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	<title>Miriam Meckel</title>
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	<description>Hier habt Ihr die Gelegenheit, Eure Gedanken loszuwerden und neue Ideen in den Webdiskurs einzuspeisen. Für meine Studentinnen und Studenten soll dieser Blog die Gelegenheit bieten, sich untereinander und mit mir auch außerhalb von Vorlesungen und Seminaren auszutauschen. Aber er ist auch eine offene Plattform für alle, die gerne mitreden und dabei auch etwas zu sagen haben.</description>
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		<title>Die Tragik der virtuellen Allmende</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 13:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Internet gibt es keine Grenzen. Informationen reisen unabh&#228;ngig von Staatsgrenzen, nationaler Zugeh&#246;rigkeit und Platzmangel durchs Netz. So haben wir uns die Wirklichkeit vorgestellt hinter dem Slogan „information wants to be free“, der die Jahre der Aufbruchsstimmung im Netz gepr&#228;gt hat. Das passende &#246;konomische Verwertungsmodell ist der Long Tail, der selbst dem ausgefallensten digitalen Produkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1566" title="Pink_Baby_Calf-icon" src="http://www.miriammeckel.de/wp-content/uploads/2010/08/Pink_Baby_Calf-icon.png" alt="Pink_Baby_Calf-icon" width="100" height="100" /></p>
<p>Im Internet gibt es keine Grenzen. Informationen reisen unabh&#228;ngig von Staatsgrenzen, nationaler Zugeh&#246;rigkeit und Platzmangel durchs Netz. So haben wir uns die Wirklichkeit vorgestellt hinter dem Slogan „<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Information_wants_to_be_free" target="_blank">information wants to be free</a>“, der die Jahre der Aufbruchsstimmung im Netz gepr&#228;gt hat. Das passende &#246;konomische Verwertungsmodell ist der <a href="http://www.wired.com/wired/archive/12.10/tail.html" target="_blank">Long Tail</a>, der selbst dem ausgefallensten digitalen Produkt noch Vermarktung und Verkauf erm&#246;glicht, braucht es doch keinen Platz im Regal, sondern nur ein paar Megabyte Speicherkapazit&#228;t, die im digitalen Zeitalter unendlich zur Verf&#252;gung steht. „Space is no escape“, so haben Bev&#246;lkerungswissenschaftler vor Jahrzehnten die Grenzen unserer finiten Welt angemahnt. „There is no escape from space“ m&#252;ssten wir heute formulieren. Niemand entkommt dem unendlichen Raum digitaler Vermehrung und Speicherung. Die Datenvermehrung bedroht unsere Denkwelten. Nicht Platzmangel ist das Problem des Netzes, sondern seine r&#228;umliche Unbegrenztheit.</p>
<p>Stellen wir uns das Web als eine Gemeindewiese vor, einen rasenbegr&#252;nten begrenzten Raum unter blauem Himmel. Auf diesem Platz tummelten wir uns, die Netznutzer dieser Welt, hunderte Millionen Menschen, die kommen und gehen. Und dann stellen wir uns vor, auch unsere Informationen br&#228;chten wir in materieller Form auf diesem Platz unter die Menschen. Milliarden von Papieren mit Nachrichten fl&#246;gen durch die Luft und verdunkelten den Himmel, ein ohrenbet&#228;ubender Krach aus Musikfiles und <em>Youtube </em>Videos dr&#246;hnte &#252;ber den Platz, vom Rasen w&#228;re ob der unz&#228;hligen in den Boden gestampften Werbeplakate l&#228;ngst nichts mehr zu sehen und von allen Seiten zerrten Menschen an uns, um uns eine Freundschaftsanfrage in die Hand zu dr&#252;cken. W&#252;rde man einen solchen Platz betreten wollen? Wohl kaum. W&#252;rde man ihn &#252;berleben? Unsicher.</p>
<p>So ungef&#228;hr k&#246;nnte sich <a href="http://homepage.newschool.edu/~het/profiles/lloyd.htm" target="_blank">William Forster Lloyd</a> das Internet gedacht haben, h&#228;tte er sich eine Vorstellung davon machen k&#246;nnen und h&#228;tte er sich nicht mit Bev&#246;lkerungsentwicklung, sondern mit Informationswachstum besch&#228;ftigt. Der politische &#214;konom Lloyd hat in seinen &#220;berlegungen 1833 zum ersten Mal eine Theorie zum sorglosen Umgang der Menschen mit Gemeing&#252;tern beschrieben. Seine Idee ist sp&#228;ter zur „Tragik der Allmende“ weiter entwickelt worden, unter anderem in einem vielbeachteten <em><a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/162/3859/1243" target="_blank">Science</a></em><a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/162/3859/1243" target="_blank"> Artikel</a> aus dem Jahr 1968 von Garret Hardin.</p>
<p>Hardin wendet sich in seinem Beitrag radikal die „<a href="http://groups.uni-paderborn.de/reiss/mikrobuch_homepage/Folien/FolienZuKapitel1.pdf" target="_blank">unsichtbaren Hand</a>“ Adam Smiths. Sie ist als &#246;konomisches Mantra in die Wirtschaftsgeschichte eingegangen mit der Grundannahme: Jeder, der danach trachtet, den eigenen Nutzen zu vergr&#246;&#223;ern, tr&#228;gt auch zur Mehrung des Allgemeinwohls bei. Hardin widerlegt Smith am Beispiel des Hirten, der ein Vieh auf der Gemeindeweide grasen l&#228;sst. Kann ein Hirte ein weiteres Rind auf die Weide bringen, hat er einen Vorteil von plus 1 f&#252;r sich selbst. Der Schaden, den die &#220;berweidung anrichtet, verteilt sich dagegen auf alle Weidennutzer. Er betr&#228;gt also f&#252;r jeden Hirten nur einen Bruchteil von minus 1. Leider rechnen aber alle Hirten gleich und schicken zus&#228;tzliche Rinder auf die Wiese. Und so ist nach kurzer Zeit von der Weide nichts &#252;brig als ein brauner steiniger Acker und die K&#252;he werden d&#252;nner und d&#252;nner. Hardins radikale Schlussfolgerung: die Freiheit der Allmende ruiniert alle.</p>
