MM_Wiener
12. Januar 2008, 17:53 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Vergiss mich, bitte!

Bei einer Recherche zur politischen Entwicklung Hillary Clintons stelle ich fest: meine Güte, die Frau hat längst vier oder fünf Leben geführt, soviel hat sie gemacht, so viele Informationen finde ich über sie im Netz (und darüber hinaus). Sind wir heute fünffach aktiver, machen wir mehr, haben wir komplexere Persönlichkeitsprofile als früher und ein letztlich überfülltes Leben? Oder wissen wir nur heute einfach alles über jeden, weil jede Information im Netz erhalten bleibt? Wenn ich über eine Person, ein Problem, eine Frage ... weiterlesen...

30. Dezember 2007, 18:57 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Wenn ich mir was wünschen dürfte

Wenn ich mich an das zu Ende gehende Jahr erinnere, stelle ich fest: Irgendwie war das ein komisches Jahr. Ich versuche, die wichtigen Themen und Diskurse wieder aufzurufen und Revue passieren zu lassen, die das Jahr 2007 bestimmt haben, aber so richtig viel kommt da nicht. Stattdessen ziehen die Themen an meinem inneren Auge vorbei, die in diesem Jahr in eine Dauerzeitschleife geraten zu sein scheinen: Wirtschaftsaufschwung, soziale Gerechtigkeit, Hartz IV, die Disharmonien der Koalition, Klimawandel, Terrorgefahr, innere Sicherheit - ... weiterlesen...

16. Dezember 2007, 17:43 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Die Intimität des Lesens

Kürzlich flog ich von Zürich nach Berlin mit der Cityline von Lufthansa und saß in einer dieser Kleinstmaschinen, in denen man eher auf dem Schoß des Nachbarn denn neben ihm sitzt. Der Mann, dem ich unfreiwillig nahe rücken musste, war ein älterer Herr mit großem Schnauzbart, der offenkundig noch nicht oft den Luftraum erobert hatte. Jedenfalls war er unruhig und ein wenig hektisch und räumte vom Moment des ersten Hinsetzens bis weit nach dem Start fiktive Gegenstände zwischen seinem Aktenkoffer, ... weiterlesen...

1. Dezember 2007, 10:55 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Bin ich mein Freund?

Der indische Ökonom und Philosoph Amartya Sen beschreibt im ersten Kapitel seines Buchs "Die Identitätsfalle" (original: "Identity and Violence") eine kleine Begebenheit, die ihm bei der Einreise nach Großbritannien am Flughafen Heathrow widerfährt: Der Beamte an der Passkontrolle inspiziert ausgiebig seinen indischen Pass und das Einwanderungsformular mit dem eingetragenen Wohnsitz "Trinity College, Cambridge". Amartya Sen war zu der Zeit Rektor des weltberühmten Colleges und in dieser Eigenschaft viel im Ausland unterwegs. Der Passbeamte will nun wissen, ob Sen denn gut mit dem Rektor ... weiterlesen...

23. November 2007, 15:22 Uhr, Geschrieben von Miriam Meckel

Ich hatte einen Netzinfarkt

So ist das also, wenn man plötzlich für einige Zeit aus der virtuellen Welt verschwinden muss. Am Sonntag Morgen war mein Server außer Kraft gesetzt, es war ihm einfach zuviel zugemutet worden. Diese permanenten Anfragen und Anforderungen, dieses Surfen durch die Lebenswelten hatten ihn ganz durcheinander gebracht. Er wurde über Stunden gebitst und gebytest und dann gab er einfach auf. Digitales Burnout nennt man das. Und es hat ganz reale Konsequenzen: meine virtuelle Seite war weg (die reale war zu dem ... weiterlesen...

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