der Phantasie sind im Grunde kaum Grenzen gesetzt. Da können schon mal ein paar Tage vergehen. Kostet natürlich entsprechend. Nur leider ist es das kaum noch jemandem wert.

  21. 7. November 2009, 19:26 Uhr, von lizz Gefällt 2 Lesern
    021

    lieblings-buchhandlungen?
    strand in new york. übrigens gibt es auch eine shakespeare und company dependence in new york. auch auf dem broadway.
    j. vin in paris.
    city lights in san francisco. heisst die so? bin gerade nicht mehr sicher.

    Antworten
  22. 7. November 2009, 22:23 Uhr, von Walter Gefällt einem Leser
    022

    „To the gifted inellects, willing hearts, and dexterous fingers engaged in making the great art a blessing to the world.“
    Was ist ein Buch und was ist zu seiner Verbreitung notwendig? Bedarf es in Zeiten des Internet der Verlage in ihrer derzeitigen Form noch? Lektorat, Lobbyarbeit, Werbung und Verbreitung brauchen nicht in einer Hand zu liegen. Google books stellt sehr viele, teilweise schwer und nur mit Mühe verfügbare Bücher über seine digitale Datenbank zur Verfügung. Damit wird die Form des Buches von seinem Inhalt getrennt. Das eBook geht einen Schritt weiter und trennt das Buch vom Papier. Dadurch bekommt dieses auf seinen Inhalt reduzierte Buch seinen Platz in einer virtuellen Wolke aller Bücher in Click- Reichweite (“at yout fingertip”)
    Google verlässt durch die Digitalisierung des Textes Gutenbergs Medium des Buchdrucks und macht Papier entbehrlich. Auch für die Autoren, die nicht mehr auf Papier sondern auf eine Monitoroberfläche schreiben, gibt es nicht mehr den Horror des leeren Blatts sondern höchstens den des leeren Bildschirms.
    Meine Lieblingsbuchhandlung ist mit ihrer Besitzerin verschwunden. Damals war jedes Buch dort eine Entdeckung als Teil der Literatur. Die Entdeckungen heutzutage finden am Computerterminal statt, angesichts des riesigen Angebots von fast 4 Millionen Büchern eine Suche im Heuhaufen. Aus der Gedruckten Ware wird eine digitale, die in Sekunden weltweit versendbar und verfügbar ist. Mein erstes Book on demand war ein sentimentaler Rom- Reiseführer, sehr empfehlenswert.(roma-online.de/inschriften.html) Dieser ist bei harvard.com/bookmachine (noch) nicht verfügbar: tinyurl.com/ye4okxl
    Bleibt die Aufgabe der Sternwarten. Warum könnte eine Datenbank die Aufgabe eine Synopsis zu verschaffen nicht auch übernehmen? Schon jetzt wird in Buchhandlungen häufig bis überwiegend elektronisch recherchiert. Dann ist es kein weiter Weg mehr bis zum Book on Demand, das dann im Shop oder über das Internet nur noch verkauft wird. Der Rest ist Illusion- selbst Düfte lassen sich “on demand” zu Papier bringen.

    Antworten
    • 8. November 2009, 14:56 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
      022.1

      Hab gerade „Montaigne und der gesunde Menschenverstand“ von Hans Peter Balmer gelesen und finde viele dort aufgegriffene Gedanken aktuell.
      http://tabvlarasa.de/37/Gross3.php
      Nur mit der von Montaigne in seine Gedankenmodelle eingearbeiteten Religiosität kann ich nicht so viel anfangen. Lesenswert ist das Buch allemal!

      Zum Bücherlesen muss frau/man sich Zeit nehmen oder auch haben. Es wäre durchaus interessant, festzustellen, wie viele Stunden am Tag jeder einzelne Texte – gleich welcher Art – liest oder gar schreibt (inkl. Bloggen). Viele Stunden dürften da locker zusammen kommen. Aber bei Büchern, da braucht man Ruhe und auch ein wenig Muße.

      Bücher-„Lesen!“ ist Luxus! :)

      Antworten
  23. 8. November 2009, 10:19 Uhr, von Anja Gefällt einem Leser
    023

    Bin eben in der Zeit über 8 1/2 Millionen von Tom McCarthy gestolpert: http://tinyurl.com/ydqolq5

    Das Buch habe ich vor ein paar Wochen gelesen, es ist einfach fabelhaft, höchst literarisch und irgendwie unglaublich. Da wir gerade wieder beim Thema Buch sind, hier also meine Wochenendempfehlung;-)
    Ich habe selten ein Buch gelesen, das einen lange so nachdenklich stimmt und nachhaltig beeinflusst.
    Wer also gerade neues Lesefutter sucht…

    Antworten
    • 8. November 2009, 14:03 Uhr, von Dowanda Gefällt einem Leser
      023.1

      Geht mir im Moment gleich mit “Mr. und Mrs. Derdon” von Maeve Brennan.
      Ob es mich nachhaltig beeinflusst weiss ich noch nicht, aber es macht mich nachdenklich wie schon länger kein Buch mehr.