<p>Zum Gl&#252;ck w&#228;chst im Netz kein Gras, es weiden keine K&#252;he und niemand verhungert, wenn er die Informationen nicht findet, die er sucht. Vielleicht bedarf es nur einer perspektivischen Anpassung an die Besonderheiten des Web um zu verstehen, warum hier dennoch &#228;hnliche Gefahren lauern. Wenn die Entwicklung der Datenfluten im Netz weiter geht wie bisher, wird auch das Internet seine eigene Tragik erfahren – als virtuelle Allmende.</p>
<p>Es gibt viele Beispiele f&#252;r die &#220;bernutzung des Netzes mit sinnlosen Daten. Wer einmal versucht hat, dauerhaft einen kostenlosen Email Account eines Providers wie <em>Web.de</em>, <em>gmx.de</em> oder <em>Hotmail.com</em> zu nutzen, der wei&#223; dass die Spam- und Werbeflut einen irgendwann zur Verzweiflung und zu anderen Anbietern treibt. Seit kurzem wird das gesamte Web von einer Like-Welle &#252;berschwemmt, mit der die <em>Facebook</em>-Standards im Ausdruck digitaler Sympathie auf alles &#252;bertragen werden, was irgendwie m&#246;gbar ist. Dabei geht es aber nicht mehr um relevante Informationen, an der das Individuum seine Freunde und Peer Group teilhaben lassen will. Es geht um eine endlose Marketingkette, entlang derer wir Netznutzer als Produkte auf einer globalen Plattform f&#252;r Product Placement weitergereicht werden. Auch bei <em>Facebook</em> finde ich oft wichtige Informationen, muss mich dabei aber immer h&#228;ufiger durch Unmengen von „Statusmeldungen“ qu&#228;len, die mir anzeigen, dass irgendjemand gerade wieder ein pinkes Babykalb auf seiner Farm gefunden hat (f&#252;r Facebook Unkundige: das virtuelle Spiel <em>Farmville</em> ist eine der erfolgreichsten Anwendungen auf der Plattform). Schlie&#223;lich werden <em>Facebook</em>, aber auch die Mikroblogging-Plattform <em>Twitter</em> inzwischen durch Datenfluten &#252;berschwemmt, die von Institutionen und Unternehmen zu Werbezwecken ausgesandt werden. Twitter will bald „promoted Tweets“ anbieten, bei denen Werbetreibende gegen Bezahlung ihre Begriffe in die Liste der popul&#228;rsten Suchworte platzieren k&#246;nnen. Es wird dann zuhauf solche Mitteilungen geeben, wie sie zum Beispiel die Sparkasse Hanau k&#252;rzlich aussandte: „G&#252;nther #Jauch wechselt von RTL zur ARD. Wechseln Sie zur Sparkasse Hanau. Unsere Girokonten und Leistungen &#252;berzeugen.“ Diese Kommunikationsstrategie leider nicht.</p>
<p>Schon Garret Hardin wendet in seiner „Tragedy of the commons“ die Problematik der &#252;berweideten Wiese auf immaterielle G&#252;ter an und entwirft das Szenario einer Unterhaltungsallmende, in der &#246;ffentlicher Raum durch Musik und Werbung verseucht und irgendwann der Nutzung unzug&#228;nglich wird. Im Internet hat dies l&#228;ngst begonnen: Weil alle inzwischen alles ins Netz bringen, egal warum, egal f&#252;r wen, egal wozu, wandelt sich das so vielversprechende, offene und demokratische Netz, wie es in den Entw&#252;rfen der Digitalaktivisten erster Generation aufscheint, zu einer billigen Plattform f&#252;r individuelle und institutionelle Marketingplattit&#252;den. Das Internet wird zum Gemeinplatz. Wo immer &#246;fter digitale Datenstampeden durch Teile des Netzes gejagt werden und alles niedertrampeln, w&#228;chst bald kein Gras mehr. Damit schrumpft der N&#228;hrboden f&#252;r echte Basisinitiativen, demokratische Informationskultur und Zivilkommunikation – f&#252;r all das also, das Digitalaktivisten als Grassroot-Themen zurecht sch&#228;tzen und sch&#252;tzen m&#246;chten.</p>
<p>Es gibt sie also – die Tragik der digitalen Allmende. Und zwar jenseits aller Beteuerungen der demokratisierenden und egalisierenden Wirkkraft des Netzes und seiner unbegrenzten Daten- und Kommunikationsr&#228;ume. Nicht Futtermitteln werden knapp, wenn sich allzu viele im virtuellen Raum tummeln und nach eigenem Gutd&#252;nken und zu eigenem Vorteil drauf los senden. Im Gegenteil: Wir steuern als vernetzte Gesellschaft auf einen Zustand digitaler Adipositas zu. Es ist der Denkraum, den wir ben&#246;tigen, um das richtige und n&#228;hrreiche digitale Futter zu verarbeiten, der knapper und knapper wird.</p>
<p>F&#252;r den Tausch der Informationen in der virtuellen Welt gibt es eine zentrale W&#228;hrung, die durch diesen Prozess inflationiert und damit entwertet wird: Aufmerksamkeit. Das Netz lebt nicht aus sich selbst heraus. Es lebt aus denen, die in und mit ihm kommunizieren – seinen Nutzern und Produzenten. Zu ihnen verlagert sich der begrenzte Raum des Wahrnehmens und Verarbeitens, der nicht beliebig erweitert werden kann – die virtuelle Weide. Es gibt keine unbegrenzten Quellen der Aufmerksamkeit. Der Mensch ist nicht multitaskingf&#228;hig. Aber im Netz tun wir so, als sei alles anders. In unser aller K&#246;pfe liegt der Platz, auf dem sich l&#228;ngst zu viele am gr&#252;nen Gras der grenzenlosen Internetkommunikation weiden, unsere Synapsen mit Datenstampeden niedertrampeln und dabei immer mehr kognitiv kahle Stellen hinterlassen.</p>
