MM_Lagarde
16. März 2008, 16:28 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Der ganz normale Wahnsinn

wahnsinn-berlin.jpg  Heute Nacht habe ich von § 73, Absatz 2, Fahrerlaubnisverordnung geträumt. Nicht weil ich ein erotisches Verhältnis zu Gesetzen hätte, sondern weil mich dieser Paragraph nun mehr als eine Woche intensiv begleitet hat - von Berlin nach Düsseldorf, nach Zürich, nach St. Gallen, nach Genf, nach München und wieder zurück nach Berlin. Es ist der zentrale Paragraph für zuständigkeitshalber Staatenlose in Führerscheinangelegenheiten. Man braucht ihn, damit die Behörde des letzten Wohnorts der Behörde des neuen Wohnorts ... weiterlesen...

3. März 2008, 10:24 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Die Zeit-Domina

"Beim nächsten Ton ist es 23 Uhr, 59 Minuten und 50 Sekunden" - gibt es diese telefonische Zeitansage noch? Ich erinnere mich: Als ich ein Teenager war, habe ich manchmal auf dem Fußboden neben meinem Bett gehockt, das graue Schnurtelefon meiner Eltern mühevoll an die gleiche Stelle gezerrt, um der Zeitansage der Post zuzuhören. "Beim nächsten Ton ist es ... ". Das war nicht informativ, das war meditativ. In dem Augenblick, in dem die elektronische Dame am anderen Ende der Leitung ihren ... weiterlesen...

23. Februar 2008, 9:31 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Ich bin mein Medienwandel

Seit einigen Jahren beobachte ich mich selbst beim Schreiben. Nicht was ich schreibe, sondern wie. Und seit Jahren verändert sich etwas. Schon in dem Augenblick, in dem ich den Stift aufs Papier aufsetze, merke ich: Ich beginne etwas, das Kraft erfordert, einen kleinen Kampf gegen die Reibungswiderstände, die der Stift auf dem Papier erzeugt, einen kleinen Kampf gegen die sofortige Neigung, in Nachlässigkeit zu verfallen. Immer schlechter ist meine Handschrift in den vergangenen fünf bis sieben Jahren geworden. Immer unwilliger führt meine Hand ... weiterlesen...

11. Februar 2008, 17:10 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Ein virtueller Held?

'Was uns nicht umbringt, macht uns hart' - nach diesem Motto müssen Management und Mitarbeiter der Société Générale zynisch den Milliardenschaden betrachten, den Jérome Kerviel der Bank mit seinen Termingeschäften zugefügt hat. 'Wer nicht hart ist, wird umgebracht', so sieht die französische Öffentlichkeit den großkalibrigen Spekulanten und Händler. Offenbar haben die Franzosen eine eigenwillige Vorstellung vom Finanzmarkt. Kerviel ist nicht Täter und Betrüger, sondern Opfer einer undurchsichtigen Finanzindustrie, überrollt vom System, dem er doch Gutes tun wollte. Im Web geht die Heldenverehrung noch ... weiterlesen...

6. Februar 2008, 14:59 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

attach me!

Gelegentlich frage ich mich nach der Landung, unterwegs auf einem der immer gleich aussehenden Laufbänder der Flughäfen: Wo bin ich gerade? In München, Frankfurt, Peking oder Washington? Der erfahrene Geschäftsreisende klärt sich dann auf durch einen Blick aufs Handy: Der Name des lokalen Netzes, in das sich das Telefon eingebucht hat, verrät wo man sich gerade befindet. Notfalls lässt sich auch schnell eine Mail an die Sekretärin zuhause schicken: „Frau Meier, wo bin ich ... weiterlesen...

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