MM_Ringelnatz
15. Dezember 2009, 10:24 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Advent (15) Geheimnis

10022008238 "Ich fand den Brief im Laub auf der Terrasse und meine Enttäuschung ist furchtbar, etwas Verzehrendes." Der Brief ist ein Liebesbrief der Freundin, nicht an den Mann geschrieben, der ihn findet, sondern an einen anderen Mann. Den es auch gibt. Der den Brief lesen sollte. Der ihn nicht bekommen hat, weil er aus dem Papierkorb auf die Terrasse ins Laub gefallen ist. Unbeabsichtigt? Der Brief verrät, dass es ein Leben im Leben ... weiterlesen...

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14. Dezember 2009, 8:35 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Advent (14) Lebensordnung

040820091506 Vielleicht ist sein aktuellstes Buch sein stärkstes. Vielleicht denke ich das auch nur, weil ich den Moment, in dem ich das Buch von Wilhelm Genazino gelesen habe, als so gut durch die Erzählung beschrieben empfunden habe. Schon in der ersten Szene sitzt Gerhard Warlich in einem Straßencafe und beobachtet die ausgepumpten, fast reglos in den Stühlen um ihn herum liegenden Menschen, diese „endlich zur Betrachtung freigegebenen feierabendlichen Goldränder unserer Leistungsgesellschaft“. Er ist ... weiterlesen...

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13. Dezember 2009, 8:11 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Advent (13) Gedankenfreiheit

scuol Schließt eure Tore nicht vor mir, ihr Bibliotheken; Denn das, was auf euren wohlgefüllten Brettern fehlte und doch am dringendsten gebraucht wird, das bring ich! Aus Kampf und Streit tauch ich empor und habe ein Buch verfaßt; Nichts seine Worte, alles sein Geist. Ein Buch für sich, nicht verwandt mit den andern und vom Intellekt nicht begriffen, Aber ein unausgesprochen Geheimes wird euch von jeder Seite entgegenschauen. Walt Whitman: Grashalme. Stuttgart: Reclam, 2004.

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12. Dezember 2009, 10:28 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Advent (12) Schweigen

böll Ist Schweigen ein Rest von Sprechen? Man könnte auf diese Idee kommen, denn das allgegenwärtige Gespräch und das Dauerrauschen in unserer Gesellschaft lassen kaum noch Pausen zu. Man kann es aber auch andersherum sehen. Das Schweigen als Voraussetzung für jeden zu fassenden Gedanken und jedes Gespräch. Denn nur aus dem Moment der Stille kann sich die neue Idee entwickeln, nur aus der Kommunikationspause der nächste formulierte Gedanke entstehen. Vielleicht ist das der ... weiterlesen...

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11. Dezember 2009, 7:28 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Advent (11) Sein & Schein

shine Es gibt immer wieder diese Momente bei Abendempfängen oder Konferenzaperos, in denen man sich plötzlich fragt: Was mache ich eigentlich hier? Dieser kurze Augenblick der erleuchteten Betrachtung einer absurden Inszenierung von Intellekt und Schein, in dem sich neben dem eigenen Kopf eine virtuelle Sprechblase öffnet und darin das zweite Selbst erscheint. Der Teil von uns, der uns nahe ist und fern von gesellschaftlicher Inszenierung, und der uns dann mit breitem Grinsen ... weiterlesen...

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