<p>Die traditionelle &#214;konomie hat lange darauf gesetzt, die Trag&#246;die der Allmende zu bek&#228;mpfen, indem das offene Gemeingut zum &#246;ffentlich geregelten Gut wird. Ressourcen werden durch meist staatlich erlassene Verf&#252;gungsbeschr&#228;nkungen  reguliert. Das kennen wir zum Beispiel in Form von Fischfangquoten oder auch im Emissionsrechtehandel. Muss also der Zugang zum Netz reguliert werden? M&#252;ssen Datenmengen festgesetzt werden, in deren Rahmen ein jeder das Netz pro Jahr nutzen darf? Bewahre! Staatliche Regulierung k&#246;nnte vielleicht das Problem der Aufmerksamkeitsallmende quantitativ l&#246;sen, aber mit Mitteln, die das offene Netz und seine Kommunikation in gleicher Form sch&#228;digen, wie es auch die &#220;bernutzung von Gemeing&#252;tern vermag.</p>
<p>Die Wirtschaftsnobelpreistr&#228;gerin <a href="http://www.cooperationcommons.com/node/361" target="_blank">Elinor Ostrom</a> hat in ihrer Forschung die Problematik der Allmende institutionen&#246;konomisch betrachtet und kommt zu dem Ergebnis, dass oft lokale, sich selbst organisierende Institutionen am besten in der Lage sind, die Nutzung von Gemeing&#252;tern zu organisieren und zu kontrollieren. Das geschieht dann auf Basis von Selbstverpflichtungen, nicht aber durch &#252;bergeordnete staatliche Regulierung. F&#252;r das Internet als digitale Allmende ist das ein guter Ansatzpunkt, der all diejenigen auf den Plan rufen m&#252;sste, die am Netz als Ort der offenen, demokratischen und egalit&#228;ren Zivilkommunikation interessiert sind. Web Communities k&#246;nnen sich selbst Regeln geben, wie ihre Kommunikation aussehen und was sie enthalten soll. Sie k&#246;nnen sich gegen Spam und Informationsm&#252;ll zur Wehr setzen und diejenigen ausschlie&#223;en, die ihre selbstgesetzten Regeln ignorieren. Sie k&#246;nnen auch daf&#252;r einsetzen, Informationen teurer zu machen, damit das Wichtige vom Datenm&#252;ll getrennt werden kann. Das Beispiel Facebook zeigt in Ans&#228;tzen, wie das funktioniert: Nutzerproteste und -aktionen gegen die laxe Datenschutzpolicy des Unternehmens haben inzwischen erste Wirkung gezeigt.</p>
<p>Gelingt es nicht, mehr selbstorganisierte Nutzungsformen zu entwickeln, wird die digitale Allmende zu einem sch&#246;nen Traum demokratisierter und selbstorganisierter Kommunikation werden, getr&#228;umt im R&#252;ckblick auf eine vergebene Chance. Dann wird der – einst positiv gemeinte – Satz  des Netzgurus <a href="http://www.rheingold.com/vc/book/intro.html" target="_blank">Howard Rheingold</a> wahr, er werde von seiner virtuellen Community „kolonialisiert“. Nur dass es nicht mehr die eigene Community ist, sonder ein fremder, kommerzieller Gatekeeper, der l&#228;ngst bereit steht. Es werden dann die G&#228;rtner der h&#252;bsch umz&#228;unten und streng kuratierten Schreberg&#228;rtchen im Netz sein, wie sie Apple, Amazon oder Netflix anlegen, die das Internet dominieren. Sie werden uns Nutzer mit den Folgen der Trag&#246;die der Allmende aus dem einst offenen und freien Netz in ein virtuelles Disneyland locken. Dort ist alles gr&#252;n, h&#252;bsch, sauber, massentauglich und teuer. Wir k&#246;nnen aufatmen und uns den vorselektierten und irritationsfreien Informationen hingeben, f&#252;r die wir ja ordentlich bezahlt haben. Das virtuelle Brachland, dass unsere G&#228;rtchen umgibt, wird sich durch Sichtschutz unseres Blicks entziehen, ebenso wie die d&#252;rren K&#252;he, die einsam und ziellos durch die verbliebenen Furchen unserer Netzerinnerung pfl&#252;gen. Wir streicheln derweil ger&#252;hrt ein pinkes Babykalb, das seinen R&#252;cken an der Innenseite unseres Gartenzauns reibt.</p>
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		<title>Der Merkel Feminismus</title>
		<link>http://www.miriammeckel.de/2010/06/04/der-merkel-feminismus/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 15:35:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es spricht f&#252;r sich, dass zwei Frauen an der Spitze Deutschlands, als Bundeskanzlerin und Bundespr&#228;sidentin, ein „Ladies Overkill“ w&#228;ren, den Deutschland noch nicht verkraften kann. Anachronismus ist selbsterkl&#228;rend. Was immer die Bundeskanzlerin bewogen hat, sich auf Christian Wulff festzulegen, es hat sicher auch damit zu tun, dass sie eine Realpolitikerin ist und immer sehr schnell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.derwesten.de/img/3060352-146515696/0273_543_Bundestag-12-543x199.jpg"><img class="alignnone" src="http://www.derwesten.de/img/3060352-146515696/0273_543_Bundestag-12-543x199.jpg" alt="" width="543" height="199" /></a></p>
<p>Es spricht f&#252;r sich, dass zwei Frauen an der Spitze Deutschlands, als Bundeskanzlerin und Bundespr&#228;sidentin, ein „Ladies Overkill“ w&#228;ren, den Deutschland noch nicht verkraften kann. Anachronismus ist selbsterkl&#228;rend.</p>
<p>Was immer die Bundeskanzlerin bewogen hat, sich auf Christian Wulff festzulegen, es hat sicher auch damit zu tun, dass sie eine Realpolitikerin ist und immer sehr schnell begreift, was sie durchsetzen kann und was ihr hilft. Wulff hilft ihr als Bundespr&#228;sident, weil er ihr als Ministerpr&#228;sident dann nicht mehr schaden kann.</p>
<p>Das ist der Merkel Feminismus: Alle m&#228;chtigen M&#228;nner der CDU solange wegzuloben oder zu bef&#246;rdern, bis sie selbst gehen, lahm gelegt oder jenseits des entscheidenden politischen Einflussradius angelangt sind. Koch geht. R&#252;ttgers ist abgew&#228;hlt. Wulff wird Bundespr&#228;sident.</p>