      Antworten
    • 8. November 2009, 19:16 Uhr, von PP Gefällt einem Leser
      023.2

      Ich hatte mir gestern die Seite aus der „Zeit“ getrennt mit den beiden Buchbesprechungen. Während ich bei R. Powers „Das größere Glück“ („Generosity. An Enhancement“) noch kaufunentschieden war, fand ich 8 1/2 Millionen eine lohnenswerte Investition.
      Es ist absurd, was die Romanfigur alles anzustellen scheint, um sich wieder authentisch zu fühlen.

      Mir kommen sofort die Filme „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und “Annas Alptraum kurz nach 6″ in den Sinn (obwohl sich dort die Hauptdarsteller unfreiwillig in der Zeitschleife befanden) und auch der letzte Blogeintrag – das Gedicht von Robert Frost – , dass man im Leben eben nicht „zurück auf Anfang“ gehen kann und sich für einen Weg entscheiden muss (meine freie Interpretation). Die Gedankenspiele zu „Was wäre gewesen wenn…?“ sind trotzdem oft reizvoll nur die Antwort bleibt offen.

      Antworten
  24. 8. November 2009, 14:51 Uhr, von Petra Gefällt 5 Lesern
    024

    OT – 09.11.2009 (morgen, ich weiß)

    Weil wir gerade so schön bei Feiern von Jubiläen sind (und zur magischen Zahl 4):
    Der erste Blog-Eintrag ist vom 28. Oktober 2005 – also vor 4 Jahren und 10 Tagen. „Cate“ war von Anfang an dabei. Und Miriam Meckel hat sich immer mal zwischengemeldet. Z. Bsp. schreibt Miriam Meckel am 09.11.2005:
    „Ich mache gerade die interessante Erfahrung eines “Umfeldwechselsâ€? von Deutschland in die Schweiz. Es ist wirklich spannend, wenn man das eigene Land von außern betrachtet (manchmal auch nicht so spannend, dafür etwas peinlich). So verfolge ich gerade intensiv die Berichterstattung der Neuen Zürcher Zeitung über die Koalitionsverhandlungen in Deutschland. Das Kopfschütteln über manchen Schach- oder Rückzug ist da noch ein bisschen größer … Und ich merke: die eigene Sicht der Dinge ist immer nur eine unter vielen möglichen.“

    Der zweite Teil könnte auch aus dem Jahr 2009 stammen.

    Na, denn: herzlichen Glückwunsch zu 4 Jahren MM-BLOG.

    Antworten
  25. 8. November 2009, 14:52 Uhr, von Petra
    025

    … vor 4 Jahren und 11 Tagen …

    Antworten
  26. 8. November 2009, 15:09 Uhr, von Noisa Gefällt 2 Lesern
    026

    Gratulation! Und nun? ;)
    “6. November 2009, 21:30 Uhr, von na ich
    harvard?”

    Antworten
  27. 8. November 2009, 23:36 Uhr, von Alex Gefällt 2 Lesern
    027

    a book in a few minutes in our hands, Espresso and easy, great!
    This machine, incredible! Depending on the place where we can access its use, is comfortable and practical. Excellent innovation! ->very important is to remember its ecological aspect, and profitability!.
    .. Its spread will probably be quick and successful. Throughout the world, especially in underdeveloped countries, third world, where few libraries in the current market. In places where the cultural gap (print), determined by economic reasons, will have greater access to it for many people. And that is what makes this technology interesting.

    We really touched a lot of decisions to confront and accept its challenges(changes), finding new ways, continue to the passage of new technologies. Accelerated action, because the effect (inter), impact.
    In the short term, I’d love to be able to easily and conveniently purchase a good book at the airport, gas-station, supermarket or post office, etc.. (here in EU), a good alternative for those, who have little time to visit and search a book at library or a museum-traditional-Literary Archive for hours. And without having to sacrifice great pleasure in reading.
    gN.!

    Antworten
  28. 9. November 2009, 15:58 Uhr, von Seymour
    028

    It´s my opinion, that the eBook is obliterating and obscuring the diamonds of poetry.
    It eliminates the white seas of paper streched out amid eternally solitary stars. The stark whiteness of the page, the purity of the road of poetry. The eBook become an invader proposing a new cagegory: that of robbing our favorite poets of their mythological vestments leaving them with nothing. I have a copy of Lord Tennyson, the bard of In Memoriam, pure poetry and pure tears. This does not belong in an eBook, neither does Frost´s words.

    Antworten
  29. 15. November 2009, 15:39 Uhr, von Seymour
    029

    Governments have public communication with their people. Poetry has a secret communication with man´s suffering. Poets must be heard.
    “I don´t like grievances. I find I gently let them alone wherever published. What I like is griefs and I like them Robinsonianly profound. I suppose their is no use in asking, but I should think we might be indulged to the extent of having grievances restricted to prose alone if prose will accept the imposition, and leaving
    poetry free to go it´s way in tears”. Robert Frost´s words are beautiful. Just beautiful.

    Antworten


© Miriam Meckel 2002 bis 2010