MM_Churchill
21. August 2008, 17:29 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Die Vortageszeitung

Der Mensch ist eine Insel. Das merkt er nur selten, außer er lebt zuweilen auf einer. Das Leben als Insel auf einer Insel ist ein spannender Selbstbeobachtungsversuch, der die eigenen Gewohnheiten zurechtrückt und relativiert. Zum Beispiel den Mediengebrauch. Auf dieser Insel gibt es kein schnelles oder gar kein Internet. Das enthebt von der Notwendigkeit, sich stunden- oder minutenaktuell über ein Weltgeschehen zu informieren, das im Sommerloch eh kaum vorhanden ist. Das Fernsehen ... weiterlesen...

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18. August 2008, 10:37 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Lesen kompakt

Wer von Berlin Schönefeld in den Urlaub fliegt, wird zu Beginn der Reise gleich über die richtige Lesehaltung im Flugzeug aufgeklärt: Das normale Zeitungsformat ist hierfür nicht geeignet, es stört den Nachbarn und reduziert den allemal beengten Raum pro Passagier auf unakzeptable Maße. Das Format der Zeitung ist also nicht mehr von seinen zu vermittelnden Inhalten abhängig („all the news that's fit to print", wie der Claim der New York Times täglich ... weiterlesen...

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15. August 2008, 10:55 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Ein Sommerlochtraum

Auch der Spiegel hat das Internet entdeckt. Als Thema für eine Titelgeschichte, die gleich auch die kulturpessimistischen Dimensionen der kommunikativen Vernetzung ausführlich beschreibt. Es kann schon verwundern, wie stark der Spiegeltitel der aktuellen Ausgabe von „Atlantic Monthly" gleicht, thematisch und in seiner Aufmachung. Viel verwunderlicher aber ist es, dass es doch tatsächlich gelingen kann, eine seitenlange Titelgeschichte zu machen, in der sich nicht eine einzige neue Information oder Erkenntnis findet. Ich ... weiterlesen...

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11. August 2008, 10:42 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Ein Sommernetztraum

Ein freier und vielfältiger Austausch von Informationen und Meinungen, gesteuert durch nichts anderes als der Selbstorganisation des Marktes - das war immer der Traum vieler Menschen als Bürger und Kunden. Der „Marktplatz der Wahrheit", wie ihn der europäische Liberalismus schon Ende des 17. Jahrhunderts als Idealbild entworfen hat, sollte die Plattform dafür bieten, dass die Vielen ihre Informationen auf ihm zur Verfügung stellen und sich die Wahrheit als „Produkt" auf diesem Marktplatz herauskristallisieren kann. Einige hundert ... weiterlesen...

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6. August 2008, 10:38 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Gebloggt? Geblockt!

Es gibt eine natürliche und eine politische Naivität. Der Präsident des Olympischen Komitees, Jaques Rogge, hat zur Transformation vom Anspruch eines „vollständigen, unzensierten" zu einem des „größtmöglichen" Zugangs zum Internet gesagt: „Wir sind Idealisten, und Idealismus kann immer zu einer gewissen Naivität führen." Natürlich hätte er wissen können, dass Medienfreiheit für die Olympischen Spiele 2008 in Peking ein frommer Wunsch bleiben würde. Aber er hat es nicht wissen wollen. Also wurde kommunikationspolitische Naivität zum politischen ... weiterlesen...

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