<p>Haben wir nicht immer gefordert, Frauen m&#252;ssten dieselben konsequenten Machtstrategien entwickeln wie M&#228;nner, um endlich gleichberechtigt zu sein und ihre Positionen zu sichern? Angela Merkel zeigt vorbildlich, wie das geht. Daf&#252;r geb&#252;hrt ihr Respekt.</p>
<p>Diese Strategie hat allerdings zwei Nachteile: Zum einen sind noch immer deutlich mehr F&#252;hrungspositionen in der Politik mit M&#228;nnern besetzt. Wenn die m&#228;nnlichen Konkurrenten raufgelobt werden m&#252;ssen, um die eigene Position abzusichern, verstopfen sie die Aufstiegskan&#228;le f&#252;r Frauen. Zum anderen hat sie im aktuellen Entscheidungsfall in Kauf genommen, dass ihre politisch Verb&#252;ndete Ursula von der Leyen besch&#228;digt wird. Es gibt gute Gr&#252;nde, sie als Arbeitsministerin zu behalten. Es h&#228;tte ebenso gute Gr&#252;nde gegeben, dann die Ger&#252;chtek&#252;che &#252;ber sie als m&#246;gliche Bundespr&#228;sidentin schnell zu schlie&#223;en.</p>
<p>Ein sehr einsamer Feminismus ist es, der bei Angela Merkel aufscheint. Er ist mehr Ergebnis als Antrieb politischer Entscheidungen und subsumiert die Frage nach Frauen und politischer Macht unter die der individuellen Machtabsicherung. Vielleicht geht das in der Politik nicht anders. Vielleicht geht das nach einem tradierten, analogen Politikverst&#228;ndnis nicht anders, das nach dem Prinzip „up or out“ funktioniert. Vielleicht ist das auch die traurige Begleiterscheinung von Frauen in Machtpositionen, die noch so selten sind, dass ihr eigener Machterhalt st&#228;ndiger Referenzpunkt bleiben muss.</p>
<p>Wulff ist „up and out“. Das ist gut f&#252;r Merkel. Ursula von der Leyen hat noch viele Optionen. Sie k&#246;nnte nicht nur Ambitionen als Bundespr&#228;sidentin haben, sondern wom&#246;glich auch als k&#252;nftige Bundeskanzlerin. Fragt sich, wie das Ein-Frauen-System des Merkel Feminismus dann reagiert.</p>
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		<title>It&#8217;s all about matches &#8230;</title>
		<link>http://www.miriammeckel.de/2010/06/03/its-all-about-matches/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 18:48:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Legende: Mit flexiblem Einf&#252;hlungsverm&#246;gen und Unterst&#252;tzung durch Bettina K&#246;rner kann Christian Wulff nun seine W&#252;nsche nach Frieden am Arbeitsplatz verwirklichen. Das Talent der verwirrenden Rede in eigener Sache wird daher Niedersachsen und sein Amt als Ministerpr&#228;sident verlassen &#8211; f&#252;r unsere gemeinsame Zukunft parteitaktischer Spielchen mit Verfassungsrang. What Google suggests regarding German politics.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.miriammeckel.de/wp-content/uploads/2010/06/merkelwulff5.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1557" title="merkelwulff" src="http://www.miriammeckel.de/wp-content/uploads/2010/06/merkelwulff5-300x186.jpg" alt="merkelwulff" width="300" height="186" /></a></p>
<p>Legende: Mit flexiblem Einf&#252;hlungsverm&#246;gen und Unterst&#252;tzung durch Bettina K&#246;rner kann Christian Wulff nun seine W&#252;nsche nach Frieden am Arbeitsplatz verwirklichen.<br />
Das Talent der verwirrenden Rede in eigener Sache wird daher Niedersachsen und sein Amt als Ministerpr&#228;sident verlassen &#8211; f&#252;r unsere gemeinsame Zukunft parteitaktischer Spielchen mit Verfassungsrang.</p>
<p>What<a href="http://hint.fm/seer/" target="_blank"> Google suggests regarding German politics</a>.</p>
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		<title>Die Bundesleberwurst</title>
		<link>http://www.miriammeckel.de/2010/06/01/die-bundesleberwurst/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 20:42:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Quelle: www.edarit.de Schicken wir eine Vorbemerkung voraus: Vielleicht hatte Horst K&#246;hler noch einen anderen Grund zur&#252;ckzutreten, einen den wir nicht kennen, den er nicht &#246;ffentlich machen wollte. Vielleicht darf man dann fragen, ob es im historisch seltenen Fall eines R&#252;cktritts vom Amt des Bundespr&#228;sidenten notwendig gewesen w&#228;re, diesen Grund doch &#246;ffentlich zu nennen. Vielleicht gibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-1538" title="Leberwurst" src="http://www.miriammeckel.de/wp-content/uploads/2010/06/Leberwurst-300x279.jpg" alt="Leberwurst" width="300" height="279" /></p>
<pre>Quelle: www.edarit.de</pre>
<p>Schicken wir eine Vorbemerkung voraus: Vielleicht hatte Horst K&#246;hler noch einen anderen Grund zur&#252;ckzutreten, einen den wir nicht kennen, den er nicht &#246;ffentlich machen wollte. Vielleicht darf man dann fragen, ob es im historisch seltenen Fall eines R&#252;cktritts vom Amt des Bundespr&#228;sidenten notwendig gewesen w&#228;re, diesen Grund doch &#246;ffentlich zu nennen.</p>
<p>Vielleicht gibt es aber gar keinen weiteren Grund. Vielleicht war die Unf&#228;higkeit, mit medialer Kritik umzugehen, tats&#228;chlich der einzige. Dann f&#228;llt es mir schwer nachzuvollziehen, warum viele Kommentare der Entscheidung Horst K&#246;hlers zwar kein Verst&#228;ndnis, aber erst einmal Respekt entgegenbringen. Auch nach einmal schlafen und vielfach &#252;berdenken muss ich gestehen: Ich kann dieser Entscheidung keinen Respekt entgegen bringen. Ich kann versuchen, sie zu verstehen &#8211; rein kognitiv betrachtet. Aber mehr ist schwer.</p>
<p>Horst K&#246;hler hat sich aus dem h&#246;chsten Amt im Staate zur&#252;ckgezogen, weil er beleidigt ist &#252;ber die Kritik an seinem Interview zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Er hat versucht richtigzustellen, beklagt er sei missverstanden worden. Wenn man die Interviewpassage h&#246;rt oder liest, kommt man zu dem Ergebnis: Er hat das gesagt, was verstanden worden ist. Vielleicht war das nicht beabsichtigt. Vielleicht hat er ungeschickt formuliert. Aber er hat den Impuls gesetzt. Nicht die Medien und auch niemand sonst. Es ist also zun&#228;chst nicht einmal Kritik, die dem da noch Bundespr&#228;sidenten entgegengebracht wurde, sondern eine nachvollziehbare Interpretation seiner &#196;u&#223;erungen, die dann &#8211; berechtigt &#8211; kritisiert worden sind.</p>
<p>Welche Vorstellung von einem Staat ist es, die einen Bundespr&#228;sidenten von &#246;ffentlicher Kritik und Debatte ausnehmen? Monarchie hie&#223; das fr&#252;her. Es ist nicht so, dass die Kritik an K&#246;hlers &#196;u&#223;erungen jeder Rechtfertigung entbehrt, wie er in seiner R&#252;cktrittserkl&#228;rung sagt. Und es handelt sich auch nicht um &#8220;Unterstellungen&#8221;, die ihm entgegengebracht wurden. Es geht schlicht um einen sehr einfachen, aber in einer Demokratie notwendigen Prozess: den kritischen &#246;ffentlichen Diskurs &#252;ber wichtige politische Fragen und Entscheidungen. Horst K&#246;hler h&#228;tte das wissen m&#252;ssen. Er h&#228;tte verstehen m&#252;ssen, dass er nicht das Amt ist und das Amt nicht er. Er h&#228;tte in der Lage sein m&#252;ssen, zwischen Amt und Person zu unterscheiden. Ein Satz in seiner R&#252;cktrittserkl&#228;rung ist hier verr&#228;terisch: Die Kritik &#8220;l&#228;sst den notwendigen Respekt f&#252;r <em>mein</em> Amt vermissen&#8221;. Sein Amt?</p>
<p>Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik tritt ein Bundespr&#228;sident so vom Amt zur&#252;ck &#8211; in einer politischen Situation, die mit schwierig noch sanft umschrieben ist. Er hat keinen guten Grund daf&#252;r. Er kneift, weil er kritisiert wird.</p>
<p>Es w&#228;re nicht nur ein kluger Schachzug sondern politische Notwendigkeit, ihm nun eine Kandidatin oder einen Kandidaten folgen zu lassen, der eine andere Vorstellung von diesem Amt, von Demokratie hat, vor allem aber eine Idee f&#252;r dieses Land. Lange genug haben die Parteien das Amt des Bundespr&#228;sidenten zum Platzhalter f&#252;r parteipolitische Machtspiele verkommen lassen. Wenn dem nun etwas entgegengesetzt wird, ist es gut. Wenn nicht, ist das Amt wertlos. F&#252;r Parteikasperl und Bundesleberwurst bedarf es keiner Institution mit Verfassungsrang.</p>
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		<title>Devise me</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 16:02:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mir auch eins gekauft. Ich wollte das nicht. Aber der ganze Medienhype um Apple, Apps und die Revolution aller Mediennutzung hat mir irgendwann keine andere Wahl gelassen. Ich dachte, ich muss jetzt einen Schritt in die Zukunft machen, muss wissen, wie es ist, ein solches Ger&#228;t zu benutzen. Ich muss verstehen, was sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-1533" title="KindleMe" src="http://www.miriammeckel.de/wp-content/uploads/2010/05/KindleMe-291x300.jpg" alt="KindleMe" width="291" height="300" /></p>
<p>Ich habe mir auch eins gekauft. Ich wollte das nicht. Aber der ganze Medienhype um Apple, Apps und die Revolution aller Mediennutzung hat mir irgendwann keine andere Wahl gelassen. Ich dachte, ich muss jetzt einen Schritt in die Zukunft machen, muss wissen, wie es ist, ein solches Ger&#228;t zu benutzen. Ich muss verstehen, was sich dadurch f&#252;r mich &#228;ndert und wie ich damit umgehe. Also habe ich es bestellt. Und wenige Tage sp&#228;ter schon war es bei mir. Das Kindle von Amazon.</p>
<p>Ach so, jetzt sind Sie kurz verwirrt. Sie dachten, es ginge um das iPad. Nein, so einfach ist das nicht. Seit sich alles um das iPad dreht und manche sonst zu vern&#252;nftigem Denken bef&#228;higte Menschen in einen vollkommenen Wahn geraten sind, versp&#252;re ich einen Widerstand gegen das iPad. Es ist zu cool, zu sehr gehyped und zu sehr Ausdruck eines monopolistischen Bestrebens, das Internet zu einem ganzheitlichen Apple-Gesch&#228;ftsmodell zu machen. Aber es hat bei mir etwas bewirkt, das Steve Jobs vermutlich nie intendiert hat – die Freude daran, das Kindle auszuprobieren und mich damit in die Welt der eBooks zu begeben.</p>
<p>&#220;ber das Kindle ist viel gesagt und geschrieben worden, das hier nicht wiederholt werden muss. Nur soviel: Es ist ein &#228;sthetisch sch&#246;nes Ger&#228;t, das ich gerne in die Hand nehme. Und die Benutzerf&#252;hrung ist so einfach, das wirklich nichts schiefgehen kann. Soweit so gut.</p>
<p>Am Morgen habe beim Tee ein bisschen in Susan Sontags Tageb&#252;chern gelesen. „Reborn“ bin auch ich als digitale Leserin. Ich habe das Kindle in der Hand, dr&#252;cke vorsichtig auf das Display, um zu erforschen, wie empfindlich es ist. Habe bereits mit USB-Kabel einige Dokumente als pdfs auf mein Kindle geladen, die ich am Wochenende noch zur Vorbereitung eines Workshops lesen muss, und bin begeistert, wie einfach und praktisch das alles ist.</p>
<p>Aber jetzt sitze ich hier in meinem Sessel und lese in dem gedruckten Buch. Susan Sontag schreibt am 25. Mai 1949: „There is nothing, nothing that stopps me from doing <em>anything</em> except myself.“ So ist es. Allein ich bin es, die mich selbst davon abh&#228;lt, im Kindle zu lesen statt in diesem auf billigem Papier gedruckten Buch. Offenbar sind meine Lesegewohnheiten hartn&#228;ckig und ich bin in Sachen Mediennutzung konservativer oder mehr Gewohnheitstier, als ich selbst gedacht habe.</p>
<p>Beim Reisen ist das anders. Ich kann auf meinen Tagesausfl&#252;gen nur dieses leichte kleine Ger&#228;t mitnehmen, dann habe ich alles, was ich brauche. Ein paar wissenschaftliche Studien, die neue Obama-Biographie von David Remnick zum Schm&#246;kern, die gesammelten Gedichte von Robert Frost und die Kurzgeschichten &#252;ber misslingendes Lieben von Richard Ford.</p>
<p>Unter einer „Vielzahl von S&#252;nden“ schien mir eine besonders verf&#252;hrerisch und verdammenswert zugleich – die der Abkehr von gedruckten B&#252;chern. Im Moment habe ich nicht das Gef&#252;hl, dass ich wirklich gef&#228;hrdet bin, obwohl die eBooks deutlich g&#252;nstiger Sind. Mit meinen drei ersten K&#228;ufen habe ich zwanzig Dollar gegen&#252;ber den gedruckten Ausgaben gespart. Robert Frosts Gedichte kosten 99 Cent und ich kann sie mir sogar vorlesen lassen. Genug Gr&#252;nde f&#252;r die endg&#252;ltige Einwanderung ins digitale Leseland?</p>
<p>In meinem Forschungs- und Schreibexil hier in Cambridge an der Harvard University habe ich viel Zeit zum Lesen. Insofern m&#252;ssen sich gedruckte und digitale B&#252;cher nicht in die Quere kommen, es gibt genug Raum und Zeit f&#252;r beide. Aber es gibt, wie ich im Folgenden bemerke, auch st&#228;rkere oder weniger starke Neigungen zur einen oder anderen Leseform, je nach Lesestoff.</p>
<p>Eben habe ich mir eine New York Times zu gekauft. Nachdem ich recht viel Zeit mit der &#220;berlegung vertan habe, ob ich sie nicht f&#252;r mein Kindle abonnieren soll, musste etwas Reales her. Ich sitze hier und versuche zu lesen. Aber statt mich auf die Artikel zu konzentrieren, schweifen meine Gedanken immer wieder ab zu der Frage, warum ich die Zeitung nun doch in der Hand halten will. Ich glaube, es hat etwas mit gewissen Ritualen rund ums Lesen zu tun. Nat&#252;rlich ist es sch&#246;n, wenn ich das knisternde Papier zwischen den Fingern sp&#252;re. Es ist gut, dass ich meine &#252;berschwappende Teetasse auf der „Arts-Section“ abstellen kann, die sogleich alles aufsaugt. Aber das US-Format ist unpraktisch, die Druckqualit&#228;t ist schlecht und ich muss den ganzen Papierstapel wieder loswerden.</p>
<p>Das ist es. Als ich im Laden war, habe ich Menschen getroffen. Ich habe mit dem Mann an der Kasse ein kleines Sch&#228;tzchen gehalten. Gleiches gilt f&#252;r meine Streifz&#252;ge durch den Harvard Bookstore. Hier eine Frage, dort ein Gespr&#228;ch, da eine zuf&#228;llige Begegnung. Die Suche nach Lesestoff hat auch soziale Dimensionen. Ich muss rausgehen, um die Zeitung oder das Buch zu bekommen.  Mit dem Kindle kann ich hier in meinem Apartment sitzen bleiben, so lange bis der K&#252;hlschrank leer ist.</p>
<p>Nach Tagen, in denen ich mich mit dem Kindle vertraut machen konnte, m&#246;chte ich das Ger&#228;t nicht mehr missen. Vor allem auf Reisen ist es ein wunderbarer Begleiter, der alles f&#252;r mich mitnimmt, was ich lesen m&#246;chte, und nur einige hundert Gramm zu wiegt. Es steckt inzwischen in einer Lederh&#252;lle, so dass es aussieht, als w&#252;rde ich in einem gro&#223;en Moleskine-Notizbuch schm&#246;kern. Und ich stelle fest, dass ich mit dem Kindle ebenso konzentriert lesen kann, wie mit einem gedruckten Buch in der Hand.</p>
<p>Auch wenn es ein modernes technisches Ger&#228;t mit digitalem Inhalt ist, kann das Kindle   etwas, was in der vernetzten digitalen Welt selten geworden ist. Es kann mich als Leserin entwerfen und auf diese T&#228;tigkeit festlegen. Damit ist das Kindle kein Alles-Erm&#246;glicher, sondern ein reduktionistisches Ger&#228;t. Und genau daf&#252;r liebe ich es. Als ich vor einigen Tagen im Zug sa&#223;, habe ich Stunden lang nur gelesen. Keine Mails abgefragt, kein Spiel gemacht, nicht meinen Status auf Facebook aktualisiert, nicht getwittert. Ich habe einfach nur gelesen. Ich mag damit falsch liegen, aber ich glaube, das wird mir mit dem iPad nie gelingen. Das iPad ist das ideale Zerstreuungsmedium unserer Zeit. Ich m&#246;chte aber gar nicht zerstreut werden. Ich m&#246;chte mich auf die Geschichte, die ich lese, konzentrieren, mich auf etwas einlassen, was mich &#252;ber Stunden fesseln kann, wenn ich es zulasse und das Ger&#228;t mir dabei hilft.</p>
<p>Ich hoffe, Amazon wird niemals auf die Idee verfallen, das Kindle zu einem sozialen Medium weiterzuentwickeln. Dann wird es n&#228;mlich kein eBook mehr sein, kein digitales Leseger&#228;t, sondern ein multimediales buntes Spielzeug, mit dem zur Not auch lesen kann. Das Kindle soll das bleiben, was es ist, ein digitales Buch, das mir auf einen Klick ganze B&#252;cherregale zur Auswahl stellt, das mich Lesezeichen setzen, Notizen machen und exzerpieren l&#228;sst und ein bisschen so aussieht, als h&#228;tte ich die Seite eines gedruckten Buchs vor mir.</p>
<p>Wenn es das bleibt, wird es mein Metabuch werden – nicht die gedruckten B&#252;cher in meinem Regal verdr&#228;ngen, mich nicht davon abhalten, im Harvard Bookstore zu st&#246;bern. Inzwischen habe ich auch die New York Times auf meinem Kindle abonniert, trotzdem kaufe ich gelegentlich die gedruckte Ausgabe. Mein Metabuch wird meine Lieblingsb&#252;cher, -gedichte und -texte enthalten, die ich immer bei mir haben m&#246;chte. Es wird Platz in meinem kleinen Ledertornister finden, der immer mit mir reist. Es wird meine individuelle T&#252;r zwischen der analogen und der digitalen Lesewelt sein. Und es wird mich davon abhalten, mit dem iPad zu lesen. Wie schrieb Robert Frost in „The road not taken“? „I took the one less traveled by and that made all the difference.“ Zugegeben: Als ich heute Nachmittag am Harvard Square auf einer Bank neben einem Studenten mit iPad sa&#223;, h&#228;tte ich gerne mitgelesen. Leider habe ich nichts erkennen k&#246;nnen. Die Sonne schien.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/konzentriere-mich/1821362.html" target="_blank">siehe auch: Tagesspiegel, 12. Mai 2010</a></p>
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		<title>W.H.A.T.   I.S.   T.H.I.S  ?</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 20:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[continue to legend]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-1529" title="coin-security" src="http://www.miriammeckel.de/wp-content/uploads/2010/04/coin-security2-300x219.jpg" alt="coin-security" width="300" height="219" /></p>
<p><a href="http://www.slideshare.net/MMeckel/the-power-of-points" target="_blank">continue to legend</a></p>
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		<title>My digital diet</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 17:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurz vor Ostern darf man sich wieder einmal das Konzept des Heilfastens in Erinnerung rufen. Es ist zwar medizinisch durchaus umstritten, aber dennoch als Thema und menschliche Herausforderung so attraktiv, dass es problemlos ganze Zeitungsseiten f&#252;llt. Die zeitgem&#228;&#223;e &#220;bersetzung dieses Ph&#228;nomens in der Netzzeit ist die digitale Di&#228;t. Sie erlaubt es dem „Fastenden“, auf Internet&#252;bers&#228;ttigung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1515" title="logout" src="http://www.miriammeckel.de/wp-content/uploads/2010/03/logout-150x150.jpg" alt="logout" width="150" height="150" /></p>
<p>Kurz vor Ostern darf man sich wieder einmal das Konzept des Heilfastens in Erinnerung rufen. Es ist zwar medizinisch durchaus umstritten, aber dennoch als Thema und menschliche Herausforderung so attraktiv, dass es problemlos ganze Zeitungsseiten f&#252;llt.</p>
<p>Die zeitgem&#228;&#223;e &#220;bersetzung dieses Ph&#228;nomens in der Netzzeit ist die digitale Di&#228;t. Sie erlaubt es dem „Fastenden“, auf Internet&#252;bers&#228;ttigung, Fast Web, Junk-Mails, Surfrausch mit Kater und anderes zu verzichten, indem &#252;ber einen gewissen Zeitraum digitale Abstinenz gepflegt wird.</p>
<p>Auch die Heilfastenden m&#252;ssen zugunsten der Stabilisierung des biologischen Kreislaufs nicht auf alles verzichten. Sie d&#252;rfen S&#228;fte und Gem&#252;sebr&#252;hen in geringen Mengen zu sich nehmen. F&#252;r die digitale Di&#228;t scheint Vergleichbares sinnvoll, damit man die Kommunikationskreisl&#228;ufe intakt h&#228;lt, die den Einzelnen mit dem sozialen Ganzen verbinden.</p>
<p>In diesem Sinne werde ich mich von der regelm&#228;&#223;igen Bespielung dieses Weblogs nun f&#252;r einige Zeit verabschieden. Nicht um mich von allem abzukoppeln, sondern um mich auf das Wesentliche zu konzentrieren – die ruhige und ma&#223;volle Aufnahme von Informationen und ihre balancierte Verarbeitung.</p>
<p>Die Kommentarfunktion in diesem Weblog wird f&#252;r diese Zeit abgeschaltet. Wom&#246;glich steht sie irgendwann wieder zur Verf&#252;gung. Wom&#246;glich gibt es ab und an hier etwas zu lesen, das aus dieser Phase der konzentrierten Kontemplation hervorgegangen ist.</p>
<p>Wom&#246;glich auch nicht.</p>
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		<title>Brief an mein Leben</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 08:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Monografien]]></category>

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		<description><![CDATA[Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout Rowohlt, 2010 ISBN: 978-3-49804-516-6 Jetzt bei Amazon bestellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout</h2>
<p>Rowohlt, 2010<br />
ISBN: 978-3-49804-516-6</p>
<p>Jetzt bei Amazon <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3498045164/" target="_blank">bestellen</a>.</p>
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		<title>Delete</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 15:41:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[[gel&#246;scht] Du im Bademantel mit dem Wei&#223;wein. Super lustig!!! [gel&#246;scht] Danke, liebe X, hat sehr gut getan deine sms heute morgen. Wie geht’s dir denn? Liebe Gr&#252;sse, Y [gel&#246;scht] Hmm, also ich hab nix bekommen. Egal, ist ja noch ne weile hin. Auf ein neues [gel&#246;scht]  Und ich konnte nicht richtig winken &#8230; [gel&#246;scht] Schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1500" title="Delete-icon" src="http://www.miriammeckel.de/wp-content/uploads/2010/03/Delete-icon-150x150.jpg" alt="Delete-icon" width="150" height="150" /></p>
<p>[gel&#246;scht] Du im Bademantel mit dem Wei&#223;wein. Super lustig!!! [gel&#246;scht] Danke, liebe X, hat sehr gut getan deine sms heute morgen. Wie geht’s dir denn? Liebe Gr&#252;sse, Y [gel&#246;scht] Hmm, also ich hab nix bekommen. Egal, ist ja noch ne weile hin. Auf ein neues [gel&#246;scht]  Und ich konnte nicht richtig winken &#8230; [gel&#246;scht] Schon „Rainald Grebe plant seinen Monat“ gelesen? :-) Guten Morgen! [gel&#246;scht] Ich &#8230; [gel&#246;scht] Hi X sorry dass ich mich nicht gemeldet hab haben deine einladung bekommen und kommen nat&#252;rlich gerne wenn wir frei haben! :-) hoffe euch geht’s gut :-) lg X [gel&#246;scht] Yesssssssss &#8230; we let it flow :-) [gel&#246;scht] Krokodilsknutschfleck [gel&#246;scht] Dear X Happy St. Valentine! Hope you are well like the photo on facebook! Go as new ZZ to Y on Thursday. Hopefully more chances to be in Berlin or somewhere near you, love Y xxx [gel&#246;scht] Vorspulen gilt nicht! ;-) [gel&#246;scht] Dann w&#252;rde ich sagen, ich freu mich 15 Freupunkte! [gel&#246;scht] Liebe X, hoffe es geht dir gut! Habe deine mail gelesen und dir auch geschrieben. Hast du sie erhalten? Melde dich mal! LG Y [gel&#246;scht] Und nach dublin! [gel&#246;scht] Die Musik zum ersten film ist ja ein br&#252;ller! :-) [gel&#246;scht] Liebe Frau Prof. Dr. X ich hoffe Sie hatten einen guten Rueckflug nach Berlin und Sie sind wieder gesund. Einen schoenen Abend und liebe Gruesse, X [gel&#246;scht] Typie versteht. Hilft ihm aber leider nix. Das ist bei mir ja zum gl&#252;ck anders &#8230; :-) [gel&#246;scht] Schei&#223; Flugzeuge! Aber gut, dass du heil gelandet bist – und immer noch: mind your gloves :-) [gel&#246;scht] Juchuu! Sogar mit gespenst drauf. :-) :-) :-) [gel&#246;scht] <a href="http://www.nixe.de">www.nixe.de</a> [gel&#246;scht] Liebes X, schon wieder ist ein Jahr rum &#8230; Ich gratuliere zum zur&#252;ckliegenden, mehr noch aber zum vor Dir liegenden lebensjahr! Sei umarmt und lass es Dir gut gehen! Liebe Gr&#252;sse an Euch beide, X [gel&#246;scht] Verkauf. Hab ich auch dr&#252;ber nachgedacht, aber mehr als 100 ist ja ne menge holz &#8230; Kuss Y [gel&#246;scht] Ich k&#246;nnt mich totlachen, ist das geil &#8230; [gel&#246;scht]</p>
<p><em>Am 2. M&#228;rz 2010 erkl&#228;rt das Bundesverfassungsgericht eines der zentralen Instrumente der Sicherheitsbeh&#246;rden zur Bek&#228;mpfung des Terrorismus, die pauschale Speicherung von Verbindungsdaten aller B&#252;rger, f&#252;r grundgesetzwidrig.</em></p>
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		<title>Brandung beigelegt</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 15:37:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[[Westerwelle, die] Argumentkonstrukt, das vornehmlich in auf &#246;ffentliche Aufmerksamkeit und Erregung ausgerichteten deutschen politischen Debatten verwendet wird und auf kurzfristige Wirkeffekte zielt. Die Westerwelle besteht in ihrer Grundform aus drei Phasen: (1)  Exposition: Oft eingef&#252;hrt mit dem Satzbestandteil „Es kann nicht sein dass &#8230;“. Der Verwender der Westerwelle formuliert damit eine Selbstverst&#228;ndlichkeit als provokante These, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-1495" title="welle" src="http://www.miriammeckel.de/wp-content/uploads/2010/02/welle-300x147.jpg" alt="welle" width="300" height="147" /></p>
<p>[<strong>Westerwelle</strong>, <em>die</em>] Argumentkonstrukt, das vornehmlich in auf &#246;ffentliche Aufmerksamkeit und Erregung ausgerichteten deutschen politischen Debatten verwendet wird und auf kurzfristige Wirkeffekte zielt.</p>
<p>Die Westerwelle besteht in ihrer Grundform aus drei Phasen:</p>
<blockquote><p>(1)  Exposition: Oft eingef&#252;hrt mit dem Satzbestandteil „Es kann nicht sein dass &#8230;“. Der Verwender der Westerwelle formuliert damit eine Selbstverst&#228;ndlichkeit als provokante These, die den Beginn des sich r&#228;umlich und zeitlich ver&#228;ndernden Diskursfeldes markiert.</p>
<p>(2)  Eskalation: Wenn es doch sein kann, dass die &#246;ffentlich zur Diskussion gestellte These auf Widerspruch trifft, wird im zweiten Anlauf mit dem Ziel, mehr Wortmaterie durch den virtuellen Raum zu transportieren, die These durch ein behauptetes Sprechverbot verst&#228;rkt („Man wird ja wohl noch sagen d&#252;rfen, dass &#8230;“).</p>
<p>(3)  Endphase: Die These wird teilweise zur&#252;ckgenommen, modifiziert, ins Allgemeine verw&#228;ssert oder ins Gegenteil verkehrt. Inhaltlicher Bestandteil des Argumentkonstrukts sind dann lediglich noch Allgemeinpl&#228;tze, die allerdings durch eine vermeintlich verst&#228;rkende Formulierung eingeleitet werden (z.B. „Ich bleibe dabei &#8230;.“). Diese sollen – wenngleich dem urspr&#252;nglichen Argumentkonstrukt widersprechend – rhetorische und inhaltliche Konsistenz suggerieren.</p></blockquote>
<p>Die Westerwelle wird als Sprach- und Erregungskonstrukt bevorzugt in solchen politischen Debatten eingesetzt, mit denen die Debattenf&#252;hrer von anderen Themen ablenken oder diese aus dem Aufmerksamkeitsfokus der &#214;ffentlichkeit hinausdr&#228;ngen wollen. In physikalischer Hinsicht geh&#246;rt die Westerwelle im Gegensatz zur mechanischen Welle in die Kategorie der Gravitationswellen, die sich in einem Vakuum ausbreiten k&#246;nnen.</p>
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